Suche Anleitung für die Goldene Lichtstrahl Meditation

27 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Aravind.

  • Hallo allerseites,


    zz. lese ich das Buch “Meditation ohne Geheimnisse“ von Ajja Khema. Nun gibt es da doch ein Geheimnis. Die liebe Ajja spricht in dem Frage und Antwort Teil von der sogenannten “Goldener Lichtstrahl Meditation“ (Liebende Güte Meditation). Sie sagt aber nicht wie diese fuktioniert:(


    Kennt die jemand von euch und kann sie mir beibringen?
    Auch wäre ich dankbar für andere Liebende-Güte-Meditationen.
    Ich kenne bisher lediglich die Mutter/Vater-Kind Meditation, wo man Leute umarmt als ob sie die eigenen Kinder wären.


    Das wars soweit


    Hollerö :)



  • Es gibt diese Meditation in verschiedenen Varianten. Es kommt darauf an, dass Du eine Variante findest, mit der Du gut üben kannst.


    Eine Möglichkeit besteht darin, zunächst ein Gefühl der liebenden Güte im eigenen Körper zu spüren. Dort wo Du es am stärksten als Körpergefühl wahrnimmst. Beispielsweise als Wärmegefühl im Brustbereich.
    Oft ist es dabei am Anfang hilfreich, an einen geliebten Menschen (keine "Liebesaffäre", sondern ein freundschaftliches oder partnerschaftliches Gefühl) oder an ein geliebtes Tier zu denken, um dieses Gefühl erst einmal wachzurufen.


    Anschließend gibst Du diesem Gefühl der liebenden Güte eine Farbe, die für Dich zu diesem Gefühl passt. Das kann eine "goldige" Farbe sein, muss es aber nicht.
    Die Farbe und das Wärmegefühl darf sich im ganzen Körper ausbreiten.
    Und zuletzt lässt Du dieses Licht der Liebe in alle Richtungen erstrahlen und stellst Dir dabei vor, dass es in jeder Richtung immer größere Räume erfüllt und allen Lebewesen Liebe bringt.
    Dabei kannst Du, wenn Du magst, auch innerlich sagen "Mögen alle Wesen glücklich sein" oder eine andere Verbalisierung, die für Dich passend ist.



    Hört sich vielleicht erst einmal ein wenig "esoterisch" an, ist aber eine sehr effektive Übung, wenn Du sie täglich machst.


    Ayya Khema hat diese Übung in verschiedenen Varianten praktiziert. Im Kern wird diese Übung schon in den Lehrreden beschrieben und von dem Buddha wärmstens empfohlen. :)

  • P.S. Hab noch gesehen, dass Du verschiedene Liebe-Güte-Meditationen (bzw. Kontemplationen) suchst und offenbar gleichzeitig mit mehreren üben willst ...


    ... Mein Tipp wäre, dass Du Dir einen kleinen Überblick verschaffst und dann konsequent mit EINER Version täglich praktizierst, mit der Du am besten klar kommst.

  • Hallo Patrick,
    bei Suchen im Internet ist eine korrekte Schreibweise immer hilfreich. Ayya (nicht Ajja) ist ein buddhistischer Ehrentitel (bedeutet in etwa 'Ehrwürdige'). Wenn Du in youtube in der Suchfunktion z.B. 'ayya khema liebende güte meditation' eingibst, wirst du verschiedene geleitete Meditationen finden, insbesondere mettābhāvanā (Liebende-Güte-Meditation).
    Hier kannst Du Dir auch mp3-Dateien herunterladen. Das dürfte so allerdings auch in Deinem Buch stehen (das ich selbst nicht kenne). Aber gerade für Anfänger kann eine solche Führung hilfreich sein. Mit etwas Übung braucht man sie nicht mehr.


    Das mit dem "goldenen Licht", das den Körper durchflutet, ist eine bildliche Vorstellung, die vor allem in der ersten Phase zur Unterstützung eingesetzt werden kann. Bei Triratna wird das z.B. so gehandhabt. Das kann bei manchen Menschen Menschen hilfreich sein, zum klassischen mettābhāvanā gehört es allerdings mW nicht.


    ()

  • Und hier noch zwei originale "Goldene Lichtstrahl"-Meditationen von Ayya Khema:


    http://www.leighb.com/goldlite.htm
    http://www.leighb.com/goldlit2.htm


    Wie Sudhana schon sagt: Das mit dem Licht ist eine für manche Menschen hilfreiche Vorstellung. Ob das für Dich passt, musst Du selbst entscheiden.


