
Maybe Buddha hat geschrieben:Hallo,
würde gerne mal was von Schopenhauer lesen... Was könnt ihr mir besonders empfehlen? Gibt es ein Hauptwerk?

Onda hat geschrieben:Zum Einlesen schön:
Parerga und Paralipomena
Gruß
Onda

Nightrainmonk hat geschrieben:'Daher nun ist die erste, ja schon für sich allein beinahe ausreichende Regel des guten Stils diese, dass man etwas zu sagen habe: O, damit kommt man weit!'
Warscheinlich gleich nach dem er die Methode der Auflösung des Leids dargelegt hatmirco hat geschrieben:Na, mich interessiert ja, an welcher Stelle Schopenhauer die Achtfache, zur Auflösung des Leidens führenden Methode dargelegt hat.
Alles Gute
...

mirco hat geschrieben:Es wird nach Gemeinsamkeiten, Parallelen gesucht. Warum bloß? Na, da lassen
sich bestimmt wieder viele Theorien über dieses Warum ersinnen.


mirco hat geschrieben:Schopenhauer, Tolle, Lasalle, Ekkehart, Jesus, die Brahmanen -
- immer wieder wird gewollt, das irgendetwas anderes irgentwie buddhistisch ist.
Meiner bescheidenen Meinung nach führt diese Suche nach Gemeinsamkeiten
bloß weg von der heilbringenden Beschäftigung mit der Lehre des Buddha. Oder dahin?
Onda hat geschrieben:mirco hat geschrieben:Schopenhauer, Tolle, Lasalle, Ekkehart, Jesus, die Brahmanen -
- immer wieder wird gewollt, das irgendetwas anderes irgentwie buddhistisch ist.
Im Falle von Schopenhauer ist das weniger ein Wollen der Leser als schlicht ein Faktum. Er war in seinem Denken stark von Buddhismus geprägt.
Onda hat geschrieben:Meiner bescheidenen Meinung nach führt diese Suche nach Gemeinsamkeiten
bloß weg von der heilbringenden Beschäftigung mit der Lehre des Buddha. Oder dahin?
Viele Dinge erschließen sich erst im Vergleich.

mirco hat geschrieben:Onda hat geschrieben:mirco hat geschrieben:Schopenhauer, Tolle, Lasalle, Ekkehart, Jesus, die Brahmanen -
- immer wieder wird gewollt, das irgendetwas anderes irgentwie buddhistisch ist.
Im Falle von Schopenhauer ist das weniger ein Wollen der Leser als schlicht ein Faktum. Er war in seinem Denken stark von Buddhismus geprägt.
Gähhn. Und der Rest von ihm, wie war der geprägt?
Onda hat geschrieben:Um einer geistigen Monokultur entgegenzuwirken, ist es sicherlich hilfreich, sich mit anderen Denkern neben Gautama zu beschäftigen - gerade die Differenzen - aber auch die scheinbaren oder echten Übereinstimungen - verhelfen oft zu schärferem Sehen.


Onda hat geschrieben:Um einer geistigen Monokultur entgegenzuwirken, ist es sicherlich hilfreich, sich mit anderen Denkern neben Gautama zu beschäftigen - gerade die Differenzen - aber auch die scheinbaren oder echten Übereinstimungen - verhelfen oft zu schärferem Sehen.
Der gute Gautama hat sich auch mit anderen Lehren auseinandergesetzt. Im PK finden sich viele Debatten mit "andersfährtigen" Asketen.
Onda hat geschrieben:6. Christen vergrößern oft noch das vorhandene Leid.
Nach Schopenhauer ist die Welt ein Jammertal, und sind die Menschen einerseits die gequälten Seelen und andererseits die Teufel darin. Zu den Übeln der Welt, den physischen Übeln, kommen noch von Menschen geschaffene moralische Übel hinzu. Wieder sieht Schopenhauer Theisten mit ihrer "gezwungene[n], andressierte[n], demüthige[n], schleichende[n] Bettlergebärde44 in den Kriminalakten der Menschheitsgeschichte besonders reich vertreten. So begünstige der gelegentliche Optimismus der Theisten die Mißachtung der Wahrheit, daß die Welt ein Schauplatz des Jammers sei – etwas, das zu neuem Unglück führt. Sind wir nämlich einmal frei von Leid, so spiegeln unruhige Wünsche uns die Chimären eines unerreichbaren Glücks vor, und diese Wünsche verleiten uns, diese Chimären zu verfolgen: Dadurch "bringen wir den Schmerz, der unleugbar real ist, auf uns herab"45.


TMingyur hat geschrieben:
Jede Sichtweise die nicht (wenigstens implizit) anatta lehrt ist falsche Sichtweise und verfestigt nur die Unwissenheit.
Ich meine - wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht - Schopenhauer's Sichtweise hatte ja durchaus "Anklänge" ans Mahayana: Weil die Welt "ein Jammertal" ist, ist die eizige Sinnstiftung das "Mitgefühl" (nannte er vielleicht anders) mit anderen und entsprechende Taten. Aber "anatta" fehlte bei ihm komplett ... oder?
Grüße
TM


TMingyur hat geschrieben:Dem Willen entspräche dann das zweite Glied des abh. Enstehens, also Karma.
Grüße
TM
Onda hat geschrieben:TMingyur hat geschrieben:Dem Willen entspräche dann das zweite Glied des abh. Enstehens, also Karma.
Grüße
TM
Ich denke, solche Vergleiche führen nicht sehr weit...
WILLE (bei Schopenhauer) = eine blinde, drängende, strebende, treibende, gestaltende Urkraft
Da sind (sanskara) Bildungen/Anordnungen/Gestaltungen/Formationen etwas anders...


TMingyur hat geschrieben:Ja genau. Deswegen lehrt Schopenhauer ja eine Irrlehre, denn woher sollte denn eine "Urkraft" kommen? Sie wird als "gegeben" postuliert. Aber wer oder was hat's "gegeben"?
Onda hat geschrieben:TMingyur hat geschrieben:Ja genau. Deswegen lehrt Schopenhauer ja eine Irrlehre, denn woher sollte denn eine "Urkraft" kommen? Sie wird als "gegeben" postuliert. Aber wer oder was hat's "gegeben"?
Auf solche "letzte Fragen" hat auch der Buddha keine Antwort gegeben. Warum dann Schopenhauer? (Der wie gesagt ein Philosoph war und kein spiritueller Lehrer und keine Konkurrenzveranstaltung zum pragmatisch orientierten Gautama aufmachen wollte.).


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