Freier Wille Neuigkeiten zum Dogma

152 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Rupert Reiger.

  • Seit einiger Zeit gibt es immer wieder Argumentationen, dass es den freien Willen nicht gibt.


    Entscheidungen würden mehr als eine Sekunde vor dem denken im Gehirn bereits getroffen.


    Jetzt wurde das Experiment wiederholt mit einem interessanten Ergebnis


    Beitrag beginnt etwa ab Minute 50 Dauer des Beitrags etwa 8 Minuten


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    Liebe Grüße

    Tobias

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

  • Der Wille…..frei oder was?



    Ich kann machen was ich will.

    Dieser im Alltag recht häufig verwendete Slogan versucht den Willen unumschränkte Freiheit zuzubilligen.

    Die vermeintlich unbeschränkte Freiheit bezieht sich aber lediglich auf die gröbste Ebene der Willensfreiheit, nämlich:

    Handlungen auszuüben oder sie nicht auszuüben.

    Auf dieser groben Ebene der Willensfreiheit gibt es keinen Begrenzungsfaktor; es gilt hier nicht das kausale „wenn“>“dann“, sondern lediglich die pragmatische Entscheidung ja“ oder „nein“.


    Die Begrenzung der Freiheit des bejahten Willens bezieht sich zum einen auf das konzeptionelle Erkenntnisvermögen, d.h. auf das was im bisherigen Leben bereits erfahren bzw. wahrgenommen wurde und zum anderen auf das vergnagene Karma, welches als Ergebnis von Willensakten im Bewusstsein vorhanden ist und die mentale Qualität der zukünftigen Handlungen beeinflusst.

    Der Konzeptionelle Begrenzungsfaktor (Erkenntnisvermögen) ist i.d.R. so umfangreich und vielfältig im Bewusstsein präsent, dass hier bei oberflächlicher Betrachtung die Handlungsfreiheit als unbegrenzt zu bewerten ist.


    Die karmische Veranlagung, der mentale Faktor innerhalb des Bewusstseins, grenzt den Willen im dem Maße ein, als der Wille, sofern die Absicht den Willensakt bejaht hat, sich in heilsamen oder unheilsamen Willensakten offenbart.


    In Gang gesetzt wird der Willensakt zunächst durch entsprechende Objekte in Verbindung mit dem Geistfaktor Absicht, nicht aber durch den Willen selbst, denn der verkörpert ja bereits die jeweilige Handlung und schon gar nicht durch „Begehren“, oder einer Art von Art von Begehren wie schon mehrmals vermutet wurde, sondern durch den Faktor Absicht, der auf Objekte in seiner Funktion dahingehend reagiert, dass er festlegt, ob auf einem Objekt ein Willensakt folgt, und wenn ja, ob dieser heilsam oder unheilsam ist. Der weitere Verlauf von Handlungen wird von karmischen Einflüssen und den äußeren Umständen geprägt.


    An dieser Stelle sei noch auf das verschiedentlich mit dem Willen in Verbindung gebrachte Begehren und deren Differenzierung hingewiesen:

    Begehren stellt besitzergreifende Ansprüche an die Gefühle sowie den, mit diesen in Zusammenhang stehenden Vorstellungen von Objekten und versucht diese Illusion solange wie möglich im Besitz zu halten, was, da dies nicht möglich ist, zu Frust, Ärger Unzufriedenheit usw.,………… letztendlich zu LEID führt.


    Der Wille bzw. die Absicht hingegen reagiert auf geistige oder materielle Objekte, um sie zu verändern. Ohne die Absicht an den Objekten etwas zu verändern entsteht Toleranz, jedoch kein Wille zu Handlungen.


    Daraus ergeben sich 3 Komponenten von Willensfreiheiten:


    Der Wille zu Handlungen ist vollkommen frei: Entscheidung > ja oder nein.

    Der Wille zu Handlungen ist begrenzt frei: konzeptionelles Erkenntnisvermögen.

    Der Wille zu Handlungen ist begrenzt: durch karmische Einflüsse von heilsam oder unheilsamen Eigenschaften.

  • Schopenhauer lehnt die Willensfreiheit in seiner Schrift „Über die Freiheit des menschlichen Willens“ ab, Freiheit allgemein:

    „Frei bin ich, wenn ich tun kann, was ich will.“

    aber

    „Kann ich auch wollen, was ich will?“


    Oder kausal umgeschrieben, erst die Ursache, dann die Wirkung:


    z.B. Bewegungsfreiheit als Wirkung:

    „So wie ich will (Ursache), kann ich mich bewegen (Wirkung)“.

    In dieser Definition von Bewegungsfreiheit ist „sich bewegen“ die Wirkung. Wenn ich die Freiheit dazu habe, geht das. Über die Ursache, die Willensfreiheit (so wie ich will), sagt das nichts aus.


    z.B. genau analog zu oben, jetzt Willensfreiheit:

    „So wie ich will (Ursache), kann ich wollen (Wirkung)“,

    oder was genau dasselbe sei:

    „So wie mein wollen ist (Ursache), kann ich wollen (Wirkung)“.

    Jetzt hat es gekracht, jetzt steht die Ursache auch als Wirkung, dann schreiben wir das doch hin:

    „So wie mein wollen ist (wollen als Wirkung), kann ich wollen (Wirkung)“.

    Aber drei Zeilen drüber haben wir doch eine Ursache für das wollen, dann schreiben wir das doch hin:

    „So wie mein wollen ist (Ursache), so kann ich wollen (Wirkung), (und) so kann ich wollen (Wirkung)“

    Und schließlich unendlich mal:

    „So wie mein wollen ist (Ursache), so kann ich wollen (Wirkung), ............................ , so kann ich wollen (Wirkung), so kann ich wollen (Wirkung), so kann ich wollen (Wirkung)“.


    Wir haben hier ‚Infiniten Regress‘, das heißt, dass die Bedingung (Ursache) selbst wiederum ein Bedingtes (Wirkung) ist und dies sich unbegrenzt fortsetzt. Es beweist nichts und damit hat es sich.


    Die Definition von Karma, nach dem jede Handlung unweigerlich eine Folge hat, erfolgt auf der Grundlage totaler Kausalität in ‚Allem‘ und widerspricht dem oben nicht, im Gegenteil:

    Hat jedes ‚wollen‘ einen Grund, dann ist dieses ‚wollen‘ sprich ‚der Wille‘, nicht frei.

  • Ich habe die Erfahrung das mein Ichbin-sein tun kann was ich auch will. Das heißt ganz klar das Mein Ichbin-sein die freie Wahl hat zu tun was es will, also freien Willen hat. Das berührt überhaupt nicht das was Du beschrieben hast.


    Denn das hier weiß von dem Ichbin das es nur eine Interaktion -Einheit ist die mit bedingt Entstandenem agiert. Es gibt da, wie du richtig sagst keinen freien Willen. Doch nur weil da überhaupt kein Wille ist. Buddha war da weiter als die sogenannten Philosophen die ja noch nicht mal richtig Unterscheiden konnten zwischen DiesHier und dem Ichbin-sein. DiesHier ist vollkommen unpersönlich und damit ist es Dhamma unveränderlich doch bedingt entstanden aber ohne Ich.

    Um Schopenhauer zu verstehen, seine Verwirrungen, muss man erstmal vollkommen klar unterscheiden können. Kant ist da schon wesentlich deutlicher, der kann unterscheiden und bleibt bei der Trennung und ist darum für einen Menschen der nicht Unterscheiden kann fast unverständlich. Der nicht trennend unterscheiden kann versteht Schopenhauer.

    Wer hat mir wirklich geholfen? Markus Gabriel. Was soll ich mit dem Alten Kram, wenn es da jemanden gibt der diesen gründlichst durchgearbeitet hat. Und, schreiben kann damit es mir verständlich, erfahrbar ist.

  • Ellviral schreibt am 1.Dezember:

    Zitat

    Ich habe die Erfahrung das mein Ichbin-sein tun kann was ich auch will. Das heißt ganz klar das Mein Ichbin-sein die freie Wahl hat zu tun was es will, also freien Willen hat.



    Schopenhauer meint dazu:

    Bei der philosophischen Frage nach der Freiheit des Willens kommt es nicht darauf an ob man tun kann was man will, sondern ob man wollen kann was man will.

  • Schopenhauer meint dazu:

    Bei der philosophischen Frage nach der Freiheit des Willens kommt es nicht darauf an ob man tun kann was man will, sondern ob man wollen kann was man will.

    Im Kontext der buddh. Philosophie würde ich diesen Satz so uminterpretieren:


    Bei der Frage nach der Freiheit des Willens kommt es nicht darauf an ob man handeln kann was man will, denn die Handlung selbst ist ja bereits die Willensfreiheit, sondern ob man „beabsichtigen“ kann, was zu „handeln „wäre“.

  • 1)

    Meinem buddhistischen Verständnis nach drückt die Handlung selbst nicht die Willensfreiheit, sondern den Willen einer Person aus, z.B. in den Zehn Unheilsamen Handlungen.

    Ob dieser Wille "frei" oder "unfrei" ist wird dadurch noch gar nicht gesagt.


    In seinem ersten Beitrag schreibt hedin02: "Der Wille zu Handlungen ist vollkommen frei: Entscheidung > ja oder nein."

    Dass Willensentscheidungen frei entstehen im Sinne von unabhängig, fällt im Buddhismus weg wegen der grundlegenden Lehre des Abhängigen oder Bedingten Entstehens (pratītya-samutpāda). Tatabsichten, Begehren, Verlangen, Ergreifen gehören zu pratītya-samutpāda.

    Der Buddha sagt wiederholt: "Wenn dieses ist, so folgt jenes."

    Wenn es nun doch eine Entscheidungs"freiheit" für den Willen geben soll: wie ist das zu verstehen? Welche Art von Freiheit ist das?


    2)

    .....ob man „beabsichtigen“ kann, was zu „handeln „wäre“.

    Wenn diese Aussage bedeuten soll: ....... .....ob man „beabsichtigen“ kann, was zu „handeln „wäre“ um moralisch gut zu sein oder um vernünftig zu sein - dann ist es der alte Widerstreit zwischen Begierde im Herzen oder im Fleisch und Blut und die bessere Einsicht durch Denken in einer ruhigen Minute. Dass in uns oft ein Kampf verschiedener Motivationen stattfindet und die stärkste Motivation am Ende gewinnt, deutet genau auf das abhängige Entstehen hin.

    Oder was ist gemeint mit "zu handeln wäre"?

  • Meinem buddhistischen Verständnis nach drückt die Handlung selbst nicht die Willensfreiheit, sondern den Willen einer Person aus, z.B. in den Zehn Unheilsamen Handlungen.

    Ob dieser Wille "frei" oder "unfrei" ist wird dadurch noch gar nicht gesagt.

    Wer sonst,, als der Wille entscheidet welche der zehn unheilsamen Handlungen/Willensakte ausgeführt werden und wer sonst, als die Absicht entscheidet, ob die Handlungen heilsam oder unheisam sein werden?


    Der Buddhismus lehnt es ab eine deterministische Lehre zu sein; so ist das abhängige oder bedingte Entstehen keinesfalls determiniert, zumindest der Bereich nicht, der dem Bewusstsein und dessen Wahrnehmungsvermögen zugänglich ist; womit das Erkenntnisvermögen des Bewusstseins gemeint ist.

    So ist z.B. ein Autounfall deshalb nicht determiniert, weil dem Unfall, also einem seienden Zustand, eine Vielfalt von Ursachen gegenüberstanden und man erst beim Eintritt des Unfalles die entsprechende Ursache feststellen kann. Wäre der Unfall determiniert, also direkt vorherbestimmt, dann gäbe es nur diese Eine Ursache und der Unfall wäre unausweichlich und es gäbe auch keinen Schuldigen.


    Dasselbe trifft auch bei der Willensfreiheit zu.Es gibt viele/unzählige Alternativen, um den Willensakt so oder so zu bestimmen.


    Ich hoffe damit ist auch die Frage: „zu handeln wäre“ ausreichend beantwortet.


    PS: ausserdem habe ich ausdrücklich darauf verwiesen und auch eingehend begründet, warum Begehren (tanha) nicht zur Willensbildung beitragen kann; bitte nachlesen.

  • Wer sonst,, als der Wille entscheidet welche der zehn unheilsamen Handlungen/Willensakte ausgeführt werden und wer sonst, als die Absicht entscheidet, ob die Handlungen heilsam oder unheisam sein werden?


    Der Wille entscheidet nicht, sondern er wird entschieden.


    Jeder Willensakt entsteht aus einer Vielzahl von Ursachen und Bedingungen. Was gewollt wird von einem Lebewesen richtet sich nach diesen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Der Wille kann gar nicht anders entstehen als gemäß dieser. Der Wille oder das Wollen ist von der Kausalität nicht ausgeschlossen. (Die inneren Bedingungen sind Körper und Charakter eines Lebewesens oder buddhistisch ausgedrückt: die Skandas, davon speziell die Samskaras).

    Keine Wirkung existiert vor ihren Ursachen. Daher kann ein spezieller Willensakt sich nicht selbst hervorbringen. Das wäre aber der Fall, wenn man so formuliert: der Wille entscheidet welche Willensakte ausgeführt werden.

    Hier kann man auch fragen: was ist der Wille?

    Meines Erachtens gibt es keinen "allgemeinen" Willen, es gibt keinen Willen, der noch kein Willensakt (Motivation oder Handlung) ist. Jeder Wille ist immer ein konkreter Wille, ein Willensakt.

    Ein "Wille an sich", ein leerer Wille, der noch nichts will (sondern erst noch entscheidet was er gleich will) gibt es genauso wenig wie ein "Ich an sich", das eigenständig so als "Ich" da ist, und nichts weiter.


    Wir werden auch nicht übereinkommen solange wir eine andere Vorstellung davon haben was "Absicht" bedeutet, vermute ich.

    Für mich sind Wille, Motivation und Absicht Synonyme. Ob es dann zu einer entsprechenden körperlichen oder sprachlichen Handlung kommt, hängt von der körperlichen Freiheit und der Redefreiheit ab in der vorhandenen Lebenssituation.


    Warum das Begehren nicht zur Willensbildung beitragen kann verstehe ich nicht. Das Gegenteil halte ich für offenbar - bei mir jedenfalls.

    Ich hatte es auch anders formuliert. Ich schrieb: Begehren ist ein Glied des pratītya-samutpāda. Begehren ist schon ein Willensakt, eine Motivation, die durch die vorherigen Glieder: die 6 Sinnesfelder, Berührung, Gefühl bedingt entsteht. Dann folgt Ergreifen.



    P.S.

    Der Buddha sagt in einer Rede (Anguttara Nikaya VI.63), dass der Wille dasselbe ist wie das Wirken. Dieses Wirken entsteht aber bedingt, und zwar durch andere Faktoren: Sinneseindrücke.

    Zitat


    »Es wurde ferner gesagt, daß man das Wirken (kamma) zu erkennen hat, sowie seine bedingte Entstehung, seine Verschiedenartigkeit, sein Ergebnis, seine Aufhebung und den zu seiner Aufhebung führenden Weg. Warum aber wurde dies gesagt? Den Willen, ihr Mönche, bezeichne ich als das Wirken, denn, nachdem man es gewollt hat, vollbringt man das Wirken in Werken, Worten und Gedanken. -

    Was aber ist die bedingte Entstehung des Wirkens (*6)? Durch den Sinneneindruck, ihr Mönche, ist die Entstehung des Wirkens bedingt.«

  • Zitat
    »Es wurde ferner gesagt, daß man das Wirken (kamma) zu erkennen hat, sowie seine bedingte Entstehung, seine Verschiedenartigkeit, sein Ergebnis, seine Aufhebung und den zu seiner Aufhebung führenden Weg. Warum aber wurde dies gesagt? Den Willen, ihr Mönche, bezeichne ich als das Wirken, denn, nachdem man es gewollt hat, vollbringt man das Wirken in Werken, Worten und Gedanken. -

    Was aber ist die bedingte Entstehung des Wirkens (*6)? Durch den Sinneneindruck, ihr Mönche, ist die Entstehung des Wirkens bedingt.«

    Ich nehme dieses Zitat zum Anlass, um auf Missverständnisse hinzuweisen, die bei den Bezeichnungen „Wirken“ und „Gewirkt“ u.U. auftreten können.


    >Karma gewirkt< ist der passive Teil eines Bewusstseins-Momentes, in dem in Folge der Sinneneindruck (vipaka) „Gefühl“ entsteht. Das Gefühl bedingt u.U. „Begehren“ (tanha), was schließlich als Ergebnis LEID (dukkha) als Folge hat.


    >Karma wirken< ist der aktive Teil des Bewusstseins-Momentes, in welchen die Absicht (chanda) und der Wille (cetana), veranlasst* durch den Sinneneindruck (vipaka), beeinflusst durch karmische Gestaltungen und den jeweiligen äußeren Umständen, den Willensakt vorantreiben.

    Neben dem Willensakt, also den Handlungen (tun, sprechen, denken) wird während der sieben Impulsiv-Willensmomente durch den Geistfaktor Absicht (chanda) auch der moralische Wert der folgenden Handlungen <Karma> festgelegt.


    PS: * ich schreibe bewusst von „veranlasst“, denn würde der Sinneneindruck Gefühl (vipaka) eine Bedingung für die Absicht, oder den folgenden Impulsiv-Willensmomenten, dann wäre die Richtung vom moralischen Wert einer Handlung bereits vorgegeben und in der Tat keine Willensfreiheit vorhanden; also doch determiniert, was der Buddhismus ja eigentlich ablehnt.

  • Jeder Willensakt entsteht aus einer Vielzahl von Ursachen und Bedingungen. Was gewollt wird von einem Lebewesen richtet sich nach diesen inneren und äußeren Ursachen und Bedingungen. Der Wille kann gar nicht anders entstehen als gemäß dieser. Der Wille oder das Wollen ist von der Kausalität nicht ausgeschlossen.

    Und genau das hat der Buddha auch gelehrt.

    Nicht umsonst fängt der achtfache rechte Pfad mit

    rechter Ansicht und Einsicht an. Denn rechte bzw. falsche

    Ansicht ist eine maßgebliche Determinante für den jeweiligen

    heilsamen bzw. unheilsamen Willen. Der Buddha hat also diese

    Determinanten benannt und sie keinesfalls abgelehnt.

    Aber eins ist auch klar, das die rechte Ansicht leider keinesfalls die

    einzigste Determinante des jeweiligen Willens ist. Sonst wäre es

    ja auch kein Problem danach zu handeln d.h. den durch die rechte

    Ansicht bedingten Willen Geltung zu verschaffen. Das Problem sind

    natürlich auch die emotionalen Anteile am Menschen die den Willen

    bedingen oder beeinflussen.

    Der Unterschied zwischen Willen und Begehren ist marginal, mag dieser

    emotionale oder rationale Gründe haben.

    Im Ergebnis bedeutet das, das ein Mensch auf den Wege auch dann noch

    üben muß auch wenn er schon rechte Einsicht hat. Es geht immer darum

    rechten Willen zu erzeugen und zu stärken und unheilsamen Willen abzubauen

    und dazu entsprechende Determinanten zu erzeugen oder abzubauen.

    Das sind die vier rechten Kämpfe die der Buddha lehrte:

  • Denn rechte bzw. falsche

    Ansicht ist eine maßgebliche Determinante für den jeweiligen

    heilsamen bzw. unheilsamen Willen.

    Das ist schon arg weit hergeholt und würde bedeuten, das nur derjenige, der die rechte Ansicht hat, heilsam handeln könnte und derjenige der die falsche Ansicht hat nur unheilsam handeln könnte.

    Der Unterschied zwischen Willen und Begehren ist marginal, mag dieser

    emotionale oder rationale Gründe haben.

    Ach, nein…..dann sind also der Geistfaktor Begehren (tanha) und der Geistfaktor Absicht/Wille (chanda/cetana) so ungefähr gleich. Fragt sich nur durch was sie gleichwären: in ihrer Funktion und/oder in ihren Ergebnissen.

    Die Sutten geben darüber leider nur wenig Auskunft und wenn, dann eben nur marginal.



    Es geht immer darum

    rechten Willen zu erzeugen und zu stärken und unheilsamen Willen abzubauen

    und dazu entsprechende Determinanten zu erzeugen oder abzubauen.

    Wie soll das funktionieren, wenn der Wille determiniert ist?

  • Das ist schon arg weit hergeholt und würde bedeuten, das nur derjenige, der die rechte Ansicht hat, heilsam handeln könnte und derjenige der die falsche Ansicht hat nur unheilsam handeln könnte.

    Doch genau so ist es was den Willen der durch eine

    Ansicht bedingt ist anbelangt und je noch dieser Ansicht.

  • Ach, nein…..dann sind also der Geistfaktor Begehren (tanha) und der Geistfaktor Absicht/Wille (chanda/cetana) so ungefähr gleich. Fragt sich nur durch was sie gleich wären: in ihrer

    Funktion und/oder in ihren Ergebnissen.

    In Ihren Ergebnissen können sie gleich oder verschieden sein.

    In Ihren Prinzip sind sie aber gleich. Der Unterschied ist nur graduell.

    Das bedeutet die Wurzel des Begehrens ist der Wille.

    Analog der Wind ist die Wurzel des Sturms.

    Oder: Begehren ist summierter und emotionalisierter Wille.

  • Zitat

    accinca: Es geht immer darum
    rechten Willen zu erzeugen und zu stärken und unheilsamen Willen abzubauen
    und dazu entsprechende Determinanten zu erzeugen oder abzubauen.

    "Wie soll das funktionieren, wenn der Wille determiniert ist?"

    -----------------------------------------------------------------------------------------

    Die Übungen dazu lehrt der Buddha doch. Durch den achtfachen

    Pfad werden die unheilsamen Determinanten abgebaut.

  • Ich glaube das dein Problem ein anderes ist nämlich:

    "Wie kann ich etwas wollen wenn doch der Wille determiniert ist."

    Dann wäre es ja gar nicht mehr dein Wille sondern der Wille der Determinanten. :)

    Du glaubst einfach du bist was anderes. Etwas Ichhaftes eigenes das

    selbstständig wollen könnte.

  • Zitat


    "Wie soll das funktionieren, wenn der Wille determiniert ist?"


    Dies ist ein schwieriger Punkt.

    Ich denke, die meisten Buddhisten wissen oder glauben, das es kein unabhängiges Ich gibt. Wenn man ein "Ich", eine Seele, ein atman, eine Substanz sucht, die genau "Ich" ist, findet man das Ich nicht. Man findet nur die unbeständigen Aggregaten. die sind alle aber kein Ich. So sagt's der Buddha.


    Aber dass es "mein Wille" ode "Ich will", "Ich entscheide" gibt, das ist eine falsche Vorstellung, die offenbar hier im Westen ganz schwierig zu beseitigen ist. Ich kenn wirklich einige Buddhisten, die haben wohl verstanden, was mit der Ichlosigkeit gemeint ist, aber trotzdem sind sie überzeugt: "ich kann nicht völlig frei entscheiden, aber etwas Entscheidungsfreiheit habe ich doch."

    Ich denke sie meinen damit die Auswahlmöglichkeit zwischen Objekten oder Zielen, die sie haben.

    Aber die Frage ist ja: wie findet die Entscheidung bei dieser Auswahl statt? Ist da ein Ich oder ein Wille, der entscheidet, oder sind es die zu einem Zeitpunkt zusammengekommenen inneren und äußeren Umstande, die kausal zu einer Entscheidung führen?


    Um Nirvana zu erlangen braucht man (wie bei allen anderen Bestrebungen auch) entsprechende innere und aüßere Umstände, die wir nun mal nicht einfach herzaubern können. Selbst der Buddha hat unzählige Leben gebraucht.

    Trotz aller Anstrengung und Achtsamkeit müssen wir auch auf die richtigen Umstände warten ......


    Ja, so geht es, es geht um die Beseitigung von allerlei Hindernissen:

    Zitat


    Die Übungen dazu lehrt der Buddha doch. Durch den achtfachen

    Pfad werden die unheilsamen Determinanten abgebaut.

  • Ich glaube das dein Problem ein anderes ist nämlich:

    "Wie kann ich etwas wollen wenn doch der Wille determiniert ist."

    Dann wäre es ja gar nicht mehr dein Wille sondern der Wille der Determinanten. :)

    Du glaubst einfach du bist was anderes. Etwas Ichhaftes eigenes das

    selbstständig wollen könnte.

    Ich habe kein Problem….., aus meiner Sicht ist der Wille insoweit frei, als das Erkenntnisvermögen des Bewusstseins den Willen in seiner Freiheit begrenzt.

    Ich bin ferner nicht der Meinung, das nur ferngesteuerte, instrumentalisierte Individuum wie Roboter durch die Gegend laufen.


    Außerdem beruht meine Aktivität hier zu diesen Thema darauf, dass ich versuche die allgemeine Philosophische Meinung zur Willensfreiheit (z.B. Schopenhauer), mit dem Willen (cetana), wie er in der Buddha-Lehre verstanden wird (Sutten und Abhidhamma), in Übereinstimmung zu bringen. Dass ich dabei auf einen komplett determinierten Willen stoße und dies der Buddha auch so gelehrt haben sollte, hat mich riesig überrascht.


    Man lernt halt nie aus. :)

  • aus meiner Sicht ist der Wille insoweit frei, als das Erkenntnisvermögen

    des Bewusstseins den Willen in seiner Freiheit begrenzt.

    Das sehe ich auch so und noch durch viele mehr wird möglicher Wille

    begrenzt bzw. eingeschränkt. Der Wille ist ja nichts einheitliches sondern

    kann verschieden sein und sich auch selber im Wege sein. Dann kämpfen

    verschiedene sich teilweise widersprechende Willen und der Geist versucht

    eine Lösung zu finden. Dann ist der Geist akut ambivalent. Latent ambivalent

    ist er wohl meistens.

  • Ich bin ferner nicht der Meinung, das nur ferngesteuerte, instrumentalisierte Individuum wie Roboter durch die Gegend laufen.

    Von was und von wo aus sollten die auch ferngesteuert sein?

    Obwohl, wenn man so an die Medien und die Massen denkt

    kann man das manchmal wohl nicht ganz ausschließen.

    Wie haben sie nur alle geweint als in Nordkorea der Diktator

    und Gründer des einzigen sozialistischen Landes gestorben war.

    Na gut bei solchen Extremfällen fällt das natürlich noch mehr auf.