besondere Beiträge

Allgemeine Diskussion über die buddhistische Lehre

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 09.09.2011, 18:26

Akuma hat geschrieben:
Buddha erklärt immer wieder, daß (...) Geburt das Ergreifen der Skhandas ist, Tod, der Tod der Skhandas.


Beweise.

Ryonin hat geschrieben:Also endet auch der Bewusstseinsstrom, wie der Skhandastrom überhaupt mit dem Tod.


Zeig mir mal einen temporalen Ablauf ausserhalb eines Lebewesens, welches wahrnimmt oder ein Objekt in einem festen Zustand ausserhalb dessen. Wenn Du das kannst widersprichst Du Deinen eigenen Ausführungen, wenn Du das nicht kannst ebenfalls. Es gibt keinerlei Tod ausserhalb des abhngigen Entstehens und genau das ist der Haken an der Sache, wieso es Wiedergeburt zwingend geben muss. Da es garkeine Objekte gibt, welche wirklich sind oder sich verändern oder zusammengesetzt sind oder abhängig entstehen, daher gibt es nur fehlerhafte auf nichts als eben dieser funktionalen Relativität basierende Wahrnehmungen von Fluktuationen des Bewusstseins. Dieser Strom hat garkeine Notwendigkeit mit etwas zu enden, dass nicht wirklich existiert, seine Existenz basiert nicht auf Materie, weil es Materie als solche nicht gibt und diese keine Ursache sein kann. Er ist auch nicht determiniert, weil etwas, das aus sich heraus nichts bestimmtes ist nicht determinierbar ist.

Die in der Vergangenheit durch Karma bedingt entstandenen Daseinsgruppen [= skandhas, also Körperlichkeit, Empfindung, Wahrnehmung, Wille und Bewusstsein], die sind eben dort erloschen. Durch das vergangene Karma aber bedingt, sind in diesem Dasein andere Gruppen entstanden; doch ist aus dem vergangenen Dasein nichts in dieses Dasein übergegangen. Auch die in diesem Dasein durch Karma bedingt entstandenen Gruppen [skandhas] werden erlöschen; doch wird aus diesem Dasein nichts in das künftige Dasein übergehen.


Du übersiehst den eigentlichen Sinn von Buddhaghosas Aussage.
Worauf er hier Bezug nimmt ist die Momentarität der Dharmas, welche seit dem Abidharma angenommen wird, um zB Veränderung zu erklären. Im Buddhismus gibt es nur subjektive aufflackernde Dharmas, also entsteht eine Dharma Anhäufung und vergeht sofort wieder dann entsteht die nächste. Deshalb sind die Khandas von gestern erloschen, genau wie die von gerade. Der Kette tut das aber keinerlei Abbruch, sie fluktuiert weiter, bis eben diese Fluktuation (Stress / Dukkha) beendet wird. Und eben das nennt man dann Nirvana oder Nirodha. Genau in der gleichen Weise verwendet Buddhaghosa das Gleichnis der Kerze, in welcher er die flackernde Flamme als Symbol für auftauchende Dharmas nimmt und auf diese Weise Wiedergeburt erklärt, die Flamme des einen Momentes ist nicht die des nächsten aber sie ist dennoch auch nicht eine andere Flamme.

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon sumedhâ am 11.09.2011, 19:48

Ryonin hat geschrieben:Ram Tzu hört das die ganze Zeit...

Du hattest eine tiefgehende, enthüllende,
dich tief bewegende spirituelle Erfahrung.
Jetzt hängst du fest.
Jetzt willst du mehr.
Jetzt bist du ein Sucher.

Kein Junkie war je
der Sache mehr ergeben
oder beständig mehr betrogen
oder elender dran.

Einst magst du
zufrieden gewesen sein
mit einem neuen Auto
oder einem liebenden Gefährten.

Jetzt wirst du dich
mit nichts Geringerem begnügen
als mit dem Einswerden mit Gott. *

Ram Tzu weiss dies...

Du bist beschissen dran.

Wayne Liquorman

* kann ersetzt werden mit dem Lieblingsziel: Freisein von Leiden, ewige Glückseligkeit, Einsein mit dem Tao, Nirvana, Thetan oder der Vision des fliegenden Spagettimonsters

Quelle
sumedhâ
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Kusala am 12.09.2011, 11:06

Ellviral hat geschrieben: viewtopic.php?f=15&t=7201&start=120#p130637

Wie entsteht eigentlich Esoterisches?

Mein Erkennen ist das es immer da auftaucht wo ein Meister seines Faches ein Geheimnis erzeugt.
Er macht GLAUBEN das da etwas ist das nur er hat und das nur er an Auserwählte weitergibt.

Jetzt mal der Gedanke der jetzt da war:
"Pandabär"1: Die Nudelsuppe seines Vaters enthält ein Geheimnis das nur er kennt und sein Sohn soll dieses Geheimnis finden. Am Ende stellt der Sohn fest das das Geheimnis der Suppe ist das er sie NUR mit ganzem Herzen kochen muss.

Wie wird DAS Geheimnis geknackt?
Intensives Bemühen um das Verstehen des Systems durch erfahren des Systems. Das bringt mich in die Lage das System zu "verbessern".......
Hab ich mit Astrologie, Kartenlegen, Pendeln, Totembau, I Ging, Reki(da bin ich noch nicht mit fertig) gemacht. Warum kommen da keine Sensationen über mich zustande? Ich habe eine ganz blöde Eigenschaft: Sofort wenn sich mir ein Anhänger meines Tun zeigte war ich weg, oder nicht mehr zugänglich. Ich hasse Huldigungen für etwas das jeder selbst machen kann.
Ich rede auch nicht mehr über meine "Fähigkeit" mit Menschen in direkter Begegnung. Das erzeugt sofort ein Verlangen nach Hilfe. Der anwesende Mensch wird von diesen Fähigkeiten sofort manipuliert, in dem Sinn das durch Prognose einer Heilung es ihm schon besser gehen wird. Er glaubt sofort das nur ich ihm helfen kann obwohl er vorher keine Hilfe brauchte, nur ein Gespräch mit mir.
Das einzige System der Esoterik das mein Zerschneiden unbeschadet überlebt hat ist das des Buddha. Somit ist dieses System kein System und schon gar keine Esoterik. Hingegen der Buddhismus genauso wie alle Religionen voller Esoterik ist = die Jagd nach dem Geheimnis. Das Ekelhafte an Buddha ist das er kein Geheimnis hat. Nur Befreiung. Und, welcher Machtgierige kann das schon gebrauchen, seine Schäfchen sind durch Buddha keine Schäfchen mehr sonder nur noch Menschen wie er auch.

liebe Grüsse
Helmut
Kusala
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon nyalaana am 14.09.2011, 23:29

crazy-dragon hat geschrieben:... Trotzdem ist jeder Tag ein guter Tag: Weil es keinen anderen gibt. 8)
nyalaana
Intensiver Nutzer
Intensiver Nutzer
 
Beiträge: 408
Registriert: 27.05.2010, 12:50
Wohnort: Saarbrücken

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 23.09.2011, 06:34

Elliot hat geschrieben:Aus diesen Sutten ergeben sich zwei Punkte:

1. Für die Befreiung ( paññāvimuttiṃ ) ist das Verweilen in den formlosen Vertiefungen nicht erforderlich:

"Was für eine Art von Person ist einer, der durch Weisheit befreit ist ( paññāvimuttiṃ )? Da nimmt eine bestimmte Person nicht mit dem Körper Kontakt mit jenen Erlösungen auf, die friedvoll und formlos sind und Formen transzendieren, und verweilt nicht darin, aber ihre Triebe sind vernichtet, dadurch, daß sie mit Weisheit sieht. Diese Art von Person nennt man einen, der durch Weisheit befreit ist. Von so einem Bhikkhu sage ich nicht, daß er noch Arbeit mit Umsicht zu erledigen hat. Warum ist das so? Er hat seine Arbeit mit Umsicht erledigt; er ist nicht mehr in der Lage, nachlässig zu sein [5]." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m070z.html)


2. Für die Befreiung ( paññāvimuttiṃ ), die das Überwinden der fünf niedrigeren Fesseln mit sich bringt, ist Konzentration unumgänglich, die zu cetovimuttiṃ führt:

"Es gibt einen Pfad, Ānanda, einen Weg zum Überwinden der fünf niedrigeren Fesseln; daß irgendjemand, ohne zu jenem Pfad, zu jenem Weg zu gelangen, die fünf niedrigeren Fesseln kennen oder sehen oder überwinden wird - dies ist nicht möglich. Wenn da ein großer Baum voller Kernholz steht, so ist es nicht möglich, daß irgendjemand sein Kernholz schneiden wird, ohne durch seine Rinde und sein Weichholz zu schneiden, ebenso gibt es einen Pfad, einen Weg zum Überwinden der fünf niedrigeren Fesseln; daß irgendjemand, ohne zu jenem Pfad, zu jenem Weg zu gelangen, die fünf niedrigeren Fesseln kennen oder sehen oder überwinden wird - dies ist nicht möglich." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m064z.html)


Weises Reflektieren reicht dafür nicht aus:

"Angenommen, ein Mann, der Kernholz benötigte, Kernholz suchte, sich auf die Suche nach Kernholz machte, käme zu einem großen Baum, der voller Kernholz dasteht, und er würde nur dessen Kernholz schneiden und mit sich fortnehmen, wohl wissend, daß es sich dabei um Kernholz handelt. Dann würde ein Mann mit guter Sehkraft bei seinem Anblick vielleicht sagen: 'Dieser gute Mann kannte sich aus mit dem Kernholz, dem Weichholz, der inneren Rinde, der äußeren Rinde, den Zweigen und Blättern. Als er Kernholz benötigte, Kernholz suchte, sich auf die Suche nach Kernholz machte, kam er zu einem großen Baum, der voller Kernholz dastand, und er schnitt daher dessen Kernholz und nahm es mit sich fort, wohl wissend, daß es sich um Kernholz handelte. Was immer dieser gute Mann mit dem Kernholz vorhatte, sein Zweck wird erfüllt werden.' Genauso, ihr Bhikkhus, zieht da ein Mann aus guter Familie aus Vertrauen vom Leben zu Hause fort in die Hauslosigkeit, wobei er erwägt: 'Ich bin ein Opfer von Geburt, Altern und Tod, von Kummer, Klagen, Schmerz, Trauer und Verzweiflung; ich bin ein Opfer von Dukkha, eine Beute von Dukkha. Gewiß kann ein Ende dieser ganzen Masse von Dukkha erfahren werden.' Nachdem er so in die Hauslosigkeit gezogen ist, erwirbt er Zugewinn, Ehre und Ruhm. Er ist über jenen Zugewinn, jene Ehre und jenen Ruhm nicht erfreut, und seine Absicht hat sich nicht erfüllt. Aufgrund dessen lobt er sich nicht selbst und würdigt andere nicht herab. Er berauscht sich nicht an jenem Zugewinn, jener Ehre und jenem Ruhm; er wird nicht nachlässig und gleitet nicht in Nachlässigkeit ab. Aufgrund seiner Umsicht erlangt er Sittlichkeit. Er ist über jenes Erlangen von Sittlichkeit erfreut, aber seine Absicht hat sich nicht erfüllt. Aufgrund dessen lobt er sich nicht selbst und würdigt andere nicht herab. Er berauscht sich nicht an jenem Erlangen von Sittlichkeit; er wird nicht nachlässig und gleitet nicht in Nachlässigkeit ab. Aufgrund seiner Umsicht erlangt er Konzentration. Er ist über jenes Erlangen von Konzentration erfreut, aber seine Absicht hat sich nicht erfüllt. Aufgrund dessen lobt er sich nicht selbst und würdigt andere nicht herab. Er berauscht sich nicht an jenem Erlangen von Konzentration; er wird nicht nachlässig und gleitet nicht in Nachlässigkeit ab. Aufgrund seiner Umsicht erlangt er Wissen und Schauung. Er ist über jenes Wissen und jene Schauung erfreut, aber seine Absicht hat sich nicht erfüllt. Aufgrund dessen lobt er sich nicht selbst und würdigt andere nicht herab. Er berauscht sich nicht an jenem Wissen und jener Schauung; er wird nicht nachlässig und gleitet nicht in Nachlässigkeit ab. Aufgrund seiner Umsicht erlangt er anhaltende Erlösung. Und es ist unmöglich für jenen Bhikkhu, von jener anhaltenden Befreiung abzufallen."

"Also, ihr Bhikkhus, liegt der Nutzen dieses heiligen Lebens nicht in Zugewinn, Ehre und Ruhm, oder im Erlangen von Sittlichkeit, oder im Erlangen von Konzentration, oder in Wissen und Schauung. Sondern es ist diese unerschütterliche Herzensbefreiung ( akuppā cetovimutti ) [4], die das Ziel dieses heiligen Lebens ist, sein Kernholz und sein Ende." (http://www.palikanon.com/majjhima/zumwinkel/m029z.html)


Viele Grüße
Elliot

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 23.09.2011, 06:50

brigittefoe hat geschrieben:Hingabe ist das Aufgeben
seines angeblichen Selbstes;
in eine Ordnung, die hinter allem Erkennbaren steht.
Sich in den Fluß und die Bewegung zu begeben,
die sich Schicksal oder Karma nennt,
ohne dagegen aufzu - begehren.


:|

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon thigle am 25.09.2011, 15:57

Ryonin hat geschrieben:[...] Wieso braucht es einen Vorsatz, die Silas einzuhalten? Viele Menschen haben noch nie von ihnen gehört, und töten nicht, stehlen nicht, leben in einer Beziehung ihr Sexualität oder leben enthaltsam, lügen nicht. Eine anderen Ansatz wird in dem Video, das ich letztens bei der Nichiren-Abteilung gepostet hab, gut angerissen. Wenn nämlich der buddh. Pfad nicht mit den Silas anfängt (was anscheinend manche meinen, andere überspringen dann noch die, und beginne mit Meditation) sondern mit der Verwirklichung der rechten Sicht, nämlich der Einsicht das ich und andere nicht getrennt sind, das da kein Ich ist, wenn das Ich-Gefühl einem entglitten ist, dann werde ich andere auch nicht schädigen, weil es dann so ist, als gäbe ich mir eine Ohrfeige. Schwierig wird es nur wenn man dieses glaubt überspringen zu können (und dann entstehn IMHO Moralisten, die ständig auf "die anderen dürfen keine Sinnesfreuden (auch mal wieder so ein antiquiertes Wort) haben, ich hab ja auch keine", bestehen).


Quelle
thigle
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon thigle am 05.10.2011, 17:55

Dorje Sema hat geschrieben:»Kann der "Geist" den "Geist" sehen?
Kann eine Berührung sich selbst berühren ?
Kann ein Finger selbst auf sich zeigen?
Kann man mit einer Nadel, die zwei Spitzen hat, nähen? «


Quelle

Dorje Sema hat geschrieben:Entspann einfach nur so.

»Aufgeregtheit Dumpfheit, lass es einfach so sein.
Kein Davor, Kein Danach und Keine Mitte.
Wie kann es "jetzt" werden ohne Sein ?
Kein Ergriffener, Kein Anhaftender, Kein Verhaftet sein.«


Quelle

Dorje Sema hat geschrieben:»Kann der "Geist" den "Geist" sehen?
Kann eine Berührung sich selbst berühren ?
Kann ein Finger selbst auf sich zeigen?
Kann man mit einer Nadel, die zwei Spitzen hat, nähen?
Entspann einfach nur so.
Aufgeregtheit Dumpfheit, lass es einfach so sein.
Kein Davor, Kein Danach und Keine Mitte.
Wie kann es "jetzt" werden ohne Sein ?
Kein Ergriffener, Kein Anhaftender, Kein Verhaftet sein.«
thigle
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon brigittefoe am 05.10.2011, 22:24

Re: Hingabe

Beitragvon thigle am 30.09.2011, 18:05
accinca hat geschrieben:
brigittefoe hat geschrieben:Trotzdem frage ich mich, wer und was ich bin !

Und das ist ja auch der Fehler.
In dem die Frage gestellt wird:
Ich frage mich, wer Ich bin.
Werden ja schon die Ergebnisse dieser Frage mit der
Frage vorausgesetzt und zwar ohne ihre konzeptionelle
Vorstellung zu erkennen. Die Leerheit wird nicht erkannt.
Das Konzept "Ich" und "mein" wird mit dieser Frage aufrecht erhalten.
Und das war wohl auch ihr Sinn.

Und ich stimme dem auch zu, was accina hier beschreibt. Diese Frage, wie auch immer man sie verwendet, 'lässt einen nicht los'. Das Folgende wird accina wahrscheinlich trotzdem nicht mögen, da es von U.G. Krishnamurti stammt.

F: Warum sagen Sie, daß die Frage "Wer bin ich?" einer genauen Überprüfung nicht standhalten kann?

UG: Weil Sie die Frage nicht vom Fragesteller trennen können. Die Frage und der Fragende sind dasselbe. Wenn Sie diese Tatsache akzeptieren, ist es ganz einfach; wenn die Frage verschwindet, verschwindet damit auch der Fragende. Aber da der Fragende nicht verschwinden will, bleibt auch die Frage bestehen. Der Fragende will eine Antwort auf die Frage. Da es auf die Frage keine Antwort gibt, gibt es doch immer noch den Fragenden. Das Interesse des Fragenden besteht darin, fortzudauern und nicht darin, die Antwort zu erhalten.

F: Aber da ist doch die Aufmerksamkeit, die Antwort zu erhalten.

UG: Die Aufmerksamkeit ist der Fragende, das Warten ist der Fragende, das Warten auf eine Antwort, die Hoffnung, daß es da eine Antwort auf die Frage gäbe, ist der Fragende. Sie sind nicht voneinander verschieden, sehen Sie? Er hat sich selbst in verschiedene trickreiche Zustände umgestaltet. Zuerst sagt der Fragende, er sei aufmerksam. Er ist sehr aufmerksam, denn er will eine Antwort. Er mag die Fingerzeige nicht, daß er vielleicht nicht... Was wird er mit dieser Antwort anfangen? Er ist aufmerksam, er wartet, er ist hoffnungsfroh - all das ist er - warum? (Pause). Weil es keine Antwort gibt auf diese Frage "Wer bin ich?" - es gibt keine Möglichkeit, sich selbst zu erkennen.

Es ist das Verb, welches das 'Wer' und das 'Ich' verbindet. Es ist, als ob das 'Wer' und das 'Ich' zwei verschiedene Dinge wären, und was diese Dinge verbindet, ist das 'bin', das Verbum, das die Kontinuität verleiht. Wenn das Verb nicht da ist, wenn es dem Verb möglich wäre (lacht) zu verschwinden - dann gäbe es keinen Bedarf an irgend etwas, um das 'Wer' und das 'Ich ' zu verbinden; sie sind dasselbe.

F: Wenn das Verb geht?

UG: Dann geht die Frage auch. Ohne das Verb kann es keine Frage geben. ''Wer ich? ist ein sinnloses Ding. Das "bin" muß da sein - es setzt die trennende Bewegung in Gang. Und damit haben Sie die Frage geschaffen. Und diese Frage impliziert, daß es auf sie eine Antwort gäbe; sonst würden Sie sich diese Frage nicht stellen. Alle Fragen sind nur da, weil Sie schon eine vage Antwort darauf haben: "Es muß da etwas geben, das anders ist, als ich es jetzt bin. [Anmerkung: und genau das trennt einen u.a. von Rigpa]
"Der Raum des Geistes, dort wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille".
Antoine de Saint-Exupéry,
Benutzeravatar
brigittefoe
Profi Nutzer
Profi Nutzer
 
Beiträge: 2283
Registriert: 22.09.2010, 20:37
Wohnort: Süddeutschland

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 09.10.2011, 05:24

wusheng hat geschrieben:Dhammapada: Die Wahl; 19 + 20:
"Über wieviel heilige Texte du auch immer sprichst, was werden sie dir nützen, wenn du nicht danach handelst?
Du gleichst ja einem Hirten, der eines anderen Kühe zählt, und hat doch niemals Anteil am Weg.

Über wie wenige heilige Texte du auch immer sprichst, doch wenn du im Einklang mit der Lehre lebst, wenn du Verlangen, Abneigung und Unwissenheit aufginst, nicht mehr haftest an dieser Welt noch an der nächsten, und Einsicht und Frieden findest, dann hast du wirklich einen Anteil am Weg."

Gruß, Wusheng

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon sumedhâ am 14.11.2011, 20:03

void hat geschrieben:
Onda hat geschrieben:Und warum der buddhistische Weg nicht einer der Gesundung sein soll, leuchtet mir auch nicht ein. Schließlich sind die Vier Edlen Wahrheiten nach dem Muster einer medizinischen Diagnose mit anschließender Heilungsempfehlung gestrickt. Der Achtfache Pfad quasi als Medizin gegen die Krankheit dukkha. Und ist nicht immer die Rede von "heilsam" und "unheilsam"? Geht es nicht beim Buddha-Dharma auch um Heilung?


Aber wie definiert man "Gesundung"? Medizin und Psychologie bringen ihre Definition von Gesundheit nicht selbst hervor, sondern bekommen sie von der Gesellschaft. Der Buddhismus hat da ein bestimmtes Ideal, andere Gesellschaften haben da ganz andere Ideale davon was der Mensch sein sollte.

Ein Solzialdarwinist könnte gesund z.B als fit für den Überlebenkampf definieren. Dann wäre jemand mit einem , der die linke Backe hinhält natürlich als krank definiert ("Agressionsdefizitsyndrom") , und müsste von seinem Luschentum kuriert werden. In einer Gesellschaft die auf ein friedlches Zusammenleben wert legt, gilt ein Kind das sei Spielkameraden prügelt, dagegen als auffällig/kurierungswürdig.

In einer Leistungsgesellschaft könnte man Leistungsfähigkeit als Kriterium für Gesundheit heranziehen und Menschen die nicht im Hamsterrad rotieren wollen, ihren Mangel als Krankheit auslegen. Jede Definition von Gesundheit folgt einem bestimmten Ideal. Was zu diesem hinführt ist dann heilsam und was von ihm wegführt als unheilsam.


Quelle
sumedhâ
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon monikamarie am 20.11.2011, 08:21

bel hat geschrieben:Und indem er unwürdige Dinge würdigt und würdige Dinge nicht würdigt erhebt sich neues Wähnen in ihm und das alte erstarkt.
Und seicht erwägt er also:

"Bin ich wohl in den vergangenen Zeiten gewesen?
Oder bin ich nicht gewesen?
Was bin ich wohl in den vergangenen Zeiten gewesen?
Wie bin ich wohl in den vergangenen Zeiten gewesen?
Was geworden bin ich dann was gewesen?
Werd' ich wohl in den zukünftigen Zeiten sein?
Oder werde ich nicht sein?
Was werd' ich wohl in den zukünftigen Zeiten sein?
Wie werd' ich wohl in den zukünftigen Zeiten sein?
Was geworden werd' ich dann was sein?"
....
Und indem er unwürdige Dinge nicht würdigt und würdige Dinge würdigt kommt neues Wähnen nicht auf und das alte vergeht.

"Das ist das Leiden" erwägt er gründlich.
"Das ist die Leidensentwicklung" erwägt er gründlich.
"Das ist die Leidensauflösung" erwägt er gründlich
"Das ist der zur Leidensauflösung führende Pfad" erwägt er gründlich

_()_


Maybe Buddha hat geschrieben:Danke Bel!

Und hier noch (einmal) ein kleines Zitat/Gedicht des Buddha:

"Kein Sehnen nach vergangner Zeit,
Kein Hoffen auf die Zukunft hin;
Ist abgetan was vorher war
Und was noch künftig kommen wird,

"Und hat man immer Ding um Ding
Gewärtig in der Gegenwart:
Was keiner rauben, rütteln kann,
Durchbohrend finden mag man das.

"Noch heute gilt der heiße Kampf:
Ob morgen tot, wer weiß es wohl?
Es muß die Schlacht geschlagen sein,
Mit seiner Heerschar Er, der Mord,

"Wer also ausharrt unverzagt
Und unermüdlich Tag und Nacht,
Glückseligeinsam ist er da,
Der stille Denker, wie man sagt."


viewtopic.php?f=1&t=7883
monikamarie
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Losang Lamo am 21.11.2011, 12:31

Quelle: "Was ist Weisheit?"
Joy hat geschrieben:...
Weisheit ist Resonanz im nondualen Bewusstsein, die nicht einmal einen Weisen benötigt, um als Weisheit erkannt zu werden. ...

Wow!
"Mit einem Geist, der nicht im meditativen Gleichgewicht ist, kann uns die Wirklichkeit nicht bewusst werden, wie sie ist."
aus "Stufen der Meditation" von Kamalashila
Benutzeravatar
Losang Lamo
Profi Nutzer
Profi Nutzer
 
Beiträge: 6339
Registriert: 11.03.2008, 18:05
Wohnort: Norddeutschland

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Kusala am 22.11.2011, 11:40

void hat geschrieben:
Wenn "Wiedergeburt" im Kontext der Frage "Wie ist die Welt aufgebaut, wohin gehen wir, woher kommen wir" auftauchen würde, so könnte man getrost auf das Konzept als eine weitere müßige Welterklärunghypothese verzichten.

Im Kontext der Frage nach dem Ursprung des Leidens- stellt sich die Frage nach dessen Überwindung. Und da ist die Antwort wichtig, dass der physikalische Tod keine Aufhebung des Leides ist. Wenn die eine schlechte Sendung vorbei ist, kommt die nächste schlechte Sendung.


Quelle
Kusala
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 23.11.2011, 07:01

brigittefoe hat geschrieben:Es gibt nichts, was nicht dieses ist, es gibt nichts, was nicht jenes ist.
Dieses geht aus jenem hervor, und jenes ist von diesem abgeleitet.
Das ist die Lehe von der gegenseitigen Abhängigkeit
von disem und jenem von der Relativität der Maßstäbe.
Gibt es die Unterscheidung zwischen diesem und jenem wirklich ?
Wenn dieses (das Subjektive) und jenes (das Objektive)
ohne ihre Wechselbeziehungen sind, ist das gerade die Achse des TAO.
Und wenn diese Achse durch den Mittelpunkt geht, in dem alle Unendlichkeiten zusammenkommen,
verfließen sowohl Bejahungen wie Verneinungen im Unendlichen Einen.
Das TAO wirkt, und die entsprechenden Ergebnisse folgen, die Dinge erhalten Namen und
werden als das angesehen, was sie sind.
Warum sind sie so ?
Weil gesagt wird, sie seien nicht so !
Die Dinge sind durch sich selbst so und haben durch sich selbst Möglichkeiten.
Es gibt nichts, das nicht so ist, und es gibt nichts, das nicht so werden kann.
Alles wird durch das TAO zu Einem eingeebnet.
Entzweiung ist dasselbe wie Schöpfung und keine Zerstörung, denn beide werden wiederum durch
das TAO auf EINES zurückgeführt.

Nur die wahrhaft Klugen verstehen diesen Grundsatz der Einebnung aller Ding zu Einem.
Sie lassen die Unterscheidungen beiseite und nehmen zu den gewöhnlichen, alltäglichen Dingen Zuflucht.
Die gewöhnlichen, alltäglichen Dinge erfüllen bestimmte Funktionen und bewahren dadurch die Ganzheit
ihres Wesens. Durch diese Ganzheit begreift man sie, und durch dieses Begreifen kommt man dem TAO
näher. Dort steht man still.
Stillstehen, ohne zu wissen, wie man stillsteht - das ist das TAO.


Lin Yutang, die Weisheit des Laotse

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon brigittefoe am 25.11.2011, 01:03

Re: "Wenn du Buddha triffst, töte ihn."

Ungelesener Beitragvon Benkei am 24.11.2011, 19:07
Namaste!

Onda hat geschrieben:"Buddha" - das ist im Zen ein recht komplexer Begriff. Huang Po beispielsweise benutzt ihn synonym für die letztendliche Realität ("Der eine Geist", Nirvana etc.).

Wenn man "Buddha" in diesem Sinne versteht (also nicht als Bezeichnung für einen historischen Lehrer), so wäre das "Treffen" von Buddha die Konzeptionalisierung des Letztendlichen, also ein Ding der Unmöglichkeit. Wenn man meint, man hätte Nirvana konzeptionell im Griff, dann... ist was schief gelaufen.


Mein Reden!

Deshalb schrieb ich ja "jedes Bild oder Konzept, jede Vorstellung oder Wertung, die wir von Buddha haben - sei es in Gestalt von Person(en), Ideal oder Zustand, über Bord zu werfen - abzutöten".
Ich bezog mich damit direkt auf Obaku's (Huang Po's) Ausführungen zur Cittamâtra-Lehre.
Obaku Kiun war ja der Dharmavater von Rinzai Gigen.

Und natürlich hat der ehrenwerte Ji'un Ken absolut Recht, wenn er anführt, dass man sich letztlich erst gar keine Vorstellungen, Wertungen und Konzepte DAVON machen sollte.

Andererseits kann ohne solche Konzepte keine Kommunikation unter Beteiligung eines Nichterwachten stattfinden.
Nichterwachte benötigen Konzepte für ihre Kommunikation;
Erwachte verwenden Konzepte um Nichterwachte zu belehren.

Ein Nicht-Problem :mrgreen:

< gasshô >

Benkei
"Der Raum des Geistes, dort wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille".
Antoine de Saint-Exupéry,
Benutzeravatar
brigittefoe
Profi Nutzer
Profi Nutzer
 
Beiträge: 2283
Registriert: 22.09.2010, 20:37
Wohnort: Süddeutschland

Re: besondere Beiträge

Beitragvon brigittefoe am 01.12.2011, 10:33

Re: Freier Wille
Ungelesener Beitragvon Onda am 01.12.2011, 10:56
TheNoOneOne hat geschrieben: Frei heisst unabhängig, bedingungslos.

Ich würde "frei" anders definieren. Freiheit gibt es immer nur im Doppelpakt mit Unfreiheit, so wie ein jeder Pol immer seinen Gegenpol braucht, anderfalls er keiner ist. Freiheit kann daher immer nur bedingte oder relative Freiheit sein. Hier - wie auch an vielen anderen Stellen - gibt es kein Entweder-Oder. Totale Freiheit ist Blödsinn.
Die Freiheit des freien Willens (den ich empirisch jeden Tag von neuem erfahre und aus dieser Erfahrung bezeugen kann) ist eine bedingte Freiheit, ein (vielleicht sehr kleiner, aber doch vorhandener) Spielraum im Netz der Bedingtheiten.

Totaler Determinismus ist ebenso eine Sackgasse wie die Illusion totaler Freiheit.

Nimm einen Komponisten: seine "Freiheit" ist abhängig vom Tonmaterial, das er benutzt und den Regeln (Dur-Moll-Tonalität/atonal/seriell/12-Ton), auf die er sich einläßt. Die Freiheit des Komponisten ist eine gebundene Freiheit. Nur im Korsett kann sie sich entfalten. So ist es mit allen Freiheiten.

LG
Onda
"Der Raum des Geistes, dort wo er seine Flügel öffnen kann, das ist die Stille".
Antoine de Saint-Exupéry,
Benutzeravatar
brigittefoe
Profi Nutzer
Profi Nutzer
 
Beiträge: 2283
Registriert: 22.09.2010, 20:37
Wohnort: Süddeutschland

Re: besondere Beiträge

Beitragvon monikamarie am 02.12.2011, 07:29

TheNoOneOne hat geschrieben:Weisst Du Onda, es gibt z.B. schwerkranke Menschen in Psychiatrien, denen ist ein Studium von Buddhas Lehre völlig verbaut, der Leidensdruck ist zu hoch, sie sind gefangen.
Nun, wenn Du die Wahl hast zwischen zwei Entscheidungen, dann kannst Du Dich für die eine, oder die andere, oder für beide, oder für keine entscheiden, je nach Möglichkeiten. Doch egal, wie Du entscheidest, die Entscheidung hat eine Ursache. Du nennst das eine freie Entscheidung und ich nenne das eine von der Ursache abhängige Entscheidung. Das Leiden, dem wir entrinnen wollen, gibt den Fokus für unsere Entscheidungen. Ob sie richtig sind, das ist eine andere Frage.



Thema: Freier Wille
monikamarie
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon sumedhâ am 04.12.2011, 22:22

TheNoOneOne hat geschrieben:
Das Märchen vom Goldfisch und Frosch.
Der Goldfisch sagte zum Frosch "Quak, Quak" und erklärte ihm die Welt.
Der Frosch traute seinen Ohren nicht, was er da sah, und er erwiderte "Blubb, Blubb".
Da diskutierten sie Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb, Quak, Quak, Blubb, Blubb,
bis sie völlig erschöpft waren und erkannten, dass es nur "Blah, Blah" war.
Da wurden sie still und in der Stille, da offenbarte sich ihnen die Welt.
Und wenn sie schon gestorben sind, dann leben sie schon heute.



Quelle
sumedhâ
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Bambus am 06.12.2011, 11:22

Kusala hat geschrieben:
Onda hat geschrieben:Absichtsloses Handeln ist Handeln ohne Ego-Bezug.


Das kann nur ein Arahant. Da kann man hin arbeiten. Bis dahin sollte man sich aber nichts vormachen und achtsam auf sich und die anderen sein und einfach weiter üben.
Von mehreren Theorien, die die gleichen Sachverhalte erklären, ist die einfachste allen anderen vorzuziehen.

Die Leute von denen Du am meisten lernen kannst sind die mit denen Du nicht einer Meinung bist.
Benutzeravatar
Bambus
Ehrenmitglied
 
Beiträge: 1724
Registriert: 24.12.2009, 10:17
Wohnort: Raum Köln/Bonn

Re: besondere Beiträge

Beitragvon sumedhâ am 08.12.2011, 14:19

TheNoOneOne hat geschrieben:Hier ein Auszug aus Anapanasati:

Behandle jeden Menschen als Freund indem Du daran denkst, dass:

* Er ist unser Freund, der wie wir geboren wurde und der alt werden wird, krank werden wird und sterben wird, genau wie wir.
* Er ist unser Freund, der in den wechselnden Zyklen der "Ich-Geburten" herumschwimmt, genau wie wir.
* Er ist unser Freund, der der Kraft der Herzenstrübungen unterliegt, deshalb irrt auch er gelegentlich, genau wie wir.
* Er ist nicht frei von Gier, Hass und Verblendung, genauso wenig wie wir.
* Er macht deshalb Fehler, genau wie wir.
* Er weiss weder, warum er geboren wurde, noch kennt er das Nibbana, genau wie wir.
* Er ist bei manchen Dingen dumm, genau wie wir.
* Er tut manche Dinge wie es ihm gefällt, genau wie wir.
* Er will gut sein, herausragend, berühmt, genau wie wir.
* Er nimmt oft, wenn sich ihm die Gelegenheit bietet, von anderen soviel er nur bekommen kann, genau wie wir.
* Er hat das Recht verrückt nach dem Guten zu sein, sich am Guten zu berauschen, sich vom Guten blenden zu lassen, im Guten zu ertrinken, genau wie wir.
* Er ist ein gewöhnlicher Mensch, der an vielen Dingen haftet, genau wie wir.
* Er hat nicht die Pflicht für uns zu leiden oder zu sterben, er muss sein eigenes Leben leben, genau wie wir.
* Er gehört einer Nation und einer Religion an, genau wie wir.
* Er handelt impulsiv und übereilt, genau wie wir.
* Er hat die Pflicht der Verantwortung gegenüber seiner Familie, genau wie wir.
* Er hat das Recht auf einen eigenen Geschmack und auf eigene Vorlieben, genau wie wir.
* Er hat das Recht zu wählen (sogar eine andere Religion) was immer ihn zufrieden stellt, genau wie wir.
* Er hat das Recht öffentliche Einrichtungen zu benutzen und einen gerechten Anteil am Allgemeingut zu haben, genau wie wir.
* Er hat das Recht neurotisch und verrückt zu sein, genau wie wir.
* Er hat ein Recht auf Vergebung, entsprechend der Umstände, genau wie wir.
* Er hat das Recht, entsprechend seiner Veranlagung, Konservativer, Sozialist, oder Freidenker zu sein, genau wie wir.
* Er hat das Recht, auf seinen eigenen Vorteil bedacht zu sein, bevor er an andere denkt, genau wie wir.
* Er hat das Menschenrecht auf dem Angesicht dieser Erde zu wandeln, genau wie wir.

Wenn wir auf diese Weise denken werden keine Konflikte entstehen.

Buddhadasa Bhikkhu

In diesem Sinne grüsst
TheNoOneOne


Quelle
sumedhâ
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Kusala am 11.12.2011, 10:53

TheNoOneOne hat geschrieben:Nibbana, wenn ihr wüsstet...

Nibbana ist der geistig realisierte Zustand eines Arahat, welcher so das höchste Dhamma verwirklicht hat.
Nibbana kann man zwar erfahren, aber nicht begreifen, da ein greifen und Festklammern, resp. zuneigen und Anhaften (upadana heisst beides), nach Nibbana nicht möglich ist.
Es ist ein Zustand ohne Bedingungen und die 5 Khandha Körper, Gefühl, Wahrnehmung, Bewusstsein, Gestaltungen sind dort nicht zuhause und zwar alle 5 nicht. So kann zwar Nibbana sein, doch Erfassen und Begreifen, das geht nicht.
Wenn man die höheren Jhanas betrachtet (5-8 welche auch zur 4. gehören), dann lösen sich die unteren 4 auf in Raumunendlichkeit, dieses in Bewusstseinssunendlichkeit, dieses ins Gebiet der Nichtsheit (unendliche Wahrnehmung), dieses ins Gebiet der Weder-Wahrnehmung-noch-Nicht-Wahrnehmung, die Grenzscheide dieser unendlichen Wahrnehmung und dies ist die 8. Stufe (Bodhisattas).
Der Arahat geht darüber hinaus und erreicht Nibbana. Was schrieb ich gerade? Geht über Bewusstsein hinaus? Geht über die Wahrnehmung hinaus? Geht über deren Grenzscheide hinaus? Ja was denkt der sich eigentlich dabei? Nichts, geht eben nicht!!! Er hat keine Vorstellung über Nibbana und kann es uns nur mit den Worten drumherum versuchen verständlich zu machen, dass es da nichts zu verstehen gibt.

Nibbana erreichen wir jeden Tag und merken es nicht. Wir gehen von einem Extrem ins andere und deshalb immer darüber hinweg und das blitzesschnell.
Und wenn wir nach der Traumphase in den Tiefschlaf gehen und Wahrnehmung und deren Grenzscheide hinter uns lassen, sind wir dann nicht zuhause und da, wo unser Geist zuhause ist, siene wahre Natur? Wie sieht es beu Euch zuhause aus, dort im Tiefschlaf? Könnt ihr mir davon berichten, was ihr dort erkennt, versteht, begreift verstandesmässig erfährt? Denn von meinem zuhause WEISS ICH nichts.

Und ICH würde EUCH gerne sagen, was Erleuchtung ist, doch IHR begreift dies einfach nicht, doch halt, falsch, einen Teil versteht IHR doch und den erkläre ICH gern: Wenn ICH den ARM-LEUCHTER einschalte, dann beleuchtet ER den Raum und mehr habe ICH hier auch nicht getan. Auch eine Form von (schwacher) Erleuchtung, der matt erleuchtete Raum... *schmunzel*

Liebe Grüsse und viel Erfolg
TheNoOneOne


Quelle
Kusala
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Maybe Buddha am 20.12.2011, 21:16

Aus "Vertehen und resümieren":

mukti hat geschrieben:
TheNoOneOne hat geschrieben:
TMingyur hat geschrieben:
Nein weil mein Festhalten ein Loslassen ist 8)


Kein Wunder, "hält doch Dhamma uns fest"... im palikanon-Wörterbuch steht, Dhamma, eig. das Tragende...., trägt uns also von ganz alleine...


Natürlich gehts ums Loslassen, es geht immer nur ums Loslassen bei dem Dhamma und sonst gar nichts. Weisheit, Erkenntnis und Erleuchtung ist auch nicht gedacht im Sinne einer Bereicherung, sondern dass die Unwissenheit wegfällt, die durch ein vermeintliches Ich entsteht. Es ist kein mehr werden sondern ein weniger werden, Loslassen eben.
Aber dass man schon Billionen Geburten in Illusion hinter sich hat, das stimmt ja offenbar, weil man tief verstrickt ist in den Samsara, in die Auffassungen von Ich und Mein. Dhamma ist der Weg sich allmählich davon zu lösen, das geht ja nicht von heute auf morgen. Wenn man den Dhamma, die Lehre, die Bemühung um rechte Lebensführung und die Meditation loslässt, dann bleibt das Ego, der Wille strebt wieder vollständig nach körperlicher und geistiger Existenz, anstatt das Werden zu beenden.
Man hält am Dhamma fest, nicht weil es Tradition ist oder weil man sich ja irgendwo festhalten muss um gut durchs Leben zu kommen, sondern damit man sich allmählich von der Welt löst. Buddhismus ist eine zutiefst pessimistische Philosophie, im Sinne Schopenhauers: Leben beinhaltet Leid, der Wille zum Leben wird aufgegeben, nur dann wird das Leid beendet und Erlösung erreicht, Nibbana.

m.
"Nur eines verkünde ich heute, wie immerdar: Leiden und seine Vernichtung."
Buddha
Benutzeravatar
Maybe Buddha
Profi Nutzer
Profi Nutzer
 
Beiträge: 3100
Registriert: 06.08.2011, 11:24
Wohnort: Berlin

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 21.12.2011, 12:08

Bakram hat geschrieben:
Onyx9 hat geschrieben:Intellektuelle Wahrheiten aus Dhammagesprächen sind wie Schneeflocken,die schmelzen, sobald irdische Bedürfnisse auftauchen.


Schön gesagt. Aber für mich berschreibt es nur die halbe Wahrheit. Es sind nicht irdische Bedürfnisse allein, die das Schmelzen verursachen.

Ich verwende deshalb ein anderes Bild:

Satori ist ein Funke, der nur zum Feuer wird, wenn das Holz nicht zu nass ist und der Wind nicht zu stark bläst.

Holz= irdische Bedürfnisse/Triebe
Wind= Verstand

Gruss Bakram


Quelle

Danke euch beiden :)

_()_
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon monikamarie am 01.01.2012, 12:48

TMingyur hat geschrieben:
Ehrwürden Xiangyan hat einmal gesagt:

"Es ist wie ein Mensch oben an einem Baume:
Sein Mund hält einen Ast des Baumes zwischen den Zähnen,
Seine Hand kann den Ast nicht ergreifen,
Sein Fuß hat keinen Halt am Baum."

"Unter dem Baum ist ein Mensch
Und fragt nach dem Sinn des Kommens aus dem Westen.
Wenn du nicht antwortest, dann widersetzt du dich dem, der fragt,
Falls du aber antwortest, verlierst du Leib und Leben.
Bei eben solcher Gelegenheit,
Wie wirst du antworten?"

(aus dem Chinesischen von Dietrich Roloff)

monikamarie
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon monikamarie am 04.01.2012, 17:18

Noch ein Wort zur "Gemeinschaft" - es geht dabei nicht um Geselligkeit, sondern darum, wie es Uchiyama oben ausdrückt, gemeinsam "den Regeln der Übungsstätte" folgen. Und zwar umfassend, nicht nur beim Zazen, sondern beim Kinhin, Essen, Saubermachen, Arbeiten usw.
Wenn man sich dem aussetzt, wird man wohl zuächst von der Fülle von "Regeln" erschlagen sein, man kann aber auch schnell lernen, was deren Sinn ist - nämlich zu erkennen, ob das Zazen gerade vorher am Morgen, das Zazen war, "in dem du deine Gedanken wirklich losgelassen hast". Mit "Gedanken loslassen" ist das Loslassen von Vorstellungen, Erwartungen, Träumereien gemeint, und nicht Gedankenlosigkeit. "Gedanken loslassen" heißt Aufmerksamkeit. In der Regel ist das Ergebnis unmittelbar ernüchternd. Sollte es auch. Das ist der Sinn von Übungsgemeinschaft.


Quelle: viewtopic.php?f=12&p=146372#p146372
monikamarie
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 05.01.2012, 11:08

GaliDa68 hat geschrieben:Also, wenn ich Unzufriedenheit spüre, dann ist das eine Alarmglocke, nicht etwas, das es zu verlieren gilt. Ich frage mich: Was läuft schief? Sind die Umstände nicht in Ordnung, habe ich die falsche Einstellung, habe ich mich auf die falschen Dinge versteift, soll ich komplett von einer Sache abwenden und etwas anderes machen usw. Wenn ich übermäßige Gier verspüre, dann stelle ich mir diese Fragen und komme schnell darauf, wo der Schuh wirklich drückt – dank der Unzufriedenheit. Ein Beispiel: Ich habe früher außer Haus gearbeitet, und das sehr sehr viel. Meist sechs Tage die Woche und bis spät in die Nacht. Wenn ich mal das Glück hatte etwas früher heim zu kommen, dann habe ich das mit Einkäufen nutzloser Dinge verbunden und mich dabei schlecht gefühlt. Ich habe schlicht versucht mir eine Freude zu machen, ein wenig Luft zu verschaffen, aber eben auf die falsche Art. Deshalb konnte ich nicht genug bekommen, war ich nicht glücklich mit den Dingen, die ich kaufte. Das hörte von dem Tag an auf, als ich mich selbstständig machte – ich war wieder die Herrin über mein Leben.

Falsche Dinge auszusortieren, von denen wir uns Glück versprechen, das halte ich für sehr effektiv. Ich spreche nicht wie eine Heilige, die jegliches Begehren verloren hat, auch weil ich nicht daran glaube. Ich meine, Leben ist Begehren und läuft nur so. Sich nicht zum Sklaven seines Begehrens zu machen, das ist mein Ziel. Und das ist schon schwer genug.

Ich würde also nicht aussteigen, sondern einsteigen, mit dem Mangel leben lernen.

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Dorje Sema am 08.01.2012, 14:43

bel hat geschrieben:
Roni hat geschrieben:
bel hat geschrieben:Wenn Du Dir das als Übung auch allein so zu Hause einrichten kannst - alle Achtung - Du wärest dann der erste, der mir so begegnet.

Bel, ich bewundere dieses Bemühen, und wünsche dabei auch jedem viel Erfolg, keine Frage.

Das ist nicht so groß, man muß bloß mal vom Sofa runterrutschen und seine eigene Meinung nicht so wichtig nehmen.

Roni hat geschrieben:Es ist aber wie du selbst geschrieben hast - du sprichst für Zen. Für eine Methode von vielen.

Ich spreche nicht für Zen, höchstens über.
Man sollte schon sehen, daß es eben bestimmte Wege waren, auf denen der Dharma bis heute übermittelt wurde - die meisten anderen Wege haben sich historisch als Sackgassen erwiesen. Und machen wir uns nix vor, auch von dem, was sich heute in Europa und Amerika tummelt, wird das meiste nicht die nächsten 2-3 Generationen überleben, weil eben gar kein Dharma praktiziert wird, sondern nur einfach das, was dem eigenen Gutdünken entspricht.
Um die Wege kennenzulernen, muß man sie in ihrer überlieferten praktischen Form kennenlernen, Bücher sind da zunächst vollkommen nutzlos. Aber in diesem Punkt spricht man wohl im Westen nur "zur Hand".

_()_


Quelle: von bel am 5. Jan 2012, 23:05 in Buddhistische Lehrer

Danke

añjalī अञ्जलि
Dorje Sema
Dorje Sema
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 14.01.2012, 11:28

monikamarie hat geschrieben:
darkwave hat geschrieben:oder selbstbetrug?

koichi tohei schrieb über seine erfahrungen im russisch japanischen krieg: "ich hatte grosse erfahrungen mit zen, und konnte eine ganze nacht in zazen sitzen, ich hatte viele koans gelöst, und war auf den tod vorbereitet (...) doch als ich auf dem schlachtfeld stand realisierte ich das überhaupt nicht auf den tod vorbereitet war..."

nur meine meinung

gruss zenbo


Nein, kein Selbstbetrug, sondern intellektuelles Wissen und Aufrichtigkeit. Koichi Tohei erkannte, dass alles, was er zuvor gemeint hatte durch Praxis geübt zu haben und somit zu wissen, eben nicht wirklich dem entsprach, was die reale Konfrontation noch auslöst.
Ich respektiere diese Aufrichtigkeit sehr, denn erst wenn ich mit dem, von dem ich glaube befreit zu sein, wiederum oder erstmals wirklich in Berührung komme, weiß ich, wie vorbereitet ich wirklich bin.
Selbstbetrug ist für mich, wenn nach dieser Erfahrung alles wieder verdrängt würde und Koichi Tohei behaupten würde, es hätte keine spätere Erkenntnis darüber stattgefunden, die hätte er schon vorher gehabt.

Für mich haben derartige Erfahrungen dazu geführt zu erkennen, dass ich mich - egal um was es sich handelte - immer geirrt habe, soweit es bis dahin Ansichten und Vorstellungen betraf.
_()_ Monika

Quelle
Lauscher
 

Re: besondere Beiträge

Beitragvon Lauscher am 17.01.2012, 18:14

Ji'un Ken hat geschrieben:Ja Void,
mein Ziel ist es langfristig, in diese Richtung zu steuern:

Was bedeutet es, sich in einen Dialog zu begeben?

Quelle: http://www.4-d.at/

… einander mit Respekt begegnen
… ohne Widerstand zuhören
… alle gleichberechtigt behandeln
… Unterschiede zulassen und respektieren
… jeder/m ermöglichen, das auszusprechen, was sie/ihn betrifft
… aus eigener Erfahrung sprechen
… Verständnis für andere Sichtweisen gewinnen
… eigene Annahmen überprüfen
… über den eigenen Horizont hinaus schauen
… vom Drang loslassen, konkrete Ergebnisse zu erreichen
… von Herzen sprechen


Das heißt, weg von der reinen Diskussion und hin zu einem Dialog, einem sich aufeinander einlassen, miteinander zu wachsen, die Gedanken eines anderen mal mitdenken und sehen, was dabei herauskommt.
Wie das konkret geht, weiß ich auch noch nicht. Aber das hält mich nicht davon ab, es zu versuchen :lol:

Liebe Grüße
Ji'un Ken

Quelle
Lauscher
 

VorherigeNächste

Zurück zu Allgemeines zum Buddhismus

Wer ist online?

Beiträge als RSS Feed lesen

Impressum