Jesus Kashmir Hypothese

There are 77 replies in this Thread. The last Post () by kesakambalo.

  • Philosophie scheint mit eine Wissenschaft zu sein die Antworten auf Fragen sucht die noch keinen Begriff haben. Fällt mit Laotze ein der sich erklärt das er den Begriff Tao einführt, weil es ein Begriff ist den es noch nicht gab, aber er es als Notwendig ansah einen Begriff einzuführen der eben nicht belastet ist und darum auch nicht verstanden wird, wenn er ihn nicht füllt.

    Geistgestaltung -Wirken und Erleben. Das einzig Reale

    Herzgestaltung -Wahrnehmen und Gefühl. Das Leben.

    Nimm deine Mouse hoch und Das Nichts ist da, nimm Das Nichts hoch und Nibbana ist da, nimm Nibbana hoch und.....

  • Wobei die Person Jesus von Nazareth vermutlich keine bloß literarische Fiktion ist, sondern einen jüdischen Prediger meint, der aus bestimmten Gründen gekreuzigt wurde, und auch bestimmte Ansichten vertrat, die Paulus später aufnahm.

    Dass die Entstehung des Christentums aus einer messianischen jüdischen Sekte heraus tatsächlich auf eine historische Gründerfigur mit dem Namen Jeschua zurückgeht, ist die plausibelste Erklärung im Sinne von Ockham's razor (vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/ockhams_rasiermesser). Was aus dieser Erklärung natürlich nicht mehr als eine bloße Theorie macht, die in Konkurrenz zu anderen Theorien steht (vgl. z.B. https://de.wikipedia.org/wiki/jesus-mythos). Mit "literarischer Fiktion" war daher von mir auch nicht die "Person Jesus von Nazareth" gemeint (ob es sich da um eine Fiktion handelt, ist weder beweisbar noch widerlegbar), sondern das Narrativ der vier Evangelien, insbesondere der synoptischen (Markus, Matthäus und Lukas). Eine (wenigstens partielle) Historizität dieses Narrativs ist schlicht nicht belegbar. Zwar hat man versucht, aus den Synoptikern auf eine hypothetische Logienquelle (vgl. Zweiquellentheorie – Wikipedia) zu schließen, die eine Sammlung von überlieferten Aussprüchen des Rabbi Jeschua gewesen sein soll. Ob und wie weit diese Aussprüche authentisch sind (falls die Hypothese einer solchen Logienquelle denn tatsächlich zutreffend wäre) ist wiederum eine andere Frage. Das Narrativ der christlichen Evangelien ist jedenfalls nicht als historische Quelle für die Existenz einer Person Jeschua und insbesondere seine Handlungen und Aussagen zu bewerten. Es ist vielmehr eine historische Quelle für die religiösen Anschauungen und Deutungen, die sich etwa ab der Mitte des ersten Jahrhunderts in der frühen christlichen Gemeinde entwickelten. Insofern ist auch der menschgewordene Gott "Jesus Christus" der Evangelien (so, wie er dort dargestellt wird) nicht historisch, sondern eben literarische Fiktion.

    Was nun Paulus angeht, so lässt sich aus den sog. Apostelbriefen (deren Authentizität in einigen Fällen nicht nur zweifelhaft ist, sondern teilweise auch als widerlegt gilt) und vor allem aus der Apostelgeschichte erschließen, dass der aus Tarsus in der heutigen Türkei stammende Paulus (Scha'ul) durchaus originelle Auffassungen vertrat und damit in einem kaum kaschierten Gegensatz zu der durch Jaʿakow (der laut Flavius Josephus als Jeschuas Bruder galt) und Schimon bar Jonas ("Simon Petrus", dessen Historizität ebenfalls weitestgehend hinter Legenden verschwunden ist) geleiteten Jerusalemer Urgemeinde stand. Scha'ul / Paulus formte allerdings durch seine Missionstätigkeit unter "Heiden" das entstehende Christentum in ganz besonderem Maße. Als Bürger der hellenistischen Metropole Tarsus (der Seleukidenherrscher Antiochos IV. Epiphanes hatte dort 171 v. Chr. jüdische Migranten angesiedelt), der auch das römische Bürgerrecht besaß, war er dazu in besonderem Maße geeignet. Mit einer gewissen Berechtigung kann man Scha'ul / Paulus als den eigentlichen Schöpfer des Christentums bezeichnen. Dass er den jüdischen Rabbi Jeschua gar nicht persönlich kannte und ihm nur in einer Vision "begegnet" war, setze ich mal als bekannt voraus.

    Eine vergleichbare Frage nach literarischer Fiktion oder realer Person stellt sich bei Sokrates

    Nicht ganz. Zweifellos ist der Sokrates der platonischen Dialoge (von biographischen Details einmal abgesehen) eine literarische Fiktion, eine 'Maske' Platons. Aber daneben gibt es zu Sokrates ja auch noch das Zeugnis des bedeutenden Historikers (und im Vergleich zu Platon unbedeutenden Philosophen) Xenophon. Natürlich ist auch Xenophons Sokrates ein Narrativ - aber immerhin waren sowohl Platon wie auch Xenophon persönliche Schüler und Zeitgenossen Sokrates' - was sich weder von den Evangelisten (weder Matthäus noch Johannes waren, wie man früher glaubte, identisch mit den gleichnamigen Aposteln) noch von Paulus behaupten lässt.

    Was nun Jeschua / Jesus Christus / Isa ben Mariam angeht, so gibt es da sehr unterschiedliche Narrative. Eben das der christlichen Evangelien und der christlichen Theologie(n), aber auch muslimische, das der Ahmadiyya (Nukleus der 'Jesus-in -Indien-Legende'), das diverser neuzeitlicher Esoteriker usw. usf. Der entscheidende Punkt, auf den ich verweisen wollte, ist der, dass man schlicht nicht das Kriterium der Historizität anwenden kann, um zu entscheiden, welches Narrativ richtig (oder richtiger) und welches falsch ist. Es sind religiöse Narrative und darauf Kriterien der Geschichtswissenschaft anzuwenden, um ihre "Richtigkeit" zu beweisen oder zu widerlegen, ist eine klassische Kategorienverwechslung.

    Interessant scheint mir die Frage, welche Relevanz es im Unterschied dazu für eine Religion hat, ob ihr Stifter tatsächlich so wie von den religiösen Schriften ausgesagt existierte. Hier lässt sich zwischen gesellschaftlicherund persönlicher Relevanz unterscheiden.

    Persönlich relevant ist hier der Umgang mit den Narrativen und da wiederum kann man einen historisch-kritischen Umgang (für den ich hier Beispiele gegeben habe) deutlich von einem religiösen unterscheiden - ich hatte deswegen auf die unterschiedliche Signifikanz verwiesen. Bei letzterem geht es eben nicht um historische Fakten, sondern um Glauben oder - beim Buddhismus - um Śrāddha. Konkret beim christlichen Narrativ darum, ob man glaubt, dass ein allwissender und allmächtiger Gott in Person eines jüdischen Wanderpredigers "Fleisch wurde" und dieser in einem bewussten Opfertod die Schuld der Menschen gegenüber Gott tilgte und sie so erlöste. Konkret beim buddhistischen Narrativ darum, dass man darauf fest vertraut, dass der von einem indischen Wanderprediger gelehrte achtfache Pfad zur endgültigen und unumkehrbaren Erlösung vom Leiden führt. Die Unterscheidung zwischen Glaube und Śrāddha ist hier durchaus wesentlich, da Śrāddha kein unbedingter Glaube (wie im Christentum gefordert) ist, sondern Glaube "auf Vorschuss". Śrāddha muss sich in der konkreten Erfahrung der Praxis des achtfachen Pfades bewähren und vertiefen. D.h. die Richtung (zur Überwindung des Leidens), in die Śrāddha weist und in die der Pfad führt, muss konkret als leidüberwindend erfahren werden. Diesen Erweis verlegt das Christentum hingegen in ein 'Jenseits', d.h. in eine jenseits empirischer Erfahrung stehende Transzendenz.

    Für eine traditionelle Gesellschaft gilt wohl, dass sie sich auf verbindliche Werte beziehen muss, um gut zu funktionieren. Die philosophische Diskussion scheint dafür zu wenig, es braucht auch eine übergeordnete religiöse Autorität, die letztgültig aussagt, was gut und richtig ist.

    Ob es für das Funktionieren einer Gesellschaft (ob traditionell oder nicht) "eine übergeordnete religiöse Autorität" tatsächlich braucht, sei mal dahingestellt Die gesellschaftliche Funktion religiöser Autorität ist vor allem Legitimierung und Stabilisierung von Herrschaft. Man "braucht" das, um die von den jeweiligen Produktionsverhältnissen Privilegierten (Sklavenhalter, Aristokraten, Kapitalisten usw. usf.) davon zu entlasten, ihre Privilegien permanent mit Gewalt zu sichern und zu verteidigen, so dass sie ihre Privilegien auch wirklich in Ruhe genießen können. Das ist die Befriedung der Gesellschaft durch Religion. Dafür wird die "übergeordnete religiöse Autorität" mit Teilhabe an den Privilegien belohnt - sprich: korrumpiert. Stabilisierend für die Gesellschaftsordnung wirkt da natürlich vor allem die Uniformität religiöser Anschauungen. Daher die typische, mit Gewalt verbundene Intoleranz religiöser Autorität.

    Neuzeitlicher Nachfolger der Religion in dieser Funktion ist Recht und Gesetz; Rousseaus 'contrat social'. Was gegenüber religiöser Autorität den Vorteil hat, für Anpassungen an eine gerechtere Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen offener zu sein. Da ist die gesellschaftliche Ordnung - auch, wenn unterschiedliche Gruppen nach wie vor durch sie unterschiedlich begünstigt werden - säkular durch Menschen und ihre Interessen bestimmt (bzw. wird dies nicht durch religiöse Begründungen verschleiert) und damit grundsätzlich (in gewissen Grenzen sogar gewaltfrei) revidierbar.


    _()_

  • Ob die Unterscheidung Glaubenswirklichkeit und historische Wirklichkeit so einfach möglich ist?


    Die Schuld der Menschen gegenüber Gott, die du ansprichst, wird als Erbsünde bezeichnet. Vielleicht ist es erst unser modernes Wissen zu den Mechanismen der Vererbung, welches jenem Glaubensinhalt eine „nur“ symbolische Bedeutung zuweist. Ich bin mir nicht sicher, ob eine symbolische Bedeutung phänomenologisch noch als Glaube gelten darf. Ich vermute, dass gläubige Menschen in der Regel konkreter denken, sodass der Begriff der Erbsünde als christlicher Glaubensinhalt in heutiger Zeit einfach nicht mehr überzeugt und eher verloren gegangen ist.


    Ich würde auch argumentieren, dass der feste christliche Glaube an ein glückliches Jenseits konkret als Hilfe erfahren wird. Wenn die frühe buddhistische Lehre die Anhaftung an das Leben für alles Leid verantwortlich macht, dann zeigt sich mir zumindest eine psychologische Parallele in Hinsicht auf den Umgang mit Leid. Doch, wie du richtig anmerkst, bedarf es für die buddhistische Befreiungslehre keinen Glauben an ein Jenseits.


    (Für den achtfachen Pfad wäre vielleicht als Gegenstück die Tugendlehre des Aristoteles, die Thomas von Aquin mit den Tugenden Glaube, Liebe und Hoffnung erweiterte, zu nennen.)


    ***


    Dass traditionelle landwirtschaftliche Gesellschaften religiös funktionieren, ist ja eine Tatsache. Hier zeigt sich eine Differenz zum typisch animistischen Verständnis der Jäger und Sammlergesellschaften. Das Verständnis von Natur wird für die Bedürfnisse der Landwirtschaft technischer, die Baumgeister treten gegenüber einem jenseitigen Gott in den Hintergrund. Die Regeln werden klarer und ermöglichen ein breites wirtschaftliches Zusammenwirken.


    Dass diese Bauernschaft dann beinahe immer und überall von einer dünnen Schicht Adeliger für ein bisschen Rechtsprechung und Schutz ordentlich geschröpft wurde, würde ich beispielsweise gerade dem Grundgedanken der christlichen Moral nicht anlasten. Doch hast du mit dem "Religion als Opium" vermutlich recht und erst die Säkularisierung ermöglichte, die sozialen Errungenschaften zu erkämpfen.

  • Ob die Unterscheidung Glaubenswirklichkeit und historische Wirklichkeit so einfach möglich ist?

