Wie gründet man eine Zen Sekte?

There are 58 replies in this Thread. The last Post () by mukti.

  • Hallo,


    ich interessiere mich für 2 Themenbereiche:


    1) Wie haben sich geschichtlich Zen Sekten gegründet? Soweit ich das weiß, gab es am Anfang immer einen Meister, der dann die Sekte bestimmte, in Folge dann die Linienhalter. Gab es auch andere Möglichkeiten? (wie etwa, zu erst die Sekte, dann der Meister?)


    2) Wie würde man in Deutschland eine Sekte gründen? Wäre das ein Verein? Eine Religionsgemeinschaft?

  • 2. Es gibt keine formalen Bedingungen, weil das für sich gesehen keine Rechtsform ist. Abgesehen davon, dass ich den Begriff "Sekte" in DE komplett vermeiden würde, auch wenn es formal gesehen der richtige Begriff ist. Einen Verein kann man natürlich gründen, wenn man eine Rechtsform will. Ob der eine Gemeinnützigkeit anerkannt bekommt, wenn man die beantragt, steht auf einem anderen Blatt. Buddhismus ist in DE keine Religion im rechtlichen Sinne, eine Untergruppe welcher Art auch immer daher erst recht nicht.



    Disclaimer: dies ist eine persönliche Einschätzung eines juristischen Laien, keine Rechtberatung ;)

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Quote from IkkyuSan

    Hallo,


    ich interessiere mich für 2 Themenbereiche:


    1) Wie haben sich geschichtlich Zen Sekten gegründet? Soweit ich das weiß, gab es am Anfang immer einen Meister, der dann die Sekte bestimmte, in Folge dann die Linienhalter. Gab es auch andere Möglichkeiten? (wie etwa, zu erst die Sekte, dann der Meister?)...


    Es gab im Zen wohl immer wieder herausragende Persönlichkeiten. Sie hatten Schüler, die sich auf ihre Lehrer beriefen. So entstanden meiner Ansicht nach die Traditionslinien. Sozusagen im Rückblick, aus dem Bedürfnis, Dinge einzuordnen, irgendwo dazu zu gehören. Ich glaube nicht, das es früher die Absicht einzelner Meister war, Traditionslinien zu gründen.
    Ich denke der Unterschied zwischen den einzelnen Linien war oft nur marginal, in der Schulungsweise.
    Aber da lehne ich mich schon ziemlich weit aus dem Fenster, denn ich habe mich damit nicht weiter beschäftigt.


    Quote from IkkyuSan

    Hallo,............
    2) Wie würde man in Deutschland eine Sekte gründen? Wäre das ein Verein? Eine Religionsgemeinschaft?


    Das kommt darauf an. Meist wird es ein Verein sein. Eine Religionsgemeinschaft kann es in Deutschland nicht sein, da der Buddhismus nicht als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt ist. In Österreich ist das evtl. anders.
    Ansonsten kannst du hier nachfragen:
    http://www.benediktushof-holzk…ber-uns/wer-sind-wir.html

  • 2. Im Prinzip dürfte gelten - einfach anfangen..


    Den Begriff Sekte würde ich wegen der negativen Nebenbedeutungen vermeiden.


    Verein richtet sich nach den Regeln des Vereinsrechts und kann für einzelne praktische Funktionen einer Gemeinde (Verträge, Bankkonto, Vertretungsrechte nach außen) nützlich sein. Es bietet sich eine formale Trennung zwischen der Gemeinde und einem Trägerverein (der durchaus aus Mitgliedern der Gemeinde bestehen kann) für einzelne Funktionen einer Gemeinde an.


    Vor einem Verein könnte man ernsthaft die Möglichkeit einer Möglichkeit einer BGB Gesellschaft prüfen die mit viel weniger Aufwand verbunden ist.


    Die Anforderungen an Religionsgemeinschaft sind in 140 GG geregelt und hoch. So hoch, daß selbst die BDU kaum noch versucht anerkannt zu werden.

  • Hallo,


    erstmal danke für die interessanten Antworten :D


    Ich wußte das noch gar nicht, dass der Buddhismus gar keine anerkannte Religionsgemeinschaft ist. Aber gut, dann ist natürlich:


    Quote

    Buddhismus ist in DE keine Religion im rechtlichen Sinne, eine Untergruppe welcher Art auch immer daher erst recht nicht.


    auch klar.


    Vereinsgründungen sind mit erheblichen Aufwand verbunden (Mitglieder finden, Vorstand, Sitzungen, Buchhaltung, Protokolle, Nachweise usw.) so dass (zumindest für mich) der Zen Geist flöten gehen würde. Alleine schon "Mitglieder" ist schon eigenartig - "Zielsetzungen des Vereins" wäre irgendwie noch absurder. Aber ich verstehe schon - in Deutschland wäre es wohl die einzigste Möglichkeit.



    Quote

    Ich denke der Unterschied zwischen den einzelnen Linien war oft nur marginal, in der Schulungsweise.
    Aber da lehne ich mich schon ziemlich weit aus dem Fenster, denn ich habe mich damit nicht weiter beschäftigt.


    Das könnte schon stimmen, nur das haben die Linien selbst wahrscheinlich ganz anders gesehen. Es gab da ja regelrechte "Sektenkriege", wo Tempel abgefackelt wurden...Dogens Gemeinschaft z.B. wurde vertrieben.



    Quote

    Ich glaube nicht, das es früher die Absicht einzelner Meister war, Traditionslinien zu gründen.


    Nein, das denke ich auch nicht.


    Ich weiß halt nicht, wie es in Japan, China und Korea aussehen würde, wenn da einfach einer auftauchen würde, der sagt : "Ich bin der Zen Meister XY". Ich glaube da wird Wert gelegt auf eben solche "Liniennachweise" (kann mich aber auch irren...wer weiß mehr?).


    In Deutschland sieht das ja ganz anders aus, da kann ja jeder einfach behaupten, dass er Meister sei...so viele, die ich schon getroffen habe :lol:


  • 1954 wurde in Japan die Sanbō Kyōdan Schule gegründet
    http://www.sanbo-zen.org/histry_d.html
    und der Himmel ist nicht heruntergefallen.
    Liniennachweise werden sicherlich unterschiedlich gesichtet. Zenmeister ist hier in Deutschland kein geschützter Bergriff. Je nach Gemeinschaft gibt es unterschiedliche Voraussetzungen, ab wann man sich Zenmeister nennen darf. Mit dem Beurteilen der sogenannten Zenmeister wäre ich vorsichtig. Die eigene Denk- und Vorstellungsweise kann da trügerisch sein.
    Obwohl es natürlich verführerisch ist, das Maß aller Dinge zu sein. :)

  • Frag mal die Kirche des Spaghettimonsters:
    http://www.pastafari.eu/
    Ich glaube, die sind bürokratietechnisch ganz korrekt als Kirche gegründet.
    Wenn dir das zu aufwendig ist, miet doch einfach eine Kammer, häng ein Schild an die Tür und leg los.
    Bodhidharma hat auch neun Jahre allein gesessen, und dann ist der erste Schüler kleben geblieben.

  • Quote

    Wenn dir das zu aufwendig ist, miet doch einfach eine Kammer, häng ein Schild an die Tür und leg los.
    Bodhidharma hat auch neun Jahre allein gesessen, und dann ist der erste Schüler kleben geblieben.


    Ja, warum eigentlich nicht? ^^



    Quote

    Mit dem Beurteilen der sogenannten Zenmeister wäre ich vorsichtig. Die eigene Denk- und Vorstellungsweise kann da trügerisch sein.


    Ich hab ja keinen beurteilt. Kann ja jeder machen was er will.

  • Quote from Jojo

    Frag mal die Kirche des Spaghettimonsters:
    http://www.pastafari.eu/
    Ich glaube, die sind bürokratietechnisch ganz korrekt als Kirche gegründet.
    Wenn dir das zu aufwendig ist, miet doch einfach eine Kammer, häng ein Schild an die Tür und leg los.
    Bodhidharma hat auch neun Jahre allein gesessen, und dann ist der erste Schüler kleben geblieben.


    Ne, die sind ganz sachlich nüchtern wie die Kaninchenzüchter als Verein organisiert und beschreiben vernünftig auf ihrer Seite weshalb..


    Und zum zweiten Teil Deines Beitrags - genau, einfach machen.
    Hat Buddha irgendwelche Anträge ausgefüllt?

  • wer eine eigene Zen Linie gründen will, kann sich auch mal bei dieser Gruppe erkundigen:
    http://zen-schule.de/aktuell/79


    Für eine Religionsgemeinschaft gibt es bestimmte Kriterien in Deutschland:
    • Eine Religionsgemeinschaft ist ein Zusammenschluss von Menschen (natürliche Personen) zum Zwecke der Religionsausübung, wobei auch juristische Personen Mitglied einer Religionsgemeinschaft sein können, WENN die Rückbindung an natürliche Personen gewährleistet ist. Auch Dachverbände können eine Religionsgemeinschaft darstellen, WENN der mehrstufige Verband eine personale Grundlage aufweist und sich somit auf den Zusammenschluss von natürlichen Personen zurückführen lässt. (BVerGE 123, 49 = NJW 2005, 2101).
    • Eine Religionsgemeinschaft unterscheidet sich in ihren religiösen Grundsätzen von anderen Gemeinschaften indem sie ihre gemeinsame religiöse Überzeugung so definiert und schriftlich darlegt dass sie vom weltanschaulich neutralen Staat verstanden und nachvollzogen werden kann.
    • Sie muss dabei auf einem religiösen Konsens beruhen und der Pflege eines gemeinsamen religiösen Bekenntnisses dienen. Es sind aber auch konfessionsübergreifende Religionsgemeinschaften denkbar oder es sind auch mehrere Religionsgemeinschaften des gleichen Bekenntnisses möglich.
    • Die Religionsgemeinschaft ist eine solche nur, wenn sie der umfassenden Verwirklichung der durch das religiöse Bekenntnis gestellten Aufgaben dient und sich z.B. von religiösen Vereinen unterscheidet, die sich nur Teilaspekten des religiösen Lebens widmen.
    • Sie hat ein Minimum an verfasster Struktur mit geregelter Organisationsform und Gremien wie z.B. Vorstand, Mitgliederversammlung usw.
    • Sie hat eine religiöse Instanz wie z.B. Priester etc.
    • Sie garantiert eine Dauer der Existenz und ist keine vorübergehende Erscheinung.
    • Mitglieder, die die Dauerhaftigkeit einer Religionsgemeinschaft
    gewährleisten sollen, müssen zumindest einen gesicherten Aufenthaltsstatus
    haben. Sie müssen nicht zwingend volljährig sein, allerdings würden
    Anhaltspunkte dafür, dass die Mitgliedschaft von Jugendlichen nicht auf
    dauerhafter Überzeugung, sondern, auf vorübergehenden pubertären Wallungen beruhte, gegen eine Berücksichtigung bei der Gewährleistung der Dauer sprechen.
    http://www.bmi.bund.de/DE/Them…2B9951F6CC29A3DB.2_cid364


    Eine Religionsgemeinschaft, die zusätzlich noch eine Anerkennung als Körperschaft des öffentlichen Rechts erlangen will, muss folgende zusätzliche Bedingungen erfüllen:
    • Nach Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 5 Satz 2 WRV sind anderen Religionsgemeinschaften auf ihren Antrag gleiche Rechte zu gewähren, also der Körperschaftsstatus zuzuerkennen, wenn sie durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bieten.
    • Nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts muss eine Religionsgemeinschaft, die Körperschaft des öffentlichen Rechts werden will, durch ihre Verfassung und die Zahl ihrer Mitglieder die prognostische Einschätzung stützen, dass sie auch in Zukunft dauerhaft bestehen wird. Grundlage für diese Einschätzung sind der gegenwärtige Mitgliederbestand der Religionsgemeinschaft und ihre Verfassung im Übrigen, so dass neben dem Kriterium der Mitgliederzahl der tatsächliche Gesamtzustand der Gemeinschaft zu würdigen ist (vgl. BVerfGE 102, 370, 384). Die dafür in der Staatspraxis herangezogenen Indizien (etwa eine Mindestbestandszeit) seien hilfreich, dürften aber nicht schematisch angewendet werden und die von Verfassungs wegen geforderte Gesamtbetrachtung nicht stören. Zudem dürften nicht Umstände in die Beurteilung einfließen, deren Bewertung dem religiös-weltanschaulichen Staat verwehrt ist (vgl. BVerfGE 102, 370, 385).
    • In der Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichts vom 28. November 2012 zum Verleihungsantrag der Bahá’i-Gemeinde in Deutschland (BVerwG 6 C 8.12, nebenstehender Link) wird diese Rechtsprechung aufgegriffen und dahingehend konkretisiert, dass die in der bisherigen Verwaltungspraxis der Länder als Mindestgröße zugrunde gelegte Richtzahl von einem Tausendstel der Bevölkerung des jeweiligen Landes jedenfalls nicht als tragfähiges (alleiniges) Ausschlusskriterium gelten könne. Zwar sei der gegenwärtige Mitgliederbestand einer Religionsgemeinschaft Grundlage der verfassungsrechtlich geforderten Prognose, ob die Religionsgemeinschaft dauerhaft bestehen werde. Jedoch könne regelmäßig allein aus der Zahl der Mitglieder nicht unmittelbar auf den künftigen Fortbestand de Religionsgemeinschaft geschlossen werden, sondern auch diese bedürfe einer Interpretation (z.B. im Hinblick auf die soziale Zusammensetzung, Altersstruktur und ggf. Einbindung in eine weltweit verbreitete Gemeinschaft). Zwar könne zur Erleichterung des Verwaltungsvollzugs von einer bestimmten Richtzahl an ohne weitere Prüfung angenommen werden, dass die Religionsgemeinschaft nach der Zahl ihrer Mitglieder die Gewähr der Dauer bietet, weil schon die schiere Größe ihr Erlöschen nicht erwarten lasse. Die Festlegung einer Richtzahl von einem Tausendstel der Bevölkerung des jeweiligen Bundeslandes tauge dagegen nicht umgekehrt als Kriterium, um eine Religionsgemeinschaft von der Verleihung des Körperschaftstatus auszuschließen.
    • Das Bundesverfassungsgericht verlangt in seiner Rechtsprechung zusätzlich zu den geschriebenen Voraussetzungen die Rechtstreue der Religionsgemeinschaft (BVerfGE 102, 370 ff. – Zeugen Jehovas, nebenstehender Link). Danach muss die Religionsgemeinschaft die ihr übertragene Hoheitsgewalt in Einklang mit den verfassungsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Bindungen ausüben und die Gewähr dafür bieten, dass ihr künftiges Verhalten die in Art. 79 Abs. 3 GG umschriebenen fundamentalen Verfassungsprinzipien, die dem staatlichen Schutz anvertrauten Grundrechte Dritter sowie die Grundprinzipien des freiheitlichen Religions- und Staatskirchenrechts des Grundgesetzes nicht gefährdet.
    • Wenn die genannten Voraussetzungen erfüllt sind, besteht ein verfassungsrechtlicher Anspruch auf Verleihung des Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts an die Religions- oder Weltanschauungsgemeinschaft. Schließen sich mehrere derartige öffentlich-rechtliche Religionsgemeinschaften zu einem Verband zusammen, ist auch dieser Verband eine öffentlich-rechtliche Körperschaft (Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 5 Satz 3 WRV).
    • Nach der Staatspraxis und der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts können nicht nur die Glaubensgemeinschaften als solche, sondern auch lokale Untergliederungen von öffentlich-rechtlichen Religionsgemeinschaften den Körperschaftsstatus erlangen und über einen Zusammenschluss auch dem hieraus gebildeten Verband den Körperschaftsstatus nach Art. 140 GG i.V.m. Art. 137 Abs. 5 GG vermitteln (vgl. BVerfGE 53, 366, 393 f.). So sind etwa im Bereich der Katholischen Kirche die einzelnen Bistümer und der Verband der Diözesen Deutschlands, im Bereich der Evangelischen Kirche die jeweiligen Landeskirchen und auch einzelne Kirchengemeinden und die aus ihnen gebildeten Verbände als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt.
    • Darüber hinaus muss die Religionsgemeinschaft nach der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts erwarten lassen, dass sie die ihr übertragene Hoheitsgewalt in Einklang mit den verfassungsrechtlichen und sonstigen gesetzlichen Bindungen ausübt und ihr künftiges Verhalten die fundamentalen Verfassungsprinzipien, die dem staatlichen Schutz anvertrauten Grundrechte Dritter sowie die Grundprinzipien des freiheitlichen Religions- und Staatskirchenrechts des Grundgesetzes nicht gefährdet.
    • Den Religionsgemeinschaften gleichgestellt sind Vereinigungen, die sich die gemeinschaftliche Pflege einer Weltanschauung zur Aufgabe gemacht haben, wie z.B. humanistische Verbände, sofern sie den Körperschaftsstatus besitzen. Die Zugehörigkeit ist daher ebenfalls eintragungsfähig.
    http://www.bmi.bund.de/DE/Them…erschaftsstatus_node.html

  • Im Westen spricht man nicht von Linien sondern von Schulen, Tempel oder einfach nur Zendo. Sie verstehen sich oft, aber nicht immer als ein Ableger und in der Linie vom Mutterland-Tempel. Eine Linie wird generell nur von PatriarchIn zu PatriarchIn geführt. Nur wenn der/die Zen MeisterIn der Mutterland Schule (auch) eine/n westliche/n DharmanachfolgerIn benennt, kann man hier auch ansatzweise von Linie sprechen. Sagen wir die Linie muss sich (erst) beweisen. Deswegen.

  • hier findet man weitere hilfreiche Tipps: ;-)
    http://www.heimat-erde.de/ch2002/chansche5.html


    https://www.daemonenforum.de/w…-sekte-grundet-t8912.html
    http://www.stupidedia.org/stupi/Diverses:ISekte
    http://www.vice.com/de/read/sektengruendung-fuer-dummies-945
    http://www.kotzendes-einhorn.d…ne-eigene-sekte-so-gehts/
    http://www.egrund.de/weltbilder/sekten.htm
    http://www.gutefrage.net/frage…-gruenden-fuer-die-schule
    http://35041.forumromanum.com/…SER=user_35041&threadid=2
    https://www.kath.ch/infosekten/text_detail.php?nemeid=29427
    answers


    Es gibt auch 2 Bücher zum Thema:
    https://www.amazon.de/Jeder-ka…n-Schritten/dp/3944296095
    https://www.amazon.de/gr%C3%BC…-Betroffene/dp/3929046318


    Hier findet man ein Lernvideo
    https://www.youtube.com/watch?v=tenjjOML0jA

  • Eine Spaltung innerhalb der Sangha wird nicht als ein erstrebenswerter Zustand sondern als etwas gesehen, was vermieden werden soll:


      Schaden der Spaltung:
      „Wer aber den einigen Orden spaltet, Herr, was erwirkt der sich, Herr?“ –
      „Wer den einigen Orden spaltet, Upali, der schafft damit eine weltzeitalterdurchziehende Untat, die ihn ein Weltzeitalter lang in der Hölle kochen lässt:


        Zum Abgrund, in die Hölle stürzt ein Ordensspalter ein Äon. Wen Spaltung freut, auf Böses aus: Entjochung hat er sich verwirkt. Den einigen Orden spaltet er: brennt ein Äon im Hollenschlund.“


      Nutzen der Ordenseinigung:
      „Wer aber den gespaltenen Orden einigt, Herr, was erwirkt sich der?“ –
      „Wer den gespaltenen Orden einigt, Upali, der erzeugt sich brahmisches Verdienst und freut sich ein Weltzeitalter lang in himmlischem Dasein:


        Des Ordens Eintracht bringt nur Wohl dem Beistand der Geeinigten. Wen Eintracht freut, die Wahrheit freut, lässt sich Entjochung nicht entgeh'n. Wer Einigkeit im Orden schafft, lebt ein Äon im Himmelsglück.“


      Saghaspaltung

  • Es gibt viele Regeln, überall aber wenn sich Menschen zusammenfinden möchten um Zen zu praktizieren
    können Sie das ohne Vorbehalt tun, besonders im toleranten Deutschland. Das Einzige was diese Menschen
    brauchen ist eine Energie oder Organisation um immer wieder zusammen zu finden.
    Wenn das von einem charismatischen Menschen übernommen wird, so hat die Geschichte gezeigt, ist das für
    die Gemeinschaft nicht nachteilig, im Gegenteil, einer übernimmt die Verantwortung und die Ansprache.
    So ist gewährleistet, dass das Miteinander im Ausüben von Zen Praktiken eine Struktur hat und nicht
    im Meer des Chaos vieler Einzelansichten untergeht, mehr braucht es nicht. Steuervergünstigungen,
    Spendeneinnahmen, politisches Stimmrecht usw. sind positive Dinge um an materiellen Besitz zu kommen
    aber um sich zum Zen zu treffen nicht notwendig oder sogar hinderlich.
    Es braucht eine Menschengruppe die durch irgendetwas zusammengehalten wird, mehr nicht.
    Wenn Zen die Liebe zum Selbst ist und jeder in der Gruppe verspürt es gibt es etwas was diese
    Gruppe gegenüber Außen zusammenhält. Wer es nicht spürt oder nicht spüren möchte wird die Gruppe
    verlassen. Ansonsten heißt der Spruch. Was machen zwei Menschen in Deutschland wenn sie sich treffen?
    Sie gründen einen Verein. Das ist die Voraussetzung zur Vereinsgründung, mehr nicht.
    Wer jedoch gleich an einen großen eingetragenen und gemeinnützigen Verein denkt, der bekommt es
    mit der umfangreichen deutschen Bürokratie zu tun und scheitert womöglich daran.
    Ein nicht eingetragener Verein braucht mindestens zwei Leute, fertig und er hat fast die selben
    juristischen Umstände wie jeder andere Verein auch. Aber wie gesagt, um in einer Gemeinschaft
    Zen Buddhismus zu erleben braucht es keinen Verein, eher charismatische Menschen die eine
    Selbstreflexion beherrschen.

  • Quote from void

    Nutzen der Ordenseinigung:
    „Wer aber den gespaltenen Orden einigt, Herr, was erwirkt sich der?“ –
    „Wer den gespaltenen Orden einigt, Upali, der erzeugt sich brahmisches Verdienst und freut sich ein Weltzeitalter lang in himmlischem Dasein


    Naja, das mit dem „Ich will was Eigenes“ war wohl schon immer so. Hier eins meiner Lieblingsstücke von Boshan, so ungefähr 500 Jahre alt:


    Quote

    "10. Die (Zen-) Krankheit, sich als wissend auszugeben
    Wer nicht in der Lage ist, in seiner Praxis den Großen Zweifel zu erwecken, fühlt sich vielleicht von den Sangharegeln eingeengt. Einige gehen dann allein in die Berge. Eine Zeitlang fühlen sie sich da wohl, sie sitzen mit dankbar zusammengelegten Händen im vollen Lotus, schließen die Augen und sammeln ihren Geist. Nach ein paar Monaten oder Jahren merken sie dann, dass sie sich verirrt haben. Andere sitzen ein paar Tage und fangen dann an, Bücher zu lesen und Gedichte zu schreiben. Sie werden faul, machen die Tür zu und dösen ein. Von ferne sehen sie vielleicht ganz würdevoll aus, kommt man ihnen aber näher, findet man nur grenzenlose Dekadenz. Andere benehmen sich wie die Mitglieder einer Jugendgang. Schamlos und ohne Angst vor den karmischen Folgen hängen sie herum, tun so, als wüßten sie was und stecken so die Ahnungslosen in den Sack: "Ich kenne einen großen Lehrer! Er hat mir den Dharma übertragen!" und so weiter. Sie ziehen die Ahnungslosen in ihren Bann, verbringen dann Zeit mit ihnen und machen sie sogar zu ihren Schülern. Sie benehmen sich, wie man sich den Zen so vorstellt, und ihre Schützlinge folgen ihnen gehorsam. Da sie sich ihrer Irrtümer nicht bewusst sind, wissen sie nicht, wie man sich selbst reflektieren muss, sie spüren keine Reue, und sie machen sich auch nicht auf die Suche nach einem würdigen Lehrer oder Dharmafreund. Rücksichtslos und arrogant verbreiten sie die wüstesten Lügen. Sie sind wirklich zu bedauern. Kürzlich hatten einige keine Lust mehr auf das Sanghaleben und sind in eine eigene Wohnung umgezogen. Sie sollten sich was schämen! Wenn du wirklich den Weg suchst, gehe ich davon aus, dass du solche Ideen fallen lässt. Dann kannst du mit den anderen in der Sangha zusammenarbeiten, um die Sache im Blick zu behalten und [den Weg] zu erforschen. Selbst wenn es dir nicht gelingt, den Weg zu verwirklichen, wirst du auf diese Weise wenigstens nicht korrupt. Wer den Weg praktiziert, muss sich dieser Gefahren bewusst sein."


    Auf Englisch ist es noch besser, ein richtiger "rant", und ich denk mal, auf Chinesisch knallt es noch mehr, aber leider kann ich kein Chinesisch. Quelle, hier Seite 40: https://beingwithoutself.files…m/2011/07/great_doubt.pdf


    Ein Lehrer, den ich sehr schätze, sagte mal: Der Dharma braucht keinen Schutz. Das hat sich mir sehr eingeprägt.


    Ich sehe das Ganze inzwischen so ungefähr wie einen Baum. Es wächst und sprießt und es teilen sich die Zweige. So ist das eben bei allem, was lebendig ist. Manche Zweige bleiben klein, manche Zweige blühen, manche Zweige tragen eine Frucht, manche Zweige werden zu mächtigen Ast, oder gar zu einem Stamm. Jeder einzelne Zweig trägt zur Schönheit und Größe des Baumes bei. Und Zweige, die kein Leben in sich tragen, verdorren ganz bestimmt. Daher ist es wahrscheinlich nicht nötig, sie zu bekämpfen.

  • Quote from Jojo

    Auf Englisch ist es noch besser, ein richtiger "rant", und ich denk mal, auf Chinesisch knallt es noch mehr, aber leider kann ich kein Chinesisch. Quelle, hier Seite 40: https://beingwithoutself.files…m/2011/07/great_doubt.pdf


    Auf der Seite gibt es auch eine deutsche Übersetzung (Der grosse Zweifel), wo versucht wird den "rant" rüber zu bringen:


      Bist Du während Deiner Zen-Praxis nicht in der Lage, den Zweifel zu entfachen, magst Du von den Regeln der Sangha verdrossen sein. Manche wollen tief in die Berge gehen, wo weit und breit niemand ist. Für eine Weile könnten sie dort ganz zufrieden sein, die Augen schließen und ihren Geist in Einklang bringen, mit ihren Beinen im vollen Lotus und den Händen in dankendem Gebet. Nach ein paar Monaten oder Jahren kommen sie sich verloren vor. Andere kommen nach nur ein paar Tagen Zazen dahin, Bücher zu lesen und Gedichte zu verfassen. Sie schließen ihre Türen und dämmern ungezügelt dahin. Von weitem mögen sie würdevoll erscheinen, aber aus der Nähe betrachtet kennt ihr Verfall keine Grenzen. Andere sind wie jugendliche Strolche, die habgierig herumschleichen und weder Scham noch Furcht vor der Bestrafung des Karmas kennen. Sie spielen sich auf, reden, als ob sie im Wissen wären und betrügen damit die Unwissenden: „Ich traf den großen Lehrer! Er übertrug das Dharma an mich!“ usw. Sie nehmen die Unwissenden in ihre Herde auf, haben mit ihnen Umgang, oder machen sie gar zu ihren Jüngern. Sie tun Zen-mäßig und jene eifern ihnen nach. Ihre Fehler sind ihnen nicht bewusst, sie wissen gar nicht, wie sie sich selbst erkennen oder Reue zeigen können, wie man sich auf die Suche nach einem wahrhaftigen Lehrer oder Dharma-Freund macht. Arrogant und rücksichtslos verbreiten sie fürchterliche Lügen. Sie sind einfach erbärmlich. Kürzlich sind einige ihrer Sangha überdrüssig geworden und versuchen jetzt selbst, sich einzurichten. Es sollte einem kalt den Rücken runterlaufen!


      Wenn Du wahrhaftig den Weg suchst, so vertraue ich darauf, dass Du solche Ansichten verwerfen wirst. Dann kannst Du Dich mit anderen in der Sangha auf die Suche machen und gemeinsam daran arbeiten, die wichtigen Dinge im Auge zu behalten. Auch wenn Du den Weg nicht erkennst, wirst Du doch letztlich nicht auf so einen schlechten Pfad abgleiten. Wenn Du auf dem Weg bist, musst Du Dich vor diesen Gefahren in Acht nehmen

  • Danke an verrückter Narr für seine massenhaft Links...manchmal frag ich mich, ob du ein User bist oder ein genialer Linkroboter :D



    Dann noch:


    void:


    Quote

    Eine Spaltung innerhalb der Sangha wird nicht als ein erstrebenswerter Zustand sondern als etwas gesehen, was vermieden werden soll:


    Was heißt denn Spaltung?


    Ich war selbst nie in einer Schule gewesen, somit kann ich keine Linie oder Schule vertreten. Allerdings hab ich ganz eigene Schriften, selbst angefertigt. Die Formulierungen sind aber eben mein eigener Stil und können nicht mit anderen Texten verglichen werden oder stellen eine Weiterführung dessen dar. Dies heißt jetzt nicht, dass ich der tolle Zen Meister bin, sondern dass ich einen eigenen Stil weitergeben kann.


    Außerdem würde ich nicht spalten, da ich keinem abraten würde, irgendwo hinzugehen. Kann ja jeder machen, was er will.


    Inoffiziell wäre natürlich Bodhidharma der erste Patriarch. Aber ich glaube, solche Aneignungen sind nicht statthaft - darum inoffziell und rein willkürlich hergeleitet.

  • Quote from IkkyuSan

    Ich war selbst nie in einer Schule gewesen, somit kann ich keine Linie oder Schule vertreten.


    Zen ist doch eine Schule bzw. Linie. Und da kann man sich dann natürlich in die Tradition stellen, was bedeutet, dass man das verinnerlicht. Was einen ja nicht davon abhält, das in einem eigenen Stil rüberzubringen und "lebendigen Zen" mit der eigenen Persönlichkeit zu vekörpern. Wenn man sich aber eben nicht in die Tradition steht, dann macht es doch überhaupt keinen Sinn eine Sekte zu gründen, dies sich auf die Tradition beruft, oder?


    So wie ich mir vorstellen kann, dass ein abtrüniger katholischer Priester, eine "ganz neue Katholische Kirche" gründen könnte, die für sich in Anspruch nimmt, katholische Inhalte noch authentischer zu repräsntieren als der Verein vom Papst. Wenn sich aber jemand aber bewusst nicht in die Tradition stellt, kann er doch nix innerhalb der Tradition gründen, oder?


    Boshan findet über Angehörigen der Zen-Schule, die sich von dieser abwenden, um ihren eigenen Verein aufzumachen, harte Worte:


      Arrogant und rücksichtslos verbreiten sie fürchterliche Lügen. Sie sind einfach erbärmlich. Kürzlich sind einige ihrer Sangha überdrüssig geworden und versuchen jetzt selbst, sich einzurichten. Es sollte einem kalt den Rücken runterlaufen!


    Wenn er schon da in Schnappatmung verfällt, frage ich mich, wie ihm die Idee gefällt, dass das jemand kommt, der sich nicht als Teil einer Linie begreift, und beschliesst eine Zen-Sekte zu gründen. Vermutlich, wurde er vor Schreck umkippen, oder so?

  • Quote

    Zen ist doch eine Schule bzw. Linie. Und da kann man sich dann natürlich in die Tradition stellen, was bedeutet, dass man das verinnerlicht.


    Ja ok, wenn du das so formulierst stimme ich völlig überein. Ich meinte ja eine bestimmte Linie, wie Rinzai oder Soto oder oder. Zen an sich als Linie betrachtet...ok, ja dann vertrete ich diese Linie.



    Quote

    Boshan findet über Angehörigen der Zen-Schule, die sich von dieser abwenden, um ihren eigenen Verein aufzumachen, harte Worte:


    Arrogant und rücksichtslos verbreiten sie fürchterliche Lügen. Sie sind einfach erbärmlich. Kürzlich sind einige ihrer Sangha überdrüssig geworden und versuchen jetzt selbst, sich einzurichten. Es sollte einem kalt den Rücken runterlaufen!


    Naja, dieses Zitat trifft ja meine Person und meinen Fall nicht. Erstens hatte ich noch nie eine Sangha und zweitens verbreite ich auch keine Lügen. Selbst wenn meine Texte nicht unbedingt mit Schrift XY übereinstimmen, so ist das ja keine Lüge. Man könnte höchstens sagen, ich würde das "authentische Zen" verfälschen. Darüber könnte man dann aber sprechen.


    Quote

    Wenn sich aber jemand aber bewusst nicht in die Tradition stellt, kann er doch nix innerhalb der Tradition gründen, oder?


    Im Zen ist das nicht so ganz einfach zu beantworten. Rein oberflächlich betrachtet, stimmt das was du sagst. Klar.


    Aber wenn ich z.B. Ikkyu Sojun nehme (der einen erheblichen Einfluss auf die Texte hat), so hat er offizielle Nachfolger missbilligt, bzw. hat er nie "Inka" (Erleuchtungszeugnisse) ausgestellt. Diese Einstellung gehört natürlich zur Geschichte Ikkyus, seiner Zeit und seinen persönlichen Verhältnisse mit etablierten Tempeln zur damaligen Zeit.


    So kann ich nicht behaupten, ein Nachfolger Ikkyu´s zu sein, obwohl ich es bin. Ikkyu war wiederum Nachfolger von Keno Soi, der auch kein Inka erteilt hat. Also grob genommen, hört da ja schon die Linie auf. Später dann war er aber noch bei Kaso Sodon, und dies bildet eben die bekannte Linie, beginnend mit Shakamuni (Rinzai wäre an 39.Stelle). Also ist alles nicht so einfach...

  • Das ist wohl war, eine Contra-Haltung wird keine Pro-Haltung gründen,
    das wäre Verrat an sich selbst und macht lebensunfähig.
    Da Zen im Wesentlichen der innere Kontakt mit sich selbst ist und das jedem Menschen gut tut
    um das Leid zu lindern, kann man die Zugehörigkeit verallgemeinern und nur in Details die
    Unterscheidung vornehmen. So kann man Gemeinschaften gründen ohne einen Kanon von Regelwerken
    zu kreieren die vom Wesentlichen ablenken, der inneren persönlichen Haltung.
    Ein Nicht-Zen Buddhist ist auch ein Mensch und verdient den selben Respekt wie ein Gleichgesinnter.
    So ist das Gründen einer Gemeinschaft eine gute Sache aber wenn es ohne nicht gehen sollte im
    Dasein der Menschenvielfalt, dann ist schon lange vorher das Karma falsch verstanden.
    Also ist nicht wesentlich welcher festgeschriebenen Linie die Gruppe folgen will,
    sondern welche Energie in der Gruppe gemeinschaftlich wahrgenommen wird.
    Sonst bräuchte man keine Zen Gruppe gründen sondern kann gleich den deutschen Verein nehmen,
    dort ist alles bis ins Kleinste geregelt nach den deutschen Gesetzbüchern wie eine Gemeinschaft
    zu funktionieren hat. Zen kann beim Einzelnen das Leid lindern aber weniger für die ganze Schafherde.

  • Hallo Sati-Zen,


    deinen Post kann ich einfach nur vollkommen unterstreichen!


    Ein "Zen Verein" wäre für mich absurd - alleine schon wegen den ganzen Formularen und den Rollenverteilungen...Geld muss dann ja auch in die Kassen, damit der Kassenwart was aufschreiben kann...nee, ich bin ja froh, dass ich kein Bettelgang gehen muss...dann aber betteln um Spenden und Mitgliedsbeiträge? Nee, da würde "der Geist" der ganzen Sache flöten gehen.


    Würde so ein Projekt vielleicht funktionieren, wenn man nur ein Homepage aufbaut und die Treffen variabel hält, ohne festen Sitz, mal hier mal dort? Was denkt ihr?