digha nikaya das net der ansichten

Theravada bedeutet wörtlich „Lehre der Ordens-Älteren“ und geht auf diejenigen Mönche zurück, die die Lehrreden noch direkt vom Buddha gehört haben, z. B. Ananda, Kassapa, Upali.

Moderator: thecap

digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon nova am 23.03.2010, 20:20

Ich verstehe
Digha Nikaya, "das Netz der Ansichten" nicht.
http://www.palikanon.com/digha/d01.htm
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon thecap am 24.03.2010, 10:39

Hi und willkommen Nova

Im Netz der Ansichten erklärt der Buddha spekulative Ansichten.

Spekulation über Vergangenheit, Zukunft, Ewigkeit oder Vernichtung des Selbst.

Das sind mögliche Verwicklungen und Extreme, die im menschlichten Geist entstehen können.

Vom menschlichen Geist werden sie "gestrickt" wie ein Netz.

Ein/-e Meditierende/-r kann sich in diesen Ansichten "verfangen".

Der Buddha erklärt deren Entstehen, Gefahr, Nutzen und Vergehen.

Da sie den Vorgang in der Regel verzögern, werden sie vom Meditierenden abgelegt.

Ist das einigermaßen verständlich?

:)
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon nova am 25.03.2010, 00:14

thecap hat geschrieben:Hi und willkommen Nova

Im Netz der Ansichten erklärt der Buddha spekulative Ansichten.

Spekulation über Vergangenheit, Zukunft, Ewigkeit oder Vernichtung des Selbst.

Das sind mögliche Verwicklungen und Extreme, die im menschlichten Geist entstehen können.

Vom menschlichen Geist werden sie "gestrickt" wie ein Netz.

Ein/-e Meditierende/-r kann sich in diesen Ansichten "verfangen".

Der Buddha erklärt deren Entstehen, Gefahr, Nutzen und Vergehen.

Da sie den Vorgang in der Regel verzögern, werden sie vom Meditierenden abgelegt.

Ist das einigermaßen verständlich?

:)


Verstehen sie :

Sobald aber, ihr Mönche, ein Mönch der sechs Sinnesgebiete Aufgang und Untergang, Labsal und Elend und Überwindung wirklich versteht, versteht er eben was über alle diese hinausreicht.

Wie kan mann sagen "verstehen" wenn es nicht begrundet ist auf die sechs Sinnesgebiete (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Ertasten, Denken) gestützt und gegründet wahrgenommen.

Wie kan mann sagen das etwas was nicht gestützt und gegründet wahrgenommen ist das dies dan keine spekulative Ansicht ist ?

(Entschuldigung für mein Deutsch,ich schreibe es nicht gut)
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon Kusala am 25.03.2010, 07:06

Wenn mit einem Objekt Kontakt entsteht....z. Bsp. sehen.......bewerten/benennen wir dieses Gesehene direkt mit unseren Konzepten. Diese Konzepte beruhen auf Erfahrung, Gelerntem, Kultur, Sprache, Mentalität usw. Wir bauen event. Geschichten drumherum...............denken.

Beispiel hören: Wir hören Tatü-Tata und denken event. da fährt ein Feuerwehrauto vorbei..............ob es irgendwo brennt?....hoffentlich sind keine Menschen verletzt, hoffentlich passiert mir so etwas nie usw.
Alles Spekulationen, Weitschweifigkeiten (papañca).

Lassen wir die ganzen Konzepte aber weg, können wir sehen wie die Dinge denn wirklich sind. Das bedarf aber der Übung (Meditation).

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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon Norbert am 25.03.2010, 08:01

<<Wie kan mann sagen das etwas was nicht gestützt und gegründet wahrgenommen ist das dies dan keine spekulative Ansicht ist ? >>

Durch Augsinn(/Ohr-Nasen-/Zungen-/Körper-/Geistsinn) und Formen (/Töne,Düfte Säfte,Tastungen, geistigeDinge) bedingt geht Augsinn-Bewusstseinsablauf (/Ohr-Nasen-/Zungen-/Körper-/Geistsin- Bewusstseinablauf) auf.

Diese Bewusstseinsabläufe können mit gespeicherten Programmen verglichen werden die uns zu größerem Wohl führen. Da jeder bestimmte Vorlieben und Abneigungen hat, sehen diese Bewusstseinsableäufe bei jedem mehr oder weniger verschieden aus.

Der drei Zusammentreffen ist Berührung.

Durch Berührung bedingt ist Gefühl.


Jeder fühlt daher mehr oder weniger verschiedenes

Was man fühlt, nimmt man war.

Hier wird der wahrgenommene Gegenstand (Ton, Geruch...) und das Gefühl entsprechend der programmierten Neigung zu dem bereits vorhanden ins Gedächnis eneingetragen. Dies kann je nach der augenblicklichen Erfahrung zu einer Verstärkung bzw. Abschwächung der Neigung führen oder sie bleibt unverändert.

An diesem Punkt wird die Wahrnehmung gestützt und begründet durch unsere momentanen persönlichen Ansichten in den Geist eingetragen - und dies führt zu spekulativen Ansichten.

Was man wahrnimmt, das denkt man.

... spekulativ ...

- M 18 erklärt diesen Vorgang ganz gut

Liebe Grüße

Norbert
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon nova am 28.03.2010, 22:03

das Sichanklammern an das verblendete Denken über das Ich und die Welt

gegenuber

der Wirklichkeit gemäße Hellblick (yathābhūta-ñānadassana)
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon simplexify am 18.07.2010, 10:14

Habe gestern zum ersten Mal das "Netz der Ansichten" gelesen. Bei folgender Textstelle musste ich unweigerlich ans Christentum denken:
# „Es kommt wohl, ihr Mönche, eine Zeit vor, wo sich da hin und wieder, im Verlaufe langer Wandlungen, diese Welt auseinanderballt. Wann die Welt sich auseinanderballt, kommt ein öder Brahmahimmel zum Vorschein. Aber eines der Wesen, aus Mangel an Kraft oder Mangel an Güte (oder indem das durch gute Taten angehäufte Karma verbraucht ist. [WG]) dem Reigen der Leuchtenden entschwunden, sinkt in den öden Brahmahimmel herab. Auch das ist noch geistförmig, genießt Wonne, kreist selbstleuchtend im Raume, besteht in Schönheit, lange Wandlungen dauert es durch.
# „Nach einsam dort lange verlebter Frist erhebt Unbehagen und Unruhe sich in ihm: 'O daß doch andere Wesen noch hier erschienen!' Und andere der Wesen noch, aus Mangel an Kraft oder Mangel an Güte dem Reigen der Leuchtenden entschwunden, sinken in den Brahmahimmel herab, gesellen sich jenem Wesen zu. Auch diese sind noch geistförmig, genießen Wonne, kreisen selbstleuchtend im Raume, bestehn in Schönheit, lange Wandlungen dauern sie durch. [2]
# „Da ist, ihr Mönche, jenem Wesen, das zuerst herabgesunken war, also zumute worden: „ich bin Brahma, der große Brahma, der Übermächtige, der Unübermächtigte, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird: von mir sind diese Wesen erschaffen. Und woher weiß ich das? Ich habe ja vordem gewünscht 'O daß doch andere Wesen noch hier erschienen': das war mein geistiges Begehren, und diese Wesen sind hier erschienen.' Die Wesen aber, die da später herabgesunken sind, auch diese vermeinen dann: 'Das ist der liebe Brahma, der große Brahma, der Übermächtige, der Unübermächtige, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird: von ihm, dem lieben Brahma, sind wir erschaffen. Und woher wissen wir das? Ihn haben wir ja hier schon früher da gesehn, wir aber sind erst später hinzugekommen.'

# „Nun hat, ihr Mönche, das Wesen, das zuerst herabgesunken ist, eine längere Lebensdauer, eine höhere Anmut, eine größere Macht; während die Wesen, die später nachgekommen sind, geringere Lebensdauer, geringere Anmut, geringere Macht haben. Es mag aber wohl, ihr Mönche, geschehn, daß eines der Wesen diesem Reich entschwindet und hienieden Dasein erlangt. Hienieden zu Dasein gelangt wird ihm das Haus zuwider, als Pilger zieht er von dannen. Ohne Haus und Heim hat er als Pilger in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Übung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo er innig im Herzen seiner früheren Daseinsform sich erinnert, darüber hinaus aber nicht sich erinnert. Der sagt sich nun: 'Er, der der liebe Brahma ist, der große Brahma, der Übermächtige, der Unübermächtigte, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird, von dem wir, dem lieben Brahma, erschaffen sind: er ist unvergänglich, beständig, ewig, unwandelbar, ewig gleich wird er immer so bleiben; während wir, die wir von ihm, dem lieben Brahma, erschaffen wurden, vergänglich sind, unbeständig, kurzlebig, sterben müssen, hienieden zur Welt gekommen.' - Das ist, ihr Mönche, der erste Standort, auf den sich da manche Asketen und Priester gründen und stützen und teils Ewigkeit, teils Zeitlichkeit behaupten, Seele und Welt als teils ewig, teils zeitlich auslegen.


Mein Frage: meint ihr, dass man das man Brahma mit dem christlichen Gott in Verbindung bringen kann oder wäre das viel zu weit hergeholt?
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon accinca am 18.07.2010, 10:49

simplexify hat geschrieben:Mein Frage: meint ihr, dass man das man Brahma mit dem christlichen Gott in Verbindung bringen kann oder wäre das viel zu weit hergeholt?

Natürlich und ist auch allgemein bekannt. Jedenfalls unter Buddhisten die die Lehre kennen.
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon sumedha am 18.07.2010, 13:28

accinca hat geschrieben:Natürlich und ist auch allgemein bekannt. Jedenfalls unter Buddhisten die die Lehre kennen.

bei dieser antwort ist es mir unmöglich mich zu "bemühen" ....aaaber das bild ist kleiner :mrgreen:

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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon accinca am 18.07.2010, 16:55

sumedha hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Natürlich und ist auch allgemein bekannt. Jedenfalls unter Buddhisten die die Lehre kennen.

bei dieser antwort ist es mir unmöglich mich zu "bemühen" ....aaaber das bild ist kleiner :mrgreen:

Bild

Quelle: gsd.gs.funpic.org


Na, dann ist ja alles in Ordnung. :)
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon Chandan am 19.07.2010, 12:24

Soviel ich weiß ist Brahma eine Manifestation des Göttlichen/Höchsten aber nicht das Göttliche/Höchste selbst, sondern Bestandteil der Trimurti, der hinduistischen Dreifaltigkeit, ähnlich der christlichen Version. Ich glaube man Brahma eher mit Jesus gleichsetzen als mit Gott, eigentlich schwebt er irgendwo in der Mitte. Aber nehmen wir mal an Jesus wäre zum Buddhismus übergetreten, so wie Brahma. :D
Reichtum schadet den Gierigen, nicht aber jenen, die nach Nirvana streben.
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon Helmut9 am 19.07.2010, 14:19

Kusala hat geschrieben:Wenn mit einem Objekt Kontakt entsteht....z. Bsp. sehen.......bewerten/benennen wir dieses Gesehene direkt mit unseren Konzepten. Diese Konzepte beruhen auf Erfahrung, Gelerntem, Kultur, Sprache, Mentalität usw. Wir bauen event. Geschichten drumherum...............denken.

Beispiel hören: Wir hören Tatü-Tata und denken event. da fährt ein Feuerwehrauto vorbei..............ob es irgendwo brennt?....hoffentlich sind keine Menschen verletzt, hoffentlich passiert mir so etwas nie usw.
Alles Spekulationen, Weitschweifigkeiten (papañca).

Lassen wir die ganzen Konzepte aber weg, können wir sehen wie die Dinge denn wirklich sind. Das bedarf aber der Übung (Meditation).

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Gedanken abschneiden! Ist das Tatü-Tata auf mich gerichtet oder in meine direkte Umgebung, wenn nein ist es nur ein Tatü- Tata. Ist es auf mich gerichtet werde ich mich freuen es zu hören.
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon accinca am 19.07.2010, 18:24

Chandan hat geschrieben:Soviel ich weiß ist Brahma eine Manifestation des Göttlichen/Höchsten aber nicht das Göttliche/Höchste selbst, sondern Bestandteil der Trimurti, der hinduistischen Dreifaltigkeit, ähnlich der christlichen Version. Ich glaube man Brahma eher mit Jesus gleichsetzen als mit Gott, eigentlich schwebt er irgendwo in der Mitte. Aber nehmen wir mal an Jesus wäre zum Buddhismus übergetreten, so wie Brahma. :D

Ich glaub es aber nicht!
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Re: digha nikaya das net der ansichten

Beitragvon void am 23.07.2010, 14:54

nova hat geschrieben:Sobald aber, ihr Mönche, ein Mönch der sechs Sinnesgebiete Aufgang und Untergang, Labsal und Elend und Überwindung wirklich versteht, versteht er eben was über alle diese hinausreicht.

Wie kan mann sagen "verstehen" wenn es nicht begrundet ist auf die sechs Sinnesgebiete (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Ertasten, Denken) gestützt und gegründet wahrgenommen.

Wie kan mann sagen das etwas was nicht gestützt und gegründet wahrgenommen ist das dies dan keine spekulative Ansicht ist ?

(Entschuldigung für mein Deutsch,ich schreibe es nicht gut)


Ich glaube, es hat etwas damit zu tun, wie entfernt etwas ist.

So kann ein Brassilianer etwas über Schnee wissen, dieses wissen ist aber , wenn er Schnee noch nie selbst erfahren hat, etwas Theretisches aus zweiter Hand.

Dann kann man etwas auch nicht nur aus der Entfernung kenne sondern aus direkter, sinnlicher Erfahrung. Wenn man ein Profiskifahrer über Schnee fargt, kann der die alles über die Fahreigenschaften erzählen.

Der Buddha ist da jenseits von Wahrnehmung noch weiter nach Innen gegangen. Seine Verwurzelung ist also nicht weniger tief als bei sinnlicher Erfahrung sondern noch unmittelbarer. Als fragt man einen Schneemann über Schnee.
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