Buddhismus und Partnerschaften

31 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Aravind.

  • Hallöchen liebe Sangha,


    mal ein sehr menschliches Thema:


    Wie gestaltet ihr eure Partnerschaften?
    Seid ihr in einer Partnerschaft?
    Wie lässt sich Buddhismus gemeinsam leben? - Wie lebt es sich, wenn nur einer Buddhist ist?
    Wie ist das mit Kindern und Erziehung?


    Wie geht ihr mit partnerschaftlicher Liebe oder Sexualität um? Funktioniert das ohne Probleme?


    Habt ihr euch schon mal getrennt, weil es nicht funktionierte?


    Eigentlich alles was euch dazu einfällt.
    Natürlich muss hier niemand jetzt den tiefsten Einblick in sein Privatleben geben - nur das was man für ein interessanten Diskurs einbringen möchte, kann und sollte.



    Ich denke da in letzter Zeit sehr oft drüber nach, weil ich jetzt seit 7 Jahren alleinstehend bin (und mich sehr viele Menschen drängen das zu ändern :rofl: ). Das könnte man zwar ändern, aber irgendwie scheinen mir so viele Dinge unvereinbar zu sein. Meistens fehlt das Verständnis für meine Religiosität und daran scheitern viele Dinge bzw. sind viele Dinge gescheitert.
    Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?


    Ich freue mich über rege Teilnahme. ^^

    Wir sind das, was wir denken.
    Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
    Sprich und handle mit heilsamer Gesinnung
    Und Glück wird dir folgen
    Gleich deinem unteilbaren Schatten.

  • Haftet man nicht an, wenn man "in seiner religiösen Praxis aufgeht"?


    Ich lerne seit 40 Jahren, bin 39 Jahre verheiratet (immer die Gleiche) und habe nie Probleme damit gehabt, das ich Zen übe.
    War sogar 4 Jahre "weg" - eine wirkliche Liebe hält das aus.


    Kommt wohl auch auf das Miteinander in der Partnerschaft an.


    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Mein Freund ist kein Buddhist, und mir ist das auch nicht wichtig.
    Wichtig ist mir, dass er Verständnis hat und mich machen lässt.
    Er ist Asperger-Autist d.h. so eine Beziehung fordert einem sehr viel ab. Genau da hilft mir die buddhistische Praxis sehr.
    Es ist ein enormes Lernfeld für mich...manchmal verzweifel Ich, aber ich lerne dadurch auch sehr viel über mich.
    Auch in einer "normalen" Beziehung können beide sehr davon profitieren, auch wenn nur einer davon Buddhist ist.
    :)

  • Hallo Ayudha


    meine Religionszugehörigkeit stand und steht mir nicht auf der Stirn geschrieben, und ich machte und mache daraus nichts Besonderes. Das Leben der Lehre Buddhas gestaltet sich für mich nicht anders, als für die Mitmenschen das Leben ihrer jeweiligen Religion, ... die des Christentums, des jüdischen Glaubens, des Islam, Hinduismus etc..


    Als ich meinen Partner kennenlernte, war unsere Religionen kein Thema. Auch im Leben mit unseren Kindern stand eher das ungekünstelte Vorleben dessen, was wir „predigten“ und das Erklären von Hinterfragtem im Vordergrund. Vielfalt, seien es nun unterschiedliche Geburtsländer, dem entsprechende Muttersprachen, oder das Leben mit der Lehre Buddhas und einer weiteren Religion, kann den Horizont der all dies mit Leichtigkeit aufsaugenden und abspeichernden Kids erweitern.

    Zitat

    Sexualität? Funktioniert das ohne Probleme?

    Ja – in der Tat, alles ok. … Enthaltsamkeit war laut Buddha für „Haushälter und deren Gemahlinnen“ nicht gefordert. Er empfahl lediglich, auch in Bezug auf gelebte Sexualität, nichts zu tun, was dem Partner, uns selbst, und/ oder einem anderen Menschen psychisch oder physisch schadet.

    Zitat

    Ich denke da in letzter Zeit sehr oft drüber nach, weil ich jetzt seit 7 Jahren alleinstehend bin, (und mich sehr viele Menschen drängen das zu ändern).

    Bitte lasse Dich von niemandem – auch nicht von gutmeinenden Angehörigen – zu Dingen bewegen, hinter denen Du nicht 100%ig stehen kannst.

    Zitat

    Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?

    Verlernen kann ein Mensch dies (meiner Ansicht nach) nicht,… so etwas ist wie das Schwimmen, Rollschuh-Schlittschuh-oder Radfahren, etc., … aber es ist durchaus möglich, dass ein seit längerer Zeit für sich allein Lebender einen ihm eigenen Rhythmus entwickelt, … dass er das Sich-nicht-mit-einem-Mitmenschen-auseinander-setzen-müssen, dass Nicht-alles-ankündigen, oder erklären müssen, sehr zu schätzen lernte.


    Es kann sein, dass es irritierend ist, "plötzlich" immerzu einen Mitmenschen um sich herum zu haben, … vielleicht jemanden, der morgens bereits mopsfit ist, der mir „eine Frikadelle ans Ohr schwallt“, die von mir noch nicht gelesene Tageszeitung zerfleddert, jemanden, der Krümel hinterlässt, Zucker verstreut, sein Frühstücksgeschirr lediglich ins Spülbecken stellt, („irgendeiner“ macht das schon sauber), jemanden, der die Toilettenbrille nicht schließt, sich in den Sessel meiner Katzen setzt … :):wink:


    Ja, … „So-etwas“ ist eine Fleisch gewordene, stets anwesende Unterweisung in geistiger Disziplin, … aber „die Wege des Herrn“ sind unergründlich - daher gibt es mehr als eine Möglichkeit – und :star: Du ganz allein :star: solltest entscheiden, welches Dein Weg ist.


    LG mkha‘

  • Lilli:


    ... aber ich lerne dadurch auch sehr viel über mich.
    Auch in einer "normalen" Beziehung können beide sehr davon profitieren, auch wenn nur einer davon Buddhist ist.
    :)


    Ja, ich behaupte sogar, dass ich ohne meinen Mann nicht so viel gelernt hätte, mich niemals hätte so anstrengen müssen. Das weiß ich, weil ich vorher jahrzehntelang, zunächst als allein erziehende Mutter und später alleine lebte und mich schon für "ziemlich erleuchtet" hielt. Durch das Zusammenleben wurde mir klar, dass ich in einem Elfenbeinturm gelebt habe.
    Und auch mein Mann hat viel profitiert. Er hat sich in den 14 Jahren unserer Ehe sehr positiv verändert. Dafür bin ich sehr dankbar - und ich möchte ihn heute nicht mehr missen. Das bedeutet keinesfalls Anhaftung. Denn früher wollte ich ihn oftmals "loswerden" - und heute wünsche ich mir einfach, dass wir noch so lange wie möglich gesund und zusammen bleiben können.


    _()_ Monika

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • :like:

  • Erstmal Danke für eure Erfahrungen.


    Also es klang ja schon etwas an, aber ich z.b. werde mich nicht in eine Partnerschaft begeben, weil mein Umfeld das so möchte. Ich richte mich ohnehin nie danach was andere wollen, oder nicht. Sonst wäre ich wohl kaum Buddhist oder würde mir die Pancasila zur Orientierung nehmen.
    Außerdem wäre das für die Partnerin dann ja doof, weil sie dann mehr ein Statussymbol wäre etc.


    Ich denke wiegesagt öfters drüber nach, weil ich eigentlich nicht mal potentielle Partnerinnen finde. Das liegt wohl auch an meinem Umfeld, aber eigentlich finde ich es fast bereichernder, wenn ich mit Mann/Frau eher persönlich und in Freundschaft agieren kann.
    Mit Frauen wird das manchmal missverstanden bzw. in meinen früheren Beziehungen war das der Fall.
    Viele Dinge wurden einfach irgendwie falsch verstanden, oder man hat mir nicht geglaubt.
    Z.b. wenn ich mal bei einer anderen Frau übernachtet habe hieß es, dass ich evtl. fremdgehe.
    Und weil ich dann mit meiner Libido doch eher zurückhaltend bin wurden dann immer gleich Querverbindungen geschlossen, dass ich mich woanders vergnüge.
    Oder ich war als Buddhist irgendwie "exotisch", aber eigentlich hat man sich nie großartig für mich als Person interessiert.
    Das hat dann mit der Praxis oft nicht hingehauen bzw. die Erklärungen, warum und wie ich praktiziere hat man selten verstanden - das fing schon bei Ernährung an, oder warum ich an einem Wochenende eben nicht in eine Kneipe gehe und mich zuschütte.
    Das war vielen einfach zu langweilig etc.
    :lol:


    Naja - evtl. finde ich einfach keine die zu mir passt. Aber das ist auch ok - so kann ich mich darin üben bedingungsloses Mitgefühl mit allen zu kultivieren. Wie die Sonne, die auf alle gleich scheint.

    Wir sind das, was wir denken.
    Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
    Sprich und handle mit heilsamer Gesinnung
    Und Glück wird dir folgen
    Gleich deinem unteilbaren Schatten.

  • Zitat

    Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?


    Glaube nicht. Man wird halt bisschen eigen was so Gewohnheiten und die Tagesstruktur betrifft.
    Ansonsten ist ja auch die Decke recht dünn was da "ernsthafte" Buddhisten betrifft: Es gibt halt viele Esoteriker, aber wenige "Buddhisten" :) ('Stichpunkt': "Das hat dann mit der Praxis oft nicht hingehauen bzw. die Erklärungen, warum und wie ich praktiziere hat man selten verstanden"

  • Morpho:
    Zitat

    Kann man eigentlich "verlernen" mit einer Frau/Mann zusammen zu leben, wenn man längere Jahre eben in seiner religiösen Praxis aufgeht?


    Glaube nicht. Man wird halt bisschen eigen was so Gewohnheiten und die Tagesstruktur betrifft.
    Ansonsten ist ja auch die Decke recht dünn was da "ernsthafte" Buddhisten betrifft: Es gibt halt viele Esoteriker, aber wenige "Buddhisten" :) ('Stichpunkt': "Das hat dann mit der Praxis oft nicht hingehauen bzw. die Erklärungen, warum und wie ich praktiziere hat man selten verstanden"


    :lol:
    Das trifft es ziemlich gut.
    Wenn es "normale" Frauen waren, dann hat man sich in meinem Fall immer gewundert, weil Buddhisten "sind ja die, die nur meditierend rumsitzen", aber dass da mehr dahinter steht und es auch die Lebensführung beeinflusst war irgendwie nicht so nachvollziehbar.


    Dann gab es noch den anderen Typus, die waren meistens Dreadlock tragende Yogaweibchen aus meiner Indologie-Abteilung. Haben alle Hindi gelernt und standen auf alles was exotisch und aus Indien kommt, weil die ja soooo viel tiefsinniger sind etc.
    Aber eigentlich haben die nur rumgegammelt, gekifft und sehr viel Esogeschwurbel losgelassen und nach irgendwas gesucht, was ihren Exotismus befriedigt - Anstrengung war da nicht so erwünscht.
    So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.


    Ich habe da echt meistens Pech gehabt :(

    Wir sind das, was wir denken.
    Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
    Sprich und handle mit heilsamer Gesinnung
    Und Glück wird dir folgen
    Gleich deinem unteilbaren Schatten.

  • Zitat

    So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.


    *LOL* - "Müslitanten" - gibt's aber auch in männlich.


    Ich hatte ganz am Anfang mal Glück und war große Liebe. Unsere Interesse waren fast identisch.
    Wir sind uns "zufällig" begegnet. Glaube, wir waren, wenn es so ausdrücken kann, die einzigen "Zen(Dao)isten" in der Stadt, und das war ja ne mittlere Großstadt; Wenn du verstehst.

  • Morpho:
    Zitat

    So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.


    *LOL* - "Müslitanten" - gibt's aber auch in männlich.


    :rofl:
    "Müslitanten"
    :rofl:

    Wir sind das, was wir denken.
    Alles was wir sind, entsteht mit unseren Gedanken.
    Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
    Sprich und handle mit heilsamer Gesinnung
    Und Glück wird dir folgen
    Gleich deinem unteilbaren Schatten.

  • Ayudha:
    Morpho:
    Zitat

    So der Typus der viel zu überteuertes Zeug in Esolädchen bestellt und denkt, dass es bei Teezeremonien um Teequalität geht.


    *LOL* - "Müslitanten" - gibt's aber auch in männlich.


    :rofl:
    "Müslitanten"
    :rofl:


    Jedem Tierchen sein Pläsierchen, würde ich mal sagen. :|


    Schwieriges Thema Buddismus und Partnerschaft; zumindest wenn man versucht mit normalen Personen darüber zu kommunizieren.


    Gedankengänge wie Liebe bedeutet unter anderem die Freiheiten des Partners zu akzeptieren (aufkommende Gefühle wie Eifersucht; Wut Angst zu hinterfragen); evtl. weitere "Verliebtheiten" zu respektieren ohjeh - große Widerstände - die von Seiten des Gegenübers auf einen zukommen.
    Buddhismus und Loslassen von Abhängigkeiten - bei der Liebe und Partnerschaft hört diese Großzügigkeit dann oftmals auf. :moon:


    Liebe Grüße Schneelöwin

  • Schneelöwin:

    ..
    Schwieriges Thema Buddismus und Partnerschaft; zumindest wenn man versucht mit normalen Personen darüber zu kommunizieren.


    Ach komm.. Buddhisten sind doch meist völlig normale Personen :mrgreen:
    Inklusive Eifersucht, Selbstzweifel, Unsicherheiten etc..


    Solange es noch eine Basis gibt, auf der man kommunizieren kann haben Buddhisten eine gute Chance :)

  • Zitat

    Gedankengänge wie Liebe bedeutet unter anderem die Freiheiten des Partners zu akzeptieren (aufkommende Gefühle wie Eifersucht; Wut Angst zu hinterfragen); evtl. weitere "Verliebtheiten" zu respektieren ohjeh - große Widerstände - die von Seiten des Gegenübers auf einen zukommen.
    Buddhismus und Loslassen von Abhängigkeiten - bei der Liebe und Partnerschaft hört diese Großzügigkeit dann oftmals auf.


    Das ist im Prinzip einfach umzusetzen. Wünsche ich weitere "Verliebtheiten": Partner suchen, der "offene Beziehung/Ehe" favorisierṭ.


    "Freiheit(en) des Partners zu akzeptieren" bedeutet (für mich) zuvorderst, auf einer Augenhöhe zu agieren. Freiheit in einer Partnerschaft hat ihre Grenze, (ebenso wie im Umgang mit allen anderen Lebewesen), stets dort, wo sie beginnt, die Freiheit des jeweiligen Gegenübers zu tangieren, zu verletzen (und/ oder ganz allgemein: irgendwem etwas aufs Auge zu drücken, was er nicht möchte).


    LG mkha'

  • fotost:
    Schneelöwin:

    ..
    Schwieriges Thema Buddismus und Partnerschaft; zumindest wenn man versucht mit normalen Personen darüber zu kommunizieren.


    Ach komm.. Buddhisten sind doch meist völlig normale Personen :mrgreen:


    :)


    Wenn ich mir die vorherigen Beiträge anschaue, in denen noch nach Müslitante, Müslionkel und Esoteriktamtam bewertet wird, scheint alles im normalen Bereich. :wink:


    Hören diese Bewertungen auf und Du steigst nicht in diesen Zug der Bewertungen; Abwertungen und betonst eventuell noch positive Eigenschaften, dann wirds für den normalen Erwartungshorizont gelinde gesagt "seltsam" :roll:

  • mkha':


    Das ist im Prinzip einfach umzusetzen. Wünsche ich weitere "Verliebtheiten": Partner suchen, der "offene Beziehung/Ehe" favorisierṭ.


    In der Theorie scheint alles zumeist einfach. Meinst Du, liebe(r) mkha man kann sich die Liebe einfach so wünschen? Sie kommt dann zumeist, wenn man sie am allerwenigsten erwartet.
    Es muss jetzt auch nicht unbedingt eine offene Partnerschaft zugrunde liegen.
    So etwas kann sich innerhalb einer liebenden Partnerschaft entwickeln ohne dass man vorher damit rechnet.


    Zitat

    "Freiheit(en) des Partners zu akzeptieren" bedeutet (für mich) zuvorderst, auf einer Augenhöhe zu agieren. Freiheit in einer Partnerschaft hat ihre Grenze, (ebenso wie im Umgang mit allen anderen Lebewesen), stets dort, wo sie beginnt, die Freiheit des jeweiligen Gegenübers zu tangieren, zu verletzen (und/ oder ganz allgemein: irgendwem etwas aufs Auge zu drücken, was er nicht möchte).


    Dahingehend stimme ich Dir gern zu :)


    Liebe Grüße Schneelöwin

  • Schneelöwin:

    ...
    Hören diese Bewertungen auf und Du steigst nicht in diesen Zug der Bewertungen; Abwertungen und betonst eventuell noch positive Eigenschaften, dann wirds für den normalen Erwartungshorizont gelinde gesagt "seltsam" :roll:


    • Müsli ist nicht mein Ding
    • Das nicht-Einsteigen in den Zug der Bewertungen ist doch das zentrale Thema der Lehre, oder? Nicht bewerten, nicht mit eigenen Vorstellungen verknüpfen, keinen 'Wert' zuordnen, nicht Anhaften usw..
    • seltsam? Ok, ich bin seltsam und habe kein Problem damit
    • wenigstens die Seltsamen sollten zusammenhalten 8)
  • fotost:

    seltsam? Ok, ich bin seltsam und habe kein Problem damit


    ^^ Ein Problem habe ich damit auch nicht, es ist nur manchmal etwas müßlich.


    Zitat

    wenigstens die Seltsamen sollten zusammenhalten 8)


    :mrgreen: Gerne - schade nur, dass diese Exemplare etwas rar gesät sind


    Liebe Grüße Schneelöwin

  • Liebe Schneelöwin,


    alles, was ich in dieser Antwort von mir gebe, ist lediglich meine Sicht der Dinge - kein Dogma. :wink: ... Voila:

    Zitat

    In der Theorie scheint alles zumeist einfach.

    Ich tue mich recht schwer im Nachvollziehen emotionaler Dinge. Für mich gilt in puncto Beziehung das gleiche, wie beim Wechsel des Stromanbieters: bevor ich etwas Neues beginne, kündige ich das Bestehende, ... und das ist keine Theorie, sondern meine Sicht der Dinge, die ich nicht nur einmal umsetzte.

    Zitat

    Meinst Du, liebe(r) mkha man kann sich die Liebe einfach so wünschen?

    Schneelöwin, wie definierst Du Liebe? .... Wenn sich innerhalb einer Beziehung einer der Partner einem anderen Menschen zuwendet, ist zuvor bereits einiges marode gewesen - und ob aus dem, was ich neu entdeckte, etwas erwächst, was tatsächlich Liebe genannt werden kann, wird sich erst herausstellen, wenn es sich im Sturm des Lebens bewährte.

    Zitat

    Sie kommt dann zumeist, wenn man sie am allerwenigsten erwartet.

    Meiner Erfahrung nach gibt es `zig Angebote und 'zig Gelegenheiten Angebote anzunehmen, um das, was man entweder insgeheim vermisste (und plötzlich klar sieht), oder aber, sich ganz einfach Situations-bedingt wünscht, aufgeregt erwartet, und jetzt! will, umzusetzeṇ - oder eben auch nichṭ.


    Ob man Avancen überhaupt bemerkt, und ob man, falls man sie bemerkt, (leicht belustigt/ geschmeichelt/ erfreut etc.) darauf eingeht, und ob man, falls man darauf eingeht, über ein leichtes Flirten, oder auch ein gutes, aber eben zufällig zu Stande gekommenes Gespräch hinausgeht, ist bereits Wirkung einer zuvor aus diversen Gründen nicht realisierten Ursache.


    LG mkha'

  • Lieber mkha,


    mkha':

    alles, was ich in dieser Antwort von mir gebe, ist lediglich meine Sicht der Dinge - kein Dogma. :wink: ... Voila:


    Lieben Dank!


    Zitat

    Ich tue mich recht schwer im Nachvollziehen emotionaler Dinge. Für mich gilt in puncto Beziehung das gleiche, wie beim Wechsel des Stromanbieters: bevor ich etwas Neues beginne, kündige ich das Bestehende, ... und das ist keine Theorie, sondern meine Sicht der Dinge, die ich nicht nur einmal umsetzte.


    Das klingt allerdings erst einmal völlig unemotional.


    Ich glaube, ich habe noch nie den Stromanbieter gewechselt, sagt das nun eigentlich etwas über mich aus? :mrgreen:


    Zitat

    Schneelöwin, wie definierst Du Liebe?


    Gute Frage, mkha und für mein Liebesempfinden garnicht in der Kürze der Zeit zu beantworten.
    Überhaupt kann es schon verwundern, wenn heutzutage überhaupt noch jemand danach fragt, wie man Liebe definiert :)
    Nach Gott ist wohl die Liebe das am häufigst missbrauchte und verfälsche Wort und Begriff.
    Und kann man heute überhaupt noch auf die wahre Liebe hoffen?
    Haben wir dieses Einssein, was Liebe bedeutet, jemals beobachten können?
    Oder haben wir nur Liebe als Bedürfnis, als Erwartung, als gegenseitige Verpflichtung erlebt?
    Aus meinen Fragen kannst Du vielleicht ersehen, wie ich Liebe definieren könnte.
    Persönlich treffe ich zumeist auf die häufigen "Wechsler" und nehme dann lieber Abstand; tue mir das nicht an.
    Aber es geht garnicht um mich, sondern um das, was ich beobachte.


    Zitat

    .... Wenn sich innerhalb einer Beziehung einer der Partner einem anderen Menschen zuwendet, ist zuvor bereits einiges marode gewesen -


    Ja. . . wahrscheinlich aber hauptsächlich um ein marodes Ego.
    Die Liebe kennt sich nur als Einheit ohne Ego (meine Sicht)


    Zitat

    und ob aus dem, was ich neu entdeckte, etwas erwächst, was tatsächlich Liebe genannt werden kann, wird sich erst herausstellen, wenn es sich im Sturm des Lebens bewährte.


    Genau :)Das Leben bringt uns mit einem Partner zusammen. Aber wenn wir hoffen sofort in tiefer Liebe zu sein, im tiefsten Vertrauen und Annehmen,dann ist es zu viel verlangt. Die Liebe soll wachsen, das ist das Schöne an einer Beziehung, sie kann wachsen, blühen, unsterblich werden. Dann braucht es auch keinen neuen Stromanbieter, Lach* Ob sich das aber immer nur auf einen Menschen bezieht?


    Zitat

    Meiner Erfahrung nach gibt es `zig Angebote und 'zig Gelegenheiten Angebote anzunehmen, um das, was man entweder insgeheim vermisste (und plötzlich klar sieht), oder aber, sich ganz einfach Situations-bedingt wünscht, aufgeregt erwartet, und jetzt! will, umzusetzeṇ - oder eben auch nichṭ.

    Das klingt so als hätte man eine "Wahl". Die Liebe möchte nicht gewählt werden, das ist das Ego, welches wählt :wink:


    Zitat

    Ob man Avancen überhaupt bemerkt, und ob man, falls man sie bemerkt, (leicht belustigt/ geschmeichelt/ erfreut etc.) darauf eingeht, und ob man, falls man darauf eingeht, über ein leichtes Flirten, oder auch ein gutes, aber eben zufällig zu Stande gekommenes Gespräch hinausgeht, ist bereits Wirkung einer zuvor aus diversen Gründen nicht realisierten Ursache.


    Das Leben bringt die Liebenden zusammen zur richtigen Zeit, am richtigen Ort.



    mkha, bitte berücksichtige es ist nur meine Sicht auf die Liebe


    Liebe Grüße Schneelöwin

  • Ich habe 30 Jahre alleine gelebt. 20 Jahre brauchte ich meine Energie für meine spirituelle Entwicklung. Aber jetzt verbraucht mein spiritueller Prozess nicht mehr so viel Energie und ich habe Energie frei für eine Beziehung. Allerdings achte ich darauf, dass ich immer genügend Ruhe und Raum für meine spirituellen Reinigungsprozesse habe. Es ist eine Gratwanderung zwischen Freiraum und Nähe. Ein Erleuchteter lebt in der inneren Abgeschiedenheit und dadurch im inneren Glück unabhängig von äußeren Dingen. Eine Beziehung ist im Zentrum ein Weg der Dualität. Man ist auf den anderen bezogen und konzentriert seine Energie auf den Partner. Dadurch tanzt man ständig mit Freude und Leid. Und würde seine Energie in der Beziehung verbrauchen, wenn man nicht genug äußere und innere Abgeschiedenheit hat. Ein Buddha ist auch ein Meister des Lebens. Er kann innere und äußere Entwicklung klug verbinden. Grundsätzlich gelingt das durch ein Leben in der Ruhe, als Bodhisattva (nicht vorwiegend im Nehmen, sondern im Geben leben) und etwas auch in der Freude (im Lebensgenuss). Grundsätzlich gilt auf dem spirituellen Weg, dass man genügsam in äußeren Dingen sein sollte und dadurch reich an innerem Glück sein kann. Und das innere Glück ermöglicht es einem in der umfassenden Liebe und vorwiegend im Geben zu leben.

    Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

  • Liebe Schneelöwin,

    Zitat

    mkh, bitte berücksichtige es ist nur meine Sicht auf die Liebe

    Gewiss, gerne, … ein paar Anmerkungen noch …


    Dieses „Ego“ mag manches können, nur eines ist ihm unmöglich: Liebe zu „wählen“, einzufordern, käuflich zu erwerben, etc. … Liebe ist ein Geschenk; … aber selbst ein Geschenk kann der Beschenkte annehmen, oder eben auch nicht.

    Zitat

    Nach Gott ist wohl die Liebe das am häufigst missbrauchte und verfälsche Wort und Begriff.

    Gott und der Liebe widerfährt dasselbe, da sie (ihrer Historie nach) identisch sind, … nur, wer erinnert dies schon?

    Zitat

    Und kann man heute überhaupt noch auf die wahre Liebe hoffen?

    Nicht hoffen, (das Hoffen ist eine Unterart des Begehrens) … leben! Lebe die Liebe, ... die „wahre Liebe“, die altruistische, die nicht Personen-gebundene. Sie ist nichts Beständiges, denn Beständiges gibt es nicht im Unbeständigen. Sie unterliegt, ebenso, wie alles ander, dem steten Wandel allen Seins.

    Zitat

    Haben wir dieses Einssein, was Liebe bedeutet, jemals beobachten können?

    Das Eins-sein ist, ähnlich dem Himalaya-Edelweiß, (Leontopodium himalayanum), eine wunderschöne, winterharte Pflanze, die nur derjenige zu Gesicht bekommt, der einen, mit Übung und Anstrengung verbundenen, Aufstieg in Kauf nimmt.


    Sie erwächst (sehr langsam) aus dem Respektieren des Uneins-Sein, dem Akzeptieren des So-Sein des Menschen an unserer Seite – basierend auf der Erkenntnis, dass es nicht zuträglich sein kann, einen zukünftigen Weggefährte nach eigenem Dafürhalten verändern zu wollen – etwa, zu glauben, oder gar zu beschließen, einen nicht völlig Adäquaten in Künfte noch so weit zu verbiegen, bis er passt, so, dass ich mich in seiner Gegenwart wohlfühlen kann. …

    Zitat

    Oder haben wir nur Liebe als als Bedürfnis, als Erwartung, als gegenseitige Verpflichtung erlebt?

    Was immer man, als „Bedürfnis, als Erwartung, als gegenseitige Verpflichtung“ erlebt, ist keineswegs Liebe – eher Verblendung.


    Zitat

    Kleine Erzählung

    - Hinweis: Autor ist mir nicht bekannt - (Name kann auf Wunsch selbstverständlich hinzugefügt werden)

    :wink:
    LG mkha'

  • Lieber mkha,


    es hat mir sehr gefallen Deinen Beitrag zu lesen ^^:)
    Besonders bin ich Deiner Edelweiß-Erzählung mit einer Gegenüberstellung in der Partnerschaft zugetan . sehr weise.
    Welch glücklicher Moment, wenn man tatsächlich bei so einem Aufstieg dieses Edelweiß vor Augen bekommt.


    Momentan begegnen mir hier noch weitere Anschauungsweisen:


    Zitat

    Gott und der Liebe widerfährt dasselbe, da sie (ihrer Historie nach) identisch sind,

    Ja! Das Wörtchen "Leben" würde ich noch hinzufügen.


    Du schreibst es auch selbst: Lebe die Liebe, :)


    Zitat

    Liebe ist ein Geschenk; … aber selbst ein Geschenk kann der Beschenkte annehmen, oder eben auch nicht.


    Persönlich sehe ich die Liebe universell.
    Da wir Liebe so nicht wahrnehmen können, erleben wir sie in einer Form der Reflexion - Spiegelung - Einssein mit dem Partner als göttliches Sein, oder Nichtsein, was dann das Gleiche ist.
    Auch schön aus Deiner Geschichte zu lesen. . .


    Viele liebevolle Momente wünscht die Schneelöwin :wink: