Buddha-Natur ?

175 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Aravind.

  • Hallo!


    Wie schon in einem Anderen Thema erwähnt habe ich mich vorerst für den Dzogchen entschieden.

    Dort wurde die Buddha-Natur erwähnt und das innere Licht.

    Da frage ich mich was die Buddha-Natur nun ist, aus Buddhistischer Sicht ?


    Ich habe gelesen das ein Buddha Anwährter drei Körper anlegt.


    1: Es beginnt mit der Stufe des Nirmanakaya (Körper der Transformation)

    2: Dann den Sambhogakaya (Körper des Segens oder Körper der Inspiration)

    3: Dann legt man den Dharmakaya an (Körper des großen Gesetzes oder Körper der ersten Ursache)


    Wenn man diese drei Körper vereint und gleichzeitig erfährt, nennt man das Vajrakaya.


    Wie kann ich die drei Körper vereinen und gleichzeitig erfahren ? Weis das wer ?


    Freue mich auf Antworten.


    MFG

    Freddo999


    PS: Ich meine, das die drei Körper die Buddha-Natur ist.

  • Die Buddha Natur ist das unvergängliche, das Zeitlose was immer hier und jetzt erfahrbar wird.

    Im Jetzt erfahren wir die Wirklichkeit durch Beobachtungen, Gedanken und Gefühle. Wir können diese Erfahrungen entweder annehmen, verändern oder loslassen. Dafür gibt es in vielen spirituellen Traditionen Bezeichnungen und Wege dies immer freier zu erleben und dadurch weniger Leid zu erfahren.

    Die Vereinigung bedeutet dies mühelos im hier und jetzt zu erfahren .


    Welches Leid erfährst Du in diesem Augenblick? Möchtest Du es verändern, dann inspiriert es Dich und gibt Dir Raum für etwas neues.

    Wenn Du jetzt kein Leid erfährst, dann hast Du die drei Körper bereits vereint.

  • Hallo die Trikaya sind Ausdruck der Buddhanatur


    Ansonsten gibt es einige Literatur zur Buddhanatur siehe dazu den aktuellen Literaturthread zum Dzogchen.


    Liebe Grüsse

    Tobias

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

  • Wo soll der Literaturthread sein ? Im meinem Thema über den richtigen Lehrer ?


    Edit: Hier mal ein Link zur Buddha-Natur: Buddha-Natur

    Hallo


    hier

    gemeint habe ich das Große Dzogchen Handbuch. Wobei es hier eher um die Meditation über die Buddhanatur geht.


    Zur Vertiefung: Der kostbare Schmuck der Befreiung Kapitel 1 von Gampopa


    Edit: falls es dir um etwas eher intelektuelles geht; weil du ja speziell nach den Kayas gefragt hast schau mal


    hier



    Liebe Grüße

    Tobias

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

    Einmal editiert, zuletzt von Alaya () aus folgendem Grund: Ergänzung

  • hier

    Der kostbare Schmuck der Befreiung Kapitel 1 von Gampopa, kommt das in dem Dzogchen Handbuch vor oder in einem andrern Buch ?


    Weil ich muss mir die beiden Bücher erstmal kaufen.

    Mit welchen würdet ihr anfangen ?

    Ich würde mit dem Klassiker anfangen und das Handbuch kaufen.


    Nein, Es ist ein Bisschen die Frage was genau du willst.


    Wenn es dir rein um die 3 Kayas in der Theorie geht schau mal hier


    Ansonsteen ist das Große Dzogchen Handbuch ein eher praktisches Buch.

    und wenn es um Dzogchen geht sehr gut.


    Einzelne Begriffe würde ich wenn ich es unbedingt wissen wollen würde eher im Internet nachschauen, Aber am Ende geht es ja nicht um Begriffe sondern um die Einheit von Theorie und Praxis. Ich würde mich also an deiner Stelle nicht an einzelnen Begriffen aufhalten sondern eher mit der Meditation über die Buddhanatur.

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

  • Da frage ich mich was die Buddha-Natur nun ist, aus Buddhistischer Sicht ?


    Buddhanatur - auch Skrt. thatagatagarbha => Essenz eines Vollendeten =>


    die im Geist eines jeden vorhandene Voraussetzung für das Erlangen der höchsten Erkenntnis -> muss durch eigenes Bemühen gepflegt und zum Wachsen gebracht werden, bis sie sich umwandelt in vollkommene Eigenschaften des Buddha.


    Buddhanatur – zwei Arten:


    a) die natürlich anwesende

    b) die zu entwickelnde


    Die natürlich anwesende Buddhanatur (das uns innewohnende Potential für die Erleuchtung), das alle Lebewesen seit anfangsloser Zeit in sich tragen, ist die Grundlage für die zu entwickelnde Buddhanatur, die sich - auf Basis der natürlich anwesenden - durch Hören des Dharma, Kontemplation und Meditation in die zu entwickelnde Buddhanatur wandelt.

    Wie kann ich die drei Körper vereinen und gleichzeitig erfahren ?

    Zwar heißt es, alles sei hervorragend vollkommen bereits in uns angelegt, aber bis zur Erleuchtung gibt es noch viel zu tun, Freddo.


    Aus meiner Jahrzehnte alten "Zettelbox" (sorry, aber eine Quelle für das, was ich hier einsetze, kann ich leider nicht mehr angeben.)


    Trikaya => Symbole für Körper, Rede und Geist des Buddha.


    Die Ursprünge:

    - der Buddha als Mensch - sein Körper

    - der Buddha als Wort - seine Lehre

    - der Buddha als Heilsaktivität - Kraft seiner Lehre


    Der Dharmakaya ist im Mahayana eine Bezeichnung für das allwissende Bewusstsein eines Buddha. Er bezeichnet das Absolute, (absolute und begrifflich nicht fassbare Wirklichkeit), an dem jeder, wissentlich oder unwissentlich, teilhat. Es wird in der höchsten Erleuchtung erkannt und ist selbst das Agens des Heilsprozesses.

    Der Nirmanakaya (irdischen Buddhas) sind Manifestationen des Dharmakaya. In ihnen ist die Wirklichkeit des formlosen Dharmakaya durch formhafte Gestalt heilswirkend erkennbar.

    Der Sambhogakaya bezeichnet schließlich jene Wirklichkeit Buddhas, wie sie in den visualisierenden Meditationsformen geschaut werden kann. Er stellt die höchste Vollendung dessen dar, was auf formhafter Ebene von der Wirklichkeit Buddhas erkennbar ist, (Bewusstheit vollendeter Erleuchtung)


    Im Vajrayana kann der Trikaya den verschiedenen Traditionen entsprechend durch unterschiedliche Gottheiten vertreten werden. Zugleich kommt in der ikonographischen Darstellungsweise der Gottheiten der durch sie repräsentierte "Körper" zum Ausdruck


     

    Dharmakaya: Als Verkörperung erscheinen gewöhnlich schmucklos, ohne weitere Attribute u. U. in Yab-Yum dargestellte Buddhas.

    Sambhogakaya: Als Verkörperung erscheinen Gottheiten in fried- u. zornvoller Erscheinungsform mit ihren jeweiligen Attributen.

    Nirmanakaya: Verkörperung durch gewöhnliche, historische, oder mythologische Heilige, Lamas, Yogis, Siddhas usw. -


    Als vierter, die drei Daseinsebenen des Trikaya umfassender "Körper", wird im Tibetischen Buddhismus der svabhavikakaya, mahasukhakaya (tib. no bo ñid kyi sku), oder auch Vajrakaya genannt, der "die Erfahrung der untrennbaren Einheit der drei Körper" beinhaltet.


    ... und diese Erfahrung bedarf der Meditation, die genauso selbstverständlich und ohne besondere Erwartungen sein sollte, wie das Atmen, ...


    Einer meiner Lehrer sagte: Zu meditieren bedeutet hier, über Bestrebung, Anstrengung, Praxis, Ziele, den Dualismus der Gefangenschaft in Samsara und Befreiung etc. hinauszugehen, all dies hinter sich zu lassen … Meditation ist stets perfekt – keine Veranlassung, irgendetwas zu ändern … Alles, was auftaucht ist lediglich Spiel des Geistes …


    Aber das erklärt Dir Vorzugsweise Dein Lehrer, (oder ein User des Forums, der das besser kann, als ich) ... :wink:

  • Danke für deine Antwort.


    OK, Meditation führt also zur Buddha-Natur.

    Welche Meditation sollte ich dafür am besten praktezieren ?

  • Welche Meditation sollte ich dafür am besten praktezieren ?

    Freddo, Du bist doch nun gewiss öfter in dem Dzogchen-Zentrum. Besprich diese Dinge mit dem dort anwesenden Lehrer, oder den Menschen vor Ort. Du hast noch kein Grundwissen, und manches ist einfach noch viel zu speziell.


    Was ich damit meine, erkennst Du gewiss beim Studieren der Links:


    Was ist Dzogchen?
    https://studybuddhism.com/de/t…dzogchen/was-ist-dzogchen

    Wie man über Dzogchen meditiert 


    Teil 1 von 2

    Die Ebenen geistiger Aktivität in Sarma und Dzogchen

    https://studybuddhism.com/de/f…aet-in-sarma-und-dzogchen


    Teil 2 von 2

    Stufen der Dzogchen-Meditation

    https://studybuddhism.com/de/f…n-der-dzogchen-meditation


    LG mkha'

  • Für mich ist das nicht die Buddhalehre sondern eine völlig andere Religion.

  • Lieber Freddo999,

    ich schmeiß mal meinen "Volksglauben" hier rein, der ungetrübt von tiefem Schriftstudium ist: Ich stelle mir Buddhanatur als den Umstand vor, dass Frieden und Befreiung in Dir schon vorhanden sind. So eine Art positive Erbsünde.

    Durch Deine Meditationspraxis legst Du Deinen inneren Frieden und Deine Befreiung quasi frei, indem Du immer mehr Dinge weglässt, die diese verdecken. Namentlich Anhaftung und Verblendung, also auch falsche Vorstellungen, wie die Welt ist oder zu sein hat.


    Welche Meditation? Wenn Du die Dzogchen-Richtung schon ausprobierst, warum nicht diese? Wenn Du Dir Zeit und Geduld zugestehst, merkst Du schon, ob das auf Dauer die richtige für Dich ist. :wink:


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Lieber Freddo999,

    ich schmeiß mal meinen "Volksglauben" hier rein, der ungetrübt von tiefem Schriftstudium ist: Ich stelle mir Buddhanatur als den Umstand vor, dass Frieden und Befreiung in Dir schon vorhanden sind. So eine Art positive Erbsünde.

    Durch Deine Meditationspraxis legst Du Deinen inneren Frieden und Deine Befreiung quasi frei, indem Du immer mehr Dinge weglässt, die diese verdecken. Namentlich Anhaftung und Verblendung, also auch falsche Vorstellungen, wie die Welt ist oder zu sein hat.


    Welche Meditation? Wenn Du die Dzogchen-Richtung schon ausprobierst, warum nicht diese? Wenn Du Dir Zeit und Geduld zugestehst, merkst Du schon, ob das auf Dauer die richtige für Dich ist. :wink:


    Liebe Grüße, Aravind.

    Danke für deine Antwort.


    Das mit den Dingen weg lassen klinkt einfach. Ist es aber nicht, denke ich.


  • OK, Meditation führt also zur Buddha-Natur.

    Welche Meditation sollte ich dafür am besten praktezieren ?

    Es ist ein Stufenweg, was man praktiziert wenn man mit Hilfe des tibetischen Buddhismus Erleuchtung erlangen will. Die erste Meditation die man macht ist Shamatha= Geistesruhe. Und dann die erste der Vier speziellen Übungen des Ngöndro das ist die Zuflucht.


    Wichtig ist der Guru und die Linie. Daher werden dir die Übungen im Zentrum gesagt werden. Es kann auch sein, dass es nicht Ngöndro ist, aber das würde mich wundern.

  • Für mich ist das nicht die Buddhalehre sondern eine völlig andere Religion.

    Hallo Accina,


    das kann ich sehr gut nachvollziehen. Hier noch ein paar Infos - (doch ich nehme an, dass das für Dich nicht so relevant ist - eher das Leben des Dharmaṣ)


    Besondere Bedeutung für die Entwicklung der Trikaya - Lehre hatte u.a. die Sarvastivada-Schule. Sie gehörte zu den Sthaviravāda, einer Vorläuferschule des Theravāda, die sich jedoch aufgrund differenter Ansichten von den Vibhajjavada, den heutigen Theravādin trennte.


    Es heißt, die Trikaya-Lehre basiere auf der bereits im Palikanon vorgenommenen Identifizierung des historische Buddha mit dem Dharma.

    • der Buddha als Mensch - sein Körper
    • der Buddha als Wort - seine Lehre
    • der Buddha als Heilsaktivität - Kraft seiner Lehre

    Dharma bedeutet hier nicht nur verkündete Lehre, sondern auch die in ihm zum Ausdruck gebrachte Heilswirklichkeit.


    LG mkha'

  • Ok, eventuell wird es Ngöndro sein.

    Shamatha ist also die wahrscheinlich erst Meditation für Anfänger.

    Shamtha ist Sammlung und das ist absolut notwendig für alles. Wenn der Geist rum hüpft wie ein wilder Affe, was er normalerweise meistens tut, dann geht nichts in Richtung Erleuchtung. Es kommt vor, dass jemand gesagt wird, er bräuchte kein Ngöndro aber es kommt nicht vor, dass jemand gesagt wird er bräuchte kein Shamatha/Sammlung. Tibetisch: Shine.

  • Danke für die Links.


    Dann habe ich erstmal zu tun.

    Werde so schnell wie möglich zum Dzogchen Typen in Göttingen gehen.

    Ich habe ja normalerweise keine Probleme mit einer flapsigen Ausdrucksweise, aber bitte gestatte mir doch den Hinweis, das es nicht angebracht ist gegenüber einen potentiellen Lehrer von einem "Dzogchen Typen" zu reden. :eek:

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"