Moderator: Ji'un Ken




Advaita hat geschrieben:Hier ist ja schon richtig was zusammen gekommen. Vielen lieben Dank für Eure Empfehlungen! Da habe ich ja schon jede Menge Stoff mit dem ich mich befassen kann.
Eine "kleine" (?) Frage am Rande. Der Zen- Buddhismus ist aus dem Chan- Buddhismus entstanden, richtig? Sind beide Lehren miteinander identisch oder an welcher Stelle gibt es Unterscheidungen? Ich las, dass die beiden Formen oftmals gleichgesetzt werden, dies jedoch nicht richtig sei.
Wie ist Eure Sichtweise zum Thema?
Ich habe bisher Gelesenes (im großen weiten Web) so verstanden, dass die Lehren, nach denen sich beide Formen richten, die Selben sind, die schulischen Praktiken jedoch unterscheiden sich.

Advaita hat geschrieben:Der Chan- Buddhismus ist aus der Vereinigung von daoistischen, konfuzianistischen und buddhistischen Lehren entstanden. Er verbindet die Lehren des edlen achtfachen Pfad nach Buddha mit den Wu De- Tugenden (Konfuzianismus) & den "5 Stufen- Plan" des Daoismus.
So also auch der Zen- Buddhismus?
Die Praxis im Zen-Buddhismus ("der weglose Weg") ist ZaZen und die Konzentration auf den Alltag, sprich jegliche Aktivität wird mit voller Achtsamkeit und ohne urteilende Beteiligung (Samadhi) getätigt.
Zen ist eine Geistschulung (wie der Buddhismus allgemein), ein "Werkzeug" mit dessen Hilfe man intuitive Einsichten fördern kann und dies durch unentwegte Praxis. Sie beinhaltet nichts und alles. Es muß nichts erreicht werden, da alles schon da ist.
Innerhalb des Zen- Buddhismus gibt es 2 Schulen, die Rinzai und die Sōtō- Schule. Die Rinzai- Schule befasst sich auch mit der Erfahrung der Erleuchtung, die Sōtō- Schule nicht. Sie konzentriert sich hauptsächlich auf die Praxis des ZaZen und der "Absichtslosigkeit".
Es bleibt offen was die Praxis im Chan- Buddhismus beinhaltet bzw. an welcher Stelle es Abweichunge gibt.
Die Motivation dahinter ist nicht die, dass ich hier eine Mauer hochziehen möchte sondern die Beleuchtung der Ausprägungen zum besseren Verständnis. Die buddhistischen Lehren begrüßen es ja eher Mauern nieder zu reißen.![]()
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Takumi hat geschrieben:Wie wäre es denn einfach mal mit der Praxis selbst. Da gibt es nämlich sonst nichts.

Takumi hat geschrieben:Advaita hat geschrieben:Die Praxis im Zen-Buddhismus ("der weglose Weg") ist ZaZen und die Konzentration auf den Alltag, sprich jegliche Aktivität wird mit voller Achtsamkeit und ohne urteilende Beteiligung (Samadhi) getätigt.
Wo hast du das denn her?
Selbstverständlich wird geurteilt - schließlich geht es eben immer auch um Täuschung. Was du meinst ist das sogenannte "wählerische" - also der Glaube, man könne was auswählen.
Grundlage des chinesischen Ch'an Buddhismus ist das Lankavatara-Sutra, das angeblich Bodhidharma an Hui-ke weiter gegeben habe.
Takumi hat geschrieben:Advaita hat geschrieben:Zen ist eine Geistschulung (wie der Buddhismus allgemein), ein "Werkzeug" mit dessen Hilfe man intuitive Einsichten fördern kann und dies durch unentwegte Praxis. Sie beinhaltet nichts und alles. Es muß nichts erreicht werden, da alles schon da ist.
Und warum dann der ganze Aufwand? Intuition ist genauso mit Irrtümern behaftet wie Rationales Denken. Darum geht es nicht. Es ist nichts anderes als der schnöde achtfache Pfad.
Takumi hat geschrieben:Advaita hat geschrieben:Es bleibt offen was die Praxis im Chan- Buddhismus beinhaltet bzw. an welcher Stelle es Abweichunge gibt.
Aber nur bei dir. Ich empfehle dir da mal "Geschichte des Zen-Buddhismus" von Heinrich Dumoulin
http://www.amazon.de/gp/product/3936018 ... ZW9M990530
Takumi hat geschrieben:Advaita hat geschrieben:Die Motivation dahinter ist nicht die, dass ich hier eine Mauer hochziehen möchte sondern die Beleuchtung der Ausprägungen zum besseren Verständnis. Die buddhistischen Lehren begrüßen es ja eher Mauern nieder zu reißen.![]()
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Wie wäre es denn einfach mal mit der Praxis selbst. Da gibt es nämlich sonst nichts.
Und nur daran erweist sich Ernsthaftigkeit.



