Buddhas Biographie

75 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Morpho.

  • Allgemein kennt man es so oder so ähnlich: Im Alter von ca. 28 Jahren verließ Siddartha den elterlichen Palast und zum ersten Mal wurde er mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert. Daraufhin verließ er den Palast u.s.w. Wie realistisch ist das? Oder ist dieses Nichtwissen über Alter, Krankheit, Tod eher Teil einer Legende?

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Sherab Yönten:

    Allgemein kennt man es so oder so ähnlich: Im Alter von ca. 28 Jahren verließ Siddartha den elterlichen Palast und zum ersten Mal wurde er mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert. Daraufhin verließ er den Palast u.s.w. Wie realistisch ist das? Oder ist dieses Nichtwissen über Alter, Krankheit, Tod eher Teil einer Legende?


    Also die Shakya-Republik war ja eine Adelsrepublik. Sie wurde eben nicht von einem König geführt, sondern von einer 500 Mann starken Versammlung von Angehörigen des herrschenden Adelsclans, die einen von ihnen zum Ratsvorsitzenden ( eben Buddhas Vater Suddhodana ) wählten.


    Man kann kann also annehmen dass Siddharta ein privilegiertes Leben führt ( gerade im Vergleich zum einfachen Mann) aber dass es eine nachträgliche Übertreibung ist, seinen Vater als einen Monarchen und ihn als Prinz zu sehen.

  • void:
    Sherab Yönten:

    Allgemein kennt man es so oder so ähnlich: Im Alter von ca. 28 Jahren verließ Siddartha den elterlichen Palast und zum ersten Mal wurde er mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert. Daraufhin verließ er den Palast u.s.w. Wie realistisch ist das? Oder ist dieses Nichtwissen über Alter, Krankheit, Tod eher Teil einer Legende?


    Also die Shakya-Republik war ja eine Adelsrepublik. Sie wurde eben nicht von einem König geführt, sondern von einer 500 man starken Versammlung von Angehörigen des herrschenden Adelsclans, die einen von ihnen zum Ratsvorsitzenden ( eben Buddhas Vater Suddhodana ) wählten.


    Man kann kann also annehmen dass Siddharta ein privilegiertes Leben führt ( gerade im Vergleich zum einfachen Mann) aber dass es eine nachträgliche Übertreibung ist, seinen Vater als einen Monarchen und ihn als Prinz zu sehen.


    Das meinte ich nicht. Wie realistisch ist es, dass Siddartha bis zu seinem 28. Lebensjahr noch nie mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert worden ist?

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Sherab Yönten:

    Wie realistisch ist es, dass Siddartha bis zu seinem 28. Lebensjahr noch nie mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert worden ist?


    Nach der Überlieferung ist ja von Astrologen prophezeit worden dass er entweder ein Herrscher oder ein Heiliger wird. Um Letzteres zu vermeiden habe ihn sein Vater von der Konfrontation mit Alter, Krankheit und Tod ferngehalten. Aber dass er davon so lange nichts mitbekommen hat ist doch eher unwahrscheinlich. Er wird sich halt in diesem Alter entschieden haben "das Todlose" zu suchen. Vielleicht gab es dazu ein entsprechendes Erlebnis als letzten Auslöser.

  • Sherab Yönten:

    Allgemein kennt man es so oder so ähnlich: ...verließ Siddartha den elterlichen Palast und zum ersten Mal wurde er mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert. Daraufhin verließ er den Palast u.s.w. Wie realistisch ist das?


    Ich kenne es nicht so. Wo kennt man es denn so?
    Woher haben die die das glauben so was her?

  • accinca:
    Sherab Yönten:

    Allgemein kennt man es so oder so ähnlich: ...verließ Siddartha den elterlichen Palast und zum ersten Mal wurde er mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert. Daraufhin verließ er den Palast u.s.w. Wie realistisch ist das?


    Ich kenne es nicht so. Wo kennt man es denn so?
    Woher haben die die das glauben so was her?


    Wie kennst Du es denn?
    Wir haben es gestern nur mündlich diskutiert - ohne Quellenangabe,

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Sherab Yönten:
    accinca:


    Ich kenne es nicht so. Wo kennt man es denn so?
    Woher haben die die das glauben so was her?


    Wie kennst Du es denn?
    Wir haben es gestern nur mündlich diskutiert - ohne Quellenangabe,


    Ich kenne es so gar nicht.
    In den gesamten Überlieferungen steht davon nichts
    was auf den Buddha Gotamo bezogen wäre meine ich jedenfalls.


    Das einzige was es gibt ist eine Lehrrede in Dighanikaya wo
    der Buddha auf Grund seiner Rückerinnerungen an frühere Leben
    von einem anderen, früheren Buddha in einem anderen Weltzeitalter erzählt.
    Damals seien dort die Menschen viel älter geworden und lebten
    in Frieden und Eintracht. Alter und Tod wahren dort nicht so
    häufig zu sehen wie bei den Menschen hier. Jedenfalls erschien
    dort auch irgendwann ein Buddha und von dem erzählt der Buddha
    das er als er es dann irgendwann auf einer Ausfahrt erfahren hat
    darüber geschockt war das es sowas gibt und dann nach einer Weile
    den Hof verließ und vom Hause in die Hauslosigkeit zog.
    All das ist aber nicht bezogen auf den historischen Buddha.
    Trotzdem sind das wohl auch seine Motive gewesen, auch wenn
    er das schon früher mitbekommen haben wird.



  • Genau, so kenne ich es auch.
    Die drei Ausfahrten erlebt ein früherer Buddha, nicht Gotama, sie werden aber trotzdem in "unserem" Kontext erzählt.

  • Sherab Yönten:

    Allgemein kennt man es so oder so ähnlich: Im Alter von ca. 28 Jahren verließ Siddartha den elterlichen Palast und zum ersten Mal wurde er mit Alter, Krankheit, Tod konfrontiert. Daraufhin verließ er den Palast u.s.w. Wie realistisch ist das? Oder ist dieses Nichtwissen über Alter, Krankheit, Tod eher Teil einer Legende?


    Er wird sicher mal einen Schnupfen gehabt haben, die Masern, Durchfall …
    Er wird tote Fliegen gesehen und selbst Käfer zertreten haben, wenn er Fleisch gegessen hat, war ihm klar, dass es von einem Tier stammt … Er ist gewachsen und seine Eltern sind parallel dazu gealtert …


    Ich denke, damit wird ausgedrückt, dass er sich vorher nie Gedanken darüber gemacht hat. Er hat es nie auf sich bezogen. Ist doch typisch Jugend. Und wenn es so eine wohlgehütete Jugend war, umso ferner sind diese Gegebenheiten. Er war ein It-Boy, ein verwöhnter Luxus-Bengel, der in einer Blase gelebt hat.
    Das sehe ich auch als Sinnbild für uns alle.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.


  • Von Buddha Vipassi wird das erzählt in D.14. Es gibt aber in den Jatakas die Erzählung mit den Ausfahrten wo Siddharta selber Alter, Krankheit und Tod begegnet und daraufhin aus dem Palast auszieht um der Welt zu entsagen.


    Die nicht ferne Einleitung §B2.6 (Die Weltflucht)
    http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j000.htm

  • Wichtig ist doch wohl nur das da Einer plötzlich das Leiden/Dukkha erkannt hat. Das da einer gewesen ist der wirklich wissen wollte wie Dukkha erscheint. Buddha, der Buddha, war der eine der den Weg fand Dukkha zu erkennen, wahrzunehmen und zu vermindern. Worin ich ihm nicht mehr Vertrauen muss sondern ihm gleich bin. Als Buddha erkannt zu werden wäre mir ein Greul! Was der sich da angetan hat, mit dem anstoßen des Rades der Lehre, hat meine absolute Hochachtung! Ich mache das nicht, mir Folgende zulassen.

  • mukti:


    Es gibt aber in den Jatakas die Erzählung mit den Ausfahrten wo Siddharta selber Alter, Krankheit und Tod begegnet und daraufhin aus dem Palast auszieht um der Welt zu entsagen.


    Ja, das zeigt wieder einmal das man die Jatakas
    nicht so ernst nehmen kann, denn soweit ich weiß
    handeln die Jatakas ja ausschließlich von früheren
    Leben und nicht vom Leben als Gotamo ein Buddha wurde.

  • Die Geschichte von den Ausfahrten des Buddha findet man u.a. im Mahāpadāna Sutta (D.14)
    http://palikanon.com/digha2/d14.htm


    Sie wird eigentlich auch immer auf den historischen Buddha übertragen
    http://www.palikanon.com/buddh…eilslehre/heilslehre2.htm


    Zitat

    Glaubwürdig überliefert ist, dass der Buddha vermählt war und einen Sohn hatte. Im Alter von neunundzwanzig Jahren regte sich in ihm der Drang, über die Grundfragen des menschlichen Lebens nachzudenken. Eine spätere Legende erzählt von vier Ausfahrten des jungen Prinzen nach den Gärten vor der Stadt, auf denen sich ihm die Bilder der Vergänglichkeit alles Irdischen nacheinander zeigten in den Gestalten eines hilflosen Greises, eines Schwerkranken und eines Toten. Zuletzt erschien ihm ein Einsiedler, ein Bild des Friedens und der Erlösung. So soll der Prinz Gótama veranlasst worden sein, über das allem menschlichen Dasein anhaftende Leid nachzudenken, Frau und Kind und den glänzenden Hof seines Vaters zu verlassen und sich in der Weltabgeschiedenheit dem Studium der Philosophie zu widmen.
    Entstanden ist diese Legende wahrscheinlich aus einer Lehrrede des Buddha, in der er nach Angūttara-Nikāya III, 38 (FN 1), sagte:
    «Während ich in Reichtum und Pracht lebte, kam mir der Gedanke: ‚Wenn ein unkundiger Weltling, der doch selbst dem Altern, der Krankheit und dem Sterben ausgesetzt ist, einen Greis oder einen Kranken oder einen Toten erblickt, so empfindet er Unbehagen und Abscheu. Empfände auch ich, der ich doch auch dem Altern, der Krankheit und dem Sterben ausgesetzt bin, beim Anblick eines Greises, eines Kranken oder eines Toten Unbehagen oder Abscheu, so wäre dies nicht recht von mir.‘ Bei diesem Gedanken entschwand mir aller Jugenddünkel, aller Gesundheitsdünkel und aller Lebensdünkel.»


