5 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Sisyphos.

  • Hallo :)



    Ich bin Sisyphos, männlich, 22 Jahre alt und komme aus Nordrhein-Westfalen.



    Mit dem Buddhismus bewusst in Berührung gekommen bin ich erstmals auf dem Gymnasium im Philosophie-Unterricht. Ein Mitschüler, der sich selbst als Buddhist sah, hielt einen Vortrag über eben jene Lehre. Zu dem Zeitpunkt hatte ich schon seit Längerem große Freude an der Philosophie, Religionen im Allgemeinen sah ich jedoch eher als unnötig und einen Hauptgrund von Kriegen an.


    Mit der Zeit wurde ich immer rationaler und hielt Logik für das Höchstes. Dies spiegelte sich auch in meinem philosophischen Denken wider und so entdeckte ich bald den Nihilismus für mich.


    Wenn man alles zu Ende denkt, ergibt nun mal nichts einen Sinn..


    Einen Großteil meiner Jugend lebte ich relativ zurückgezogen. Ich wusste nicht, wofür ich mich interessieren sollte, da es kein Argument für oder gegen irgendetwas gab. Ich hatte einfach keine Orientierung.


    Zwischendurch suchte ich immer mal wieder nach neuen Systemen, die meine Ansichten teilten, doch letztendlich fand ich immer dort wieder, wo ich schon war und verfiel wieder dem Nihilismus.


    Die Frage nach dem Sinn, dem Wozu plagte mich und oft hatte ich das Gefühl, so nicht mehr weiter machen zu können. Suizid kam für mich dennoch nicht wirklich in Frage, allein schon meiner Mitmenschen zu liebe, denen ich schrecklich weh getan hätte.


    So kam es, dass ich eines Tages, nachdem ich mich am Abend zuvor mal wieder unter Tränen fragte, warum und wozu ich das alles ertragen muss, etwas feststellte, dass mir schon öfter aufgefallen war. Es ist alles so paradox.. was der Mensch will, weiß und was er tut. Mir selbst kam es immer mehr so vor, als wäre alles drei geteilt - zwei Extreme und die Mitte, zwei Seiten einer Geschichte, einer Medaille und die Wahrheit. Oder womit ich es auch gerne vergleiche, zwei Zustände ein und derselben Sache, z.B. Welle vs. Teilchen. In diesem Augenblick gibt es unendlich viele Verläufe der Zukunft die eintreten können (Welle), doch sobald wir uns entscheiden (beobachten) was wir als nächstes tun, trifft nur eine davon ein (Teilchen). Die Natur des Augenblicks (Die Mitte) wäre dann, die Vereinigung von Welle und Teilchen in ihm, die Eigenschaft, dass er beides ist.


    Der Gedanke ging mir nicht mehr aus dem Kopf und auch die Vereinigung der Gegensätze schien in so vielen Dingen vorhanden zu sein. Selbst ein Krieg ist das bloße Verschmelzen zweier Seiten zu einer Wahrheit.


    Mal wieder fing ich an zu suchen. Das Prinzip von Yin und Yang war mir bekannt aber mir fehlte die Mitte. Doch von da aus dauerte es nicht lang, bis ich Zen fand und es schien mein derzeitiges Denken absolut einzufangen.


    Es muss schon davor angefangen haben, dass ich etwas von der Logik abließ und mich ein wenig der mir nicht sonderlich geachteten Esoterik öffnete. Jedenfalls probierte ich mich vom Zen beflügelt dann doch mal am Meditieren und als ich die Augen öffnete, war ich überwältigt. Es war ein ganz anderes Körpergefühl, ein ganz anderes Wahrnehmen.


    Ich merke deutlich, dass ich seit dem eine andere Einstellung, eine neue Offenheit und Positivität an den Tag lege, auch wenn ich noch sehr oft in alte Verhaltensmuster falle. Ich denke Zen hat mich ein Stück weit auf einen neuen Weg gebracht, jetzt muss ich nur das schaffen, was wir nur sehr selten gelingt - am Ball bleiben und Disziplin erlernen.




    Mit freundlichen Grüßen



    Sisyphos :zen:

    "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen."

    - Camus

  • void

    Hat das Thema freigeschaltet
  • jetzt muss ich nur das schaffen, was wir nur sehr selten gelingt - am Ball bleiben und Disziplin erlernen.

    bei mir war Zen eigentlich auch das Erste, bei dem ich dabei bleiben konnte. Diese Sache ist ja auch hinterlistig. Wenn man's mal verschmeckt hat lässt es einen auch nicht mehr los. Vor einigen Jahren wollte ich es wirklich mal aufgeben, aber nach 4 Tagen saß ich wieder auf dem Kissen und hab über mich gelacht :)


    Herzlich willkommen Sisyphos!

  • Erst einmal ein herzliches Willkommen hier!

    Ich denke Zen hat mich ein Stück weit auf einen neuen Weg gebracht, jetzt muss ich nur das schaffen, was wir nur sehr selten gelingt - am Ball bleiben und Disziplin erlernen.

    Hast du schon einmal bei _mehreren_ Zen Gruppen vorbeigeschaut, selbst wenn du dafür fahren müßtest? Vielleicht findest du nach einiger Zeit eine Gruppe, die dir zusagt. Denn das Am-Ball-bleiben ist einfacher, wenn man Unterstützung und gute Gespräche in einer aktiven Gruppe hat, auch wenn man die anderen aufgrund der Entfernung nur alle paar Wochen sehen kann.

  • Danke für eure Willkommensgrüße!


    Ich habe erst gestern eine Mail an unseren hiesigen Zen-Kreis geschrieben und warte zur Zeit auf eine Antwort :) Etwas Busfahren werde ich zwar schon müssen aber das sollte kein Problem darstellen ^^

    "Der Kampf gegen Gipfel vermag ein Menschenherz auszufüllen."

    - Camus