Advaita hat geschrieben:Ich glaube dieses Urteilen ist nicht das Gleiche von dem Du sprichst. Es geht nicht um die kritische Betrachtung, sondern um das anhaftende Urteilen, welches den Geist blockiert. Das sogenannte "Wählerische" sagt mir nichts und davon war auch nicht die Rede.
Advaita hat geschrieben:Da wir verblendet sind und vom Leben träumen, in der Gestalt des vor- gestellten Ichs, aus dessen Augen wir auf -unsere- Welt blicken. Davon abzulassen, loslassen, dafür der ganze Aufwand um zu erkennen was wahrhaftig ist.
Die Aussage dass alles da ist, habe ich auch mit den daoistischen Lehren in Verbindung gebracht.
Advaita hat geschrieben:Der Preis ist ja nicht ohne.
Advaita hat geschrieben:Wer sagt dass ich das nicht schon tue?
Dennoch schadet es nicht, sich etwas von dem "fassbaren Wissen" anzueignen, was mein Bestreben ist. Danke für Deine Sichtweisen und Anregungen.
Dann lasse ich das jetzt mal sacken...
Advaita hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um mich auf die Selbst- Aufgabe einlassen zu können, da ich gerade wie an anderer Stelle schonmal geschrieben, in tiefenpsychologischer Behandlung bin und dadurch eher eine Selbst- bestätigung erfahre, da alle Aufmerksamkeit auf mich, meine Geschichte und die Gründe für mein So- Sein im Hier und Jetzt gerichtet ist. Die Aufdeckung der vielen Muster- emotional, gedanklich- verhaltensbezogen, die ich durch die Hilfe der Therapeutin und der gesteigerten Achtsamkeit durch Meditation bzw. die Beruhigung des Geistes, schon eher und sehr viel schärfer in den Fokus bekomme.
(...)
Ich bin also dabei das Selbst heraus zu feilen, welches sich hinter der Maske versteckt. Ein wichtiger Schritt für mich oder aus buddhistischer Sicht eigenltich "sinnlos"?
Von der Selbstbestätigung zur Selbstaufgabe?

Axel Benz hat geschrieben:Es ist keine gute Idee, wenn dir hier ein Laie Ratschläge gibt, wenn du dich in Behandlung befindest.

Advaita hat geschrieben:Ich weiß gar nicht, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist, um mich auf die Selbst- Aufgabe einlassen zu können, da ich gerade wie an anderer Stelle schonmal geschrieben, in tiefenpsychologischer Behandlung bin und dadurch eher eine Selbst- bestätigung erfahre, da alle Aufmerksamkeit auf mich, meine Geschichte und die Gründe für mein So- Sein im Hier und Jetzt gerichtet ist.
Muß Zen warten oder nicht?
Ist es hinderlich mit einem instabilem Selbst- bewusstsein in die Praxis (ich meine nicht die Meditations- und Achtsamkeitsschulung) zu gehen oder eher förderlich?
@ Takumi: Du "siehst" mich sprachlos. Ich weiß nicht, warum Du nichts mit anhaftendem Urteilen anfangen kannst, das ist aber auch nicht von Bedeutung. Jeder findet seinen Zugang. Ich werde nun wohl doch mal Mitglied in der Bibliothek in unserem Ort, die ich vor ein paar Tagen schonmal besichtigt habe.
Danke für Euer Wohlwollen!Takumi schrieb: Ich kenne niemanden, der ein stabiles Selbstbewusstsein hat. Aber es ist hilfreich, wenn man erst einmal durch eine Psychotherapie seine Neurose kennen lernt. Dann kann man mit der Selbsterkenntnis weiter machen und diese Selbsterforschung endet nie und macht dann irgendwann auch wirklich Freude.


Zorița Câmpeanu hat geschrieben:Takumi hat geschrieben:Wie wäre es denn einfach mal mit der Praxis selbst. Da gibt es nämlich sonst nichts.
warum dann ellenlange posts? und richtigstellungen (aus deiner sicht) ?
ab....nimm den besen in die hand![]()
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Advaita hat geschrieben:"Und doch muss man, um Nicht-Selbst erfahren zu können, erst einmal das Selbst vollständig kennen.
Wirklich kennen. Denn sofern wir nicht wissen, was dieses Selbst ist, dieses Selbst, das wir "Ich"
nennen, ist es unmöglich zu wissen, was es bedeutet, zu sagen "da gibt es kein Selbst". Um etwas
weggeben zu können, müssen wir es erst einmal vollständig in der Hand haben."
Meditation über Nicht-Selbst
von der ehrwürdigen Ayya Khema
Ich habe diese Zeilen vorhin gefunden und möchte sie hier festhalten, auch wenn es, wie einiges andere was ich hier geschrieben habe, nicht -direkt- mit Chan/ Zen- Buddhismus zu tun hat.
Takumi hat geschrieben:Advaita hat geschrieben:"Und doch muss man, um Nicht-Selbst erfahren zu können, erst einmal das Selbst vollständig kennen.
Wirklich kennen. Denn sofern wir nicht wissen, was dieses Selbst ist, dieses Selbst, das wir "Ich"
nennen, ist es unmöglich zu wissen, was es bedeutet, zu sagen "da gibt es kein Selbst". Um etwas
weggeben zu können, müssen wir es erst einmal vollständig in der Hand haben."
Meditation über Nicht-Selbst
von der ehrwürdigen Ayya Khema
Ich habe diese Zeilen vorhin gefunden und möchte sie hier festhalten, auch wenn es, wie einiges andere was ich hier geschrieben habe, nicht -direkt- mit Chan/ Zen- Buddhismus zu tun hat.
Das hat nichts mit Zen zu tun.
Verzeihung wenn ich etwas Theravada in die Zen- Ecke gebracht habe. Es ergab sich eben diese Verknüpfung zu meiner Frage bezüglich des Selbst, habe aber auch darauf hingewiesen dass es nicht direkt aber für mich schon indirekt mit Zen (hier könnte auch eine andere Richtung eingegeben werden) zu tun hat- auf meinem Weg!
Advaita hat geschrieben:Takumi hat geschrieben:Advaita hat geschrieben:"Und doch muss man, um Nicht-Selbst erfahren zu können, erst einmal das Selbst vollständig kennen.
Wirklich kennen. Denn sofern wir nicht wissen, was dieses Selbst ist, dieses Selbst, das wir "Ich"
nennen, ist es unmöglich zu wissen, was es bedeutet, zu sagen "da gibt es kein Selbst". Um etwas
weggeben zu können, müssen wir es erst einmal vollständig in der Hand haben."
Meditation über Nicht-Selbst
von der ehrwürdigen Ayya Khema
Ich habe diese Zeilen vorhin gefunden und möchte sie hier festhalten, auch wenn es, wie einiges andere was ich hier geschrieben habe, nicht -direkt- mit Chan/ Zen- Buddhismus zu tun hat.
Das hat nichts mit Zen zu tun.
Aber mit Buddhismus.Verzeihung wenn ich etwas Theravada in die Zen- Ecke gebracht habe. Es ergab sich eben diese Verknüpfung zu meiner Frage bezüglich des Selbst, habe aber auch darauf hingewiesen dass es nicht direkt aber für mich schon indirekt mit Zen (hier könnte auch eine andere Richtung eingegeben werden) zu tun hat- auf meinem Weg!
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