Nichiren-Schulen

Der Nichiren-Buddhismus sieht in dem Lotossutra die Lehre des Buddhas vervollständigt und lehrt, dass die Rezitation des Titels des Lotossutras zur Buddhaschaft führt. Die zentralen Inhalte des Lotossutras sind die Anerkennung der Buddhanatur aller Lebewesen und dass die Buddhaschaft in diesem Leben erreicht werden kann.

Re: weitere Schulen

Beitragvon catflap08 am 27.11.2009, 21:20

Benkei hat geschrieben:Die Infos über diese Tradition sind im Netz, zumindest auf Deutsch oder Englisch, nach meinem Kenntnisstand eher rar.


Du hast Recht Benkei. Ausserhalb Japans treten fast nur Nichiren Shu, Nichiren Shoshu und Soka Gakkai in Erscheinung, wobei es auch bei der Rissho Kosekei einige Gruppen zu geben scheint. Hierbei muss erwähnt werden, dass die Nichiren Shu in Folge der Streitigkeiten zwischen Nichiren Shoshu und Soka Gakkai wohl einen Zuwachs an Anhängern gefunden hat, was der Nichiren Shu wohl aber auch Sorge bereitet, da aus Sicht der Dokrtin doch teilweise gaviernde Unterschiede bestehen.

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon Ryonin am 28.11.2009, 07:38

Mal etwas allgemeines zum Glauben. Erst einmal müsste man rauskriegen, wo die Grenze zwischen Glauben und Vertrauen liegt. Das Vertrauen im Buddhismus wesentlich erachtet wird, glaub ich werden nur wenige Leute bestreiten.
Und es gibt viel Lehren, die meiner Meinung nach eben auf Glauben und Vertrauen beruhen, und eben nicht auf Erfahrung.
Zum Beispiel: Nirvana ist Frieden. Aber auch solche Dinge wie Karma und Weitergeburt. Das es so etwas wie Erwachen gibt. Das es kein Ich gibt und etwas unbedingtes, ungeborenes.
Ich würde sogar sagen, das wesentliche liegt jenseits aller Erfahrung. Es geht also eher um Verwirklichung als um Erfahrung.
In den jeweiligen Schulen kommen noch die Lehren der jeweiligen Schule dazu. Also hier so etwas wie das Glauben an das Gohonzon und das Daimoku (und solche Dinge wie die überragende Rolledes Lotossutra und die besondere Rolle Japans im Befreiungsprozess).
In anderen Schulen andere Dinge (z.B. Tulkus oder das Nembutsu).
Das zweite Thema ist Mission: Ich habe den Eindruck, daß es Gruppierungen gibt, die schon auf Wachstum ausgerichtet sind (NKT, Soka Gakkai, Diamantweg, Kwan Um Zen), und ich glaube, daß man dann auch von Mission reden kann. Sicher nicht in einer sehr aggressiven Form, aber in Form von Vorträgen, Werbung etc. Auch da wäre die Frage: Wo beginnt Mission, was verstehe ich darunter.
Inwieweit Buddhismus, besonders Mahayana eh auf Mission ausgerichtet ist (weil es die effektivste Form ist anderen zu helfen, indem man ihnen Dharma lehrt) ist eine interessante Frage.
Ich glaube aber, man will unter Buddhisten alles vermeiden, was nach Christentum klingt, deshalb vermeidet man solche Begriffe wie Mission und Glaube wie der Teufel das Weihwasser. Aber für mich ist das zum großen Teil Ideologie, wenn man genau hinschaut findet man überall Glauben und Mission. (So finden manche christliche Reliquien albern, aber buddhistische Reliquien oder gesegnete Statuen kraftvoll und befreiend, ich hab sogar den Eindruck, daß unter Buddhisten der Prozentsatz höher ist, die an so etwas glaubt, als unter Christen). Und es gibt ein Anpreisung der eigenen buddh. Richtung und eine Herabsetzung der anderen (Mein Weg ist ursprünglicher, schneller, umfassender, weiter, oder das was ihr über das Nichtglauben ans Lotossutra erzählt habt)

Buddhismus als keine Glauben und als nichtmissionarisch darzustellen, ist Teil der Mission. :wink: Und ich hab auch den Eindruck, daß man in Asien keine Probleme mit den Begriffen Glauben und Mission hat.
Jedenfalls bekommt man wenn man bei Google Buddhist Mission eingibt, die Anzeige: ... von ungefähr 2.980.000 für Buddhist Mission.
Ansonsten wäre die Frage, inwieweit besondere Gruppen, nur verschärfte Ausformungen allgemeiner Tendenzen sind. (Das wär auch bei Soka Gakkai interessant, welche Ansätze da auch in weniger verschärfter Version aber im Ansatz auch bei Nichiren zu finden sind und bei seinen Vorgängern - von Tendai bis Shakyamuni).

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon catflap08 am 28.11.2009, 08:59

Das ist sicherlich eine interessante Frage. Der Terminus der sowohl in der Soka Gakkai als auch Nichiren Shoshu für Mission gebräuclich ist, ist das Wort Shakubuku, Shakubuku wird oft mit „brechen und unterwerfen“ übersetzt. Kern ist die Fehlerhaftigkeit als vorläufig erachteter Lehren dem Gegenüber klar zu machen, fehlerfrei und als richtig wird die eigene Auslegung der Lehren Nichirens erachtet (also hier Soka Gakkai bzw. Nichiren Shoshu).
Gerade in den 60er und 70 er Jahren bis hinein in die 80er Jahre des letzen Jahrhunderts waren die Missionsaktivitäten der damals noch gemeinsam auftretenden Organisationen in der Tat auch aggressiv. Aggressiv in dem Sinn das Menschen teilweise innerhalb eines Tages bedrängt wurden den Gohonzon zu empfangen – mit ein Grund für den sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahlen in den USA. Zusätzlich wurden die neuen Mitglieder bedrängt die „World Tribune“ eine SGI-Zeitung in den USA zu abonnieren. In Europe stieß diese Form der aggressiven Mission jedoch auf wenig Resonanz, auch bei den eigenen Mitgliedern nicht. Da diese Art der Mission auf Kritik auch aus den eigenen Reihen stieß wendet man sie heute nicht mehr an und interpretiert Shakubuku etwas milder – im Kern bleibt jedoch den anderen dazu zu bringen andere Lehren abzulegen. Interessant ist dass das Konzept von Shakubuku ursprünglich wohl für bereits buddhistisch geprägte Gesellschaften ausgelegt war. Ein anderes Konzept ist Shoju was darauf zielt durch Gespräche das Gegenüber zur eigenen Einsicht bzw Einkehr zu bringen und sich durch eigenes Nachvollziehen für die Lehre zu öffnen. In Sachen Verbreitung sprechen Soka Gakkai und Nichiren Shoshu jedoch nicht von Mission.
Die Nichiren Shu hingegen spricht von Mission wobei es weniger zu einer aktiven Missionierung kommt wie bei den oben genannten Organisationen. Vielmehr scheint man drauf zu warten dass der Suchende sich beispielweise an einen Priester/Laien wendet also Fragen stellt. Es wird weder der Terminus Shakubuku noch Shoju genannt. Mit anderen Worten scheint der Kern der Missionsarbeit in der Nichiren Shu darin zu liegen Präsenz zu zeigen und für ein Gespräch offen zu bleiben. In der Nichiren Shu gehört das Erzählen über das Lotus Sutra zu den Kernpunkte der Praxis, wobei damit nicht aktive „Bekehrung“ gemeint ist. Aus diesem Verständnis von Mission leitet sich auch deren Bemühen ab aktiv den Dialog mit andren Glaubensrichtungen zu suchen.
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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon kongjiazhong am 28.11.2009, 11:52

catflap08 hat geschrieben: Das ist sicherlich eine interessante Frage. Der Terminus der sowohl in der Soka Gakkai als auch Nichiren Shoshu für Mission gebräuclich ist, ist das Wort Shakubuku, Shakubuku wird oft mit „brechen und unterwerfen“ übersetzt. Kern ist die Fehlerhaftigkeit als vorläufig erachteter Lehren dem Gegenüber klar zu machen, fehlerfrei und als richtig wird die eigene Auslegung der Lehren Nichirens erachtet (also hier Soka Gakkai bzw. Nichiren Shoshu).

Shakubuku ist natürlich ein Begriff und eine Methode, die auf Nichiren selbst zurückzuführen ist und keine Erfindung der Soka Gakkai. Der Begriff „brechen“ klingt zwar hart, aber er ist nicht unüblich, zum Beispiel in der Sozialpsychologie, wo auch davon gesprochen werden kann, dass bestimmte Verhaltensmuster zunächst gebrochen werden müssen, bevor andere eingeübt werden können. In dem sehr empfehlenswerten Sammelband „Readings of the Lotus Sutra (ed. by Stephen R. Teiser, Jacqueline I. Stone) wird Shakubuku als “cutting off and subduing attachments, a confrontational method of teaching the dharma by explicitly rebuking wrong views or attachments to provisional teachings” (p 222) bezeichnet.

Konfrontatives Shakubuku sollte in buddhistischen Ländern und Milieus angewandt werden, während unter anderen äußeren Umständen – also in nicht-buddhistischen Ländern - eher ein „dialogisches Shakubuku“ angebracht ist. Wird dies als „Shoju“ bezeichnet? Jedenfalls definiert die SGI-Deutschland Shakubuku als „Dialog“.

Ein anderes Konzept ist Shoju was darauf zielt durch Gespräche das Gegenüber zur eigenen Einsicht bzw Einkehr zu bringen und sich durch eigenes Nachvollziehen für die Lehre zu öffnen.

Bei mir stieße „konfrontatives Shakubuku“ auf eine unüberwindliche Gegenwehr, da ich eher dialogisch orientiert bin. Für Einsicht und Umkehr bin ich dagegen immer offen.

Die Nichiren Shu hingegen spricht von Mission wobei es weniger zu einer aktiven Missionierung kommt wie bei den oben genannten Organisationen. Vielmehr scheint man drauf zu warten dass der Suchende sich beispielweise an einen Priester/Laien wendet also Fragen stellt.

Dies finde ich gut, denn eine penetrante Aufdringlichkeit stößt mich eher ab. Aber man kann auch „offensiv“ sein, ohne gleich ins Extrem der Aufdringlichkeit zu fallen.

In Sachen Verbreitung sprechen Soka Gakkai und Nichiren Shoshu jedoch nicht von Mission.

Sie tun aber nichts anderes, was ich auch für selbstverständlich und für richtig erachte (unabhängig von den konkreten Inhalten und Methoden), denn der Buddhismus ist für mich „missionarisch“.

In der Nichiren Shu gehört das Erzählen über das Lotus Sutra zu den Kernpunkte der Praxis, wobei damit nicht aktive „Bekehrung“ gemeint ist. Aus diesem Verständnis von Mission leitet sich auch deren Bemühen ab aktiv den Dialog mit andren Glaubensrichtungen zu suchen.

Auf der Webseite der deutschen Niederlassung der Nichiren Shu verschwindet das Lotos-Sutra, verschwindet die Lehre des Nichiren vollständig hinter dem „interreligiösen Dialog“. Das finde ich unverständlich und bedauerlich.

Vergleiche ich die Seite der Soka Gakkai mit der der (deutschen) Nichiren Shu, so finde ich die SG-Seite viel informativer usw.

http://www.daiseion-ji.de/ (Nichiren Shu in Deutschland)
http://www.sgi-d.org/ (Soka Gakkai International – Deutschland)

Bevor man Dialoge führt muss man dort erst über den eigenen Standpunkt klar informieren und sich selbst mit ihm offen und selbstbewusst identifizieren. Jedenfalls mangelte es Nichiren vielleicht an manchem, zum Beispiel im Winter an Kleidung, Feuerholz und Essen in der Verbannung auf der der Insel Sado aber sicherlich nicht an Selbstbewusstsein, an Kraft, an Feuer (und Shakubuku).

Dies bringt der Titel (des ebenfalls empfehlenswerten) Buches von Daniel Montgomery „Fire in the Lotos: The dynamic Buddhism of Nichiren“ treffend zu Ausdruck.

Gruß

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Dogma und Mission

Beitragvon Benkei am 28.11.2009, 12:50

Namaste!
Ryonin hat geschrieben:Mal etwas allgemeines zum Glauben. Erst einmal müsste man rauskriegen, wo die Grenze zwischen Glauben und Vertrauen liegt. Das Vertrauen im Buddhismus wesentlich erachtet wird, glaub ich werden nur wenige Leute bestreiten.
Und es gibt viel Lehren, die meiner Meinung nach eben auf Glauben und Vertrauen beruhen, und eben nicht auf Erfahrung.
Zum Beispiel: Nirvana ist Frieden. Aber auch solche Dinge wie Karma und Weitergeburt. Das es so etwas wie Erwachen gibt. Das es kein Ich gibt und etwas unbedingtes, ungeborenes.
Ich würde sogar sagen, das wesentliche liegt jenseits aller Erfahrung. Es geht also eher um Verwirklichung als um Erfahrung.

Ich ziehe da für mich einen klaren Trennstrich zwischen "Dogma" (was für mich einen negativen und intoleranten Beigeschmack hat) und "Leitsatz" (welchen ich als neutral ansehe). Ich muss natürlich eingestehen, dass ich hier den Begriff "Dogma" ins Spiel gebracht habe. Aber sei es drum, ich denke er passt manchmal ganz gut.

Auf der einen Seite also "Dogma" als klar definierte Lehrmeinung mit unumstößlichem Wahrheitsanspruch für die Anhänger, auf der anderen Seite "Leitsatz", als eine grundlegende aber nicht genau definierte Lehre, die man mit verschiedenen philosophischen Ansätzen oder eigenen Vorstellungen "ausfüllen" kann.

Trifft man diese Unterscheidung, dann muss man (nicht nur in Bezug auf die Nichiren-Schulen) feststellen, dass einige Schulen dogmatischer sind als andere.
Bezogen auf unser Thema sehe ich die Nichiren-Shoshu und die Soka Gakkai als wesentlich dogmatischer an als die Nichiren Shu. Über die anderen Nichiren-Schulen weiß ich, wie gesagt, nicht genug um mir hier eine Meinung zu bilden.

catflap08 hat geschrieben:Mit anderen Worten scheint der Kern der Missionsarbeit in der Nichiren Shu darin zu liegen Präsenz zu zeigen und für ein Gespräch offen zu bleiben. In der Nichiren Shu gehört das Erzählen über das Lotus Sutra zu den Kernpunkte der Praxis, wobei damit nicht aktive „Bekehrung“ gemeint ist.

Präsenz zeigen und ein offenes Ohr für Fragen haben, sehe ich noch nicht als Mission an. Wenn man "Mission" allerdings so weit fasst, dann ist natürlich fast jede Religion/Philosophie/Weltanschauung missionarisch.

Ich für meinen Teil hatte bei "Mission" eher an aggressive Missionare gedacht, wie man sie in der Kolonialzeit bei den Katholen kannte oder wie man sie heute bei der Wachturmgesellschaft, den Mormonen oder vielen evangelikalen Freikirchen antrifft; vielleicht auch die Hare-Krishna-Bewegung, um ein paar Beispiele zu nennen.

Einen asiatischen Mönch/Priester (vielleicht auch Laien), der (aus welchen Gründen auch immer) in ein nichtbuddhistisches Land zieht und dort einen kleinen Haus-/Wohnungstempel (Übungsraum, Zentrum, etc.) eröffnet und Meditationen/Praxissitzungen anbietet ohne großartig Werbung zu machen (Internetpräsenz und Flyer in der Bibliothek auslegen sehe ich jetzt nicht als solche an) sehe ich jetzt nicht gleich als Missionar an. Aber das ist nur meine Einstellung...

... wie sagte Ryonin noch: "ist [alles] Teil der Mission" :wink:

Einen schönen Samstag!
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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon Benkei am 28.11.2009, 12:55

Namaste!
kongjiazhong hat geschrieben:Vergleiche ich die Seite der Soka Gakkai mit der der (deutschen) Nichiren Shu, so finde ich die SG-Seite viel informativer usw.

http://www.daiseion-ji.de/ (Nichiren Shu in Deutschland)
http://www.sgi-d.org/ (Soka Gakkai International – Deutschland)

Als Seite der Nichiren Shu würde ich eher diese hier ansehen: http://www.nichiren-shu.org/indexdeu.html.

Der Daiseion-ji ist ja "nur" ein offizieller Tempel der Nichiren Shu in Deutschland, wie repräsentativ damit sein Internet-Auftritt ist weiß ich nicht.

By the Way: War jemand von Euch schonmal in diesem Tempel?

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon catflap08 am 29.11.2009, 22:26

Benkei hat geschrieben:Der Daiseion-ji ist ja "nur" ein offizieller Tempel der Nichiren Shu in Deutschland, wie repräsentativ damit sein Internet-Auftritt ist weiß ich nicht.


Du hast Recht es gibt lediglich einen Tempel der Nichiren Shu in Deutschland. Ob man hier einen Internetauftritt bewerten kann oder soll stelle ich einmal in Frage - man sollte auch mal die unterschiedlichen Dimensionen also SGI/Nichiren Shu vergleichen, die in ihren Absichten und Methoden nicht unterschiedlicher sein können.
Ich weiss aber, dass für den Daiseion-ji interreligiöser Dialog eben im Mittelpunkt steht (klingt in diesem Artikel auch etwas an: http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1246895333931.shtml und http://www.ev-akademie-rheinland.de/akademie/Themen_Interreligioese-Fachkonferenz-Frieden.php). Im Tempel in Italien hingegen gibt es sehr viele Seminare auch für Laiengläubige. Die Nichiren Shu ist eben keine Laienorganisation.
Die englische Seite gibt jedoch auf ihere homepage einen guten Überblick. Der Tempel in Deutschland ist natürlich, nach Anmeldung, besuchbar.

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon Ryonin am 30.11.2009, 18:41

Auf der Seite hatte ich so den Eindruck, als sei es eher ein Managerstudienzentrum als ein Buddh. zentrum. So vergleichbar mit den "Zen für Manager"-Kursen.

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon catflap08 am 30.11.2009, 19:00

Ryonin hat geschrieben:Auf der Seite hatte ich so den Eindruck, als sei es eher ein Managerstudienzentrum als ein Buddh. zentrum. So vergleichbar mit den "Zen für Manager"-Kursen.


Hallo also als ich das esrte Mal auf die Seite traf hatte ich auch diesen Eindruck muss ich zugeben :wink:
Insofern lief mein erster Konakt zur Nichiren Shu auch über die USA, der Daiseion-Ji hat auch ein recht interessantes Büchlein herausgegeben "Impulse zum Leben" mit interessanten Denkanstössen.

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon Ryonin am 01.12.2009, 02:55

Ich find es halt seltsam, wenn man bei einem Kontaktformular die Position im Unternehmen mit angeben soll. Ansonsten ist glaub ich der aktuellste Termin von 2008. Also so super aktuell scheinen sie nicht zu sein.

Ich hab noch mal eine allgemeine Frage zu Soka Gakkai und Mission. Wie erfolgreich sind sie denn in Deutschland? Sind ihre Mitgliederzahlen mit NKT oder Diamantweg vergleichbar?
Amerika ist ja zum Teil auch eine andere Geschichte (jedenfalls ist dort der Japaneranteil viel größer, den Eindruck hab ich jedenfalls bei den dortigen Jodo Shinshu-Gemeinden).
Gibt es hier so viele? Hier im Osten sind mir irgendwie noch keine begegnet.

Das andere, was mir heut so auffiel, ist, daß es schon Ansätze bei ihnen (wie auch bei anderen umstrittenen Gruppierungen) gibt, die denk ich durchaus zukunftweisend sein könnten. Für Europa halt ich einen Tempel- und Priesterbuddhismus für weniger wahrscheinlich. Ich denke, daß der Laienbuddhismus hier eine wichtige Rolle einnehmen wird (unter den Buddhisten westlicher Abstammung, wir vergessen ja oft daß auch in Deutschland eine große Anzahl der Buddhisten Asiaten sind).
Daher weiss ich nicht, ob daher die priesterlichen Traditionen so viel besser sind, oder es mehr darum gehen müsste zu schaun welche Strukturen sind heilsam und welche pathologisch und welche sind praktikabel. Buddhismus wird ja eine Richtung (die wieder in viele zerfällt) unter vielen sein hier im Westen.
Und vielleicht ist es auch hier gut, sich wieder stärker an den Gründern zu orientieren (Das seh ich ja auch im Shin-Buddhismus so). Also Nichiren bei euch, Shinran bei uns, auch der Vajrayana-Lehrer Rigdzin Shikpo meinte, daß er eine Orientierung an der indischen ursprünglichen tantrischen Tradition für wichtig erachtet. Also ein auf die Wurzeln schaun, auch um Entwicklungen zu erkennen und einschätzen zu können.

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon catflap08 am 01.12.2009, 08:08

Ich find es halt seltsam, wenn man bei einem Kontaktformular die Position im Unternehmen mit angeben soll. Ansonsten ist glaub ich der aktuellste Termin von 2008. Also so super aktuell scheinen sie nicht zu sein.


Naja ich nehme an dass der Temepl vielleicht wirklich Seminare anbietet, aber in wie weit das wirklich Zentrum iherte Arbeiet ist weiss ich nicht. Auf irgendeine Weise müssen ja auch Einnhamen her. Aktuel ist die Siete wirklich nicht

Ich hab noch mal eine allgemeine Frage zu Soka Gakkai und Mission. Wie erfolgreich sind sie denn in Deutschland? Sind ihre Mitgliederzahlen mit NKT oder Diamantweg vergleichbar?


Über NKT ud Diamantweg weiss ich zu wenig. Offiziel liegen die Zahlen zw. 3500 und 4000, wobei ich persölich auch diese Zahl für zu hoch gegriffen halte.
Zumindest in den USA findet auch in gweisserweis eine Umschichtung statt. Ich hab in die USA Kontakt zu einigen unabhängigen Nichiren Buddhisten. Es scheint eine nicht kleine Anzahl langjähriger Mitglieder in den USA zu geben, die der SGI den Rücken kehren. Dies hängt mit dem Paradigmenwechsel in der SGI der letzten Jahre zusammen. Zum einen waren dies die Streitigkeiten mit der Nichiren Shshu zum anderen die Gewichtung Ikedas in der SGI. Den Aufruf ihn, und nur ihn, als ihren Meister anzuerkennen haben einige nicht mehr tragen können und ihre Konsequenzen gezogen

Das andere, was mir heut so auffiel, ist, daß es schon Ansätze bei ihnen (wie auch bei anderen umstrittenen Gruppierungen) gibt, die denk ich durchaus zukunftweisend sein könnten. Für Europa halt ich einen Tempel- und Priesterbuddhismus für weniger wahrscheinlich. Ich denke, daß der Laienbuddhismus hier eine wichtige Rolle einnehmen wird ...


Ich denke es gibt Argumente für beides. Den Laienbuddhismus in Europa als das Nonplusultra anzusehen halte ich für falsch. Aus meiner Erfahrung in der SGI kann reiner Laienbuddhismus auch sehr zu Verflachung führen. Zudem erachte ich gewisse Strukturen in der SGI , aus meiner persönlichen Sicht, als unheilsam, da nicht eben die Lehre sondern der Lehrende in Form Ikdeas zu sehr im Mittelpunkt steht.
Mal pauschal gesagt erleichert einem der Laienbuddhismus den Zugang und man ist mit Leuten zusammen die, übertrieben gesagt, genauso wenig Ahnung haben wie man selbst - die Rituale traditionneller Schulen schrecken einen da ab. Ich persönlich sehe einen Priesterin oder Priester als estwas unterstützendes also als jemand den ich fragen kann der/die eine fundierte Ausbildung genossen hat. Praktizieren und anweden muss ja noch immer ich den Buddhismus und zwar im Alltag. Traditionen sind eben da und halte das auch nicht für schelcht was aus ihnen in Europa wird ist doch noch viel zu früh um abschliessend ein Urteil zu bilden. Der Buddhismus hat in seiner Wanderung von Westen nach Osten 2500 Jahre gebraucht also haben wir zumindest kein Zeitproblem. Wie gesagt ich möchte nicht das eine gegen das andere setzen und sehe auch keinen Grund eine Abwägung zu machen, da es Gründe für beides gibt und Priester/Mönche und Laien sich ja ergänzen. Für mich persönlich muss es ja nicht heissen mich ordiniern zu lassen um ein "guter" Buddhist zu sein. Veileiocht macht man sich da selber Druck, gerade als Deutsche, alles 100% richtig machen zu wollen.

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon Benkei am 01.12.2009, 19:42

Namaste!
catflap08 hat geschrieben:Für mich persönlich muss es ja nicht heissen mich ordiniern zu lassen um ein "guter" Buddhist zu sein. Veileiocht macht man sich da selber Druck, gerade als Deutsche, alles 100% richtig machen zu wollen.

Du sprichst da die Ordination an.

In den japanischen Zen-Schulen (und ihren deutschen Ablegern) und teilweise auch in der Shingon Shu gibt es die Laien-Ordination mit den 10 Gelübden (Jukai, manchmal auch als 16 Gelübde betitelt). Gibt es eine entsprechende Ordination in der Nichiren Shu?

Wie wird man eigentlich Mitglied der Nichiren Shoshu oder der SGI? Gibt es eine entsprechende Zeremonie wie beispielsweise die offizielle Zufluchtnahme in manchen anderen Schulen?

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon kongjiazhong am 01.12.2009, 21:55

Ryonin hat geschrieben: Das andere, was mir heut so auffiel, ist, daß es schon Ansätze bei ihnen (wie auch bei anderen umstrittenen Gruppierungen) gibt, die denk ich durchaus zukunftweisend sein könnten."

Die von dir angesprochenen "umstrittenen Gruppen" (wobei ich diesen Begriff nicht verwende, aber wenn ich es täte, mancher ganz erstaunt wäre, wen ich persönlich für "umstritten“ halte :) ), also die Neue Kadampa Tradition, Anhänger des Lama Ole Nydahl und die Soka Gakkai sind recht unterschiedlich.

Die NKT würde ich als eine „konservative“ Strömung innerhalb der tibetisch-tantrischen Gelug pa (zu der auch der Dalai Lama gehört) bezeichnen, die aber von der Hauptströmung, genauer gesagt, durch den Dalai Lama, „ausgeschlossen“ wurde und seit dem geächtet ist. Sie hat eine monastische Basis und ich kann bei ihr nichts „Zukunftsweisendes“ erkennen (macht auch nichts).

Die Anhänger des Ole Nydahl gehören wiederum zu einer Fraktion der tibetisch-tantrischen Karma Kagyü pa, die auch eng mit Mönchen und Nonnen verbunden ist, wobei aber Nydahl sehr stark die Rolle von Laien betont. Sie befindet sich mit der anderen Fraktion im Streit um die Frage, wer der echte Karmapa ist (und wie ernst Nydahl zu nehmen ist). Ob das zukunftsweisend ist?

Die Soka Gakkai ist nunmehr eine reine Laienorganisation – ob ihr Modell zukunftsweisend ist, das wird die Zeit erweisen. Manche zweifeln daran, manche nicht, ich nehme derzeit eine neutrale Position ein, zumal ich zu wenig weiß, um mir ein Urteil erlauben zu wollen (über die NKT und LON weiß ich jedenfalls viel mehr).

Für Europa halt ich einen Tempel- und Priesterbuddhismus für weniger wahrscheinlich. Ich denke, daß der Laienbuddhismus hier eine wichtige Rolle einnehmen wird

Das sehe ich ähnlich wie Du. Es wird aber auch darauf ankommen, sich einerseits überhaupt von einer Bevormundung durch Ordinierte zu befreien und Ordinierten per se nicht einen höheren Status einzuräumen als Laien (von Fragen der Etikette mal abgesehen, hier hätte ich damit keine Probleme).

Andererseits aber Mönche und Nonnen zu akzeptieren, inklusive der verheirateten Priester und Priesterinnen, als eine - und vielleicht nicht die Schlechteste - Möglichkeit, das Dharma zu praktizieren und hilfreich anderen zur Seite zu stehen. Das ist wenigstens (auch heute schon) meine Ansicht.

Gruß

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon kongjiazhong am 01.12.2009, 22:09

catflap08 hat geschrieben: Ich denke es gibt Argumente für beides /Laien- und Tempelbuddhismus/. Den Laienbuddhismus in Europa als das Nonplusultra anzusehen halte ich für falsch. Aus meiner Erfahrung in der SGI kann reiner Laienbuddhismus auch sehr zu Verflachung führen. (...) Ich persönlich sehe einen Priesterin oder Priester als estwas unterstützendes also als jemand den ich fragen kann der/die eine fundierte Ausbildung genossen hat. Praktizieren und anweden muss ja noch immer ich den Buddhismus und zwar im Alltag. (...) Wie gesagt ich möchte nicht das eine gegen das andere setzen und sehe auch keinen Grund eine Abwägung zu machen, da es Gründe für beides gibt und Priester/Mönche und Laien sich ja ergänzen.

Das sehe ich sehr ähnlich. Ich befürworte zwar eine "Autonomie" der Laien (als Teil der Sangha), aber es gibt genauso wenig einen Grund den Laienbuddhismus zu idealisieren, wie dafür, die anleitende und unterstützende Rolle von Ordinierten (ebenfalls Teil der buddhistischen Sangha) zu verkeleinern oder Ordinierte zu dämonisieren.

Ablehnen würde ich aber Ordinierte, die als die einzigen Vermittler zwischen dem unerleuchteten und dem erleuchteten Zustand auftreten. Insofern könnte ein Hoher Priester im Taiseki-ji genauso wenig mit meiner Zustimmung rechnen, wie einer im Petersdom und anderswo.

Gruß

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Re: Nichiren-Schulen

Beitragvon catflap08 am 01.12.2009, 23:03

@ Benkei

Das Konzept der Zufluchtnahme lernte ich erst nach meinem Weggang aus der SGI kennen wie auch die Boddisatva Gelübde ins tägliche Gebet aufzunehmen wie auch die Anwendung kontemplativer Meditationsformen. Zu meiner Zeit musste ich jedoch allen anedern Glaubensrichtugen abschwören - kann sein das man das nicht mehr ausdrücklich muss.
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