Ursprung des Amithaba-Buddhismus?

17 Antworten. Letzter Beitrag () ist von mukti.

  • Hallo,


    bislang konnte ich im Internet nur finden, dass der Amithaba-Buddhismus im 1./2. Jahrhundert in Indien entstanden ist (Wikipedia). Irgendjemand muss ja zuerst darauf gekommen sein, gibt es denn niemanden der als Begründer gilt? Meines Wissens wird im Palikanon so ein Buddha des reinen Landes nicht erwähnt, noch taucht der Name Amithaba auf. Teile des chinesischen Kanons sind angeblich mindestens so alt wie die ältesten Überlieferungen des Palikanons, wird er dort irgendwo erwähnt? Oder worauf beruft sich diese Lehre, wenn sie nicht von Gautama Buddha stammt, gibt es sowas wie eine erste Offenbarung des Amithaba?

    Mich interessiert bei jeder Lehre immer ihr Ursprung, deshalb frage ich das.


    Liebe Grüße

  • Möglicherweise hat Jesus den Amitabha-Buddhismus gegründet. Nach meiner Auffassung ist er nicht am Kreuz gestorben, sondern nach Nordindien geflüchtet. Dort starb er im Jahre 80. Genau zu dieser Zeit entwickelte sich dort die Lehre vom Buddha Amitabha. Jesus wollte mit dieser Lehre die Inder erreichen. Möglicherweise hat auch ein Inder die Lehre von Jesus übernommen und in buddhistische Begriffe umgewandelt. Jedenfalls weist der Amitabha-Buddhismus erstaunliche Ähnlichkeiten mit der christlichen Lehre auf.

  • Habe ich noch gefunden,

    LG mkha‘


    Amithaba
    "Grenzenloses Licht" einer der wichtigsten und volkstümlichsten Buddhas des Mahayana; Herrscher über das "Westliche Paradies" Sukhavati (Reines Land). Amithaba steht im Zentrum der Schule des Reinen Landes des chin. und jap. Buddhismus (Amidismus)

    Amida
    japanisch für Amithaba

    Amidismus

    Oberbegriff für all jene Schulen des chinesischen und japanischen Buddhismus, die als Mittelpunkt ihrer Lehre den Buddha Amitabha haben. Diese sind u.a. Reines-Land-Schule, Jodo-shu und Jodo-shin-shu.

    Amita
    sanskrit -> Amithaba

    Amithayus
    sanskrit "Unermeßliches Leben" Erscheinungsbild des Buddha Amithaba.

    Darstellung sitzend und ein Nektargefäß in Händen haltend.


    Amidismus der Buddhismus des Reinen Landes:

    https://www.univie.ac.at/rel_jap/an/Geschichte/Amidismus


    [PDF]Der Amida-Kult Japans: Pseudo-Buddhismus, Travestie des ...

    https://www.buddhismuskunde.un…..in.../bd9-k05kleine.pdf


    Anjin-ketsujō-shō

    https://de.wikipedia.org/wiki/Anjin-ketsuj%C5%8D-sh%C5%8D

  • Danke für die Antworten und Texthinweise, habe das weitgehend gelesen. Wie es aussieht sind grundlegende Elemente des Amithaba-Buddhismus schon bald nach dem Parinibbana des Buddha Shakyamuni entstanden. Im Laufe der Zeit hat sich das, möglicherweise auch durch Einflüsse des Vedischen und anderer Religionen, bis zur heutigen Form entwickelt.

  • Möglicherweise hat Jesus den Amitabha-Buddhismus gegründet. Nach meiner Auffassung ist er nicht am Kreuz gestorben, sondern nach Nordindien geflüchtet. Dort starb er im Jahre 80. Genau zu dieser Zeit entwickelte sich dort die Lehre vom Buddha Amitabha. Jesus wollte mit dieser Lehre die Inder erreichen. Möglicherweise hat auch ein Inder die Lehre von Jesus übernommen und in buddhistische Begriffe umgewandelt. Jedenfalls weist der Amitabha-Buddhismus erstaunliche Ähnlichkeiten mit der christlichen Lehre auf.

