Sind Menschen nur Bio-Roboter!

There are 27 replies in this Thread. The last Post () by k.urt.

  • Der Mensch verfügt wie fast alle Säugetiere über alle 3 Hirnlappen, die sich evolutionsgeschichtlich nacheinander entwickeln haben. Mit dem in der Entwicklungsgeschichte zuletzt entstandem 3.Hirnlappen hat er die Fähigkeit zu verstehen, wenn jemand anderem etwas weh tut. Da der Mensch ein Gruppentier ist, hat er gelernt darauf zu achten, wenn jemand anderem etwas weh tut, weil das für den Zusammenhalt und das Überleben der Gruppe wichtig ist.


    Der Mensch kann also ethische Entscheidungen treffen und kann so sein Leben sinnvoller gestalten, indem er Freundlichkeit, Mitgefühl, Mitfreude oder Metta allgemein entwickelt und lebt. Alles was passiert sind natürliche Phänomene. Das ist sonst nichts. Es liegt am Menschen selbst etwas sinnvolles zu gestalten.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Die Frage wäre ja, ob es überhaupt ethisch vertretbar ist, Kinder zu zeugen. Wenn man es vom Standpunkt der Verringerung des Leidens betrachtet, dann folgt daraus der Antinatalismus. Dass trotzdem so viele Kinder gezeugt werden, ist ein Zeichen für Egoismus und/oder mangelnde Reflexionsfähigkeit. Die meisten Menschen sind halt einfach triebgesteuerte Tiere, die nicht fähig oder willens sind, die Konsequenzen ihres Handelns zu berücksichtigen und sich dementsprechend zu verhalten.

  • Hallo Fluid,


    was sagten denn Deine Eltern zu Deiner oben dargelegten Sicht der Dinge?:? Ich nehme an, dass Du das Thema mit ihnen erörtertest.


    Übrigens, Buddha erklärte zu Empfängnis und Geburt:

    Quote

    „Die Empfängnis eines Embryos im Schoß findet statt, wenn drei Dinge zusammenkommen. Wenn die Vereinigung von Vater und Mutter stattfindet, aber die Mutter nicht ihre fruchtbaren Tage hat, und das Wesen, das wiedergeboren werden soll, nicht anwesend ist - in diesem Fall gibt es keine Empfängnis. Wenn die Vereinigung von Vater und Mutter stattfindet und die Mutter ihre fruchtbaren Tage hat, aber das Wesen, das wiedergeboren werden soll, nicht anwesend ist - auch in diesem Fall gibt es keine Empfängnis. Aber wenn die Vereinigung von Vater und Mutter stattfindet und die Mutter ihre fruchtbaren Tage hat und das Wesen, das wiedergeboren werden soll, anwesend ist - in diesem Fall findet eine Empfängnis durch das Zusammenkommen dieser drei Dinge statt." Majjhima Nikaya 38 - Übersetzung: Kay Zumwinkel

    ;) ... LG mkha'

  • Hallo mkha',


    warum sollte denn die Sicht meiner Eltern ausschlaggebend sein?


    Dieser Wiedergeburtskram, von dem angeblich ein Buddha geredet haben soll, überzeugt mich nicht sonderlich, denn dies läuft ja darauf hinaus, dass das Kind für seine Geburt verantwortlich ist. Das ist im Buddhismus leider immer die gleiche Leier, dass man mit dem esoterischem Karmakonzept Opfer und Täter verdreht werden kann.


    Aber Fakt ist doch: keine Geburt -> kein Leiden.

  • Die Frage wäre ja, ob es überhaupt ethisch vertretbar ist, Kinder zu zeugen. Wenn man es vom Standpunkt der Verringerung des Leidens betrachtet, dann folgt daraus der Antinatalismus. Dass trotzdem so viele Kinder gezeugt werden, ist ein Zeichen für Egoismus und/oder mangelnde Reflexionsfähigkeit. Die meisten Menschen sind halt einfach triebgesteuerte Tiere, die nicht fähig oder willens sind, die Konsequenzen ihres Handelns zu berücksichtigen und sich dementsprechend zu verhalten.

    Ja, ich denke es ist ethisch vertretbar. Es gibt gewiss unzählige Menschen inklusive mir die nicht das ganze Leben als Leiden betrachten.

    In der Tat wird diese Sichtweise im Buddhismus manchmal gefördert, ich kann dem aber momentan nicht zustimmen.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Es gibt gewiss unzählige Menschen inklusive mir die nicht das ganze Leben als Leiden betrachten.

    Ich denke, hier liegt ein logischer Fehlschluss vor. Angenommen, du zeugst fünf Kinder und vier davon empfinden ihr Leben als Glück und eines als Leid, dann würde dieses 4:1 Verhältnis trotzdem nicht das Leiden des einen rechtfertigen. Die Begründung ist, dass die vier, die ihr Leben als Glück empfinden, ihr Leben ja nicht vermissen würden, wenn sie nicht geboren werden.

    Das entspricht ja auch dem allgemeinen ethischen Verständnis, dass das Glück von einigen nicht auf Kosten eines anderen geschehen sollte.

  • Die Frage wäre ja, ob es überhaupt ethisch vertretbar ist, Kinder zu zeugen. Wenn man es vom Standpunkt der Verringerung des Leidens betrachtet, dann folgt daraus der Antinatalismus. Dass trotzdem so viele Kinder gezeugt werden, ist ein Zeichen für Egoismus und/oder mangelnde Reflexionsfähigkeit. Die meisten Menschen sind halt einfach triebgesteuerte Tiere, die nicht fähig oder willens sind, die Konsequenzen ihres Handelns zu berücksichtigen und sich dementsprechend zu verhalten.

    Es liegt in der Natur der Arten deren Fortbestand zu sichern.

    Ich denke, das gar nicht so viel Unterschied zwischen Mensch und Tier ist.

    Ich sehe auch keinen Grund wieso wir nicht unseren Fortbestand sichern sollten.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Was für eine Zeitverschwendung sich als Opfer seiner Geburt zu sehen.

  • Das ergibt nicht viel Sinn, denn Suizid ist mit mehr Leiden verbunden als gar nicht erst geboren zu werden.

    Wenn man Buddhas angebliche Biographie betrachtet, dann war er doch selber ziemlich egoistisch, denn erst einen Sohn zu zeugen und sich dann einfach davonstehlen, um die eigene Befreiung zu erlangen, ist nicht sehr verantwortungsbewusst.

    Shakyamunis Ex-Frau Yasodhara wurde Nonne und gelangte durch die Verkündund des Dharmas ihres Exmannes zur Befreiung. Gibt es irgendwo auf der Erde einen Mann der mehr für seine Frau getan hat?


    Und ebenso wurde Buddhas Sohn Rahula Mönch und erreichte die Befreiung. Was bitte kann man denn mehr für seinen Sohn tun? Einen Porsche zum achtzehnten?


    Wenn er sich nicht "davongestohlen" hätte , hätte er ihnen die entgültige Befreiung vom Leid gestohlen. Was wäre denn daran positiv?


    Was ist daran egoistisch, seine ganze Familie zu befreien? Und wenn man Buddha "egoistisch" nennt dann kann man ihn ja schlecht als Befreiten sehen.

  • Was für eine Zeitverschwendung sich als Opfer seiner Geburt zu sehen.

    Ich habe nur einen logischen Gedanken formuliert und konsequent weitergedacht. Aber wenn du die Wahrheit dessen nicht zur Kenntnis nehmen willst (oder emotional verkraftest), dann kannst du es ruhig als Zeitverschwendung abtun. Logische Argumente auf meine Aussage werden wohl in diesem Thread eh nicht zu erwarten sein, denn dafür ist die Antinatalismusthese wohl zu schmerzhaft zu verkraften - ironischerweise sogar für Buddhisten.

  • Es ging mir um den Geisteszustand, den er hatte, als er sich davongemacht hat. Da konnte er ja auf keinen Fall schon wissen, dass seine Suche Erfolg hat - und erst recht nicht, dass er damit auch anderen helfen kann/wird.


    Und der Legende nach musste ihn sogar nach seiner Befreiung erstmal der Gott Brahma überreden/überzeugen, damit er seine Erkenntnis überhaupt lehrt.

  • Was für eine Zeitverschwendung sich als Opfer seiner Geburt zu sehen.

    Ich habe nur einen logischen Gedanken formuliert und konsequent weitergedacht. Aber wenn du die Wahrheit dessen nicht zur Kenntnis nehmen willst (oder emotional verkraftest), dann kannst du es ruhig als Zeitverschwendung abtun. Logische Argumente auf meine Aussage werden wohl in diesem Thread eh nicht zu erwarten sein, denn dafür ist die Antinatalismusthese wohl zu schmerzhaft zu verkraften - ironischerweise sogar für Buddhisten.

    Ich habe nur einen logischen Gedanken formuliert und konsequent weitergedacht. Aber wenn du die Wahrheit dessen nicht zur Kenntnis nehmen willst (oder emotional verkraftest), dann leide ruhig weiter.

  • Wenn man Buddhas angebliche Biographie betrachtet, dann war er doch selber ziemlich egoistisch, denn erst einen Sohn zu zeugen und sich dann einfach davon stehlen, um die eigene Befreiung zu erlangen, ist nicht sehr verantwortungsbewusst.

    Das ist eine falsche Vorstellung.

    Es ist nicht egoistisch weil ihm klar war, das er seinem Sohn

    nicht helfen kann solange er sich selber nicht einmal helfen kann.

    Als er sich aber helfen konnte, konnte er auch seinen Sohn helfen

    Befreiung zu erlangen und genau das hat er doch getan.

  • Wenn man etwas reduziert, dann bedeutet das ja, dass man nur einen Teilaspekt betrachtet. So wie man ja auch den Teilapekt heruasstellen kann, dass wir aus 60 % Wasser besteht. Aber das ist ja keine Grund sich zu fragen Sind Menschen nur Pfützen?"

    Man kann die Sache aber auch so reduziert sehen, dass man sich überhaupt nicht mehr die Frage stellen kann, ob es da nicht eine grundsätzliche Ähnlichkeit geben könnte.



    :earth:

  • Für mich hat Habermas Aussage

    'Reduziert man das menschliche Handel, dann gibt es nur noch:

    "Produktion und Reproduktion."' eigentlich nicht viel mit der Aussage gemeinsam, dass Menschen Bioroboter wären. Unter Reproduktion wird in der Sozologie die Aufrechterhaltung bestehender sozialer und ökonomischer Verhältnisse betrachtet.


    Und von daher würde ich erwarten, dass in der Soziologie der Begriff " Produktion" dann bedeutet, das neue soziale Verhältnisse geschaffen werden.( und nicht etwa die Produktion von Zeugs)


    Und ich nehme an, er meint damit nicht mal individuelles Handeln sondern fragt aus der Vogelperspektive "Tritt hier was Neues auf oder wird was Altes fortgeführt?" Weil das halt für einen Soziologen wichtig ist.


    Ist dann der Spruch nicht so eine Tautologie wie "Alle Frauen können entweder Gurken schälen oder nicht."?


    Und das man die Sache mit den Gurken oder der sozialen Produktion so wichtig nimmt ist eben die Reduktion. Die einem vierziehen werden kann, wenn man halt Gurkenforscher oder Soziologe ist und somit für den Bereich zuständig.


    Was hat denn das mit Robotern zu tun?

  • Hi, void!

    Ja, du hast recht, aber dazu gehören auch Schulen und Erziehung. Würde dieser Begriff ein wenig weiter gefasst werden, könnte man die genetische Reproduktion, mit einbeziehen.

    Noch funktioniert die Wirtschaft ohne Menschen, immer noch nicht.

  • Menschen sind so gesehen wie eine Pfütze oder ein BioRoboter oder eine Sonne oder ein Stein. Nämlich vergänglich.


    Aber so etwas "Einfaches" kommt sicher nicht aus der Soziologie. Hier geht es vor allem um die spektakulären Formulierungen. Und um die armen Studenten, die dann als angehende Doktoranden glauben, dasselbe machen zu müssen.


    Ein absoluter Witz. Eine Wissenschaft über die Gesellschaft, die das Individuum voraussetzt, es aber nirgendwo klärt. Ausser roboterhaft: "Rational Choice" zB.



    :earth:


    Ich habs studiert. War mitunter super unterhaltsam aber ...

  • Aber Fakt ist doch: keine Geburt -> kein Leiden.

    so gesehen hätte dann der Buddha seine Lehre auch auf einen Strick reduzieren können, mit dessen Hilfe man dem Leiden ein Ende setzen kann, wenn man denn schon aus Egoismus heraus in die Welt gesetzt worden ist.

    Durch die Geburt, erhält ein Mensch die Gelegenheit, den Kreislauf der Wiedergeburten zu beenden!

  • Mir ist noch ein Gedanke gekommen: Wenn ein Mensch nur seiner Gier und Anhaftung hinterrennt, ist er eine Art Roboter. Man sieht das im Alltag immer wider, dass irgendwelche Leute ihrer Gier hinterherrennen wie schöne Klamotten kaufen, alle möglichen Sachen kaufen, etc. Der Punkt ist nun, ob verstanden wird, dass dies nur dazu dient Begierden zu befriedigen oder nicht. Wird es nicht verstanden, ist der Mensch jetzt etwas übertrieben gesagt dumm wie eine Kuh beim Wiederkauen, halt ein Bio-Roboter. Versteht es der Mensch, kann er sich über das Roboter-Dasein hinwegsetzen und seine Geisteskraft einsetzen um sein Leben sinnvoll zu gestalten.


    Die Menschen und andere Tiere sind Lebewesen mit einem ganz fest eingebautem Drang nach Reizaufnahme. Diese führt bei höheren Lebenwesen zur ständigen Identitätsbildung, was wiederum zur Illusion führt ein Individuum zu sein kein Bio-Roboter. Die Reizaufnahme hat früher wohl dem Überleben in der Wildnis gedient. Bei höheren Lebewesen mit größeren Gehirnen führte dies unglücklicherweise zur Beginn der Identitätsbildung (zwölfgliedrige Kette des Bedingten Entstehens).


    Ich würde vermuten, dass Erwachen zum Teil auch bedeutet erkannt zu haben ein Bio-Roboter zu sein: Es gibt keine Person, sondern den Roboter, der erkennen kann von Natur einer zu sein und seine Geistesfähigkeit nutzen kann der Natur hier ein Schnippchen zu schlagen. Die ständige Reizaufnahme hat die Natur gut ausgedacht um für das Überleben zu sorgen, aber zuviel des Guten führt zur Degeneration und damit zu Leiden. Dies kann man beenden.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn