Dorje's Gebet, Versuch einer Positionsbeschreibung

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Dorje's Gebet, Versuch einer Positionsbeschreibung

Beitragvon Dorje am 05.05.2007, 09:13

Mögen meine Irrtümer nicht enden
Da der Gedanke ist "Ich weiß ... ['Dieses' oder 'Jenes']",
Und die Dämonen, welche mein Geist ersonnen,
Mögen mir keine Ruhe lassen und mich quälen.
Wenn dann irgendwann das Maß voll ist,
Dann mögen mir all die Irrtümer und Dämonen
Ihr wahres Gesicht offenbaren,
Und mich so dorthin katapultieren,
Wo Worte und Schweigen verschmelzen.
Und dann mögen aus diesem Urgrund
Worte und Taten für andere fließen
Wie klares Wasser aus nie versiegender Quelle.



Mögen jegliche Verdienste,
die ich erworben habe
oder irgendwann erwerbe,
allen Wesen helfen
zum Vorteil von anderen und sich selbst
ihre eigene wahre Natur zu erkennen,
die seit anfangloser Zeit verweilt.
Dorje
 

Versuch einer Positionsbeschreibung

Beitragvon Dorje am 24.05.2007, 07:10

Ich fühle mich dem Vajrayana Buddhismus sehr verbunden. Dieser wird auch als "tibetischer" Buddhismus bezeichnet. Jedoch fühle ich mich keiner der tibetischen Schulen exklusiv verbunden.

Ich versuche den Geist der tibetischen Rime Bewegung des 19. und 20. Jahrunderts in Tibet in mir zu kultivieren, wach zu halten und zu intensivieren und die Methoden aller Schulen des Vajrayana gleichermaßen zu schätzen. Dabei weiß ich jedoch, dass eine Methode, die man praktiziert, immer die einer spezifischen Schule sein muss. Jedoch können meiner Einschätzung nach durchaus die Methoden unterschiedlicher Vajrayana Schulen miteinander kombiniert werden. Viele realisierte Lamas der tibetischen Schulen, die unterschiedlichste Übertragungen von mehreren Schulen erhalten haben, belegen dies.

Da die Lehre Buddhas als Arznei gegen Krankheit betrachtet wird, sehe ich die Rolle des Lehrers einer bestimmten Tradition/Schule auch darin, einen Schüler an einen Kollegen einer anderen Schule zu "überweisen", wenn es angezeigt ist. Genau so wie es ein guter weltlicher Arzt auch tun würde.

Der Vajrayana Buddhismus ist für mich einer der reichhaltigsten Traditionen und umfasst sowohl Stufenweg (Lamrim) als auch Dzogchen. Ein reichhaltige Methodik für's Geistestraining (Lojong) wird ebenso gelehrt. Ich halte in gewisser Weise alle diese Ansätze für unverzichtbar und empfinde da keine Widersprüche.

Bzgl. des tibetischen Buddhismus im Westen sind mir drei Prinzipien wichtig:
1. Menschen des westlichen Kulturkreises sollen nicht zu Pseudo-Tibetern mutieren, wenn sie Vajrayana Buddhismus praktizieren.
2. Politik und Spiritualität sollten streng getrennt werden.
3. Es gibt keine tibetische Tradition, die inhärent "besser" wäre als die andere.
Ich glaube Tendenzen im Westen zu erkennen, die diesen Prinzipien zuwider laufen. Was Punkt 3 angeht, so gibt es ganz offensichtlich Gruppierungen des tibetischen Buddhismus im Westen, die sich selbst auch über die Ablehnung von anderen Schulen definieren. Diese Gesinnung würde ich als Sektierertum bezeichnen und ich möchte davor warnen, sich solchen Gruppen anzuschließen.

Auch wenn ich mich dem Vajrayana Buddhismus verbunden fühle, so möchte ich doch darauf hinweisen, dass ich auch keine einzige der buddhistischen Traditionen, welche nicht Vajarayana lehrt, ablehne. Jede buddhistische Tradition hat im Buddhismus ihre Existenzberechtigung und hilft Menschen einer bestimmten Disposition ihr eigentliches Ziel zu erreichen.

http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?t=173&start=0
Dorje
 


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