    Nun - ich wollte nicht den Eindruck erwecken, ich hielte das für einfach. Es handelt sich in beiden Fällen lediglich um Narrative; das ist das ihnen Gemeinsame. Sie unterscheiden sich jedoch in der Funktion, und eben dies macht diese Unterscheidung zumindest möglich.


    Vielleicht ist es erst unser modernes Wissen zu den Mechanismen der Vererbung, welches jenem Glaubensinhalt eine „nur“ symbolische Bedeutung zuweist.

    Nun, zumindest ich halte diese Bedeutungen durchaus nicht für rein "symbolisch". Deutungen (und Be-Deutungen) dienen ja der Orientierung und wir Menschen haben zumindest ein sehr beachtenswertes Potential in dieser Beziehung. Über eine Orientierung findet man eine Richtung für sein Leben, macht einen Impuls daraus - und deswegen sollte diese Orientierung auch möglichst genau sein (was ich heute schon in einem anderen Thread andeutete). Die daraus erfolgende Ausrichtung des Lebens ist etwas sehr konkret Erfahrenes - das dann Stoff für weitere symbolische Ausdeutungen liefert. Die notwendig sind, denn wir kommunizieren nun einmal über Symbole - Gesten, Laute, Zeichen, Buchstaben, Bilder usw. Wir laufen nur ständig Gefahr, die Symbole für das Symbolisierte zu halten und eben dieses Symbolisierte so nicht mehr zu verstehen, sondern zu verstecken. Deswegen zweifelte Buddha zunächst am Sinn des Versuchs, den Dharma symbolisch zu lehren. Was nun wiederum genau für dieses Dilemma ein wegweisendes Symbol ist ...

    Ich bin mir nicht sicher, ob eine symbolische Bedeutung phänomenologisch noch als Glaube gelten darf.

    Wenn Du "Glaube" für nicht etwas jenseits kausaler Beziehungen Stehendes auffasst (was zumindest ich nicht tue), dann ist Glaube auch phänomenologisch kreativ und damit konkret; er formt das Er-leben der Glaubenden. Das ist unvermeidlich (wie sich in der Kommunikation, dem Austausch von Symbolen, zeigt und insbesondere den dadurch aufgeworfenen Problemen) und zwar sehr unterschiedlich - und eben durchaus konkret, nicht symbolisch.


    Mein Ansatzpunkt ist da die Frage persönlicher Weiterentwicklung, die "Bodhisattva-Karriere" im Sinne des Gaṇḍavyūha (mein Nick ist nicht ganz zufällig gewählt). Also, ob "Glaube" eine Position ist oder bewusst im Sinne Jasper'scher Falsifizierkeit aufgefasst und gelebt wird. Das eine ist ein Stand-punkt, etwas Statisches - das andere ein Provisorium, etwas Dynamisches. Da ich gelernt habe, mir und meinen Erkenntnissen zu misstrauen, bin ich ein Freund des Provisoriums. Nichts bietet mehr Optionen, mehr Freiheit (gerade auch Entwicklungsfreiheit) als ein Provisorium. Kirchen und andere vergleichbare Vereine (die gibt's überall) halten allerdings nicht viel von Provisorien, das irritiert das Fußvolk und macht es schwer dirigierbar. Da ist man dann eben auch eher für statische Narrative wie einen am Anfang und am Ende der Kausalität stehenden ewigen transzendenten Gott (oder einer Hypostasierung des Karmabegriffs) und nicht für dynamische wie pratītyasamutpāda zu haben. Das führt dann häufig (wenn auch nicht notwendig) zu sozialen Problemen auf Grund konkurrierender Wahrheitsansprüche. Buddhistens (insbesondere Mahāyānin) machen es sich da hingegen spätestens seit Nāgārjunas satyadvaha-Theorie einfach. Vyavyhara (Anwendung kommunikativer Mittel) ist Symbolik, aber diese ist be-deutend. Entscheidend ist nicht die symbolische Form, sondern ihre Funktion: das be-deuten. Und der Wahrheitswert der Bedeutung erweist sich im Folgen der Bedeutung - dynamisch.

    Ich würde auch argumentieren, dass der feste christliche Glaube an ein glückliches Jenseits konkret als Hilfe erfahren wird.

    Warum nicht. Wat den Eenen sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall ...


    ()

  • Sudhana Ich kann Dir nicht antworten, nur soviel ich habe dich vermisst, wirklich vermisst.

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  • Jesus war Buddhist!

  • Hi, ich habe da auch was dazu geschrieben. Es gibt viele Beispiele wie Jesus vom Buddhismus beeinflusst war.Was dann daraus gemacht wurde, durch die Kirchen, hat damit nichts mehr zu tun. Mach doch einfach das, was Jesus gemacht hat, den Buddhismus angenommen. Ja, Jesus war Buddhist.

  • Ist für mich unlogisch, dass Jesus den Buddhimus angenommen habe. "Buddha" bedeutet "Der Erwachte", und Jesus war bestimmt wacher als die meisten Menschen in seiner Umgebung. Insofern gibt es Parallelen in den beiden Lehren - die Wahrheit ist immer dieselbe, in welchem Kulturkreis sie auch auftaucht.


    Aber Jesus hat auch einen ewigen Gottvater gelehrt, das wird wohl nicht Diplomatie gewesen sein, wenn er sogar noch in seiner grausamen Todesstunde diesen Vater angerufen hat. Darin unterscheiden sich die beiden Lehren, und auch in so manch anderem, wie ein ewiger Himmel und eine ewige Hölle nach einer Apokalypse, einem ewigen Leben usw. Der Buddha hat sich aber ausdrücklich gegen solche Lehren ausgesprochen, deshalb war meines Erachtens Jesus kein Buddhist.

  • Das Evangelium nach Lukas, Kapitel 13 – Universität Innsbruck

    Was soll denn an dem allen buddhistisch sein?

    .

    Von der engen und von der verschlossenen Tür

    Lk 13,22 Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte.
    Lk 13,23 Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen:
    Lk 13,24 Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen.
    Lk 13,25 Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid.
    Lk 13,26 Dann werdet ihr sagen: Wir haben doch mit dir gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt.
    Lk 13,27 Er aber wird erwidern: Ich sage euch, ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan!
    Lk 13,28 Da werdet ihr heulen und mit den Zähnen knirschen, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid.
    Lk 13,29 Und man wird von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen.
    Lk 13,30 Dann werden manche von den Letzten die Ersten sein und manche von den Ersten die Letzten.
  • Ist für mich unlogisch, dass Jesus den Buddhimus angenommen habe. "Buddha" bedeutet "Der Erwachte", und Jesus war bestimmt wacher als die meisten Menschen in seiner Umgebung. Insofern gibt es Parallelen in den beiden Lehren - die Wahrheit ist immer dieselbe, in welchem Kulturkreis sie auch auftaucht.


    Aber Jesus hat auch einen ewigen Gottvater gelehrt, das wird wohl nicht Diplomatie gewesen sein, wenn er sogar noch in seiner grausamen Todesstunde diesen Vater angerufen hat. Darin unterscheiden sich die beiden Lehren, und auch in so manch anderem, wie ein ewiger Himmel und eine ewige Hölle nach einer Apokalypse, einem ewigen Leben usw. Der Buddha hat sich aber ausdrücklich gegen solche Lehren ausgesprochen, deshalb war meines Erachtens Jesus kein Buddhist.

    Hi, hier is kesak., Jesus ist doch wiederauferstanden, er war nicht tot.

  • Hallo miteinander,


    wenn kesakambalo am Ende von Beitrag 33 schreibt Jesus war Buddhist, dann hat er meiner Meinung nach weder Buddhismus noch Christentum vollständig verstanden. Ihm ist wohl nicht aufgefallen, dass Jesus als Jude die Existenz eines Schöpfergottes vertritt. Ein Schöpfergott wird aber von Buddha Sakyamuni abgelehnt. Das ist ein gravierender Unterschied zwischen diesen beiden Religionen. Wenn man einen Schöpfergott vertritt, kann man kein Buddhist sein, weil mit dem Schöpfergott ein unabhängiges Prinzip vertreten wird.


    Nur weil im Christentum gelehrt wird, dass Jesus auferstanden ist, so bedeutet dies nicht, dass er nicht gestorben ist, und schon gar nicht, dass er durch das Auferstehen zum Buddhist geworden ist.


    Gruß Helmut

  • Ich glaube nicht, dass Buddha explizit einen SchöpferGott ablehnt, darum geht es ihm ja nicht. Eher wird ein Glaube angezeigt, indem gesagt wird, dass da kein ewiges Jenseits und damit auch kein ewiges Ich ist, und dass da auch nichts ist, was ein Ich erzeugt oder hervorbringt.


    Es stellt sich bei der Auseinandersetzung mit "dem Christentum" die Frage nach dem Motiv der Auseinandersetzung. Ich nehme an, es gab einige Christen die etwas zu sagen hatten, was in anderen Begriffen ein Buddhist ebenso sagen könnte, zustimmen würde.




    :sunny:

  • Der Buddha dürfte jedenfalls nicht gelehrt haben, dass ein anfangloser Gott die Welt mit ihren Wesen erschaffen hat.

    Zitat

    Unbekannten Anfangs, ihr Bhikkhus, ist dieser Umlauf der Geburten; nicht kennt man einen ersten Beginn bei den Wesen, die, in dem Hemmnis des Nichtwissens, in der Fessel des Durstes gefangen, (von Geburt zu Geburt) umherwandern und umherlaufen.

    Samyutta Nikaya 15


  • Sicher. Der Buddha hat anatta gelehrt und damit auch, dass da keine anfanglosen und endlosen Wesen sind. Aber er hat nicht explizit gelehrt, dass da keine Götter wären, die etwas erschaffen würden. Wieso sollte er so etwas auch gelehrt haben?



    :earth:

  • Der Gott der Bibel ist ewig, die Götter im Palikanon sind alle entstanden und vergehen wieder, das ist wohl der Unterschied.


    D.24 ist interessant in diesem Zusammenhang:


    Zitat

    Da ist, ihr Brüder, jenem Wesen, das zuerst herabgesunken war, also zumute worden: 'Ich bin Brahmā, der große Brahmā, der Übermächtige, der Unübermächtigte, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird: von mir sind diese Wesen erschaffen. Und woher weiß ich das? Ich habe ja vordem gewünscht <O daß doch andere Wesen noch hier erschienen>: das war mein geistiges Begehren, und diese Wesen sind hier erschienen.' Die Wesen aber, die da später herabgesunken sind, auch diese vermeinen dann: 'Das ist der liebe Brahmā, der große Brahmā, der Übermächtige, der Unübermächtigte, der Allsehende, der Selbstgewaltige, der Herr, der Schöpfer, der Erschaffer, der Höchste, der Erzeuger, der Erhalter, der Vater von allem was da war und sein wird: von ihm, dem lieben Brahmā, sind wir erschaffen. Und woher wissen wir das? Ihn haben wir ja hier schon früher dagesehn, wir aber sind erst später hinzugekommen.'


    usw.

  • Ich glaube nicht, dass Buddha explizit einen SchöpferGott ablehnt, darum geht es ihm ja nicht.

    Jene Asketen und Priester nun, die da behaupten und der Ansicht sind, daß alles bedingt sei durch Gottes Schöpfung, die habe ich aufgesucht und also gefragt:

    »Ist es wahr, Verehrte, daß ihr, wie es heißt, behauptet und der Ansicht seid: was auch immer der Mensch empfindet, sei es Wohl oder Wehe, daß dies alles bedingt ist durch Gottes Schöpfung?« Also von mir befragt, stimmten jene mit »Ja« bei. Ich aber sprach zu ihnen: »Demnach also, Verehrte, würden die Menschen infolge von Gottes Schöpfung zu Mördern, Dieben, Unkeuschen, Lügnern, Zuträgern, Schimpfbolden, Schwätzern, Habgierigen, Gehässigen und Irrgläubigen!« Wahrlich, ihr Mönche, denjenigen, die sich auf Gottes Schöpfung als das Entscheidende berufen, fehlt es an Willensantrieb und Tatkraft und [an einem Anlaß], dieses zu tun oder jenes zu lassen. Weil sich nun aber hieraus wirklich und gewiß keine Notwendigkeit ergibt für ein [bestimmtes] Tun oder Lassen, so verdienen solche geistig Unklare und unbeherrscht Lebende nicht die Bezeichnung als Asketen.

    A.III.62

  • Ich glaube nicht, dass Buddha explizit einen SchöpferGott ablehnt

    Das ist richtig, denn der Buddha könnte einen ewigen Schöpfergott ja nur

    dann ablehnen wenn es einen geben würde. Das ist nach seiner Lehre aber

    nicht der Fall da es danach keine erste Ursache gibt oder nötig wäre.

    In einer kausalen Welt in der alle Dinge bedingt sind ist ja etwas ohne

    Bedingung ausgeschlossen. Genau so etwas wäre aber Notwendig für

    eine erste Bedingung. (denn wenn diese auch eine Bedingung hätte wäre

    es ja keine erste Bedingung).

    Die Idee eines ewigen Schöpfergottes (ein ewiger Kern) versucht genau

    diese Bedingung vorzutäuschen um damit die Welt zu begründen.

    Das ist einfach nur undurchdacht und verblendet. Insbesondere wer sich dabei

    auch noch besonderes Klug und Weise vorkommt wundes was verstanden zu

    haben. Jeder der den Buddha auch nur einigermaßen in M 1 (der Wurzeldarlegung)

    verstanden hat, dem ist nach dem lesen dieser Rede klar das der Buddha einen

    Schöpfergott total für indiskutabel gehalten hat.

  • Wenn man so schreibt, könnte man noch hinzufügen: dass die Ursachen von Handlungen und Gefühlen u.s.w. auch nicht ib einem Urknall oder einer ersten "Zelle des Lebens" oder der Evolution oder in einem Ich/Selbst liegen.


    Gemeinhin spricht man ja bei einem SchöpferGott von einem Ding, was aus sich heraus (mit sich selbst als erster Ursache der Schöpfung) anderes erschafft.


    Das kann es nicht geben. Und so denkt man sich das "im Christentum".


    Ich finde diese Vorstellung (Schöpfung der Welt durch einen Gott) weniger falsch als die Vorstellung eines Urknalls. Im Falle einer GottesSchöpfung der Welt, könnte man wenigstens noch ein Motiv oder einen (bedingten und bedingenden) Willen erkennen. Was mit der Idee "Urknall" weniger möglich ist.


    Es ist halt immer die Frage, wie man etwas auffasst. Wozu man bestimmte Informationen hat oder formuliert.




    :earth:

  • Ich finde diese Vorstellung (Schöpfung der Welt durch einen Gott) weniger falsch als die Vorstellung eines Urknalls.

    Also das finde ich ganz und gar nicht bedenkt man die unheilsamen Folgen

    dieser Ideen im allgemeinen wie auch hinsichtlich der Lehre.

    Der Urknall wird ja auch immer weniger als der einzige Urknall verstanden

    und immer weniger als Ursachenlos. Immer mehr wird klar, das auch der

    Urknall Ursachen haben muß, wenn man sie auch nicht weiß. Urknall heißt

    nicht automatisch erster oder winzigster Urknall und nach der Lehre gibt

    es sowieso kein erstes - was auch immer. Das ist der Punkt mit der falschen

    Schöpfergotttheorie

  • Ja ... es ist auch bei der Vorstellungen eines Schöpfergottes, der selber bedingt ist so, dass man sich denken kann, dass der einen Willen anderer Wesen auch erschafft. Es ist nicht so einfach, wie ich es dachte.


    MultiVersum und solche Sachen kann aber auch unheilsam auffassen.



    :earth:

  • Das eigentlich unheilsame ist das es überhaupt Parallewelten gibt. Egal ob Geistig oder Physisch. Wichtig sind sie so lange bis ich sie auf Universum zurückgeführt habe. Parallelwelten sind Erzeugnisse des Denken die Helfen können im Universum zu erkennen wir die Dinge sind wenn sie sind wie sie sind.

    Als ich die entdeckt habe war es sehr interessant hilfreich sich vorzustellen das es ein Universum gibt in dem es dem da lebenden Helmut ganz, anders mal besser mal schlechter ging. Mir wurde bewusst das es nur dieses Universum für mich gibt, nur dieses Leben für mich gibt, scheiß egal wie viele Parallelwelten da sind oder nicht da sind oder mir von anderer eingebildet werden.

    Es ist eben " Die Tyrannei des Schmetterlings" wenn ich mir einbilde das es andere Welten gibt in denen ich schon lange göttlich sitzen zur Rechten Gottes oder sonst einen nicht anwesenden ist bin.

    Fallen die ich für andere stehen lasse.

    Glauben sie doch was sie wollen, sie können sogar das tun was sie glauben zu wollen.

    Ich kann wollen was ich will.

    Geistgestaltung -Wirken und Erleben. Das einzig Reale

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