Jin Vorstellung

10 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Grashuepfer.

  • Hallo ich bin Jin (ein Akronym aus meinem Name), weiblich und komme aus dem badischen Raum.

    Bei mir fing es vor circa 10 Jahren an, da informierte ich mich erstmalig ausführlicher über den Buddhismus und auch über andere Weltanschauungen (Daoismus, Shinto, etc.) Das war es dann aber auch schon, die vielen neuen Informationen waren zu dem Zeitpunkt für mich kaum zu verstehen. Ist auch nicht viel anders, aber ich habe in den letzten Jahren zumindest an mir selbst und meinem Lebensstil gearbeitet. Minimalismus war auch ein Thema davon.

    Berührt, im Sinne von "es fühlt sich für mich harmonisch an" hatte mich immer wieder Inhalte Zen-Buddhismus (Wobei ich nach wie vor manche Aspekte des Shinto und auch des Daoismus ansprechend finde. Aber beim Zen-Buddhismus scheint es mehr, als nur einzelne Aspekte zu sein).


    Mein Wunsch wäre, Inhalte des Zen-Buddhismus soweit möglich in meinem Alltag zu leben.

    Ich habe gemerkt, das die Veränderungen meines Verhaltens, meiner Gedanken und meinem Lebensstil einen positiven Einfluss auf vieles haben, unter anderem auf mich selbst und mein Wohlbefinden. Über viele Erfahrungen und Erkenntnisse die ich gewann war ich anfangs erstaunt, mir kam es so vor als ob ich mir zuvor mein Leben selbst unnötig ballastreicher gemacht habe.

    Erwartungshaltungen abstellen, emotionales Festhalten an Vergangenem, Hektik indem man etwas macht aber gedanklich schon bei der übernächsten Sache ist, Gelassenheit finden, mich nicht an negativem Festhalten sondern an Positiven, usw. Das waren (und sind immer noch) Themen die mich begleiten und wo ich schon kleine positive Erfolge für mich gemacht habe. Auch das Thema los lassen, emotional wie materiell, ist eine meiner Baustellen.


    Gleichzeitig hatten mich die neu gewonnenen Erkenntnisse, Erfahrungen und positiven Selbstveränderungen auch traurig gemacht. Mir wurde bewusst, wie viele Menschen Tag für Tag in ihrem Leben mit Themen wie Neid, Habgier, Überfülle (auch was Reizüberflutung betrifft) und solchen Themen beschäftigt sind. Aber ich hatte auch mit der Zeit gelernt, das ich nur Einfluss auf mein Handeln, Denken und Leben habe. Vielleicht wollen diese Menschen so leben, nur weil ich anders lebe und das für mich als positiver empfinde, muss das nicht für jeden anderen automatisch auch das nonplus Ultra sein.

    Bei der Veränderung meines eigenen Verhaltens geholfen hat mir auch das Thema Karma. Anstatt auf etwas negatives selbst negativ zu reagieren (was das vorangegangene Negative dadurch nicht verändert, sondern nur zusätzlich Negatives verbreitet) überlasse ich es dem Karma, darüber zu richten. Ich denke mir, die Person wird zum Zeitpunkt zu dem es passieren soll die Auswirkung ihres Verhaltens bekommen. Wenn nicht wird das auch seinen Grund haben, aber es geht vielmehr darum das ich mir nicht mehr herausnehme in einer Situation zu meinen, das ich, sowie wann und wie, über das negative Verhalten einer anderen Person zu richten hätte.


    Ich breche an der Stelle ab mit Erzählen, wenn ihr zu manchen Stellen Nachfragen habt, bitte keine Scheu einfach direkt zu fragen. Zu euch gekommen bin ich jedenfalls um eine Möglichkeit für Austausch über Inhalte des Zen-Buddhismus zu bekommen.

    Liebe Grüße, Jin.

  • void

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Von mir ebenso ein liebes Willkommen, Jin:rose:

    Minimalismus und anhängend damit verbunden die Entrümpelung sind gerade auch mein Thema(:

    Damit scheinst Du ja "durch" zu sein.:)


    Viel Freude im Forum wünscht Schneelöwin

  • Hallo, vielen Dank.

    Durch - leider nicht. Ich könnte es mir zwar sicher einfacher machen und z.B. alles entsorgen was ich ausmiste, aber damit hätte ich ein moralisches Problem. Deshalb versuche ich was möglich ist zu verschenken, auch wenn das Ein- oder Andere sicher noch zu Verkaufen wäre. Aus dem Grund zieht es sich zeitlich auch schon etwas länger, aber Veränderungen an einem selbst brauchen auch ihre Zeit.


    Ich sehe es positiv, es ist gut um mich in Geduld zu üben, zu lernen das es nicht immer der einfachste oder Bequemste Weg ist, und das die Dinge dann passieren, wenn sie passieren sollen. Und ich freue mich über jedes Teil wofür ich einen Abnehmer finde. Dadurch freue ich mich viele einzelne Male, würde ich alles auf ein Mal entsorgen hätte ich die vielen einzelnen Freuden auch nicht.

    Liebe Grüße, Jin.

  • Hallo zusammen.

    Die "Auszeit" hat mir gut getan und mich ein paar Schritte weiter gebracht.


    Scheint was dran zu sein, das man bei einem "überfüllten" Leben den Blick für das Wesentliche verliert. So führte mich das Schicksal auch zu Begegnungen mit Menschen, die mir auf meinem Weg eine Bereicherung brachten.


    Was mir bisher relativ fremd war, darunter die "5 Hindernisse" sowie die "Sila's" und der "achtfache Pfad" fing ich an zu verstehen, zu begreifen, und..es passte auf ein Mal in mein Leben, als ob das genau mein Weg wäre. Ich vermute, das unter anderem gerade z.B. die "5 Hindernisse" mich daran hinderten, meinen Weg überhaupt erkennen zu können.


    Seit die persönlichen Veränderungen bei mir anfingen, kann ich rückblickend nur verwundert den Kopf darüber schütteln, wie ich zuvor von den negativen Beeinflussungen und Verhaltensweisen eingeschränkt, manipuliert, gefangen wurde.


    Gleichzeitig habe ich den Eindruck, das mich meine Entwicklung von den Menschen distanziert hat, die weiter in ihren Hindernissen, Beeinflussungen, Verhaltensweisen, usw. "feststecken". Was ich schade finde, denn ich fühle mich dadurch alleine, was für mich ungewohnt ist. Ich habe niemanden in meinem persönlichen Umfeld, mit dem ich diese Erkentnisse, Erlebnisse, usw. teilen könnte.

  • Hallo Jin

    Herzlich willkommen hier!

    Gleichzeitig habe ich den Eindruck, das mich meine Entwicklung von den Menschen distanziert hat, die weiter in ihren Hindernissen, Beeinflussungen, Verhaltensweisen, usw. "feststecken". Was ich schade finde, denn ich fühle mich dadurch alleine, was für mich ungewohnt ist. Ich habe niemanden in meinem persönlichen Umfeld, mit dem ich diese Erkentnisse, Erlebnisse, usw. teilen könnte.

    Hast du mal geschaut, welche buddhistische Gruppen es in deiner Umgebung gibt? Vielleicht muß du etwas fahren, aber auch wenn du wegen Entfernung die anderen dann nur einmal im Monat sehen kannst, es ist viel leichter, wenn man jemand hat, mit dem man auch mal austauschen kann. Und der eine oder andere aus der Gruppe wird dir auch so gut gefallen, daß private Kontakte möglich sind. Hast du so etwas mal ausprobiert?

  • Gleichzeitig habe ich den Eindruck, das mich meine Entwicklung von den Menschen distanziert hat, die weiter in ihren Hindernissen, Beeinflussungen, Verhaltensweisen, usw. "feststecken". Was ich schade finde, denn ich fühle mich dadurch alleine, was für mich ungewohnt ist. Ich habe niemanden in meinem persönlichen Umfeld, mit dem ich diese Erkentnisse, Erlebnisse, usw. teilen könnte.


    Muss keine schlechte Schule sein. Ging und geht mir ähnlich. Wusste aber immer, dass es nicht drum geht, darüber zu reden, war auch härter zu meinem Selbstmitleid, was das anging. Hat ja eben nichts mit der Praxis wieder zu tun, zumindest das blosse Reden darüber.


    Das Gefühl des Alleinseins dahingehend (obwohl ich auch niemanden habe, mit dem ich darüber reden könnte) kommt mittlerweile eigentlich nie. Das ist alles auch ohne die Teilung der Erfahrungen und Erlebnisse da und erfahrbar und sichtbar und macht den Umgang mit den Leuten insgesamt nur "echter" für mich. Auch wenn ich annehme, dass einige klar denken würden, ich wäre verrückt, wenn ich so sprechen würde, wie hier im Forum über anatta zB.




    :earth: