Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU

There are 637 replies in this Thread. The last Post () by Phoenix.

  • hi Nuovo,


    das hier sogar die freien Wähler gegen Ole Stellung beziehen finde ich in der Tat bedenklich.

    Ich glaube zwar ,Herr Wirtensohn hat das gemacht ,weil da gerade so massiv Stimmung gemacht wird, schließlich sagt Ole schon seit 20zig jahren,das der Islam hier nicht zu integrieren ist, aber Ole wird jetzt ganz sicher reagieren müssen. Diese Art des öffentlichen Drucks ist neu.

    - Aber wie schon gesagt, ich halte es für falsch hier mit dem Gummiparagraphenknüppel loszzuschlagen.

    Und das die Probleme ,die wir mit dem Islam haben nicht gelöst werden , da hat Ole vollkommen recht.


    Gruß~Phönix

  • Und das die Probleme ,die wir mit dem Islam haben nicht gelöst werden , da hat Ole vollkommen recht.

    Welche Probleme hast du denn nun mit dem Islam? :?

    Egal, das hatten wir ja schon zu genüge. Pauschalurteile scheinen sich ziemlich fies im Kopf festzusetzen, wenn sie da mal eingezogen sind. Kein Gegenargument wird mehr gehört. Wie schön, dass man sich die Welt schwarz-weiß malen kann. Bunt ist so kompliziert.

    Genau wegen dieser Denkweise sehe ich aber tatsächlich Ole in der Verantwortung. Es ist halt schon einfacher alle über einen Kamm zu scheren.

    schließlich sagt Ole schon seit 20zig jahren,das der Islam hier nicht zu integrieren ist,

    Stimmt, es gab bei niemandem der Muslim war Integration. Die tun nur alle so. :nosee: da fällt mir mal wieder nichts dazu ein.

    It is our mind, and that alone, that chains us or sets us free. (Dilgo Kyentse Rinpoche)

  • Interessant deine Quelle.

    Ja, nicht wahr? Wobei der Artikel Michael Stürzenbergers ja schon am Freitag erschien - in der PI-News. Verlinke ich hier nicht, wer's noch nicht kennt, soll die Suchmaschine seiner Wahl bemühen. Es ist in der Tat interessant, wie in Presseorganen der rechtspopulistischen Szene Ole Nydahl zitiert wird und diese Zitate durchaus wohlwollend kommentiert werden - z.B.: "Man kann nur hoffen, dass der Geist dieser klar denkenden Buddhisten, die sich auch in Myanmar gegen den aggressiven Islam zur Wehr setzen müssen, in die Köpfe der verantwortlichen Politiker unseres Landes gerät."


    Da haben sich wohl verwandte Seelen gefunden ...


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  • Phoenix ich bitte dich solche Unterstellungen zu lassen. ON hat diese Aussagen getroffen - in der Öffentlichkeit. Die Staatsanwaltschaft geht dem jetzt nach, und wenn es nach deutschem Recht nicht mehr mit der Meinungsfreiheit vereinbar ist, so wird sie dagegen vorgehen.


    Das hier geprüft wird, ob solche Aussagen noch im rechtlich freien Bereich sind, finde ich gut und richtig. Diese Aussagen von ON erfüllen, in meinen Augen, durchaus die Eigenschaften von Hassrede.

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    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • xiaojinlong


    Ich hab hier keine Unterstellungen eingebracht, sondern lediglich die These, das der Islam in eine freie demokratische Geselschaft nicht zu integrieren ist.

    Diese These ist natürlich verkürzt, denn sicherlich gibt es islamische Strömungen, die ihre eigene Religion durchaus kritisch sehen und zu echten Reformen bereit sind. Diese sind aber eine Minderheit.

    Sowohl der osmanisch geprägte Islam, wie auch der Schiitische und radikale Sunitische Islam bilden durchaus einen ideologischen Gegenpol

    zu einer liberalen demokratischen Gesellschaftsordung. Wenn man so etwas nicht mehr frei diskutieren kann, hat unsere Gesellschaft schon eine wesentliche Qualität verlohren!!!

  • Das was manche Leute in ihrer Freizeit aber jetzt tun,nämlich Ole als das böse Rassistenmonster aufzubauen, find ich richtig erbärmlich.


    Wenn also so ein ehrenwerter Politiker Anzeige erstattet ,ist das für mich jedenfalls kein Grund anzunehmen , das der sich über den zunehmenden


    Wie du das benennen willst ist mir ziemlich egal, aber ich hab diese

    Polizeispitzel noch nie richtig gemocht.



    Dies sind aus meiner Sicht durchaus Unterstellungen. Hier unterstellst du, dass man mit böswilliger Absicht ON in etwas hineindrücken will. Für diese Aussagen fehlen jegliche Fakten.


    Sofern du Kritik am Islam ausüben willst, so bitte ich dich, das im entsprechenden Thread zu tun.

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    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Das sind sicherlich keine freundlichen Formulierungen, aber sie gehen in meinen Augen nicht über das hier übliche Maß hinaus.

    Und sie gehen auch nicht an der Realität vorbei, sondern weisen auf sie hin.Das hier Ole nicht zufällig für Dinge angezeigt wird ,die er schon seit Jahrzehnten so sagt, ist in meinen Augen keine Unterstellung ,sondern es ist eben so.

    Und in Polen waren die Polizeispitzel nun mal klassiche Spitzel , warum soll man das nicht so benennen.Gemocht hat die fast niemand.

    Und das die CSU nicht gerade für ihre superintegrative Politik bekannt ist, ist jetzt ja auch keine besonders aggressive Verbalattake von mir.

    Ich finde also du kannst hier die Kirche im Dorf lassen.

    Und beim Islam Thema versuche ich das mehr in den richtigen Thread zu bringen wie andere hier.

    Nur Antworten muß man halt auch noch dürfen,- na ja.

    Weniger schreiben ist natürlich manchmal auch keine schlechte Idee.

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  • Phoenix

    Dein Satz mit den Polizeispitzeln liest sich für mich so, als würdest du sagen, dass Polizeispitzel / Denunzianten / o.ä. ON "verpetzt" haben. Das ist eine Unterstellung, da du durch deine Wortwahl auch direkt eine böse Absicht unterstellst. Generell ist erst einmal nichts an den Aussagen als solche anzuzweifeln. ON hat diese Aussagen getätigt. Wie diese rechtlich zu bewerten sind, klärt ja nun die Staatsanwaltschaft.


    Daher würde ich allgemein darum bitten, dass Spekulationen, Anschuldigungen und co vermieden werden. Da wir glücklicherweise in einem Rechtsstaat leben, können wir die Ermittlung abwarten und können dann anschließend über das Ergebnis diskutieren.

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    小金龍

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  • xiaojinlong


    das ich da zwei Dinge nebeneinander gestellt habe gebe ich ja zu , aber das ist ja ein durchaus übliches Stilmittlel.

    Immerhin schimpfe ich aber nur ziemlich zurückhaltend über unehrliche Politiker und verdeckte Informanten,

    andere belegen hier hohe buddhistische Lehrer mit Fäkalsprache,ohne das da reagiert wird.


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  • Seit sich der tibetische Buddhismus hierzulande etabliert hat, findet ganz offen ein Machtkampf zwischen den einzelnen tib. Traditionen statt. Dieser Machtkampf vollzieht sich weniger direkt im ideologischen Bereich, denn da sind sie sich so ziemlich alle einig, bis auf einzelne esoterische Ausuferungen; und folglich kann man da auch nicht so groß Punkten, als vielmehr in der Missionierung von möglichst vielen Anhängern, so nach dem Motto: die Masse macht’s, sind wir einmal groß genug, dann kommt keiner mehr an uns vorbei (siehe DBU).


    Und hier hat der Diamantenweg einen tollen Führer bzw. ein Zugpferd der ganz besonderen Art: eine esoterische Lichtgestalt, die seinen Anhängern, verkürzt gesagt, weismachen will: wenn der, also der Klient sich einen leuchtenden Buddha über den Kopf schwebend vorstellt, er sehr schnell, schneller als bei allen anderen Methoden, selbst zu diesen Buddha werden kann. Viele seiner Anhänger glauben diesen Unfug (selbst erlebt 2009 im Audimax der techn. Universität in München).

    Wenn man nun den Missionierungsdrang und der Verführung von vielen leichtgläubigen Menschen durch ON Einhalt gebieten wollte, dann ginge dies m.E. kaum mit dem Argument der Vernunft, sondern nur mit dem permanenten Hinweis auf sein Fehlverhalten; denn von seiner Zentrale wird man wohl kaum erwarten können, dass sie das beste Pferd im Stall (Akquirierung von Mitgliedern) in Rente schickt.

  • Alles was Du hier verlauten lässt. mit großem Getöse sind Extremansichten, betrifft vielleicht 15% der Muslime 85% geht das am Arsch vorbei.

    Es gibt weltweit schätzungsweise 1,8 Milliarden Muslime. Immer noch ein paar weniger als Christen ... Jedenfalls, 270 Millionen Jihadisten (das wären 15 % von 1,8 Milliarden) erscheinen mir doch um ein paar Größenordnungen zu hoch gegriffen. Aber reden wir stattdessen von Muslimen in Deutschland, da haben wir etwas besseres Zahlenmaterial. Preußische Bürokratie halt ...


    Der Verfassungsschutzbericht 2017 beziffert das "Islamismuspotential" in Deutschland aufgrund ausreichend gesicherter Zahlen mit 25.810 Personen. Keine gesicherten Zahlen liegen dabei für das 'Islamische Zentrum Hamburg e.V.' sowie über IS, Al-Quaida und deren Ableger, al-Shabab und Hai’at Tahrir al-Sham vor. Diese "Dunkelziffer" dürfte deutlich unter 2.000 Personen liegen - Zitat: "In der Gesamtschau liegen den deutschen Sicherheitsbehörden zum Ende des Jahres 2017 Erkenntnisse zu mehr als 960 Personen vor, die seit Mitte des Jahres 2013 in Richtung Syrien und Irak gereist sind, um dort aufseiten des IS und anderer terroristischer Organisationen an Kampfhandlungen teilzunehmen oder jene in sonstiger Art und Weise zu unterstützen."

    Mit sehr großzügigem Aufrunden käme man damit zu einem "Islamismuspotential" von maximal 30.000 Personen in Deutschland. Das ist zumindest insofern beruhigend, als noch im Verfassungsschutzbericht 2012 das "islamistische Personenpotential" in Deutschland mit 42.550 Personen beziffert wurde - also keine steigende Tendenz feststellbar ist, sondern das genaue Gegenteil. Nun ist 'Islamismus' darüber hinaus nicht gleichbedeutend mit militantem 'Jihadismus' oder Terrorismus - z.B. die größte der im Verfassungsschutzbericht genannten Gemeinschaften (ca. 10.000 Personen), die Millî Görüş-Bewegung und zugeordnete Vereinigungen, wird ausdrücklich als legalistisch eingestuft. D.h. sie verfolgt zwar Ziele, die als antidemokratisch eingeschätzt werden, bekennt sich aber ausdrücklich zu einer gewaltfreien und legalen politischen Interessenvertretung und verstößt auch nicht gegen dieses Legalismusprinzip. Bei den meisten Landesämtern für Verfassungsschutz stehen sie nicht (mehr) unter Beobachtung. Auch von den abzüglich dieser Legalisten verbleibenden 20.000 Personen sind wohl kaum alle als aktiv gewaltbereit einzustufen, wenn sie auch (in unterschiedlichen Graden) einer potentiellen "Unterstützerszene" zugerechnet werden können.

    Dazu eine Anmerkung: Grundsätzlich ist "Islamismus" ein im westlichen Diskurs undifferenziert und unreflektiert gebrauchter Begriff. Die Meisten assoziieren mit Islamismus ausschließlich das Banditentum von Gruppen wie IS (Daesh) oder Taliban. Das wird dem sehr vielschichtigen Begriff "Islamismus" nicht gerecht. Gerade das Thema Islam und Demokratie sachgerecht zu diskutieren, ist schlicht nicht möglich, ohne mit dem wissenschaftlichen Diskurs über dieses Thema einigermaßen vertraut zu sein. Dazu gehört selbstverständlich und vor allem auch Kenntnis des innerislamischen Diskurses, der im Westen weitgehend (jedenfalls von den populären Medien und selbsternannten 'Islamkritikern') ignoriert wird. Die Exponenten dieses Diskurses im Bereich islamischer politischer Theologie (und genau das ist Islamismus) sind offensichtlich denen, die sich gerade zu diesem Thema am lautstärksten äußern, nicht einmal dem Namen nach bekannt. Um nur einige der wichtigsten Vordenker zu nennen: der Marokkaner Mohammed Abed al-Jabri, der Tunesier Rachid al-Ghannouchi, der Ägypter Muhammad Ammara, die Sudanesen Hasan al-Turabi und Abdelwahab el-Affendi, der Türke İhsan Eliaçık, der Pakistani Fazlur Rahman. Nur ergänzend sei angemerkt, dass es seit etlichen Jahren auch ein Netzwerk intellektueller Muslimas gibt, die für einen islamischen Feminismus stehen. D.h. es wird hierzulande in der Regel völlig ignoriert, was islamische Intellektuelle zu dem Thema zu sagen haben – man will es auch nicht wissen, es könnte ja die bequemen Vorurteile über „den Islam“ stören. Wen's interessiert - zum Einstieg:
    Leseprobe zu Mohammed Abed Al-Jabri: Kritik der arabischen Vernunft. Teil 1 - Vorgeblättert - Perlentaucher
    https://www.jstor.org/stable/4…=1#page_scan_tab_contents
    Abdelwahab El-Affendi.NET - Home Page
    Interview with Turkish theologian Ihsan Eliacik: The Koran and social justice - Qantara.de
    islam_and_modernity.html?id=fjcyieheezwc&redir_esc=y&hl=de

    https://www.budrich-journals.d…icle/download/18026/15701


    Nicht, dass mir persönlich das den Islam oder gar den Islamismus als Religion bzw. Ideologie annehmbarer machen würde. Muss es ja auch nicht - aber der Punkt ist doch, dass die islamisch geprägten Kulturen einen Anspruch darauf haben, ihre eigenen Antworten auf die Problemstellungen der modernen Welt zu finden und es nichts als postkoloniale Arroganz ist, ihnen vorschreiben zu wollen, nach welchen Werten sie ihr Leben auszurichten hätten - nämlich nach unseren. Wer freilich als Migrant zu uns kommt, von dem darf man berechtigt 'compliance' erwarten. Das bedeutet jedoch nicht Anpassung und Aufgabe eigener kultureller Wurzeln, sondern schlicht Akzeptanz unserer säkularen staatlichen Ordnung, wenn schon nicht aktives Engagement dafür. Die wenigsten Migranten bzw. deren Nachkommen haben damit ein Problem. Doch dazu gleich. Jedenfalls - wenn man sich schon zum Thema öffentlich äußert, sollte man wenigstens eine bescheidene Ahnung haben, wovon man überhaupt spricht.


    Kommen wir auf "unsere" 20.000 Muslime zurück, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz als potentielle Gefahr eingestuft werden. Wieviele Muslime insgesamt in Deutschland leben, ist schwierig zu beziffern, vgl. Islamdebatte: Wie viele Muslime leben in Deutschland? | ZEIT ONLINE. Frau Merkels 4 Millionen waren sicherlich zu niedrig angesetzt - nehmen wir der Einfachheit halber die dem Einen oder Anderen möglicherweise weniger fake-news-verdächtige Schätzung der AfD von 5 Millionen. Das macht ziemlich genau 6 % der Bevölkerung Deutschlands aus - zumindest für mich weit entfernt davon, mir Angst vor einer "Islamisierung des Abendlandes" einzujagen. Vor allem, wenn man sich bewusst macht, dass die ca. 20.000 Islamisten, die den Verfassungsschützern Sorgen bereiten (was auch in Ordnung ist, das ist schließlich deren Job), gerade einmal 0,4 % der in Deutschland lebenden Muslime ausmachen - die anderen 99,6 % sind also laut Verfassungsschutz kein "Islamismuspotential" sondern überwiegend gut integriert (und entsprechend unauffällig), leben häufig schon in zweiter, dritter und vierter Generation in Deutschland, viele haben die deutsche Staatsbürgerschaft, zahlen in Renten- und Sozialkassen ein, leisten ihren Anteil am Bruttosozialprodukt usw. usf. . Wenn man sich jetzt noch einmal bewusst macht, dass die 20.000 'Problemfälle' unter den Muslimen in Deutschland gerade einmal 0,24 Promille der Bevölkerung ausmachen, dann bleiben als plausible Erklärung für islamophobe Sprüche der Art, die wir hier diskutieren, eigentlich nur pathologische Paranoia oder hetzerische Demagogie.

    Was zumindest mir in dieser Diskussion deutlich wird, das ist, dass nicht die in Deutschland lebenden Muslime ein Problem für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung darstellen. Vielmehr wird deutlich, dass die psychosoziale Funktion des nach wie vor in Deutschland virulenten Antisemitismus (vor dem auch Muslime angesichts der jüngeren Geschichte Palästinas - Stichwort Naqba - nicht gefeit sind) zunehmend durch islamophobe Feindbilder erfüllt wird. Natürlich verbieten sich hier Gleichsetzungen – aber es gibt unübersehbare Parallelen. "Juden wie Muslime dienen als Sündenböcke für Wirtschafts- und Globalisierungsprobleme, und sie werden als innere Gefahr wahrgenommen" - so Juliane Wetzel vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung. So, wie im antisemitischen Milieu vor 1945 der "Ostjude" (gerne auch als "Kaftanjude" diffamiert) neben anderen Stereotypen (am deutlichsten sichtbar in den Karikaturen des 'Stürmer') als Prototyp des Juden schlechthin herhalten musste, so gilt heute "der Salafist" wenn nicht gleich "der Taliban", der islamistische Terrorist, als "der Muslim" schlechthin. Was dieser Prämisse widerspricht, kann – nein, muss - hingegen nur arglistige Tarnung sein. Das zeigt, dass Antisemitismus wie Islamophobie (und btw. auch der Hass auf Migranten) wenig mit der Realität, jedoch um so mehr mit Realitätsflucht zu tun haben. Da werden aus den unterschiedlichsten Quellen stammende Existenzängste schlicht auf eine Gruppe projiziert, die aufgrund eines sozialen Merkmals (Religion, ethnische Herkunft etc.) ausgrenzbar ist. Hier liegt dann auch das eigentliche Problem, das unsere Demokratie mit dem Islam hat. Islamophobie ist im Gegensatz zum Antisemitismus weitgehend gesellschaftsfähig und genau das ist es, was wirklich in den letzten Jahren zu einem stetig wachsenden Problem geworden ist und unsere "westlichen Werte" konterkariert und bedroht. Von buddhistischen Werten wie rechter Rede und den brahmavihara ganz zu schweigen.

    Empfohlene Lektüre zum diesem Thema: keine religionswissenschaftliche und auch keine soziologische oder politologische Untersuchung, das liest ja doch keiner. Aber vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere wenigstens noch von Schule daran: Max Frisch, Biedermann und die Brandstifter. Oder aber für die, denen eine Parabel zu literarisch ist, der vom Institut für Menschenrechte herausgegebene Essay 'Das Islambild in Deutschland - Zum öffentlichen Umgang mit der Angst vor dem Islam'. Daraus hier zwei Zitate:

    Zitat

    "Im Umgang mit Minderheiten, in diesem Fall muslimischen Minderheiten, zeigt sich immer zugleich das Selbstverständnis einer Gesellschaft im Ganzen. Nicht zuletzt steht auch das Verständnis von Aufklärung mit auf dem Spiel: Es geht näherhin darum, eine an den Menschenrechten orientierte freiheitliche Diskussionskultur von solchen Konzepten abzuheben, in denen sich der Anspruch der Aufklärung zu einem Topos kulturkämpferischer Polarisierung und Ausgrenzung verhärtet."

    [...]

    "Es ist weder hilfreich noch angemessen, die Äußerung von Skepsis, Kritik oder auch Angst gegenüber dem Islam pauschal ins Unrecht zu setzen. Vielmehr geht es darum, mit den weithin existierenden Vorbehalten und Befürchtungen sorgfältig umzugehen, sie auf ihren möglichen Sachgehalt hin kritisch zu prüfen, stereotype Darstellungen und Erklärungen zu überwinden und Diffamierungen klar entgegenzutreten. Die für eine liberale, aufgeklärte Diskussionskultur entscheidende Trennlinie verläuft deshalb nicht zwischen freundlichen und weniger freundlichen Darstellungen des Islams und seiner Angehörigen, sondern zwischen Genauigkeit und Klischee. Hinter dem Postulat der Genauigkeit steht letztlich das Gebot der Fairness, das die Grundlage einer aufgeklärten Diskussionskultur bildet."



    In diesem Sinne ...

    _()_

  • Ich protestiere gegen die Verschiebung verschiedener Postings von mir, zumal ohne vorherige Rücksprache. Insbesondere problematisch ist die Verschiebung aus dem öffentlichen in einen nur Mitgliedern zugänglichen Bereich.

    Thema des ursprünglichen Threads war und ist die islamophobe Hetze Ole Nydahls sowie rechtspopulistische um nicht zu sagen rechtsextreme Tendenzen in der Organisation Diamantweg e.V. und der Umgang der DBU (der in dieser Hinsicht schon öffentlich "Unterwanderung" vorgeworfen wurde) mit dieser Gruppierung. Eine öffentliche Diskussion dieses Themas ist notwendig und das war der vordringliche Grund, warum ich mich hier in Buddhaland überhaupt wieder eingebracht habe. Wesentlicher Punkt der Diskussion in diesem Thread hier ist die Hetze Ole Nydahls gegen "den Islam" - konkret gegen Muslime in Europa. Die Diskussion dieser Problematik in einen der Öffentlichkeit nicht ohne weiteres zugänglichen Bereich ("für spezielle Interessen") auszulagern, wird ihr nicht gerecht.

    Ich habe mich ganz bewusst im Bereich "Allgemeines zum Buddhismus" dazu geäußert und nicht im Mitgliederbereich, weil dies traditionsübergreifend alle Buddhisten in Deutschland betrifft. Die Entscheidung, die Diskussion über diese Problematik gehöre zu den "Threads, die nicht öffentlich stehen sollen" (ausdrückliche Zweckdeklaration) ruft bei mir nur Unverständnis und Kopfschütteln hervor. Noch dazu die Verschiebung in einen ausdrücklich (im Titel) als "offtopic" deklarierten Thread - der in Hinsicht Auseinandersetzung mit rechten Tendenzen in Diamantweg und DBU, um die es im Originalthread ging, in der Tat nicht nur in weiten Teilen offtopic ist, sondern schon vom Titel her an der Sache vorbeigeht.


    Was hat eine beispielsweise eine Diskussion, ob die türkischen 'Grauen Wölfe' als rechtsextrem oder als islamistisch einzustufen wären, mit unserem Thema hier zu tun? Nein, es geht hier in diesem Thread, für den ich meine Postings geschrieben habe, nicht um eine "Diskussion über Islamkritik" sondern es geht um Hetze (was etwas Anderes ist als "Kritik") seitens eines Mannes, der von Vielen als buddhistischer Lehrer angesehen wird und darum, welche Stellung die DBU dazu nimmt. Die Verschiebung kann man schon als ein "Verstecken" empfinden - und was hier not tut, ist Offenheit und Öffentlichkeit.


    Ergänzend dazu Moderatorpost.


    _()_

  • Moderation:

    Der Punkt für den Off-Topic Thread ist wirklich nur die, die Dikussion nicht zu weit vom Thema abkommen zu lassen. Da ich dein Bemühen um eine öffenliche Diskussion verstehe, habe ich deinen "grossen Beitrag" zu dem Thema zurückveschoben, während ich einen weiteren Beitrag von dir gelöscht habe, da ich ja nicht die ganze Diksussion aus dem Nebenthread zurückverschieben will. Das Ziel ist wirklich nur, nicht off-topic zu geraten.

  • Ich möchte hier ergänzen ,das es nicht angeht, wenn in diesem Thread berechtigte islamkritische Argumentationen unterbunden werden,

    und sich nur eine Seite sich zu diesem Thema ausbreiten darf.

    Weiterhin möchte ich darauf hinweisen , das die Unterstellung der BDD sei rechtsextremistisch ganz bestimmt nichts mehr mit rechter Rede zu tun hat, sondern eher etwas mit einer linken Neurose.


    Ich werde jetzt jedefalls erstmal abwarten, wie sich die Dinge weiter entwickeln.Bei der Anzeige sehe ich das ehrlich gesagt ziemlich gelassen,

    was die Stimmungsmache innerhalb der DBU angeht kann ich das nicht so einschätzen. Ich baue aber darauf, das dort niemand ausgeschlossen werden darf, der nicht offensichtsich gegen die Traditionen und Inhalte des Buddhadharma verstößt.


    :vajra::vajra::vajra::vajra::vajra::vajra: Phönix

  • Sudhana, Phoenix

    Ursprünglich ging es hier eigentlich mal um "Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU". Insofern sind wir mittlerweile schon Off-Topic vom eigentlichen Thema. Dass man die aktuelle Situation diskutieren sollte steht ausser Frage, dennoch, finde ich, sollte man nicht vom Thema einfach abkommen - man kann ja gerne einen neuen Thread aufmachen.


    Die aktuelle Diskussion bezieht sich ja auch nicht mehr auf den Fall als solches, sondern es geht um eine Bewertung der aktuellen gesellschaftlichen Situation.



    Generell bitte ich darum, dass bei absoluten Aussagen auf die Formulierung geachtet wird. Es macht einen Unterschied, ob man etwas als absolute Wahrheit, persönliche Meinung oder sachliche Argumentation formuliert.


    Persönliches Meinung / Erfahrungen

    Ich finde es ist so....

    Meiner Meinung nach...

    Bisher habe ich es so wahrgenommen...



    vs


    Absolute Aussage

    Es war doch schon immer so...

    Das sind doch alle....

    Alle xy sind ...


    vs


    Sachliche Argumentation

    Schauen wir uns bisher Vorkommnisse (Quelle: xyz) an...

    Betrachtet man die Statistik xzy...

    _()_

    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Ich möchte hier ergänzen ,das es nicht angeht, wenn in diesem Thread berechtige islamkritische Argumentationen unterbunden werden,

    Wo genau siehst Du denn "berechtige islamkritische Argumentationen" unterbunden - was ja nun doch deutlich etwas anderes ist, als sie zu kritisieren, weil man das "berechtigt" nicht nachvollziehen kann? Wobei - dieses Thema gehört hier, in einem buddhistischen Forum, ja nun tatsächlich in den nichtöffentlichen Islamkritik-Thread. Oder willst Du damit sagen, die hier diskutierten Zitate Ole Nydahls seien "berechtige islamkritische Argumentationen"? Gibt es denn überhaupt so etwas - also eine mit Sachargumenten geführte Auseinandersetzung mit dem Islam - von ihm? In einem seiner Bücher vielleicht? In einem Artikel in der ''Buddhismus Heute'? Ich wäre gerne bereit, mich ernsthaft und ebenfalls sachlich mit solch einer sachlichen Argumentation auseinanderzusetzen.


    Hier, in diesem Thread, geht es doch eindeutig um das Agieren von Diamantweg und Ole Nydahl sowie darum, wie die DBU als traditionsübergreifender buddhistischer Dachverband damit umgeht bzw. umgehen sollte. Wobei man den letzteren Punkt durchaus auf die Frage ausdehnen sollte, wie generell Buddhisten in Deutschland - seien sie nun in der DBU organisiert oder nicht - mit dieser Gruppierung umgehen sollten. Zum Beispiel, wenn hier wieder mal die Anfangerfrage kommt, ob das so praktisch nahe gelegene Zentrum des Diamantweg denn wohl für ihn oder sie das Richtige wäre ...


    _()_

  • Ursprünglich ging es hier eigentlich mal um "Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU".

    Ja. Und zumindest für DBU-Mitglieder ist es ein offenes Geheimnis, dass "Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU" nicht zuletzt bedingt waren durch die Art und Weise, wie der Vorstand vor allem im letzten Jahr mit Kritik am Diamantweg (aus der DBU selbst aber auch aus der nichtbuddhistischen Öffentlichkeit) umgegangen ist. Dies wurde auf der letzten Mitgliederversammlung sehr deutlich - und der Vorstandswechsel folgte kurz darauf.


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  • Hi Sudhana,


    mal allgemein geantwortet wird eine islamkritische Argumentation schon alleine dadurch unterbunden , das sie hier ganz offiziell nicht erwünscht ist.

    Ich hatte ja deshalb auch nicht diese Tatsache ansich kritisiert,sondern das bestehende Ungleichgewicht .

    Alles weitere ist dann aber auch Sache für den Modibereich.


    Und für das Islamthema gibts ja hier jetzt auch einen entsprechenden Thread. Da werden wir sicher auch noch die ein oder andere Debatte führen,

    aber ehrlich gesagt finde ich muß man auch nicht alles ausdiskutieren. Manchmal genügt es auch einfach nur abzuwarten.


    Was dein Verhältniss zu Lama Ole Nydahl und den BDD angeht, scheint das ja ziemlich gründlich gestört zu sein.

    Das wird sicherlicherlich seine Gründe haben, aber ich denke nicht das wir hier jeden so indoktrinieren sollten, das wir hier ein großes Plakat mahlen wo dann draufsteht: BDD - die verbotene Zone!

    Wenn du so ein Plakat mahlen willst ist das deine Sache, aber ich glaube nicht das ich dich hierbei über Ursache und Wirkung belehren muß.


    _()_ Phönix

  • mal allgemein geantwortet wird eine islamkritische Argumentation schon alleine dadurch unterbunden , das sie hier ganz offiziell nicht erwünscht ist.

    Ich hatte ja deshalb auch nicht diese Tatsache ansich kritisiert,sondern das bestehende Ungleichgewicht .

    Dem muss ich so widersprechen. Eine Kritik ist vollkommen ok, und auch akzeptiert. Aber auch eine Kritik (sowohl positive wie auch negative) sollte auf Fakten aufbauen und differenziert sein (siehe meine Meta-Info weiter oben)

    _()_

    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Hallo Phoenix,

    allgemein geantwortet wird eine islamkritische Argumentation schon alleine dadurch unterbunden , das sie hier ganz offiziell nicht erwünscht ist.

    Nun ja - dies ist ein buddhistisches Forum. Trotzdem wurde dem Thema Islam und Islamkritik (was ich nun nicht wirklich für ein budhistisches Thema halte) ja in einem 'special interest' - Forum Raum gegeben. Interessiert mich nun jetzt nicht sonderlich - ich hatte jahrelang in einem interreligiösen / religionswissenschaftlichen Forum hinreichend Gelegenheit dazu, mich in diesen Diskurs einzubringen bzw. ihn zeitweise auch zu moderieren. Die ewig gleichen Argumente und Scheinargumente werden mit der Zeit ziemlich nervtötend. Aber mit etwas substanziellerer Islamkritik seitens Ole Nydahl - wenn es sie denn geben sollte - würde ich mich schon beschäftigen, wie in meinem letzten Posting geschrieben. Eher privat, aber wenn es von Dir ausdrücklich so gewünscht wird, auch im Rahmen einer Diskussion im Mitgliederbereich von Buddhaland.


    Speziell in diesem Thread hier geht es allerdings zentral und ganz konkret um die Aussagen Ole Nydahls zum Islam, wegen denen nun gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen Volksverhetzung läuft - und darum, wie weit die DBU (und auch andere, dort nicht organisierte Buddhisten) von dem dadurch ausgelösten Echo in der Öffentlichkeit tangiert sind. Mein hier wieder eingestelltes Posting diente konkret dazu, die Irrationalität der Aussagen Ole Nydahls und des damit suggerierten Bedrohungsszenarios aufzuzeigen. Ich dachte, das wäre klar, auch ohne dass ich das ausdrücklich schrieb. Als eine Verteidigung des Islam oder gar des Islamismus war das gewiss nicht gedacht - das sollte das abschließende Zitat aus dem Essay 'Das Islambild in Deutschland - Zum öffentlichen Umgang mit der Angst vor dem Islam' verdeutlichen.

    Was dein Verhältniss zu Lama Ole Nydahl und den BDD angeht, scheint das ja ziemlich gründlich gestört zu sein.

    Ich denke, ich kann das besser beurteilen als Du :) - nein, "gestört" würde ich das nicht nennen. Ich habe zwar Ole Nydahl nie persönlich kennen gelernt (was es schon einmal schwierig macht, da ein gestörtes Verhältnis zu bekommen) aber ich habe im Laufe der Jahre einige Mitglieder des BDD kennen, respektieren und auch schätzen gelernt (in 'real life' versteht sich). Andi Behrens, Sören Hechler, Widukind Baier - um mal konkret ein paar Namen zu nennen. Wir haben in etlichen Dingen einfach sehr unterschiedliche Auffassungen - wenn es das ist, was Du mit "gestörtes Verhältnis" meinst.

    ich denke nicht das wir hier jeden so indoktrinieren sollten, das wir hier ein großes Plakat mahlen wo dann draufsteht: BDD - die verbotene Zone!

    Das denke ich auch nicht. Aber ein Verweis z.B. auf diesen Diskussionsthread hier wäre mE schon nicht verkehrt.


    _()_

  • mal allgemein geantwortet wird eine islamkritische Argumentation schon alleine dadurch unterbunden , das sie hier ganz offiziell nicht erwünscht ist.

    Ich hatte ja deshalb auch nicht diese Tatsache ansich kritisiert,sondern das bestehende Ungleichgewicht .

    Dem muss ich so widersprechen. Eine Kritik ist vollkommen ok, und auch akzeptiert. Aber auch eine Kritik (sowohl positive wie auch negative) sollte auf Fakten aufbauen und differenziert sein (siehe meine Meta-Info weiter oben)

    Na ja, dann weiß ich das jetzt auch. Ich hoffe nur , das sich das nicht in den nächsten fünf Minuten dann gleich wieder ändert.:roll:

  • Hi Sudhana,


    wir haben hier halt sehr unterschiedliche Sichtweisen. Ich kenne Ole halt persönlich ,dafür aber den interreligiösen Dialog mehr nur von den Argumenten.

    Oles Argumente finde ich persönlich zum Beipiel oft ziemlich schlecht. Aber dafür weiß ich welchen Menschen ich da vor mir habe.

    Gute Argumente überzeugen mich dagegen erst, wenn ich weiß ,das sie nicht von Schönschwätzern kommen.


    Und gerade beim dem Islamthema sollten wir uns ruhig schon mal auf eine schlecht Wetter Periode einstellen.

    Da kannst du mir gerne Paranoia vorwerfen oder Islamophobie,oder das ich zu politisch bin.

    Ich halte dann dagegen ,das die Toten niemand mehr lebendig macht und Gewalt nur dadurch gestoppt werden kann,

    wenn rechtzeitig reagiert wird.


    Die Zeit läuft, fragt sich nur wohin!


    :vajra: Phönix