Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU

There are 637 replies in this Thread. The last Post () by Phoenix.

  • Eigentlich haben sich die (tibetischen) Buddhisten diese Probleme selber eingebrockt in ihrem Bemühen, aus welchen Gründen auch immer, den Buddhismus im Westen auf biegen und brechen zu verbreiten.

    Was meinst Du damit? Meinst Du, die Tibeter sind daran schuld?

    Ich kenne weder Schuld noch Sühne, es gibt nur Ursache und Wirkung. Als Buddhist fülle ich Leeres nicht wahnhaft mit Bedeutung. :)

    "Der höchste Weg ist nicht schwer, nur ohne Wahl. Hasse nicht, liebe nicht, und es ist klar und eindeutig"

  • Ich bin der Meinung man schenkt dem Diamantweg und diesem ehemaligen Hippie viel zu viel Beachtung.

    Grundsätzlich ....


    _()_

    Du hast recht.


    Ich bin kein Anhänger des Diamantwegs und billige Oles Verhalten keineswegs.


    Allerdings ist vieles, das hier besprochen wird (Verband)Politik. Es wird wohl irgendwo in den Statuten stehen, wie man sich als Mitglied verhalten soll und welches Fehlverhalten welche Sanktion nach sich zieht. Das hat ja bereits Buddha so gehandhabt in der „Patimokkha“.


    Ich bin nicht der Meinung, man solle Dingen keine Beachtung schenken. Man soll Ihnen jedoch nur soviel Beachtung zukommen lassen wie nötig.


    Oft genügt es in der Öffentlichkeit Stellung zu beziehen, seine Meinung und Überzeugung unmissverständlich und mit der nötigen Demut darzulegen, um eine Wirkung zu erzielen.


    Sich übermässig in Streitgespräche zu verwickeln und dabei rechhaben wollen, ist meiner Meinung schon viel zu viel an „haben wollen“.

    "Der höchste Weg ist nicht schwer, nur ohne Wahl. Hasse nicht, liebe nicht, und es ist klar und eindeutig"

    Edited 3 times, last by Bakram ().

  • Möglicherweise ist es ja im Verlauf der Diskussion untergegangen - deswegen erlaube ich mir, an meine immer noch ungeklärte Frage zu erinnern:


    Vorstandswechsel und Änderungen bei der Deutschen Buddhistischen Union DBU


    Nochmals kurz gefasst: in welcher konkreten Form werden im Diamantweg ethische Verpflichtungen (insbesondere die pañcaśīla) übernommen - ob nun als Bodhisattva-Gelübde, "Bodhisattva-Versprechen" oder wie auch immer? Anders formuliert: wird im Diamantweg auf einer ethischen Grundlage praktiziert und wie genau ist diese definiert?


    _()_

  • Ole gibt auf jedem mehrtägigen Kurs das Bodhisattvaversprechen. Das hatte ich hier auch schon einmal eingebracht.

    Für dieses Bodhisattva Versprechen gibt es in der Karma Kagyu LInie mehre Übertragungswege,Ole hällt beide.

    Inhaltlich wird das gelehrt ,was auch im kostbaren Juwelenschmuck von Gampopa so zusammengefasst wird.


    so what


    :vajra:

  • Danke. Aber das beantwortet wieder meine Frage nicht. Ich hatte nach der konkreten Form gefragt. Dass es eine Santideva- und eine Dharmakirti-Übertragungslinie gibt, ist mir bekannt. Tut aber hier nichts zur Sache.

    Inhaltlich wird das gelehrt ,was auch im kostbaren Juwelenschmuck von Gampopa so zusammengefasst wird.

    Aha. "Inhaltlich". Nun - im 'Juwelenschmuck' schreibt Gampopa:

    Zitat

    "Zuerst ist die Grundlage für die Kultivierung des Geistes der höchsten Erleuchtung eine Person die

    a.) zur Mahayana-Familie gehört

    b.) Zuflucht zu den drei Juwelen genommen hat

    c.) eines der sieben pratimoksa-Gelübde einhält und

    d.) aufstrebenen Bodhicitta hat"

    Die "sieben pratimoksa-Gelübde" sind die Gelübde für bhikshu, bhikshuni, shiksamana, shramanera, shramanerika, upasaka oder upasika. Es handelt sich also nicht um sieben einzelne Gelübde (von denen man nur eines einzuhalten braucht), sondern um sieben 'Sätze' von Gelübden. "Grundlage" sind also zumindest die Gelübde für männliche und weibliche Laien (upasaka und upasika). Das sind fünf Gelübde - genauer: die pañcaśīla.


    Weiter mit Gampopa:

    Zitat

    "In der 'Lampe für den Pfad zur Erleuchtung' heisst es:

    Wer einhält

    eines der sieben pratimoksa-Gelübde

    hat das Glück, die Bodhisattva-Gelübde zu empfangen

    ansonsten nicht.

    Daher wird jegliches der sieben pratimoksa-Gelübde als Grundlage bezeichnet.

    [...]

    Durch Empfangen von Pratimoksa-Gelübden gibt man auf, Anderen Unheil zu verursachen und unheilsame Motive zu haben. Das Bodhisattva-Gelübde veranlasst einen, Anderen zu nutzen. Ohne Unheil zu vermeiden, gibt es keine Methode, anderen zu nutzen."

    Offensichtlich ist für Gampopa, den Begründer der Karma-Kagyü-Linie, das Empfangen eines der sieben verschiedenen Sätze von Pratimoksa-Gelübden zusammen mit drei anderen Voraussetzungen die unverzichtbare Grundlage für die Bodhisattva-Gelübde. Das können die Pratimoksa-Gelübde von Vollordinierten, Novizen usw. usf. oder auch von Laien sein. Bei den Laien sind sie mit den pañcaśīla identisch. Das ist das Minimum. Die anderen fünf Sätze von Pratimoksa-Gelübden enthalten nicht andere, sondern lediglich mehr Einzelgelübde.


    Wie sieht es nun im Diamantweg mit den Pratimoksa-Gelübden aus, die nach Gampopa ausdrücklich Grundlage der Bodhisattva-Gelübde sind? Werden die empfangen und abgelegt oder nicht? Oder wird das nur "inhaltlich gelehrt" aber nicht so praktiziert?


    _()_

  • Hi Suhana,


    Gelübte sind im Diamantweg nicht üblich,bzw dort heißen sie Versprechen.

    Denn das Vermeiden bei anderen Unheil anzurichten ist nun mal gar nicht so einfach.


    Das die Inhalte der Versprechen aber nicht nur formal gelehrt werden, sondern das sie sogar von zentraler Bedeutung sind , hat nicht nur Ole immer wieder betont.

    Würde ja auch wenig Sinn machen zu versuchen auf der einen Seite überflüssigen kulturellen Ballast abzuwerfen und auf der anderen Seite Blei mit herumzutragen,das man gar nicht verwenden will.

    Und mit Blei will ich hier jetzt aber nicht umschreiben, das Ethik nur läsitig und schwer ist. Guru kann man auch mit schwer und unumstößlich übersetzen.

    Und wenn ich Zweifel an der grundlegenden ethischen Ausrichtung Oles hätte ,würde ich hier bestimmt nicht so argumentieren.

    Wenn man aber Zweifel an Oles Art die Dinge zu sehen hat,kann ich das auch nachvollziehen, nur sollte man da bei sachlicher Kritik bleiben,

    und da außerdem nicht nur auf den Buchstaben schauen,sondern auch auf den Gesammtzusammenhang.

    Nicht nur Ole lehrt im Diamantweg das Bodhisattvaversprechen ,sondern Karmapa auch und Shamar Rinpoche hat es auch gegeben.

    (und eine ganze Reihe anderer hoher Lehrer auch noch)

    Du kannst dir also gerne einmal anlesen was Karmapa z.b. alles über die 37 Praktiken des Bodisattvas gelehrt hat.


    Ich werde hier auch weiterhin gerne auf Fragen eingehen. Auf Wortklaubereien kann ich aber gut verzichten .Die bitte ohne mich.


    :vajra: Phönix

  • das ne Laienorganisation. sie machen da verm. "nur" zuflucht. uposatha tage mit der eigenständigen aufnahme der sila wird wohl im DM nicht von unterrichtet? sodschong, wie uposatha, das tageweise bekenntnis 8 sila wird in klösterlichen gemeinschaften durchgeführt. unter vierfacher versammlung.

    an dem thema bin ich erst relativ relativ "neu" dran, deswegen kann meine aussage sehr fehlerhaft sein und man sollte unbedingt auskenner ansprechen z.b. über die DBO.

    mich wundert, dass er als lama gegenläufig der bodhisattvagebote und sila handelt. bedeutet das er hat da keine kenntniss von ? wenn aber, und er hat kenntnis von......


    ? ? ?

  • Phoenix : was wären das denn nun für versprechen ? es ist immer wieder nachgefragt worden welche buddh. richtlinien der DM pflegt. aber man muss rätselraten. bekommt nur andeutungen. das bringt ja keinem was !

    wenn du korrekt weisst wie es im DM damit "läuft", welche art versprechen, welche art gebot, dann schreib die doch auf. oder zitiere. danke !

  • @Aka Onyx 9


    hab ich doch schon gemacht.Das Bodisattva Versprechen hat eine ganz zentrale Rolle im Diamant Weg. Alles hier wörtlich hochladen werd ich aber sicher nicht, und Suhana hat ja auch schon erklärt ,wie das Bodisattva Versprechen gegeben wird.

    Ich könnte noch ergänzen, das es von den Rinpoches meistens auf Tibetisch gegeben wird und von Ole halt auf Deutsch.

    Zuerst werden die ethischen Grundregeln erklärt und dann gibt Ole das versprechen , das mit den Worten beginnt:Buddhas und Bodhisattvas aus allen Zeiten und Richtungen bitte hört uns. ... ...

    Den ganzen Text hab ich aber nicht im Kopf , es geht darum ,das man jetzt selbst Teil der Bodhisattva Familie wird.


    _()_

  • Wir vermeiden die 10 schädlichen Handlungen und führen die 6 befreienden Handlungen aus.

    Wir versprechen zum Wohle aller Wesen zu handeln und entwickeln die erleuchtete Einstellung.


    "Mögen alle fühlenden Wesen Glück und die Ursache des Glücks besitzen,
    Mögen alle fühlenden Wesen von Leiden und der Ursache des Leides getrennt sein,
    Mögen alle fühlenden Wesen niemals von der Freude die frei ist von Leiden getrennt sein,
    Mögen alle fühlenden Wesen in Gleichmut verweilen, der frei ist von Anhaftung und Ablehnung."

  • Chandar : Danke, das hatte ich mit "konkreter Form" gemeint. Um das nun etwas zu vertiefen: was genau ist mit den "10 schädlichen Handlungen" gemeint? Ich vermute mal das, was Lopön Tsechu Rinpoche so erläutert hat:

    Zitat


    "Allgemein gesprochen gibt es natürlich eine Vielzahl negativer Handlungen, aber man teilt sie in bestimmte Kategorien ein: Drei haben mit unserem Körper zu tun, vier mit unserer Rede und weitere drei mit unserem Geist. Die drei negativen Handlungen, die mit unserem Körper ausgeführt werden, sind: Töten, Stehlen und in sexueller Hinsicht Leid verursachen. Die drei der Rede sind: Lügen, Verleumdung, grobe Worte gebrauchen und sinnloses Gerede. Beim Geist spricht man von Böswilligkeit, Mißgunst und dem Hegen falscher Sichtweisen. Diese zehn negativen Handlungen sollten auf jeden Fall vermieden werden, und man sollte auch jeweils das Gegenteil tun, nämlich die zehn positiven Handlungen."

    (Quelle: Buddhismus Heute Nr. 23 / 1997)

    Ist das so mit den Erklärungen Ole Nydahls übereinstimmend? Und diese Erklärungen werden unmittelbar vor Ablegen des "Bodhisattva-Versprechens" gegeben? Oder ist das jetzt eine andere Geschichte? Phoenix hat ja zitiert - so weit er zitiert hat:

    Buddhas und Bodhisattvas aus allen Zeiten und Richtungen bitte hört uns

    - scheint doch irgendwie ein anderer Text zu sein.


    Warum ich darauf herumreite - wenn das Zitat von Chandar die von Ole Nydahl verwendete Formel ist, wenn das "Bodhisattva-Versprechen" somit die Unterlassung der von Lopön Tsechu Rinpoche genannten "10 schädlichen Handlungen" mit umfasst und wenn diese "10 schädlichen Handlungen" bei Ablegen des "Bodhisattva-Versprechens" ausdrücklich erläutert werden, dann legt man sich mit dem "Bodhisattva-Versprechen" auch auf die Einhaltung von zumindest vier der pañcaśīla fest (die 5. śīla fehlt). Aus diesen drei "wenn" ergibt sich die Nachfrage: Ist das so? Oder habe ich da etwas falsch verstanden?


    _()_

  • Hi Sudhana,


    so ganz verstehe ich hier deine Fragerei nicht und deine Kommentare gefallen mir auch nicht.


    Quote from Sudhana

    - scheint doch irgendwie ein anderer Text zu sein.

    hatte ich doch geschrieben, das da mit unterschiedlichen Texten und sogar mit einer unterschiedlichen Sprache gearbeit wird.


    Hier will ich aber vermeiden ,das wir in unterschiedlichen Sprachen sprechen und auf Juristen Deutsch werde ich hier nicht einsteigen.

    Wenn das also so ist ,ist das dann wiederum so und so und so hat Buddha jedenfalls weder das Bodhisattva Versprechen gegeben noch die Soheit ,noch funktionieren diese Dinge auf diese Art und Weise.


    Tsechu Rinpoche hatte vollkommenes Vertrauen in Lama Ole Nydahl und in diesem Bewußtsein hat er Erklärungen und Versprechen gegeben.

    Natürlich ist es wichtig , das bestimmte formale Dinge richtig eingehalten werden, aber auch da kann ich dir versichern ,

    das da alles von den Linienhaltern überprüft wird.

    Und wenn einmal ein ethischer Grundsatz von einem Schüler überhört wird ,oder vielleicht tasächlich einmal vergessen worden ist erwähnt zu werden,beim nächsten mal gibts den dann kostenlos oben drauf,denn das Bodhisattva Versprechen wird immer gegeben.


    Kleinkariertes ,diese Vorschrift muß aber so und so eingehalten werden ,hat es zwar auch schon im Altertum mehr als genug gegeben,

    aber dieses philisterhafte Gehabe wird uns weder hier weiterbringen, noch die Probleme des 21.Jahrhunderts lösen.


    :vajra: Phönix

  • Das Ausführen der 10 positiven Handlungen und das Vermeiden der 10 schädlichen Handlungen ist der Weg der Befreiung vom Leid, dem Hinayana.

    Das Ausführen der 6 befreienden Handlungen entspricht dem erleuchtenden Weg von Mitgefühl und Weisheit, dem Mahayana.

    Das Halten der Reinen Sicht ist der Weg der Einswerdung, dem Vajrayana.


    Ich kenne das genau so wie es hier von Lopon Tsechu zitiert wurde.

    Diese Erklärung wird so in allen Zentren gegeben.

    Die Einhaltung klärt man mit sich selbst, in wie weit man Karma versteht und wie sehr der Erleuchtungswunsch entwickelt ist.


    Das Bodhisattva-Versprechen umfasst keine weiteren Gelübde. Auf eigenen Wunsch kann man die Laiengelübde oder Mönchsgelübde von jemandem nehmen der diese selbst hält.


    Vom 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje:


    "Wenn jemand zu meditieren versucht - zum Beispiel auf die Leerheit, Shunyata - sollte er sich einerseits immer auf die erleuchteten Objekte der Zuflucht ausrichten und andererseits ständig echtes Mitgefühl gegenüber den Wesen in sich erzeugen. Die wahre Natur der Leerheit ist Mitgefühl. Ohne die Erfahrung der Fülle von Mitgefühl hat es keine Bedeutung, wenn jemand behauptet, die Leerheit erkannt zu haben. Ihr habt jetzt die Möglichkeit, die Belehrungen zu empfangen. Es gibt Lehrer und Einrichtungen dafür. Ihr habt viele Ebenen von Belehrungen erhalten und es ist wichtig, daß Ihr nicht den springenden Punkt verfehlt, nämlich das was gelehrt wurde, in die Praxis umzusetzen. Das ist von absoluter Wichtigkeit. Ich betone heute etwas, was Ihr schon oft gehört haben müßt. Und doch ist es immer noch nötig, Euch darauf hinzuweisen, dies alles in Euer Leben zu integrieren, Geistesgegenwart und Respekt zu haben, und das was man verstanden und bekommen hat, wirklich zu schätzen. Es ist wichtig, die Lehren umzusetzen und für das vollständige Verstehen ihrer Bedeutung zu arbeiten. Und zu diesem Zweck ist wiederum die Bodhicitta-Praxis der wichtigste Faktor. Wie Ihr Euch allmählich auf dem Vajrayana-Pfad bewegt, ist Bodhicitta an jedem Punkt unerläßlich. Wenn die tiefgründigen Techniken des Vajrayana nicht durch Bodhicitta unterstützt werden, wird man nicht unbedingt bedeutungsvolle Erkenntnisse haben. Ihr seht also, daß alles in der Praxis von Bodhicitta wurzelt und es schafft günstige Umstände für die Entwicklung von Bodhicitta, wenn man alles ernsthaft verfolgt, was die Bodhicitta-Praxis verstärkt und unterstützt. Ein Beispiel für eine Mittel zum Entwickeln von Bodhicitta ist Pratimoksha. In der Pratimoksha-Tradition gibt es sieben Familien oder Ebenen von Pratimoksha, oder Selbstdisziplin. Sie sind als "Vorschriften" oder "Gelübde" bekannt. Die Zuflucht ist die wichtigste Voraussetzung für die Praxis der Disziplin. Danach nimmt man die von den anderen Gelübden, die einem möglich sind. Dies stärkt die Bodhicitta-Praxis und ermöglicht Euch, den Weg des Buddha-Dharma einfacher, ernsthafter und vernünftiger zu gehen. Die Wichtigkeit der Anwendung der Selbstdisziplin, der Gelübde, sollte nicht vernachlässigt werden. Die Muster der drei Geistesgifte Aggression, Anhaftung und Unwissenheit sind tief verwurzelt. Wenn man sie lösen und das richtige Gegenmittel gegen die drei Gifte anwenden will, sind die im Pratimoksha dargelegten Praktiken der Disziplin das nötige Werkzeug dazu. "


    Buddhismus Heute: Mitgefühl - die Sprache eines Bodhisattvas

  • Wenn ich nicht weiß das der Lama sich aus sich selber heraus ohne sich an seine Gelübde halten zu wolle, also er die Gelübde geworden ist, sie ganz verkörpert in Körper, Rede, Geist, dann kann ich kein Vertrauen zu ihm aufbauen. Dann ist er nur ein Guru. Ein leerer Lehrer der nur sein Ego bestätigt sehen will. Ob der Vorgänger Vertrauen ausspricht hat für mich erstmal keine Bedeutung. Und was Sudhana fordert ist das Ole, wenn er sich so in Rede und Geist so verhält nicht mehr als Lama zu erkennen ist und damit solange bis er wieder Lama ist nur als Lehrer gesehen wird der seine Wahrheiten verbreitet, sich fern von Empathie verhält. Das Vertrauen des Vorgängers ist wohl mit echter Empathie gegeben worden, dem Vertrauen auf das eigene Empfinden das der Ole dieses Vertrauen gerade jetzt wo es gegeben wurde in Anwesenheit des Ole waren beide so weit vom Lama sein entfernt wie der Mond von der Erde. Sie waren Menschen die ihre Empathie Menschen zu sein teilten. Eine Wiederholung dieses Vertrauens ohne Einsamkeit in der Zweisamkeit vor der Gemeinde ist wertlos. Und schriftlich, als Urkunde, als Beweis des Vertrauens ist nur Klopapier.

    1) Alle Dinge und alle Gedanken sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Es gibt viele Ursachen. warum man jemanden als Lehrer auswählt, das ist ein persönliches Verhältnis.


    Das Lama Ole gegen die erleuchtete Einstellung gehandelt hätte, habe ich noch nie gesehen.

    404 Fehler – Seite nicht gefunden!


    (Nicht irritieren lassen, der Link funktioniert!)

  • Das habe ich schon alles gelesen. Also sehr gut und detailreich aufgelistet. Ich kann nachempfinden, dass man auf einige Zitate so reagiert. Ich kann aber auch gute Gründe für Ole sehen, dies so zu schreiben wie er es getan hat. :like:

  • Ich musste hier mehr lachen als weinen. Buddhist sein heisst nicht zwingend, humorlos oder zimperlich zu sein. Es gibt Menschen die reagieren mit Respekt, wenn man ihnen freundlich begegnet, andere erst dann, wenn man ihnen Kante zeigt. Das ist die Welt wie sie ist. Wenn man ständig um die selbige reist, wird das deutlicher als im stillen Kämmerlein. Ob man darüber so grossspurig reden muss, ist eine andere Frage. Aus meiner Sicht eine Frage des Charakters, mehr nicht.


    Womit wir es aktuell zu tun haben, das ist ein m.E. aber ein anderes Kaliber.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Das was ich bisher in "Wie die Dinge sind" gelesen habe berühren seine Lehre kaum. Da ich nicht prüfend lese sondern das was das steht hab ich den Eindruck das das Kante geben sehr klar von der Lehre getrennt ist und somit als Meinung erkennbar. Aber das worum es hier geht, das was zur Untersuchung ansteht ist ein ganz anderes Kaliber kilaya Hier scheint es sich um eine Ego Verstrickung zu handeln ein nicht Achtsam sein mit den eigenen geglaubten Gedankengebäuden.

    1) Alle Dinge und alle Gedanken sind in gegenseitiger Abhängigkeit bedingt Entstehend.

    2) Das ist nicht Mein, das ist nicht mein Ich, das ist nicht mein Selbst, das ist nicht mein Nibbana/Nirwana.

    Sinnsuche ist Sinngeben. Sinngeben ist Meinung. Meinung ist Leiden.

  • Danke, Chandar . Das klärt einiges, wenn auch nicht alles. Was ich jetzt für mich noch nicht so ganz geklärt habe, das ist kilaya s:


    Zitat

    Die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes sind nicht in Stein gemeisselt, es gibt da verschiedene Fomen.


    Ich verstehe nicht so recht, wie das jetzt gemeint ist. Ist es so gemeint, dass es die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes, die ja "nicht in Stein gemeißelt sind", im Diamantweg in verschiedenen Formen gibt? Oder in der Karma-Kagyü-Schule? Oder zwischen früher und jetzt? Gestern und morgen? Sorry, wenn mir das so unklar ist. Und das ist ja noch nicht alles. Wie unterscheiden sich denn diese Formen? Rein formal? Oder inhaltlich? Bzw. - wenn der Inhalt gleich ist, wieso bedarf es da unterschiedlicher Formen? Okay, die wenigsten hierzulande verstehen Tibetisch, und die wenigsten Tibeter Deutsch, was ja manchmal auch nützlich sein kann - benutzt man da eine deutsche Übersetzung oder macht man sich da selbst was zurecht? Weil man das halt nicht so eng sieht, vielleicht. Oder anders gesagt: so ganz im Sinne Gampopas scheint mir das nicht zu sein. Da wird von einer Basis der Übung gesprochen und diese Basis hat vier Pfeiler. Einer davon, der ethische, beruht auf den sog. "Hinayana - Gelübden" - in der den Laien und Ordinierten ursprünglichsten Form. Davon gibt es sieben Formen, der kleinste gemeinsame Nenner aller dieser sieben Formen und gleichzeitig ihre einfachste, grundlegende Form, sind die pañcaśīla. Alle Mahayana-, alle Bodhisattva-Ethik, ruht genau auf diesem Pfeiler und wenn der morsch und brüchig wird, dann fehlt der Basis der Bodhisattva-Übung der ethische Pfeiler und sie gerät in Schieflage. So verstehe ich zumindest die hier von mir zitierte Stelle aus dem "Juwelenschmuck".


    Irgendwie hat mir jedoch die Diskussion hier (nicht nur die über Oles Nydahls Sprüche) nicht den Eindruck vermittelt, dass im Diamantweg das Studium der pañcaśīla eine große Rolle spielt. Der von mir zitierte Artikel war über 20 Jahre alt und der Autor über 15 Jahre tot. Und hier kann sich jemand nicht mehr erinnern, wie sein "Bodhisattva-Versprechen" lautete - das verstehe ich unter "Schieflage". Aber man kann sich ja irgendwann alles hindengeln, wie man's braucht. Karma ist ja schließlich wie Blech. Okay - das geht jetzt wirklich auf Gampopa zurück. Aber das ist nur ein Grund, warum ich nicht in seiner Linie gelandet bin und tut hier nichts zur Sache. Ich weiss nicht ... Wenn man da, wo ich herkomme, die Bodisattvagelübde empfängt, hat man sich über ein Jahr intensiv darauf vorbereitet. Unter anderem, indem man zu den 10 Hauptgelübden (deren erste fünf die pañcaśīla sind) einen Kommentar verfasst und seinem Lehrer oder seiner Lehrerin vorlegt. Über das Thema redet man dann ein Jahr mit dem, von dem man die Gelübde empfangen will - und wenn man schwer von Begriff ist, notfalls auch länger. Irgendwann tun es dann auch die drei reinen Gelöbnisse alleine: Ablassen von Üblem, Gutes tun, Gutes tun für Andere. Aber da muss erst einmal das Fundament stimmen.


    _()_

  • Ja, Herr Nydahl hat einen geradezu exquisiten Humor wenn es darum geht, sich über Mönche und Nonnen lustig zu machen oder andere buddhistische Traditionen abzuwerten. Wahrscheinlich ein weiterer Beweis für sein tiefes Dharma-Verständnis.

  • Quote

    Ich verstehe nicht so recht, wie das jetzt gemeint ist. Ist es so gemeint, dass es die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes, die ja "nicht in Stein gemeißelt sind", im Diamantweg in verschiedenen Formen gibt? ...

    Die Aussage war völlig allgemein gemeint - es gibt im Grossen und Ganzen nicht das eine Bodhisattvaversprechen mit in Stein gemeißelten immer gleichen Regeln. Sie unterscheiden sich je nach Schule, Übertragungslinie, Tantraebene, Yogi oder Laie oder Ordiniert usw. usf. Das ist ja kein Geheimnis, und unterschiedliche Umgangsweisen beschreibst Du ja selbst. Dein Irrtum ist, dass Du anscheinend meinst, dass ich generell für den Diamantweg spreche. Das ist mir viel zu lange her, um da noch die Details im Kopf zu haben, das können andere besser beantworten. Ich selbst habe mein erstes Versprechen spontan vor einem Bildnis der grünen Tara abgelegt und dann später bei verschiedenen Lehrern in verschiedenen Formen wiederholt. Konkrete Regeln habe ich erst sehr viel später zu sehen bekommen. Die haben mir aber auch nicht gefehlt, das Wesentliche fühlte sich für mich immer natürlich an und im Rückblick passte es dann auch, wenn ich dazu was in den Schriften gelesen habe.

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Ja, Herr Nydahl hat einen geradezu exquisiten Humor wenn es darum geht, sich über Mönche und Nonnen lustig zu machen oder andere buddhistische Traditionen abzuwerten. Wahrscheinlich ein weiterer Beweis für sein tiefes Dharma-Verständnis.

    Man kann einfach nicht umhin, die Art zu verstehen, wie Schützer bestimmte Dämonen scheinbar spiegeln. Die Anziehungskräfte sind entsprechend. Interessant - und für mich persönlich entscheidend - wird sein, wie sich das Ganze in der Zukunft ausspielt. Für meinen Geschmack sind schon lange einige Grenzen überschritten, aber nicht so weit, dass ich nicht noch neugierig weiter hinschauen könnte, wie sich das entwickelt...

    "Respekt ist unsere Aufgabe und nicht ne falsche Maske, die ich aufhabe" (Fanta 4)
    OM BENDZA KILI KILAYA HUNG

  • Quote

    Ich verstehe nicht so recht, wie das jetzt gemeint ist. Ist es so gemeint, dass es die Regeln des Bodhisattva-Gelübdes, die ja "nicht in Stein gemeißelt sind", im Diamantweg in verschiedenen Formen gibt? ...

    Die Aussage war völlig allgemein gemeint - es gibt im Grossen und Ganzen nicht das eine Bodhisattvaversprechen mit in Stein gemeißelten immer gleichen Regeln. Sie unterscheiden sich je nach Schule, Übertragungslinie, Tantraebene, Yogi oder Laie oder Ordiniert usw. usf. Das ist ja kein Geheimnis, und unterschiedliche Umgangsweisen beschreibst Du ja selbst. Dein Irrtum ist, dass Du anscheinend meinst, dass ich generell für den Diamantweg spreche. Das ist mir viel zu lange her, um da noch die Details im Kopf zu haben, das können andere besser beantworten. Ich selbst habe mein erstes Versprechen spontan vor einem Bildnis der grünen Tara abgelegt und dann später bei verschiedenen Lehrern in verschiedenen Formen wiederholt. Konkrete Regeln habe ich erst sehr viel später zu sehen bekommen. Die haben mir aber auch nicht gefehlt, das Wesentliche fühlte sich für mich immer natürlich an und im Rückblick passte es dann auch, wenn ich dazu was in den Schriften gelesen habe.

    Ich denke, die Bodhisattvagelübde sind sehr klar beschrieben und dargelegt. Es gibt daran eigentlich nicht viel zu rütteln oder zu verschieben.

    Was mit unter variabel ist, ist die strenge, mit der ich es selbst auslege. Als Beispiel könnte ich hier die 5. Sila nehmen. Manche sehen im Rauchen bereits eine Überschreitung der Sila, andere wiederum nicht usw...

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha: