Rationalität und ich

There are 23 replies in this Thread. The last Post () by Stero.

  • Da die Selbstwahrnehmung im Kontext von Wahrnehmung, Emotionalität und Befreiung, also die Begriffsbildung zu "ich", "mich", "mir" und "mein" der Schlüssel zur Rationalität auf der Grundlage der areligiösen zeitgemäßen Prasangika Philosophie ist, will ich der Unwahrheit von mir selbst, meiner Leerheit von inhärenter Existenz einen separaten Thread widmen.


    Ich vermute auch, dass manche User in der einen oder anderen Kommunikation mit mir nicht verstanden haben, dass das Erkennen der Leerheit von inhärenter Existenz von sich selbst eine Voraussetzung für die Anwendung von Rationalität auf andere Objekte als "ich" darstellt und die Emotionsfreiheit dieser Rationalität genau auf diesem Erkennen gründet.

  • Der erste Schritt
    Die größte Herausforderung ist es, dass ich mich authentisch wahrnehme, also so wie ich [mir] seit dem ersten Bewußtseinsmoment erscheine, um zu identifizieren, worum es geht. Wenn man sich bereits philosophisch vorkonditioniert hat, ist das sehr schwer, denn authentisch heißt hier nicht-analytisch. Hat man so philosophische Flausen im Kopf wie "Nicht-Selbst" oder "Annata" oder "Aggregate" oder "Skandhas" oder "das Ich" dann funktioniert das nicht, weil man bereits mit analytischen Begrifflichkeiten vorgeladen ist und nicht mehr klar sieht.
    Ich könnte vielleicht mit etwas Vorbereitung die brilliantesten Vorträge über "Nicht-Selbst" halten oder "die Nichtexistenz von 'dem Ich'", wenn mich dann aber einer "Arschloch" nennt, dann reagiere ich beleidigt, sauer oder entrüstet oder werde wütend oder werde von anderen irrationalen Emotionen übermannt :lol: , weil das, worüber ich referiert habe, alles nichts mit meiner authentischen, angeborenen nicht-analytischen spontanen Erscheinung zu tun hat. Woran liegt das? Das liegt daran, dass ich authentisch und nicht-analytisch erscheine und mein solcherartiges Erscheinen sich nicht mit analytisch-philosophischen Begrifflichkeiten eindämmen lässt, sondern bestenfalls mit Achtsamkeit oder rationaler Analyse von mir wie ich nicht-analytisch authentisch und spontan erscheine.


    Wenn ich mich also analysieren will, muss ich mich erst nicht-analytisch erfasst haben, weil ich sonst über ein Konstrukt nachdenke, welches nichts mit mir zu tun hat. Das beliebteste und gleichzeitg irrationalste solcher Kontrukte ist "das Ich". Diesen Fehler, den viele Buddhisten machen, den mache ich nicht. :wink:

  • Der erste Schritt (2)
    Da ich nicht kontinuierlich erscheine, sondern jeweils nur einen oder mehrere Momente lang, muss ich mich korrekt erfassen, so wie ich authentisch nicht-analytisch erscheine. Manche geben den Tipp, man möge sich z.B. eine Situation ins Gedächtnis rufen, in der man ungerechtfertig beschuldigt wurde getan zu haben, was man gar nicht getan hat. Das ist auf der einen Seite ein guter Hinweis, weil es auf das authentische, nicht durch analytisches Denken verzerrte Erscheinen von mir deutet, auf der anderen Seite ist es jedoch auch irreführend, weil das, was ich mit der Erinnerung auslöse, sofort mit Emotionen verdunkelt wird und ich den falschen Schluss ziehen könnte, dass ich die Emotion sei. Ich wie ich mir authentisch und nicht analytisch erscheine bin jedoch das, worauf sich die Emotion erst legen kann. Ja, die Emotion kann erst dadurch entstehen, dass ich so erscheine wie ich spontan nicht-analytisch erscheine.
    Das ist also der Knackpunkt: wenn ich mein Erscheinen mit potentiell emotionsbelasteten Erinnerungen provoziere, kann ich dann "so schnell" hinblicken, dass ich mich erfasse, bevor die Emotionen alles verderben? Das ist schwierig.
    Mir erscheint deshalb einfacher aus einem entspannten Zustand einer inneren Leere ("im Kopf") einfach achtsam abzuwarten. Denn früher oder später setzt die Aktivität der Denkmurmel ein und es erscheinen Szenen, Gesprächssequenzen, erinnerte Fragmente etc. in deren Kontext ich erscheine und zwar ganz zwanglos und natürlich, ganz authentisch und ohne von analytischen Gedanken verfälscht zu sein. Und sobald ich erscheine, drücke ich "den Auslöser meiner mentalen Kamera", um mich - ohne Vorwarnung, quasi "auf frischer Tat ertappt" - abzulichten, um dann das "auf dem Foto abgelichtete" Objekt" analytisch charakterisieren zu können, zu bestimmen "wie es ist", wie es "sich anfühlt", mit welchen sprachlichen Ausdrücken die entsprechende Empfindung angemessen charakterisiert werden kann.

  • Quote from Stero

    Der erste Schritt (2)
    Da ich nicht kontinuierlich erscheine, sondern jeweils nur einen oder mehrere Momente lang, muss ich mich korrekt erfassen, so wie ich authentisch nicht-analytisch erscheine. Manche geben den Tipp, man möge sich z.B. eine Situation ins Gedächtnis rufen, in der man ungerechtfertig beschuldigt wurde getan zu haben, was man gar nicht getan hat. Das ist auf der einen Seite ein guter Hinweis, weil es auf das authentische, nicht durch analytisches Denken verzerrte Erscheinen von mir deutet, auf der anderen Seite ist es jedoch auch irreführend, weil das, was ich mit der Erinnerung auslöse, sofort mit Emotionen verdunkelt wird und ich den falschen Schluss ziehen könnte, dass ich die Emotion sei. Ich wie ich mir authentisch und nicht analytisch erscheine bin jedoch das, worauf sich die Emotion erst legen kann. Ja, die Emotion kann erst dadurch entstehen, dass ich so erscheine wie ich spontan nicht-analytisch erscheine.
    Das ist also der Knackpunkt: wenn ich mein Erscheinen mit potentiell emotionsbelasteten Erinnerungen provoziere, kann ich dann "so schnell" hinblicken, dass ich mich erfasse, bevor die Emotionen alles verderben? Das ist schwierig.
    Mir erscheint deshalb einfacher aus einem entspannten Zustand einer inneren Leere ("im Kopf") einfach achtsam abzuwarten. Denn früher oder später setzt die Aktivität der Denkmurmel ein und es erscheinen Szenen, Gesprächssequenzen, erinnerte Fragmente etc. in deren Kontext ich erscheine und zwar ganz zwanglos und natürlich, ganz authentisch und ohne von analytischen Gedanken verfälscht zu sein. Und sobald ich erscheine, drücke ich "den Auslöser meiner mentalen Kamera", um mich - ohne Vorwarnung, quasi "auf frischer Tat ertappt" - abzulichten, um dann das "auf dem Foto abgelichtete" Objekt" analytisch charakterisieren zu können, zu bestimmen "wie es ist", wie es "sich anfühlt", mit welchen sprachlichen Ausdrücken die entsprechende Empfindung angemessen charakterisiert werden kann.

    Das ist alles gut um- und beschrieben. Was machte mir es leicht? Es war ganz einfach. "Ich" erkannte das ich nur Personen spielte. Ich wurde zum Puppenspieler. Selbst das hier mag authentisch sein doch bleibt es nur Wahrheit ohne Wirklichkeit. Heute, jetzt ist es so das sogar das "ich" das der Puppenspieler ist als nur immer einen Augenblick "ich" ist und ja was eigentlich, was bleibt wenn das ich nur kurz da ist, kann es noch etwas, jemanden, geben der das nicht anwesend sein von ich erkennen kann? Nein da ist nichts weder ein ich noch ein Nicht-ich. Stille, Leere, auch noch zu große Worte. Emotionen verschwinden mit dem Ich. Empfindungen der Sinnestore bleiben rein, die Objekte der Sinne sind klar, wenn ich es will werden sie personalisiert, als Spiel oder wie auch immer, von Winde verweht uneinholbar verstreut.
    Also los neu sortieren, ganz Neues denken. Ein Gedanke gleich zehntausend Jahr.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Der erste Schritt (3)
    Wenn ich nun also den snapshot, die Aufnahme von mir so wie ich authentisch also unverfälscht durch analysierende Gedanken erscheine, gemacht habe, dann charakterisiere ich - nun notwendigerweise analytisch - "wie es authentisch, d.h. analytisch unverfälscht" ist, d.h. wie es "sich anfühlt", mit welchen sprachlichen Ausdrücken die entsprechende Empfindung angemessen charakterisiert werden kann.
    Zur Auswahl nehme ich eine denkbar kurze Auswahlliste, die nur aus zwei Punkten besteht:


    1) abhängig oder unabhängig?
    2) von Moment zu Moment unveränderlich (= beständig) oder von Moment zu Moment veränderlich (= unbeständig) ?


    Das Interessante ist nun, dass sobald ich auch nur den geringsten Überlegungsansatz mache in der Richtung zu fragen, wie es sich wirklich oder wahrhaft verhält, wird die Antwort auf die Frage "wie es authentisch, d.h. analytisch unverfälscht ist" also wie es "sich anfühlt", wenn ich spontan und unüberlegt erscheine, verfälscht. Die Analyse muss sich also hierbei beschränken darauf, welches der sprachliche Ausdruck ist, der angemessen beschreibt "wie es sich anfühlt", wenn ich spontan und ohne durch Analyse der wirklichen oder wahren Bestehensweise verfälscht zu sein, erscheine.
    Wenn ich nämlich den geringsten Ansatz mache in Richtung zu fragen, wie es sich wirklich oder wahrhaft verhält, dann ist mein Ergebnis sicher "abhängig und unbeständig". Wenn ich jedoch danach frage wie es sich - unabhängig von jeglicher vernünftiger Hinterfragung - anfühlt, wie ich also ganz authentisch und unverfälscht bin, wenn ich spontan und unüberlegt erscheine, dann komme ich zum Schluß, dass es sich anfühlt als ob ich unabhängig und beständig wäre. Ich erscheine sozusagen wider aller Rationalität und Vernunft als ob ich unabhängig und beständig wäre, als ob ich quasi aus mir selbst heraus existieren würde.


    Dies lässt sich zusammmenfassen: So wie ich spontan, unüberlegt, unbeeinflusst von der Analyse nach der wirklichen oder wahren Bestehensweise in diversen ganz alltäglichen Situationen in jeweils einem oder mehren Momenten erscheine, erscheine ich als ob ich unabhängig und beständig wäre, also so als ob ich inhärent existent wäre.

  • Quote from Stero

    Ixh bitte dich "authentisch" nicht mit "wahr" oder "wahrhaft" zu verwechseln, denn so wie ich den Begriff hier gebrauche meint es die Unverfälschtheit einer Täuschung.

    Das geht schriftlich nicht. Jede Schrift ist nur dann authentisch wenn der Leser auf gleicher Höhe ist. Die direkte Rede mit dem ganzen Körper ist immer authentisch mag sie auch noch noch verlogen sein.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Der zweite Schritt
    Wenn ich also erscheine, dann existiere ich inhärent, aus mir selbst heraus und unabhängig und beständig. Denn nur so erscheine ich [mir] seit dem ersten Bewußtseinsmoment in meinem Leben, in dem ich mir selbst bewußt wurde. Alle darauf aufbauenden Zuschreibungen, wer ich sei oder was ich sei, spielen dabei keine Rolle, denn dieses sind nur Geschichten, mit denen andere mich zusätzlich verziert haben oder mit denen ich mich selbst geschmückt haben. Nein, es geht nur um mich, bar aller Geschichten, so wie ich erscheine, seit ich geboren wurde. Das bin ich, der ich dann so Gefühle oder Emotionen entwickle, wenn ich gelobt, beschimpft, verehrt oder gedemütigt werde bzw. diese Worte "Lob", "Beschimpfung", "Verehrung", "Demütigung" machen ja eigentlich nur Sinn in genau dem Kontext meines authentischen, nicht durch analytische Überlegungen verfälschten Erscheinens, denn nur in diesem Kontext von mir bin ich überhaupt in der Lage mit diesen Worten Angenehmes oder Unangenehmes zu assoziieren, nur im Kontext der Empfindung meiner beständigen, unabhängigen inhärenten Existenz bin ich dazu in der Lage. Auch alles Wollen, Streben, jegliche Wahrheits- oder Sinnsuche macht nur im Kontext dieser meiner inhärenten Existenz Sinn, macht nur Sinn in dem Kontext wie ich [mir] seit Geburt erscheine.


    Ich kann nur so existieren wie ich authentisch, unverfälscht von analytischen Gedanken seit meiner Geburt, mal in diesem, mal in jenem Moment erscheine. Trotz der Vergänglichkeit meines Körpers existiere ich also inhärent, unabhängig und nicht von Moment zu Moment veränderlich (beständig), denn anders kenn ich mich gar nicht und anders habe ich mich nie gekannt.


    Ich bin jetzt bereits mitten in der Analyse, nicht der Analyse meiner Bestehensweise, die ich manifestiere, sondern des Kontexts meines authentischen unverfälschten Erscheinens als ob beständig, unabhängig inhärent existent. Und dabei kann mir dann auch auffallen, dass in den Momenten, in denen ich erscheine, in den Momenten meines Seins also immer und ohne Ausnahme [‘Körper und Geist’] Phänomene mich sozusagen 'begleiten' - [‘Körper und Geist’] Phänomene wie Körper, Wahrnehmung, Denken, Bewußtwerdung, Fühlen, Empfinden, Unterscheiden, Wollen, Sehen, Hören, Riechen, Schmecken, Tasten etc. also irgendwelche Gestaltungen in der Sphäre meines Erlebens. Niemals bin ich, niemals erscheine ich ohne einen Kontext von einem oder mehreren dieser [‘Körper und Geist’] Phänomene.


    Daraus kann ich dann todsicher ableiten:
    Da ich aus mir selbst heraus, inhärent existiere, unabhängig und beständig, kann ich nur existieren, wenn ich entweder total unabhängig von meinen [‘Körper und Geist’] Phänomenen bin oder wenn ich total mit ihnen identisch bin, wenn ich quasi eine mit ihnen 'verschmolzene' singuläre Entität bin. Eine andere Möglichkeit gibt es nicht, weil ich ja immer und ohne Ausnahme nur im Kontext von [‘Körper und Geist’] Phänomenen erscheine. "Bloß ein bischen unabhängig" oder "bloß ein bischen identisch" wäre irrationaler sprachlicher Nonsens. Entweder bin ich also unabhängig von oder identisch mit den [‘Körper und Geist’] Phänomenen, in deren Kontext ich ausschließlich erscheine. Eine andere Möglichkeit gibt es - rational analytisch betrachtet - für mich nicht.

  • Für mich auch nicht! Das war mein Erkennen(?), das war mein Startpunkt, vor vielen Jahren. Bisher hat es keiner gewagt mit mir da hin zu gehen wo sein, ist.
    Ich hab mich nur auf das Hsin Hsin Ming versteift. Diesen Text frei zu bekommen von Glauben, so wie er geschrieben wurde, ist sehr harte Arbeit an meinen Vorstellungen. Spirituelles/Geistliches Empfinden zu vernichten ist sehr schwer. Je weiter ich gehe je weniger bleibt von dem übrig was ich mal glaubte was der Text aussagte oder noch schlimmer, was manche in manchen Schriftzeichen gelegt haben. Das nicht da sein kann weil Sengcan kein Religiöser, spiritueller möchte gern Heiliger war sonder einer der Wirkliches unwirklich festhalten wollte.
    "Für mich auch nicht!"Auch Intellektuell zu bestätigen: Da ist Ich selbst in der tiefsten Meditation, wenn ich nicht da ist keine Meditation sondern Schlaf, wenn ich nicht da der Traum von "Körper und Geist fallen ab", erglaubt erfahrene Heiligkeit ohne irgendein Fundament.

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Der dritte Schritt
    ad unabhängig von den [‘Körper und Geist’] Phänomenen:
    Da ich ausschließlich im Kontext der [‘Körper und Geist’] Phänomene erscheine, wie sollte ich unabhängig von ihnen sein können?
    Da meine Charakteristika seit Geburt von den [‘Körper und Geist’] Phänomenen bestimmt werden, die sich kontinuierlich verändern, wie sollte ich unabhängig von ihnen und beständig sein können?
    ad identisch mit den [‘Körper und Geist’] Phänomenen:
    Da die [‘Körper und Geist’] Phänomene mir als Beobachter ständig als von mir verschiedene Objekte der Beobachtung erscheinen, wie sollte ich eine quasi mit ihnen 'verschmolzene' singuläre Entität sein können? Wäre ich solcherart identisch mit ihnen, könnte ich ja immer nur mich selbst wahrnehmen, aber nichts als von mir Verschiedenes, das ich als 'mein' wahrnehmen könnte.


    Ich, der ich mich von Geburt an authentisch und von analytischen Gedanken unbeeinflusst kenne als unabhängig und beständig und inhärent existent, existiere gar nicht, weil ich gar nicht so existieren kann wie ich existieren müsste, wenn ich existierte.
    Ich existiere gar nicht. 'Da', wo ich gewähnt wurde, ist gar nichts. Und selbst dieses 'da' existiert nicht, weil es weder 'zwischen', 'unter', 'über', 'vor', 'hinter' oder 'neben' den [‘Körper und Geist’] Phänomenen sein noch ihnen innewohnen kann. Es gibt keinen Ort, an dem ich existieren könnte. Ich existiere gar nicht!


    Das ist die Ernüchterung aus der Rationalität abhängig entsteht.

  • Quote

    [‘Körper und Geist’]

    Die habe ich identifizieren können als ["能 Fähigkeit zu handeln und 境 Gegenstände der Wahrnehmung"] um ein Ich zu erzeugen braucht es noch ["Handlungsfähigkeit für Zukünftigvergangenes und Gegenstände des Bewusstsein"]. Gegenstände des Bewusstseins könnte


    Hab es gerade entdeckt, das Zeichen für Gegenstände der Bewusstsein: 心

    1) Alle Dinge, auch Gedanken sind Dinge, sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt durch Bedingungen Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Rationalität und ich
    Jetzt, da durch die Anwendung von Rationalität als Methode des begrifflichen Denkens im Kontext von mir die Rationalität als Wirkung geworden ist, stellt diese nüchtern fest, dass alle Welt dennoch von 'ich' redet oder auch von 'mir', 'mich' und 'mein' und dass es in bestimmten Kontexten auch angemessen ist, so zu reden, weil 'ich' weder 'du', noch 'er', noch 'sie', noch 'es', noch 'wir', noch 'ihr', noch 'sie [Plural]' meint und also alles, was ich nicht bin, gleichfalls angemessen aber nicht mit 'ich' benannt werden kann. Setzte ich mich, wie ich seit Geburt erscheine, absolut, so hätte der Nachweis meiner Nicht-Existenz zur Folge, dass ich nicht nur fortan es unterlassen müsste, 'ich' zu sagen, sondern ich könnte mich gar nicht mehr sprachlich ausdrücken, da wenn ich nicht existiere, dann alles, was ich als verschieden von mir wahrnehme, also alles 'Andere' auch nicht existieren könnte und entsprechende sprachliche Ausdrücke rationalerweise auch zu unterlassen wären. Wenn ich also absolut - also in jeglicher Hinsicht - nicht wäre, nicht existierte, dann existierte auch notwendigerweise alles Andere nicht.


    Genau so wie ein Auto keine mit seinen Teilen 'verschmolzene' singuläre Entität sein kann, weil ich unterscheiden kann zwischen dem Auto und seiner Achse, seinen Rädern usw. und es also abhängig von seinen Teilen als Ganzes existiert, obgleich es unter rationaler Analyse nicht auffindbar ist, weder 'zwischen', 'unter', 'über', 'vor', 'hinter' oder 'neben' seinen Teilen noch seinen Teilen innewohnend, genau so abhängig existiere ich von den [‘Körper und Geist’] Phänomenen: nicht auffindbar und in jedem Moment, in dem ich erscheine, abhängig und vergänglich.
    Der angeborene Irrtum liegt demnach in der vor-sprachbegrifflichen intuitiv intentionalen Zuschreibung dessen, was sprach-begrifflich entsprechend mit 'unabhängig', 'beständig' und 'inhärent existent' ausgedrückt wird. Der Irrtum liegt in der vor-sprachlichen Begriffsbildung zu dem, was mit dem Wort 'ich' ausgedrückt wird.
    Ich existiere also abhängig von den [‘Körper und Geist’] Phänomenen und abhängig von begrifflicher Zuschreibung. Das was ich beobachte, wenn ich sprachlich richtigerweise sage 'ich', sind aber nicht [‘Körper und Geist’] Phänomene, sondern das bin ich als aus den [‘Körper und Geist’] Phänomenen abhängig enstanden abhängig von der vor-sprachlichen intuitiv intentionalen begrifflichen Zuschreibung - so wie das, was ich beobachte, wenn ich sprachlich richtigerweise sage 'Auto' nicht die Teile des Autos sind, sondern das aus den Teilen abhängig entstandene Ganze abhängig von der begrifflichen Zuschreibung, die mit der Benennung 'Auto' verbunden ist.

  • Rationalität als nicht-involvierte Coolness
    Die mit dieser Einsicht einhergehende Erfahrung macht cool bzw. sie taucht die gesamte Sphäre des Erlebens in nicht-involvierte Coolness. Diese nicht-involvierte Coolness ermöglicht es dann erst, sich allen anderen Objekten mit Rationalität zu nähern. Da ist dann kein Raum mehr für Emotionalität. Das Fehlen von Emotionalität wird nicht als Verlust erfahren, weil der, der Verlust erleiden könnte, weg ist. Und das Fehlen von Emotionalität wird auch nicht als Gewinn erfahren, weil der, der Gewinn machen könnte, weg ist. Aber da ist diese Freiheit der an nichts gebundenen Rationalität, eine Ratonalität ohne Tabus und ohne Imperative, die unbeteiligt analysieren kann, dabei aber nichts analysieren muss.


    Dieses Fehlen von Emotionalität beruht auf dem Fehlen des dem philosophischen Objekt 'inhärente Existenz' entsprechenden psycho-mentalen Phänomens gemäß dem hier geschilderten: ΔX = X* - X'


    Ich bin nun X' und das Differential ΔX lässt sich auf die Erfahrung aller beliebigen von mir verschiedenen Objekte übertragen. Mit ΔX habe ich nun einen 'Eichstab', mit dem ich bestimmen kann, ob ich alles Erleb- und Erfahrbare der ihm eigenen bloß von Benennung bzw. begrifflicher Zuschreibung verursachten Daseinsweise angemessen wahrnehme oder ob ich bereits wieder in "alte Gewohnheiten" verfallen bin. Diese Benennung bzw. begriffliche Zuschreibung beruht notwendigerweise auf vor-sprachlich intuitiv intentionaler Zuschreibung, die sich nur im Laufe der Übung so ent-konditionieren lässt, dass ΔX immer seltener erscheint. Deswegen ist Rationalität notwendigerweise mit Achtsamkeit verbunden: ich achte darauf, ob sich ΔX zu einem beliebigen X' dazugesellt hat und ich bereits wieder X* wahrnehme. Wenn dies der Fall sein sollte, dann habe ich mit den bereits durch Übung verinnerlichten Analysemethoden*, deren Wirksamkeit mit einem einzigen erinnernden abstrahierenden Gedanken aktiviert werden kann, das Instrument, ΔX sofort wieder aufzulösen.


    [*Analysementhoden gibt es nur zwei Arten gemäß der zwei Arten von Objekten:
    1. Rationale Analyse zusammengesetzter Objekte (wie hier am Beispiel von mir und dem Auto angedeutet)
    2. Rationale Analyse nicht-zusammengesetzter Objekte
    ]

  • Quote from Stero
    Quote from Spacy

    Alles ist bedingt! Die Tulpe ist nur Mittel zum Zweck ...


    Werd dir erst mal klar über deinen Zweck und dann teil ihn mir mit.


    Werde du dir erstmal klar darüber, was deine geliebte "Rationalität" bedeutet!

  • Quote from Spacy
    Quote from Stero


    Werd dir erst mal klar über deinen Zweck und dann teil ihn mir mit.


    Werde du dir erstmal klar darüber, was deine geliebte "Rationalität" bedeutet!


    Wenn der sprachliche Ausdruck meiner Rationalität dir nichts bedeuten kann, dann ist sie nichts für dich.

  • Rationalität als Negativität
    Um zum Thema zurückzukehren, sei auf den letzten on topic Beitrag hier Bezug genommen.

    Während die nicht-involvierte Coolness die Subjektseite psychologisch beschreibt, wird die Objektseite philosophisch durch den Ausdruck "Negativität" beschrieben, weil es sich bei der Abwesenheit/Leerheit von ΔX ja um ein negatives wahrnehmbares Phänomen handelt.


    So wie aber die angeborene nicht-analytische Fehlwahrnehmung von mir selbst oder irgend einem anderen Objekt beschrieben werden kann mit
    X* = X' + ΔX
    die inhärente Existenz ΔX dem Objekt X* - wie der Name 'inhärent' sagt - also als innewohnend erscheint und die Fehlwahrnehmung demzufolge immer nur innerhalb des Kontexts einer Objektwahrnehmung X* sich ereignen kann, so kann auch die durch rationale Analyse verursachte Wahrnehmung der Abwesenheit/Leerheit von ΔX, dieses negativen Objektes, immer nur innerhalb des Kontexts einer Objektwahrnehmung X' sich ereignen:
    X' = X* - ΔX


    Demzufolge erscheint das Objekt X' nicht wie vorher das Objekt X* inhärent existent, sondern das Objekt X' erscheint inhärent negativ bzw. 'leer'.


    Das ist also neben der subjektiven nicht-involvierten Coolness die objektive Seite, die diese nicht-involvierte Coolness verursacht:
    Das Objekte/Phänomen ist selbst negativ, ist selbst eine Abwesenheit/Leerheit und bietet so keinen Angriffspunkt mehr für ein psychologisch impulsives 'Ergreifen'
    (-> nicht-involvierte Coolness).


    "Da ist nichts, was ergriffen werden könnte, obgleich da etwas ist."