    http://www.palikanon.com/diverses/schm-1.htm


    Im späteren Werk Buddhacharita von Asvaghosa findet sich eine detaillierte Lebensgeschichte des historischen Buddha.
    http://www.ancient-buddhist-te…hacarita/Buddhacarita.pdf
    P.S. Das Werk gibt es leider in deutsch nur in einer sehr alten Übersetzung:
    Schultze, Th.: Buddhas Leben und Wirken. Nach der chinesischen Bearbeitung von Acvagoshas Buddha-Carita,
    https://www.zvab.com/servlet/S…und&cm_sp=mbc-_-SRP-_-all


    Eine umfangreiche Beschreibung der Lebensgeschichte findet sich auch bei:
    Hellmuth Hecker: Das Leben des Buddha. Der innere und äussere Lebensgang des Erwachten dargestellt nach den ältesten indischen Quellen.
    https://www.zvab.com/buch-such…-des-buddha/autor/hecker/

  • mukti:

    Es gibt aber in den Jatakas die Erzählung mit den Ausfahrten wo Siddharta selber Alter, Krankheit und Tod begegnet und daraufhin aus dem Palast auszieht um der Welt zu entsagen.


    Was sind die Jatakas?

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • mukti:
    Sherab Yönten:


    Was sind die Jatakas?


    Erzählungen aus früheren Existenzen Buddhas
    http://palikanon.com/khuddaka/jataka/j00.htm


    Aber doch Teile des Palikanons, richtig?


    Dann verstehe ich die Aussage nicht:


    accinca:

    Ja, das zeigt wieder einmal das man die Jatakas
    nicht so ernst nehmen kann

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"


  • Ja, sie gehören zum Khuddaka Nikāya des Sutta Pitaka. Da wird vielleicht auch nicht alles vom Buddha selber stammen.

  • Sherab Yönten:
    mukti:

    Es gibt aber in den Jatakas die Erzählung mit den Ausfahrten wo Siddharta selber Alter, Krankheit und Tod begegnet und daraufhin aus dem Palast auszieht um der Welt zu entsagen.


    Was sind die Jatakas?


    Jātakam, Wiedergeburtsgeschichten
    Das Buch der Erzählungen aus früheren Existenzen Buddhas
    http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j00.htm
    http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j000b.htm
    http://www.palikanon.com/khuddaka/jataka/j000e.htm


    Im chinesisch/japanischen Kanon finden sich die Jataka (jap. Hon’en-bu) in Taisho 152 bis Taisho 219.
    Im tibetischen Kanon findet sich im Kangyur nur das jātaka-nidāna. Im Tengyur finden sich auch z.B.
    jātakamālā, jātakamālaṭīkā, jātakamālapañjikā, usw.

  • Euch ist klar, das diese ganzen Schriften mündlich tradiert wurden und dem entsprechen historisch mit Vorsicht zu geniessen sind?
    Ist ähnlich wie bei allen kanonischen Schriften andere "Religionen" dieser Zeit.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • jianwang:

    Euch ist klar, das diese ganzen Schriften mündlich tradiert wurden und dem entsprechen historisch mit Vorsicht zu geniessen sind?
    Ist ähnlich wie bei allen kanonischen Schriften andere "Religionen" dieser Zeit.


    Du willst damit doch nicht etwa suggerieren das bei
    einer schriftlichen Tradierung wie vielleicht der Bibel,
    weniger Vorsicht angemessen wäre?

  • accinca:
    jianwang:

    Euch ist klar, das diese ganzen Schriften mündlich tradiert wurden und dem entsprechen historisch mit Vorsicht zu geniessen sind?
    Ist ähnlich wie bei allen kanonischen Schriften andere "Religionen" dieser Zeit.


    Du willst damit doch nicht etwa suggerieren das bei
    einer schriftlichen Tradierung wie vielleicht der Bibel,
    weniger Vorsicht angemessen wäre?


    Die Bibel ist ebenfalls wesentlich später entstanden ( grösstenteils auch mündlich tradiert ). Solche Bücher, egal ob Bibel, Talmud oder Palikanon als historische Wahrheiten anzusehen ist immer kritisch.


    Ich sehe es wie der Meister meines Lehrers. Diese Worte sind "Briefe aus der Leere", sich an ihnen festzuhaften bringt nicht weiter ... sagte suzuki roshi.

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend