Wer ist Nichiren Shu AnhängerIn?

Moderator: void

Guten Morgen aus der Hauptstadt!

Ich suche Leute in Berlin oder auch ganz Deutschland, die sich der Nichiren Shu ( nicht Nichiren SHOSHU) zugewendet haben. Also der vom Haupttempel Kuon-ji auf dem Berg Minobusan hervorgegangen Linie.

Bin derzeit noch in der SGI, habe seit 4 Jahren zunehmend weniger Aktivitäten gemacht, weil ich immer mehr zu der Überzeugung kam, dass ich eine, sagen wir mal "etwas orthodoxere" Linie besser finde.
Ich will gar nicht gegen die SGI wettern, schließlich bin ich so vor 12 Jahren zum Nichiren Buddhismus gekommen. Ganz im Gegenteil.
Ich möchte den Weg aber so nicht weiter gehen und mich wieder mehr auf das Lotus-Sutra und die Gosho konzentrieren. Ich habe einige Dinge (eigentlich viele) nie verstanden, z.B. warum Shakyamuni keinen Platz in meinen Butsudan haben sollte.
Ich bete ihn ja nicht gleich als Gott an wenn er als Statue dort drin steht :wink:
Dazu habe ich auch vor einen eigenen Blog zu starten -habe viel gelesen und recherchiert- und möchte die Erfahrung teilen.
U.a. geht es um den Nichikan Gohonzon und Nichikans Rolle bei der Festigung der Doktrinen
den DaiGohonzon
und vor allem darum, dass Shakyamuni und nicht Nichiren als der ursprüngliche Buddha angesehen werden (so wie bei der SGI und Nichiren Shoshu).


Hat jemand Erfahrungen?
Auch vielleicht schon Kontakt zum Daiseion-ji in Wipperfürth?
Bisher hatte ich von dort keine Rückmeldung.

Gassho
argonath
Namaste!

Die Suche wird in Deutschland schwierig werden, fürchte ich.

Ich persönlich setze mich mit dem NIchiren Buddhismus schon eine längere Zeit auseinander, hatte aber noch nie den Drang mich da traditionell zu engagieren (im Sinne von Zugehörigkeit zu einer "Shû").

Es stimmt auf jeden Fall, dass die Nichiren Shû verglichen mit der SGI oder der Nichiren Shôshû die "orthodoxere" japanische Schule ist - da findet man sogar neben Shakyamuni auch ab und an 'nen Kannon auf dem Altar.

Bei meinem letzten Japan-Besuch war ich an der Friedenspagode und dem dazugehörigen Tempel der Nipponzan-Myōhōji-Daisanga in Gotemba. Diese Schule würde ich ebenfalls als orthodox ansehen; sie unterhält auch eine Friedenspagode in Wien. Inwieweit sie allerdings nun zu den diversen Zweigen der Nichiren Shû zu zählen ist oder wiederum ein eigenes Phänomen darstellt, entzieht sich meiner momentanen Kenntnis.

< gasshô >

Benkei

Namu-Myôhô-Renge-Kyô
Hallo benkai,

Danke für den Beitrag!

Ich persönlich setze mich mit dem NIchiren Buddhismus schon eine längere Zeit auseinander, hatte aber noch nie den Drang mich da traditionell zu engagieren (im Sinne von Zugehörigkeit zu einer "Shû").


Ich selber auch seit 12 Jahren, wobei ich mich seit 4 Jahren langsam aus der SGI-D zurückgezogen habe. Das Reizvolle bei einer eventuellen Zugehörigkeit zur Nichiren Shu, war mein Eindruck, dass hier mit einem mehr akademischen Ansatz das Studium eine große Rolle spielt. Was sind wirklich authentische Schriften von Nichiren z.B.? Ausserdem, dass nicht nur einige Kapitel des Lotus-Sutras (i.e. 2) eine Rolle spielen, sondern auch alle anderen Sutra-Teile für wichtig erachtet werden. Irgendwie kommt mir das (ganz persönlich) einfach sehr entgegen.

Wie gesagt, ich möchte mich nicht am SGI Bashing beteiligen, dafür habe ich keinen Grund. Ich denke eher, dass mein Weg mit der SGI-D zu Ende ist und ich auch weiterhin über den Tellerrand des Nichiren-Buddhismus hinaus gucken möchte. Vieles erscheint mir sehr selbstreflektiert in der "Shu".

Ich habe mittlerweile Kontakt zum Tempel in Wipperfürth und werde berichten.

By the way: weiß jemand was aus catflap08 geworden ist?
Mache mir Sorgen: erstens fand ich seine (ihre?) Beiträge, ob hier, bei Wikipedia oder sonstwo sehr erhellend :idea: und gut recherchiert und zweitens ist es aber seit Ende 2012 plötzlich still geworden. Ich hoffe es ist nichts passiert!

Eine gute heiße Sommerwoche an alle!

Gassho
Argonath :)
Hallo zusammen!

habe vor einer Woche meinen SGI Nichikan Gohonzon zurück gegeben. ohne viel Tamtam. Ein eher symbolischer Schritt zum "Austritt" aus der SGI. Man ist ja nicht Mitglied im Sinne des deutschen Vereinsrechts.
Ich kann all diejenigen beruhigen, die hier von seltsamen "Rückholversuchen" seitens der Verantwortlichen wissen wollen: nichts dergleichen!!!

Ich weiß mittlerweile, dass viele, auch seit 20 Jahren und länger praktizierende Mitglieder einen ähnlichen Weg gegangen sind. niemand stellt sich ihnen in den Weg. die Ratio und der freie Entschluß werden völlig respektiert.

Hauptthema bei vielen ist der zunehmende Personenkult um Präsident Ikeda. aber eben nur unter anderem...

Ich bleibe der Nichiren Schule treu weil es für mich funktioniert und ich damit gut fühle. Das erste Treffen mit Priestern der Nichiren Shu war sehr nett und offenherzig.

Ich kann nur allen raten, ihr Herz ebenfalls offen zu halten und immer auch über den Tellerrand zu blicken.

In diesen Sinne:

namu myoho renge kyo

Argonath
Argonath hat geschrieben:

Ich denke eher, dass mein Weg mit der SGI-D zu Ende ist und ich auch weiterhin über den Tellerrand des Nichiren-Buddhismus hinaus gucken möchte.

Schön formuliert.. Mein Weg mit der SGI-D, war dann auch mehr oder weniger schnell beendet.
Aber- gibt es in Deutschland die "Nichiren Shu" überhaupt..?
Aber- gibt es in Deutschland die "Nichiren Shu" überhaupt..?


Hallo!
Ja, in NRW, in der Stadt Wipperfürth steht der Tempel der Nichiren Shu in Deutschland. Einer von drei in Europa. Ein Begegnungszentrum gegründet von Rev. Steffens. Sie ist Wittwe eines Industriellen aus Remscheid und eine Priesterin der Nichiren Shu, die auch Priester aus Japan aber letztens auch aus Lodon ausbildet. Sie ist viel in Japan unterwegs und auch dort als Lehrerin an einem Tempel.
Der Innenraum ist im Altarbereich ein klassischer Nichiren Shu Tempel.
Wie viele Laien es in Deutschland gibt, konnte ich noch nicht heraus finden. Ich hoffe in den nächsten Wochen noch einmal dort zu sein um mit dieser Priesterin selbst zu sprechen. Mit den Priestern vor Ort stehe ich bereits in Kontakt.

Argonath
Namaste!

Hallo Argonath,

klingt interessant. Die HP des Tempels war ja ziemlich "eingerostet".

Wie viele Priester sind denn in dem Tempel in Wipperfürth "stationiert"?

Hast Du da schonmal einer Andacht oder Zeremonie beigewohnt, bzw. werden die dort regelmäßig veranstaltet?
Würde mich interessieren, wenn Du berichten willst.

Liebe Grüße,
< gasshô >

Benkei

Namu-Myôhô-Renge-Kyô
Guten Morgen!

Ich hatte bisher ein Treffen mit zwei Priestern, der eine ist bereits seit 10 Jahren mit seiner Familie dort. Der jüngere geht jetzt im Oktober nach Japan zurück um seine Ausbildung dort am Berg Minobu im Haupttempel abzuschliessen. So weit ich weiß sind 4 oder 5 Priester dort mit ihrer Lehrerin. Wobei diese eben auch immer mal in Japan ist.

Ich konnte den Altar besichtigen - sehr beeindruckend - und Zeremonien finden vor allem an den Feiertagen der Nichiren Shu statt. Wenn ich es richtig verstanden habe, führen die Priester aber auch fast täglich die Früh- und Abendzeremonie durch. Wichtig bei dem Gespräch war ihnen, dass ich jetzt nicht mehr der SGI angehöre. Das kann ich bei den fundamentalen Unterschieden in der Auslegung verstehen und war ja auch der eigentliche Grund für mich persönlich "auszutreten".

Sie waren erstaunt, dass in der SGI auch eine Juzu benutzt wird. So viel Kontakt scheinen sie daher mit der SGI bisher nicht gehabt zu haben :wink:

Sie baten mich, noch einmal wieder zu kommen wenn Rev. Steffens vor Ort ist. Dann werde ich wohl erfahren wie es mit einer Aufnahme in die Nichiren Shu weiter geht. Ich halte mich schon seit einigen Monaten an die Liturgie. Ein guter Freund von mir wird auch diesen Schritt machen, wir haben zusammen unsern Gohonzon und den Omamori Gohozon zurück gegeben.

Ich werde weiter berichten.

Gassho
Argonath
Ich kann auch allen, die es interessiert die Einträge bei Wikipedia zur Nichiren Shu empfehlen. Diese sind überwiegend von catflap08 und sehr gut geschrieben.

Dazu nochmal die Frage in die Runde: was ist aus ihm/ihr geworden??? Seit einem Jahr keine Beiträge mehr.
Macht einen nachdenklich...

namu myoho renge kyo
Hallo Argonath,
Catflap ist nach wie vor am Leben :-)

Vielen Dank der Nachfrage und Danke für diene Einschätzung meiner Arbeit in der Wikipedia. Ich beobachte das Themengebiet um die SGI noch immer und schaue auch immer mal danach ob wieder ein Edit-War im Gange ist. Ich muss sagen dass zumindest in der deutschen Wikipedia der Vandalismus an Artikeln zum Thema Nichiren so gut wie gar nicht vorhanden ist. Anders sieht es leider in der englisch sprachigen Wikipedia aus – aus welcher Ecke diese „Attacken“ kommen ist jedoch relativ klar.

Mein Leben besteht jedoch aus mehr als nur über die SGI aufzuklären bzw. das klarzustellen was in der SGI zum Thema Nichiren - Buddhismus gelehrt wird. Dennoch überlege ich tatsächlich zu diesem Thema vielleicht mal einen deutschsprachigen Blog zu starten. Gerade in der Wikipedia muss und sollte man sein Werk mit Fakten und Referenzen unterlegen – Raum für das was man selbst erfahren hat gibt es dafür nicht – wäre auch nicht der richtige Ort.
Heute fand ich etwas das mich Stellenweise sehr zu Lachen brachte – Siehe hier:
http://www.anjakruse.de/index.php?catid=61
Nach meinem Wissen hat die SGI den Priestern Selbstbereicherung vorgeworfen, was auch zu einer Trennung zwischen Laien und Priesterschaft führte. Das wäre so wie die Katholiken verlassen den Papst. Fast undenkbar.
Hallo catflap08,

schön, dass alles in Ordnung ist!
Ja, Anja Kruse.... :wink:
Sehr brav das alles!

Die Verbissenheit, mit der bei Wikipedia gestrichen und geändert wird ist wirklich interessant - siehe Änderungshistorie usw.

Leider habe ich nach wiederholter Nachfrage noch keine konkreten Vorschläge der Nichiren Shu. Rev. Steffens ist viel unterwegs. Ich übe mich in der Liturgie, Japanisch lernen und Geduld. Vielleicht will man mich auf die Probe stellen...

Wir ziehen in Kürze endlich wieder an den Rhein. Dann wird vieles einfacher. :D

@Buddhist-NRW: Danke für deinen Kommentar!
Das Problem mit dem Priestschaftskonflikt ist sooo lange her und so viel wurde darüber gschrieben und gesagt, dass man kaum mehr selbst die eigentlichen Fakten heraus filtern kann.
Einmal mehr kann ich empfehlen auch hier im Forum die Beitrage von catflap08 dazu zu lesen. Dort gibt es auch immer mal links zum Ablauf.

Nur eins dazu: die Laien wurden von der Priesterschaft exkommuniziert UND/ODER haben sich losgesagt. Wie es nun genau war, wird man wohl nie erfahren. Dazu gibt es eine sehr komplexe Vor- und Nachgeschichte, die auch gerne von beiden Seiten tendenziös ausgeschmückt wurde und wird.
In den letzten Jahren hatte ich aber das Gefühl, dass es eher auf ein sich gegenseitig ignorieren hinaus läuft.

Einen schönen Tag Euch allen!

Namu Myoho Renge Kyo
So: nun der vorläufige Abschlußbericht über mein Bestreben seit etwa einem 3/4 Jahr über den Tempel in Wipperfürth in die Nichiren Shu Laienschaft aufgenommen zu werden.

Ich beziehe mich dabei auf eine e-mail des Sekretärs des Tempels, der im Auftrag der obersten Priesterin und nach einer etwas unwirschen Nachfrage meinerseits antwortete. Unwirsch, weil ich es aus dem normalen Umgang in Deutschland nicht gewohnt bin über 6 Monate ignoriert zu werden - sprich: keine Antwort auf e-mails mehr, keine Rückrufe am Telefon wie versprochen etc.

Gleich vorne weg:

Der Aufbau einer Gemeinde oder Missionierung sei NICHT satzungsgemäße Aufgabe des Tempels. Dieser ist ein Begegnungszentrum und für den interreligiösen Dialog errichtet worden.


Will man also Laie werden muß man woanders gucken und nicht im eindeutig größten Tempel der Nichiren Shu in ganz Europa! Aha. Soweit so schlecht.

Dann wurde man persönlich - man müsse ein heikles Thema ansprechen:

Ich wurde dann darauf hingewiesen, dass es sehr viele Diskussionen zwischen der Priesterin und ihrem Abt in Osaka gegeben habe aber "gleichgeschlechtliche Partnerschaften" (so wie ich in einer lebe) ein Problem seien, und zwar weil

... im japanischen Buddhismus, dem Nichiren Buddhismus, und somit auch ich Lotus Sutra, Mann und Frau als Grundstein der Familie gesehen werden. Ebenso ist es in der japanischen Verfassung so vorgesehen.


und es habe

...immer wieder Anfragen von interessierten Bürgern gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gegeben. Diese wurden immer offen aufgenommen und begleitet, doch leider zeigte sich immer, dass nach längerem Studium des Lotus Sutra Konflikte und Schwierigkeiten mit der Auslegung des Lotus Sutra gab. Aus diesem Grund haben immer wieder Gespräche zwischen Anmerkung(Priesterin und Abt) stattgefunden, in denen sie sich beraten haben.


Meine Antwort darauf war:
u.a., dass ich mir gewünscht hätte, dass mein Privatleben kein Thema gewesen wäre, und mein Mann gar kein Interesse an Buddhismus hat.
Ich halte das alles für eine beispiellose Anmaßung, welche im Nichiren Buddhismus der Neuzeit ihresgleichen suchen dürfte.
Mir aus diesem Grund eine Aufnahme in einen Sangha zu verwehren.
Wie kann diese Priesterin es wagen zu urteilen, wer in den Augen Nichirens würdig ist, oder den 10.ten Lebenszustand der Buddhaschaft hat oder nicht?
Oder wird in Wipperfürth das Lotus Sutra besser und strenger oder RICHTIGER ausgelegt als in den USA oder Italien?

Mal abgesehen davon, dass sich das Lotus Sutra mit dieser Thematik in keiner Weise befasst, was mir auch von anderen buddhistischen Priestern bestätigt wurde.

Ganz offensichtlich verwechselt sie tradiotionelle Japanische Wertvorstellungen mit tatsächlicher Überlieferung und Ausübung! Lotus Sutra nicht gelesen? :?
Das ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen Laien und Priester, welche selbst homosexuell sind!

In jedem Gebet morgens und abends heißt es bei der Nichiren Shu:"...The Lotos Sutra...the teaching of equality, the great wisdom..."

Mein Aufschrei über diese Diskrimminierung bei Facebook hat jedenfalls schon viel Positives bewirkt. Eine Freundschaft mit einer ehemaligen "Shu" Priesterin mit sehr regem Austausch und einer großartigen emotionalen Unterstützung von ihr und natürlich meinem Mann.
Kanjin Cederman Shonin aus Seattle hat mir seine Hilfe angeboten und das Hauptquartier in Japan informiert. Er findet das alles gar nicht lustig und ein ernstes Thema, das es zu klären gibt.

Ich bleibe entschlossen , gelassen und ohne Ärger. Das wird schon- und wenn ich nach Cereseto zu Rev. Tarabini fahren muß :D

Gassho

namu myoho renge kyo
Argonath
Namaste!

Hallo Argonath,
Argonath hat geschrieben:
Der Aufbau einer Gemeinde oder Missionierung sei NICHT satzungsgemäße Aufgabe des Tempels. Dieser ist ein Begegnungszentrum und für den interreligiösen Dialog errichtet worden.

Will man also Laie werden muß man woanders gucken und nicht im eindeutig größten Tempel der Nichiren Shu in ganz Europa! Aha. Soweit so schlecht.

Das ist ja absoluter Nonsens!

Wie darf man das denn dann auffassen mit dem Tempel in Wipperfürth?
Gibt es dort dann überhaupt eine "richtige Sangha" im Sinne von Leuten aus der Gegend, die sich dort zur regelmäßigen Praxis treffen und sich auch als Sangha [hier: weitergefasster Begriff im Sinne von "Praxis-Gemeinschaft"] fühlen?
Oder ist das eher eine Art "Botschaft", welche bei Bedarf für Kulturveranstaltungen und interreligiöse Treffen genutzt wird [das suggerierte mir die Website]?

Argonath hat geschrieben:
Dann wurde man persönlich - man müsse ein heikles Thema ansprechen:

Ich wurde dann darauf hingewiesen, dass es sehr viele Diskussionen zwischen der Priesterin und ihrem Abt in Osaka gegeben habe aber "gleichgeschlechtliche Partnerschaften" (so wie ich in einer lebe) ein Problem seien, und zwar weil

... im japanischen Buddhismus, dem Nichiren Buddhismus, und somit auch ich Lotus Sutra, Mann und Frau als Grundstein der Familie gesehen werden. Ebenso ist es in der japanischen Verfassung so vorgesehen.


und es habe

...immer wieder Anfragen von interessierten Bürgern gleichgeschlechtlicher Partnerschaften gegeben. Diese wurden immer offen aufgenommen und begleitet, doch leider zeigte sich immer, dass nach längerem Studium des Lotus Sutra Konflikte und Schwierigkeiten mit der Auslegung des Lotus Sutra gab. Aus diesem Grund haben immer wieder Gespräche zwischen Anmerkung(Priesterin und Abt) stattgefunden, in denen sie sich beraten haben.


Meine Antwort darauf war:
u.a., dass ich mir gewünscht hätte, dass mein Privatleben kein Thema gewesen wäre, und mein Mann gar kein Interesse an Buddhismus hat.

Gehörte das Folgende dann auch zu Deiner Antwort [nur vom Verständnis her]?
Argonath hat geschrieben:
Ich halte das alles für eine beispiellose Anmaßung, welche im Nichiren Buddhismus der Neuzeit ihresgleichen suchen dürfte.
Mir aus diesem Grund eine Aufnahme in einen Sangha zu verwehren.
Wie kann diese Priesterin es wagen zu urteilen, wer in den Augen Nichirens würdig ist, oder den 10.ten Lebenszustand der Buddhaschaft hat oder nicht?
Oder wird in Wipperfürth das Lotus Sutra besser und strenger oder RICHTIGER ausgelegt als in den USA oder Italien?

Ich wusste gar nicht, dass überhaupt jemand die Zehn Lebensumstände / Zehn Welten in dieser Art für die Beurteilung seiner Mitmenschen heranzieht.
Ich halte das für absolut bedenklich!

Ich persönlich empfand die Zehn Welten immer als eine Art Landkarte, mit deren Hilfe man eine eigene Standortbestimmung im "Hier-und-Jetzt" vornehmen kann.

Natürlich habe ich sie auch schonmal auf das reale Leben angewendet, etwa wenn mal wieder verhungernde Menschen nach einer Katastrophe in den Nachrichten zu sehen sind, wo ich mir dann sage, dass der Bereich der Hungrigen Geister faktische Realität in dieser Welt ist; oder wenn ich die Intrigen der Politiker sehe und diese (allgemein, nicht auf spezielle Individuen bezogen) mit dem Halbgötter-/Titanenbereich vergleiche.

Aber auf eine einzelne Person, abgesehen von mir selbst - nee!

Das widerspricht dann auch meinem "Zen-Empfingen vom Nicht-Werten".
[Etwa aus dem Shinjinmei: "Der Große Weg ist nicht schwer, nur jenseits wählerischer Wahl. Weder begehren noch abweisen und du wirst klar erkennen."]

Von daher absolute Zustimmung: Es ist eine Anmaßung!

Argonath hat geschrieben:
Mal abgesehen davon, dass sich das Lotus Sutra mit dieser Thematik in keiner Weise befasst, was mir auch von anderen buddhistischen Priestern bestätigt wurde.

Ganz offensichtlich verwechselt sie tradiotionelle Japanische Wertvorstellungen mit tatsächlicher Überlieferung und Ausübung! Lotus Sutra nicht gelesen? :?

Das erinnert mich irgendwie an die Ehrenmorde oder die Mädchenbeschneidung im Islam.
Koran nicht gelesen?

Ich hatte immer geglaubt (gehofft?) darüber wäre der Buddhismus schon längst erhaben.
:badgrin: :roll: :lol: Weit gefehlt! Immerhin mal wieder "Ent-täuscht" worden; auch gut!

Argonath hat geschrieben:
Das ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen Laien und Priester, welche selbst homosexuell sind!

Naja, nicht nur das.
Allgemein für alle Menschen, die glaubten, dass der Buddhismus als toleranteste aller Religionen da keine Unterschiede macht.

Argonath hat geschrieben:
In jedem Gebet morgens und abends heißt es bei der Nichiren Shu:"...The Lotos Sutra...the teaching of equality, the great wisdom..."

Mein Aufschrei über diese Diskrimminierung bei Facebook hat jedenfalls schon viel Positives bewirkt. Eine Freundschaft mit einer ehemaligen "Shu" Priesterin mit sehr regem Austausch und einer großartigen emotionalen Unterstützung von ihr und natürlich meinem Mann.
Kanjin Cederman Shonin aus Seattle hat mir seine Hilfe angeboten und das Hauptquartier in Japan informiert. Er findet das alles gar nicht lustig und ein ernstes Thema, das es zu klären gibt.

Ich bleibe entschlossen , gelassen und ohne Ärger. Das wird schon- und wenn ich nach Cereseto zu Rev. Tarabini fahren muß :D

Ich weiß jetzt nicht genau, was Du Dir von der Aufnahme in die Nichiren Shû im Allgemeinen versprichst / erhoffst...
Aber wenn es das "ein Teil der Sangha sein" ist (vgl. oben), dann würde die Aufnahme im italienischen Tempel da doch nichts in Bezug auf den deutschen Tempel in Wipperfürth ändern, oder?

< gasshô >

Benkei

Namu-Myôhô-Renge-Kyô
Guten Morgen!

nun....
Gehörte das Folgende dann auch zu Deiner Antwort [nur vom Verständnis her]?
Argonath hat geschrieben:
Ich halte das alles für eine beispiellose Anmaßung, welche im Nichiren Buddhismus der Neuzeit ihresgleichen suchen dürfte.
Mir aus diesem Grund eine Aufnahme in einen Sangha zu verwehren.
Wie kann diese Priesterin es wagen zu urteilen, wer in den Augen Nichirens würdig ist, oder den 10.ten Lebenszustand der Buddhaschaft hat oder nicht?
Oder wird in Wipperfürth das Lotus Sutra besser und strenger oder RICHTIGER ausgelegt als in den USA oder Italien?

Ich wusste gar nicht, dass überhaupt jemand die Zehn Lebensumstände / Zehn Welten in dieser Art für die Beurteilung seiner Mitmenschen heranzieht.
Ich halte das für absolut bedenklich!


Ja das gehörte auch zur Antwort. Ich fragte mich halt auf welcher Grundlage das alles beruhte, und da das Lotus Sutra nicht in Frage kam konnte es nur persönliches Gusto sein. Das mit den 10 Welten war nicht deren Äußerung sondern meine Zuspitzung in der Antwort. Denn wenn man das alles mal zu Ende denkt, wird einem so einiges abgesprochen.

[quote]Argonath hat geschrieben:
Das ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen Laien und Priester, welche selbst homosexuell sind!

Naja, nicht nur das.
Allgemein für alle Menschen, die glaubten, dass der Buddhismus als toleranteste aller Religionen da keine Unterschiede macht.
/quote]

Allerdings!!! :roll:

Was ich bisher an Reaktionen bekommen habe steht diese Priesterin nicht stellvertretend für die Meinung der Nichiren Shu. Da diese ja nur ein Verbund verschiedener Nichiren Tempel ist, gibt es sicher auch Unterschiede beim Thema Homosexualität. Allerdings Gehört die Gemeinde von Rev. Cederman z.B. in Seattle zu einem "Welcoming Sangha" mit expliziter Einladung an "die Regenbogenmitglieder", und dem Hinweis, dass sie alle immer willkommen sind.

Was deine Einstellung zu festen Strukturen bzw. priesterlich geleiteten Gruppen angeht, hast du dich ja schon mehrmals geäußert.

Für mich ist es tatsächlich dieses Zugehörigkeitsgefühl. Das fehlt mir und z.Zt. und ich möchte gerade nicht aus lauter Nostalgie zum "Ikedaismus" der SGI-D zurück.
Vielleicht besuche ich die Villa Sachsen mal wieder und chante dort aber zu Gruppenversammlungen möchte ich nicht. Konfrontiert mit fundiertem Halbwissen nur aus Sekundärliteratur Ikedas und dieses "SGI-D Sprech" - nee Danke, nicht mehr meins...

Well... Ich verstehe die Skepsis natürlich. Andererseits, was für Alternativen gibt es. Indipendent ist nix für mich und bzgl.

[quote]Aber wenn es das "ein Teil der Sangha sein" ist (vgl. oben), dann würde die Aufnahme im italienischen Tempel da doch nichts in Bezug auf den deutschen Tempel in Wipperfürth ändern, oder?/quote]

glaube ich und es wurde mir von anderen Nichiren Shu Priestern nahegelegt mich mit Rev. Tarabini in Verbindung zu setzen, dass das Verhalten der Priesterin eher nicht representativ ist und zweitens, dass die Uhren in Mailand anders ticken. Der Tempel dort hat explizit die Widmung der Missionsarbeit.
Da Rev. Steffens in Wipperfürth ganz offensichtlich nicht ganz bei der Sache ist, ist es für mich ohnehin keine Option dort angenommen zu werden. Von dieser Frau kann ich nichts lernen, was ich nicht dreimal besser im Internet in den Vorlesungen von Tarabini, Cederman und Maccormick Shonin uva. bereits gelernt habe.

Es ist eine unglaubliche Verschwendung dort in Wipperfürth. Begegnungszentrum ist ja gut und schön aber man wird das Gefühl nicht los, dass es da eher um Befriedigung persönlicher Eitelkeit einer Industriellenwitwe und Ex-Sopranistin geht a la: Ich mache jetzt meinen eigenen kleinen schicken Tempel auf.

Die Yoko Ono der Nichiren Shu... :lol:

Gruß in die Nacht!

Namu Myoho Renge Kyo
Namaste,

Hallo Argonath!
Argonath hat geschrieben:
Ja das gehörte auch zur Antwort. Ich fragte mich halt auf welcher Grundlage das alles beruhte, und da das Lotus Sutra nicht in Frage kam konnte es nur persönliches Gusto sein. Das mit den 10 Welten war nicht deren Äußerung sondern meine Zuspitzung in der Antwort. Denn wenn man das alles mal zu Ende denkt, wird einem so einiges abgesprochen.

Mag sein.
Aber vielleicht sollte man derartige Konzeptionen gerade deshalb auch nicht "zu Ende denken" bzw. auf alles anzuwenden versuchen.
Letztlich sind das auch nur "Geschickte Mittel" [Hôben] und nicht die Wahrheit selbst!
Sobald ein solches Hilfsmittel missbraucht wird oder gar ins Gegenteil verkehrt wird, hört es auf Hôben zu sein und ist dann nur noch reine Verblendung.
Deshalb: Verwenden wenn hilfreich, loslassen wenn über! :wink:
Das ist jedenfalls meine Auffassung von Konzepten wie den "Zehn Welten".

Argonath hat geschrieben:
Benkei hat geschrieben:
Argonath hat geschrieben:
Das ist ein Schlag ins Gesicht für all diejenigen Laien und Priester, welche selbst homosexuell sind!

Naja, nicht nur das.
Allgemein für alle Menschen, die glaubten, dass der Buddhismus als toleranteste aller Religionen da keine Unterschiede macht.


Allerdings!!! :roll:

Was ich bisher an Reaktionen bekommen habe steht diese Priesterin nicht stellvertretend für die Meinung der Nichiren Shu. Da diese ja nur ein Verbund verschiedener Nichiren Tempel ist, gibt es sicher auch Unterschiede beim Thema Homosexualität. Allerdings Gehört die Gemeinde von Rev. Cederman z.B. in Seattle zu einem "Welcoming Sangha" mit expliziter Einladung an "die Regenbogenmitglieder", und dem Hinweis, dass sie alle immer willkommen sind.

Ich gebe es nicht gern zu, aber in manchen Dingen sind die Amis wirklich weiter wie wir... [einige Amis jedenfalls - es gibt ja immer noch den "Bible-Belt" der meine Vorurteile überleben lässt :wink: ]

Argonath hat geschrieben:
Was deine Einstellung zu festen Strukturen bzw. priesterlich geleiteten Gruppen angeht, hast du dich ja schon mehrmals geäußert.

Ach so?

Klarstellend muss ich da anmerken, dass ich persönlich eher zu den Befürwortern priesterlicher Strukturen gehöre; unsere Zen-Sangha wird z. B. von einem Priester geleitet.
Was ich allerdings kritisiere sind die hierarchischen Strukturen wie sie z. B. in der Nichiren Shôshû oder der SGI vorherrschen.
Dort steht der Priester (respektiver "der Präsident") über den Laien; es ist ein "Über-Unterordnungsverhältnis".

In anderen japanischen Traditionen läuft es nach meiner Kenntnis so, dass es zwar Oberhäupter der diversen Traditionen, Unterschulen und Linien gibt, welche die Leitlinien festlegen. Allerdings sind die einzelnen Tempelpriester und Klosteräbte diesen gegenüber nicht Weisungsgebunden, so dass sie schon "ihr eigenes Süppchen kochen" können, wenn sie wollen.
In diesem Konzert spielen die Laien dann natürlich nicht dieselbe Rolle wie die Priester/Mönche. Aber sie stehen auch nicht in einer Hierarchie unter ihnen; beide haben unterschiedliche Funktionen, aber eine gemeinsame Praxis, einen gemeinsamen Ethik-Kontext und sie sollten auch beide dieselbe Verwirklichung anstreben. Dass das für "Vollzeitbuddhisten" einfacher sein kann als für "Teilzeit-" oder "Wochenendbuddhisten" dürfte klar sein.

Argonath hat geschrieben:
Für mich ist es tatsächlich dieses Zugehörigkeitsgefühl. Das fehlt mir und z.Zt. und ich möchte gerade nicht aus lauter Nostalgie zum "Ikedaismus" der SGI-D zurück.
Vielleicht besuche ich die Villa Sachsen mal wieder und chante dort aber zu Gruppenversammlungen möchte ich nicht. Konfrontiert mit fundiertem Halbwissen nur aus Sekundärliteratur Ikedas und dieses "SGI-D Sprech" - nee Danke, nicht mehr meins...

Well... Ich verstehe die Skepsis natürlich. Andererseits, was für Alternativen gibt es. Indipendent ist nix für mich und bzgl.

Aber wenn es das "ein Teil der Sangha sein" ist (vgl. oben), dann würde die Aufnahme im italienischen Tempel da doch nichts in Bezug auf den deutschen Tempel in Wipperfürth ändern, oder?


glaube ich und es wurde mir von anderen Nichiren Shu Priestern nahegelegt mich mit Rev. Tarabini in Verbindung zu setzen, dass das Verhalten der Priesterin eher nicht representativ ist und zweitens, dass die Uhren in Mailand anders ticken. Der Tempel dort hat explizit die Widmung der Missionsarbeit.
Da Rev. Steffens in Wipperfürth ganz offensichtlich nicht ganz bei der Sache ist, ist es für mich ohnehin keine Option dort angenommen zu werden. Von dieser Frau kann ich nichts lernen, was ich nicht dreimal besser im Internet in den Vorlesungen von Tarabini, Cederman und Maccormick Shonin uva. bereits gelernt habe.

"Indipendent" kann aus meiner Sicht auch nur funktionieren, wenn es "nah-bei" eine Sangha gibt, die sich auf einen gemeinsamen "Indipendent-Kontext" geeinigt hat.
Ansonsten ist das ja einfach nur individuelles Praktizieren ohne Sangha-Bezug, egal wie man es dann bezeichnet.

Die gemeinsame Praxis halte ich schon für essentiell, und sonst hätte Buddha die Sangha ja auch nicht als Dritte Kostbarkeit installiert.

Wenn man Gemeinschaft Daimoku praktizieren will, aber außer einer SGI-Gruppe lokal gesehen keine andere Möglichkeit hat, dann würde ich es auch so machen wie Du schreibst, nämlich am gemeinsamen Chanten teilnehmen aber von den "gedanklerischen und hierarchischen" Aspekten die Finger von lassen.
Und natürlich kann es für einen selbst sinnvoll sein, sich dann einer ausländischen Nichiren Shu-Gruppe anzuschließen und mit diesen Kontakt zu halten - dafür leben wir ja im Internet- und Schnellzug-/Flugzeitalter :wink:

Argonath hat geschrieben:
Es ist eine unglaubliche Verschwendung dort in Wipperfürth. Begegnungszentrum ist ja gut und schön aber man wird das Gefühl nicht los, dass es da eher um Befriedigung persönlicher Eitelkeit einer Industriellenwitwe und Ex-Sopranistin geht a la: Ich mache jetzt meinen eigenen kleinen schicken Tempel auf.

Die Yoko Ono der Nichiren Shu... :lol:

Ja, für manche Leute schein es wirklich überaus wichtig zu sein, sich irgendein Denkmal zu setzen.
Hauptsache irgendeines!
Gleich ob sinnvoll oder unsinnig; irgendwie muss über den Tod hinaus wenigstens der Name präsent bleiben :roll:

Weiterhin alles Gute!
< gasshô >

Benkei

Namu-Myôhô-Renge-Kyô
Hallo Zusammen!

Kurzes update:

Nach dieser ganzen Aktion der " Nichirenausstellung im Museumstempel" Wipperfürth haben sich erstaunliche Dinge ergeben.

Solidartätsbekundungen von den Priestern aus den USA, die das ganze völlig absurd finden.
Das ganze hat dann Rev. Cederman aus Seattle persönlich der Japanischen Zentrale vorgelegt und um Prüfung gebeten.

Und schließlich der Kontakt mit dem Tempel in der Nähe von Mailand, in dem jeder herzlich willkommen ist und wo ich hoffentlich nächstes Jahr einmal hinfahren werde.

In diesem Sinne...
Gassho
Namaste!

Hallo Argonath,
Argonath hat geschrieben:
Kurzes update:

Nach dieser ganzen Aktion der " Nichirenausstellung im Museumstempel" Wipperfürth haben sich erstaunliche Dinge ergeben.

Solidartätsbekundungen von den Priestern aus den USA, die das ganze völlig absurd finden.
Das ganze hat dann Rev. Cederman aus Seattle persönlich der Japanischen Zentrale vorgelegt und um Prüfung gebeten.

Und schließlich der Kontakt mit dem Tempel in der Nähe von Mailand, in dem jeder herzlich willkommen ist und wo ich hoffentlich nächstes Jahr einmal hinfahren werde.

Schön von Dir zu lesen.

Gab es denn eigentlich noch irgendeinen Kontakt mit dem Tempel in Wipperfürth, oder kam da nichts mehr?

Es würde mich auf jeden Fall interessieren, wie das Ganze mit der Intervention von Rev. Cederman bei der japanischen Zentrale ausgeht.

Wäre nett, wenn Du uns auf dem Laufenden hälst!

Alles Gute noch & viel Erfolg weiterhin!
< gasshô >

Benkei

Namu-Myôhô-Renge-Kyô
Namaste Benkei,

nach langer zeit mal wieder hier. Ich habe gesehen, dass sich auch zum Thema Nichiren mal wieder was bewegt hier.

Um Dich weiter auf dem Laufenden zu halten: der Daiseion-ji hat eine neue hp unter http://www.daiseion-ji.de

Im Jahr 2000 öffnete das Daiseion-Ji Begegnungszentrum in Wipperfürth erstmalig seine Pforten. Es beherbergt einen in der Tradition des japanischen Nichiren-shu Buddhismus stehenden Tempel, der lokal und regional ansässigen Buddhisten für Gebete und die Ausübung ihres Glaubens offen steht.


Den letzten Satz finde ich ja interessant - denn er stimmt ja nicht. Sonst hätte ich dort ja praktizieren dürfen.



Wie auch immer: unter der jetztigen Führung des Tempels ist eh in naher Zukunft nicht daran zu denken, dass es hier ein spirituelles Zentrum geben wird, wenn man der Nichiren Shu als Laie folgen will.

Der Kontakt zu Rev. Tarabini besteht fort - Italien und mein Butsudan zu Hause bleiben daher zunächst "homebase" für mich, wenn es um meine Ausübung geht.

Gassho
Namu myoho renge kyo
@ Argonath viel Glück mit deinem Kontakt nach Italien leider habe ich meinen verloren. Zu den anderen offensichtlichen Themen müsste sich Kuon-ji zu Wort melden.
Herzlichen Dank dafür catflap08!

Wie kommt es?

Ja man kann gespannt sein. Der Haupttempel ist sicher aber auch nicht der schnellste ;-)


Gassho
Guten Abend zusammen,

ein kleines update:
8)
Ich war im September endlich in Italien, im Renkoji in Cereseto, das ist im Piemont und bin derzeit sicher der einzige Deutsche, der offiziell zur Nichiren Shu gehört.
Dem gingen schon die eine oder andere Übersetzung ins Deutsche sowie viel Eigenstudium unter Anleitung von Rev. Tarabini voraus.
Rev. Shoryo Tarabini übergab mir ein handgeschriebenes vorläufiges Ippen Shudai Mandala, das mich ermutigen soll weiter dran zu bleiben. Auch habe ich viele weitere Teile der Liturgie kennengelernt und teilweise beigebracht bekommen. Der Empfang des großen Gohonzon dürfte im Frühjahr stattfinden.

Der Grund, warum der Tempel in Wipperfürth nicht für den Aufbau einer Sangha benutzt wird liegt wohl auch darin, dass es vor vielen Jahren einen Brandanschlag auf den Tempel gab und bis heute nicht geklärt ist, wer diesen verübt hat. Aus Angst die überwiegend katholische Bevölkerung nicht gegen den Tempel aufzubringen, wenn man missionieren würde und aus Paranoia vor einem weiteren Anschlag, der das Ende des Tempels bedeuten würde, sind daher keine Pläne für eine Sangha vorhanden.

Es bleibt daher zu hoffen, dass sich diese Situation mit einem neuen Priester dort ändern wird. Sollte sich bis dahin hier im Westen bzw. in NRW und RLP jemand Interesse an der Nichiren Shu haben, kann er/sie sich an mich wenden (PN). Bitte etwas Geduld mit den Antworten - ich habe ein sehr erfülltes Leben :wink:

Gassho
Somit wäre die Frage des threads nun auch endlich beantwortet. :mrgreen:

Beste Grüße
@ Argonath. Da möchte ich dir aber an dieser Stelle gratulieren, dass Du eine religiöse Heimat gefunden hast. Ich selber habe diese Reise nach Italien oft vor gehabt und dann doch davon Abstand genommen. Ich denke hier ist auch zu viel Ballast in der Causa SGI nicht ganz unschuldig. Zum Thema Aufklärung konnte ich jedoch meinen Beitrag leisten und bin ganz zufrieden damit. Sag dem Priester schöne Grüße von mir (falls er sich meiner erinnert).
@ catflap08 - Vielen Dank!
Auch werde ich gerne Grüße ausrichten. Tarabini Shonin hat ein gutes Gedächtnis, er wird sich bestimmt erinnern. Er erzählte von jemandem aus Deutschland - vermutlich Du!? Vielleicht kommt hier in D eine Zeitenwende - wer weiß.
Den Balast, den Du meinst, verstehe ich gut. Ich habe 4 oder 5 Jahre ohne "Aktivitäten" gebraucht, ehe ich mich überhaupt wieder klaren Blickes mit Nichiren befassen konnte.

Ich kann nur jedem raten den Weg mit der SGI nicht weiter zu gehen. Man hat ja gerade große Schwierigkeiten nach dem "Bruch" mit dem Daigohonzon irgendwie ideologisch die Kurve zu kriegen und es immer noch wie Buddhismus erscheinen zu lassen.

Was Aufklärung betrifft hast du viel geleistet - Danke dafür, denn es hat auch mir geholfen!
Wenn es Dich aber mal ins Rheinland verschlägt, sag Bescheid!
:)
Hallo, mich würde interessieren was die Nichiren Shu verfolgt. Sind es von der Glaubensrichtung die gleichen Ziele wie bei der SGI? Was unterscheidet die SGI und die Shu genau. Was für erfahrungen habt ihr gemacht.

Liebe Grüße
Die Hauptunterschiede sind vor allem, dass es keine Laienorganisation ist sondern eine traditionelle japanische Schule des Buddhismus mit Priestern und Laienschaft, die in Japan einen nicht unerheblichen Teil der Tempel stellt.
Die Rolle des Buddha wird entsprechend seiner Bedeutung gewürdigt und Nichiren als Bodhisattva angesehen (nicht als Buddha), der auch die Schulrichtung gegründet hat. Haupttempel ist bis heute Kuon-ji am Berg Minobu, das von Nichiren gegründete Kloster.

Hier als Einstieg schon mal ein sehr kurzer aber prägnanter Überblick von Unterschieden auch zur Nichiren Shoshu und Soka Gakkai.

nichiren-shu.org/NONA/comparison.pdf
die Nichiren Shu geht auf einen direkten Schüler von Nichiren zurück, der Minbu Nikō (民部日向, 1253–1314) hiess. Die Lehrdarlegung in dieser Schule liegt zwar auch Schwerpunktmäßig auf dem Lotus-Sutra und den Schriften von Nichiren, aber die buddhistischen Basiselemente wie 4 edle Wahrheiten, 8 facher Pfad, Schulung von Sprache, Körper und Geist, Zufluchtnahme zu Buddha, Dharma, Sangha usw. werden dort auch gelehrt.

dies SKG (SG = Sōka Kyōiku Gakkai) wurde erst im jahr 1930 bzw. 1937 durch Tsunesaburō Makiguchi gegründet und wurde im Jahr 1975 durch Daisaku Ikeda in die Soka Gakkai Internationl umgewandelt. Von 1952 bis 1990 (bzw. 1997) war die Soka Gakkai mit der Nichiren Shoshu eng verbunden, aber durch verschiedene Streitigkeiten innerhalb der Führungsriege kam es dann später zur Trennung. Die SGI beruft sich auch auf Nichiren und deren Schüler Nikkō (日興?, 1246–1333), aber die buddhistischen Basiselemente werden meist nicht gelehrt, sondern die Lehrdalegung begrenzt sich meist nur auf das Lotus-Sutra, die Schriften von Nichiren und hauptsächlich auf das umfangreiche Schriftwerk des aktuellen Präsidenten Daisaku Ikeda.

https://en.wikipedia.org/wiki/Nikk%C5%8D_(priest)
https://en.wikipedia.org/wiki/Nichiren-sh%C5%AB
https://en.wikipedia.org/wiki/Nik%C5%8D
https://en.wikipedia.org/wiki/Soka_Gakkai
https://en.wikipedia.org/wiki/Nichiren_Sh%C5%8Dsh%C5%AB
Ist denn dann die Shu nach der Trennung von der SGI zur Shoshu entstanden?
Lieben Dank übrigens für eure Antworten
nein,
die Nichiren Shu und die Nichiren Shoshu waren und sind völlig unterschiedliche Gruppen, die sich aber beide auf den japanischen Reformator Nichiren Daishonin (jap. 日蓮, „Sonnenlotos“); 1222–1282, bürgerlich Zennichimaro genannt, berufen.
Die Nichiren-shū (jap. 日蓮宗) ist die älteste und größte der traditionellen Schulen des Nichiren-Buddhismus und beruft sich auf den direkten Schüler von Nichiren, Minbu Nikō (民部日向, 1253–1314).
Die Nichiren-Shōshū (jap. 日蓮正宗, dt. „Wahre Nichiren-Schule“) bezeichnet eine der Schulen des Nichiren-Buddhismus, die sich auf den Schüler Nikkō Shonin (jap. 日興; * 1246; † 1333) des "Reformators" Nichiren bezieht und auch als Fuji-Linie bzw. Fuji-Schule bekannt ist.

Nichiren 日蓮 = Sonnenlotos
Nichi 日 = Sonne, Tag
Daishonin 大聖人 = großer Weiser, Heiliger,
Shonin 聖人= Weiser, Heiliger, spirituelle Person
Sho 正 = wahr, erste
Shu 宗 = Gruppe, Schule, Gemeinschaft, Staat
Dai 大 = groß, stark, mächtig
Shoshu 正宗 = wahre Gemeinschaft, Gruppe

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