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Vinaya und Zen

  • blue_aprico
  • 13. Oktober 2015 um 23:53
  • Zum letzten Beitrag
  • blue_aprico
    Gast
    • 13. Oktober 2015 um 23:53
    • #1

    Ich hab das Zuimonki gelesen. Dogen spricht da im Sila & Vinaya Kontext. Überhaupt sind die Belehrungen im Tipitaka verwurzelt. "Tut..., was die Sila-und Vinaya Regeln vorgeben und meidet alles, was sie untersagen. Dann läutern sich Herz und Sinn von alleine." oder: " Macht euch keine Sorgen über Essen und Kleidung. Haltet einfach Buddhas Regeln ein und beteiligt euch nicht an weltlichen Geschäften" Er mahnt auch immer wieder Hauslosigkeit -a la Vinaya- an.

    Er war selber nach Vinaya ordiniert, oder ? Wann wurde denn die Vinaya Ordination in Japan "abgeschafft" - und warum ? Weiß das jemand ?


    PS: Da ich nicht „selbstmoderieren“ soll, was eine Art Rückschritt / Stagnation darstellt, kann es zu wahnwitzigen Beiträgen von „Verirrten“, „Gelangweilten“ und "Zen Fremden" kommen. Ich stelle die auf Ignor.


    Grüße
    Blue_

  • JazzOderNie
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 10:44
    • #2
    Zitat

    Die Abkehr vom 250-Regel-Vinaya fand bereits vor dem Tokugawa-Shogunat statt. Sie wurde durch den Tendai Shû-Gründer Dengyo Daishi Saicho eingeleitet und später in verschiedene Richtungen fortgeführt. So war z. B. auch Dôgen Zenji kein ordinierter Bhikkhu, sondern eben "nur" ordinierter Tendai-Mönch.

    Der Grundkonsenz an Regeln blieb in Japan bis heute das Mahayana Brahmajala Sutra, bzw. dessen Zehn Hauptgelübde. Darüber hinaus erfolgt die Reglementiertung über die jeweiligen Klostervorschriften der einzelnen Tempel und Klöster.

    Warum sollten die japanischen Zen-Schulen nun wieder den Vinaya einführen [die Shingon-Ritsu Shû hatte das im 13. Jh. für sich mal "eigenmächtig" getan]?

    Für Zen-Mönche und -Nonnen besteht ja immer die Möglichkeit, sich in Korea, Taiwan oder Vietnam (zusätzlich) nach dem Vinaya ordinieren zu lassen, was ja auch schon einige getan haben. Aber wieso sollte man dies für alle Zen-Mönche vorschreiben?

    Ich glaube das wirkliche Problem sind falsche Vorstellungen. Manche Menschen denken einfach, dass ein buddhistischer Mann mit Glatze alle 250 Regeln einhalten muss.

    Ich denke es ist wichtiger, dass man die Regeln einhält, die man angenommen hat. Was nützen 250 Regeln, wenn man nachher doch vier Seidenroben besitzt, First-Class fliegt, sich in einer Limosine herumfahren lässt und die meiste Zeit am Handy oder im WWW verbringt, anstatt auf dem Kissen bzw. beim Samu?

    Alles anzeigen


    http://www.buddhaland.de/viewtopic.php?f=2&t=6706&start=45

  • blue_aprico
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 11:57
    • #3
    Zitat

    So war z. B. auch Dôgen Zenji kein ordinierter Bhikkhu

    Aufgrund der Lektüre bin ich mir bei dieser Aussage unsicher.
    Wie die Tendai Ordinierung vormals aussah weiß ich nicht. Und Dogen lebte ja im 13. Jhd, das Tokugawa-Shogunat (1603–1868) herrschte wesentlich später.
    Meine Frage richtet sich auch nicht auf die BS Sila Ordination.

    Grüße
    Blue_

  • JazzOderNie
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 12:10
    • #4

    https://tendaiuk.wordpress.com/tendai-history/

    ich habs mal in der googleuebersetzung gelassen und moechte alle daran teilhaben lassen.

    also dort steht:

    Zitat

    Nachdem in 805CE nach Japan zurückkehrte, Saicho bauten einen Tempel auf dem Berg Hiei und verbrachte den Rest seines Lebens bemüht, kaiserliche Genehmigung seiner neuen Schule und Ordination Plattform weg von der Hauptstadt etablieren zu gewinnen. Leider hat er nicht leben, um nur wenige Tage nach seinem Tod, die Enryaku-ji 延 暦 寺 (Tempel) auf dem Berg Hiei wurde amtliche Zulassung von Kaiser Saga als Leiter des Tendai-Buddhismus und Ordinationsplattform gegeben sehen, seine Träume als erfüllt, in 822, Japan. Die Tendai Shu wurde die erste Schule, die Menschen mit den Mahayana-Bodhisattva-Gelübde statt der traditionellen Vinaya zu ordinieren.

    sehr aufmerksam beobachtet mit dem tokugawadings, aber in dem quote steht "bereits vor dem...".

  • blue_aprico
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 12:20
    • #5

    Das Zitat sagt mir jetzt nix spezielles.
    Dogen könnte auch in China ordiniert haben.
    Keine Bedenken, es hat Zeit.


    Grüße
    Blue_

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (14. Oktober 2015 um 13:16)

  • JazzOderNie
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 12:44
    • #6
    blue_aprico:


    ...
    Dogen könnte auch in China ordiniert haben. Und er hat ja ne neue Schule -die Sōtō-shū- begründet.
    Keine Bedenken, es hat Zeit.


    ich kann da nur mit gefaehrlichem halbwissen schleudern. ich glaube es war so, dass er sich als allererstes im tendai ordinieren liess, aber dort alle faul waren und sich mehr oder weniger ihrem erreichten status hingaben bzw in so weltliche sachen wie politik und dergleichen verstrickt waren und er sich dann auf die reise machte und in china war, aber das fand er wohl zu eingestaubt. zu wenig "praxis" (dh zu viel koans, usw.) und dann suchte er wohl weiter und traf am hafen diesen super koch von dem er so begeistert war.

    Zitat

    Und er erhielt eine weitere Lektion von einem Tenzo. Eines Tages nach dem Essen sah Dogen, wie ein alter Mönch namens Yung vor der Buddha-Halle Pilze in der Mittagssonne trocknete. Er hielt sich nur mühsam mit einem Stock aufrecht. Dogen fragte den Mönch, wie alt er sei. ‚Sechsundachtzig, antwortete der Koch. ‚Warum nimmst du nicht einige Laien zur Hilfe, fragte Dogen darauf hin. ‚Andere sind nicht ich, entgegnete der Mönch. Dogen sagte: ‚Du lebst in Übereinstimmung mit dem Dharma, aber die Sonne brennt doch fürchterlich! Weshalb müsst ihr gerade jetzt arbeiten? Der alte Koch antwortete: ‚Wenn nicht jetzt, wann dann?`
    Nach einer intensiven Sommertrainings-Periode kam eines Tages der Koch, den Dogen von seinem Besuch auf dem Schiff her kannte, zu Besuch in das Kloster. Er traf Dogen und sagte: „Die Sommerperiode der Exerzitien ist vorbei. Ich habe mich von meiner Tenzo-Arbeit zurückgezogen und kehre nun heim. Ich bin hergekommen, weil ich hörte, dass du da bist, und ich gerne mit dir sprechen wollte.
    Dogen sage, er sei sehr glücklich und dankte ihm für seinen Besuch. Nachdem sie sich über verschiedene Dinge unterhalten hatten, frage Dogen ihn wieder nach der Buddhapraxis und den Sinn der Schriften.
    „Sich in die Schriften zu vertiefen heißt, heißt die Schriften zu verstehen, sich der Buddhapraxis hinzugeben heißt, Buddhapraxis zu verstehen , sagte der Mönch.
    „Gut, was ist ein Schriftzeichen?
    „Eins, zwei, drei, vier, fünf....jedes Ding , war die Antwort.
    „Und was ist Buddhapraxis und Disziplin?
    „Was immer dir begegnet. Das ganze Universum hat sie nie versteckt", antwortete der Mönch.

    Dogen schreibt später: „So wusste ich nun mehr denn je, dass er ein wahrer Mann der Buddhalehre war."

    Nach zwei Jahren Aufenthalt machte Dogen eine Pilgerreise zu einer Anzahl chinesischer Zen-Klöster. Diese Reise kam einer anderen Neigung Dogens zugute, nämlich sein lebhaftes Interesse an den Generationslinien im Zen. Er konnte die Dokumente der Nachfolge verschiedener Linien einsehen. Diese Dokumente wurden in den Tempeln wie kostbare Schätze gehütet. Es war eine besondere Gunst, wenn Dogen, dem japanischen Zen-Jünger, den der Eifer für den Dharma über das Meer getrieben hatte, Einsicht in diese wertvollen, oft auch ästhetisch prachtvollen Schriftstücke gewährt wurde.

    „Ich begegnete Meister Ju-ching von Angesicht zu Angesicht. Das war eine Begegnung zwischen einem Mann und einem Mann!" schrieb Dogen, tief bewegt von diesem ersten Zusammentreffen mit einem lebendigen Meister des Buddha-Dharma.

    Zwei Jahre lang hatte Dogen zuvor etliche der führenden Klöster in Südchina aufgesucht, doch keinen Meister gefunden und schon beschlossen, wieder nach Japan zurückzukehren. Aber im Tien-tung, wo er sich von seinem Lehrer Myozen verabschieden wollte, weilte inzwischen ein berühmter, unvergleichlicher Meister mit Namen Ju-ching (jap. Nyojo). Dies hatte ein alter Mönch Dogen erzählt und ihm geraten, schnell zum Tien-tung Berg zurückzukehren.

    Ju-ching, Dharma-Erbe der Tsau-tung- (japanisch: Soto) Schule, war 1163 geboren. Er wandte sich gegen abwegige Praktiken, die überall verbreitet wurden. Er verwarf alle unechten Traditionen und rottete schlechte Angewohnheiten aus. Er kämpfte öffentlich gegen die Intellektuellen der Koans, die Anhänger des Nembutsu, die Magier des Taoismus und die Moralisten des Konfuzianismus, die ihr Leben in unsinnigen Streitgesprächen zubrachten. Er lehnte Ruhm, feine Gewänder und materielle Privilegien ab. Bis ins hohe Alter übte er täglich bis spät in die Nacht hinein Zazen.

    Dogen zitiert ihn in seinen Tagebüchern mit den Worten: „Was für einen Sinn hat es, ins Kloster einzutreten, wenn man dort nur seine Zeit vergeudet? Leben und Tod sind die entscheidenden Fragen. Die flüchtige Welt vergeht schnell... Wie töricht ist es, die knappe Zeit.... mit Schlafen zu vergeuden! Das ist es, was den Niedergang des Buddha-Dharma herbeiführt." Der denkwürdige Tag der Begegnung war der erste Tag des fünften Monats im Jahr Pao-ching (1925).
    Der Funke des Geistes war zwischen Dogen und Ju-ching sofort übergesprungen. Dogen hatte den „authentischen Lehrer" gefunden. Ju-ching nahm ihn herzlichst auf und gewährte gerne seine Bitte, den Meister zu jeder Zeit ohne Bindung an die übliche Etikette besuchen zu dürfen. „Dogen, du musst von jetzt an nach Instruktionen suchen, Tag und Nacht. Ob du richtig gekleidet bist oder nicht, du kannst immer auch ohne Anmeldung in meine Räume kommen, um Anweisungen für den WEG zu erhalten. Ich werde dir einen Mangel an Etikette nachsehen, wie ein Vater das tun würde."
    Seit seinem „großen Zweifel" hatte Dogen einen Meister gesucht und war nun überglücklich. Er meldete sich dann formal im Kloster an und verbrannte Räucherstäbchen auf einer wunderbaren hohen Plattform im Kloster.
    ...

    Alles anzeigen


    http://www.buddha-dhamma.de/dogenzen.htm

  • blue_aprico
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 13:00
    • #7
    Zitat

    Er kämpfte öffentlich gegen die Intellektuellen der Koans

    LOL. Anscheinend doch ein weit älteres Problem als bisher angenommen.

    Zitat

    Er meldete sich dann formal im Kloster an und verbrannte Räucherstäbchen auf einer wunderbaren hohen Plattform im Kloster.

    "Hohe wunderbare Plattform" ...
    da ist ja eh ne Plattform vor dem Altar-deutet vielleicht auf das eingeräumte Privileg hin. Sagt nix zu einer Ordination aus. Frechheit ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Anonymous (14. Oktober 2015 um 13:10)

  • JazzOderNie
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 13:05
    • #8

    also der text geht noch weiter. nicht dass iwer denkt, dass raeucherstaebchen anzuenden das ende der geschichte sei.

  • Benkei
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    • 14. Oktober 2015 um 16:23
    • #9

    Namaste!

    Die vollständige Vinaya-Ordination hat es meines Wissens in Japan innerhalb der Zen-Schulen erst offiziell mit der Einführung der Ôbaku Shû durch Ingen Zenji gegeben.
    Dieser führte diesen Zweig des Linji im 16. Jh. aus China ein und mit ihm die Dreifache Ordination aus Noviziat, Vinaya und Bodhisattva-Ordination.
    Nach Ingen's Tod dauerte es aber nicht lange und auch in der Ôbaku Shû nahm man nicht mehr die Vinaya-Ordination.

    Um auf Dôgen Zenji zu kommen:
    Über den heißt es in Keizan Zenji's "Denkô-Roku - Die Weitergabe des Lichtes", Kapitel 51 "Eihei Dôgen":

    "Am neunten Tag des vierten Monats im Jahr 1213, also im Alter von dreizehn, vollzog Dogen seine Niederwerfungen vor dem Oberpriester Koin und ließ sich das Haupt scheren. Am folgenden Tag empfing er die Bodhisattva-Gelübde auf der Gebote-Plattform des Enryaku-Tempels [Haupttempel der Tendai Shû] und wurde so Mönch." (Seite 259)
    [...]
    "So begab sich Dogen zu Myozen und legte zum zweiten Mal die Bodhisattva-Gelübde ab. Da er schon Robe und Schale besaß, empfing er nun die einhundertvierunddreißig Übungen, Anweisungen zum Goma-Ritual und andere Einzelheiten des Taniryu-Zweiges [Unterschule der Tendai Shû]." (Seite 260)
    [...]
    "Meister Tiantong antwortete darauf: "Schüler Dogen, von jetzt an kannst du - ob tags oder nachts, ob du die Robe trägst oder nicht - mit jeder Frage zu mir kommen. Ich werde auf jedes Zeremoniell verzichten, so als wären wir Vater und Sohn."" (Seite 261)

    Neben den beiden Ordinationen in Japan, beide nach dem Brahmanetz-Sutra, steht da ansonsten nichts mehr über eine weitere Ordination, sondern nur der Dialog mit seinem chinesischen Meister Tendo Nyojo [Tiantong] deutet aus meiner Sicht daraufhin, dass Dogen eben nicht "die Robe eines Bhikkhu" empfangen hatte, sondern aus chinesischer Sicht "nur Laie" war - was für Tiantong aber auch keine Rolle spielte, da er ihm trotzdem den Dharma übertrug.

    Ich denke, wenn es eine Vinaya-Ordination bei Dôgen Zenji gegeben hätte, dann wäre das bei Keizan's diesbezüglicher Detailverliebtheit auch geschrieben worden.

    < gasshô >

    Benkei

    Namu-Shakamuni-Butsu

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • blue_aprico
    Gast
    • 14. Oktober 2015 um 18:24
    • #10

    Deine Info ( und Interpretationen ) sind sicher richtig. Es machte auch nicht weiter Sinn, wenn er an anderer Stelle sagt: "Ja, diese Methode der Hyakajos ist zwar in Ordnung, es ist aber besser sie nicht zu benutzen"/ "die Befreiung in Einzelaspekten des Lebens" ( pratimoksha ) Vielleicht sind diese den BS Gelübden und Sila - 10 und 48 - inklusiv ( includere ) ( Sila Sutra gleich Brahmajaladingens ? )
    Das Wort "Hyakajo" geht auf den Namen Hyakujo Ekai zurück ? Bzw. was bedeutet es ?
    Andererseits scheint die Ordination a la Vinaya dem Erwecken von "ZenGeist" ( auch ) nicht im Wege zu stehen, wenn diese in China, Korea, Vietnam usw. Tradition hat und gerade die chinesischen Patriarchen doch nicht ausschließlich "Laien" waren, sondern auch Bikkhu, vielleicht sogar größtenteils ? Es gab ( und gibt ) wohl keine Fürsprache bzgl. einer vollständigen Abhängigkeit der Mönche von den Laien, auch nicht für die Bildung eines sg. Ordinates, auch in China nicht, so dass ein selbstversorgender Aspekt notwendig wird ( der im Vinaya nicht vorgesehen ist ) Andererseits spricht sich Dogen gegen Vorratshaltung aus und sagt sogar, dass mehr Besitz als Gewand und Schale Anhaftung an weltliches Gedankengut erzeugt. Wie auch immer.


    Liebe Grüße :)
    Blue_

  • Sudhana
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    • 14. Oktober 2015 um 23:09
    • #11
    blue_aprico:

    Ich hab das Zuimonki gelesen. Dogen spricht da im Sila & Vinaya Kontext. Überhaupt sind die Belehrungen im Tipitaka verwurzelt. "Tut..., was die Sila-und Vinaya Regeln vorgeben und meidet alles, was sie untersagen. Dann läutern sich Herz und Sinn von alleine." oder: " Macht euch keine Sorgen über Essen und Kleidung. Haltet einfach Buddhas Regeln ein und beteiligt euch nicht an weltlichen Geschäften" Er mahnt auch immer wieder Hauslosigkeit -a la Vinaya- an.


    Inhaltliche Fragen sind das Eine. Dōgens 'drei reine Gebote', wie er sie in Shōbōgenzō Shoakumakusa erläutert, umfassen und übersteigen die 250 (für Bhikshu) bzw. 348 (für Bhikshuni) Regeln des Vinaya. Die formelle Frage der Ordination ist jedoch etwas Anderes.

    blue_aprico:

    Er war selber nach Vinaya ordiniert, oder ?


    Nein.

    blue_aprico:

    Wann wurde denn die Vinaya Ordination in Japan "abgeschafft"


    Nie. Die Risshū, die in Japan Vinaya-Ordination gibt, führt zwar ein Schattendasein (ein Tempel, der Toshodaiji), aber sie existiert nach wie vor. Ob die Kegonshū (Todaiji sowie ca. 40 weitere Tempel) noch Vinaya-Ordination gibt oder diese im Lauf der Zeit aufgegeben hat, weiss ich nicht. Jedenfalls hat der Todaiji immer noch eine Kaidan-in (Halle mit Ordinationsplattform).

    blue_aprico:

    - und warum ?


    "Abgeschafft" wurde sie - wie hier schon erwähnt - auf Initiative von Saichō, der die Tiantai Zong als Tendaishū in Japan installierte. Natürlich nicht generell, sondern für seine Schule, die er damit - gegen den heftigen Widerstand der etablierten sog. Nara-Schulen (Nanto Rokushū) außerhalb des sog. Kokubunju-Systems stellte. Die kaiserliche Erlaubnis dazu wurde der Überlieferung nach sieben Tage nach Saichōs Tod erteilt. Der Hauptgrund war der Gegensatz zu den etablierten Nara-Schulen, die die Ordinationsplattformen kontrollierten.

    Das Thema Dōgen und Ordination wird ziemlich eingehend in einem Essay von Steven Heine behandelt, aus dem ich im folgenden einen längeren Abschnitt zitiere.

    Zitat

    Das Zitat ist entnommen:

    Steven Heine, Dōgen and the precepts, revisited
    in:
    Buddhist Studies from India to America
    Essays in honor of Charles S.Prebish
    Edited by Damien Keown
    LONDON AND NEW YORK
    Part I - Vinaya Studies and Ethics

    ---------------------------------------------------------
    Edit: Das Kapitel ist zu ca. zwei Dritteln hier aufrufbar, für ein Zitat war der Text hier zu lang:

    https://books.google.de/books?id=mH2HB…visited&f=false
    ---------------------------------------------------------

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    OM MONEY PAYME HUNG

    3 Mal editiert, zuletzt von kilaya (22. Oktober 2015 um 18:52) aus folgendem Grund: Zitat durch Link ersetzt

  • Sudhana
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    • 14. Oktober 2015 um 23:18
    • #12
    blue_aprico:

    Das Wort "Hyakajo" geht auf den Namen Hyakujo Ekai zurück ? Bzw. was bedeutet es ?

    Richtig. Es spielt spielt auf Baizhang Huaihai (so der chinesische Name) an und auf die ihm zugeschriebene 'Reine Regel' (Baizhang qinggui, Jap. Hyakujo shingi ). Es war die erste speziell für Zen-Klöster entworfene Regel; sie ist nur in einer späten mingzeitlichen Version (die im Laufe der Zeit erhebliche Änderungen erfuhr) erhalten.

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  • diamant
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    • 15. Oktober 2015 um 18:41
    • #13

    Der Punkt ist, dass ein nach dem Vinaya ordinierter Meister wie Ju-ching, der zudem den Satz der 48 bodhisattva-Gelübde pflegte, wohl kaum einem Mann wie Dogen das Dharma-Erbe übertragen hätte, wenn dieser nicht in China seine Ordination im Vinaya nachgeholt hätte. Tatsächlich hat auch schon Eisai, den Dogen ja ausdrücklich lobt und unter dessen Schüler Myozen er studierte, den Vinaya vollumfänglich eingefordert. Dogen hat sich also nicht nur offensichtlich von Ju-ching, sondern auch vom Tendai und Eisai gleich mehrfach distanziert:

    1) Dogen lehrte Ejo, die wesentliche Lehre (shû, chin. tsung) des Zen sei die Sitzmeditation. Er sagte sogar, es sei falsch, das Wesentliche des Zen einzig im Befolgen der Regeln zu suchen. Dogen gab an, frühere Schüler Eisais in ihrem wörtlichen Verständnis der Gebote korrigiert zu haben.

    2) Dogen betonte wiederholt, dass alle drei Aspekte der buddhistischen Lehre (Gebote/Regeln, Meditation, Weisheit) gleichzeitig im Akt der Zenmeditation verwirklicht würden: "Wenn man in zazen sitzt, welche Gebote würden da nicht befolgt, an welchen Tugenden würde es da mangeln?"

    3) Dogen wies die Autorität des Shibunritsu (Vinaya) ausdrücklich zurück. Der Weg der Erleuchtung (bendô) könne nicht den Praktiken des Hinayana ähneln, der aus den Vorschriften des Vinaya bestünde.

    4) Dogen sagte auch, das Befolgen der Hinayana-Regeln bedeute ein Verletzen der Bodhisattva-Gelübde. Dies sei die wahre Lehre Buddhas. Die Regeln, die sowohl im Hinayana wie im Mahayana vorhanden seien (etwa die gegen das Töten) würden sich unterscheiden wie Himmel und Erde.

    5) Dogen hielt Klosterregeln für wichtiger als den Vinaya. Die Bedeutung der Regeln läge in ihrer Macht, neue Mönche zu ordinieren, dorch ihr wahrer Ausdruck geschehe im Alltag des Klosterlebens. Das Beachten der Gebote wurde so zu einer Übereinstimmung im täglichen Verhalten (anri), wie es von den Zen-Patriarchen etabliert worden sei. Selbst einer, der nie ordiniert würde oder die Regeln verletze, könne nicht von der Zen-Praxis ausgeschlossen werden.

    Alle Quellen in William Bodiford: Soto Zen in Medieval Japan. Honolulu 1993. (Hier wiedergegeben S. 168f.)

    Alles, was in den fünf Punkten wiedergegeben wurde, stammt von BODIFORD, nicht von mir (darum auch der wiederholte Konjunktiv, um aufzuzeigen, dass ich Bodiford zitiere). Es handelt sich dabei nicht um meine Interpretation.

    3 Mal editiert, zuletzt von diamant (15. Oktober 2015 um 19:17)

  • blue_aprico
    Gast
    • 15. Oktober 2015 um 18:52
    • #14

    du interpretierst hier quellen, aber das kann man nicht aufklären, ohne 24 stunden am computer zu hängen und zu tippen.

    Zitat

    Dogen sagte auch, das Befolgen der Hinayana-Regeln bedeute ein Verletzen der Bodhisattva-Gelübde. Dies sei die wahre Lehre Buddhas. Die Regeln des Hinayana und Mahayana (etwa die gegen das Töten) würden sich in der Bedeutung so unterscheiden wie Himmel und Erde.

    mit dem töten ( lügen usw. ) ist das so eine sache, mir klingt das immer als ob du dich dafür aussprechen würdest, wenn nicht auch ( klar ) dagegen; so spricht kein patriarch vom töten sollen oder wollen. und dogen sagt auf die frage ejo s ob "die katze zweiteilen" eine form des verbrechens ist: "ja, es ist eine form des verbrechens". wenn du das nicht in den ganzen kontext stellen kannst oder willst, hast du da ein grundsätzliches verständnis problem. anders als zen leute - für gewöhnlich.


    grüße
    blue_

  • Benkei
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    • 15. Oktober 2015 um 19:20
    • #15

    Namaste!

    Hallo sudhana,

    vielen Dank für diesen sehr lehr- und aufschlussreichen Text über Dôgen Zenji!

    Beachtlich für mich vor allem:

    Sudhana:

    Recently, a document with 16-article precepts was found in Shorenin, a Tendai temple in Kyoto, so that there is some possibility that Dōgen’s approach to having 16 articles is based on one of the Tendai precepts styles. It is also possible to speculate that in non-Zen Buddhist schools as well as Tendai in Japan there were different combinations, including the ten-article major precepts along with such expressions of devotion as the three refuges, the three pure precepts, and ritual repentances, an arrangement which is very close to Dōgen’s approach. 8 If the 48-article minor precepts were eliminated, it may be that these were very general, open-ended exhortations for compassionate attitudes rather than rules governing behavior in the strict sense; they would therefore have been easily dispensable once the six articles of the refuges and pure precepts were accepted. However, it is doubtful that these combinations would have been considered, before Dōgen, to be monkmaking in the sense of conferring legitimacy to a new member of the monastic community.[...]

    Ob die 16 Gelübde nun Dôgens eigene Zusammenstellung sind oder ob er sie aus der Tendai Shû übernommen hat (diese Möglichkeiten halte ich für die wahrscheinlicheren), oder ob er sie gar von seinem chinesischen Meister übernommen hat (was ich nach dem was sudhana zitiert hat eher unwahrscheinlich finde), kann letztlich für uns Laien nicht allzu bedeutsam sein.

    Es gilt aber festzustellen, dass aus Dôgens Sicht diese 16 Gelübde ausreichend waren, denke ich.

    < gasshô >

    Benkei

    Namu-Shakamuni-Butsu

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
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    HôShin

  • blue_aprico
    Gast
    • 16. Oktober 2015 um 10:27
    • #16

    Bel:

    Zitat

    Ich les das jetzt seit mindestens 6 Jahren und hab dazu hier ca 40 Vorträge gehört und etliche selbst gehalten. Es ist immer wieder anders. Es ist immer wieder anders.


    Er spricht ja zu Leuten, die vinaya befolgten, zu denen die sila befolgten, zu denen, die damit dogmatisch waren, zu denen die damit undogmatisch waren, auch zu Besuchern –Laien. Die Kusen sind facettenreich. Aber das "es jedesmal anders ist" wäre mir unverständlich. Es gibt ja nur ein „Mit dem WEG übereinstimmen“, ansonsten mag es sich für jeden „anders verhalten“. Ja.

    Zitat

    oft sind Laien beispielgebend.


    Freilich

    Interessant ist folgende Stelle ( auf eine Frage einer Nonne ):

    Zitat

    „Üben weibliche Laien das Buddha Dharma, dann können sie den WEG auch Im Laienstand sehr wohl erreichen. Die Hauslosen dagegen können ihn nicht erreichen, falls sie nicht entsprechend gesinnt sind. Der Grund dafür ist nicht, dass das Buddha Dharma zwischen den verschiedenen Personen unterscheidet, sondern daß sich die Person nicht in das Dharma begibt.

    Die Haltung der Laien und die Haltung derjenigen, die in die Hauslosigkeit gegangen sind, müssen sich unterscheiden. Laien, die in ihrem Sinn wie die hauslosen Mönche und Nonnen sind, können den WEG üben; Mönche oder Nonnen mit Laiensinn dagegen leben doppelt falsch.
    Ihre Haltung sollte sich grundlegend von der der Laien unterscheiden. Es geht nicht darum, dass es schwierig ist, es zu tun; es ist schwierig, es vollständig zu tun.

    Alle scheinen das zu praktizieren, was sie von Samsara löst und den WEG erreichen lässt, aber nur wenigen gelingt es vollständig. Leben-und-Tod ist die Große Sache. Das Leben vergeht wie im Flug. Laßt euren Geist nicht abschlaffen. Laßt ihr die Welt hinter euch, so tut es vollständig.
    Ich glaube nicht, daß die Namen, mit denen Mönche oder Nonnen vorläufig von Laien unterschieden werden, die geringste Bedeutung besitzen.“


    Wieso- zum Teufel- will Okumura angeblich neu übersetzen ? Ist doch voll korrekt so.


    Liebe Grüße_ afka
    Blue_

  • Sudhana
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    15. Oktober 2014
    • 16. Oktober 2015 um 12:58
    • #17
    blue_aprico:

    Ich hab das Zuimonki gelesen. Dogen spricht da im Sila & Vinaya Kontext. Überhaupt sind die Belehrungen im Tipitaka verwurzelt. "Tut..., was die Sila-und Vinaya Regeln vorgeben und meidet alles, was sie untersagen. Dann läutern sich Herz und Sinn von alleine."

    In der englischen Übersetzung Okumuras liest sich das:
    " Firstly, carry out what is prescribed to do and avoid what is prohibited in the precepts; then your mind will reform of itself." Das mit "Sila-und Vinaya Regeln" scheint mir eine Zutat der deutschen Übersetzung aus dem Englischen zu sein.

    ()

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  • Noreply
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    • 16. Oktober 2015 um 13:04
    • #18
    Sudhana:
    blue_aprico:

    Ich hab das Zuimonki gelesen. Dogen spricht da im Sila & Vinaya Kontext. Überhaupt sind die Belehrungen im Tipitaka verwurzelt. "Tut..., was die Sila-und Vinaya Regeln vorgeben und meidet alles, was sie untersagen. Dann läutern sich Herz und Sinn von alleine."

    In der englischen Übersetzung Okumuras liest sich das:
    " Firstly, carry out what is prescribed to do and avoid what is prohibited in the precepts; then your mind will reform of itself." Das mit "Sila-und Vinaya Regeln" scheint mir eine Zutat der deutschen Übersetzung aus dem Englischen zu sein.

    ()

    Zu dem englischen Text kann ich uneingeschränkt sagen: So ist das. _()_

  • Thursday
    Gast
    • 16. Oktober 2015 um 13:12
    • #19
    Sudhana:
    blue_aprico:

    Ich hab das Zuimonki gelesen. Dogen spricht da im Sila & Vinaya Kontext. Überhaupt sind die Belehrungen im Tipitaka verwurzelt. "Tut..., was die Sila-und Vinaya Regeln vorgeben und meidet alles, was sie untersagen. Dann läutern sich Herz und Sinn von alleine."

    In der englischen Übersetzung Okumuras liest sich das:
    " Firstly, carry out what is prescribed to do and avoid what is prohibited in the precepts; then your mind will reform of itself." Das mit "Sila-und Vinaya Regeln" scheint mir eine Zutat der deutschen Übersetzung aus dem Englischen zu sein.

    ()

    Das lässt sich nicht so sagen, ob das eine Zutat der deutschen Übersetzerin ist, denn das ist unter Mitarbeit von Fumon Nakagawa übersetzt worden, der sicherlich den Originaltext neben der englischen Übersetzung von Okumura zur Hand hatte.

  • diamant
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    • 16. Oktober 2015 um 13:27
    • #20
    Zitat

    Firstly, carry out what is prescribed to do and avoid what is prohibited in the precepts; then your mind will reform of itself.

    Selbst dieser Satz widerspricht einer anderen Aussage Dogens, nach der im Zazen die Gebote bereits erfüllt sind. Denn hier gibt es (noch) etwas zu tun (carry out) und zu meiden (avoid). Dieses Dogen-Verständnis herrscht leider auch in diesem Forum vor. Die Kernlehre Dogens war jedoch, dass es kein wörtliches Befolgen der Regeln gibt, sondern dass sie in der Zen-Übung erfüllt seien. Was für ihn - pars pro toto - Zazen bedeutete. Was jedoch im früheren Chan die Übung des Geistes im Loslassen und Gedankenberuhigen an sich war.

    Das Problem lässt sich eben nicht dadurch lösen, dass man Zazen als Erfüllung der Gebote ansieht, also formal rechtes Sitzen. Denn in diesem Sitzen können ja die Gedanken noch immer die Gebote verletzen. Es kommt also entscheidend auf die Ausrichtung des Geistes an. Und wenn diese nicht stimmt, dann bringt eben Zazen tatsächlich nichts - nicht einmal eine Veränderung im Verhalten, nicht einmal eine Veränderung im Lebensstil, nicht einmal eine Veränderung in den Ansichten, nicht einmal eine Veränderung in der Art zu denken und von den Gedanken lassen zu können. Natürlich sind dann auch die Gebote nicht erfüllt, geschweige denn Weisheit verwirklicht.

  • bel
    Gast
    • 16. Oktober 2015 um 13:38
    • #21
    diamant:

    Die Kernlehre Dogens war jedoch, dass es kein wörtliches Befolgen der Regeln gibt, sondern dass sie in der Zen-Übung erfüllt seien. Was für ihn - pars pro toto - Zazen bedeutete.


    Letzteres stimmt eben nicht. Das ist völlig unhaltbar.

  • diamant
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    • 16. Oktober 2015 um 13:48
    • #22

    Bloße Behauptungen haben keinen Diskussionswert. Weiter oben wurde gerade erst Bodiford zitiert. Okumura übersetzte Dogens Bendowa so:

    Zitat

    In buddha-dharma [i.e. Buddhism], practice and enlightenment are one and the same.

    Praxis und Erleuchtung seien das Gleiche. Was Dogen unter Praxis versteht, erfahren wir hier:

    Zitat

    There is no gap between practice and enlightenment or zazen and daily life.

    Zwischen Übung und Erleuchtung oder Zazen und dem täglichen Leben gebe es keine Lücke.

    Weitere Interpretationen, die das verdeutlichen:

    Zitat

    What is different from Zazen is wrong, and what is just Zazen is Zazen.

    Zitat

    The goal of Zazen is to practice Zazen

    Was von Zazen verschieden ist, ist falsch - und was nur Zazen ist, ist richtig.
    Das Ziel von Zazen ist, Zazen selbst zu praktizieren. (Nishijima)

  • bel
    Gast
    • 16. Oktober 2015 um 13:54
    • #23

    Nur steht da nix pars pro toto. Das ist allein deine Interpretation. Du willst doch das Shobogenzo übersetzt haben (aus dem Englischen). Und auch im Zuimonki steht nicht besonders viel über Zazen.

  • diamant
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    • 16. Oktober 2015 um 13:57
    • #24
    Zitat

    Nur steht da nix pars pro toto

    Wenn man nicht weiß, was das bedeutet, und nicht in der Lage ist, einen Text zu verstehen, steht da gar nichts - und man betreibt selbst das Zazen falsch (nämlich als Bestätigung des Ego).

    Wenn eins für alles steht, ist dies genau das, was Bodiford u.a. so zusammenfassten: Zazen (Meditation) ist die gleichzeitige Verwirklichung von Weisheit und Regeln. Und nicht: Die Regeln sind die Verwirklichung der Meditation und der Weisheit (das hat Dogen ja gerade kritisiert). Es ist also das Zazen, das alles beinhaltet.

    Zitat

    Und auch im Zuimonki steht nicht besonders viel über Zazen.

    Was einmal mehr den Verdacht erregt, dass einer auch die Primärquellen nicht kennt, auch nicht nach soundsoviel "Vorträgen".

    Beispiele aus Okumuras Übersetzung:

    Zitat

    The most vital concern in learning the Way is to practice zazen
    For true attainment of the Way, devoting all effort to zazen alone has been transmitted among the buddhas and patriarchs
    you will naturally improve if you practice zazen
    Even though the building is broken down, it is certainly a better place for practicing zazen than on the ground or under a tree
    it depends only upon our diligence in zazen
    When he got sick, he sat zazen all the more. Students of today, despite being well, don't let up practicing zazen
    even if you have sat zazen until your cushion is worn out

    Alles anzeigen

    2 Mal editiert, zuletzt von diamant (16. Oktober 2015 um 14:09)

  • bel
    Gast
    • 16. Oktober 2015 um 14:02
    • #25
    Zitat

    Es gibt einen einfachen Weg Buddha zu werden: Tue nichts Schlechtes, halte nicht an Leben-und-Tod fest, habe tiefes Mitgefühl mit allem Lebenden, respektiere die über dir und nimm dich der unter dir an, hege gegen nichts Abscheu, berge keine Wünsche in deinem Herz, trage dich nicht mit Gedanken und mache dir keine Sorgen. Das nennt man einen Buddha. Suche nach nichts anderem.


    Dogen, Shoji.

    Zazen ist dann Erweis, wenn es shikantaza ist - also keine Meditation. Aber das trifft - im überzragenen Sinn - auch für jede andere Übung zu.

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

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