    Ist das nicht die Auffassung des Ahmadiyya?

  • Namaste!


    Ich lese gerade "Geburt aus dem Lotus - Jingtu - der Weg des Lauteren Landes" von Roland Berthold, einem verstorbenen deutschen Dharma-Lehrer aus der chinesischen Mahayana-Tradition. Darin wird in den ersten Kapiteln auch anhand von Zitaten aus dem Pali-Kanon verdeutlicht, dass die grundlegenden Ideen zum Amida-Buddhismus alle bereits im frühen Buddhismus enthalten waren, wobei allerdings die "Person" des Buddha Amida (Amitabha / Amitayus) namentlich erst in den frühen Mahayana-Sutras auftaucht - die natürlich auch Buddha Shakyamuni zugeschrieben werden. [Der Pali-Kanon ging ja in "seiner Sanskrit-Form" in wesentlichen Teilen in den chinesischen (und später japanischen) Kanon ein; in Japan sind das z. B. die Agon Kyô.)

    Das Buch kann ich jetzt schon jedem Interessierten am Thema empfehlen, auch, wenn ich es noch nicht "durch" habe.


    Die Theorie (und mehr ist es ja nicht), dass Jesu' Lehren oder gar er selbst Auslöser des Amida-Buddhismus sind, halte ich für ziemlich gewagt.

    Brahmanistisch- Hinduistische Einflüsse und auch persische Einflüsse (vielleicht Zarathustra oder auch Mani) auf den indischen Mahayana-Buddhismus [wechselseitig, in beide Richtungen!] sind zweifellos gegeben.

    Es ist mehr als wahrscheinlich, dass die "Person" des Buddha Amida in Indien schon bekannt war, als Jesus ans Kreuz geschlagen wurde,


    Wahrscheinlicher finde ich es, dass er als Bauhandwerker auf großen Baustellen wie Sepphoris oder Cäsarea gearbeitet hat - angehenden Weltstädten des Römischen Reichs - und dort von Reisenden auf der Seiden- oder Weihrauchstraße auch die Lehren Buddhas vernommen hat. Davon floss dann einiges in seine Lehren ein - derjenige Teil, der sich nicht so ganz mit den jüdischen oder griechisch-/römischen Vorstellungen deckt.

    Aber auch das ist nur eine Theorie... - wir werden es nie erfahren!


    < gasshô >


    Benkei


    Namo-Amida-Butsu

    "Allmorgendlich beginne ich meinen Tag damit, den Spiegel zu polieren;
    Täglich türme ich neue Staubschichten auf;
    Allabendlich beende ich meinen Tag damit, weiter zu polieren;
    Und scheinbar wirbelt auch ein Schlafender noch Staub auf."
    HôShin

  • Namaste!


    Ich lese gerade "Geburt aus dem Lotus - Jingtu - der Weg des Lauteren Landes" von Roland Berthold, einem verstorbenen deutschen Dharma-Lehrer aus der chinesischen Mahayana-Tradition. Darin wird in den ersten Kapiteln auch anhand von Zitaten aus dem Pali-Kanon verdeutlicht, dass die grundlegenden Ideen zum Amida-Buddhismus alle bereits im frühen Buddhismus enthalten waren, wobei allerdings die "Person" des Buddha Amida (Amitabha / Amitayus) namentlich erst in den frühen Mahayana-Sutras auftaucht - die natürlich auch Buddha Shakyamuni zugeschrieben werden.

    Irgendwo in den Links von mkha' habe ich gelesen, dass im Palikanon einmal ein Buddha Amithaba erwähnt wird, allerdings ohne die Attribute die ihm im Amithaba Buddhismus zugeschrieben werden.

  • In M123 und DN14 werden Bodhisattvas beschrieben. In M123 wird Tusita erwähnt. Das relevante daran ist imho der wiederholende Prozess (sh. DN14). Dh. dass dort ein Licht erschien und in diesem Licht alle Wesen einander wahrnahmen.



    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reines_Land

    Denn von denen in der Welt, die gut schlafen, bin ich einer. AN 3.35

  • In M123 und DN14 werden Bodhisattvas beschrieben. In M123 wird Tusita erwähnt. Das relevante daran ist imho der wiederholende Prozess (sh. DN14). Dh. dass dort ein Licht erschien und in diesem Licht alle Wesen einander wahrnahmen.



    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reines_Land

    In Tusita war das vorige Leben des Buddha Shakyamuni, von dort ist er in unsere Welt gekommen. Ich sehe da jetzt eigentlich keinen Zusammenhang mit Amithaba. In DN 14 sind Buddhas der Vergangenheit aufgezählt und beschrieben, Amithaba ist da allerdings nicht dabei.

  • Ich wollte damit ausdrücken, dass es nicht nur Amitabha gibt, der im reinen Land geboren wurde und es das reine Land (quasi) auch im PK gibt. Hast du mal ein Sutra über das reine Land gelesen?


    http://www.prajna.de/lehrreden-des-buddha.html

    Denn von denen in der Welt, die gut schlafen, bin ich einer. AN 3.35

  • Dann habe ich deine Frage falsch verstanden und es ging dir wirklich nur um den Namen.

    Naja die Sache mit dem reinen Land ohne Wiederkehr gibt es im PK auch, ein Buddha Amithaba wird angeblich irgendwo im PK kurz erwähnt, da lassen sich schon Ursprünge des Amithaba-Buddhismus in den alten Lehren erkennen. Wie sich das dann genau zum heutigen Amithaba-Buddhimus entwickelt hat, ist wohl nicht mehr feststellbar, es gibt einige Theorien darüber.

  • Zitat

    Bhojanadāyaka Thera. Ein Heiliger. Thirty one kappas ago he gave a meal to Vessabhū Buddha. Twenty fünf kappas ago he was a König named Amitābha. Apadāna.i.253.

    http://www.palikanon.com/namen/b/b.htm


    Zitat

    Ekasaññaka Thera. An arahant. Thirty-one kappas ago he saw a rag-robe hanging in the forest, and gladdened by the sight worshipped it.

    Twenty-five kappas ago he was a king named Amitābha. Apadāna.i.210f.

    http://www.palikanon.com/engli…names/e/ekasannaka_th.htm


    Die Apadana finden sich im Khudaka Nikaya
    https://suttacentral.net/tha-ap


    Die reinen Buddaländer (buddhakshetra) wie z.B. Sukhavati, Oddiyana (Padmasambhava, usw. finden sich meist im Akaniṭṭhā/Akanishta-Bereich.

    Zitat

    8. Die Reinen Gefilde - suddhāvāsā

    Auch für diesen Bereich ist das Erreichen des 4. Jhāna (Vertiefungsstufe) Bedingung.

    I. Avihā - langlebiger Bereich [2000 Weltzeitalter]; Die Bezeichnung "nicht Fallende" kommt daher, da die meisten hier geborenen Wesen so genannte Anāgāmin (Nichtwiederkehrer) sind. Viele von ihnen erreichen hier direkt die Arahatschaft, andere vergehen hier und werden in ähnlichen, höheren Welten der Reinen Gefilde wiedergeboren, bis sie dann schließlich ihre letzte Existenz in der Akaniṭṭhā-Welt haben. Diese heißen in Pāli Uddhaṃsotas, "die stromaufwärts Gehenden". Die Höhe dieser Welt ist 10.485.760 yojanas über der Erde.

    II. Atappā - Bereich der ruhigen Freude [4000 Weltzeitalter]; Wird auch die Welt der "Ungestörten" genannt. Für Devas, die Gemeinschaft mit niedrigeren Bereichen wünschen. Die Höhe dieser Welt ist 20.971.520 yojanas über der Erde.

    III. Sudassā - Bereich der Schönheit [8000 Weltzeitalter]; Es wird gesagt, dass hier vier Arten von Anāgāmin wiedergeboren werden. Die Höhe dieser Welt ist 41.943.040 yojanas über der Erde.

    IV. Sudassīna - klarsichtig / hellsichtiger Bereich; Die "klar-sehenden" Devas leben in einer Welt ähnlich und feundschaftlich mit der Akaniṭṭhā-Welt. Die Höhe dieser Welt ist 83.886.080 yojanas über der Erde.

    V. Akaniṭṭhā - höchster Bereich [16000 Weltzeitalter]; Die Welt der Devas "gleich in Rang" (literarisch: keinen als Jüngeren/Geringeren habend). Die höchste aller Rūpadhātu-Welten ist oft die Referenzangabe zu den höchsten/extremsten Welten des Universum. Der derzeitige Herrscher Sakka wird eventuell hier wiedergeboren. Die Höhe dieser Welt ist 167.772.160 yojanas über der Erde.

    http://www.satinanda.de/dhamma/daseinsformen_der_wesen.html

  • Toll verrückter-narr , du hast "Amitābha" im Palikanon gefunden. Allerdings als Name eines Königs, das könnte auch eine zufällige Namensgleichheit mit dem Buddha Amithaba sein denke ich mal.

    Die reinen Buddaländer (buddhakshetra) wie z.B. Sukhavati, Oddiyana (Padmasambhava, usw. finden sich meist im Akaniṭṭhā/Akanishta-Bereich.

    Da hab ich auch noch mal nachgesehen:

    Zitat

    Akaniṭṭhā devā

    Eine Götterklasse der höchsten, letzten Götterbereiche oder Himmelskreise, der nur den Anāgāmins, den 'Niewiederkehrenden' erreichbar ist. Es ist die höchste der fünf Suddhāvasā Welten, der Reinen Stätten (siehe D14, D33 mit Fussnoten und VisM.23).

    .......
    http://www.palikanon.com/namen/am/akanitthaa_devaa.htm

  • "Amitābha" ist meiner Meinung nach kein "persönlicher" Name, sondern eher eine Beschreibung der Eigenschaften der betreffenden Person, genauso wie auch "Shakyamuni" nicht der persönliche Name des Buddhas unseres Zeitalters ist.
    In dieser Magisterarbeit wird auch noch auf die Geschichte und den Ursprung des Amitabha eingegangen.
    http://dardo.de/eigenes/Magist…des%20Reinen%20Landes.pdf


    Interessant ist auch die Figur des Buddha Aparimitāyu(r/s), der neben Amitābha und Amitāyus auch in Sukhavati verweilen soll.
    https://de.scribd.com/document…Land-in-Medieval-Buddhism
    https://dharmawheel.net/viewtopic.php?t=24370

  • "Amitābha" ist meiner Meinung nach kein "persönlicher" Name, sondern eher eine Beschreibung der Eigenschaften der betreffenden Person, genauso wie auch "Shakyamuni" nicht der persönliche Name des Buddhas unseres Zeitalters ist.
    In dieser Magisterarbeit wird auch noch auf die Geschichte und den Ursprung des Amitabha eingegangen.
    http://dardo.de/eigenes/Magist…des%20Reinen%20Landes.pdf

    Amithaba bedeutet angeblich "Unendliches Licht".


    Danke für die Magisterarbeit, daraus entnehme ich Folgendes:


    Möglicherweise war die früheste Verbreitung der Amithaba-Verehrung im 2. Jh. v.Chr. im Gebiet Baktriens (heutiges Afghanistan und Pakistan) als Laienbewegung, aber ohne eigenständige Amithaba-Schule.

    Das früheste Sutra in dem Amithaba und das reine Land erwähnt werden, scheint das Lotussutra zu sein, das laut Wikipedia ca 50 v. Chr. entstanden ist.

    Nagarjuna (150-250) hat das Streben nach dem reinen Land des Amithaba als eine der buddhistischen Praktiken entwickelt und Vasubandhu (4./5.Jh) hat es als alleinige Praxis dargestellt. Auf ihn bezogen sich die Gelehrten dieser Entwicklungslinie, aus der später die Schule des reinen Landes entstand.