    Da war Ayya Khema sehr pragmatisch und hat viele verschiedene Möglichkeiten angeboten, aus denen sich jeder das nehmen kann, was für ihn funktioniert.


    Es kommt nicht auf diese Hilfsvorstellungen an, sondern darauf, ob es Dir nützt, einen Geisteszustand der "liebenden Güte" zu kultivieren.

  • Frieden-und-Freude:

    Und hier noch zwei originale "Goldene Lichtstrahl"-Meditationen von Ayya Khema:


    http://www.leighb.com/goldlite.htm


    Zitat:

    Ayya Khema:

    Now we think of our parents, whether they're still alive or not. [...] We think of those people who are nearest and dearest to us.


    Hinsichtlich "klassisches mettābhāvanā" (s.o.) vgl. dazu:

    Buddhaghosa:

    Der diese Übung Unternehmende nun soll zunächst [...] wissen, zu welchen Personen er zuerst die Güte zu entfalten hat, und zu welcher nicht. Die Güte nämlich darf man anfangs nicht [...] entfalten: [...] zu einem sehr lieben Freunde [...]. Zu einer bestimmten Person des anderen Geschlechts darf man die Güte nicht entfalten, hinsichtlich eines Toten aber soll man diese Übung überhaupt nicht entfalten. [...]
    Richtet man sie aber auf eine bestimmte Person des anderen Geschlechts, so kommt es dadurch zum Aufsteigen von Begierde. [...]Wer aber hinsichtlich eines Verstorbenen die Übung entfaltet, erreicht weder die Volle noch die Angrenzende Sammlung.
    (Visuddhimagga IX.1)


    ... Womit ich nicht unbedingt etwas gegen Ayya Khema gesagt haben will. Nur, dass das, was sie da anleitet, auch ohne diese Licht-Visualisierung offensichtlich keine Theravada-Methode ist. Sondern halt Ayya Khema.


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  • Sudhana:


    ... Womit ich nicht unbedingt etwas gegen Ayya Khema gesagt haben will. Nur, dass das, was sie da anleitet, auch ohne diese Licht-Visualisierung offensichtlich keine Theravada-Methode ist. Sondern halt Ayya Khema.


    ()


    Das ist jetzt ein bissl pauschal geurteilt. Man kann feststellen, dass Buddhagosa und Ayya Khema hier verschieden anleiten - wahrscheinlich unter verschiedenen Umständen und an sehr verschiedene Leute gerichtet. Welches eher und welches nicht "Theravada" sei, sieht man daraus noch nicht.


    So, wie ich es hier von Ayya Khema lese, ist es sehr ähnlich zur Metta-Meditation. Und das ist schon Theravada.

    „Atmen statt Denken." (Filmzitat aus „Mängelexemplar")

  • Losang Lamo:

    Das ist jetzt ein bissl pauschal geurteilt.

    Ist es nicht. Ich habe deutlich (mittels Zitat) aufgezeigt, dass Ayya Khema eine Herangehensweise empfiehlt, von der Buddhaghosa ausdrücklich abrät. Und zwar, wenn man das etwas etwas ausführlicher im Visuddhimagga nachliest, aus durchaus nachvollziehbaren psychologischen Gründen - zumindest, was "those people who are nearest and dearest to us" angeht.

    Losang Lamo:

    Man kann feststellen, dass Buddhagosa und Ayya Khema hier verschieden anleiten

    Allerdings.

    Losang Lamo:

    wahrscheinlich unter verschiedenen Umständen und an sehr verschiedene Leute gerichtet.

    Natürlich. Ayya Khemas "Umstände" und "Leute" sind die westliche Kultur des 20. Jahrhunderts und in ihr lebende Menschen. Ob man deswegen mettābhāvanā modifizieren muss ist eine andere Frage. Erst recht, ob man das so modifizieren muss, wie Ayya Khema das tut.

    Losang Lamo:

    Welches eher und welches nicht "Theravada" sei, sieht man daraus noch nicht.

    Das sieht man, wenn man sich anschaut und vergleicht, welche Autorität Buddhaghosa einerseits und Ayya Khema andererseits im Theravada haben. Ich übersetze mal ein paar Sätze aus der englischen Wikipedia (die deutsche taugt da nicht viel) zu Buddhaghosa:


    "Buddhaghosas Interpretationen haben zumindest seit dem 12. Jahrhundert das orthodoxe Verständnis der Theravada-Schriften begründet. Er wird allgemein sowohl von westlichen Gelehrten wie Theravadin als der wichtigste Kommentator des Theravada anerkannt. [...] Buddhaghosas Kommentare wurden zur Standardmethode, mit der Theravada-Schriften verstanden wurden, wodurch sich Buddhaghosa als der maßgebliche Interpret der Theravada-Doktrin etablierte."


    ... und zum Visuddhimagga:


    "Es wird als der wichtigste Theravada-Text außerhalb des Tipitaka-Schriftenkanon angesehen."

    Losang Lamo:

    So, wie ich es hier von Ayya Khema lese, ist es sehr ähnlich zur Metta-Meditation. Und das ist schon Theravada.

    Ja, es ist "ähnlich". Aber damit ist es noch kein "Theravada". Wie Metta-Meditation im Theravada aussieht, kann man in dieser lesenswerten kurzen Abhandlung nachlesen. Der Autor hat über die vier apramāṇas promoviert und ist Verfasser des Standardwerks zu diesem Thema. Wem das zu theoretisch ist, hier etwas praktisches (leider nur auf Englisch).


    Ich will Patrick nun wirklich nicht Ayya Khema ausreden - die bietet sicherlich einen guten Einstieg. Ich will nur darauf verweisen, dass man das vertiefen kann und sollte.


    ()


  • Dies ist eine ausführlich Anleitung mit Begründungen
    http://www.zeh-verlag.de/download/indakametta.pdf

  • Sudhana:
    Losang Lamo:

    Das ist jetzt ein bissl pauschal geurteilt.

    Ist es nicht. ...


    Seit wann bist Du ein Wächter darüber, ob einzelne Übungsanleitungen "orthodoxes Theravada" sind oder nicht?
    Patrick fragt nach einer von vielen Übungsanleitungen von Ayya Khema zur Metta-Meditation und Du sprichst in scharfen Worten über Abweichungen vom Visuddhimagga.
    Das ist schon etwas bizarr, findest Du nicht? :)


    Da es sich um Anfängerberatung handelt, möchte ich den Moderator bitten, diesen Thread in den Anfängerbereich zu verschieben und zu moderieren.

  • Frieden-und-Freude:

    Seit wann bist Du ein Wächter darüber, ob einzelne Übungsanleitungen "orthodoxes Theravada" sind oder nicht?

    Das bin ich nicht und das muss man auch nicht sein, um zu sehen, dass die hier zitierten Anweisungen Ayya Khemas im Widerspruch zur Theravada-Praxis stehen. Das zeigt nicht nur das Visuddhimagga, sondern auch die beiden von mir und insbesondere der von Tychiades verlinkte Text. Da wird die Theravada-Praxis deutlich und unmissverständlich dargestellt - da finden sich die schon von Buddhaghosa ausgesprochenen Warnungen und selbstverständlich findet sich da nichts von 'goldenen Lichtstrahlen'.

    Frieden-und-Freude:

    Patrick fragt nach einer von vielen Übungsanleitungen von Ayya Khema zur Metta-Meditation und Du sprichst in scharfen Worten über Abweichungen vom Visuddhimagga.

    Ich spreche nicht in "scharfen" Worten, sondern in klaren Worten. Und zwar darüber, dass da eine Vorgehensweise empfohlen wird, von der im Theravada zumindest Anfängern explizit abgeraten wird. Ausführliche Begründung, warum (ausführlicher als im Visuddhimagga) findet sich vor allem in dem von Tychiades verlinkten Text. Das sollte man sich ruhig einmal ansehen, wenn man mettābhāvanā praktizieren will. Das Forum ist ist u.a. für genau solche Hinweise da.

    Frieden-und-Freude:

    Das ist schon etwas bizarr, findest Du nicht? :)

    Nein. Was ist daran bizarr, wenn man jemanden - insbesondere einen Anfänger - darauf hinweist, dass diese Art der Metta-Meditation keine klassische Theravada-Praxis ist, sondern eine Eigenentwicklung von Ayya Khema. Insbesondere, was diese eigenartige Visualisierung angeht. Solche Lichtempfindungen (obhāsa), die in entwickelteren Stadien von mettābhāvanā spontan auftauchen können, nennen Theravadin vipassanūpakkilesa - 'Trübungen der Einsicht' - und es wird vor allem davor gewarnt, an ihnen als angenehmen Empfindungen anzuhaften. Da kann man schon ins Grübeln kommen, wie sinnvoll es ist, so etwas bewusst zu erzeugen.


    Wenn es mir um scharfe Worte gegangen wäre, hätte ich z.B. geschrieben, dass das, wozu Ayya Khema in den verlinkten Videos, MP3s und Texten (das Buch kenne ich, wie gesagt nicht) anleitet, ein Schwelgen in Gefühlen ist - aber keine Übung, die zu Vertiefung und Einsicht führt, weil sie die mit dieser Übungspraxis verbundenen (und vermeidbaren) Probleme ignoriert. Das habe ich nicht - geschrieben habe ich

    Sudhana:

    Ich will Patrick nun wirklich nicht Ayya Khema ausreden - die bietet sicherlich einen guten Einstieg. Ich will nur darauf verweisen, dass man das vertiefen kann und sollte.


    Frieden-und-Freude:

    Da es sich um Anfängerberatung handelt, möchte ich den Moderator bitten, diesen Thread in den Anfängerbereich zu verschieben und zu moderieren.

    Ah ja. Und wer macht jetzt hier den Wächter? Grundsätzlich gehört das schon zu "Anfängerberatung". Und gerade da sollte man auf Probleme hinweisen, die mit bestimmten Praktiken verbunden sind und dem Anfänger offensichtlich nicht bewusst sind. Gerade, wenn diese Probleme - wie hier - bereits seit mindestens 1.600 Jahren bekannt sind.


    ()

  • Sudhana:
    Frieden-und-Freude:

    Seit wann bist Du ein Wächter darüber, ob einzelne Übungsanleitungen "orthodoxes Theravada" sind oder nicht?

    Das bin ich nicht


    Ganz genau und deshalb möchte ich Dich bitten, mit diesem Verhalten aufzuhören.


    Ayya Khema war bewusst, dass sie in verschiedenen Übungsanleitungen vom Visuddhimagga abweicht, und es gibt viele Theravadin, die das ähnlich sehen wie sie und die Anleitungen im Visuddhimagga oftmals als fragwürdig, dogmatisch und wenig praxisnah empfinden.


    Dass Du nun als Anwalt der Orthodoxie auftrittst, ist Deine Sache.
    Ich werde im Rahmen dieses Threads nicht mit Dir darüber diskutieren.

  • Zitat

    Da es sich um Anfängerberatung handelt, möchte ich den Moderator bitten, diesen Thread in den Anfängerbereich zu verschieben und zu moderieren.


    Ich habe den Thread verschoben. Und da es nun dort ist, möchte ich darum bitten, möglichst auf die Ausgangsfragezu antworten und nicht so stark aufeinander.


    Frieden-und-Freude:

    Seit wann bist Du ein Wächter darüber, ob einzelne Übungsanleitungen "orthodoxes Theravada" sind oder nicht?


    Ich habe Sudhana einfach nur dahin gehend verstanden, dass es in dieser Form nicht so im Palikanon vorkommt, es sich also um eine Erweiterung handelt. Ohne, dass das abwertend gemeint sein müsste.


    Dass es sinnvoll sein kann, nicht ptimär von ganz nahen Familienanghörigen auzugehen, finde ich nachvollziehbar. Gerade die Beziehung zu den Eltern ist zwar häufig die intensivste aber auch - siehe Freud - sehr konfliktträchtig und mit tiefen Konflikten behaftete.


  • Welche Übungsanleitung sinnvoll ist, hängt stark von dem Menschen ab, der übt.


    Und genau deshalb finden sich bei Ayya Khema viele verschiedene Anleitungen zur Metta-Meditation.


    Sich davon einzelne herauszugreifen und eine Abweichung von der Theravada-Orthodoxie zu monieren, finde ich unangemessen.
    Das ist weder ein fairer Umgang mit Ayya Khema noch eine sinnvolle Anfängerberatung.

  • Frieden-und-Freude:

    Welche Übungsanleitung sinnvoll ist, hängt stark von dem Menschen ab, der übt.


    Und genau deshalb finden sich bei Ayya Khema viele verschiedene Anleitungen zur Metta-Meditation.


    Prinzipiell wurde nach eine Anleitung für eine bestimmte Metta-Meditation gefragt. Dabei ist die Information, dass es sich um eine abgewandelte bzw. verbesserte Variante einer grundlegenden Metta-Meditation aus dem Palikanon handelt wichtig.


    Man kan sich dann über die spezielle Weiterführung bei Ayyam Khema informieren oder aber über die Grundvariante wie sie in anderen Berichen des Theravada üblich ist. Und dann für einen selber entscheiden, ob man Ayyam Khema in ihrer Verbesserung folgen will, oder ob man konservativen Auslegungen folgen will, und eine Visulisierung für sich selber als nicht sinnvoll erachtet.


    Frieden-und-Freude:


    Sich davon einzelne herauszugreifen und eine Abweichung von der Theravada-Orthodoxie zu monieren, finde ich unangemessen.Das ist weder ein fairer Umgang mit Ayya Khema noch eine sinnvolle Anfängerberatung.


    Ich hatte den Beitrag in den Anfängerbereich verschoben ( wo kilaya moderiert) wo wir versuchen, deartige Meta-Diskussionen nicht zu führen.


  • Lieber Patrick,
    freut mich, dass Du die Liebende Güte für Dich entdeckst, für mich ist das der Kern meiner Praxis.
    Ich übe diese nach dem Visuddhi Magga wie von Sudhana zitiert, also ohne "goldenes Licht". Wenn das Licht Dir im Moment hilft, sehe ich nichts, was dagegen spricht. Du solltest aber irgendwann üben, auch das los zu lassen und nur Dein Gefühl wirken zu lassen. Wenn ich mich ganz "verstockt" fühle, dann bringe ich mich manchmal mit einem extrem witzigen Photo meiner Enkel in Metta-Stimmung.


    Da Übung und Entwicklung nicht nur beim "formellen" Meditieren stattfindet: Hier gibt es einen schönen Blog (leider nur in Englisch) zum Thema: "100 days of loving kindness".


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Frieden-und-Freude:

    Welche Übungsanleitung sinnvoll ist, hängt stark von dem Menschen ab, der übt.

    Das ist unbestritten. Ich hatte ja auch darauf hingewiesen, dass Metta-Meditation mit Visualisierung z.B. bei Triratna üblich ist. Das sind allerdings keine Theravadin. Auch im tibetischen Tonglen wird mit Lichtvorstellungen gearbeitet.

    Frieden-und-Freude:

    Und genau deshalb finden sich bei Ayya Khema viele verschiedene Anleitungen zur Metta-Meditation. Sich davon einzelne herauszugreifen und eine Abweichung von der Theravada-Orthodoxie zu monieren, finde ich unangemessen.

    Was Du findest, darfst du gerne behalten. Zunächst einmal - "herausgegriffen" hast Du selbst zwei. "Moniert" habe ich da gar nichts, nur festgestellt, dass die beiden Anweisungen in einer dieser Anleitungen, nämlich konkret

    Zitat

    Now we think of our parents, whether they're still alive or not

    und

    Zitat

    We think of those people who are nearest and dearest to us.

    im Theravada insbesondere für Anfänger als problematisch angesehen werden. In der verlinkten Literatur kann man auch nachlesen (und mE auch nachvollziehen), warum von so etwas ausdrücklich abgeraten wird. Darum, um die dort vorgebrachten Gegenargumente geht es, nicht um irgendeine "Orthodoxie".

    Frieden-und-Freude:

    Das ist weder ein fairer Umgang mit Ayya Khema

    Was bitteschön soll das mit "Fairness" zu tun haben? Wenn ich sage, dass das so keine Theravada-Praxis ist, dann ist das nun einmal Fakt. Wenn Ayya Khema Gründe dafür hatte, die Warnung, insbesondere Anfänger sollten mettābhāvanā nicht auf Verstorbene und nicht auf besonders nahe und geliebte Personen richten, zu ignorieren, wäre ich interessiert daran, sie zu hören. Da Du meinst, sie so vehement verteidigen zu müssen - wäre das, also ein sachliches Argumentieren, nicht angemessener als persönliche Angriffe und ein unkonkretes Herummäkeln am Visuddhimagga als "oftmals fragwürdig, dogmatisch und wenig praxisnah"? Gerade die Warnhinweise, um die es hier geht, sind im Gegenteil ausgesprochen praxisnah.

    Frieden-und-Freude:

    noch eine sinnvolle Anfängerberatung.

