Buddhas Lehre

There are 645 replies in this Thread. The last Post () by mukti.

  • Es ist nichts anderes als Hochmut, wenn jemand denkt, er weiss alles und kennt die Lehre Buddhas so gut, dass er selbst den Text eines sehr bekannten und international geschätzten Theravada-Lehrers nicht zu lesen braucht, weil es "müßig" ist. Ich denke eher, dass jemand da lieber einen Text ignoriert, der sein eigenes begrenztes Glaubensbekenntnis nicht teilt, selbst dann wenn dessen Tradition der eigenen eher nahe steht, als die eigene Überzeugung in Frage zu stellen.


    Dabei wäre dieser Text geeignet, eine Basis zu finden, auf der dieser Dauerstreit zumindest auf Basis eines grundlegenden Respekts für die Überzeugung anderer beendet werden könnte. Wenn das die meisten Lehrer der Nicht-Mahayana-Traditionen heute schaffen, warum ist das für einzelne Bewohner dieses Forums so undenkbar, dass die Reaktion auf das "Andere" mitunter einem verbalen Kreuzzug gleicht?

    kilaya,


    ich sehe hier die nächste Konstruktion über einen Menschen, der nicht so existiert. Den nächsten Fall unrechter, diffamierender Rede. Wenn man es jetzt mal beim Namen nennen will.


    Und das Fatale daran, wenn man noch rechtfertigt, einen anderen als hochmütig bezeichnen zu können, nur weil einer eine Meinung hat, ist dass man es mit so einer Begründung nur noch schlimmer macht, siehe dein Post.


    Der accinca hat den von dir verlinkten Text ja gelesen, das ging aus seinem Post hervor.


    Und ich möchte jetzt auch sagen: Ich habe in dem Text kein mir Neues Wissen entdecken können. Es ist nur eben gut, wenn jemand einen Text postet, der zur Intention auch hat, zu betonen, dass man sich von den Identifikationen lösen muss!! Und hier wird es eben noch sehr spezifisch und in meinen Augen auf eine wirklich gute Weise getan.


    Aber wahrscheinlich ist dieses Verständnis (dass man einander nichts vorwerfen soll, wenn einem ein bestimmter Text nichts bringt) im Kern nicht möglich, selbst wenn man einen Text, in dem genau das auch thematisiert wird, sogar selber postet. Eigentlich hat es nichteinmal etwas mit buddhistischen Verständnis zu tun. Da gehts um eine Meinung. Und die wird bewertet. Damit ein anderer besser weiß, warum ein anderer angeblich eine solche Meinung hat. Angeblich weil er hochmütig ist.


    Die Metapher vom Kreuzzug ... wie kann man die nur bringen, wenn man genau weiß was ein Kreuzzug ist und wie wertvoll die Beiträge desjenigen sind, der hier so beschrieben werden soll ???


    Ich schließe mich voll und ganz der werten mkha' in ihrem Post an. Es wird Zeit, in sich zu gehen und einmal ein wenig mehr nachzudenken.




    :sunny:

  • Viele spirituelle Traditionen erzählen die Geschichte von blinden Männern und dem Elefanten. Ist es nicht verräterisch, dass wir uns selten selbst als einer der Blinden ansehen? Wir ziehen es vor, uns als diejenigen zu sehen, die sich das armselige Gezänk der Sehbehinderten anschauen. Es hat jedoch etwas Demütigendes, anzuerkennen, wie leicht wir in diese Art der verblendeten Gewissheit und des Standpunkte Einnehmens hineingezogen werden können, und zwar auf der Grundlage unserer Anhaftung an Ansichten und Meinungen. Wir sind uns so gewiss: „Dies ist keine Meinung – es ist eine Tatsache!“

    Ajahn Amaro - Die Ausgewogenheit zwischen Arahat und Bodhisattva ~Artikel

  • Ich finde Du verrennst Dich da... Jemand kann sowohl einen Haufen wertvolle Dinge vermitteln und trotzdem hochmütig sein und andere abwerten. Gerade das Ausmaß an Wissen, das andere nicht haben, kann hochmütig machen.


    accinca hat in seiner ganzen Aktivität hier im Forum niemals Respekt anderen Meinungen gegenüber gezeigt, und dem Mahayana gegenüber schon gar nicht. Aus seiner Sicht ist Mahayana kein Buddhismus, und das tut er abwertend bei jeder Gelegenheit kund. Und genau die Verständigung zwischen Mahayana und Theravada, die in dem Text von Ajahn vermittelt wird, ist der Grund warum ich seinen Artikel verlinkt habe.


    Diese Verständigung zwischen Mahayana und Nicht-Mahayana ist zwischen accinca und jeglicher Sichtweise als seiner eigenen schlicht nicht möglich. Das ist ohne grosse Interpretation einzuschätzen, dafür hat er sich in den Jahren und in der Masse seiner Beiträge hier klar und deutlich unveränderlich gezeigt.


    Ich bezeichne ihn als hochmütig, weil er seine eigene Interpretation über jede andere Sichtweise stellt. Im Unterschied dazu respektiere ich jede Sichtweise an und für sich, das Einzige was ich nicht respektiere ist Abwertung und Intoleranz.


    Ich weiss nicht, ob ich blind bin oder sehend. Ich weiss aber, dass ich den ganzen Elefanten sehen WILL und nicht nur seinen Rüssel. accinca - um im Bild zu bleiben - ist perfekter Wissender über den Rüssel, aber lehnt ab, dass es einen ganzen Elefanten hinter dem Rüssel geben könnte. Vielleicht weiss ich so gut wie nichts über den Rüssel, ausser dass es die Nase des Elefanten ist und ihm in ganz besonderer Weise zueigen ist.


    Würden die, die das ganze Bild sehen aber nicht die Details kennen, und die, die die Details über einzelne Teile kennen aber das ganze Bild nicht sehen, zusammenwirken, statt sich in armseligem Gezänz zu erschöpfen, hätten alle mehr davon.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Das Einzige was ich nicht respektiere ist Abwertung und Intoleranz.

    Aber es ist doch so, dass man eine Abwertung auch nur bedingt so wahrnehmen kann. Und gerade bei solchen Themen ist die Sensibilität halt besonders groß. Da kann man doch nicht von sich erwarten, dass man sicher eine so gemeinte Abwertung erkennt.


    Da muss man sich doch auch mal hinterfragen. Oder man kann es äussern, dass es verletzend ist. Denn das ist es ja was gemeint wird. Man fühlt sich verletzt. Und man will Bestimmtes nicht mehr oder nicht. Wieso fällt es so schwer es so zu sagen? Man kann auch darum bitten. "Lasse mich bitte in meinem Kosmos allein." Man kann jemanden auf ignorieren stellen.


    Es hilft halt nicht, so grosse ultimative Sachen draus zubasteln: Da ist jemand so oder so und darum sagt der das. Genau das ist ja eben auch nicht buddhistisch. Es ginge darum, zu verstehen. Einerseits die eigenen Verletzungen. Andererseits die Sicherheit mit der anscheinend immer wieder Dinge ausgesprochen werden, die einen selbst offensichtlich verletzen, zumindest im dem Sinne, dass man da schon wieder eine Abwertung spürt.


    Ich hab extra nochmal unter "hochmütig" nachgeschlagen - also ich möchte so nicht bezeichnet werden, und ich finde es auch generell nicht gut, persönlich zu werden. Nicht im Sachlichen zu bleiben.


    Mit persönlich werden meine ich: einen Menschen zu konstruieren. Hier sehe ich zB eine Grenze. Nicht: Haltungen benennen, die man wahrnimmt, oder einen Menschen, wie er sich einem zeigt, sondern zu sagen wie jemand ist und was jemand will. Ohne den Zusatz: meiner Meinung nach. Und weil ich das hier selber in den letzten Tagen erlebt habe, möchte ich mich hierzu auch so fest dazu äussern.


    Vielleicht ist es so, dass du dich einmal verrannt hast. Das passiert uns aber allen die ganze Zeit. Das ist ja das Dilemma.


    Ich habe in dem Fall keine Abwertung gesehen. Wohl aber, dass dies so empfunden werden kann.




    :sunny:

  • Dabei wäre dieser Text geeignet, eine Basis zu finden, auf der dieser Dauerstreit zumindest auf Basis eines grundlegenden Respekts für die Überzeugung anderer beendet werden könnte.

    Erstens verstehe ich nicht wieso Menschen mit unterschiedlicher Überzeugung

    in einer Sache gleich einen "Streit" daraus machen müßten und zweitens ist das

    ja gerade das Manko dieses Textes das er keinerlei Lösung in der Sache bringt.

    Das Ziel der vom Buddha dargelegten Lehre zu ändern, welchen Sinn sollte das machen?

    Und dieses Ziel liegt nicht darin in ferner Zukunft selber ein Buddha zu werden sondern

    darin Befreiung vom Leiden zu erlangen so schnell es eben geht. Wenn das darin betont

    worden wäre hätte der Text einen Sinn gemacht der eines Mönches im Orden des

    Buddha würdig gewesen wäre.

  • Nun muss ich doch mal einsteigen. Was und wie Accinca schreibt empfinde ich auch als hochmütig. Zumindest kommt es so rüber:

    Ich glaube nicht das ich das wissen muß.

    Wenn man ernsthaft diskutieren will, sollte man sich schon intensiver damit befassen. Alles andere ist nur eine Bestätigung für andere, dass Theravadins - außer offenbar Ajahn Amaro u.a. - stur sind. Also ohne Hintergrundwissen immer auf sein vermeintliches Wissen zu pochen halte ich für unseriös.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Accinca hat halt accincatypischen Charakter und den kann man lesen wie man möchte. Aber wenns so weitergeht, dann sind hier eh bald nur noch die übrig, die sich gegenseitig bestätigen. Ist auch eine Art von Frieden.

    Ich nehme Zuflucht zum Bubu. (pali: Bubam saraṇaṃ gacchāmi)

    Edited once, last by Spock ().

  • Quote

    Nun muss ich doch mal einsteigen.

    Was und wie Accinca schreibt empfinde ich auch als hochmütig.

    Zumindest kommt es so rüber:

    accinca: Ich glaube nicht das ich das wissen muß.

    Ohne es hinein zu interpretieren kommt da auch kein Hochmut rüber.

    Warum sollte ich auch Dinge wissen von denen ich nicht viel halte

    und die mich darüber hinaus auch nicht tangieren noch zu einer

    Lösung der hier besprochenen Auffassungen taugen?

  • Aber wenns so weitergeht, dann sind hier eh bald nur noch die übrig, die sich gegenseitig bestätigen. Ist auch eine Art von Frieden.

    Das finde ich ist der entscheidende Punkt. Die besagte Art von Frieden ist auch Frieden. Also ab in die jeweiligen Untergruppen. Oder die Sangha der eigenen Richtung im echt-Leben.


    Das ganze Theater zeigt hier nur, dass es gut ist wenn ein Lehrer anwesend ist. Traurig aber wahr scheinbar kann ich einen Kindergärtner doch ganz gut gebrauchen. :lol:


    sorry kilaya für meine fehlenden Likes auf deinen letzten Beiträgen. Hab ich nicht gemacht weil das kanns einfach nicht sein: Gegeneinander-Debatte Theravadins-Mahayanis. Alle Posts von Theravadins werden von anderen Theravadins geliket, alle Posts von Mahayanis werden von anderen Mahayanis geliked.

    Automatisches Verhalten aufgrund eines Streits, der, wie ich grade gelernt habe, seit zweitausend Jahren besteht.....

  • Ja, is n Kindergarten. Entspannung hilft. :)

    uund auf einmal ist gar nichts mehr leer.:lol: Das sind alles Erfahrungen von denen man glaubt, dass sie sehr real sein. Krasse Subjekt-Objekt Dualität wird erlebt.


    Man muss sich mal klar machen, um WAS wir uns hier streiten. Fühle mich an einen facebook Post von Homer Simson erininnert, der ein Buch verkehrt rum las mit dem Titel: "Am I disabled?" ... Will hier keinem zu nah treten, beziehe das hauptsächlich auf mich.

  • Man muss schon etwas disabled sein um im BL "rumzuhängen".

    Mach ich auch nur weil ich mein echtes Leben grad mal wieder beim besten Willen nicht auf Reihe kriege.


    ok, blue fluffy unicorn, schade mit dir wär ich klar gekommen aber ich glaub ich häng wieder in der geschlossenen Gruppe ab.

  • Nur meine Gedanken - keine Wertung - keine Empfehlung,


    alle Traditionen akzeptieren die Lehre des Nicht-Ich, ... und so bin ich bemüht, auch die Zuschriften zu lesen, ohne den Inhalt "persönlich" zu nehmeṇ. Ich bin dankbar, für das, was ich hier dazulernen darf ...


    ... und das umfasst stets den Inhalt der Beiträge aller hier Schreibendeṇ. Dies geschieht eingedenk der Worte meines Lehrers, der oftmals lächelnd zu mahnen pflegte: "Ehret Eure "Feinde", sie sind Euch die besten Lehrer, da nur sie im Stande sind, Euch geistige Disziplin lehren." ...


    Dass die "Feinde", die Geshela anführte, die Dämonen innerhalb des eigenen Geistes sind, realisierten wir erst späteṛ und bemerkten erstaunt, dass diese Feinde weitaus mächtiger sind, als jeder vermeintliche Feind im Äußereṇ. ... Erfahre ich also, trotz besseren Wissens, ein "Unmutsgefühl", frage ich mich sehr genau, worauf dies basiert.


    LG mkha'

  • Automatisches Verhalten aufgrund eines Streits, der, wie ich grade gelernt habe, seit zweitausend Jahren besteht.....

    Wenn das mal stimmt und nicht doch viel jünger ist.

    Man muß ja auch berücksichtigen das die Kontakte

    und Informationen zwischen den Gebieten sicher viel

    spärlicher waren als es heute möglich ist.

  • Mach ich auch nur weil ich mein echtes Leben grad mal wieder beim besten Willen nicht auf Reihe kriege.


    ok, blue fluffy unicorn, schade mit dir wär ich klar gekommen aber ich glaub ich häng wieder in der geschlossenen Gruppe ab.

    Ich wünsch dir viel Kraft und vergiss nicht dir ab und zu was gutes zu tun (oder praktizier mit Nils und mir mit). Gelingen! :)

    Ich nehme Zuflucht zum Bubu. (pali: Bubam saraṇaṃ gacchāmi)

  • Ich glaube nicht das ich das wissen muß.

    Wenn man ernsthaft diskutieren will, sollte man sich schon intensiver damit befassen. Alles andere ist nur eine Bestätigung für andere, dass Theravadins - außer offenbar Ajahn Amaro u.a. - stur sind. Also ohne Hintergrundwissen immer auf sein vermeintliches Wissen zu pochen halte ich für unseriös.

    _()_

    Bei den vielfältig geäusserten Meinungen hier ist es für mich gut, klar zu erkennen, dass es das immer wieder einen gibt, den das alles gar nicht schert. Oder besser: dass sich da eher nur um eine Sache geschert wird.


    Hier sagt doch einer nur, dass er das nicht wissen muss. Das heisst doch nicht, dass es schlecht ist. Und das wird auch nicht behauptet. Im Gegenteil: hier wird nicht formuliert: du bist so und darum hast du die "dumme" Meinung, dass du diesen Text nicht lesen musst. Oder: Lese diesen Text nicht, er ist schlecht. Oder oder oder oder. Ich finde so eine Sprach sehr hilfreich. Und ich weiß genau, wenn da Verletzungen sind, dann suche ich lieber mal bei mir. Als dort woanders was zu vermuten. Das kann ich ja im nächsten Schritt immernoch tun, wenn ich bei mir nicht fündig geworden bin. Aber gerade hier ... bin ich und nur durch so eine authentische Haltung immer wieder "fündig" geworden.


    Und bei Nachfrage gibt es da immer gute Erläuterungen!


    Heisst jetzt aber nicht, dass ich mit dir streiten will, liebe Monika ;)




    :sunny:

  • Hallo ihr Lieben.


    Vielleicht ein paar Zitate aus der überlieferten Lehre, die mir in den letzten Tagen durch den Kopf gingen:






    :)


    Liebe Grüße

  • Ich glaube, jetzt muss ich doch noch mal meinen Senf dazugeben.


    Die vergangene Diskussion hat mich nicht sehr berührt, weil ich einen sehr pragmatischen Ansatz in Bezug auf den Pfad des Buddha habe, fand diese aber schon interessant.


    Mir hilft es in solchen Situationen immer, mehr darauf zu achten, was mein Gegenüber so ein Typ ist (in meiner Wahrnehmung).


    accinca beispielsweise emfinde ich als unglaublich klar. Ich habe seinem Post zu dem Artikel so gelesen, dass er ihn nicht interessiert, er ihn aber wohl interessieren würde, wenn er seine Meinung vertreten würde. Das kann man als hochmütig empfinden, ich empfinde es vor allem als ehrlich. Dann kann man sich auf dieser Basis immer noch austauschen, wenn auch wahrscheinlich nicht diskutieren. Aber wenn ich das von vorneherein weiß, so what? (So wie accinca geschrieben hat, warum soll man sich streiten, wenn man schon weiß, dass man völlig verschiedene Weltsichten hat).


    Mit Vedana  versuche (:wink:) ich zum Beispiel, nicht mehr zu diskutieren, hatte ich auch schon mal geschreiben. Nicht, weil ich ihn nicht mag, ganz im Gegenteil, sondern weil er einen sehr intellektuellen Ansatz hat, und ich in meinem Leben schon viel zu viel nachdenke, statt zu praktizieren.


    Ich denke, die Gegensätze liegen nur zum Teil in den verschiedenen Schulen, aber auch darin, dass manche Schulen eben Katzen und manch andere Hunde anziehen. Deshalb gibt es ja auch verschiedene Schulen im Westen, sonst würde ja der Bücherschrank mit dem Palikanon ausreichen.


    Ich fände es sehr schade, wenn sich jede/r (nur) in seine Höhle zurückziehen würde. Aber als Pragmatiker profitiere ich natürlich auch von allen Richtungen... :)


    Den von kilaya verlinkten Artikel fand ich in Bezug auf diese Diskussion teilweise schon sehr unterhaltsam:


    Zitat

    Der wirkliche Sachverhalt ist dann wie so oft nicht die Philosophie – sondern es sind die verletzten Gefühle. Was wahrscheinlich als freundschaftliche spirituelle Diskussion begann, hat sich dann irgendwie einige Jahrhunderte Posts später zu einer erbitterten Rivalität entwickelt. Kritische Kommentare wurden hin und hergeworfen, die allmählich zu abfälligen Bemerkungen degenerierten. Es ging sogar so weit, dass sich die verschiedenen Fraktionen mit verbalen Spitzen verletzten und dass jede der opponierenden Parteien ein für allemal festgelegt war



    Liebe Grüße, und viel Metta,

    Aravind.

  • Turmalin Ich brauche keine Likes. Genau das, was Du beschreibst, dass man nur noch ungeachtet des Inhalts irgendwelche Posts von Leuten liked, nur weil sie zu irgendeiner "Fraktion" gehören wäre aus meiner Sicht eine Form des groben Missbrauchs dieser Funktion.


    Vedana Man muss nichts interpretieren, um die Aussage "Mahayana ist kein Buddhismus" in jeglicher verbaler Variante zu verstehen. Die ist halt so klar ausgesprochen, wie das ansonsten auch klar ist, was da kommt. Die Abwertung ist implizit. Nein, sie ist sogar explizit, wenn der Buddhismus anderer als "falsche Lehre" bezeichnet wird.


    Mich verletzt da gar nichts. Mir persönlich ist das komplett egal, denn mir ist es sogar egal, ob das, was ich mache Buddhismus ist oder nicht. Ich sehe Wahrheit auch in anderen Religionen (und Schamanismen). Allerdings ist für mich die Kombination aus klarer Lehre, effektiven Methoden und Zielsetzung im Vajrayana am vollständigsten. Für mich meint hier: in der Anwendung für mich individuell, nicht aus meiner Sicht generell.


    Man kann nur sehr gut beobachten, dass accinca eigentlich an jedem dieser Streits und Spaltungen im Forum maßgeblich beteiligt ist. Nicht als beiläufiger Kommentator, sondern als Agitator, der genau diese Spaltung ausdrücklich formuliert und WILL. Das muss ich als Moderator wahrnehmen.


    Die Frage, wie man damit, und generell mit diesen Streits umgeht, ist eine andere.


    Spock Ich bin auch nicht dafür, dass sich alle nur noch gegenseitig bestätigen. Was mich nur sehr erstaunt ist, wenn eine kritisch-sachliche Auseinandersetzung in einem buddhistischen Forum nicht ohne Abwertung und Gezänk möglich wäre. Das ist aber gar nicht so: die Mehrzahl der Leute im Forum diskutieren mit sehr verschiedenen Ansichten, sind aber in der Lage zu einem respektvollen und freundlichen "agree to disagree". Nur: es gibt immer wieder auch Menschen, denen ohne Streiterei und Gezänk in einer Auseinandersetzung der "thrill" fehlt. Sie empfinden es auch als "gegenseitige Bestätigung" und "Harmoniesucht" wenn verschiedene Meinungen klar vertreten werden, ohne dem anderen ein paar verbale Seitenhiebe um die Ohren zu klatschen.


    Ich bin deswegen auch als Moderator geneigt, Gezänk und Streiterei bis zu einem gewissen Maß laufen zu lassen, auch wenn es formal gegen die Nutzungsbedingungen verstösst. Ansonsten hätte es schon lange Sanktionen gegeben. Da, wo es Sanktionen gab, und das war ja wirklich höchst selten, da wurden wirklich einige weiteren Grenzen maßlos überschritten. Andere, die für den "thrill" gesorgt haben sind dann teilweise einfach von selbst weggeblieben, übrigens etwa in gleichem Ausmaß wie uns höchst konstruktive und respektvolle Mitglieder verlassen haben.


    Vedana Wenn man Klarheit und Ehrlichkeit schätzt, dann sollte man sie wohl auch beiden "Seiten" zugestehen. Solange man eine Abwertung bei dem einen (der die eigene Meinung vertritt) als "klar und ehrlich" empfindet und bei dem anderen (der nicht die eigene Meinung vertritt) als "abwertend und verletzend" dann gehört das eindeutig zu den spaltenden Geistestendenzen. ;)


    In einer anderen Sprache und in einem anderen Umfeld sage ich auch immer gerne "Wer austeilt, muss auch einstecken können". Das muss man accinca lassen: er lässt sich niemals aus der Ruhe bringen. Das mag man als stur und borniert empfinden, das kann man aber auch als Qualität wahrnehmen.


    Mir würde es leichter fallen, es als Qualität wahrzunehmen, wenn mit der gleichen Ruhe auch mal Selbstkritik möglich wäre. Dann käme ich auch nicht so schnell auf die Idee, das Wort "Hochmut" fallen zu lassen ;) Wenn jemand frei von Fehlern wäre und die Lehre immer nur 100% korrekt wiedergäbe, frage ich mich: müsste diese Person nicht eigentlich ein Buddha sein? ;) Und wie wahrscheinlich, aus Theravada-Sicht gesehen, ist das, dass ein Buddha sich hier im Forum tummelt?

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Ich bin davon überzeugt, dass ohne die vielen Interpreten im letzten Jahrhundert kaum jemand Notiz vom Buddhismus genommen hätte.


    Ich bin all denen dankbar, angefangen mit Hermann Hesses Siddharta (1976), einen Bericht in der Geo über "das Dach der Welt" (1978), Bücher über z.B. Jiddu Krishnamurti, Anfängergeist (Zen), Bücher über einen Besuch bei Ramesh in Indien, Ole Nydal in Hamburg, Besuch und Meditation im tibetischen Zentrum in Berne (HH) und unendlich viel Literatur der verschiedensten Interpreten.


    All das waren für mich Brücken, überhaupt daran zu kommen. Das mag zwar für viele befremdlich erscheinen. Ich aber glaube, dass es andererseits vielen so ging und geht. Der Palikanon wurde mir erst in den letzten Jahren zugänglich. Aber ohne die Interpreten und "Lehrer" u.a. hier im Forum, denen ich begegnet bin, wäre das für mich ein langatmiges, langweiliges Buch.


    Ich bin froh, dass es so viele verschiedene Sichtweisen gibt. Für mich sind sie alle mehr oder weniger bedeutsam, auch wenn vieles "der Buddha nicht so gesagt hat". Erst durch das bunte Spektrum - auch hier im Forum - habe ich "meinen Weg" gefunden. Und mir ist :heart:lich gleichgültig, ob jemand das für den richtigen hält. Was mich dennoch nicht davon abhält, im Gespräch mit einem Interessierten und Andersgläubigen das zu argumentieren, was ich für die Lehre Buddhas halte und was nicht.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Bei mir ist es auch ähnlich verlaufen bis ich zum Palikanon gekommen bin. Als erstes war da Osho, dann irgendwann mal Eckhart Tolle, dann Advaita-Vedanta Lehrer wie: Ramana Maharishi und Sri Nisargadatta Maharaj, dann der Sprung zum Buddhismus, nämlich zum Zen-Buddhismus, Zen-Geist - Anfänger-Geist usw. und erst dann so langsam rüber in Theravada-Texte, einschließlich des Palikanon. Was man vielleicht noch sagen müsste, das ich im Wechsel zur "Östlichen Spiritualität" auch permanent westliche Philosophie gelesen habe und wohl unbewusst eine Brücke schlagen wollte. Bin dafür allen dankbar auf dem Weg.

  • Sooo weit entfernt voneinander sind wir ja alle nicht. Klar hängt jeder in seiner eigenen Luftblase am PC. Ich sehe das Buddhaland schon als Gruppe, die keine äusseren Feinde oder vielleicht auch nur keine gemeinsamen Projekte hat und deswegen evtl. daran auch wieder bedingt vergehen könnte. Das wäre jedoch sehr schade. Ich profitiere sehr von diesen inhaltlichen Auseinandersetzungen. Andere Auffassungen der Lehre respektiere ich und lass mir das alles durch den Kopf gehen.

    Über die Buddhalehre dürfen wir uns nicht in Gedanken verlieren. (Kodo Sawaki)

  • oder vielleicht auch nur keine gemeinsamen Projekte

    Tja, dem wäre abzuhelfen ;) Die Grundlage dafür ist geschaffen: z.B. ein gemeinsam erstelltes Lexikon der Grundbegriffe und eine Artikelsammlung (externe und selbst verfasste) um die Ergebnisse der Diskussionen komprimiert - in allen Facetten und Sichtweisen - für Interessierte usw. darzustellen, inkl. der praktischen Funktion der Autoverlinkung von Begriffen, um fachspezifische Begriffe in den Beiträgen sofort zu erklären, ohne dass sich der Schreiber weiter darum kümmern muss, das zu erklären. Leider ist die Beteiligung bisher minimal; liegt das an einer "Konsumhaltung", oder an Forums-Gewohnheiten, oder warum nutzen so wenige diese Chance, ihr Wissen kategorisiert und fokussiert nach Aussen darzustellen, ohne dass Beiträge in den Abgründen des Forums versinken? ;) Das wäre doch wirklich eine Möglichkeit, etwas für das Forum Neues zu schaffen und neue Herausforderungen anzugehen, statt sich in bestimmten Diskussionen zumindest stetig zu wiederholen...

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