Buddhismus missverstehen.

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon hedin am 29.07.2010, 21:08

der achtfache rechte Pfad ist es, der uns Glück und Zufriedenheit bringt, und zwar "Jetzt"....nicht dahin.....wo ist das ?

Dudjom hat geschrieben:Das liest sich wie "ich will alles und zwar sofort"


Man kann das lesen wie einem gerade ist.

Ich strebe Glück und Zufriedenheit im "Alltag" an.....das ist "alles"

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon odysseus05 am 30.07.2010, 22:33

accinca hat geschrieben:Und warum soll es deiner Meinung nach keinen Weg zum Glück geben?
Der Buddha sprach ja von höchsten Glück wenn alles Leiden überwunden ist.
Und der achtfache rechte Pfad macht doch nur Sinn wenn er auch dahin führt oder nicht?


Ein Ziel mag wichtig sein,
aber es kann durch Anhaften zum Hindernis werden,
wenn man zu sehr irgendeiner Zukunft nachhängt,
wenn man vor lauter Ziel den Weg dorthin vergisst,
und dieser Weg ist achtsam Schritt für Schritt,
Atemzug um Atemzug.

Und gerade die Achtsamkeit schenkt glückliche Momente en masse,
ohne dass man sie anstreben muss.

In einer meditativen Jhana empfinde ich Glück.
Ich hafte aber nicht daran und lasse es los,
um für tiefere Wahrheiten offen zu sein.
Würde ich immer wieder dieses Glück anstreben,
so würde es mir zum Hindernis werden und ich komme nicht weiter.

Der edle achtfache Pfad mag höchstes Glück schenken,
dies ist jedoch nicht mein ZIel, sondern nur eine "Begleiterscheinung",
an der man nicht zu sehr haften sollte.

Viele Grüße

Stefan
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon accinca am 31.07.2010, 00:44

odysseus05 hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Und warum soll es deiner Meinung nach keinen Weg zum Glück geben?
Der Buddha sprach ja von höchsten Glück wenn alles Leiden überwunden ist.
Und der achtfache rechte Pfad macht doch nur Sinn wenn er auch dahin führt oder nicht?


Ein Ziel mag wichtig sein, aber es kann durch Anhaften zum Hindernis werden,
wenn man zu sehr irgendeiner Zukunft nachhängt, wenn man vor lauter Ziel
den Weg dorthin vergisst, und dieser Weg ist achtsam Schritt für Schritt,
Atemzug um Atemzug.

Sicherlich ist da was dran, aber irgendwie erscheint es auch etwas einseitig und überzogen intellektuell.
Wer hat denn was davon gesagt man solle irgendeiner Zukunft nachhängen?
Davon hatte ich nie geredet. Auch geht es nicht um *irgend* "ein Ziel das wichtig sein mag."
Der Weg, der einzig und alleine zum völligen aufgeben des Anhaften führt bzw. zun völligen Erlöschen
des Leides, wie sollte der durch Anhaften zum Hindernis werden? Ist es doch der Weg zum Aufgeben des Anhaftens.

odysseus05 hat geschrieben:Und gerade die Achtsamkeit schenkt glückliche Momente en masse,
ohne dass man sie anstreben muss. In einer meditativen Jhana empfinde ich Glück.
Ich hafte aber nicht daran und lasse es los, um für tiefere Wahrheiten offen zu sein.

Achtsamkeit ohne Anstrengung ist eine tolle Sache, wenn es diese nur ohne Anstrengung geben würde.
Je stärker das Begehren und Nichtwissen ist, je weniger wird das wohl möglich sein.

odysseus05 hat geschrieben:Würde ich immer wieder dieses Glück anstreben, so würde es mir zum Hindernis werden
und ich komme nicht weiter. Der edle achtfache Pfad mag höchstes Glück schenken,
dies ist jedoch nicht mein Ziel, sondern nur eine "Begleiterscheinung", an der man nicht
zu sehr haften sollte.