    Genau das - nämlich auf mögliche Probleme bei einer bestimmten Herangehensweise und darauf, wie man sie vermeidet, deutlich hinzuweisen ist "eine sinnvolle Anfängerberatung". Bedauerlich, wenn du das anders siehst. Aber damit kann ich leben.


    ()

  • Sudhana:

    Wenn Ayya Khema Gründe dafür hatte, die Warnung, insbesondere Anfänger sollten mettābhāvanā nicht auf Verstorbene und nicht auf besonders nahe und geliebte Personen richten, zu ignorieren, wäre ich interessiert daran, sie zu hören.


    Meine Motivation, auf Fragen von jemand zu antworten, der erste Erfahrungen mit Meditation macht, besteht einfach darin, hilfreich zu sein.
    Deshalb investiere ich dafür immer wieder Zeit.


    Probleme mit Meditationsanleitungen können an ganz verschiedenen Stellen auftreten. Das ist sehr individuell und meistens nicht vorhersehbar.


    Allein die Behauptung, es gäbe da generell und bei allen oder den meisten Meditierenden gravierende Probleme damit, liebende Güte auf Verstorbene oder auf besonders nahe und geliebte Personen zu richten, schafft eher Probleme, die vorher meistens gar nicht vorhanden waren.
    Denn derjenige, der solche Behauptungen macht und mit vermeintlich autoritativen Quellen belegt, fokussiert die Aufmerksamkeit des Praktizierenden auf etwas (scheinbar) Problematisches. Das wirkt wie eine negative Suggestion.


    Ich werde nur dann auf Probleme mit einer Meditationsanleitung von Ayya Khema eingehen, wenn mir jemand etwas von tatsächlichen Problemen erzählt.


    Diskussionen mit Dir möchte ich nicht führen. Die Gründe dafür habe ich Dir an anderer Stelle ausführlich erläutert.
    Ich bitte das zu respektieren.

  • In dem von Tychiades zitierten Text ( http://www.zeh-verlag.de/download/indakametta.pdf ) heißt es zum Verhältnis zwischen Metta und Liebe:


      Wir haben ‚Metta’ mit ‚Liebe’ zu übersetzen. Wenn wir jemanden
      lieben, wünschen wir, dass sich diese Person wohl fühlt. Wir möchten,
      dass diese Person glücklich und zufrieden ist, und dass sich alle
      Bereiche ihres Lebens mühelos entfalten.
      Es gibt drei Arten der Liebe: Metta Liebe, tanha Liebe und gehassita
      pema Liebe.



      • Metta Liebe ist von Verstrickungen frei. Sie ist friedvoll und heiter. Es ist eine Art der Liebe, die vom Wunsch für das Wohlbefinden und Glück anderer Lebewesen durchdrungen ist.


      • Tanha Liebe ist eine Art der Liebe, die voller Verstrickungen
        ist. Tanha Liebe ist sengend. Es ist die Liebe zwischen Paaren.



      • Gehassita pema Liebe ist eine Art der Liebe, die unter
        Familienmitgliedern zu finden ist. Diese Art der Liebe ist durch
        einen etwas schwächeren Grad von Verstrickung gekennzeichnet wie z.B. die Liebe der Eltern für ihre Söhne und Töchter, die Liebe der Kinder für ihre Eltern, die Liebe der älteren Schwestern und Brüder für ihre jüngeren Geschwister oder die Liebe zwischen Freunden, resp. Freundinnen. In dieserArt der Liebe finden wir einen gewissen Grad von Verstrickung, doch sie ist nicht sehr stark. Das echte Metta, das aus dem Wunsch für das Wohlergehen und Glück der anderen Person entsteht, ist stärker. Wann wird es offensichtlich, dass Anhaftung ein Teil der gehassita pema Liebe ausmacht? Tanha oder die Natur der Verstrickung wird offensichtlich, wenn die Mutter, der Vater, der Sohn oder die Tochter gestorben ist. Und wie zeigt es sich? Wenn ein Familienmitglied stirbt, weinen und klagen die Leute gewöhnlich. Geistig und körperlich geht es ihnen schlecht; kurz gesagt, sie leiden sehr. Das Leiden entsteht als eine Folge der Verstrickung. Falls eine Person von Verstrickung frei wäre, warum würde sie wohl weinen und klagen? Würde sie leiden? Erst zu diesem Zeitpunkt können wir wissen, ob unser Metta echt und unverfälscht ist oder nicht.


      Jetzt ist natürlich die Frage, ob für den Anfang diese feine Unterscheidung zwischen bedingungslosem Wohlwollen und familiärer Liebe wichtig ist, oder ob man das erstmal vernachlässigen kann. Der Autor (Sayadaw u Indaka) sieht es in Anschluß an die Tradition so, dass die beiden anderen Arten von Liebe der "nahe Feind von Metta" sind:


        Warum ist wohl Liebe, Begehren oder tanha der nahe Feind von Metta und Hass oder dosa der ferne Feind von Metta? Liebe, Begehren oder tanha ist der nahe Feind, weil diese Geisteszustände sich sehr einfach in das Metta-Herz einschleichen können. Und wenn sie sich im Herz eingenistet haben, mag es plötzlich mit Begehren gefüllt sein, ohne dass wir uns dessen gewahr sind. Begehren ist ein sehr guter Schauspieler, der uns glauben macht, dass es Metta ist. Für Hass oder dosa ist es viel schwieriger ins Herz einzudringen, weil wir seine Anwesenheit sofort wahrnehmen. Darum wird in den Schriften gesagt, dass Begehren der nahe Feind und Hass der ferne Feind ist. Um es noch etwas genauer zu sagen: Metta ist hilfreich und unterstützend und sieht die gute Seite von irgendwelchen Dingen. Tanha oder Begehren hingegen tut so, als wäre es hilfreich und unterstützend, und gibt lediglich vor, den positiven Aspekt der Dinge zu sehen.
        ..
        Es ist ungemein schwierig, diese beiden Geisteszustände zu unterscheiden, weil es in der gewöhnlichen Umgangssprache (in Myanmar) zur Gewohnheit geworden ist, das Wort Metta für Liebe zu benützen. Sogar studierte Leute müssen aufpassen, dass sie diese beiden Geisteszustände klar und genau verstehen und unterscheiden können. Aus diesem Grund werden Liebe, Begehren oder tanha als der nahe Feind von Metta bezeichnet.


    Für einen Ordinierten, der ja Eltern und Familie entsagt hat, kann es ja sehr turbulente Gefühle auslösen, wenn er auf einmal an seine Mutter, seine Geschwister und seine Jugendliebe denken muss, die er zurückgelassen hat. Das was als Wohlwollen beginnt, kann alte Sehnsüchte nach Geborgenheit und Nähe wiederbeleben. Wenn man bei der Mettameditation danach wieder ne Reihe heulender oder heimwegkranker Novizen trösten muss, oder sogar "Deserteure vom Mönchstum" zu beklagen hat, kann es ja schon von daher Sinn machen, das auszusparen.


    Was ja für einen im Leben stehender Laie, der ja aktive Beziehungen zu seinen Anghörigen hat, weniger relevant ist.

  • void:

    Was ja für einen im Leben stehender Laie, der ja aktive Beziehungen zu seinen Anghörigen hat, weniger relevant ist.

    Anhaftungen der von Dir beschriebenen Art mögen für einen Ordinierten "relevanter" sein als für Laien. Was aber nichts daran ändert, dass ein kammaṭṭhāna, das Anhaftung erzeugt oder verstärkt, schlicht kontraproduktiv ist. Ganz gleich, ob der Ausübende Ordinierter oder Laie ist.


    ()

  • Sudhana:

    Anhaftungen der von Dir beschriebenen Art mögen für einen Ordinierten "relevanter" sein als für Laien. Was aber nichts daran ändert, dass ein kammaṭṭhāna, das Anhaftung erzeugt oder verstärkt, schlicht kontraproduktiv ist. Ganz gleich, ob der Ausübende Ordinierter oder Laie ist.


    ()


    Also in der weiter oben geposteten Beschreibung der Metta
    Meditation nach Ayya Khma ( http://www.leighb.com/goldlite.htm ) ist es so das man erstmal von nahen Angehörigen ausgeht, denen gegenüber man Wohlwollen hegt, um dieses Wohlwollen dann schrittweise auf Freunde, Bekannte und Unbekannte auszuweiten.


    Die Angehörigen sind also nicht diejenigen gegenüber denen primär Metta entwickelt werden soll, sondern die Beziehung gegenüber dient als Referenz.


    Und da denke ich das für einen Ordinierten der Gedanke an die Mutter etwas ist, was ganz viele Anhaftungen neu aktiviert. Aber wenn ich an meine Mutter denke, dann ist das jetzt kein Sehnsuchtsobjekt sondern erstmal nur ein Mensch an dem ich hänge, was aber durch eine Mettameditation nach Ayyam Khema nicht viel mehr oder weniger würde.


    Oder wäre es so das allein die Fokusierung ausreicht, Gefühle der Zuneigung zu verstärken und ich dann häufiger mit ihr telefoniere, mir mehr Sorgen um ihr Altern mache usw?

  • void:

    Aber wenn ich an meine Mutter denke, dann ist das jetzt kein Sehnsuchtsobjekt sondern erstmal nur ein Mensch an dem ich hänge, was aber durch eine Mettameditation nach Ayyam Khema nicht viel mehr oder weniger würde.


    Oder wäre es so das allein die Fokusierung ausreicht, Gefühle der Zuneigung zu verstärken und ich dann häufiger mit ihr telefoniere, mir mehr Sorgen um ihr Altern mache usw?


    Probiere das doch einfach mal ein paar Tage aus, dann hast Du die Antwort darauf.


    Solche Fragen lassen sich nicht durch theoretisches Reflektieren beantworten, sondern nur durch individuelle Erfahrung, die bei verschiedenen Menschen jeweils unterschiedlich sein kann.

  • Der Ursprung liebevoller Güte liegt sehr klar in der Mutter – Kind – Bindung, in evolutionärer Hinsicht und in Hinsicht auf die eigene frühkindliche Entwicklung. Naturgemäß gibt daher diese Fokussierung auf die eigene Mutter oder das eigene Kind vielen Menschen die beste Starthilfe, um liebevolle Güte zu vertiefen und eine solche Stimmung zu finden, die das generelle Zusammenspiel mit anderen betrifft.


    (Wenn ich mich recht erinnere, spricht der DL im Zusammenhang mit dem Rückgriff auf frühes Beziehungserleben von einer "Tür zur inneren Stärke". Auf die bekannte Metta Sutra sei bezüglich Mutterliebe verwiesen.)


    Wird etwa die eigene Mutter als Starthilfe fokussiert, so ist doch sehr wahrscheinlich, dass es auch zu einer Verstärkung der positiven Qualität dieser Beziehung kommt. Die liebevolle Empfindung wird also auch spontan intensiver da sein, wenn man der Mutter begegnet und in aller Regel ein entsprechendes Echo erfahren.


    Anhaftung im Sinne liebevoller Güte bildet unsere Menschlichkeit. Ich glaube aber, dass liebevolle Güte für die eigene Mutter keine Trauer vorbereitet, die nicht zu bewältigen wäre, da sich eben zugleich auch die Empfindung für andere Menschen vertieft.


    Auch romantische Liebe und erotisches Begehren haben wohl mit diesem Ursprung zu tun, doch mischt sich hier ein evolutionärer Wettbewerb hinzu, wo es darum geht, für sich das Beste rauszuholen. Hier eine Unterscheidung zu treffen und gegenüber einer begehrten Person allein liebevolle Güte zu fokussieren, scheint mir nicht ganz einfach.

  • Karnataka:

    Der Ursprung liebevoller Güte liegt sehr klar in der Mutter – Kind – Bindung, in evolutionärer Hinsicht und in Hinsicht auf die eigene frühkindliche Entwicklung. Naturgemäß gibt daher diese Fokussierung auf die eigene Mutter oder das eigene Kind vielen Menschen die beste Starthilfe, um liebevolle Güte zu vertiefen und eine solche Stimmung zu finden, die das generelle Zusammenspiel mit anderen betrifft.


    Ja, die liebevolle Gesinnung die eine Mutter zum Kind hat (bei normalen Verhältnissen), ist doch eine heilsame und natürliche Ausgangsbasis für Metta.

    Zitat

    „Wie eine Mutter ihren eigenen Sohn, Ihr einzig Kind mit ihrem Leben schützt, so möge man zu allen Lebewesen Entfalten ohne Schranken seinen Geist!“ (Sutta Nipata, Metta Sutta)


    Wenn man etwas von dieser ehrlichen und selbstlosen Güte erfahren hat kann sich diese Gesinnung auch natürlich von selber einstellen als Ideal zwischenmenschlicher Beziehungen, wenn man nicht durch unglückliche Veranlagung oder durch schlechten Einfluss eine unheilsame Gesinnung entwickelt.