Gibt es ein Selbst?

There are 1,518 replies in this Thread. The last Post () by Max Schenzle.

  • Hi,
    ja es gibt dieses sosgenannte "reale Selbst".
    Dieses Selbst ist das Leuchtwesen, das auf die Erde kam, Materie aufnahm und zum Mensch wurde.
    Selbst und Körper sind lebenslänglich miteinander verbunden. Nach dem Ableben kann das Selbst wieder in
    das Jenseits gehen.
    Ic habe da mal auf der brahmaischen Ebene gefragt, ob ich das Selbst sehen könnte und es klappte dann auch.
    Wer Schwierigkeiten hat mit Selbst und Ich und Psyche, soll doch mal in der Längeren Sammlung im Buch des Patikaputtos nachlesen.


    sakko

  • Kontemplation von Thich Nhat Hanh -



    Gruß, Yofi

  • Wie man das überhaupt nach Zurkenntnisnahme der Punkte 11-13 fragen kann, will mir schon nicht einleuchten - aber du kannst das ja mal explizieren :)


    Was das "Zulächeln" betrifft, kann ich es als Empfehlung gerade des Herrn TNH auch nicht besonders ernst nehmen:


  • Man muß einfach beachten, daß Mel Brooks, George Lucas und all die vielen anderen verdienstvollen Berichterstatter aus dem "Expanded Universe" die Geschichte immer nur aus ihren persönlichen Perspektiven und mit individuell begrenztem historischen Wissen erzählen. So kommt es dann auch zu einer Vielzahl von "Missing Links". Aber da wir selbst mittendrin sind, können wir ja genauer hinschauen. Besonders wichtig sind dann immer die Momente, in denen sich die Akteure unbeobachtet fühlen - wie eben hier - bin ein großer Fan von Schnappschüssen :)

  • Quote from bel

    Wie man das überhaupt nach Zurkenntnisnahme der Punkte 11-13 fragen kann, will mir schon nicht einleuchten - aber du kannst das ja mal explizieren :)


    Ich kann das. Die Aussage passt auch zu der Sutta, die ihr hier im Thread so oft verlinkt hat: Weder Ja noch Nein. Bleibt man bei der Wahrnehmung der 5 Sinne, kann man dem sicher nicht zustimmen.


    Wie würdest du dir die Aussage im Shinjinmei, dass Wechsel nur ein Schein ist, interpretieren?

  • Quote from Yofi

    Ich kann das. Die Aussage passt auch zu der Sutta, die ihr hier im Thread so oft verlinkt hat: Weder Ja noch Nein. Bleibt man bei der Wahrnehmung der 5 Sinne, kann man dem sicher nicht zustimmen.


    Mal abgesehen davon, daß das nur deine Deutung ist, die, wie hier besprochen, nachweislich keine Entsprechung im Text hat, wird weder dort noch anderswo im PK behauptet, daß


    "..... dieser Körper nicht von einer Lebensspanne begrenzt ist"
    ".....dieser Körper der fünf Aggregate todlos und geburtlos ist. ....dass ich geburtlos und todlos bin."
    ".....dieses Selbst geburtlos und todlos ist"


    Und ja, darin wird offenbar, daß Wahrnemungen des 6.Sinnes ganz besonders durch Wahn geprägt sind.


    Quote from Yofi

    Wie würdest du dir die Aussage im Shinjinmei, dass Wechsel nur ein Schein ist, interpretieren?


    Zitiere doch bitte die Stelle, von der du annimmst, daß sie hier relevant wäre.

  • Es mag wohl sein, dass in den Lehrreden die Betrachtung der Todes als ein wichtiger Aspekt dargestellt ist, was einer u. U. unerlässlichen Übungsweise entspricht. Für die Einsicht ist aber auch relevant:


    Der Tod als eine Funktion des Bewusstseins - viññāna kicca -


    bedingt entstanden, vergänglich, nicht absolut gültig


    http://www.palikanon.com/wtb/vinnanakicca.html


    Yogacara-Anhänger werden an dieser Stelle ohnehin sofort mit dem Kopf nicken, und so ist auch: unterschiedliche Betrachtunsweisen, relative Wahrheit.



  • Gefällt mir. Dazu eine Anmerkung zu Psychologie und Herkunft des Lächelns. Es bildet sich erstmals beim wenige Monate alten Baby, und zwar ausschließlich im zwischenmenschlichen Kontakt, nicht in anderen Situationen. Dazu lässt sich spekulieren, dass dem eine erste Unterscheidung im Bewusstsein des Babys zwischen Selbst, Welt und "Mutter" vorausgeht. Wenn das Baby zuvor schreit, etwa weil es Hunger hat, dann braucht es keine solche Unterscheidung. Jedenfalls ist diese instinktive Hinwendung mit einem freudigen Affekt verknüpft. Auch taubblind geborene Kinder lächeln. Die Psychoanalyse nach Melanie Klein spricht davon, dass sich Repräsentanzen von Selbst, Welt und „Mutter“ in der Psyche des Kleinstkindes bilden, die das spätere Erleben eines Menschen maßgeblich beeinflussen. Das Lächeln könnte also eine erste und "liebevolle Fantasie" vom anderen beinhalten, die diese Trennung überwindet.

  • Shinjinmei gemeinsam überlegen - gerne.


    Das Lächeln hat mir auch auf Anhieb gefallen, weil das ein natürliches Mittel gegen Angst und Selbstablehnung ist, ganz wie du schreibst, Kamataka, bzw. wie es in der Psychologie erkannt wurde.


    Letztendlich kann man aber nur das eigene Lächeln beeinflussen sowie es auch richtig innerlich einsetzen.

  • Quote from Yofi

    Shinjinmei gemeinsam überlegen - gerne.


    Das Lächeln hat mir auch auf Anhieb gefallen, weil das ein natürliches Mittel gegen Angst und Selbstablehnung ist, ganz wie du schreibst, Kamataka, bzw. wie es in der Psychologie erkannt wurde.


    Letztendlich kann man aber nur das eigene Lächeln beeinflussen sowie es auch richtig innerlich einsetzen.


    ich "stehe" auf die emotionale Herangehensweise. Ich glaube, dass die Motivation, aus der heraus das Lächeln entsteht, den Weg weisen kann.
    Deinen Satz "letztlich kann man aber nur..." meinst du in Bezug auf das Thema, ob es ein Selbst gibt, nehme ich an.

  • Quote from bel

    Ich hab nix gegen Lächeln, ganz im Gegenteil - aber wenn man das sich erst suggerieren muß, braucht man keinen TNH, da reicht der normale amerikanische Mittelstandsdrill.
    Ergebnis identisch.


    ah... neue Seite... so finde ich deinen Beitrag erst jetzt.
    "Willentlich grinsen" wäre natürlich eine "lächerliche" Methode. Ich glaube aber, dass ein herzliches Empfinden unsere Urteilskraft nicht schmälert, sondern den Blickwinkel eher weiter macht. Würden wir nur mit reiner Rationalität herangehen, ließe sich vermutlich so ziemlich alles rechtfertigen und es gäbe kaum eine Motivation, sich um gutes Handeln zu bemühen. Vermutlich meint dein Beitrag aber das Thema, ob es ein Selbst gibt, oder?

  • Quote from Yofi

    "Im Angesicht der Leere ist Wechsel nur ein Schein"

    Quote from bel

    前空轉變 皆由妄見


    Also mit n bissel Nachschlagen kommt man leicht darauf, daß sich "轉變", bei dir ohne Kommentar als "Wechsel" übersetzt, ein Ter­mi­nus tech­ni­cus ist, der sich auf die im Lankavatara Sutra aufgezählten "7 Arten von Impermanenz" (七種無常) bezieht, die nicht vom Buddha gelehrt werden, weil sie jeweils ein "atta" (Selbst) voraussetzen - also wieder den Aufzählung in D.1.4.4 des PKs entsprechen.
    Im Lankavatara kann man das im Abschnitt LXXIX nachlesen, in der deutschen Übersetzung von Golzio steht es auf der Seite 207.
    Und TNHs Psalmen gehören genau zu diesen abgelehnten Auffassungen.

  • Zunächst: Hast du Seng-Ts'an von O. W. Barth? Ist das Zitat mit diesem identisch? -

    "Der Wandel des Reiches der Leere erscheint abhängig von Täuschungen" (S. 67 in der 1. Auflage 1991)


    Wo wäre da der Unterschied zum obigen Zitat?


    Quote from bel

    Also mit n bissel Nachschlagen kommt man leicht darauf, daß sich "轉變", bei dir ohne Kommentar als "Wechsel" übersetzt, ein Ter­mi­nus tech­ni­cus ist, der sich auf die im Lankavatara Sutra aufgezählten "7 Arten von Impermanenz" (七種無常) bezieht...


    Woraus schließt du auf den Zusammenhang mit Lankavatarasutra?


    Quote

    ... die nicht vom Buddha gelehrt werden, weil sie jeweils ein "atta" (Selbst) voraussetzen - also wieder den Aufzählung in D.1.4.4 des PKs entsprechen.


    Wer bestimmt, was von Buddha gelehrt wurde und nicht, welche Schriften "zugelassen" werden? Und - was deutet auf ein atta hin?


    Quote

    Im Lankavatara kann man das im Abschnitt LXXIX nachlesen, in der deutschen Übersetzung von Golzio steht es auf der Seite 207.


    Die selbe Frage: Wer lehnt ab? (informativ gemeint)


    (S. 207) -


    >> Die von Philosophen, aber "nicht von mir" [Erhabener] gelehrte Unbeständigkeit:


    1) Enstehen und Vergehen
    2) Veränderung des Aussehens
    3) Form selbst
    4) Wechsel der Form
    5) Wesenheit, die Unbeständigkeit genannt wird
    6) Sein und Nichtsein
    7) Nichtentstehen <<


    Der Wechsel aber, der ein Schein ist, wäre dieser:


    (S. 211) -


    " Außere Dinge werden nicht zugelassen; aufgrund der Lehre, dass die Dreiwelt nichts anders ist als das, was vom Geist selbst gesehen wird."


    und -


    "Mann hört auf, in die Unterscheidung von Sein und Nichtsein zu verfallen, die aus seinem eigenen Geist entspringt, wenn er sieht, dass Dinge, seien sie von dieser oder von einer anderen Welt, nicht als beständig oder unbeständig beschrieben werden können, weil er nicht die Wahrheit versteht, dass es nichts in der Welt gibt außer dem, was vom Geist selbst gesehen wird."


    Das entspricht den alten Texten der Lehrreden (M 121), auch Dhammapada mit den ersten Zeilen "Vom Geist geführt die Dinge sind, vom Geist geführt, vom Geist gezeugt"...


    Ja, und wie ist das jetzt mit dem Tod, wäre er eine Ausnahme?

  • Für manche ist das Ich halt was Dinghaftes, so wie für Otto Normal. Sie hatten vermutlich noch nie die Erfahrung von Ablösung, von Verweilen in Leerheit, "das Licht umwenden". Sie haben daher kein Verständnis von Transzendenz. Und verstehen somit die Zen Ausdrücke auch nicht von dieser 'Warte' her. Das ist schade. Ein Intellekt der versucht sich Zen Ausdrücke so hin oder aufzubiegen, dass "Verstehen" individuelle Befriedigung generiert, ist ein sinnlos, ja grausam bemühter. Das Bewusstsein kämpft in einem dauernden Konflikt. Dies gefällt ihm, das missfällt ihm. Sein ganzes Erleben ist so. Um Zen Ausdrücke so wahrzunehmen, so anzunehmen, dass sie erhellend wirken, muss dieser Kampf einmal eingestellt werden, und "seltsamerweise" geschieht das durch Verneinung: Ich geh nicht mehr mit. Ich gebe einer halbe Stunde und noch einer und noch einer konsequent weder Zuneigung noch Abneigung nach, oder Wünschen und Missbilligung. Man wird dann sehen, dass es auch zu einer Kontemplation kommt, die ohne Worte auskommt, ja auskommen will.
    Dann mag man noch mal einen Zen Satz lesen. Zen Sätze eröffnen sich. Wie eine Blüte. Zu einem Zeitpunkt, wo es ihnen passt. Nicht mir. Es sind "Gedanken" von Meistern. Sie kommen aus der Tiefe und Weite des Nicht-Denkens. Es ist klar, dass sie nicht (ein)zu fassen sind. Das Yofi hat "schon" ganz anständig(e) Praxis. Es geht aber ganz schnell, dass man der Intuition auch wieder verlustig geht. Wenn man zuviel (mit)denkt. In Diskursen bleibt das nicht aus. Ich glaube, da sollte es sich auch erübrigen die Denkweise von anderen verstehen ( und loben oder kritisieren ) zu wollen. Es ist eben nur eine Denkweise, mehr oder weniger, aber immer noch vom Weg ab.