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Das Hara

  • crazy-dragon
  • 23. Oktober 2008 um 22:13
  • Zum letzten Beitrag
1. offizieller Beitrag
  • crazy-dragon
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    • 23. Oktober 2008 um 22:13
    • #1

    Mit Hara bezeichnet man die Gegend des Unterbauches, etwa eine Handbreit unterhalb des Nabels, wo sich der größte Teil des vegetativen Nervensystems befindet. Die kosmische Energie konzentriert sich im Unterbauch und besonders in den Sexualorganen.

    Die sexuelle Energie ist in der Tat die wichtigste Manifestation dieses universellen Lebens in uns- sie ermöglicht die Beziehung zwischen dem Leben des Universums und dem individuellen Leben, zwischen der Welt der Erscheinungen ( shiki ) und der unsichtbaren Welt der Leerheit ( ku ).

    Die sexuelle Energie bewirkt bei der Zeugung die Manifestation der Kraft ( ki ) des universellen Lebens in der Welt der Erscheinungen. Über das universelle, ewige Leben, das Leben des Ku hinaus empfängt das derart erschaffene Wesen auch ein Karma, das den zeugenden Eltern entstammt.

    Mit dem Tod verschwinden Körper und individuelles Bewußtsein, während das Karma und das universelle Leben ewig fortdauern- sterben heißt, in Ku, zur Wahren Essenz unseres Selbst zurückzukehren...

    Quelle: Taisen Deshimaru-Roshi

    Leere ist Form- und Form ist Leere...also warum Angst haben, wenn man in seinen Ursprung zurückkehrt?

    Lieber Gruß, crazy dragon

    Tag für Tag ein guter Tag

  • Ryonin
    Gast
    • 23. Februar 2009 um 22:42
    • #2

    "Montag, 7. Januar 2008
    Ich habe mein Hara in San Francisco vergessen
    Verstehst Du's? „Hara“ ist ein japanisches Wort, welches deinen Bauch und den unteren Teil deiner Brust beschreibt, ungefähr da, wo sich dein Zwerchfell befindet. Manche Zen-Meister weisen Dich an „Deinen Geist im Hara zu lassen“. Ich nicht. Dein Geist durchdringt deinen ganzen Körper und das gesamte Universum. Es ist bescheuert, sich ihn an einem bestimmten Punkt vorzustellen. Soviel dazu, und ich bin in San Francisco. Hah!

    Wie auch immer … man sagt, du bist kein Schriftsteller, wenn dir nicht auf der Stelle mindestens zehn Ausreden einfallen, um nicht zu schreiben. Das kann ich. Ich bin der unumstrittene Weltmeister des Hinausschiebens, was das Schreiben angeht. Ich schreibe sogar, um das Schreiben zu meiden, wie gerade in diesem Moment.

    Ich bin immer noch hier im San Francisco Zen Center (SFZC), und ohne Tarnung. Ich habe aufgehört, mich mit dem normalen Rasierer zu rasieren, und benutze jetzt einen elektrischen um diesen stoppeligen Don-Johnson-Look zu erreichen. Was für eine Anspielung auf die 80er! Kinder, lauft zu Mama und Papa und fragt, wer Don Johnson war. Es ist einfacher und dein Gesicht fühlt sich weniger kühl an durch die Stoppeln, insbesondere hier oben. Was würde Dogen wohl dazu sagen? Nur zu, komm vorbei und sag „Hi“. Nur sei nicht beleidigt, wenn ich einfach hochrenne, um meine neuen KISS DVDs anzuschauen...äh...mein verdammtes neues Buch zu schreiben.

    Das SFZC ist äußerst interessant. Es ist eine gemeindeartige, klösterliche Praxis und ganz und gar nicht das, was ich sonst gewohnt bin. Hier stehe ich also, ein Meister, und habe von der Hälfte der Dinge, die sie hier machen, keine Ahnung. Ich kenne die Texte nicht, ich weiß nicht, wann man sich verbeugt, ich bin mir unsicher, wer wann den Raum verlässt, nichts von diesem Kram. Ich schaue einfach ganz genau hin und versuche herauszufinden, worum es geht. Ein kleiner Tipp für den Fall, das du dich mal in einer ähnlichen Situation befinden solltest: Versuche immer in der Mitte zu stehen oder zu sitzen. An den meisten Orten ist der Platz am Ende der Beste, weil jeder das getan haben wird, was zu machen ist, wenn du dran bist. Aber in Zen-Dôjôs wechselt die Richtung mit einem Mal und, wie die Bibel schon sagt, „Die Letzten werden die Ersten sein.“. Also ist die Mitte immer der beste Platz, um herauszufinden, was abgeht.

    Mir scheint, dass jegrößer eine Organisation wird, desto mehr Bedarf an Regeln und Hierarchien besteht. Man kann die Dinge in einer Organisation von der Größe des SFZC nicht wie in meiner Sitzgruppe handhaben. Geht einfach nicht. Das SFZC läuft sehr gut und macht den Anschein, dass man hier die wohl bekannten Probleme der Vergangenheit bewältigt hat, und für eine lange Zeit bestehen wird.

    Regeln und institutionelle Hierarchie haben ihren Platz. Aber es gibt wesentliche Unterschiede zu der Art, wie ich die Dinge handhabe. Zum Beispiel halten sie hier täglich eine wundervolle Morgenzeremonie ab, an der ich mit viel Freude teilgenommen habe. Aber in Bezug auf die Praxis ist das nicht wirklich notwendig. Es gibt keinen einzigen Grund, warum das Rezitieren von Sutren der Zen-Praxis irgendwie nützlich wäre. Aber es ist natürlich sehr förderlich, um die Gemeinde zu einen und die Institution zu stärken. Aus der Sicht des SFCZ sind diese Faktoren lebensnotwendig. Wenn du dich einfach nur für Zen interessierst, sind sie das nicht. Versteh’ das, nach meinem Eindruck tun das die meisten Leute hier, und die Rezitationen und Rituale sind ein schöner Familienspaß und nicht im Geringsten eine Ablenkung. Gleichwohl würde es deiner Zen-Praxis genauso zuträglich sein, wenn das Gruppenverhalten darin bestünde, den Eisladen um die Ecke leerzufuttern, obwohl sich das mehr auf deinen Hüften niederschlagen dürfte.

    Okay. Sutren zu rezitieren mag etwas besser sein. Aber verwechsle das nicht mit wirklicher Zen-Praxis. An den Zeremonien nehmen wesentlich mehr Leute teil, als am Zazen im Zendo, und das ist so ziemlich überall so, wo ich vorbeischaue.

    Nur ein paar kurze Gedanken. Jetzt werde ich mich mal an meine echte Arbeit machen.

    Tschüss!"

    Zen-Meister Brad Warner im "Hinsetzen Klappe halten"-blog (http://hinsetzen.blogspot.com/)

    _()_
    Ryonin

    P.S. Es gibt zum Pro-Hara Thema ein gutes Buch von Karlfried Graf von Dürkheim - "Hara - Die Erdmitte des Menschen"

  • crazy-dragon
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    • 24. Februar 2009 um 20:16
    • #3

    :shock:
    Kurz- knapp- präzise...

    Hier spricht einer mit vollem Durchblick,

    lieber Gruß, crazy dragon

    Tag für Tag ein guter Tag

  • Ryonin
    Gast
    • 26. Februar 2009 um 23:42
    • #4

    Wie intensiv ist eigentlich die Verbindung zwischen Ch'an/Zen und Richtungen, die stärker mit Qi und Hara arbeiten wie zum Beispiel buddh. Qi Gong und Tai Chi? Hab letztens gesehen, das Thich Nhat Hanh auch so ähnliche Übungen in der Praxis benutzt, auch auf der Seite von Hsu Yun wurde lange Zeit auch Texte zu Tai Chi und Kampfkunst angeboten. Hsu Yun schrieb auch:
    Der richtige Fluss von Chi
    Die körperliche Position während der Meditation ist sehr wichtig und grundlegend wichtig für den Erfolg einer Langzeit-Meditations-Praktik. Für alle, die keine überkreuzte Beinhaltung auf einem Kissen aushalten können, sind ein Sessel oder Hocker eine nützliche Alternative.
    Der richtige Fluss von Chi (Ki) ist grundlegend wichtig und hängt von der Position und Ausrichtung des Rücken ab. Trage lose Kleidung, die die Beine bedeckt.


    _()_
    Ryonin

    Namu Amida Butsu

  • brigitte
    Gast
    • 27. September 2009 um 20:28
    • #5
    crazy-dragon:

    Mit Hara bezeichnet man die Gegend des Unterbauches, etwa eine Handbreit unterhalb des Nabels, wo sich der größte Teil des vegetativen Nervensystems befindet. Die kosmische Energie konzentriert sich im Unterbauch und besonders in den Sexualorganen.
    Die sexuelle Energie ist in der Tat die wichtigste Manifestation dieses universellen Lebens in uns- sie ermöglicht die Beziehung zwischen dem Leben des Universums und dem individuellen Leben, zwischen der Welt der Erscheinungen ( shiki ) und der unsichtbaren Welt der Leerheit ( ku ).
    Die sexuelle Energie bewirkt bei der Zeugung die Manifestation der Kraft ( ki ) des universellen Lebens in der Welt der Erscheinungen. Über das universelle, ewige Leben, das Leben des Ku hinaus empfängt das derart erschaffene Wesen auch ein Karma, das den zeugenden Eltern entstammt.
    Mit dem Tod verschwinden Körper und individuelles Bewußtsein, während das Karma und das universelle Leben ewig fortdauern- sterben heißt, in Ku, zur Wahren Essenz unseres Selbst zurückzukehren...
    Quelle: Taisen Deshimaru-Roshi
    Leere ist Form- und Form ist Leere...also warum Angst haben, wenn man in seinen Ursprung zurückkehrt?
    Lieber Gruß, crazy dragon

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    Das Chi ist eine kleine Perle in der Venusmuschel,
    bist du sehr aufmerksam und konzentriert kannst Du sie hin und her rollen lassen
    (keine einfache Übung, das klappt erst nach 2-wöchiger Dauer eines Tai-Chi-Seminars)
    und wenn man das Chi im Tantchen sammelt-bündelt
    und es dann fliessen läßt,
    kann man Bälle damit formen oder gar
    Tische, das Chi ist überall
    innen wie aussen

    Ich habe keine Angst
    doch verliere ich ungern mein Bewußtsein
    ich möchte ein bewußter Gestaltwandler sein

  • bel
    Gast
    • 28. September 2009 um 08:17
    • #6

    Mein Eindruck ist inzwischen, daß diejenigen, die von Hara, Chi und "Gleichgewicht" reden, eher Null Ahnung von Buddha-Zen haben.
    Man sollte solche Leute meiden.
    In diesem Zusammenhang amüsiert mich echt der Beitrag von Brad, dem Meister.

    _()_

  • brigitte
    Gast
    • 28. September 2009 um 08:44
    • #7
    bel:

    Mein Eindruck ist inzwischen, daß diejenigen, die von Hara, Chi und "Gleichgewicht" reden, eher Null Ahnung von Buddha-Zen haben.
    Man sollte solche Leute meiden.
    In diesem Zusammenhang amüsiert mich echt der Beitrag von Brad, dem Meister.
    _()_

    Dann interessiert mich ja mal Deine Ahnung,
    viel ist bis jetzt nicht rübergekommen :|
    Könnte aus Dir der Neid
    unerfahrener Erfahrungen sprechen :?:

    PS:
    und was ist überhaupt Buddha-Zen :grinsen:

  • bel
    Gast
    • 28. September 2009 um 09:59
    • #8
    bel:

    Mein Eindruck ist inzwischen, daß diejenigen, die von Hara, Chi und "Gleichgewicht" reden, eher Null Ahnung von Buddha-Zen haben.
    Man sollte solche Leute meiden.
    In diesem Zusammenhang amüsiert mich echt der Beitrag von Brad, dem Meister.

    christina:

    Dann interessiert mich ja mal Deine Ahnung,
    viel ist bis jetzt nicht rübergekommen. Könnte aus Dir der Neid unerfahrener Erfahrungen sprechen


    Nö, es ist nur nicht erwähnenswert. Und ich kenne welche, die vollkommen ohne dessen Erwähnung ausgekommen sind und auskommen. Und andere gebärden sich, als hätten sie den Stein der Weisen gefunden :lol:

    bel:

    und was ist überhaupt Buddha-Zen


    Hab ich offenbar direkt für Dich gesagt. Buddha-Zen ist das Zen des 8fachen Weges, was denn sonst?

    _()_

  • brigitte
    Gast
    • 28. September 2009 um 11:29
    • #9
    bel:
    bel:

    Mein Eindruck ist inzwischen, daß diejenigen, die von Hara, Chi und "Gleichgewicht" reden, eher Null Ahnung von Buddha-Zen haben.
    Man sollte solche Leute meiden.
    In diesem Zusammenhang amüsiert mich echt der Beitrag von Brad, dem Meister.

    christina:

    Dann interessiert mich ja mal Deine Ahnung,
    viel ist bis jetzt nicht rübergekommen. Könnte aus Dir der Neid unerfahrener Erfahrungen sprechen


    Nö, es ist nur nicht erwähnenswert. Und ich kenne welche, die vollkommen ohne dessen Erwähnung ausgekommen sind und auskommen. Und andere gebärden sich, als hätten sie den Stein der Weisen gefunden :lol:

    bel:

    und was ist überhaupt Buddha-Zen


    Hab ich offenbar direkt für Dich gesagt. Buddha-Zen ist das Zen des 8fachen Weges, was denn sonst?
    _()_

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  • daodong
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    • 20. Oktober 2009 um 00:03
    • #10
    Ryonin:

    Wie intensiv ist eigentlich die Verbindung zwischen Ch'an/Zen und Richtungen, die stärker mit Qi und Hara arbeiten wie zum Beispiel buddh. Qi Gong und Tai Chi? Hab letztens gesehen, das Thich Nhat Hanh auch so ähnliche Übungen in der Praxis benutzt, auch auf der Seite von Hsu Yun wurde lange Zeit auch Texte zu Tai Chi und Kampfkunst angeboten. Hsu Yun schrieb auch:
    Der richtige Fluss von Chi
    Die körperliche Position während der Meditation ist sehr wichtig und grundlegend wichtig für den Erfolg einer Langzeit-Meditations-Praktik. Für alle, die keine überkreuzte Beinhaltung auf einem Kissen aushalten können, sind ein Sessel oder Hocker eine nützliche Alternative.
    Der richtige Fluss von Chi (Ki) ist grundlegend wichtig und hängt von der Position und Ausrichtung des Rücken ab. Trage lose Kleidung, die die Beine bedeckt.
    _()_
    Ryonin
    Namu Amida Butsu

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    Mich würde sehr interessieren wie man im Zen mit dem Hara arbeitet und ob es in Zen-kreisen überhaupt so etwas wie Energie-Arbeit gibt?! Selbst habe ich Erfahrung mit buddhistischem Qi-Gong. Ich kann nur sagen, dass sich - bei entsprechender Praxis - der Körper von selbst bewegt. Ist das erste Mal eine sehr überraschende Erfahrung. LG Daodong

  • brigitte
    Gast
    • 20. Oktober 2009 um 00:27
    • #11

    Mich würde sehr interessieren wie man im Zen mit dem Hara arbeitet und ob es in Zen-kreisen überhaupt so etwas wie Energie-Arbeit gibt?! Selbst habe ich Erfahrung mit buddhistischem Qi-Gong. Ich kann nur sagen, dass sich - bei entsprechender Praxis - der Körper von selbst bewegt. Ist das erste Mal eine sehr überraschende Erfahrung. LG Daodong

    Bei langjähriger TaiChi oder Qi Gong Praxis bewegt sich der Körper tatsächlich selbst.
    bzw. wird bewegt, eine tolle Erfahrung !
    Ob es das im Zen gibt weiss ich nicht

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 20. Oktober 2009 um 00:41
    • #12
    daodong:

    Mich würde sehr interessieren wie man im Zen mit dem Hara arbeitet und ob es in Zen-kreisen überhaupt so etwas wie Energie-Arbeit gibt?!

    Moin Daodong,
    das kommt wohl auf den Zen Lehrer an.
    Du kannst auch im Zen ein kleines Feuerchen im Hara entzünden und Lavaströme durch den Körper schicken. Aber das ist mit Sicherheit nicht allgemein üblich. Und es gibt in Zen Kreisen auch so etwas wie Energie Arbeit. Aber auch das wird nicht allgemein üblich sein.
    Ein guter Lehrer kann viele Mittel benutzen, auch im Zen. Und genau wie in anderen buddhistischen Schulen wird darüber nicht so viel geredet. ;)

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

  • daodong
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    • 20. Oktober 2009 um 10:57
    • #13

    Danke Ju'un Ken für Deine Antwort, die für mich sehr interessant ist.

    Auch im tibetischen Buddhismus wird ja nicht über solche Dinge gesprochen sondern im "Geheimen" weiter gegeben, oftmals muß man dafür ein 3jahres Retreat absolvieren oder besser noch mehr Jahre um alle diese Unterweisungen zu erhalten.

    Ich habe selbst ja 3 Jahre mit einer ZEN-Gruppe praktiziert, konnte mich jedoch damals nicht so öffnen - aber es war eine sehr gute Gruppe. Als es dann ans Rakusu nähen ging habe ich mich kathegorisch verweigert :D Wenn man sich nicht öffnen kann wird einem eben auch sehr vieles nicht zugänglich.

    Heute würden mich aber die verschiedenen ZEN Methoden schon sehr interessieren - besonders auch jene über die man nicht öffentlich spricht und schreibt.

    Natürlich benützen unterschiedliche Lehrer alle möglichen Methoden um ans "Ziel" zu gelangen. Aber ist Energiearbeit eine klassische ZEN-Methode. Wohl eher nicht, oder?

    Liebe Grüße, Daodong

  • bel
    Gast
    • 20. Oktober 2009 um 11:40
    • #14
    daodong:

    Aber ist Energiearbeit eine klassische ZEN-Methode. Wohl eher nicht, oder?


    Natürlich nicht. Hat der Buddha Shakyamuni "Ernergiearbeit" gelehrt, der Buddha Huineng oder der Buddha Dogen? Eher nicht, weil sie sich auf das Dhamma konzentriert haben. Das macht eben dann schon den Unterschied zur sonstigen ostasiatischen Alchemie aus, ob sie nun ihre Ursprünge im Daoisus oder Schamanismus (z.B. in Korea) hat.
    Um das ma ein bissel zu erläutern: niemand wird wahrscheinlich bestreiten, daß bestimmte Bewegungsabläufe oder bewußtes Atmen keinen Einfluß auf Körpergefühl, Wahrnehmung und womöglich auch andere körperlich-geistige Prozesse haben können.
    Der entscheidende Unterschied zwischen Buddha-Zen und Dao-Alchemie liegt nun darin, daß die einen kein großes Gewese drum machen und die anderen darauf ein absurdes Therorien-Gebäude bauen. Wenn man sowas hört wie "Die sexuelle Energie ist in der Tat die wichtigste Manifestation dieses universellen Lebens in uns" meint man, der Erste Kaiser ist aus seinem Quecksiberdelirium erwacht und hält mal wieder ne Rede über seine erhoffte Unsterblichkeit. Wir aber machen einfach unsere 108 Niederwerfungen und jut isses - besser sitzen tut es sich schon danach ;)

    _()_

  • daodong
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    • 21. Oktober 2009 um 10:19
    • #15
    bel:
    daodong:

    Aber ist Energiearbeit eine klassische ZEN-Methode. Wohl eher nicht, oder?


    Natürlich nicht. Hat der Buddha Shakyamuni "Ernergiearbeit" gelehrt, der Buddha Huineng oder der Buddha Dogen? Eher nicht, weil sie sich auf das Dhamma konzentriert haben. Das macht eben dann schon den Unterschied zur sonstigen ostasiatischen Alchemie aus, ob sie nun ihre Ursprünge im Daoisus oder Schamanismus (z.B. in Korea) hat.
    Um das ma ein bissel zu erläutern: niemand wird wahrscheinlich bestreiten, daß bestimmte Bewegungsabläufe oder bewußtes Atmen keinen Einfluß auf Körpergefühl, Wahrnehmung und womöglich auch andere körperlich-geistige Prozesse haben können.
    Der entscheidende Unterschied zwischen Buddha-Zen und Dao-Alchemie liegt nun darin, daß die einen kein großes Gewese drum machen und die anderen darauf ein absurdes Therorien-Gebäude bauen. Wenn man sowas hört wie "Die sexuelle Energie ist in der Tat die wichtigste Manifestation dieses universellen Lebens in uns" meint man, der Erste Kaiser ist aus seinem Quecksiberdelirium erwacht und hält mal wieder ne Rede über seine erhoffte Unsterblichkeit. Wir aber machen einfach unsere 108 Niederwerfungen und jut isses - besser sitzen tut es sich schon danach ;)

    _()_


    Meine Frage - entwickelt sich durch einfach nur sitzen sozusagen als "Nebenprodukt" ein Energiekörper? ()

  • Ji'un Ken
    Gast
    • 21. Oktober 2009 um 10:33
    • #16
    daodong:


    Meine Frage - entwickelt sich durch einfach nur sitzen sozusagen als "Nebenprodukt" ein Energiekörper? ()

    Sicher kann das geschehen, muss aber nicht. Es ist auch nicht explizit Sinn der Übung.
    Es sei denn du hast einen Zen-Lehrer, der dies, aus welchen Gründen auch immer, in die Übung mit einbezieht.

    Alles Liebe,
    Ji'un Ken

  • bel
    Gast
    • 21. Oktober 2009 um 11:38
    • #17
    daodong:

    einfach nur sitzen sozusagen als "Nebenprodukt" ein Energiekörper?


    Laß Dir keinen Quatsch erzählen. "Einfach nur Sitzen" bedeutet exakt das.
    "Nebenprodukte" entstehen dabei aber ne ganzen Menge - und der zen-typische Umgang damit ist der: "nicht weiter der Rede wert". Beherzigt man diesen Umgang, dann fällt "Geist-Körper" ab.
    Wer meint, da müsse es sonst noch was geben, ist im Buddha-Zen einfach an der falschen Stelle.

    Nicht daß ich meinen würde, Tao-Alchemie und Schamanismus könnten nicht auch Wirkung entfalten. Ganz das Gegenteil, möglicherweise sind das sogar geeignete Mittel für Menschen die etwas wollen.

    _()_

  • daodong
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    • 21. Oktober 2009 um 14:21
    • #18

    Danke für Ji-un Ken und Bel für Eure Antworten. Ich versuche nur unterschiedliche Methoden auf ihre "Auswirkungen" zu untersuchen im Bewußtsein, dass es ähnliche Ergebnisse geben kann aber doch individuell sehr unterschiedlich sein können. Chögyam Trungpa hat doch ein Buch geschrieben in welchen er Vergleiche zwischen Zen und Tib. Buddhismus zieht (mir ist im Moment der Titel entfallen) bin aber mit seinen Schlußfolgerungen nicht so ganz einverstanden obwohl ich ihn sonst als Autor schätze.
    Wenn man nun buddhistisches Qi-Gong praktiziert kann das als Resultat zur Folge haben, dass der Körper bewegt wird. (Aber es gibt sehr viele die diese Art des Qi-Gong üben und diese Erfahrung NICHT machen.) (Man kann auch mal über die Bedeutung nachdenken, dass der Körper ohne jedes Zutun bewegt wird) Anschließend würde man dann stilles Qi-Gong üben. Wobei ich denke, dass Tantrische Praktiken bereits stilles Qi-Gong sind auch wenn einem das nicht von vorneherein klar ist. Man geht aus der Bewegung in die Stille. Wie still darf es denn werden? Meine Lehrerin meinte, dass man bis zu 14 Tage sitzen kann ohne feste Nahrung oder Flüssigkeiten zu benötigen.
    Selber habe ich nur 3 Jahre in einer ZEN-Gruppe praktiziert und jetzt ist natürlich vieles vermischt deshalb interessieren mich Erfahrungen von Menschen die nur ZEN prakitziert haben. Ich habe 3 Jahre lang versucht bis 10 zu zählen bis der erste Gedanke erscheint ;) Ich denke im ZEN ist es wesentlich in die Stille zu gehen und das Herzsutra zu realisieren - es muß zu direkten Erfahrung werden, oder?
    Ich hatte ja auch einen sehr "trockenen" Beruf und habe viele Zahlen ausgebrütet, vielleicht hat sich daher das bunte abwechslungsreiche Treiben der Tibeter für mich besser angeboten als - für mich subjektiv gesehen - überlange und anstrengende "Sitzzeiten".
    Ganz liebe Grüße () Daodong

  • bel
    Gast
    • 21. Oktober 2009 um 15:51
    • #19
    daodong:

    Wenn man nun buddhistisches Qi-Gong praktiziert kann das als Resultat zur Folge haben, dass der Körper bewegt wird. (Aber es gibt sehr viele die diese Art des Qi-Gong üben und diese Erfahrung NICHT machen.)


    Was ist denn buddhistisches Qi-Gong ?

    Zitat

    Selber habe ich nur 3 Jahre in einer ZEN-Gruppe praktiziert und jetzt ist natürlich vieles vermischt deshalb interessieren mich Erfahrungen von Menschen die nur ZEN prakitziert haben. Ich habe 3 Jahre lang versucht bis 10 zu zählen bis der erste Gedanke erscheint ;) Ich denke im ZEN ist es wesentlich in die Stille zu gehen und das Herzsutra zu realisieren - es muß zu direkten Erfahrung werden, oder?


    Man sollte einfach Sitzen. Das ist auch genauso gemeint und das ist die "direkte Erfahrung". Nicht zählen, nichts "realisieren", nicht an "direkte Erfahrung" denken, sondern einfach "Ich sitze jetzt".
    Das ist exakt das selbe, wie ich mache jetzt "Gassho", jetzt beuge ich die Knie, jetzt beuge ich den Oberkörper, jetzt setze ich die Handflächen auf den Boden, jetzt berühre ich den Boden mit der Stirn .. usw. nur das. Dagegen kommt kein Kunststückchen an.

    _()_

  • daodong
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    • 21. Oktober 2009 um 21:13
    • #20

    Hallo Bel,
    ich weiß nicht genau ob dieser Ausdruck "Buddhistisches Qi-Gong" so richtig ist. Ich übe ein Qi-Gong das in China nur Nonnen/Mönchen in Buddhistischen Klöstern leben zugänglich ist. Es gibt ja viele verschiedene Qi-Gong Übungen. Das Qi-Gong das ich übe verbessert zunächst einmal die Körperhaltung, man bekommt einen geraden Rücken, mit der Zeit kann man ohne Kissen sitzen, die Hüfte wird beweglicher und irgendwann ist der volle Lotossitz möglich. Es soll erreicht werden, dass sich Chakren und die Energiekanäle reinigen/öffnen, man kann direkt aus dem Raum Energie aufnehmen. Man macht die Bewegungen sehr langsam und in voller Achtsamkeit Hingabe und Konzentration. Und irgendwann wird der Körper bewegt. Man kann sich dann fragen wer oder was wen oder was bewegt.

    Aber im ZEN wird man ja dann nicht nur in Achtsamkeit sitzen, geht es nicht auch darum die Worte des Herz Sutra in direkter Erfahrung zu erkennen?
    Zumindest wird dieses Sutra ja fleißig im Zusammenhand mit Zazen rezitiert.

    ()
    Daodong

  • daodong
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    • 21. Oktober 2009 um 21:19
    • #21

    [quote='crazy-dragon']Mit Hara bezeichnet man die Gegend des Unterbauches, etwa eine Handbreit unterhalb des Nabels, wo sich der größte Teil des vegetativen Nervensystems befindet. Die kosmische Energie konzentriert sich im Unterbauch und besonders in den Sexualorganen.

    Soweit mir bekannt ist befindet sich das Hara im Unterbauch. Im Oberbauch ist wohl eher der Solar Plexus angesiedelt. Es gibt eben die unterschiedlichsten Energiesystheme. Manche arbeiten mit 5 Chakren - manche mit 7.

    Arbeites Du mit dem Hara, und welche Erfahrungen hast Du damit?

    Ganz liebe Grüße, Daodong

  • crazy-dragon
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    • 21. Oktober 2009 um 23:21
    • #22
    daodong:

    Arbeites Du mit dem Hara, und welche Erfahrungen hast Du damit?

    [/color]

    Beim Shikantaza richte ich meine Aufmerksamkeit auf diese Stelle- das ist alles.
    Erfahrungen? Mein ICH ist quasi weg, alles ist EINS.

    Lieber Gruß,
    crazy dragon

    Tag für Tag ein guter Tag

  • bel
    Gast
    • 22. Oktober 2009 um 08:38
    • #23
    daodong:

    Aber im ZEN wird man ja dann nicht nur in Achtsamkeit sitzen, geht es nicht auch darum die Worte des Herz Sutra in direkter Erfahrung zu erkennen?


    Es geht um überhaupt nichts - so jedenfalls hört es sich an, wenn wir das Herzsutra rezitieren :)
    無智亦無得 kein Erkennen und kein Errreichen, 以無所得故 weil es nichts zu erreichen gibt.
    Wie will ich also etwas erreichen, was nicht (durch das Ich) zu erreichen ist? Deshalb geht es beim Zazen auch um überhaupt nichts außerhalb von Zazen (auch nicht um "Achtsamkeit"). Wenn man das akzepzieren kann, dann ist genau dies "direkte Erfahrung", shikantaza.

    Übrigens, der Buddha saß unter einem Feigenbaum. Wenn man sich die Dinger anschaut, ist da nirgendwo eine ebene Fläche, sondern erhöhte Wurzeln über abfallendem Boden. Und so sitzen wir auch mit einem erhöhtem Becken und Knien, die sich auf den Boden stützen. Weil wir in der Halle keine Wurzeln haben, nehmen wir ein Kissen.

    Das was Du über die Ausführung von "Buddhistisches Qi-Gong" sagst, passiert genau in den 108 Niederwerfungen (拜), von denen die Koreaner sagen, sie hätten das aus China mitgebracht, habe es aber außerhalb von Korea noch nirgendwo anders so gesehen. War vielleicht ne zu abgelegene Gegend, wo nicht jeden Tag ne neue Sau durchs Dorf getrieben wurde :)

    _()_

  • brigitte
    Gast
    • 22. Oktober 2009 um 14:01
    • #24

    „Hara“ bedeutet im japanischen Bauch. Das Hara wird auch als „Tor zu Leben und Tod“ oder als "Quelle des Lebens“ bezeichnet.
    Sein Energiezentrum liegt vier bis fünf Zentimeter unterhalb des Bauchnabels und die zentrale Funktion besteht darin, unser physisches, spirituelles und emotionales Gleichgewicht auszubalancieren.
    In den östlichen Kampfkünsten wie Bogenschießen, Schwertkampf oder Aikido lernt man vor allem, mit seinem Hara in Kontakt zu sein und seine Kraft zu nutzen. Beim Ausüben von Ikebana, Kalligrafie oder der Heilkunst Shiatsu sowie beim Tai Chi ist die Grundlage das bewusste Umgehen mit der Energie des Haras. Selbst im Geschäftsleben findet der "Weg des Hara" für erfolgreiche Verhandlungen seine Anwendung.
    Aus dem Hara heraus zu handeln bedeutet müheloses handeln verbunden und genährt durch die Kraft des Kosmos. Haben wir den Kontakt zum Hara verloren oder ist der Zugang blockiert, fehlt es uns an Lebenskraft, Willen und Zentriertheit. Wir verlieren unsere spirituelle und körperliche Mitte, verlieren uns in der Welt der Gedanken und Gefühle oder sind abhängig von dem, was um uns herum im Außen geschieht. Der Energiefluss in unserem Körper gerät so aus dem Gleichgewicht.

    Quelle: Shiatsu

  • void
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    • 23. Oktober 2009 um 09:15
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    • #25
    daodong:

    [Soweit mir bekannt ist befindet sich das Hara im Unterbauch. Im Oberbauch ist wohl eher der Solar Plexus angesiedelt. Es gibt eben die unterschiedlichsten Energiesystheme. Manche arbeiten mit 5 Chakren - manche mit 7

    Das sind ja nur Metaphern und Konzepte für das was im Körper so abgeht. Nartürlich beschäftigt man sich beim Sitzen viel mit dem was im Körper passiert, aber gerade wegen der unmittelbaren Präsenz im Körper braucht es doch Konzepte wie "Chakra" nicht unbedingt. Wo man sie vielleicht braucht, ist wenn man jemand anderem etwas erklären will. Aber auch da kann man das anders ausdrücken. Ich sehe die Gefahr, dass man sich and derartigen Dingen aufhängt und da ein ganz techisches Verständnis im Bezug auf die eigne Praxis und den eigenen Körper kriegt.

    brigitte:

    In den östlichen Kampfkünsten wie Bogenschießen, Schwertkampf oder Aikido lernt man vor allem, mit seinem Hara in Kontakt zu sein und seine Kraft zu nutzen.

    Hinzuzufügen wäre hier die Kunst des Harakiri (Seppuku) bei der eine ganz unmittelbarere Kontakt zur Leibesmitte hergestellt wird. In den Kampfkünsten ist das Hara wichtig um den Körper auszubalancieren. Es heisst ja auch bei der Zazen Haltung das man da seinen Schwerpunkt haben sollte. Wenn man sich zentriert dann zentriert man sich unvermeidlich zur Mitte hin. Deswegen die Buddhanatur im Nabel zu suchen wäre dann aber schon bedenklich.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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