Moderator: malsehen


monikamarie hat geschrieben:Wenn ich die Berichte über Asien sehe und höre, dass es sich um Buddhismus handelt, was dort für Hokuspokus dann gezeigt wird, dass ALLE Buddhisten sind, obwohl sie Hunde und Frösche essen oder Hähne gegeneinander kämpfen lassen, dann sind mir meditierende Materialisten lieber, deren Charakter die Chance hat, gerade aufgrund unserer westlichen kopflastigen Prägung, sich doch noch auf den Ursprung zu besinnen. Früher oder später geraten diese meditierenden Materialisten an die Grenze, während ich es für fast aussichtslos halte, einen von Geburt und Tradition geprägten blindglaubenden buddhistischen Asiaten die Lehre wirklich nahe bringen zu können. Da geht es häufig um Räucherstäbchen und Fürbitten - nicht anders als in der katholischen Kirche Lichtlein anzünden und die Mutter Maria um etwas zu bitten.
_()_ Monika

Onyx9 hat geschrieben: accinca:
Da stellt sich dann schon die Frage warum man denn ausgerechnet
so einem Buddha braucht sich auf die Fahne schreiben zu müssen.
Für die paar Jahre bis man tot und vernichtet sein wird (wie man dann
ja glaubt) lohnt es sich doch gar nicht,
Onda hat geschrieben:Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartungen in den westlichen Ländern von ca. 80 Jahren kann es sich durchaus auch lohnen, sich im Laufe seiner Lebensspanne an der Lehre des Erhabenen auszurichten, auch wenn man davon ausgeht, das danach Sense ist. Man muss deshalb auch noch lange nicht Materialist sein. LG Onda

accinca hat geschrieben: Wer eh nicht davon ausgeht, hat die Lehre
nicht verstanden und weiß deswegen eigentlich nicht warum er das
alles machen sollte. Früher oder später wird er denken: wozu die
ganze Anstrengung eigentlich gut sein soll wenn doch auch ohne
die Welt zu überwinden in Kürze die Welt überwunden sein wird wie
er ja glaubt. In der Konsequenz wird ihm das zum Widerspruch.
Im Grunde stimme ich dir da zu, allerdingsohne den letzten Satz. Denn die Welt, ist auch nur ein Konzept und muss um das von dir oben beschriebene zu erreichen auch überwunden werden. Aber das ergibt sich ja durch erkenntnis, deiner davor gegebenen beschreibung von selbst...Onda hat geschrieben:accinca hat geschrieben: Wer eh nicht davon ausgeht, hat die Lehre
nicht verstanden und weiß deswegen eigentlich nicht warum er das
alles machen sollte. Früher oder später wird er denken: wozu die
ganze Anstrengung eigentlich gut sein soll wenn doch auch ohne
die Welt zu überwinden in Kürze die Welt überwunden sein wird wie
er ja glaubt. In der Konsequenz wird ihm das zum Widerspruch.
Es kommt ganz darauf, wie man das Endziel des Buddha-Dharma definiert.
Für mich geht es ganz klar nicht um die "Überwindung der Welt" und ich habe auch kein Interesse daran, eine Kette von Wiedergeburten zu beenden, an die ich nicht glaube. Für mich geht es im Buddhismus primär darum, die Dinge mit fortschreitender Praxis immer mehr einfach so zu sehen, wie sie sind, vom Schleier der Konzepte befreit, anders gesagt: zu erwachen. In dieser Welt.
Es geht im Buddha-Dharma um die Überwindung von Aversion und Anhaftung, um die Überwindung von Fehlkonzepten über die Beschaffenheit dieser Welt, letztlich um die gänzliche Überwindung von Konzepten (bei Beibehaltung und Pflege der konzeptionellen Denkens in den Bereichen, wo es angebracht ist).
Es geht nicht um die Überwindung der Welt, denn das hieße, eine Lehre auf ein Fundament der Aversion zu stellen (die es ja zu überwinden gilt).
LG
Onda

Maybe Buddha hat geschrieben: Denn die Welt, ist auch nur ein Konzept
Onda hat geschrieben:Maybe Buddha hat geschrieben: Denn die Welt, ist auch nur ein Konzept
Nein, die Welt ist mehr als ein Konzept. Das zu erkennen, zu sehen, ist Erwachen.

