nibbuti hat geschrieben: Aber heißt das nicht im Umkehrschluss, dass der Zen-Meister eine ganze Kanne haben muss, in der viel mehr drin ist als in der Tasse des Professors?
Ist der Zen-Meister deswegen starrköpfiger & verschlossener als der Professor?
Oder hat er Offenheit getankt?
Wo ist die Crux?
Zu erst einmal die ZEN Gesichte aus einer X-beliebigen (d.h. möglichst kurz) gegoogelten Quelle:
Ein Professor wanderte weit in die Berge, um einen berühmten Zen-Mönch zu besuchen. Als der Professor ihn gefunden hatte, stellte er sich höflich vor, nannte alle seine akademischen Titel und bat um Belehrung.
"Möchten Sie Tee?" fragte der Mönch.
"Ja gern", sagte der Professor.
Der alte Mönch schenkte Tee ein. Die Tasse war voll, aber der Mönch schenkte weiter ein, bis der Tee überfloß und über den Tisch auf den Boden tropfte.
"Genug"!" rief der Professor. "Sehen Sie nicht, dass die Tasse schon voll ist? Es geht nichts mehr hinein."
Der Mönch antwortete: "Genau wie diese Tasse sind auch Sie voll von Ihrem Wissen und Ihren Vorurteilen. Um Neues zu lernen, müssen Sie erst Ihre Tasse leeren."
Du suchst viel zu weit.
Es geht hier nur um den Professor und nicht um den ZEN Meister. Da es sich um eine ZEN Gesichte handelt ist sie natürlich nicht objektiv, sonder propagandistisch. D.h. der Professor wird quasi als Depp hingestellt und der Zennie als Allwissender Meister.
Dem ist natürlich nicht so. Wer möchte kann die Gesichte auch andersherum erzählen: Der ZEN Meister ist auf Besuch, hat eine volle Tasse und der Professor die Kanne in der Hand.
Was ich eigentlich ausdrücken wollte ist das Unterdrücken von 'Kontakt' (im Sinne des 6. Glied der Kette des bedingten Entstehens). Der Professor hat bereits so viel gelernt, fixe Meinungen, ein fixiertes Weltbild und Überzeugungen im Kopf, dass er 'Kontakt' mit etwas andersartigem, seinem Weltbild möglicherweise widersprechendem, gar nicht erst zulässt.
Ein anderes etwas realitätsnäheres Beispiel:
Bundestagdebatte:
Viele CSU/CDU Politiker hören einem Grünen Redner oft gar nicht zu. Auch wenn noch so intelligente Argumente vorgetragen werden blocken sie ab, weil es ihnen von vornherein nicht in den Kram passt. Sie weigern sich, sich mit den Argumenten auseinanderzusetzen, sie hören deshalb erst gar nicht zu und lesen stattdessen die Zeitung. Es findet kein Kontakt statt.
Verschlossene Esoteriker hören Wissenschaftler nicht zu, Verschlossene Wissenschaftler nicht den Esoterikern etc. etc.
Dies sind Beispiele für einen nicht offenen Geist, oder eben volle Tassen.
Aber Achtung: Sich mit etwas 'fremden' zu befassen heisst nicht automatisch zuzustimmen, jede Ansicht blind zu übernehmen. Sondern lediglich zuzulassen diese kritisch zu prüfen. Ein offener Geist ist offen für Kritik, offen neue Ansichten zu prüfen, offen für Kontakt.
Gruss Bakram
"Der höchste Weg ist nicht schwer, nur ohne Wahl. Hasse nicht, liebe nicht, und es ist klar und eindeutig"