buddhismus und ur-angst

Allgemeine Diskussion über die buddhistische Lehre

Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon accinca am 12.09.2011, 23:09

zenbo hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Was ist denn "die Urangst"? Der Tod, Angst vor Leiden oder was soll das sein?

hab auf dem philosophie forum gefragt, hier die antwort von Existenzphilosoph:
»Die drei Fragen lauten: „Wo komme ich her?“, „Wer bin ich?“, „Wo gehe ich hin?“.
Solange wir auf diese Fragen keine Antwort finden, herrscht die Urangst. « zenbo

Was es alles auf der Welt für Vorstellungen gibt......
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Mabuttar am 13.09.2011, 09:14

zenbo hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Was ist denn "die Urangst"? Der Tod, Angst vor Leiden oder was soll das sein?



hab auf dem philosophie forum gefragt, hier die antwort von Existenzphilosoph:

»Die drei Fragen lauten: „Wo komme ich her?“, „Wer bin ich?“, „Wo gehe ich hin?“. Solange wir auf diese Fragen keine Antwort finden, herrscht die Urangst. «

Jean Gebser, URANGST UND URVERTRAUEN in «Ursprung und Gegenwart», Band 5,2 Vorlesungen und Reden zu „Ursprung und Gegenwart“ ISBN 3-907160-061

und nun kann die diskussion eigentlich losgehen, beantwortet der buddhismus diese fragen mit endgültiger, oder wenigstens, nachvollziehbarer autorität?

lg zenbo


Nun nach der heutigen Naturwissenschaft wären die Antworten vielleicht so
Woher?: Urknall, Materie, Chemie und Informationsbildungen, oder: von den Eltern.
Wer bin ich ?: Säugetier, ein biologischer Körper
Wo gehe ich hin?: Einkaufen :lol: oder : nach einigen körperlichen und geistigen betätigungen verfallen alle körperlichen Teile und gehen später wieder neue Formen ein.

Aber wäre damit die Urangst gelöst ? Vielleicht erst, wenn man es wie im Buddhismus, akzeptiert und einen gewissen Gleichmut entwickelt.

eine buddhistische Antwort auf die 3 Fragen könnte sein, 1. Woher? Entstehen und Vergehen von Welten und Wesen
2. Es gibt 5 Skhandas aber mit deren Identifikation entsteht Leiden. 3. Wo gehe ich hin?: Ins ständige Entstehen und Vergehen.
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Maybe Buddha am 13.09.2011, 13:16

Mabuttar hat geschrieben:
zenbo hat geschrieben:
accinca hat geschrieben:Was ist denn "die Urangst"? Der Tod, Angst vor Leiden oder was soll das sein?



hab auf dem philosophie forum gefragt, hier die antwort von Existenzphilosoph:

»Die drei Fragen lauten: „Wo komme ich her?“, „Wer bin ich?“, „Wo gehe ich hin?“. Solange wir auf diese Fragen keine Antwort finden, herrscht die Urangst. «

Jean Gebser, URANGST UND URVERTRAUEN in «Ursprung und Gegenwart», Band 5,2 Vorlesungen und Reden zu „Ursprung und Gegenwart“ ISBN 3-907160-061

und nun kann die diskussion eigentlich losgehen, beantwortet der buddhismus diese fragen mit endgültiger, oder wenigstens, nachvollziehbarer autorität?

lg zenbo


Nun nach der heutigen Naturwissenschaft wären die Antworten vielleicht so
Woher?: Urknall, Materie, Chemie und Informationsbildungen, oder: von den Eltern.
Wer bin ich ?: Säugetier, ein biologischer Körper
Wo gehe ich hin?: Einkaufen :lol: oder : nach einigen körperlichen und geistigen betätigungen verfallen alle körperlichen Teile und gehen später wieder neue Formen ein.

Aber wäre damit die Urangst gelöst ? Vielleicht erst, wenn man es wie im Buddhismus, akzeptiert und einen gewissen Gleichmut entwickelt.

eine buddhistische Antwort auf die 3 Fragen könnte sein, 1. Woher? Entstehen und Vergehen von Welten und Wesen
2. Es gibt 5 Skhandas aber mit deren Identifikation entsteht Leiden. 3. Wo gehe ich hin?: Ins ständige Entstehen und Vergehen.
Ich denke Zenbo's "Problem" mit diesen Fragen ist, das er an ein dauerhaftes Ich glaub, an eine Seele, die schon vor der Geburt da war und auch nach dem Tod überdauert (korrigier mich wenn ich dich falsch einschätze, aber durch deine Fragen und antworten macht das für mich am meißten sinn).
"Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon zenbo am 13.09.2011, 14:16

Maybe Buddha hat geschrieben:Ich denke Zenbo's "Problem" mit diesen Fragen ist, das er an ein dauerhaftes Ich glaub, an eine Seele, die schon vor der Geburt da war und auch nach dem Tod überdauert (korrigier mich wenn ich dich falsch einschätze, aber durch deine Fragen und antworten macht das für mich am meißten sinn).


die letzten fragen bleiben halt unbeantwortet, jedenfalls seh ich das so.

lg zenbo
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Maybe Buddha am 13.09.2011, 14:46

zenbo hat geschrieben:
Maybe Buddha hat geschrieben:Ich denke Zenbo's "Problem" mit diesen Fragen ist, das er an ein dauerhaftes Ich glaub, an eine Seele, die schon vor der Geburt da war und auch nach dem Tod überdauert (korrigier mich wenn ich dich falsch einschätze, aber durch deine Fragen und antworten macht das für mich am meißten sinn).


die letzten fragen bleiben halt unbeantwortet, jedenfalls seh ich das so.

lg zenbo

Was soll das jetzt heissen? Das hat doch jetzt gar nichts mit meinem Post zu tun. Dann frage ich nochmal direkt: Du glaubst an eine Seele?

Es geht ja auch nicht um die Antworten... Es geht um die ständige Zweifelsucht des Ego's. Bekommst du eine Antwort auf deine Fragen (zb "woher kommt alles"), würdest du selbst wenn die Antwort stimmen würde, am nächsten Tag wieder dran zweifeln. Oder wirst Fanatiker bzw Fundamentalist. So funktionirt das Ego.... Zweifel (schwanken zwischen den extremen) oder Extreme. Buddha lehrt den mittleren Weg...
"Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon zenbo am 13.09.2011, 14:59

Maybe Buddha hat geschrieben:Was soll das jetzt heissen? Das hat doch jetzt gar nichts mit meinem Post zu tun. Dann frage ich nochmal direkt: Du glaubst an eine Seele?

Es geht ja auch nicht um die Antworten... Es geht um die ständige Zweifelsucht des Ego's. Bekommst du eine Antwort auf deine Fragen (zb "woher kommt alles"), würdest du selbst wenn die Antwort stimmen würde, am nächsten Tag wieder dran zweifeln. Oder wirst Fanatiker bzw Fundamentalist. So funktionirt das Ego.... Zweifel (schwanken zwischen den extremen) oder Extreme. Buddha lehrt den mittleren Weg...


wenn es eine seele gibt dann hat sie auf dieser welt keinen bestand, es ist ja alles vergänglich. aber vieleicht ist diese welt die wir sehen nicht alles was es gibt, vieleicht löst sich die seele erst mal auf, um dann in alter frische vor einem schöpfergott, rechenschaft ablegen zu müssen.

lg zenbo
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Maybe Buddha am 13.09.2011, 15:15

zenbo hat geschrieben:
Maybe Buddha hat geschrieben:Was soll das jetzt heissen? Das hat doch jetzt gar nichts mit meinem Post zu tun. Dann frage ich nochmal direkt: Du glaubst an eine Seele?

Es geht ja auch nicht um die Antworten... Es geht um die ständige Zweifelsucht des Ego's. Bekommst du eine Antwort auf deine Fragen (zb "woher kommt alles"), würdest du selbst wenn die Antwort stimmen würde, am nächsten Tag wieder dran zweifeln. Oder wirst Fanatiker bzw Fundamentalist. So funktionirt das Ego.... Zweifel (schwanken zwischen den extremen) oder Extreme. Buddha lehrt den mittleren Weg...


wenn es eine seele gibt dann hat sie auf dieser welt keinen bestand, es ist ja alles vergänglich. aber vieleicht ist diese welt die wir sehen nicht alles was es gibt, vieleicht löst sich die seele erst mal auf, um dann in alter frische vor einem schöpfergott, rechenschaft ablegen zu müssen.

lg zenbo
Okey Dokey, ich bin dann mal raus hier... Vielleicht solltest du wirklich eher im Philosophie Forum, oder unten auf der Seite im Unterforum Philosophie bzw in der Plauderecke deine Fragen stellen...

Spricht nix dagegen. Vor 10 Jahren hab ich auch so angefangen wie du jetzt. Und letztendlich bin ich endgültig bei der Lehre des Buddha gelandet (da mir alle anderen Lehren und philosophen auch nie ausreichende Antworten geben konnten). Wie gesagt hab ich früher auch gerne philosophiert und herumdiskutiert. Das bringt dich aber zu nichts ausser noch mehr verwirrung. Allerdings ist es grade für Grübler, Skeptiker und Philosophen (so wie ich damals), nicht damit getan wenn einem jemand diesen Rat gibt, denn an dem Rat zweifelt man natürlich auch ;). Man muss es selber erfahren... Ich hoffe es ist bald soweit und ich wünsch dir viel Glück und Erfolg das du es auch bald erfährst (vom damaligen Skeptiker an den jetzigen ;))

liebe Grüße :D
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon void am 13.09.2011, 17:38

Maybe Buddha hat geschrieben:Spricht nix dagegen. Vor 10 Jahren hab ich auch so angefangen wie du jetzt. Und letztendlich bin ich endgültig bei der Lehre des Buddha gelandet (da mir alle anderen Lehren und philosophen auch nie ausreichende Antworten geben konnten). Wie gesagt hab ich früher auch gerne philosophiert und herumdiskutiert. Das bringt dich aber zu nichts ausser noch mehr verwirrung. Allerdings ist es grade für Grübler, Skeptiker und Philosophen (so wie ich damals), nicht damit getan wenn einem jemand diesen Rat gibt, denn an dem Rat zweifelt man natürlich auch


Skepsis bedeutet ja zunächst einmal nicht zu vertrauen sondern in Frage zu stellen. Allerdings kann das dazu führen, das man von Hunderste ins Tausendste gelangt.

Was man mit seinen Fragen ja wirklich ersehnt ist ein Punkt, wo man "zufrieden" sein kann - wo man sagt "ah das macht Sinn" und nicht das Bedürfnis hat weiterzufragen. Aber wie Faust versagt man sich ja genau das.

Eben weil man - du vielleicht früher zenbo vilelicht jetzt - ein tiefes Gefühl dafür hat, das alle Antworten nur unzureichende Konstrukte sind und die Wirklichkeit so porös und fraktal ist, dass sie sich nicht mit einfachen Antworten einfangen lässt.

Im Zen gibt es das Konzept des "Grossen Zweifels". Also nicht Zweifel beiseitezuscheiben, sondern an dessen Wurzel zu gehen. So radikal zu zweifeln (nicht intelketuell sondern mit dem ganzen Wesen) , dass man sich selbst in Frage stellt und in Erleuchtung umstülpt.
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Maybe Buddha am 14.09.2011, 09:01

nyalaana hat geschrieben:Es gibt glaube ich eine Lehrrede Buddhas, in der er gefragt wird, wie denn die Welt erschaffen wurde? Ob es tatsächlich so sei wie in der hinduistischen Lehre beschrieben? Wenn ich mich nicht irre war seine Antwort in etwa wie folgt: Es lohne sich nicht mit einer Antwort auf diese Frage zu beschäftigen, da man jedwede Antwort nicht selbst überprüfen könne.

Mir hat dieser Ansatz sehr geholfen. Glaubensinhalte anderer Religionen, "Was wäre wenn"-Fragen etc, man kann darüber herrlich spekulieren, manchmal machen solche Gedankenspiele auch Spass, aber mir sind die Antworten darauf nicht mehr so wichtig, bzw ich weiß, dass ein Anderer sehr leicht andere Ansichten haben kann, und das ist dann auch gut so.


aus einem anderen Thread, aber passt hier auch gut!
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Maybe Buddha am 14.09.2011, 09:34

Un das nächste Zitat was wunderbar passt:
accinca hat geschrieben:So direkt wüßte ich jetzt nicht wo er so gefragt oder geantwortet
hätte zumal es damals den Begriff des "Hinduismus" noch gar nicht
gegeben hat. Es gab aber eine Vielzahl von Lehrer und Lehren die
zum Teil sehr widersprechende Ansichten über die Welt hatten. Aber
richtig ist auf alle Fälle, das es Ansichten in der Welt gibt, über die
es sich nicht einmal lohnt nachzudenken.

Die Gründe dafür mögen verschieden sein, z.B. weil sie völlig unsinnig,
und falsch oder unheilsam sind als wie auch, das nicht jeder dazu befähigt
ist sie zu verstehen, selbst wenn man es ihm sagen würde oder weil der
Gegenstand Frage nicht vorhanden ist. So kann man aus grundsätzlichen
Erwägungen eine Frage nach der Ursache der Welt nicht beantworten,
da jede mögliche Antwort wieder eine neue Frage nach dessen Herkunft
aufwerfen würde. Würde man sie aber beantworten gleich die nächste
Frage nach dessen Herkunft auf käme. Es wäre eine Kette unendlicher
Fragen für die es niemals ein Ende geben könnte.
Solche nicht zu beantwortenden Fragen sind abzuweisen weil der
Gegenstand nach dem Gefragt wird nicht vorhanden ist, als auch der
Sinn der Frage.
Es wäre wie einer der einen Alptraum hat und glaubt ein Löwe würde
ihn verfolgen und nun wissen will wo diese Löwen immer Herkommen.
Solange er nicht aus diesem Traum erwacht wird es für ihn keine Antwort
geben und wenn er daraus erwacht, wird er erkennen wie unsinnig seine
mit der Erwartungshaltung verbundene Frage war.
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Re: buddhismus und ur-angst

Beitragvon Ellviral am 14.09.2011, 11:36

Mal einfach so:
Mein Mann hat das einfach mal so gesagt: Alle Religionen und Philosophien sind nur dazu da zu beweisen das der Tod nicht das Ende ist.

Ist doch hübsch nicht!
So einfach kann Erkenntnis und Lebensfreude entstehen. Der bringt einfach den Tod um.
Wenn ich einschlaf weiss nur jemand der mich schlafend sieht das ich schlafe, ich weiss davon nichts. Was sollte nach meinem Sterben anders sein.
Ein Nahtod Erlebnis ist kein Tod Erlebnis, denn ein Toter kann nicht mehr sagen was er erlebt.
Wenn ich schlafe kann ich auch nicht erzählen was ich erlebe. Schlaf ist auch nur ein Nahtod Erlebnis. Mit jedem Aufwachen beginnt eine Geburt eines Neuen Lebens. Das "Kamma" das ich vor dem Einschlafen angesammelt wirkt sich ganz normal in dieser neuen Geburt aus. Jeder kann das wissen!
Mit jeder neuen Geburt erschaffe ich mein Leben am nächsten Tag der mit dem Aufwachen aus dem Schlaf beginnt.
Buddha und mein Mann haben mich von diesem Leiden erlöst und andere Leiden sind nur noch meine Eingriffe in das bedingte Entstehen.
Gott sprach: Es werde Licht. Da wurde er Licht und verlor seine Freiheit.
Ich dachte: Ich möchte geboren sein. Da war ich, sofort in den Bedingungen.
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