Losang Lamo hat geschrieben:Alles noch dran.

Keine Panik.
Ich dachte immer, Osho sei eher Hinduistisch und letztendlich eben selbstgebastelt?
Letztlich ist es etwas eigenes, und eigentlich auch das nicht als eine Lehre. Eher eine Widersprüchlichkeit als Methode. (Daher machen meiner Meinung nach auch die ganzen thematischen Zusammenstellungen, die es inzwischen zu Hauf zu kaufen gibt, von Osho-Texten keinen Sinn)
Aber sicher gibt es so Grundmuster.
Von Geburt aus war er Jain. Es waren auch viele Jain-Lehrer und -Heilige im Haus seiner Großeltern. Daran konnte er sich schon als Kind abarbeiten.

Eine der von ihm wohl meistverehrten Schriften ist eine Hinduistische (Wobei Hinduismus keine Lehre oder Religion ist, sondern eine Zusammenfassung von vielen religiösen Bewegungen aus dem Indus-Tal):
Das Vigyan Bhairav Tantra, einer Schrift, indem Shiva seiner Gefährtin über 100 Meditationsansätze benennt. Interessanter Weise benutzte Osho eine Übersetzung von Paul Reps, die in einem Buch über Zen erschien.
Mit dem Buddhismus verbindet ihn ein (meist) atheistischer Ansatz von Religion/Spiritualität/Mystik. Und er mochte glaub ich auch einige Ansätze und Meister des Zen sehr. (Sein letzter Name, Osho, ist ja auch mit Zen-geprägt)
Mit dem Taoismus (dem frühen philosophischen von Laotsi und Zhuangzi) die Ablehnung und Kritik von formeller normativer künstlichen Ethik und das Favorisieren einer spontanen natürlichen Ethik (Ziran). Überhaupt verbindet ihn mit dem Taoismus viel: Das Bild des Fliessens z.B., das geschehen lassen, das Tun des Nicht-Tuns.
Aus meiner Sicht hatte Osho durchaus überzeugende Ansätze, vorallem in der Vor-Bhagwan-Zeit (Die Early talks sind da zu erwähnen, vor allem seine Diskussion mit Schülern von Maharishi Yogi und diesem auch selbst 1969 in Pahalgam, dann seine Frühen briefe, als Die Saat der Weisheit herausgegeben und aus der Bhagwanzeit "Mein Weg, der Weg der weißen Wolken") aber aus meiner Sicht gibts dann auch viel unsinniges.
Ob er Sex hatte, weiß ich nicht, find ich aber auch nicht so interessant, weil er ja nie gegen Sex war.
Sein Sterben zeigte für mich wieder seine größe. Auf die frage, was mit seinen Überresten nach der Verbrennung geschehen soll, sagte er: "Stellt sie unters Bett".
Leider haben die oshies wohl den witz nicht kapiert, und daraus ein Heiligtum gemacht.
Meditation ist keine Methode. Durch Techniken, durch Methoden kannst du nicht jenseits des Geistes gelangen. Wenn du alle Methoden, alle Techniken fallen lässt, dann gehst du über den Geist hinaus. Also ist Meditation keine Methode. Wahrheit kann nicht durch Methoden erlangt werden.
Osho
Early talks
1969 in Pahalgam, Kashmir, India
Diskussion mit Schülern von Maharishi Mahesh Yogi
und auch kurz mit Maharishi Mahesh Yogi selbst
Ansonsten gabs hier schon mal Diskussionen darüber z.B.
http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?t=1390Ich denke, daß viele Ansätze sehr auf den Zeitgeist zugeschnitten waren, den der 60er bis 80er vor allem, und jetzt sicher schon hoffnungslos überaltert und antiquiert wirken. Heutzutage wär seine "Lehre" bestimmt komplett anders.
Mit leerer Hand kommst du, mit leerer Hand gehst du. Und grad zwischen Nichts und Nichts bist du verrückt genug zu glauben, etwas zu besitzen.
Osho
In der Absicht, Blinde anzuziehen, ließ Buddha seinem goldenen Munde spielerische Worte entspringen;
seitdem sind Himmel und Erde überwuchert mit dichtem Dornengebüsch.