Ich hatte hier nicht behauptet, der Pfad sei das Ziel. Das Glück der endgültigen Leidüberwindung
aber schon und das kann auch nicht zum Hindernis werden wie von dir befürchtet. Und Haften kann
man daran auch nicht, denn in der Befreiung vom Haften liegt es ja gerade und die Befreiung vom
Haften ist auch das Ziel des rechten achtfachen Pfades. Du aber redet von etwas anderem, von etwas
das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann.
"Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!
Kommt zum Zen, oder zum Christentum da könnt ihr an dieser bösen viel zu verlockende Lehre des
Buddha nicht Anhaften. Die ganze Lehre wird euch verlocken und zum Anhaften führen. Den Verlockungen
dieser Lehre ist schwer zu entkommen!!!" usw. usw. - erst nehmen kann man solche oder ähnlich ängstlich
verwirrte Parolen aber nicht. Die Leidüberwindung hat der Buddha als höchstes Glück gelehrt und dieses
Glück kann dir nicht zum Hindernis werden. Das ist unmöglich! -
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon odysseus05 am 01.08.2010, 01:06

accinca hat geschrieben:Ich hatte hier nicht behauptet, der Pfad sei das Ziel. Das Glück der endgültigen Leidüberwindung
aber schon und das kann auch nicht zum Hindernis werden wie von dir befürchtet.


So wie Du es schreibst, erwartest Du halt dieses Glück der endgültigen Leidüberwindung,
es ist ein Ziel.

Ich erwarte dieses Glück nicht, ich schau einfach selbst was passiert,
wenn ich den edlen achtfachen Pfad gehe.
Ich halte mich daran was jetzt gerade wichtig ist.

Was am Ende des Pfades passiert,
ist für mich erst dann relevant,
wenn es soweit ist.

accinca hat geschrieben:Du aber redet von etwas anderem, von etwas
das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann.
"Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!
Kommt zum Zen, oder zum Christentum da könnt ihr an dieser bösen viel zu verlockende Lehre des
Buddha nicht Anhaften. Die ganze Lehre wird euch verlocken und zum Anhaften führen. Den Verlockungen
dieser Lehre ist schwer zu entkommen!!!" usw. usw. - erst nehmen kann man solche oder ähnlich ängstlich
verwirrte Parolen aber nicht. Die Leidüberwindung hat der Buddha als höchstes Glück gelehrt und dieses
Glück kann dir nicht zum Hindernis werden. Das ist unmöglich! -



Diese Gedankengänge kann ich leider nicht nachvollziehen.
Welche Aversion treibt Dich gerade?

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon Dudjom am 01.08.2010, 06:05

odysseus05 hat geschrieben:Was am Ende des Pfades passiert,
ist für mich erst dann relevant,
wenn es soweit ist.


Das ist nicht gut. Denn wenn der Pfad nicht von Anfang an ein Ziel hat, dann ist er ein beliebiger Pfad und führt "irgendwo" hin. Der Buddha lehrt aber einen Pfad der zur Befreiung führt. "Befreiung" aber meint "Befreiung von Dukkha".

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon hedin am 01.08.2010, 09:12

Dudjom hat geschrieben:
Das ist nicht gut. Denn wenn der Pfad nicht von Anfang an ein Ziel hat, dann ist er ein beliebiger Pfad und führt "irgendwo" hin. Der Buddha lehrt aber einen Pfad der zur Befreiung führt. "Befreiung" aber meint "Befreiung von Dukkha".


Da gibt es noch die zwei Wahrheiten.

Das Leben findet auf der Ebene der "relativen Wirklichkeit" statt und hier gilt es den 8 fachen Pfad zu praktizieren.

Erst wenn Befreiung sämtlicher Hindernisse (Karma) auf der Ebene der relativen Wirklichkeit erreicht wurde, hat der Weg zur "letztendlichen Wirklichkeit" zum Ziel geführt, nämlich zur Erleuchtung.

Bleiben wir also zunächst bei der Ebene der relativen Wirklichkeit, das gibt es gemäß des bedingten Entstehens und Vergehens noch viel zu tun.

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon accinca am 01.08.2010, 13:15

odysseus05 hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Ich hatte hier nicht behauptet, der Pfad sei das Ziel. Das Glück der endgültigen Leidüberwindung
aber schon und das kann auch nicht zum Hindernis werden wie von dir befürchtet.

So wie Du es schreibst, erwartest Du halt dieses Glück der endgültigen Leidüberwindung,
es ist ein Ziel. Ich erwarte dieses Glück nicht, ich schau einfach selbst was passiert,
wenn ich den edlen achtfachen Pfad gehe. Ich halte mich daran was jetzt gerade wichtig ist.
Was am Ende des Pfades passiert, ist für mich erst dann relevant, wenn es soweit ist.


Das ist richtig, ein Ziel ist es, das Ziel das der Buddha lehrte und du kannst ja machen was
immer du willst. Ich redete über die Lehre die der Buddha lehrte und nicht über dein persönliches
Verhalten und in der Lehre des Buddha ist Nibbana das Ziel des Pfades.

accinca hat geschrieben:Du aber redet von etwas anderem, von etwas
das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann.
"Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!
Kommt zum Zen, oder zum Christentum da könnt ihr an dieser bösen viel zu verlockende Lehre des
Buddha nicht Anhaften. Die ganze Lehre wird euch verlocken und zum Anhaften führen. Den Verlockungen
dieser Lehre ist schwer zu entkommen!!!" usw. usw. - erst nehmen kann man solche oder ähnlich ängstlich
verwirrte Parolen aber nicht. Die Leidüberwindung hat der Buddha als höchstes Glück gelehrt und dieses
Glück kann dir nicht zum Hindernis werden. Das ist unmöglich! -

odysseus05 hat geschrieben:Diese Gedankengänge kann ich leider nicht nachvollziehen.
Welche Aversion treibt Dich gerade?

Mit Aversion hat das nichts zu tun. Ich versuche nur deine Argumentation zu verstehen und
daraus die Konsequenzen zu ziehen. Konsequenzen die sich zwar daraus ergeben, aber nicht
unbedingt benannt werden. Das ist eine Frage der Logik und nicht der Aversion denn natürlich
räume ich ein, das die Lehre auch eine gewisse Verlockung sein kann. Ich sage mal über das Ziel:
Wer sich vom höchsten verlocken läßt, dem wird höchstes zuteil werden.
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon odysseus05 am 01.08.2010, 13:41

Dudjom hat geschrieben:
odysseus05 hat geschrieben:Was am Ende des Pfades passiert,
ist für mich erst dann relevant,
wenn es soweit ist.


Das ist nicht gut. Denn wenn der Pfad nicht von Anfang an ein Ziel hat, dann ist er ein beliebiger Pfad und führt "irgendwo" hin. Der Buddha lehrt aber einen Pfad der zur Befreiung führt. "Befreiung" aber meint "Befreiung von Dukkha".

LG


Hallo,

wir wissen doch wohin der Pfad führt.
Und wer sich an den edlen achtfachen Pfad hält, so wie es von Buddha gelehrt wurde,
der wird auch ankommen, ob er nun täglich erneut sein Ziel fixiert oder nicht.

Es geht mir bei meinen Argumenten darum, dass ein Ziel durchaus Berechtigung hat,
dass man es aber bei der täglichen Achtsamkeitspraxis nicht überbewerten sollte.

Es mag gut sein, dass man sieht wohin man geht.
Man kann aber nur ankommen, wenn man die Schritte dorthin achtsam wählt,
die Konzentration auf seine Schritte lenkt.
Wer nur sein Ziel starr im Blick hat, der wird auf dem Weg dorthin u. U. stolpern.

Ähnlich wie beim Autofahren setze ich mir einmalig ein Ziel,
auf der Fahrt selbst konzentriere ich mich auf die Strecke selbst
und nicht auf das Ziel, das irgendwo in der Zukunft liegt.
Bisher bin ich sehr gut damit gefahren :)

So sehe ich das halt.
Aber so müssen es Andere nicht sehen.

Viele Grüße

Stefan
Zuletzt geändert von odysseus05 am 01.08.2010, 14:23, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon odysseus05 am 01.08.2010, 14:18

accinca hat geschrieben:Du aber redet von etwas anderem, von etwas
das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann.
"Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!
Kommt zum Zen, oder zum Christentum da könnt ihr an dieser bösen viel zu verlockende Lehre des
Buddha nicht Anhaften. Die ganze Lehre wird euch verlocken und zum Anhaften führen. Den Verlockungen
dieser Lehre ist schwer zu entkommen!!!" usw. usw. - erst nehmen kann man solche oder ähnlich ängstlich
verwirrte Parolen aber nicht. Die Leidüberwindung hat der Buddha als höchstes Glück gelehrt und dieses
Glück kann dir nicht zum Hindernis werden. Das ist unmöglich! -


odysseus05 hat geschrieben:Diese Gedankengänge kann ich leider nicht nachvollziehen.
Welche Aversion treibt Dich gerade?


accinca hat geschrieben:Mit Aversion hat das nichts zu tun. Ich versuche nur deine Argumentation zu verstehen und
daraus die Konsequenzen zu ziehen. Konsequenzen die sich zwar daraus ergeben, aber nicht
unbedingt benannt werden. Das ist eine Frage der Logik und nicht der Aversion denn natürlich
räume ich ein, das die Lehre auch eine gewisse Verlockung sein kann. Ich sage mal über das Ziel:
Wer sich vom höchsten verlocken läßt, dem wird höchstes zuteil werden.


Hallo,

ich bin ein äußerst logischer Mensch.
Aber ich würde nicht auf die Idee kommen Obiges zu schreiben.

Die sukzessive Überwindung des Leidens mag glückliche Momente bescheren.
Aber auch diese Momente kommen und sie gehen.

"Du aber redet von etwas anderem, von etwas das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann. "Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!"

Wo sollte ich dies geschrieben haben?

Ich habe nur erkannt, dass das Phänomen des Anhaftens stärker unser Leben prägt als Viele denken.
Aber dieses Anhaften kann meiner Meinung nach zum Hindernis werden,
ganz so wie in der Meditation.

In einer Vertiefung ließ ich nach und nach Alles los.
Die Meditation offenbarte die Freiheit die jenseits allem Anhaften steckt
auf einer äußerst subtilen Weise.

Ich verurteile das Anhaften nicht.
Es gehört zum Leben dazu wie der Widerstand.

Es mag wunderbar sein, dieses Glücksgefühl bei der Überwindung des Leidens.
Ich werde es gern willkommen heißen, wenn es soweit ist.
Aber dieser Zustand ist nicht jetzt.
Jetzt erforsche, studiere ich das Leiden, um es nach und nach loslassen zu können,
eben so wie es Buddha lehrte und jage nicht dem Glücksgefühl hinterher.

Der Weg ist nicht ein Schritt bis ins Ziel, sondern viele ganz kleine.
Jeder von diesen Schritten ist es wert achtsam zu gehen.

Viele Grüße

Stefan
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon accinca am 01.08.2010, 15:54

odysseus05 hat geschrieben:Hallo, ich bin ein äußerst logischer Mensch.
Aber ich würde nicht auf die Idee kommen Obiges zu schreiben.
Die sukzessive Überwindung des Leidens mag glückliche Momente bescheren.
Aber auch diese Momente kommen und sie gehen.

Wir sprachen aber vom Ziel der Leidbefreiung und nicht von "sukzessive".

odysseus05 hat geschrieben:
"Du aber redet von etwas anderem, von etwas das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann. "Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!"

Wo sollte ich dies geschrieben haben?


Hast du nicht geschrieben:
"Würde ich immer wieder dieses Glück anstreben, so würde es mir zum Hindernis werden
und ich komme nicht weiter. Der edle achtfache Pfad mag höchstes Glück schenken,
dies ist jedoch nicht mein Ziel, sondern nur eine "Begleiterscheinung", an der man nicht
zu sehr haften sollte."


odysseus05 hat geschrieben:Ich habe nur erkannt, dass das Phänomen des Anhaftens stärker unser Leben prägt als Viele denken.

Darin stimmen wir überein.

odysseus05 hat geschrieben:Aber dieses Anhaften kann meiner Meinung nach zum Hindernis werden, ganz so wie in der Meditation.

Wenn du Angst hast vor der Meditation wegen dem angeblichen Anhaften dann lass es doch.
Kein Mensch zwingt dich zur Meditation!

odysseus05 hat geschrieben:Ich verurteile das Anhaften nicht. Es gehört zum Leben dazu wie der Widerstand.

hörte sich aber so an. - und zurecht, denn vom Anhaften lehrte der Buddha sich durch den
achtfachen Heilspfad zu lösen.

odysseus05 hat geschrieben:Es mag wunderbar sein, dieses Glücksgefühl bei der Überwindung des Leidens.
Ich werde es gern willkommen heißen, wenn es soweit ist. Aber dieser Zustand ist nicht jetzt.
Jetzt erforsche, studiere ich das Leiden, um es nach und nach loslassen zu können,
eben so wie es Buddha lehrte und jage nicht dem Glücksgefühl hinterher.
Der Weg ist nicht ein Schritt bis ins Ziel, sondern viele ganz kleine.
Jeder von diesen Schritten ist es wert achtsam zu gehen.

Mit dem Glücksgefühl ist das so eine Sache. Es gibt Glücksgefühle
die sind zu pflegen und auszubilden, andere wieder sind zu widerstehen.
Ich wünsche dir viel Erfolg.
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon odysseus05 am 01.08.2010, 17:00

Hallo,

accinca hat geschrieben:"Du aber redet von etwas anderem, von etwas das man nicht trauen kann weil es im Leiden festhält. Etwas gefährlichen an dem man anhaften kann. "Achtung bloß nicht mit der Lehre des Buddha befassen, da könnte man Anhaften!!"


accinca hat geschrieben:Hast du nicht geschrieben:
"Würde ich immer wieder dieses Glück anstreben, so würde es mir zum Hindernis werden
und ich komme nicht weiter. Der edle achtfache Pfad mag höchstes Glück schenken,
dies ist jedoch nicht mein Ziel, sondern nur eine "Begleiterscheinung", an der man nicht
zu sehr haften sollte."


Deine Interpretation auf meine Sätze wundern mich.
Vielleicht nimmt das Thema "Anhaften" einen wichtigen Stellenwert bei mir ein.
Vielleicht ist es auch so, dass ich erlebt habe, dass es noch etwas "hinter" dem Glück gibt.

odysseus05 hat geschrieben:Aber dieses Anhaften kann meiner Meinung nach zum Hindernis werden, ganz so wie in der Meditation.


accinca hat geschrieben:Wenn du Angst hast vor der Meditation wegen dem angeblichen Anhaften dann lass es doch.
Kein Mensch zwingt dich zur Meditation!


Wie kommst Du darauf, dass ich Angst habe?
Es ist nur so, dass es durchaus Glücksmomente in der Meditation gibt.
Ich verweile kurz in ihnen, gehe aber mit Gleichmut weiter.
Das hat nichts mit Angst zu tun.
Das ist der Weg durch die Jhanas.

odysseus05 hat geschrieben:Es mag wunderbar sein, dieses Glücksgefühl bei der Überwindung des Leidens.
Ich werde es gern willkommen heißen, wenn es soweit ist. Aber dieser Zustand ist nicht jetzt.
Jetzt erforsche, studiere ich das Leiden, um es nach und nach loslassen zu können,
eben so wie es Buddha lehrte und jage nicht dem Glücksgefühl hinterher.
Der Weg ist nicht ein Schritt bis ins Ziel, sondern viele ganz kleine.
Jeder von diesen Schritten ist es wert achtsam zu gehen.


odysseus05 hat geschrieben:Mit dem Glücksgefühl ist das so eine Sache. Es gibt Glücksgefühle
die sind zu pflegen und auszubilden, andere wieder sind zu widerstehen.
Ich wünsche dir viel Erfolg.


Welche Glücksgefühle würdest Du denn kultivieren und welchen würdest Du widerstehen?

Viele Grüße

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon accinca am 01.08.2010, 17:40

odysseus05 hat geschrieben:Vielleicht ist es auch so, dass ich erlebt habe, dass es noch etwas "hinter" dem Glück gibt.

Hinter dem Glück? Was gibt es denn hinter dem Glück besseres als Glück? Unglück vielleicht? Kein
wunder, daß ich solchen Formulierungen keine Logik abgewinnen mag. Meinst du nicht auch?

"'Nicht, ihr Brüder, bezeichnet der Erhabene das höchste Glück/Wohl in Beziehung auf das wohlige
Gefühl als Wohl/Glück. Sondern, ihr Brüder: wo eben immerhin Wohl/Glück erlangt wird, das
bezeichnet da der Vollendete eben immerhin als Wohl/Glück."

odysseus05 hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Wenn du Angst hast vor der Meditation wegen dem angeblichen Anhaften dann lass es doch.
Kein Mensch zwingt dich zur Meditation!

Wie kommst Du darauf, dass ich Angst habe?
Es ist nur so, dass es durchaus Glücksmomente in der Meditation gibt.
Ich verweile kurz in ihnen, gehe aber mit Gleichmut weiter. Das hat nichts
mit Angst zu tun. Das ist der Weg durch die Jhanas.

Ich denke du hast Furcht vor dem Anhangen und glaubst deswegen im
Glück nur kurz verweilen zu dürfen.

odysseus05 hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Mit dem Glücksgefühl ist das so eine Sache. Es gibt Glücksgefühle
die sind zu pflegen und auszubilden, andere wieder sind zu widerstehen.
Ich wünsche dir viel Erfolg.

odysseus05 hat geschrieben:Welche Glücksgefühle würdest Du denn kultivieren und welchen würdest Du widerstehen?

Der Buddha lehrte, das zunächst das Glück welches durch besonders unheilsame Dinge entsteht zu widerstehen ist.
Und das Glück welches durch besonders heilsame Dinge entsteht ist zu kultivieren. Als 2. kommt
dann das Glück welches durch sinnlichen Genießen entsteht was zu widerstehen ist. und das
Glück, was durch Entsagung von den sinnlichen Dingen entsteht zu kultivieren ist und zu entfalten.
Dazu gehört auch das Glück des Samādhi und der Jhanas. In diesem Glück ist solange und so ausgiebig
zu "baden" bis dadurch alles Sinnliche und grobe Verlangen nach dem groben Glück der Sinnendinge
völlig geschwunden ist. Erst dann, kann und sollte man sich auch davon noch ablösen und keinesfalls
schon vorher. Das hieße die Sache nicht verstanden zu haben aber auch bei den Jhanas gibt es niederes
und höheres Glück. Hier entwickelt der Übende immer feineres Glück bis er alles Aufgeben kann ist auch
das eine Frage der Entwicklung. Immer aber geht es um Glück bzw. Wohl. Und wenn irgendwann alles
Anhangen aufgegeben wird, so deswegen, weil das noch mehr Wohl ist als alles Gefühl.
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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon hedin am 02.08.2010, 06:37

accinca hat geschrieben:Der Buddha lehrte, das zunächst das Glück welches durch besonders unheilsame Dinge entsteht zu widerstehen ist.
Und das Glück welches durch besonders heilsame Dinge entsteht ist zu kultivieren. Als 2. kommt
dann das Glück welches durch sinnlichen Genießen entsteht was zu widerstehen ist. und das
Glück, was durch Entsagung von den sinnlichen Dingen entsteht zu kultivieren ist und zu entfalten.
Dazu gehört auch das Glück des Samādhi und der Jhanas. In diesem Glück ist solange und so ausgiebig
zu "baden" bis dadurch alles Sinnliche und grobe Verlangen nach dem groben Glück der Sinnendinge
völlig geschwunden ist. Erst dann, kann und sollte man sich auch davon noch ablösen und keinesfalls
schon vorher. Das hieße die Sache nicht verstanden zu haben aber auch bei den Jhanas gibt es niederes
und höheres Glück. Hier entwickelt der Übende immer feineres Glück bis er alles Aufgeben kann ist auch
das eine Frage der Entwicklung. Immer aber geht es um Glück bzw. Wohl. Und wenn irgendwann alles
Anhangen aufgegeben wird, so deswegen, weil das noch mehr Wohl ist als alles Gefühl.


Kannst du erklären wie Gefühl (Glück) durch besonders unheilsame Dinge entstehen kann.

Wie ist Gefühl (Glück), welches durch besonders heilsame Dinge entsteht, zu kultivieren.

Was bedeutet das Gefühl (Glück), welches durch sinnliches Genießen entsteht.

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon Dudjom am 02.08.2010, 07:56

odysseus05 hat geschrieben:
Dudjom hat geschrieben:
odysseus05 hat geschrieben:Was am Ende des Pfades passiert,
ist für mich erst dann relevant,
wenn es soweit ist.


Das ist nicht gut. Denn wenn der Pfad nicht von Anfang an ein Ziel hat, dann ist er ein beliebiger Pfad und führt "irgendwo" hin. Der Buddha lehrt aber einen Pfad der zur Befreiung führt. "Befreiung" aber meint "Befreiung von Dukkha".

LG


Hallo,

wir wissen doch wohin der Pfad führt.
Und wer sich an den edlen achtfachen Pfad hält, so wie es von Buddha gelehrt wurde,
der wird auch ankommen, ob er nun täglich erneut sein Ziel fixiert oder nicht.

Dem möchte ich entschieden widersprechen, denn wenn das Ziel und das was das Ziel ausmacht und was das Ziel nicht ausmacht, nicht kontinuierlich erinnert wird (der Geist darauf "fixiert" ist), dann kommt es dazu, dass Erscheinungen, die das Individuum in der Praxis erfährt, nicht als das erkannt werden, was sie tatsächlich sind: Dukkha. Dieses kontinuierliche Erinnern ist nichts anderes als Achtsamkeit. Wenn das Ziel und das was es ausmacht und nicht ausmacht nicht immer gegenwärtig im Geiste sind, dass lassen sich trügerische Objekte nicht erkennen und man glaubt, dass "Glück" sei, was tatsächlich Dukkha ist.

odysseus05 hat geschrieben:Wer nur sein Ziel starr im Blick hat, der wird auf dem Weg dorthin u. U. stolpern.

Von "starr" - und hier scheinst du "Ausschließlichkeit" zu assozieren, war nicht die Rede. Der Geist ist ein "multidimensionales Werkzeug": Er kann auf Objekte (Bedeutungen) "fixiert" sein und gleichzeitig auch andere Aktivitäten ausüben. Nur wenn die Faktoren "Anhaftung", "Abneigung" oder "neutrale Gleichgültigkeit" sich hinzugesellen, ist es mit der "Multidimensionalität" zu Ende.

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Re: Buddhismus missverstehen.

Beitragvon hedin am 02.08.2010, 08:22

Dudjom hat geschrieben:
Von "starr" - und hier scheinst du "Ausschließlichkeit" zu assozieren, war nicht die Rede. Der Geist ist ein "multidimensionales Werkzeug": Er kann auf Objekte (Bedeutungen) "fixiert" sein und gleichzeitig auch andere Aktivitäten ausüben. Nur wenn die Faktoren "Anhaftung", "Abneigung" oder "neutrale Gleichgültigkeit" sich hinzugesellen, ist es mit der "Multidimensionalität" zu Ende.


Meines Wissens kann im Geist immer nur ein Sinnenbewußtsein aktiv sein und innerhalb dieses Prozesses auch immer nur eine Funktion.
Auch hier gilt das Gesetz der bedingten Entstehung.

Würden verschiedene Funktionen oder gar Prozesse gleichzeitig ablaufen, dann würde das zur geistigen Verwirrtheit führen.

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