Kuji-in/kiri

Zen ist eine Strömung des Mahayana-Buddhismus.
Die Praktiken des Rinzai-Zen bestehen hauptsächlich aus Zazen (Sitzen in Stille) und "Koanarbeit". Die Koanarbeit erfolgt unter "4-Augen" direkt mit dem Zen-Meister.
Im Soto-Zen übt man Shikantaza, das Einswerden mit dem "Nur-Da-Sitzen". Die Arbeit mit Koan tritt in den Hintergrund.
Beiden gemeinsam ist Samu, die alltägliche Arbeit.
Außer diesen beiden Hauptströmungen des jap. Zen gibt es noch verschiedene andere Richtungen.

Moderator: Ji'un Ken

Kuji-in/kiri

Beitragvon BigR am 27.07.2010, 14:48

Hallo zusammen,

ich würde gerne etwas mehr über die Bedeutung dieser Mudras /Fingerzeichen) erfahren.

http://en.wikipedia.org/wiki/Kuji-in

Zu welchen Zwecken werden diese Fingerzeichen im Buddhismus verwendet?

Es kursieren gerade im Bereich der fernöstlichen Kampfkünste immer wieder Gerüchte um diese Fingerzeichen und werden oft in einschlägigen Foren als Thema behandelt. Das einzige worauf man bei solchen Themen stößt ist jedoch Unwissenheit und Vermutungen. Oftmals habe ich auch von Menschen gehört, dass sie Probleme bekommen wenn sie diese Fingerzeichen in einem Selbststudium austesten.

Gibt es unter uns hier kompetente Buddhisten die erklären können was es damit genau auf sich hat und an wen man sich wenden kann wenn man sie erlernen möchte?
mfg
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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon Kusala am 27.07.2010, 18:03

http://www.spiritproject.de/medicus/fin ... /index.htm

Einfach über die einzelnen Worte mit dem Cursor fahren und dann wird das passende Bild angezeigt.

http://www.basale.at/system/anypage/ind ... Yl08UDIDNw
http://www.tibet-galerie.de/mudras.html
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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon Benkei am 28.07.2010, 16:21

Namaste!

Die besagten Mudras stammen aus dem Mantrayana (entspricht dem tibetischen Vajrayana) des japanischen Buddhismus, also aus der Shingon Shû und der Tendai Shû.

Im Zen formt man während des Zazen das kosmische Mudra mit den Händen, ansonsten handelt es sich im Grunde genommen nicht um typische Zen-Praktiken.

Im Mantrayana sind die Mudras Teil der "Drei Mystischen Handlungen", die da wären:
- das Sprechen von Mantras,
- das Vollführen von Mudras und
- das Visualisieren von Mandalas.

In der Shingon Shû ist jedem der Dreizehn Buddhas (vgl. hier) ein Mantra, ein Sanskrit-Buchstabe und, soweit mir bekannt ist, ein Mudra zugeordnet.

< gasshô >

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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon sumedha am 28.07.2010, 16:57

BigR hat geschrieben:Zu welchen Zwecken werden diese Fingerzeichen im Buddhismus verwendet?

hallo BigR,
im Jin Shin Jyutsu werden auch Mudras verwendet und wie ich am eigenen leibundseele erfahren durfte mit erfolg :)
http://de.wikipedia.org/wiki/Jin_Shin_Jyutsu
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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon BigR am 28.07.2010, 18:32

Danke euch dreien für die Antworten!

@ sumedha

Ja, die Wirkung von Mudras würde ich keineswegs anzweifeln. Ich spüre da immer etwas wenn ich dies und jenes quasi instinktiv mache. Andererseits sind es ja sicherlich auch nur Werkzeuge.

Trotzdem finde ich die Kuji/in sehr interessant und kann mir vorstellen, dass man damit ein Stückchen weiterkommt auf dem Weg. Aber gerade bei den Japanischen Buddhismus Richtungen scheint man in Deutschland im Regen zu stehen und dabei sind es gerade die welche mich sehr faszinieren.
mfg
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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon sumedha am 28.07.2010, 18:45

BigR hat geschrieben:Andererseits sind es ja sicherlich auch nur Werkzeuge.

genau
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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon verrückter-narr am 09.08.2010, 17:09

hallo rainer,
die bezeichneten mudras des kuji-in / kiri gelten allgemein im vajrayana und besonders in der chinesischen und japanischen tradition als geheim und werden in der regel nur an ausgewählte und geeignete schüler gelehrt, die vorher bestimmte übungen und zurückziehungen machen mussten. in der tendai-shu sind dies z.b. der 1000 tage marsch (hierbei muss der schüler an 10 x 100 tagen auf dem beig hiei bestimmte stellen und tempel besuchen und verschiedene rituale ausüben). um hierüber unterweisungen und erklärungen zu bekommen, muss man also bestimmte vorraussetzungen erfüllen. ausserdem sind mit dem erhalt auch einige verpflichtungen verbunden, u.a. z.b. hierüber nichts an andere weiterzugeben bzw. die lehren nicht zu veröffentlichen. deshalb findet man hierüber auch sehr wenige informationen. ursprünglich war dies auch in der tibetischen tradition der fall, aber nach dem einfall der chinesen und dem beinahen untergang der tradition, haben die meisten tibetischen lehrer wohl die ansicht vertreten, möglichst viel von den lehren zu retten und diese auch an ungeeignete weiterzugeben bzw. sie einfach zu veröffentlichen. Deshalb entstand dann auch folgende redewendung: im alten indien erhielten die schüler nur eine einweihung auf eine buddhaform und haben durch ihre übung alle buddhaformen verwirklicht. In tibet erhielten die schüler viele einweihungen auf die verschiedenen buddhaformen und konnten durch ihre übung aber keine davon verwirklichen.
die von dir genannten kuji-in / kiri werden hauptsächlich auch im ninjutsu benutzt bzw. gelehrt und dies auch nur an sehr fortgeschrittene schüler. Ursprünglich gehen die mudras und die auszuführenden übungen aber auch hier auf buddhistische übungen zurück, da die gründer dieser kampfkunst sich auch eng mit buddhistischen lehren und übungen befassten.
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Re: Kuji-in/kiri

Beitragvon BigR am 10.08.2010, 18:23

Danke Dir recht herzlich, verrückter-narr!
mfg
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