Prüfung an die Gelassenheit

52 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Ellviral.

  • Tag zusammen. _()_

    Seit ich (vor fast 7 Jahren wohl gemerkt) meinen Partner kennen lernte, hält mich seine Mutter ordentlich beschäftigt. Auch Partnerinnen früherer Beziehungen triggerte sie.

    Sie hat ein durch psychische Vorbelastung ausgelöstes "Helfersyndrom" in behandlungsbedürftigem Ausmaß. Zusätzlich macht sie hinterrücks viel um immer wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, gebraucht zu werden oder im Zentrum zu sein.


    Als ich mit meinem Partner nach 6 Monaten Beziehung zusammen zog (er von zu Hause auszog) zerstörte sie absichtlich fast unsere Beziehung. Redete ihm ein ich wäre eine Betrügerin, würde ihn nur finanziell ausnutzen wollen. So weit das er auszog* und, ohne das ich davon wusste, meine Karte unseres Kontos sperren ließ und sogar seine Kontaktdaten änderte. Ohne das ich wusste was los war und so einnehmend, das er vorher nicht Mal mit mir darüber redete denn laut seiner Mutter würde ich ihn sowieso nur anlügen.


    In den letzten 2-3 Monaten nahm es Ausmaße an, die meine Gelassenheit sehr strapazieren. Dinge werden zerstört, bis zum Hausfriedensbruch. Aus ihrer Sicht findet sie immer eine Rechtfertigung für alles was sie macht und redet es sich zurecht.


    Heute wurde absichtlich versucht etwas kaputt zu machen, von dem sie weiß das es mir sehr wichtig ist. Bei aller Nachsicht auf ihre psychische Verfassung, aber meine Gelassenheit scheint trotz starker Bemühung hierfür nicht mehr auszureichen. Auch klare Grenzen bringen nichts, sie redet sich ihr Verhalten schön, sodass es aus ihrer Wahrnehmung berechtigt oder notwendig sei.


    Ich frage mich oft weshalb ich das (noch) mitmache :? :nosee:

    Was würdet ihr in der Situation machen? Oder habt ihr eventuell Tipps für mich?


    *Ergänzung;

    Als ich davon erfuhr redete ich mit meinem Partner über die Behauptungen seiner Mutter, er zog dann auch wieder in unsere Wohnung und machte die Änderungen wieder rückgängig.

  • Es klingt vielleicht ein bischen hart, aber ich denke der Knackpunkt ist weniger, gelassen mit der Mutter des Freundes umzugehen, sondern vielmehr dass er eine klare Entscheidung trifft und sich für die Mutter oder Dich entscheidet. Also in ganzer Konsequenz. Er kann nicht ganz mit Dir sein, wenn er noch einen Teil seiner "inneren Beziehung" mit der Mutter nicht weit genug gelöst hat. Da ist ja eine dysfunktionale Beziehung zur Mutter am Werk, auch von seiner Seite aus, etwas, auf das sie zugreifen kann mit ihren Manipulationen. Das ist weder dramatisch noch seine "Schuld" sondern ich meine einfach, dass dieser Aspekt wichtig ist für den Fortbestand eurer Beziehung - oder generell für jede Partnerschaft seinerseits. Die Co-Abhängigkeit, in der er teilweise ist, verständlicherweise, mit der krankhaften Art seiner Mutter, ist eben auch eine Form von Abhängigkeit.


    (Sowas kann sehr hartnäckig sein, meine Beziehung zu Mutter und Stiefmutter ist auch nicht so weit gelöst, dass ich ganz und voll eine Partnerschaft eingehen kann, die davon frei ist. Es ist etwas, wo man nicht von heute auf morgen erwarten kann, dass alles gut ist. Aber man sollte sich zumindest schon ein mal dessen bewusst sein und damit arbeiten....)

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
     OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Es klingt vielleicht ein bischen hart, aber ich denke der Knackpunkt ist weniger, gelassen mit der Mutter des Freundes umzugehen, sondern vielmehr dass er eine klare Entscheidung trifft und sich für die Mutter oder Dich entscheidet.

    Da ist was dran. :like:

    Wobei es wohl auch ein Teil mein Part ist, wenn ich das Jahrelang so mitmache fehlt ihm möglicher Weise auch der Antrieb/Motivation, sich überhaupt entscheiden zu "müssen".


    Ihr war es Recht das er zu Hause Jahre lang unselbstständig blieb, konnte sie ihn möglichst lange "bemuttern". Anders herum ist es für ihn eine bequeme Sache, trotz eigener Wohnung immer auf seine Mutter zurückzugreifen und ihr damit auch noch vermeintlich eine Freude zu machen. So zusagen ein (vermeintliches) Win-Win für beide.


    Wichtig wäre mir dabei allerdings, ob es eine Möglichkeit gibt das ich da nicht mit reingezogen werde? Oder muss man sagen "mit gehangen mit gefangen"?

    Mir ist meine Energie und Zeit zu schade, aber indem ich das heute von ihr zu beschädigen gewollte zu retten versuchte, fühlte ich mich doch "gezwungen" Energie dafür aufzubringen. Auch geistig beschäftigt es mich, wie man am erstellten Thema sieht, in diesem Fall noch.

  • Wobei es wohl auch ein Teil mein Part ist, wenn ich das Jahrelang so mitmache fehlt ihm möglicher Weise auch der Antrieb/Motivation, sich überhaupt entscheiden zu "müssen".

    Darauf wollte ich hinaus.

    Ihr war es Recht das er zu Hause Jahre lang unselbstständig blieb, konnte sie ihn möglichst lange "bemuttern". Anders herum ist es für ihn eine bequeme Sache, trotz eigener Wohnung immer auf seine Mutter zurückzugreifen und ihr damit auch noch vermeintlich eine Freude zu machen. So zusagen ein (vermeintliches) Win-Win für beide.

    Das meinte ich mit der Abhängigkeit - er hat was davon, sein Anteil an so einer dysfunktionalen Beziehung. Der Teil von ihm ist für Dich nicht frei.

    Wichtig wäre mir dabei allerdings, ob es eine Möglichkeit gibt das ich da nicht mit reingezogen werde? Oder muss man sagen "mit gehangen mit gefangen

    Co-Abhängigkeit - Du bist in einer Beziehung mit einer Beziehung, nicht mit einer einzelnen Person. Wenn Du es nicht aushalten kannst und ihm das nicht klarmachen kannst, dass das auf Dauer für Dich nicht (er)tragbar ist - wenn es so ist - dann musst Du evtl. irgendwann eine klare Entscheidung für Dich treffen.


    Vielleicht ein kurzer "Disclaimer" - "Co-Abhängigkeit" ist zwar keine Diagnose, aber ein gängiger Begriff aus der Psychologie, v.a. in Bezug auf stoffgebundene Süchte. Der Begriff beschreibt einfach sehr klar, was ich ausdrücken wollte.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
     OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Da habe ich Dich missverständlich gelesen.

    Entschuldige.


    Zitat

    Kilaya: Co-Abhängigkeit - Du bist in einer Beziehung mit einer Beziehung, nicht mit einer einzelnen Person. Wenn Du es nicht aushalten kannst und ihm das nicht klarmachen kannst, dass das auf Dauer für Dich nicht (er)tragbar ist - wenn es so ist - dann musst Du evtl. irgendwann eine klare Entscheidung für Dich treffen.



    Ja, das auszuhalten, grenzt für mich auch wiederum an Abhängigkeit. Wenn Du etwas ändern willst, wenn Dein Partner es nicht kann, dann musst Du die Konsequenzen ziehen, so hart es auch sein mag.

    Ich wünsche Dir alles Gute.

    Liebe Grüße

    Monika

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Wichtig wäre mir dabei allerdings, ob es eine Möglichkeit gibt das ich da nicht mit reingezogen werde? Oder muss man sagen "mit gehangen mit gefangen"?

    Mir ist meine Energie und Zeit zu schade, aber indem ich das heute von ihr zu beschädigen gewollte zu retten versuchte, fühlte ich mich doch "gezwungen" Energie dafür aufzubringen. Auch geistig beschäftigt es mich, wie man am erstellten Thema sieht, in diesem Fall noch.

    Es ist ja nicht immer Zeit für Gelassenheit. Manchmal muss man auch auf den Putz hauen, wenn man die Situation so eher bereinigen kann als durch Gelassenheit. Was Du schreibst hört sich für mich jedenfalls ein wenig so an, als würde sich in Dir da auch ein Konflikt abspielen zwischen "Gelassenheit bewahren" und "Mit aller Konsequenz ins Geschehen eintauchen".

  • Hallo Jin,

    Was würdet ihr in der Situation machen?

    Ich kann mich nur mit Mühe in eine solche Situation hinein versetzen, denn ich wäre mit Sicherheit seit 6 1/2 Jahren nicht mehr mit ihm zusammeṇ. ...


    Oder habt ihr eventuell Tipps für mich?

    Frage Dich, was Du mit einem Mann willst, der offenbar mit seiner Mutter verheiratet ist ... Wenn Du die einzig zuträgliche Antwort gefunden hast, packe das Wichtigste in einen Koffer, (den Rest benötigst Du nicht - den darf Mama gerne zerstören), setze Dich in den nächsten Zug, fahre mindestens 500 Km weit weg, atme tief durch, und beginne endlich zu leben.


    LG mkha'

  • [...]Sie hat ein durch psychische Vorbelastung ausgelöstes "Helfersyndrom" in behandlungsbedürftigem Ausmaß. Zusätzlich macht sie hinterrücks viel um immer wieder Aufmerksamkeit zu bekommen, gebraucht zu werden oder im Zentrum zu sein. [...]

    Meine Erfahrung mit solchen Menschen ist mehr als finster, Ich habe an anderer Stelle schon geschrieben, daß ich ca. 20 Jahre mit einem Kollegen zusammen arbeiten mußte, der diese Eigenschaft auch hatte und bei dem sie sich im Laufe der Zeit immer weiter steigerte. Meist suchen suchen sich solche Menschen ein Opfer, das in irgendeiner Form hilfebedürftig ist und leben ihr Problem an ihm aus. Finden sie so jemanden nicht, dann drängen sie sich ungebeten ihren Mitmenschen auf. Nach meiner Erfahrung gibt es nur eine Lösung und die heißt größtmöglicher Abstand. In der wirklich schlimmen Schlußphase konnte man meinen Kollegen fünf- oder auch zehnmal am Tag bitten, daß man Ruhe haben und nicht seine ungebetenen Ratschläge hören wollte. Es half alles nichts, es war ihm nicht möglich, damit aufzuhören.

  • Puuuh, es ist so einfach alles zu schreiben. . . und relativ einfach auch aufzugeben.


    Meine Frage, die mir sofort durch den Kopf geht, Jin, und ich nichts darüber lese:

    Fühlst Du Dich von Deinem Partner denn noch geliebt?

    Liebst Du ihn?

    Welche Gemeinsamkeiten verbinden Euch?

    Welche Dinge trennen Euch (außer die Mutti)?


    Herzliche Grüße von Schneelöwin

  • Das ist schwer aus der Ferne einzuschätzen, doch eine fast 7 jährige Beziehung mit dieser Schwiegermutter gemeinsam zu gestalten, könnte ein Paar auch mehr zusammenhalten als eine ungestörte Liebesromanze. Meine Erfahrung mit langen Beziehungen ist, dass die Schwierigkeiten die man gemeinsam durchgestanden hat oft wertvoller sind, als die verliebte Zeit, die irgendwann fast vergessen ist. Mein Rat für Dich wäre, zu schauen, was Euch verbindet und ob Du noch Kraft hast weiterzumachen. Wenn ja würde ich mit dem Mann reden und ihm Klartext sagen, wie es Dir dabei geht. Das scheint schon einmal funktioniert zu haben. Wenn Du Vorschläge für Lösungen siehst kann er darauf eingehen und ihr macht das zusammen. Durch seine komplette Verstrickung kann er bestimmt von sich alleine aus da keine Ideen entwickeln. Wenn Du keine Kraft mehr dafür hast, such das Weite. Nur ein Rat von vielen...

    Alles Gute für Dich!

    Über die Buddhalehre dürfen wir uns nicht in Gedanken verlieren. (Kodo Sawaki)

  • Es klingt vielleicht ein bischen hart, aber ich denke der Knackpunkt ist weniger, gelassen mit der Mutter des Freundes umzugehen, sondern vielmehr dass er eine klare Entscheidung trifft und sich für die Mutter oder Dich entscheidet.

    Dem ist fast nichts hinzuzufügen.


    Wenn Du Dich abgrenzen und die Beziehung erhalten willst, geht das nur, wenn Dein Partner mitzieht. Sonst hast Du keine Chance.


    IMHO solltest Du Deinen Ärger ernst nehmen, und nicht zulassen, dass da Hass draus wird.


    Wenn nötig, holt Euch beratende Unterstützung. Ihr seid mit dem Thema ja nicht allein.


    So genug Ratschläge, mache ungern Ferndiagnosen...


    Viel Ruhe und Kraft dafür!

    Aravind.

  • Liebe Jin,

    jede Geschichte ist ja anders, deswegen ist vergleichen immer schwierig. Aber ich hatte sehr lange auch Schwierigkeiten mit meiner Schwiegermutter. Ich fühlte mich von ihr immer wieder unterschwellig herabgesetzt. Mein Mann (dazu müsste deiner halt bereit sein) und ich wir haben dann ein Jahr komplett den Kontakt zu ihr ausgesetzt. Danach kam es zu einem klärendem Gespräch, bei dem ich ihr klar sagen konnte, dass ich weiß, das sie mich nicht mag und das ich sie nicht in meinem Leben haben will, wenn sie nicht freundlicher wird. Sie bemüht sich seitdem, allerdings sicher vor allem wegen ihrem Sohn und ihrem Enkelkind. Ich kann sie selten um mich haben und bin in ihrer Nähe eher still und höre zu. Aber irgendwie versucht sie jetzt nett zu sein. Das ist schonmal ein Anfang. Bei mir hilft Mitgefühl mich nicht von ihr gestört zu fühlen, wenn sie mal wieder in alte Gewohnheiten verfällt. Sie hatte kein leichtes Leben und dann habe ich ihr ihren Sohn weggenommen und entziehe ihr das Enkelkind (so sieht sie das halt)... ganz wichtig ist, dass dein Partner hinter dir steht und nicht hinter ihr. Hätte mein Mann mich da nicht gesehen und unterstützt wäre ich gegangen. Wenn er ihr mehr glaubt, sie mehr sieht als dich etc. empfehle ich Koffer packen. Dann ist das nicht deine Baustelle und zieht einfach zu viel Energie.

  • also gelassenheit zu üben ist schonmal die richtige einstellung. Ich denke mal du machst alles richtig. Lg

  • Nach meiner Erfahrung gibt es nur eine Lösung und die heißt größtmöglicher Abstand.

    Die Option wählte ich gestern, nachdem die Sache mit dem Beschädigungsversuch noch getoppt wurde. Kurzfassung: Mit unmissverständlich betontem "Es reicht" schmiss ich sie raus, ohne Diskussion. Es ist sowieso egal ob ich "die böse" bin oder nachsichtig und tolerant bin, mögen oder zumindest respektieren wird sie mich so oder so nicht. :like:


    Wenn Du Vorschläge für Lösungen siehst kann er darauf eingehen und ihr macht das zusammen. Durch seine komplette Verstrickung kann er bestimmt von sich alleine aus da keine Ideen entwickeln.

    Er kommt da sehr nach seinem Vater, "Probleme ignorieren dann sind sie auch weg" Ich hatte bisher den Eindruck, das sie meinem Partner und seinem Vater sehr wichtig ist, aber um etwas zu ändern müsste man sich eingestehen, das es Probleme gibt.

    Ich kann nachvollziehen wie schwer das ist, aber ich denke die "Krankheitseinsicht" ist nicht nur für die betroffene Person wichtig, sondern auch für direkte Angehörige. Damit auch sie lernen können, mit der Erkrankung im Alltag richtig umzugehen.


    Mein Mann (dazu müsste deiner halt bereit sein) und ich wir haben dann ein Jahr komplett den Kontakt zu ihr ausgesetzt.

    Etwas ähnliches hatte ich ihm gestern auch erklärt. Das sie da nur raus kommen kann, wenn man ihr "Helfersyndrom" nicht fördert, indem man sie "helfen" lässt. Auch wenn man selbst etwas davon hat. Ich habe ihm erklärt, das es vergleichbar mit einem Suchtverhalten ist und es einem Alkoholsüchtigen auch nicht hilft, ihm immer wieder ein Bisschen Alkohol zu ermöglichen.


    Ich denke auf die Art, ihm klar zu machen wie er/man seiner Mutter unterstützen kann da raus zu kommen, erreiche ich bei ihm eher etwas als wenn ich mich gegen seine Mutter stelle und "verlange" das er es auch macht.


    IMHO solltest Du Deinen Ärger ernst nehmen, und nicht zulassen, dass da Hass draus wird.

    Das ist auch der Part, wo ich mich um Gelassenheit bemühe.

    Bei Gelassenheit geht es mir nicht darum, die Sache damit ignorieren zu wollen, im Sinne von "ist mir egal". Sondern mich mit Hilfe von Gelassenheit innerlich davon zu distanzieren, entspannt zu bleiben und mich nicht davon triggern zu lassen.

  • Zitat


    Bei Gelassenheit geht es mir nicht darum, die Sache damit ignorieren zu wollen, im Sinne von "ist mir egal". Sondern mich mit Hilfe von Gelassenheit innerlich davon zu distanzieren, entspannt zu bleiben und mich nicht davon triggern zu lassen.


    Vielleicht solltest Du Dich davon mal so richtig triggern lassen? Bisher scheinst Du mir ja eher zu schlucken.

    Dann könnte es nämlich zu einer Entscheidung kommen.
    Es wirkt auf mich, als ob Du die Last dieser dysfunktionalen Mutter-Sohn-Beziehung trägst. Mit Deiner Engelsgeduld trägst Du zur Stabilisierung bei. Aber das wird nicht helfen. Du wirst eher nichts bei Deinem Partner erreichen. Gib Deine Therapeuten-Funktion auf und setze die Segel! Andere Mütter haben auch hübsche Söhne und sind dazu noch nett oder stören zumindest nicht.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Genau das ist das Feld der Übung. Sich nicht von sich selber triggern lassen.

    Mein Gott was hat das gedauert bis ich das endlich einigermaßen erreicht habe.

    Gekonnt, einfach so weil mich rettende Praktik, hab ich das schon mit 13.

    Ich hab mich einfach so verhalten wie es notwendig war und hingenommen das es eben so am besten geht.

    Mit 17 bin ich in die Lehre gegangen, anderthalb Stunden Zugfahrt von Zuhause. Telephon hatten andere. Briefe-schreiben dauert lange. Ich konnte die Not nicht lindern. Meine Not wurde nicht mehr verstanden, das war nie der Fall. ich habe gelernt das ein Mitglied zu funktionieren hat. Als Teammitglied hat es das zu tun was der Teamleiter sich so vorstellt.

    Und nun verlangte die Welt das ich eine Persönlichkeit zu haben habe.

    Wie geht das? Ich konnte das nicht! Ich machte das was erwartet wurde.

    Einzige Richtschnur waren die zehn Gebote die einzuhalten waren ohne das ich mich ihnen unterwerfe.


    Zum Thema!

    Das sich selber triggern mit...ja mit was eigentlich?

    Bei MIR ist das so das mich, mein Person sein, jemand sein den andere haben wollen oder den sie vermuten zu kennen, selber triggre wenn es zu einem Konflikt kommt mit den zehn Geboten. Ich soll was tun oder dulden das nicht einfach so geschehen kann. Ich muss damit einverstanden sein. Ich muss eine Entscheidung treffen damit ich meine erlangten Werte nicht gefährde oder neue Werte einbaue.


    Das ist die Übung. Ist es das wirklich wert das ich mich um Menschen bemühe bei denen ich merke das sie sich mir garnicht zugewendet haben? Das ist das Problem! Bin ich nur das fünfte Rad oder bin ich eines der vier Räder? Bin ich Teil von Menschen als Mensch oder nur Teil weil ich eben da bin? Es ist eine schwere Entscheidung. Meistens bringe ich es zum Abschluß mit einem Schrecken anstatt den Schrecken ohne Ende weiterhin festzuhalten. Meine Handlung wäre die Mutter nicht mehr in meiner (Unserer) Nähe zu dulden, auch nicht auf sie zugehen, das Übel nicht mehr hinnehmen. Kommt es zu einer Trennung war das NIE ein UNS.


    War das eine gewollte Illusion? War ich irgendwann damit einverstanden? Habe ich irgendwann nicht reagiert als mein Glaubenwollen sich nicht erfüllte, dem Glauben das wird schon und das nicht sehen wollen das es eben nicht schon wird? Einverstanden zu sein mit dem Binden an jemanden anderen anstatt mit mir eine Gemeinschaft zu bilden und erkennen das die Anderen nicht zu uns als Zelle gehört sonder nur der Raum ist der nicht unsere Wohnung ist?


    Unsere Wohnung! Tür zu! WIR! Wenn das nicht geschehen kann sondern da immer wieder mein Partner die Tür öffnet für einen Vampir, muss ich ihn fragen mit wem er die nächsten Jahre wirklich leben will. Es geht überhaupt nicht um Abgrenzung, Gemeinschaft verweigern, sonder um den Raum in dem wir leben wollen ohne uns gegenseitig zu triggern mit Objekten die nicht jetzt mit uns im Raum sind. Wenn da immer wieder ein Geist erscheint wird es Zeit sich einen Rum zu schaffen in dem man sich nicht selber mit den Geistern triggert die der andere immer wieder erweckt.


    Meine Schwerter rief mit regelmäßig an, wir hatten einen Termin in der Woche. Irgendwann merkte ich das sie nicht mit mir spricht sonder nur von sich und überhaupt kein Interesse zeigte für UNSER Leben. Es ging nur um sie, wollen wir von uns berichten wurde zugehört und vergessen. Seit 2 Jahren ist da endlich Funkstille. Von allen meinen Verwandten weiß ich nicht ob sie noch leben. Ich lebe hier mit den Menschen mit denen ich lebe und ich habe begriffen das es vollkommen egal ist ob die Menschen mit denen ich GLAUBE verbunden zu sein tot sind oder nicht. ICH lebe und ich bin nie allein, außer ich möchte das, Einsamkeit kenne ich seit mein Leben mit EINEN Menschen wirklich geteilt wird nicht mehr. Kein Friede Freude Eierkuchen sonder leben zu zweit als Einheit die sich auf die Entscheidung gründet: Das ist der Mensch der mit mir lebt. Das war vom ersten Treffen klar, trotz aller Widrigkeiten. Da war ein Zusammensein das beste Chancen hatte zu scheitern! Wir haben uns entschieden alles was uns nicht leben lässt zu beseitigen. Sind seit 15 Jahren verheiratet und es war uns immer Scheißegal was irgendjemand glaubte wir waren zusammen. "ich lass für dich das Licht an obwohl's mir es zu hell ist." Entscheidungen beiderseits für uns und der Rest der Welt wird sortiert.


    Entscheidungen sind immer entweder für mein(unser) Leben oder für das Leben anderer. Mein(Unser) Leben hier mit den Menschen hier ist mir seit langem wichtiger als mein leben mit den Gespenstern. Gespenster sind notwendig doch nur dann wenn sie für alle Gespenster bleiben.

  • Andere Mütter haben auch hübsche Söhne und sind dazu noch nett oder stören zumindest nicht.

    Seine Mutter könnte/sollte mir eigentlich ziemlich egal sein. Mit ihr führe ich keine Beziehung/Partnerschaft. :like:


    Weiter gesponnen sollte man meinen, wenn sie ihren Sohn wirklich liebt, sollte es ihr wichtig sein das er glücklich ist. Indem sie bereit ist, die Beziehung ihres Sohnes zu schädigen, stellt sie das was sie will über ihren Sohn.


    War das eine gewollte Illusion?

    Bei mir ist es oft so, das ich von einem gewissen Grundlevel an Sozialverhalten meines Gegenüber ausgehe. "Behandle andere so, wie du selbst behandelt werden möchtest" oder "Was man sät, wird man ernten" und ähnliches.


    Gehe ich mit Tieren oder Kindern um, scheint das recht gut zuzutreffen und auf die Art das Miteinander auch sehr harmonisch für alle Beteiligten zu funktionieren. Nur bei manchen Erwachsenen hingegen offenbar so gar nicht. :nosee:

    Es geht überhaupt nicht um Abgrenzung, Gemeinschaft verweigern, sonder um den Raum

    Bei Tieren ist das "Raum einnehmen" ein übliches Verhalten. Wer beansprucht welchen Raum für sich, wer lässt wen in seinen Raum eindringen, usw. Allzu weit entfernt von tierischem Verhalten scheinen manche Menschen nicht zu sein. :? Einfach mal ausprobieren, ob Verhaltensweisen die im Tierreich gängig sind, auch von manchen Menschen vielleicht besser/deutlicher verstanden werden.

  • Einfach mal ausprobieren, ob Verhaltensweisen die im Tierreich gängig sind, auch von manchen Menschen vielleicht besser/deutlicher verstanden werden.

    Ja, und dazu müsstest Du Gewalt anwenden, wie Du es ja schon gemacht hast. Ich finde das richtig in einem solchen Fall wie Deinem.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Jin Das siehst Du ganz richtig. Nicht richtig ist das Du mit der Mutter nichts zu tun hast. Doch wenn beide die Tür zumachen wenn beiden für sich sein wollen dann ist deine Sich ganz richtig. Die Lebensbereiche sind Konzentrische Kreise. Da ist erstmal der den jedes fühlende Wesen beanspruchen muss, sonst gibt es keine fühlenden Wesen. Dann kommt der Kreis in dem die sind die wirklich nahe sind und die das Gemeinsame wollen, ohne den eigenen Kreis aufzugeben. "Tiere" wissen nichts davon! Aber der Mensch kann betrachten das auch er einen Kreis hat in dem er ganz und gar er selbst ohne jeden Anderen sein WILL. Dieser Kreis des Individuums Mensch darf nicht aufgegeben werden, eigentlich muss das erstmal erkannt werden das es den überhaupt gibt.


    Deine und meine und die aller Menschen Konflikte hat seine Ursache darin das der eigene Kreis nicht erkannt wird. Als ich mit meinen Menschen zusammengekommen bin ist keiner auf die Idee gekommen das wir jetzt ein Kreis sind ohne unsere Kreise. Wir sind zwei sehr unterschiedliche Menschen und wir erhalten unsere Freude am Leben weil wir um diese Kreise wissen. Keiner ist verletzt wenn der andere nicht einig ist, nicht mitmachen will was anderes vorhat. Die Wohnung des gemeinsamen Lebens wird frei gehalten von Kreisbegerer.


    Wenn Du Deinen Kreis des eigenen fühlenden Wesens nicht erkennst und Verteidigst, werden Andere immer versuchen dich einzugemeinden.

  • Liebe Jin,


    ich denke es ist eine Sache der Abgrenzung und auch des Loslassens, dass Eltern ihre Kinder nicht als "ihrs" betrachten und auch nicht den Raum in dem sie leben und auch nicht die Enkel.


    Mit meiner Mutter hatte ich ein Jahr lang den Kontakt abgebrochen, das ist inzwischen wieder anders, aber unsere Wohnung bleibt weiterhin tabu. Inzwischen hat mein Bruder mit ihr den Kontakt abgebrochen, es ging auch darum, dass sie das was sie will absolut sieht und alles andere ausblendet. Die Konsequenzen kommen für sie dann ganz überraschend.


    Da hilft auch alles Reden nichts, sondern man muss eben sofort konsequent sein und direkt kommunizieren. Also beim kleinsten Anzeichen eines bestimmten Verhaltens direkt den Hinweis auf dieses geben und wenn noch eine Sekunde länger diskutiert werden will, ist Ende. Dann kann sie's eine Woche später nochmal neu versuchen, normal zu kommunizieren.


    LG :rainbow:

    Im erwachten Herzen leuchtet jede Farbe. (Jack Kornfield)

  • Zitat


    Seine Mutter könnte/sollte mir eigentlich ziemlich egal sein. Mit ihr führe ich keine Beziehung/Partnerschaft. :like:


    Weiter gesponnen sollte man meinen, wenn sie ihren Sohn wirklich liebt, sollte es ihr wichtig sein das er glücklich ist. Indem sie bereit ist, die Beziehung ihres Sohnes zu schädigen, stellt sie das was sie will über ihren Sohn.

    Sicher.

    Eigentlich sollte die Partnerschaft zwischen Dir und Deinem Partner stattfinden. Aber das tut sie wohl nicht. Um es mit einer berühmten Prinzessin zu sagen: "Wir waren zu dritt in dieser Ehe."

    Die Mutter hat ein problematisches Verhältnis zu ihrem Sohn. Aber nicht sie muss sich ändern, er muss sein Verhältnis zu ihr ändern. Und Du Deines zu ihm. Nicht unbedingt Trennung, aber klare Grenzen und Du musst zu Deinen Bedürfnissen stehen. Du musst auch nicht Deinen Partner ändern, Du musst nur die Verantwortung für Dich tragen. Entweder er geht mit Dir oder er bleibt bei seiner Mutter. Seine Indifferenz musst Du nicht mittragen. Auch für ihn würde das keinen Kontaktabbruch mit seiner Mutter bedeuten, nur eine klare Abgrenzung von ihr.

    Könnt Ihr Euch nicht Hilfe holen?

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Sie hat ein durch psychische Vorbelastung ausgelöstes "Helfersyndrom" in behandlungsbedürftigem Ausmaß

    Co-Abhängigkeit - Du bist in einer Beziehung mit einer Beziehung, nicht mit einer einzelnen Person. Wenn Du es nicht aushalten kannst und ihm das nicht klarmachen kannst, dass das auf Dauer für Dich nicht (er)tragbar ist - wenn es so ist - dann musst Du evtl. irgendwann eine klare Entscheidung für Dich treffen.


    Vielleicht ein kurzer "Disclaimer" - "Co-Abhängigkeit" ist zwar keine Diagnose, aber ein gängiger Begriff aus der Psychologie, v.a. in Bezug auf stoffgebundene Süchte. Der Begriff beschreibt einfach sehr klar, was ich ausdrücken wollte.

    Ich fände es unangemessen, hier im Forum wie immer geartete Psychodiagnostik zu betreiben. Ein "Helfersyndrom" ist bis heute nicht empirisch bestätigt und findet sich meines Wissens auch nicht im ICD.

    Auch die sogenannte "Co-Abhängigkeit" ist günstigstenfalls im ICD10 F60 verortbar und dient nach meiner Erfahrung in der Regel eher dazu, Angehörigen von Abhängigen (stoffgebunden oder nicht) eine für sie faktisch unerfüllbare Mitverantwortung dafür zu übertragen, dass der Abhängige abhängig bleibt.


    Ich frage mich oft weshalb ich das (noch) mitmach

    Wenn die Antwort echte Liebe ist: zeige Deine Grenzen und halte es aus, dass sie permanent überschrittten werden.

    Wenn nicht, schenk allen Beteiligten reinen Wein ein und geh'.


    LG

    Andreas

    Seit 30 Jahren mit meiner Frau zusammen, seit 51 mit meiner Mutter, die meine Frau bis heute für ein verlogenes Biest hält.

  • [...]

    Auch die sogenannte "Co-Abhängigkeit" ist günstigstenfalls im ICD10 F60 verortbar und dient nach meiner Erfahrung in der Regel eher dazu, Angehörigen von Abhängigen (stoffgebunden oder nicht) eine für sie faktisch unerfüllbare Mitverantwortung dafür zu übertragen, dass der Abhängige abhängig bleibt.

    [...]

    Was du schilderst ist nur ein Aspekt der Co-Abhängigkeit. Der Name ist entstanden, weil dieses Verhalten zuerst bei Angehörigen von Abhängigen, genauer von Kranken, festgestellt wurde. Genauer wäre die Beschreibung "die Sucht danach gebraucht zu werden". Bei Wikipedia findet man diesen Aspekt ziemlich gut erläutert. Co-Abhängige, die keinen Kranken finden, auf den sie sich stürzen können, drängen ihre Hilfe ungebeten ihren Mitmenschen auf und versuchen oft genug, die erwählten Opfer an sich zu binden.


    Allerdings ist es richtig, daß Ferndiagnosen leichtfertig sind.