Atempause beim Meditieren

25 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Ellviral.

  • Liebe Alle,


    kurze Frage: Wenn ich mich bei der Medidation auf den Atem konzentriere, kommen ja gerne mal Gedanken auf. Ich konzentriere mich aufs Ein- uns Ausatmen, was geht, weil da ist ja auch "Action". :wink: Aber bei längerer Medidation werden die Abstände zwischen den Atemzügen länger, und hier bin ich aufkommenden Gedanken stärker "ausgeliefert", weil sich der Geist ja nicht auf einen Vorgang fokussiert. Gibt es einen Kniff, das Aufkommen von Gedanken zu verringern?


    Liebe Grüße

  • Cfant:

    Liebe Alle,


    kurze Frage: Wenn ich mich bei der Medidation auf den Atem konzentriere, kommen ja gerne mal Gedanken auf. Ich konzentriere mich aufs Ein- uns Ausatmen, was geht, weil da ist ja auch "Action". :wink: Aber bei längerer Medidation werden die Abstände zwischen den Atemzügen länger, und hier bin ich aufkommenden Gedanken stärker "ausgeliefert", weil sich der Geist ja nicht auf einen Vorgang fokussiert. Gibt es einen Kniff, das Aufkommen von Gedanken zu verringern?


    Liebe Grüße

    Ja! Mach einfach weiter so.

  • Warum nicht auf die Atempause fokussieren? Klingt nach einer tollen Sache zum Meditieren.
    Gedanken kommen und gehen ja eh. Das stellt man nicht ab. Einfach nur kommen und gehen lassen, davonziehen lassen.
    Irgendwann hört's vielleicht auf.


    Oder mal eine Weile lang mit einem anderen Meditationsobjekt herumprobieren, z.B. was hilfreiches visualisieren.

    „Atmen statt Denken." (Filmzitat aus „Mängelexemplar")

  • Grüß Dich,

    Zitat

    Du fragst: Gibt es einen Kniff, das Aufkommen von Gedanken zu verringern


    Es ist die Natur des Geistes, Gedanken zu produziereṇ. :wink:


    Das Meditieren ist für mich, wie das Sitzen am Ufer eines Flußeṣ. Ich sitze also dort und schaue gelassen auf eine :sunny: Stelle im Wasser. Ab und zu taucht genau an der vom mir fokussierten Stelle im Fluß ein Stück Treibgut (hüpfender Gedanke) auf. ... Ich registriere es, drehe jedoch nicht den Kopf, um zu erfahren, woher das Treibgut kam, oder wohin es fließt. Ich schaue weiterhin gelassen auf die eine, von mir fokussierte, Stelle im großen Bewusstseinsstrom ...


    Mein Vorschlag wäre deshalb: registriere gelassen, dass etwas gedacht wurde, und kehre zum Atem zurück.


    LG mkha'

  • Cfant:

    Liebe Alle,


    kurze Frage: Wenn ich mich bei der Medidation auf den Atem konzentriere, kommen ja gerne mal Gedanken auf. Ich konzentriere mich aufs Ein- uns Ausatmen, was geht, weil da ist ja auch "Action". :wink: Aber bei längerer Medidation werden die Abstände zwischen den Atemzügen länger, und hier bin ich aufkommenden Gedanken stärker "ausgeliefert", weil sich der Geist ja nicht auf einen Vorgang fokussiert. Gibt es einen Kniff, das Aufkommen von Gedanken zu verringern?


    Liebe Grüße


    Mein "Kniff"
    hören auf äußere Geräusche;
    mittlerweile "höre" ich auf inneres,
    wie Puls oder Herzschlag;
    da kommen keine Gedanken auf.


    Es hat schon Tage gegeben,
    da ist alles leer.


    LG, Gitte

    Es ist eine wahre Schmach und Schande, daß wir Christen wie blinde Hühner umhergehen und nicht erkennen, was in uns ist und davon gar nichts wissen.
    Johannes Tauler

  • Holzklotz:
    Cfant:

    Ich fasse zusammen: Geduldig beobachten... :) Und immer weiter üben... Falls jemand eine Abkürzung findet, bitte melden :badgrin:


    LSD :badgrin:
    oder halt dann doch die altmodische Geduld


    Nur, um diese Info zu vervollständigen: Erleuchtung via LSD ist dann so, als ob man versucht, zu viel Strom durch ein labiles Stromnetz zu schicken. Dass da die Sicherung durchbrennt, ist vorprogrammiert. Von daher geht auf dem Pfad nichts über die gute alte Geduld.

    „Atmen statt Denken." (Filmzitat aus „Mängelexemplar")

  • Losang Lamo:
    Holzklotz:
    Cfant:

    Ich fasse zusammen: Geduldig beobachten... :) Und immer weiter üben... Falls jemand eine Abkürzung findet, bitte melden :badgrin:


    LSD :badgrin:
    oder halt dann doch die altmodische Geduld


    Nur, um diese Info zu vervollständigen: Erleuchtung via LSD ist dann so, als ob man versucht, zu viel Strom durch ein labiles Stromnetz zu schicken. Dass da die Sicherung durchbrennt, ist vorprogrammiert. Von daher geht auf dem Pfad nichts über die gute alte Geduld.


    so hatte ich's auch gemeint (sollte alles andere als eine Werbung für Drogen sein!)
    Meine persönliche Meinung:
    Je weniger Tricks, desto besser

  • Hallo liebe/r Cfant.


    In dem Buch von Ajahn Brahm "Nur dieser Moment" empfiehlt er (bei mir ab Seite 17):



    Selbst habe ich diese Anweisung noch nicht ausgeführt, habe also keine Erfahrung ob das ein guter oder schlechter Trick ist. Und kann die Anweisung dir auch nicht näher erläutern.


    Ich weiß auch nicht genau ob es überhaupt dein Punkt ist, dass dein Atem so fein geworden ist, dass du ihn schwerer wahrnehmen kannst und dadurch mehr deinen Gedanken "ausgeliefert" bist.


    Edit: Und der Gesamtzusammenhang des Buches bzw. des Kapitels läßt sich auch schwer in einem kurzen Zitat deutlich machen. Aber vielleicht ist es ja als kleine Anregung in eine bestimmte Richtung zu forschen, wenn man das möchte, doch etwas hilfreich.


    Liebe Grüße

  • Das Problem sind die Pausen zwischen den Atemzügen. Da fällt meinem Geist so allerlei ein :wink: Aber ein anderes Phänomen stört mich eigentlich noch mehr. Die Gedanken sind ja relativ klar, sobald sie mir bewusst sind, kann ich sie aufgeben und mit euren Tipps geht es schon ganz gut. Sie kommen zwar im Millisekundentakt, aber ok. Schwieriger ist diese Art "Hintergrundrauschen". Keine Gedanken, aber das Wissen, dass der Geist nicht ruhig ist. Klingt blöd, aber ich weiß nicht, wie ich sonst sagen soll.


    Beispiel: Ich atme ein und aus. Da ist kein klarer Gedanke. Aber das Bewusstsein, dass ein Gedanke oder ein Gedankenkeim da ist. Der Geist ist nicht klar und nicht zu 100% beim Atem. Ich kann nicht mal sagen, ob es eine Stimmung ist oder ein Gedanken, aber es ist da und lenkt ab. Wenn ich mich darauf konzentriere, wird es zu einem Gedanken. Oder vielleicht lenkt mich das Umlenken der Aufmerksamkeit so ab, dass irgendwo ein neuer Gedanken heraushüpft, keine Ahnung :mrgreen: Jedenfalls ist es wie einleichtes Hintergrundrauschen, dass sich nicht ignorieren lässt und, da sehr diffus, auch nicht fallengelassen werden kann. Kennt das jemand? Oder ist das mein persönliches Privileg? :badgrin:

  • Lass ihn zicken und grummeln, Deinen Geisṭ, ... es steht ihm zu. Er ist wie ein dreijähriges Pferd, dem Du die ersten paar Male den Sattel auflegst. Das springt, bockt und keilt auch zunächst, und yeap - es hat Freude an dem Showeffekt ... Irgendwann jedoch hat es keinen Spaß mehr an dem Getue. Es gewöhnt sich zunehmend an den Sattel und freut sich sogar sichtbar, sobald Du den Sattel vom Bock hebst, (Geländegang angesagt). Ebenso wird sich auch Dein Geist "ausgetobt" haben, und freudig-gelassen in der Stille ruhen, sobald er die Chance dazu witterṭ. :):wink:


    LG mkha'

  • mkha':

    Irgendwann jedoch hat es keinen Spaß mehr an dem Getue. Es gewöhnt sich zunehmend an den Sattel und freut sich sogar sichtbar, sobald Du den Sattel vom Bock hebst, (Geländegang angesagt). Ebenso wird sich auch Dein Geist "ausgetobt" haben, und freudig-gelassen in der Stille ruhen, sobald er die Chance dazu witterṭ. :):wink:
    LG mkha'


    Na hoffentlich erleb ich das noch :wink: Jedenfalls Danke schön an alle für ihre Ratschläge.

  • Cfant:

    Gibt es einen Kniff, das Aufkommen von Gedanken zu verringern?

    Es gibt keine "Atempausen" - dass Du das glaubst, liegt daran, dass Deine Konzentration noch nicht hinreicht, dem Atem auf seine subtileren Ebenen zu folgen. Über den Atem bist Du in ständiger Wechselwirkung mit 'Deiner' Umgebung. Das beschränkt sich ja nicht auf den Wechsel von Ansaugen von Atemluft und Abstoßen von Atemluft mit dann veränderten Sauerstoff / Kohlendioxid-Anteilen. Das geht ja bis auf die Zell- und dann die mitochondriale Ebene hinunter. Selbst, wenn Du die Luft anhältst, findet dieser Stoffwechsel statt. Auch das ist 'Atmung'. Wobei man gerade das - Steuerung des Atems - in der Übung unterlassen sollte. Lass den 'Atem' (hier jetzt eingeschränkt im Sinn Kontraktion-Relaxation der Lunge) ganz natürlich fließen und folge ihm lediglich mit Deinem Aufmerksamkeitsfokus. Dein Problem ist, dass Du den Fokus verlierst. Dann tauchen Gedanken auf. Wenn dies bemerkst, folge ihnen nicht weiter sondern richte Deinen Fokus einfach wieder auf den Atem.


    Das ist ein Training - das heisst, es entwickelt Deine Fokussierungskraft und Deine Wahrnehmungssensibilität für Dein Wechselwirken mit Deiner Umgebung. Bei hinreichender Entwicklung tauchen dann auch Gedanken zunehmend seltener auf bezw. Du bemerkst sie bereits beim Aufsteigen und ergreiftst sie gar nicht erst. "Kniffe", Tricks und Abkürzungen gibt es da nicht. Da hilft nur üben, üben, üben ...


    ()

  • Sudhana:

    Es gibt keine "Atempausen" - dass Du das glaubst, liegt daran, dass Deine Konzentration noch nicht hinreicht, dem Atem auf seine subtileren Ebenen zu folgen. Über den Atem bist Du in ständiger Wechselwirkung mit 'Deiner' Umgebung.


    Stimme dir da zu, dass es so etwas wie Pause nicht gibt - es gibt jedoch beim Stoffwechsel einen Umkehrpunkt - wo dieser Wechsel statt findet, von innen und außen - da ist ja eine Grenze, z.B. Membran. Dieser Punkt der Umkehr ist sehr wesentlich.


    Was für die körperliche Seite des Stoffwechsel gilt, gilt auch für die geistige - die natürlich eine Einheit ist. Gedanken lassen sich als Stoffwechsel beschreiben und so atmen wir Gedanken ein und aus - wir nehmen auf und geben ab.
    Da gibt es auch einen Umkehrpunkt, auf den sich "rechte Anstrengung" konzentrieren lässt, indem man nämlich sich bemühen muss, bestimmte Gedanken loszuwerden bzw. abzugeben oder sie auch zu verdauen.

  • Tychiades:
    Sudhana:

    Es gibt keine "Atempausen" - dass Du das glaubst, liegt daran, dass Deine Konzentration noch nicht hinreicht, dem Atem auf seine subtileren Ebenen zu folgen. Über den Atem bist Du in ständiger Wechselwirkung mit 'Deiner' Umgebung.


    Stimme dir da zu, dass es so etwas wie Pause nicht gibt - es gibt jedoch beim Stoffwechsel einen Umkehrpunkt - wo dieser Wechsel statt findet, von innen und außen - da ist ja eine Grenze, z.B. Membran. Dieser Punkt der Umkehr ist sehr wesentlich.

    Ich meinerseits stimme Dir da ebenfalls zu. Es gibt in der Wellenfunktion des Stoffwechsels einen stets wiederkehrenden Nullpunkt - der aber eben keine "Pause", sondern ein infinitesimaler Durchgang ist. Und ja, das ist wesentlich; genau da heben positives und negatives Potential sich wechselseitig auf. Das mit dem Durchgang merkt man dann schon, wenn man erst einmal der Welle eine Weile folgen kann.


    ()

  • Cfant:

    Vielen Dank für die vielen hilfreichen Beiträge. Es ist eben schwer, so ohne Erwartungshaltung an irgendwas ranzugehen. Oder geduldig zu sein. :)

    "geduldig sein" ist auch eine Erwartung. Das ist doch so, wenn Du irgendeine alltägliche Arbeit machst gibt es auch keine Erwartungen, Du machst einfach. Wenn Du dich hinsetzt um zu sitzen dann machst Du das ja auch einfach so. Da gibt es nichts von Erwartungen Du setzt dich einfach. Wenn Du dann Meditieren willst dann machst Du nicht einfach sondern Erwartest Etwas ganz Besonderes anstatt einfach nur in besonderer Weises sitzen zu machen.
    Er betrachtet seinen Körper und nur seinen Körper, da gibt es nichts zu erwarten sonder nur zu erfahren was beim Betrachten seines Körpers, z.B. beim einfach nur sitzen, so offenbart. Wenn ich schon vorher weiß was da ist warum sollte ich dann nur den Körper betrachten? Übrigens Atembetrachtung ist ein winziger Teil der Betrachtung des Körpers und sollte in die Betrachtung des Körper führen.

  • Hi,
    das was du so meinst, ist die bedachsame Ein- und Ausatmung, die zu Beginn de Vertiefung stattfindet. Wie lange das gehen soll steht aber nicht drin.
    Die am meisten verwendete Art ist, den Luftstrom, der durch die Nasenöffnungen strömt zu beobachten.
    Im Pali-Kanon steht wohl, dass es super sei, während der ganzen Zeit der Vertiefung, die bedachtsame Ein- und Ausatmung zu proktizieren.
    Schön, falls man das kann. Ich setze diese Betrachtgung nur eindsetzen, falls ich in Gedanken abdrifte und hole mich damit wieder in die Vertiefung zurück.

  • Hi Cefant,


    ich bemerke in meiner Meditation regelrechte Atempausen. Dann tobt zwar nicht der Geist bzw. der Affe tanzt nicht wild in meinem Kopf, aber durch die Schnapp-Atmung wg Hypoxie, wird mir bewusst, wie weit ich in der Meditation drifte.


    Wegen der brausenden Gedanken...die habe ich, je nach Tagesform, auch. Ein einfaches Beobachten und weiterziehen ist oft nicht möglich, da diese Gedanken oft Gefühe mit sich ziehen.


    Mir hilft dann ein einfacher Trick: Ich schicke sie weg, sag diesen Gedanken, die ich manchmal visualisiere, manchmal als Hungergeister, wenn sie mir arg zusetzen, dass sie gerne wiederkommen können, aber nicht in diesem so intimen Moment meiner Mediatation. Ich fange dann wieder an, mich auf das Gefühl der Luft, welche die Innenwände meiner Naenflügel streift zu konzentrieren und komme dann zu einer erholsamen Leere, wenn ich es wünsche.



    Es bedarf ein wenig Übung, aber es klappt.
    :)


    edit: manchmal lade ich dann diese Hungergeister ein, also diese visualisierten Gedanken und Gefühle, welche mir zu schaffen machen, aber as ist eine esondere Art der Meditation.

    Der Horizont existiert nur im Auge des Betrachters, nicht in der Wirklichkeit

  • Tara4U:

    edit: manchmal lade ich dann diese Hungergeister ein, also diese visualisierten Gedanken und Gefühle, welche mir zu schaffen machen, aber as ist eine esondere Art der Meditation.


    anstatt das abzuwechseln könntest Du ja vielleicht auch experimentieren, wie eine konstant gleiche Praxis für Dich aussehen könnte wo weder was weg geschickt, noch eingeladen wird.
    Dachte ich grad so...

  • Holzklotz:
    Tara4U:

    edit: manchmal lade ich dann diese Hungergeister ein, also diese visualisierten Gedanken und Gefühle, welche mir zu schaffen machen, aber as ist eine esondere Art der Meditation.


    anstatt das abzuwechseln könntest Du ja vielleicht auch experimentieren, wie eine konstant gleiche Praxis für Dich aussehen könnte wo weder was weg geschickt, noch eingeladen wird.
    Dachte ich grad so...


    Das mag sein, aber jeder Tag meines Lebens ist anders, zumeist überdurchschnittlich intensiv.
    In einer ruhigeren Phase ist das "Gedanken kommen und ziehen lassen" gar kein Problem.


    Danke für den Tip!
    :)

    Der Horizont existiert nur im Auge des Betrachters, nicht in der Wirklichkeit