Mal etwas allgemeines zum Glauben. Erst einmal müsste man rauskriegen, wo die Grenze zwischen Glauben und Vertrauen liegt. Das Vertrauen im Buddhismus wesentlich erachtet wird, glaub ich werden nur wenige Leute bestreiten.
Und es gibt viel Lehren, die meiner Meinung nach eben auf Glauben und Vertrauen beruhen, und eben nicht auf Erfahrung.
Zum Beispiel: Nirvana ist Frieden. Aber auch solche Dinge wie Karma und Weitergeburt. Das es so etwas wie Erwachen gibt. Das es kein Ich gibt und etwas unbedingtes, ungeborenes.
Ich würde sogar sagen, das wesentliche liegt jenseits aller Erfahrung. Es geht also eher um Verwirklichung als um Erfahrung.
In den jeweiligen Schulen kommen noch die Lehren der jeweiligen Schule dazu. Also hier so etwas wie das Glauben an das Gohonzon und das Daimoku (und solche Dinge wie die überragende Rolledes Lotossutra und die besondere Rolle Japans im Befreiungsprozess).
In anderen Schulen andere Dinge (z.B. Tulkus oder das Nembutsu).
Das zweite Thema ist Mission: Ich habe den Eindruck, daß es Gruppierungen gibt, die schon auf Wachstum ausgerichtet sind (NKT, Soka Gakkai, Diamantweg, Kwan Um Zen), und ich glaube, daß man dann auch von Mission reden kann. Sicher nicht in einer sehr aggressiven Form, aber in Form von Vorträgen, Werbung etc. Auch da wäre die Frage: Wo beginnt Mission, was verstehe ich darunter.
Inwieweit Buddhismus, besonders Mahayana eh auf Mission ausgerichtet ist (weil es die effektivste Form ist anderen zu helfen, indem man ihnen Dharma lehrt) ist eine interessante Frage.
Ich glaube aber, man will unter Buddhisten alles vermeiden, was nach Christentum klingt, deshalb vermeidet man solche Begriffe wie Mission und Glaube wie der Teufel das Weihwasser. Aber für mich ist das zum großen Teil Ideologie, wenn man genau hinschaut findet man überall Glauben und Mission. (So finden manche christliche Reliquien albern, aber buddhistische Reliquien oder gesegnete Statuen kraftvoll und befreiend, ich hab sogar den Eindruck, daß unter Buddhisten der Prozentsatz höher ist, die an so etwas glaubt, als unter Christen). Und es gibt ein Anpreisung der eigenen buddh. Richtung und eine Herabsetzung der anderen (Mein Weg ist ursprünglicher, schneller, umfassender, weiter, oder das was ihr über das Nichtglauben ans Lotossutra erzählt habt)
Buddhismus als keine Glauben und als nichtmissionarisch darzustellen, ist Teil der Mission.

Und ich hab auch den Eindruck, daß man in Asien keine Probleme mit den Begriffen Glauben und Mission hat.
Jedenfalls bekommt man wenn man bei Google Buddhist Mission eingibt, die Anzeige: ... von ungefähr 2.980.000 für Buddhist Mission.
Ansonsten wäre die Frage, inwieweit besondere Gruppen, nur verschärfte Ausformungen allgemeiner Tendenzen sind. (Das wär auch bei Soka Gakkai interessant, welche Ansätze da auch in weniger verschärfter Version aber im Ansatz auch bei Nichiren zu finden sind und bei seinen Vorgängern - von Tendai bis Shakyamuni).
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Ryonin
Namu Amida Butsu