Vergessen wer ich bin...

22 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Carneol.

  • Hallo liebe Leute,


    kurze und knappe Frage...(weiß leider nicht ob es dieses Thema schon einmal gab, habe nichts gefunden...)


    Vor ein paar Wochen beim meditieren kam ich nach ca 20 Minuten in einen total ruhigen Zustand, und plötzlich für etwa 5 - 10 Sekunden wusste ich nicht mehr wer/wie ich bin.
    Ich war voll da, also kein Sekundenschlaf, aber ich kannte meine Geschichte nicht, mein Namen nicht, wo ich bin, was ich beruflich mache etc...
    Das hat mich so erschrocken, dass ich mich quasi selbst schnell aus diesen Zustand riss...


    Habt ihr ähnliche Erfahrung gemacht ? War dies eine Vertiefung ? Oder doch nur Einbildung ?


    Freue mich von euren Erfahrungen und Meinungen diesbezüglich zu hören !



    liebe Grüße

  • hallo Chris Urban,
    hört sich gut an. Wenn du gut Englisch kannst, schau doch mal ins Forum "dharmaoverground.org", da gibt´s neben einem Haufen Müll immer wieder mal Berichte über solche Ereignisse, und z.T. auch ganz konstruktive Kommentare dazu. Im deutschsprachigen Raum ist mir kein Forum bekannt, in dem solche Dinge offen besprochen werden. Ich selbst bin gerade mit anderen Dingen beschäftigt beim Sitzen, kann Dir also aus eigener Erfahrung leider nichts berichten.
    Grüße vom Jojo


  • Mir ist das auch mal so gegangen. Aber dann konnte ich mich daran erinnern, dass mir das auch schon mal am Morgen, nach dem Aufwachen aus einem sehr intesiven Traum gegangen ist. Und ich habe mir dann gedacht, dass ich in der Meditation einfach nur das bewusst erlebt habe, was damals als Zustand der "Traumduseligkeit" erlebt hatte. Von daher dachte ich mir, dass ich in der Meditation wohl unbewusst kurz eingeschlafen war und dann auf so einem Zwischenzustand zwischen Schlaf und Wachheit verharrt habe. Wo das System noch nicht ganz hochgefahren und die eigene Identität noch nicht ganz gebootet ist. Ein Zustand der zwar recht erstaunlich und seltam, aber keine besondere "Errungenschaft" ist.


    Aber natürlich auch keine Einbildung. Nur so ein weiteres komisches Tier im Zoo.

  • Vermutlich besteht im vergeblichen Tun der Selbstüberwindung auch der Erfolg von Zen. In schier endlosen Sitzungen versucht der Mönch etwas zu finden, zu erlangen, oder zu überwinden, bis er in tiefster Resignation erkennt, dass es nichts zu finden, nichts zu erlangen oder zu überwinden gibt - das torlose Tor :) Solange der Wunsch besteht etwas zu finden ists verschlossen. Solange da ein Ich ist gibt es das Tor. Suche Aufgeben, Tschakka :)


    Was das Gefasel mit dem verschwundenen Bewusstsein zu tun hat ? Bewusstsein kann nicht verschwinden und das Sein auch nicht. Wenn man Buddha sieht - draufkloppen, wenn nichts da ist - Körper schütteln dann ist wieder alles da. Danach nen Brief nehmen, seinen Namen draufschreiben und zurück damit an den Absender :oops:

    "Kneif die Arschbacken zusammen und gib dir mal etwas Mühe".
    Das hat Buddha nicht gesagt. :P


  • Du beschreibst den Zu-Stand der Selbst-Vergessenheit.
    Da bist Du trotzdem !


    Ich treibe das Sitzen nicht mehr zu weit,
    am Ende finde ich mich in der Demenz wieder . . . :mrgreen:


    Das erwähne ich deshalb, weil ich nach meinem langjährigen
    zuvielem Sitzen, um unbedingt etwas Imaginäres erreichen zu wollen,
    meinen Körper und Geist überstrapaziert habe.


    Mir reichen nun 2 x 30 Minuten am Tag und diese Stillephase
    kann ich sehr guuuut genießen, ja tanke regelrecht Kraft auf.


    Blendend geht es mir,
    seitdem ich NICHTS mehr wollen oder haben muß !


    LG Gitte

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • keks:
    Zitat

    Blendend geht es mir,
    seitdem ich NICHTS mehr wollen oder haben muß !


    Jaaaa, einfach so zum Vergnügen, fühlt sich schön an, unverkrampft und fluffig :)



    jenau
    fluffisch
    :D

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Ihr Süßen, fluffig is voll super, aber die Frage war ja "Strange Sache... was is n das?"... und weil es so absolut überhaupt niemanden interessiert leg ich noch einen nach. Hier die tolle Erklärung dazu (is nich von mir):


    Sati und sampajañña (Achtsamkeit und klares Wissen) sind zwei komplexere Strukturen innerhalb dieses Erlebens. Sati ist allgemeine Geistesgegenwärtigkeit in welcher das Konkrete und das imaginäre übereinstimmen (bei Unachtsamkeit sind diese beiden Getrennt und der Großteil der Aufmerksamkeit ist im Imaginären und nicht im Konkreten). Deshalb steht Sati so eng mit Erinnern in Beziehung (sati im Pāli bzw. smrti im Sanskrit heißen beide wörtlich "erinnern") und je stärker Sati ist, umso besser kann man sich an eine Situation erinnern.


    Sie bedeutet ein vollkommen klares Wissen der Situation, du weißt genau was vor sich geht. Sie steht also auch mit einem eher analytischem (aber nicht unbedingt diskursiven) Wissen in Verbindung. Das heißt also, dass die Aufmerksamkeit nicht auf das Konkrete gerichtet ist, sondern (mehr oder weniger) mit dem Imaginären befasst ist. Es heißt nicht, dass dieser Zustand "unbewusst" wäre im engeren Sinne, denn dann wäre er überhaupt nicht anwesend, bzw. konkret. Sati-sampajañña (bzw. deren Abwesenheit, worauf wir uns eigentlich beziehen, wenn wir sagen, dass eine Handlung "unbewusst" vorgenommen wird, was es eigentlich nicht geben kann) meint, sich die unmittelbare bzw. konkrete Ebene des Bewussten bewusst zu machen, durch eine reflexive bzw. übergeordnete Ebene von Bewusstsein. Also z.b.:

    Unmittelbar: "Ein Schmerz etc. ist" bzw. "Bewusstsein von einem Schmerz etc."
    Reflexiv: "Da ist ein anwesender Schmerz etc." bzw. "da ist Bewusstsein von einem Schmerz etc."

  • Hi,
    solche Bewußtseinszustände sind ganz normal. Es kommt darauf an welche Meditationsart du machst.
    In den 8 Jhanas, Freiungen, kannst du sie auch finden. Das ganze sollte halt systematisch sein und mit den Jhanas überprüft werden.


    sakko

  • Vergessen wer ich bin, ist mir auch schon passiert nach einem Sturz mit kurzer Ohnmacht. Kurz darauf wusste ich gar nichts mehr über mich, es gab nur die Sinneswahrnehmungen. Die Erinnerung ist dann aber rasch wieder zurückgekehrt. Das ist ja bekannt, ein plötzlicher Gedächtnisverlust, Amnesie. Da sieht man wieder mal, dass die ganze persönliche Geschichte nur ein Bereich im Kopf ist, eine Ansammlung von Vorstellungen die durch das Gedächtnis abgerufen werden.

  • Piti:

    verstehe hier gar nichts
    Der simple Trick: Wer lacht, kann nicht denken.


    Zusätzlich - erfahre oft bei mir ein absichtsloses Schauen - in diesem Moment gibt es mich auch nicht

    Du bist ja echt witzig :lol::lol: Aber das hab ich vergessen, wenn ich Lache bin ich nicht, wenn ich mich freue bin ich nicht, wenn ich zuhöre oder lese bin ich nicht, sogar wenn ich nicht fachlich rede, schreibe bin ich nicht. Die meiste Zeit der letzten Jahre war Ich nicht Ego. Es war schon erschreckend als ich feststellte das ich sehr lange Zeit ohne Nachdenken bin.

  • Ellviral:
    Piti:

    verstehe hier gar nichts
    Der simple Trick: Wer lacht, kann nicht denken.


    Zusätzlich - erfahre oft bei mir ein absichtsloses Schauen - in diesem Moment gibt es mich auch nicht

    Du bist ja echt witzig :lol::lol: Aber das hab ich vergessen, wenn ich Lache bin ich nicht, wenn ich mich freue bin ich nicht, wenn ich zuhöre oder lese bin ich nicht, sogar wenn ich nicht fachlich rede, schreibe bin ich nicht. Die meiste Zeit der letzten Jahre war Ich nicht Ego. Es war schon erschreckend als ich feststellte das ich sehr lange Zeit ohne Nachdenken bin.


    Wenn ich lache - bin ich das Lachen,
    wenn ich mich freue - bin ich die Freude,
    wenn ich zuhöre/lese - bin ich beim Gegenüber,
    wenn ich fachlich rede/schreibe - bin ich beim Thema, ...


    :) :om:

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Jetz noch erkennen das es immer so ist, außer wenn ich mich in Nachdenkendem Vorstellungen machen bin, dann bin ich Ego.

  • Ellviral:
    Carneol:
    Ellviral:

    Du bist ja echt witzig :lol::lol: Aber das hab ich vergessen, wenn ich Lache bin ich nicht, wenn ich mich freue bin ich nicht, wenn ich zuhöre oder lese bin ich nicht, sogar wenn ich nicht fachlich rede, schreibe bin ich nicht. Die meiste Zeit der letzten Jahre war Ich nicht Ego. Es war schon erschreckend als ich feststellte das ich sehr lange Zeit ohne Nachdenken bin.


    Wenn ich lache - bin ich das Lachen,
    wenn ich mich freue - bin ich die Freude,
    wenn ich zuhöre/lese - bin ich beim Gegenüber,
    wenn ich fachlich rede/schreibe - bin ich beim Thema, ...


    :) :om:

    Jetz noch erkennen das es immer so ist, außer wenn ich mich in Nachdenkendem Vorstellungen machen bin, dann bin ich Ego.


    Jaaa - wenn das "außer" nicht wäre... :)

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)