Mirco hat geschrieben:Was meint ihr denn mit 'Welt'?
Alles Gute (-:
Onda hat geschrieben:Mirco hat geschrieben:Was meint ihr denn mit 'Welt'?
Alles Gute (-:
Welt, das ist die Gesamtheit des uns sich darbietenden Seienden, dessen Bestandteil wir sind.
LG
Onda

Maybe Buddha hat geschrieben:
Dennoch ist ja, solange man nicht erwacht ist, diese Welt (das ist die Gesamtheit des uns sich darbietenden Seienden, dessen Bestandteil wir sind. zitat Onda) nur ein Konzept, eine Vorstellung.
Onyx9 hat geschrieben:Glaubst Du wirklich Buddha hatte nur das Bestreben eine ganzheitliche, leidlich von konzeptionellem Denken befreite Sichtweise
zu erlangen ?
Und glaubst du wirklich, der Buddha hat nur eben diese Sichtweise erlangt ?
Die Allverbundenheit des Geistes hat er durch Schau zutiefst ausgelotet.
Wenn Thich Nhat Hanh u.a. dies ebenso betont, heißt das nicht, dass er den auf "höhere Ziele", "tiefere Schau", auf Erleuchtung
ausgerichteten Weg für überflüssig erachtet.
Er sieht sie in ihrer Ganzheit,

Onyx9 hat geschrieben: Für die paar Jahre bis man tot und vernichtet sein wird (wie man dann
ja glaubt) lohnt es sich doch gar nicht, und ein anständiges Leben
kann man doch angeblich auch als "meditierender" Materialist leben oder?
Also, einfach nur vorbei ziehen lassen....."

Onyx9 hat geschrieben:
Der Inhalt ist: das menschliche leben ist kostbar, gerade deshalb sollte man es nicht an wellnessbuddhismus verschwenden.
Der Bakram von heute, der hat nur dieses eine Leben
Allerdings: Unter obigem Kusala'schen Denkansatz kann es durchaus Sinn machen "heute" gut zu leben damit es mir "morgen" besser geht. 
Onda hat geschrieben:accinca hat geschrieben: Wer eh nicht davon ausgeht, hat die Lehre
nicht verstanden und weiß deswegen eigentlich nicht warum er das
alles machen sollte. Früher oder später wird er denken: wozu die
ganze Anstrengung eigentlich gut sein soll wenn doch auch ohne
die Welt zu überwinden in Kürze die Welt überwunden sein wird wie
er ja glaubt. In der Konsequenz wird ihm das zum Widerspruch.
Es kommt ganz darauf, wie man das Endziel des Buddha-Dharma definiert.
Für mich geht es ganz klar nicht um die "Überwindung der Welt" und ich habe auch keinerlei Interesse daran, eine "Kette von Wiedergeburten" zu beenden, an die ich nicht glaube. Für mich geht es im Buddhismus primär darum, die Dinge mit fortschreitender Praxis immer mehr einfach so zu sehen, wie sie sind, vom Schleier der Konzepte befreit, anders gesagt: zu erwachen. In dieser Welt.
Es geht im Buddha-Dharma um die Überwindung von Aversion und Anhaftung, um die Überwindung von Fehlkonzepten bezüglich der Beschaffenheit dieser Welt, letztlich um die gänzliche Überwindung von Konzepten (bei Beibehaltung und Pflege des konzeptionellen Denkens in den Bereichen, wo es angebracht und hilfreich ist). Es geht nicht um die "Überwindung der Welt", denn das hieße, eine Lehre auf ein Fundament der Aversion zu stellen. Außerdem ist es schlechterdings unmöglich, die Welt zu überwinden.
LG
Onda

Onda hat geschrieben:Es kommt ganz darauf, wie man das Endziel des Buddha-Dharma definiert.
Für mich geht es ganz klar nicht um die "Überwindung der Welt" und ich habe auch keinerlei Interesse daran, eine "Kette von Wiedergeburten" zu beenden, an die ich nicht glaube. Onda

Bakram hat geschrieben:Ich gehe davon aus das dem nicht so ist (persönliche Wiedergeburt), Trotzdem wird immer wieder davon gesprochen und geschrieben. Es existiert ein Kozept "Wiedergeburt". Ich erkenne dieses Konzept der "wiederkehrenden Veränderung" im Buddhismus in zahlreichen Metaphern: Rad, Mandala, Chants, Samsarsa. Am stärksten aber in der umständlich sich wiederholend verändernden Aussagen Buddhas im Palikanon.



Geronimo hat geschrieben:
Wunsch nach Dasein widerspricht den höchsten Erkenntnissen des Buddha. Und das hat nichts mit Aversion zu tun, sondern mit wahrem Wissen.

Onda hat geschrieben:Die Geschichte vom Beenden der Wiedergeburten (im direkten Wortsinne!), diese Geschichte von der Auslöschung des Lebens, ist ein Gedankenkonstrukt und eine verkappte Suizid-Phantasie, die auf dem Fundament der Aversion errichtet ist und damit immer noch am Konzept eines dauerhaften Ichs anhaftet. Sinnvoll in den Buddha-Dharma zu integrieren ist das Konzept der "Beendigung der Wiedergeburten" allenfalls in einem metaphorischen Sinne, wie das beispielsweise der thailändische Lehrmeister Buddhadhasa gemacht hat. Für ihn bedeutet (Wieder)-Geburt das ständige Neugeborenwerden der Illusion eines dauerhaften Ichs.
LG
Onda

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