VIER ELEMENTE
Was aber sind die vier Elemente?
Es sind dies
das Feste Element,
das Flüssige Element,
das Hitze-Element und
das Wind-Element.
Die vier Elemente (dhātu oder mahā-bhúta) —in Pali pathaví-dhātu, āpo-dhātu, tejo-dhātu, vāyo-dhātu—sind aufzufassen als die Grundeigenschaften der Materie, die mit wechselnden Übergewicht, in jedem materiellen Gebilde auftreten. Dem Abhidhamma zufolge sind sie zu verstehen als die Elemente der Ausdehnung (oder Härte) der Kohäsion, der Temperatur im Allgemeinen, der Vibration (oder Bewegung).
Als die von diesen vier Elementen abhängige Körperlichkeit (upādāya rupa oder upādā-rupa) gelten im Abhidhamma die folgenden 24 körperlichen Phänomene: Seh-, Hör-, Riech-, Schmeck- und Körperorgan. Seh-, Hör-, Riech- und Schmeckobjekt; Männlichkeit, Weiblichkeit, Vitalität, physische Grundlage des Denkens (s. B. Wtb.: hadaya-vatthu), körperliche Äußerung, sprachliche Äußerung, Raumbegrenzung, Leichtigkeit, Geschmeidigkeit, Anpassungsfähigkeit, Wachstum, Kontinuität Verfall, Vergänglichkeit, stoffliche Nahrung.
Das in körperlichen Eindrücken bestehende körperliche Berührungsobjekt (photthabba) wird hier nicht gesondert genannt, da es identisch ist mit dem Festen, Hitze- und Wind-Element; diese sind erkennbar durch Empfindung von Druck, Kälte, Hitze, Schmerz usw.
22
1. Was ist aber das Feste Element (pathaví-dhātu)? Das Feste Element mag eigen sein oder fremd. Was ist nun das eigene Feste Element? Was da jedesmal beim eigenen Körper an Hartem oder Festem karmisch erworben (upādinna) ist, als wie Kopfhaare, Körperhaare, Nägel, Zähne, Haut, Fleisch, Sehnen, Knochen, Knochenmark, Nieren, Herz, Leber, Innenhäute (wie Zwerchfell usw.), Milz, Lunge, Darm, Gekröse, Magen und Kot; und was da sonst noch jedesmal beim eigenen Körper an Hartem oder Festem karmisch erworben ist: das nennt man das eigene Feste Element. Was es aber an eigenem Festen Element gibt und was es an fremdem Festen Element gibt: beides eben ist das Feste Element; und da sollte man der Wirklichkeit gemäß und in rechter Einsicht also erkennen: ,Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Ich'.
23
2. Was aber ist das Flüssige Element (āpo-dhātu)? Das Flüssige Element mag eigen sein oder fremd. Was ist nun das eigene Flüssige Element? Was da jedesmal beim eigenen Körper an Flüssigem und Feuchtem karmisch erworben ist, als wie Galle, Schleim, Eiter, Blut, Schweiß, Fett, Tränen, Hautschmiere, Speichel, Rotz, Gelenkschmiere und Urin; und was da sonst noch jedesmal beim eigenen Körper an Flüssigem und Feuchtem karmisch erworben ist; das nennt man das eigene Flüssige Element. Was es aber an eigenem Flüssigen Element gibt und was es an fremdem Flüssigen Element gibt, beides eben ist das Flüssige Element; und da sollte man der Wirklichkeit gemäß und in rechter Einsicht also erkennen: ,Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Ich'.
24
3. Was aber ist das Hitze-Element (tejo-dhātu)? Das Hitze-Element mag eigen sein oder fremd. Was ist nun das eigene Hitze-Element? Was da jedesmal beim eigenen Körper an Hitze und Wärme karmisch erworben ist, wie das wodurch man erhitzt, verzehrt und verbrannt wird, wodurch, was man gegessen, getrunken, geschmeckt hat, zur völligen Verdauung gelangt; und was da sonst noch jedesmal beim eigenen Körper an Hitze und Wärme karmisch erworben ist: das nennt man das eigene Hitze-Element. Was es aber an eigenem Hitze1Element gibt und was es an fremdem Hitze-Element gibt, beides ist eben das Hitze-Element; und da sollte man der Wirklichkeit gemäß und in rechter Einsicht also erkennen: ,Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Ich'.
25
4. Was aber ist das Wind-Element (vayo-dhātu)? Das Wind-Element mag eigen sein oder fremd. Was ist nun das eigene Wind-Element? Was da jedesmal beim eigenen Körper an Winden und Gasen karmisch erworben ist, wie die auf- und absteigenden Winde, die Winde des Bauches und des Darms, die den ganzen Körper durchströmenden Winde, sowie Ein- und Ausatmung; und was da sonst noch jedesmal beim eigenen Körper an Winden und Gasen karmisch erworben ist: das nennt man das eigene Wind-Element. Was es aber an eigenem Wind-Element gibt und was es an fremdem Wind-Element gibt, beides ist eben das Wind-Element; und da sollte man der Wirklichkeit gemäß und in rechter Einsicht also erkennen: ,Das gehört mir nicht, das bin ich nicht, das ist nicht mein Ich'. Gerade wie man den durch Balken, Binsen, Rohr und Lehm zustande gekommenen Raum als Haus bezeichnet, ebenso auch bezeichnet man den durch Knochen, Sehnen, Fleisch und Haut gebildeten Raum als den Körper.
aus
Das Wort des Buddha