Folgen des Darknet

33 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Rgel.

  • 1. Der Finale Elysium - Server stand in DE. Also war es eine deutsche Plattform.

    2. Darknet - Systeme wu8rden bewusst entwickelt, um das Tracking von Paketen zu erschweren oder ganz unmöglich zu machen. Also nützt auch ein allgemeine "Aufstocken" von Personal nicht viel.

    3. Da es im Darknet - System keine "üblichen" URL gibt ist ein zufälliges Finden einer solchen Plattform unmöglich.

    4. Sind geschätzt 70% der Darknet- Plattformen weder illegal noch kriminell.

    5. Finden kann man User illegaler Plattformen entweder durch paysystems oder durch Analyse von Chats.


    Ach ja, Systeme, die keine "Massenware" anbieten benutzen eh andere Anonymisierung.


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    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Ich finde den Titel dieses Threads hier unpassend gewählt. Solche grausamen Dinge gibt es auch ohne das Darknet, es ist also keine Folge dessen.


    Der Mensch wird immer versuchen Wege und Mittel zu finden, um solche und andere (Straf-)Taten zu begehen. So hart wie das nun klingt - dies ist ein Teil der menschlichen Natur; ein Teil der überwunden werden muss. Das Darknet selbst hat einen viel schlechteren Ruf als es verdient, es ist erstmal eine Technologie wie jede andere. Leider verfälschen Medien dieses Bild häufig. Allgemein ist von Seiten der Mainstream-Medien hier weitere Aufklärung bezüglich moderner Technologien nötig.


    Entgegen dem oft gezeichnetem Bild, dass Kriminelle im Darknet sicher sind, ist meist das Gegenteil der Fall. Selbst mit "klassischen" Ermittlungsmethoden ist meist schon einiges möglich.

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    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Oft gerade mit klassischen Methoden, denn Leute die sich im sog. "Darknet" sicher fühlen, machen vermutlich sogar leichter an anderer Stelle Fehler... Aber in der Tat, vor dem Darknet gab es das alles auch, aber jetzt kommt es durch die globale Dimension und Vernetzungen in anderen Dimensionen ans Tageslicht. So widersprüchlich das klingen mag, dass ein Darknet Dinge ans Licht bringt, aber so lassen sich, wenn man mal sowas wie hier hochnimmt, viel weitere Strukturen und Netzwerke erkennen, die dann ja auch überall weiter verfolgt werden können.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Im Radio auf SWR.de (auch im Nachhinein hörbar (SWR Wissen):


    Freitag, 14. September


    Zuflucht im Darknet


    Wie Journalisten der Zensur entgehen

    Von Gabi Schlag

    Das Darknet ist bisher bekannt und berüchtigt als die dunkle Seite des Internets, in dem jede Form von Kriminalität – von Auftragsmord bis Waffenhandel – stattfinden kann. Doch es gibt auch die andere, die „gute" Seite des Darknets: Viele Dissidenten und Whistleblower, Journalisten und Menschenrechtler arbeiten mit der Anonymisierungssoftware „Tor" im Darknet, um ihre Identität zu verschleiern und dann unbehelligt über Missstände in Diktaturen oder im eigenen Unternehmen zu berichten. Und das Darknet verspricht Bürgern, die ihre Grundrechte wahren möchten, Anonymität gegenüber Google, Amazon, Facebook, Microsoft und Apple – aber auch gegenüber Geheimdiensten und der Werbewirtschaft.

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Und das Darknet verspricht Bürgern, die ihre Grundrechte wahren möchten, Anonymität gegenüber Google, Amazon, Facebook, Microsoft und Apple – aber auch gegenüber Geheimdiensten und der Werbewirtschaft.

    Genau, und deshalb benutze ich selber auch den TOR-Browser, wie auch unzählige andere ganz normale Internetnutzer.


    Ich höre jeden Samstag im Deutschlandfunk um 16.30 Uhr deren Computersendung, in der auch über solche Themen gesprochen wird.

    Wenn ich mich richtig erinnere, liegt das Problem der Strafverfolgung darin, daß man nach unserem Recht erst eine Straftat (z.B. wie entsprechende Kinderbilder hochladen) begehen muß, um Mitglied in so einem Pädophilen-Forum zu werden. Und da sind der Polizei die Hände gebunden. Da muß erst die Rechtssprechung geändert werden, damit sie mehr kriminelle Machenschaften aufdecken können. Aber ich meine, daß sie inzwischen dabei sind.

    Andererseits sind ja Pädophile nicht automatisch Computernerds, nutzen also nicht alle unbedingt das Darknet und sind damit dann doch irgendwann zu fassen. Auf jeden Fall gibt es wohl mehr Ermittlungserfolge, als durch die Medien gehen.


    Auf der anderen Seite darf man nicht übersehen, daß es auch Pädophile gibt, die von sich aus eine Therapie machen, um nicht straffällig zu werden und Letzteres auch schaffen.

  • Man kann ja den Torbrowser auch benutzen, um anonym auf das offene Internet zuzugreifen. Das Darknet hat dann nochmal ganz andere Zugänge mit eigenen speziellen Adressen, die dann nur damit erreichbar sind.

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  • Man muss auch bedenken, dass auch hier wieder ein Bias vorherrscht.


    Neben dem TOR-Netzwerk gibt es noch einige andere Layer-Netzwerke (I2P, GnuNet, etc). Da TOR das bekannteste, und damit auch verbreitetes Overlay ist, findet man dort - natürlich - auch entsprechend kriminelle Tätigkeiten. Trotz der Menge an Kriminellen, so ist es dennoch primär ein Werkzeug für nicht-kriminelle.


    Bezüglich der Ermittlungsmöglichkeiten:


    TOR selbst bietet eine rein technische Anonymität bezüglich der IP Adresse. Der TOR-Browser (sowie einige Knoten) können zusätzlich noch Meta-Daten, wie z.B. den Browser-Fingerprint, manipulieren. Ziel dieser Maßnahmen ist, dass der Nutzer möglichst nicht identifizierbar ist, oder zumindest dessen physische Position nicht auffindbar ist. Unter optimalen Bedingungen ist es theoretisch nahezu unmöglich einen Nutzer zu identifizieren (variiert je nach Angreifer-Modell). In diesen theoretischen Systemen ist allerdings nicht der Faktor Mensch berücksichtigt.


    Menschen begehen immer wieder Fehler - davon sind auch Kriminelle nicht ausgeschlossen.

    Vergisst man mal den TOR-Proxy zu aktivieren, schon wird die eigentliche IP geleakt. Eventuell lädt man mal etwas hoch, das nicht von Metadaten befreit ist (z.B. Bilder) oder geteilte Inhalte beinhalten sogar direkt identifizierendes Material. Neben diesen direkten Fehlern von Menschen, gibt es noch weitere Möglichkeiten. Der Mensch an sich ist ein Gewohnheitstier. Man schreibt gewisse Wörter immer wieder auf die selbe Art und Weise falsch, kommt immer zur selben Zeit online und regt sich immer über die selben Dinge auf. All solche Informationen können (statistisch) ausgewertet werden und somit kann der Kreis der Verdächtigen schon einmal deutlich eingeschränkt werden.


    Neben den hier aufgeführten Optionen gibt es noch weitere. Aber man sieht, dass das Darknet nicht so sicher ist, wie es immer scheint - vor allem dann nicht, wenn man in Systemen mit hoher Informationsrate unterwegs ist.

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    小金龍

    :zen:

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  • Ich finde den Threadtitel interessant.


    "Die Folgen des Darknet".


    Wird denn irgendjemand kriminell weil es das Darknet gibt? Oder sind die Folgen nur eine nötige Entteuschung??


    Ich sehe durch meine Brille bei dem Spiegelartikel viel ehr eine bewusste Demagogie die mit einem emotional aufgeladenen Thema die Gefahr der Freiheit in die Köpfe implantiert.


    Die Pädophielenforen haben doch nicht die Pädophielen geschaffen, sondern genau umgekehrt.

    Im Gegenteil liegt der Wert des Darknet doch grade darin das es sichtbar macht was vorher unsichtbar war.

    Und das führt dann zu Entteuschung:


    Vielleicht haltet Ihr mich ja für naiv, aber ich hätte nie vermutet, dass die "Nachfrage" nach solchen illegalen Plattformen so hoch ist,

    (...)

    Die Nachfrage - über deren Ursache man nachdenken kann - scheint mir das Problem aber doch nicht die Leinwand auf der die Nachfrage sichtbar wird.


    Ohne Darknet braucht niemand mehr über die Nachfrage nachzudenken und die Polizei muss sich nichtmehr über Personalmangel beklagen, das Volk kann wieder beruhigt schlafen.


    Das ist meine Perspektive.:)