Sich Zeit geben

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Moderator: malsehen

Sich Zeit geben

Beitragvon ArsVivendi39 am 28.06.2012, 05:01

Hallo!
Wie vielleicht einige hier wissen habe ich mir ein Buch gekauft mit Meditationen und Achtsamkeitsübungen für das ganze Jahr.
Jetzt ist der Fall aufgetretten dass eine Übung gekommen ist wo ich nicht weis wie sie gemeint ist. Ich schreibe jetzt mal den Text ab damit ihr wisst um was es geht :wink:


"Sich Zeit geben
Mit Ungeduld umgehen

Gehören Sie auch zu den Menschen, die einen ausgeprägten Unruhegeist in sich tragen, denen immer alles zu langsam geht? Unruhe ist eines der grossen Hindernisse beim Meditieren. Aber auch im alltäglichen Leben tun wir gut daran, uns in Geduld zu üben.

Obwohl einige wohltuende Wirkungen der Meditation sehr bald eintreten können, ist es mit ein paar Mal sitzen nicht getan. Wer eingefahrene Muster verändern möchte, braucht Geduld. Wenn ihr Unruhegeist Sie bei der Meditation immer wieder einholt, ist es gut, sich aktiv mit ihm zu beschäftigen. Begrüssen Sie ihn, wenn er beim nächsten Mal auftaucht, und fragen Sie ihn, was er braucht. Sehr oft geht Unruhe mit einer gewissen Unentschiedenheit einher, und vielleicht sagt er Ihnen, dass er der Sache nicht traut und nicht weis, weshalb Sie Ihm diese (Herum-) sitzerei zumuten. Übergehen Sie diesen Punkt nicht, denn wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Sie das, was sie gerade tun - und das gilt für alle im Leben - auch wirklich tun wollen, brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn Ungeduld auftritt. Haben Sie ein klares ja zur Meditiation und zu ihren Anfangsschwierigkeiten? Dann lächeln Sie dem Unruhegeist zu, und mach Sie weiter.

Nehmen Sie siche täglich 15 Minuten Zeit für diese Übung. Für Bewegungsmenschen und solche, die sowieso schon viel sitzen müssen, sei neben de Sitz- auch die Gehmeditation empfohlen." Quelle: Gelassen wie ein Buddha

Meine Frage ist jetzt, ob das ganze während der Meditation stattfinden soll oder während einer eigenständigen Meditation die sich damit beschäftigt oder auch was ganz anderes hier gemeint ist?

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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Grund am 28.06.2012, 05:12

Immer wenn Unruhe auftritt, ganz unabhängig von vor oder nach oder während irgendeiner Meditation. Denn sie ist ja da und behindert. Da kannst du sie nicht wegschieben und sagen "Jetzt hab ich für dich keine Zeit, habe mir anderes vorgenommen."
Aber man muss sie identifizieren/erkennen können. Wie sollte man sonst mir ihr arbeiten können? Und das gelingt am Anfang wohl am besten wenn die äußeren Bedingungen passend sind und man sitzen kann. Wenn man die Unruhe so dann kennengelernt hat, dann kann Achtsamkeit sie jederzeit und überall erkennen und beim Sitzen Gelerntes sofort auf sie anwenden.
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Anicca am 28.06.2012, 10:32

Unruhe gehört zu den 5 Hindernissen. Wenn sie auftritt, erkenne sie und benenne "Unruhe, Unruhe". Nimm diese Erscheinung als Meditationsobjekt. Wenn der "Störenfried" :? erkannt und benannt wird schwächt er sich mit der Zeit ab.
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Kainer Wahr am 28.06.2012, 10:40

Ich würde auch hier ein Bier am Abend auf einer ruhigen Parkbank im letzten Sonnenlicht empfehlen.
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Grund am 28.06.2012, 15:35

Kainer Wahr hat geschrieben:Ich würde auch hier ein Bier am Abend auf einer ruhigen Parkbank im letzten Sonnenlicht empfehlen.

Würde ich nicht, weil's nicht sehr erfolgversprechend ist, sich darauf zu verlassen, dass jederzeit wenn Unruhe/Ungeduld auftritt, "ein Bier am Abend auf einer ruhigen Parkbank im letzten Sonnenlicht" als Methode anwendbar ist. 8)
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Rasmuss am 29.06.2012, 18:20

Ich bin auch furchtbar ungeduldig- und auch oft bei der Meditation voller Unruhe.
Auf der einen Seite spüre ich manche poitive Wirkungen auf mich und mein Leben, aufgrund des Meditierens. Nur will ich es dann auch so perfekt wie möglich machen und bin frustriert, wenn ich unruhig und/ oder abgelenkt bin. Oder auch meine Zeit nicht einhalte und früher beende.
Tröstlich ist es, dass es auch andere betrifft.
Das Ego ist ein Eisberg- lass ihn schmelzen. Lass ihn dahin schmelzen. In tiefer Liebe, so dass er sich auflöst und du eins wirst mit dem Ozean.
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Grund am 29.06.2012, 18:39

Rasmuss hat geschrieben:Ich bin auch furchtbar ungeduldig- und auch oft bei der Meditation voller Unruhe.
Auf der einen Seite spüre ich manche poitive Wirkungen auf mich und mein Leben, aufgrund des Meditierens. Nur will ich es dann auch so perfekt wie möglich machen und bin frustriert, wenn ich unruhig und/ oder abgelenkt bin. Oder auch meine Zeit nicht einhalte und früher beende.

Perfekt ... was hast du ein Glück dass du soviele Meditationsobjekte hast 8)
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Rasmuss am 29.06.2012, 19:50

Grund hat geschrieben:
Rasmuss hat geschrieben:Ich bin auch furchtbar ungeduldig- und auch oft bei der Meditation voller Unruhe.
Auf der einen Seite spüre ich manche poitive Wirkungen auf mich und mein Leben, aufgrund des Meditierens. Nur will ich es dann auch so perfekt wie möglich machen und bin frustriert, wenn ich unruhig und/ oder abgelenkt bin. Oder auch meine Zeit nicht einhalte und früher beende.

Perfekt ... was hast du ein Glück dass du soviele Meditationsobjekte hast 8)


Wie ist das gemeint..?? *Schmunzel*
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Rasmuss am 29.06.2012, 19:55

Ach so, du meinst, dass meine Ungeduld, meine Unruhe Meditationsobjekte sind..!?
Das Ego ist ein Eisberg- lass ihn schmelzen. Lass ihn dahin schmelzen. In tiefer Liebe, so dass er sich auflöst und du eins wirst mit dem Ozean.
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Simo am 29.06.2012, 23:37

Rasmuss hat geschrieben:Ach so, du meinst, dass meine Ungeduld, meine Unruhe Meditationsobjekte sind..!?


Sehr nützlich!
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Grund am 30.06.2012, 05:32

Rasmuss hat geschrieben:Ach so, du meinst, dass meine Ungeduld, meine Unruhe Meditationsobjekte sind..!?


Auch diese. Aber noch mehr, denn du hast geschrieben:
Rasmuss hat geschrieben:Ich bin auch furchtbar ungeduldig- und auch oft bei der Meditation voller Unruhe.
Auf der einen Seite spüre ich manche poitive Wirkungen auf mich und mein Leben, aufgrund des Meditierens. Nur will ich es dann auch so perfekt wie möglich machen und bin frustriert, wenn ich unruhig und/ oder abgelenkt bin. Oder auch meine Zeit nicht einhalte und früher beende.

Also sind da noch "positive Wirkungen", "perfekt haben wollen", "Frustration", "Zeit einhalten wollen" und "früher beenden" ... perfekte Objekte 8)
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Dorje Sema am 30.06.2012, 07:17

Re: →Sich ← Zeit [in] (vergangenheit gegenwart zukunft ) geben :?:
Tja das ist so`ne Sache ne ja; nee oder doch oder (doch) nicht ja und nein :?:
Weißt du am Ende musst' s du es für Dich ganz allein wissen! Sag: Ja oder Nein !!!
(Entschuldigung, Sorry, bitte)

»Ick ha`n een hamburger Veermaster seehen dat deck wer ....« :idea:


»blow boys blow ...«

Und was war jetzt mit dem Gold von Sacramento :?:

Lebt lange gesund & in Frieden

_()_ Nomad
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Losang Lamo am 30.06.2012, 08:27

Grund hat geschrieben:
Rasmuss hat geschrieben:Ach so, du meinst, dass meine Ungeduld, meine Unruhe Meditationsobjekte sind..!?


Auch diese. Aber noch mehr, denn du hast geschrieben:
Rasmuss hat geschrieben:Ich bin auch furchtbar ungeduldig- und auch oft bei der Meditation voller Unruhe.
Auf der einen Seite spüre ich manche poitive Wirkungen auf mich und mein Leben, aufgrund des Meditierens. Nur will ich es dann auch so perfekt wie möglich machen und bin frustriert, wenn ich unruhig und/ oder abgelenkt bin. Oder auch meine Zeit nicht einhalte und früher beende.

Also sind da noch "positive Wirkungen", "perfekt haben wollen", "Frustration", "Zeit einhalten wollen" und "früher beenden" ... perfekte Objekte 8)

Was also die Quelle der Unruhe sein mag.
"Mit einem Geist, der nicht im meditativen Gleichgewicht ist, kann uns die Wirklichkeit nicht bewusst werden, wie sie ist."
aus "Stufen der Meditation" von Kamalashila
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon Frank1 am 30.06.2012, 15:24

Hallo ArsVivendi39,

ich habe mal ein Buch dazu gelesen: "Gehe langsam, wenn Du's eilig hast".
Meine Meinung ist, dass sich Schnelligkeit schlecht mit Konzentration vereinen lässt.
Konzentration macht immer etwas langsam, als konditionierte Bewegungen.
Ein "Unruhegeist" tritt auf, wenn man unterbewusst vor etwas schnell weglaufen will.
Um sich mit den Hintergründen dieser "Unruhesituation" zu beschäftigen, muss man sich bewusst konzentrieren und verlangsamen, d.h. bremsen, "entschleunigen".
Dann werden die Ursachen bewusst und man kann das Problem lösen.
Das ist z.B. dann wichtig, wenn man Auto fährt und dann zu schnell fährt, eventuell karmisch noch durch eine Radarfalle rast.

Also wenn Du am Tag Dich gehetzt fühlst, einfach mal bewusst "Nein" sagen und besonders langsam machen.
Ansonsten immer konzentrieren, dass macht sowieso langsamer. Eine bewusste Übung dazu, finde ich nicht so sinnvoll, eher situationsbedingt das machen.

Frank
Es gibt weder Gut noch Böse, es gibt nur Recht und Schlecht.
(Wahrscheinlich aus dem Salomonischen)
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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon ArsVivendi39 am 01.07.2012, 18:02

Vielen dank für die schnellen Antworten.

@Frank:
So eine Übung wie du sie beschrieben hast, also sich sozusagen bewusst Zeit zu lassen, ist auch in diesem Buch drin. Man ertappt sich doch oft wie man wieder durch den Alltag hetzt und sich dann bewusst Zeit zu lassen tut gut.


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Re: Sich Zeit geben

Beitragvon brigittefoe am 04.07.2012, 09:11

Grund hat geschrieben:Immer wenn Unruhe auftritt, ganz unabhängig von vor oder nach oder während irgendeiner Meditation. Denn sie ist ja da und behindert. Da kannst du sie nicht wegschieben und sagen "Jetzt hab ich für dich keine Zeit, habe mir anderes vorgenommen."
Aber man muss sie identifizieren/erkennen können. Wie sollte man sonst mir ihr arbeiten können? Und das gelingt am Anfang wohl am besten wenn die äußeren Bedingungen passend sind und man sitzen kann. Wenn man die Unruhe so dann kennengelernt hat, dann kann Achtsamkeit sie jederzeit und überall erkennen und beim Sitzen Gelerntes sofort auf sie anwenden.


Habe für mich, neben der Meditation,
die Kalligraphie und Tuschemalerei entdeckt,
denn Ungeduld und Unruhe hat mich und mein Leben beherrscht.

Durch die Zen-Malerei (genauso wie durch Meditation)
stellt sich irgendwann Ruhe und Geduld ein,
denn beides ist mit viel Übung verbunden.
Ohne Fleiß kein Preis.

LG
"Der Raum des Geistes, dort wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille".
Antoine de Saint-Exupéry,
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