Wie kommt man als Westler zum Buddhismus?

There are 21 replies in this Thread. The last Post () by minestrone.

  • Was war Euer Einstieg in den Buddhismus? 23

    1. Ich habe ein Buch darüber gelesen, das mich sehr gefesselt hat. (16) 70%
    2. Ich habe glaubwürdige Antworten auf meine Fragen gesucht, die mir keiner geben konnte. (9) 39%
    3. Ich war auf der Suche nach dem tieferen Sinn in meinem Dasein. (7) 30%
    4. Ich konnte an meine alte Religion nicht mehr glauben. (7) 30%
    5. Ich hatte eine beeindruckende Begegnung mit einem oder mehreren Buddhisten. (6) 26%
    6. Ich liebe asiatische Kunst, Essen, Musik oder Kunsthandwerk und eines führte zum anderen. (6) 26%
    7. Habe einen Meditationskurs besucht, durch den ich mehr erfahren wollte. (4) 17%
    8. Ich habe am Anfang schon einen sehr guten Lehrer gefunden. (4) 17%
    9. In meiner Umgebung gab es ein buddhistisches Zentrum. (3) 13%
    10. Ich lebte in einem buddhistischen Land und war von den Menschen und ihrer Lebensart dort beeindruckt. Oder machte dort Urlaub. (3) 13%
    11. Meine Freunde beschäftigen sich auch mit Buddhismus. (3) 13%
    12. Habe Philosophie studiert und kam deswegen darauf. (1) 4%
    13. Ich habe Indologie studiert, oder ostasiatische Wissenschaften. (0) 0%

    Ich frage mich schon lange, wie wir eigentlich dazu gekommen sind. Da ich nicht will, das hier jeder die eigenen Hosen runterlassen muss, dachte ich mir, eine Umfrage wäre ein schönes Mittel. Ist unpersönlich, eine Abwechslung, eventuell erkenntnisreich und macht vielleicht sogar Sinn?(: Oder auch nur Spass.

    Bitte Euch auch um Eure Ergänzungen bei den möglichen Antworten. Gar so viele sind mir nicht eingefallen. Vielleicht gibt das auch neue Anregungen.:)

    Über die Buddhalehre dürfen wir uns nicht in Gedanken verlieren. (Kodo Sawaki)

  • Mir wurde nach und nach klar dass das, was im Westen unter Psychologie oder Geistesschulung verstanden wird, nicht alles sein kann. Nach über 10 Jahren typisch-westlicher Psychotherapie wurde es für mich immer deutlicher, dass da irgendwas fehlt. Zeitgleich hat mich eine Freundin dazu bewegt, doch mal ein Buch zum Thema Buddhismus zu lesen, und seitdem mache ich auch wieder Fortschritte in meiner persönlichen Entwicklung. 🙂

  • Neugierde eines jungen Mannes, einfach Neugierde ...


    Wie schön, das der nun alte Mann sich diese Neugierde erhalten hat ...


    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Als ich mit 11 angefangen habe meine Eltern nach verschiedenen Religionen auszufragen, hat mir mein Vater zu jeder großen Religion ein Buch aus der Bücherei mitgebracht. Eins über das Christentum. Eins über Judentum. Eins über den Islam. Eins über Hinduismus. Und eben auch eins über Buddhismus. Schon während ich das erste mal das Buch über Buddhismus gelesen hatte, schien es für mich einfach richtig.

    Kurz darauf habe ich angefangen Kung Fu zu trainieren und dort war insbesondere die (Chan) buddhistische Philosophie ein fester Bestandteil des Trainings. Später in der Ausbildung zum Kung Fu Trainer habe ich dann angefangen mich immer intensiver mit dem Thema Buddhismus auseinander zu setzen und auch immer mehr angefangen darüber zu lesen.


    Und bis heute hat sich das nicht verändert - auch wenn in manchen Zeiten meines Erwachsen-Werdens das Thema mal in den Hintergrund gerückt war.

    _()_

    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Hallo Minestrone,


    inzwischen sind ja auch die Kinder und Enkel von (westlichen) Buddhisten längst groß. Man kann inzwischen auch hiErzuland in eine buddhistische Familie geboren werden. :like:

    Mein kleiner Garten: wild und chaotisch,

    nicht gar so oft gepflegt,

    wird er doch jedes Jahr schöner!
    Viele Pflanzen und Tiere ziehen hier einfach ohne Zutun ein und bereichern das Bild.

    Und das Gemüsebeet lässt sich wunderbar umrunden...

  • Danke Euch schon jetzt für Euere Teilnahme und die vielen Anregungen. Die Umfrage läuft noch knapp 2 Wochen.

    Bis dahin kommen vielleicht noch einige Beiträge dazu.


    xiaojinlong: Ich finde es sehr beeindruckend, wie Dein Vater das gemacht hat :like:Bei uns war Religion gar kein Thema.

    Lucy: Das hatte ich wirklich gar nicht in Erwägung gezogen. Danke für die Anregung. Mich würde wirklich interessieren, wie viele Familien das prozentual in Deutschland sind.

    Arthur1788: "Schopi" hat bei mir auch eine Rolle gespielt. Ich finde ihn heute zum Teil noch ganz gut lesbar. Er hat sicher dafür gesorgt, dass sich auch andere deutsche Philosophen mit Buddhismus beschäftigt haben.


    Je länger ich über meinen eigenen Einstieg in den Buddhismus nachdenke, desto mehr fällt mir ein... Werde noch weiter darüber hirnen. :?

    Über die Buddhalehre dürfen wir uns nicht in Gedanken verlieren. (Kodo Sawaki)

  • ja, wo Du es jetzt schreibst citroen, fiel mir erst später das Buch zum lesen in die Hand (habe ich angekreuzt).

    Vor 10 Jahren wurde ich im TV aufmerksam (ziemlich unspektakulär) eigentlich war ich auf Sport eingestellt und es gab auf meinem Sportsender eine Meditation; die ich zunächst einmal einfach nur mitmachte.

    Das Erlebnis bzw. Ergebnis gefiel mir dann und erzählte das einem Freund, der daraufhin mir dann ein Zen Buch aus der Bücherei mitbrachte.


    Liebe Grüße von Schneelöwin

    Liebe Grüße Schneelöwin


    So hast du manches gebaut, und manches begraben, denn es macht Leid, was du, vor der Zeit, all kräftig zum Lichte gezogen.

    Nun kennest, nun lässest du dies; denn gerne gefühllos ruht, bis dass es reift, furchtsam geschäftiges drunten.

    abgewandelte Friedensfeier


  • Ich war als Jugendlicher auf der Suche nach dem Sinn des Lebens. Nach meinen Überlegungen war es der Sinn glücklich zu sein. Aber alle äußeren Dinge, Konsum, Beziehungen und Karriere machten mich nicht dauerhaft glücklich. Mit 30 traf ich auf den griechischen Philosophen Epikur. Er meinte, dass Glück sei vor allem in einem selbst zu suchen. Das entspricht der Erkenntnis der heutigen Glücksforschung, wonach 90 % des Glücks in einem Menschen selbst liegen. Man muss an sich selbst arbeiten, wenn man in seinem Leben glücklich werden will.


    Nachdem ich das Ziel des inneren Glücks gefunden hatte, suchte ich in allen Religionen, Philosophien und psychologischen Systemen nach guten Techniken für den Weg des inneren Glücks. So fand ich zum Buddhismus und zum Yoga. Laut Buddhismus gibt es im wesentlichen zwei Techniken, die Meditation und die Gedankenarbeit (richtiges Denken). Die Gedanken beeinflussen die Gefühle. Wenn man Gefühle von Liebe, Frieden und Glück haben möchte, muss man die entsprechenden Gedanken pflegen. Genau so sieht es der Yoga. Seit 36 Jahren bin ich jetzt auf dem spirituellen Weg und diese Erkenntnisse haben sich bestätigt.


    Ein großer Schritt auf dem spirituellen Weg war für mich die Verbindung von innerem Glück und umfassender Liebe. Im Yoga heißt es: "Ein erleuchteter Mensch ist hundert mal so glücklich wie ein nichterleuchteter. Ein Mensch auf dem Weg der Verbindung von Erleuchtung und Liebe (Karma-Yogi, Bodhisattva) ist hundert mal so glücklich wie ein normaler Erleuchteter." Ich möchte hinzufügen, dass der spirituelle Weg auch viel leichter und erfolgreicher zu gehen ist, wenn er mit dem Prinzip der umfassenden Liebe verbunden wird. Insofern unterstütze ich den tibetischen Buddhismus, der Liebe, Meditation und Kundalini-Yoga (vielfältige Techniken) verbindet.


    Der Weg der Liebe bedeutet, dass man selbst in der Liebe lebt (allen Wesen Gutes tut) und auch Liebe bekommt, von seinen Mitmenschen und auch von den erleuchteten Meistern. Die Verbindung mit erleuchteten Meistern (Guru-Yoga, Bhakti-Yoga) ist ein wichtiger Teil des Weges der umfassenden Liebe. So bekommen wir alle Hilfe, die wir für unseren spirituellen Weg und für unsere Taten der Liebe brauchen. Ich verbinde mich jeden Tag mit meinen erleuchteten Meistern wie dem Dalai Lama, Swami Sivananda, Sai Baba, Mutter Meera, Amma und Anandamayi Ma.

    Mögen alle Wesen glücklich sein. Möge es eine glückliche Welt geben.

    Edited once, last by Nils ().

  • Während einer Thailand Reise hat der Reiseleiter es versäumt, das Thema Buddhismus anzusprechen. Trotzdem wurde ich neugierig und las einige Bücher von Jack Kornflield, Aya Khema und dem Dalai Lama. Ein tieferes Verständnis erlangte ich aber erst mit dem Kontakt meiner (deutschen) Lehrerin. Deshalb habe ich die letzte Antwort angekreuzt :)

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Glücklich mögen alle Wesen sein und im Besitz der Ursachen des Glücks" (:_()_

  • Sherab: Dabei ist mir noch eingefallen, dass ich vor vielen Jahren durch den Anblick einer Buddhastatue so beeindruckt war, dass ich mehr über den Buddhismus wissen wollte. Das war der Big Buddha auf Lantau Island in Hong Kong. Danach noch der Königspalast in Bangkok und das geht mir noch heute so wenn ich eine schöne Buddhastatue sehe._()_

    Über die Buddhalehre dürfen wir uns nicht in Gedanken verlieren. (Kodo Sawaki)

  • Sherab: Dabei ist mir noch eingefallen, dass ich vor vielen Jahren durch den Anblick einer Buddhastatue so beeindruckt war, dass ich mehr über den Buddhismus wissen wollte. Das war der Big Buddha auf Lantau Island in Hong Kong. Danach noch der Königspalast in Bangkok und das geht mir noch heute so wenn ich eine schöne Buddhastatue sehe._()_

    Witzig, dass Du das schreibst :)

    Meine Frau und ich waren vorgestern (nach einer China Reise) noch in Hongkong.

    Leider war ein Ausflug nach Lantau Island nicht möglich (Taifun Warnung der Stufe 3), wir hatten dort aber trotzdem eine sehr schöne Zeit, insbesondere die Skyline by night vom 41. Stock unseres Hotels (und die allabendliche Lichtshow) war sehr beeindruckend!

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Glücklich mögen alle Wesen sein und im Besitz der Ursachen des Glücks" (:_()_

  • Ich hatte mal vor über 20 Jahren was von Zen gehört und mir darüber ein Buch gekauft. Gesagt hat es mir nichts. "Welcher Geist? Der einspitzige Geist!". An solche Sätze kann ich mich noch erinnern. War nur verwirrend und scheinbar mehr Eiferei dabei als Verständnis. Also habe ich das Buch weggelegt und lange vergessen.


    Früher hatte ich beruflich in Südostasien zu tun. Ich war von den buddhistischen Tempeln in Thailand und Indonesien sehr beeindruckt. Deswegen ließ mich das Interesse an Südostasien nie wirklich los. Wiederum 15 Jahre später war ich wieder in Südostasien und entdeckte in einem Hotel in der Nachttischschublade neben der Bibel liegend ein Buch mit dem Titel "The Teaching of Buddha". Ich blätterte darin rum um zu schauen was das so ist und stieß auf diesen Satz:


    "Der menschliche Geist in seinem nie endenden Gedankenstrom ist wie das fließende Wasser eines Flusses oder wie die brennende Flamme einer Kerze. Wie ein Affe springt er unaufhörlich herum ohne einen Moment Ruhe zu finden."


    Als ich das las wusste ich, dass dieser Buddha genau mein Problem verstand. Mir war selbst klar, dass ich ein Problem mit einer überschäumenden Gedankenwelt hatte bedingt durch psychischen Stress aus verschiedenen Gründen. Also habe ich geschaut, ob in der Lehre Buddhas hilfreiche Dinge für mich enthalten sind und das waren sie! Ich habe immernoch eine Anhaftung, an der ich arbeite sie wegzubekommen. Aber die anderen Anhaftungen habe ich erkannt und schon seit einiger Zeit nur selten Rückfälle, die ich relativ schnell abfangen kann, weil ich weiß, was wirklich los ist. Waren z.T. sehr schwer erkennbare Täuschungen. Ohne durch Meditieren und Achtsamkeit gelernt zu haben die Gedanken zu beobachten hätte ich das wohl nicht geschaft.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn