Ich verstehe
Digha Nikaya, "das Netz der Ansichten" nicht.
http://www.palikanon.com/digha/d01.htm
Moderator: thecap

thecap hat geschrieben:Hi und willkommen Nova
Im Netz der Ansichten erklärt der Buddha spekulative Ansichten.
Spekulation über Vergangenheit, Zukunft, Ewigkeit oder Vernichtung des Selbst.
Das sind mögliche Verwicklungen und Extreme, die im menschlichten Geist entstehen können.
Vom menschlichen Geist werden sie "gestrickt" wie ein Netz.
Ein/-e Meditierende/-r kann sich in diesen Ansichten "verfangen".
Der Buddha erklärt deren Entstehen, Gefahr, Nutzen und Vergehen.
Da sie den Vorgang in der Regel verzögern, werden sie vom Meditierenden abgelegt.
Ist das einigermaßen verständlich?



# „Es kommt wohl, ihr Mönche, eine Zeit vor, wo sich da hin und wieder, im Verlaufe langer Wandlungen, diese Welt auseinanderballt. Wann die Welt sich auseinanderballt, kommt ein öder Brahmahimmel zum Vorschein. Aber eines der Wesen, aus Mangel an Kraft oder Mangel an Güte (oder indem das durch gute Taten angehäufte Karma verbraucht ist. [WG]) dem Reigen der Leuchtenden entschwunden, sinkt in den öden Brahmahimmel herab. Auch das ist noch geistförmig, genießt Wonne, kreist selbstleuchtend im Raume, besteht in Schönheit, lange Wandlungen dauert es durch.
# „Nach einsam dort lange verlebter Frist erhebt Unbehagen und Unruhe sich in ihm: 'O daß doch andere Wesen noch hier erschienen!' Und andere der Wesen noch, aus Mangel an Kraft oder Mangel an Güte dem Reigen der Leuchtenden entschwunden, sinken in den Brahmahimmel herab, gesellen sich jenem Wesen zu. Auch diese sind noch geistförmig, genießen Wonne, kreisen selbstleuchtend im Raume, bestehn in Schönheit, lange Wandlungen dauern sie durch. [2]
# „Da ist, ihr Mönche, jenem Wesen, das zuerst herabgesunken war, also zumute worden: „ich bin Brahma, der große Brahma, der Übermächtige, der Unübermächtigte, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird: von mir sind diese Wesen erschaffen. Und woher weiß ich das? Ich habe ja vordem gewünscht 'O daß doch andere Wesen noch hier erschienen': das war mein geistiges Begehren, und diese Wesen sind hier erschienen.' Die Wesen aber, die da später herabgesunken sind, auch diese vermeinen dann: 'Das ist der liebe Brahma, der große Brahma, der Übermächtige, der Unübermächtige, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird: von ihm, dem lieben Brahma, sind wir erschaffen. Und woher wissen wir das? Ihn haben wir ja hier schon früher da gesehn, wir aber sind erst später hinzugekommen.'
# „Nun hat, ihr Mönche, das Wesen, das zuerst herabgesunken ist, eine längere Lebensdauer, eine höhere Anmut, eine größere Macht; während die Wesen, die später nachgekommen sind, geringere Lebensdauer, geringere Anmut, geringere Macht haben. Es mag aber wohl, ihr Mönche, geschehn, daß eines der Wesen diesem Reich entschwindet und hienieden Dasein erlangt. Hienieden zu Dasein gelangt wird ihm das Haus zuwider, als Pilger zieht er von dannen. Ohne Haus und Heim hat er als Pilger in heißer Buße, in stetem Kampfe, in ernster Übung, in unermüdlichem Eifer, in tiefer Bedachtsamkeit eine geistige Einigung errungen, wo er innig im Herzen seiner früheren Daseinsform sich erinnert, darüber hinaus aber nicht sich erinnert. Der sagt sich nun: 'Er, der der liebe Brahma ist, der große Brahma, der Übermächtige, der Unübermächtigte, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird, von dem wir, dem lieben Brahma, erschaffen sind: er ist unvergänglich, beständig, ewig, unwandelbar, ewig gleich wird er immer so bleiben; während wir, die wir von ihm, dem lieben Brahma, erschaffen wurden, vergänglich sind, unbeständig, kurzlebig, sterben müssen, hienieden zur Welt gekommen.' - Das ist, ihr Mönche, der erste Standort, auf den sich da manche Asketen und Priester gründen und stützen und teils Ewigkeit, teils Zeitlichkeit behaupten, Seele und Welt als teils ewig, teils zeitlich auslegen.

simplexify hat geschrieben:Mein Frage: meint ihr, dass man das man Brahma mit dem christlichen Gott in Verbindung bringen kann oder wäre das viel zu weit hergeholt?

accinca hat geschrieben:Natürlich und ist auch allgemein bekannt. Jedenfalls unter Buddhisten die die Lehre kennen.


sumedha hat geschrieben:accinca hat geschrieben:Natürlich und ist auch allgemein bekannt. Jedenfalls unter Buddhisten die die Lehre kennen.
bei dieser antwort ist es mir unmöglich mich zu "bemühen" ....aaaber das bild ist kleiner![]()
Quelle: gsd.gs.funpic.org





Kusala hat geschrieben:Wenn mit einem Objekt Kontakt entsteht....z. Bsp. sehen.......bewerten/benennen wir dieses Gesehene direkt mit unseren Konzepten. Diese Konzepte beruhen auf Erfahrung, Gelerntem, Kultur, Sprache, Mentalität usw. Wir bauen event. Geschichten drumherum...............denken.
Beispiel hören: Wir hören Tatü-Tata und denken event. da fährt ein Feuerwehrauto vorbei..............ob es irgendwo brennt?....hoffentlich sind keine Menschen verletzt, hoffentlich passiert mir so etwas nie usw.
Alles Spekulationen, Weitschweifigkeiten (papañca).
Lassen wir die ganzen Konzepte aber weg, können wir sehen wie die Dinge denn wirklich sind. Das bedarf aber der Übung (Meditation).
Mit Metta
Ingrid

Chandan hat geschrieben:Soviel ich weiß ist Brahma eine Manifestation des Göttlichen/Höchsten aber nicht das Göttliche/Höchste selbst, sondern Bestandteil der Trimurti, der hinduistischen Dreifaltigkeit, ähnlich der christlichen Version. Ich glaube man Brahma eher mit Jesus gleichsetzen als mit Gott, eigentlich schwebt er irgendwo in der Mitte. Aber nehmen wir mal an Jesus wäre zum Buddhismus übergetreten, so wie Brahma.

nova hat geschrieben:Sobald aber, ihr Mönche, ein Mönch der sechs Sinnesgebiete Aufgang und Untergang, Labsal und Elend und Überwindung wirklich versteht, versteht er eben was über alle diese hinausreicht.
Wie kan mann sagen "verstehen" wenn es nicht begrundet ist auf die sechs Sinnesgebiete (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Ertasten, Denken) gestützt und gegründet wahrgenommen.
Wie kan mann sagen das etwas was nicht gestützt und gegründet wahrgenommen ist das dies dan keine spekulative Ansicht ist ?
(Entschuldigung für mein Deutsch,ich schreibe es nicht gut)
