Altersarmut

30 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Doris.

  • Ja, ich weiß: Als braver Buddhist konzentriere ich mich ganz auf das Hier und Jetzt.


    Doch dennoch wird man nachdenklich, wenn man den heutigen Artikel im Spiegel Online liest:


    Zitat

    Fast jede zweite Altersrente in Deutschland liegt unter 800 Euro im Monat. Dies berichteten die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland unter Berufung auf eine Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion. Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - ein Anteil von 48 Prozent.


    Das Ministerium legt dem Bericht zufolge allerdings Wert auf die Feststellung, dass die Rentenhöhe für sich genommen nur eingeschränkt Hinweise auf die Einkommenssituation im Alter liefere. Denn mögliche weitere Einkommen würden nicht berücksichtigt - etwa die anderer Haushaltsmitglieder. Die Zahlen beziehen sich dem Bericht zufolge auf Renten nach Sozialversicherungsbeiträgen, jedoch vor Abzug von Steuern. Daten für 2017 lagen demnach noch nicht vor.



    Der Hinweis des Ministeriums, dass "mögliche weitere Einkommen" nicht berücksichtigt würden, finde ich oberflächlich.


    Hätte man bei so einer geringen Rente wenigstens die Möglichkeit diese durch Hartz 4 aufzustocken?

    Gibt es dazu Statistiken? Und wenn ja wo? Ich glaube, ich werde auch mal einen Politiker anschreiben, der mir das erklären soll, wie man mit so wenig Geld über die Runden kommen soll.

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Hallon

    Aufstocken geht bestimmt. Das nennt sich dann Grundsicherung im Alter Allerdings ist halt die Frage was "unter 800 Euro genau bedeutet" ALG 2 heisst ja ca 400 euro plus kleine Miete, angenommen 300 euro plus Krankenversicherung. Könnte sein dass man also nicht sehr viel dazubekommen würde

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

  • Moin Sherab Yönten,

    so viel ich weiß, gibt es immer die Aufstockung zur Grundsicherung.


    Andererseits sind diese Statistiken auch nicht wirklich aufschlussreich - so wie jede andere Statistik auch.

    Eine Frau, die für die Familie gearbeitet hat und möglicherweise nur Teilzeit oder zu kurze Zeit, hat eben "nur" eine kleine Rente, weil es früher üblich war, dass der Mann der Hauptverdiener ist und sie somit an seiner Rente teil hat. Von dieser Generation gibt es ja noch eine ganze Menge Menschen.

    Meine Schwester ist mit 94 Jahren gestorben, sie war ebenfalls ununterbrochen berufstätig und hatte eine gute Rente. In ihrer Nachbarschaft lebten fast nur Frauen, die in ihrer Berufszeit "schwarz gearbeitet" haben und Frauen, die Steuern zahlten, für doof hielten. Sie bekommen alle ihre Rente aufgestockt.


    Hinzu kommen aus meinem Freundeskreis all jene, die z.B. in den 70ger Jahren auf dem 2. Bildungsweg sich selbst verwirklichen wollten. Ich kenne keine/n davon, der aus dieser Zeit finanziellen Erfolg hatte. Die Zeit damals haben sie genutzt - das ist kein Vorurteil, sondern krasse Wirklichkeit -, um sich sauwohl und den Normalverdienern, so wie ich es war, überlegen zu fühlen. Ich bekomme heute rund 1000 Euro mehr als sie.


    Das sind meine Erfahrungen.


    Das natürlich heute viele zu wenig verdienen, z.B. Alten- und Krankenpfleger u. dergl., halte ich für kriminell. Wie sollen diese Menschen zu einer lebenswerten Rente kommen? Da muss dringend etwas geschehen.


    In vielen Fällen jedoch halte das Ergebnis einer geringen Rente jedoch für selbstverschuldet.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • In vielen Fällen jedoch halte das Ergebnis einer geringen Rente jedoch für selbstverschuldet.


    Sicher. In vielen Fällen. Aber der Artikel spricht von


    Zitat

    Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - ein Anteil von 48 Prozent.



    Bei einem so hohen Anteil ist der Anteil der Personen, die ihre geringe Rente "selbstverschuldet" haben, eventuell doch nicht so groß.


    Und ja, natürlich. Statistik können manchmal verfälschen, manchmal zeigen sie aber auch einen Trend auf.


    Wenn die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen dürfte das Rentenniveau sogar noch weiter sinken und sich das Risiko "Altersarmut" weiter erhöhen.

    Liebe Grüße
    S.Y.


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    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

    Einmal editiert, zuletzt von Sherab ()

  • Zitat

    Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - ein Anteil von 48 Prozent.

    Aber kriegen die keine Ausgleichszulage, Wohnbeihilfe, Heizkostenzuschuss, Mobilpass, usw.? Der Begriff "Armut" dürfte schon einem Bedeutungswandel unterliegen.

  • Zitat

    Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - ein Anteil von 48 Prozent.

    Aber kriegen die keine Ausgleichszulage, Wohnbeihilfe, Heizkostenzuschuss, Mobilpass, usw.? Der Begriff "Armut" dürfte schon einem Bedeutungswandel unterliegen.

    Mukti das hängt ganz vom Wohnort und von dem tatsächlichen Einkomen abm unter 8 ist ja ein schwammiger Begriff. Maßgeblich ist obder Betrag unterhalb der Grundsicherung(gleich viel wie Hartz4) ist. Also knapp 400 Euro+Krankenversicherung+abgemessene Wohnung +Heizkostenpauschaleso wie sie den Regeln vom ALGII entspricht(die Höhe hängt enorm vom Wohnort ab). In bestimmten Regionen Deutschlands kann man auch 700 euro haben und dennoch mehr haben als Grundsicherung weil einfach für die Wohnungen nicht so viel gezahlt wird.


    Liebe Grüsse

    Tobias

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


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    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


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  • Zitat

    Rund 8,6 Millionen Rentner erhielten Ende 2016 demnach eine Rente von weniger als 800 Euro monatlich - ein Anteil von 48 Prozent.

    Aber kriegen die keine Ausgleichszulage, Wohnbeihilfe, Heizkostenzuschuss, Mobilpass, usw.? Der Begriff "Armut" dürfte schon einem Bedeutungswandel unterliegen.

    Da bin ich überfragt. Weiß das jemand? Ich habe den Artikel eher so verstanden, dass von den 800,- EUR die Steuern sogar noch abgezogen werden.


    Gute Frage: Wann ist man "arm" im "reichen" Deutschland/ Österreich?

    Liebe Grüße
    S.Y.


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    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Ein Beispiel gegoggelt:


    Ein Beispiel: Walter bekommt aktuell 20.000 Euro Rente im Jahr. Weil er 2005 in Rente gegangen ist, muss er 50 Prozent davon versteuern. Das sind 10.000 Euro. Walter und seine Ehefrau haben keine weiteren Einnahmen und liegen damit unter dem jährlichen Grundfreibetrag von 18.000 Euro für Ehepaare. Sie müssen keine Einkommensteuer zahlen.

    Wäre Walter unverheiratet, würde er mit 10.000 Euro zu versteuernder Jahresrente knapp über dem Grundfreibetrag von 9.000 Euro für Singles liegen. Für 1.000 Euro müsste Walter Einkommensteuer zahlen, also ungefähr zwischen einem und 7 Prozent. (Ein Hinweis zu unserem Beispiel: Rentenanpassungsbeiträge bleiben hier unberücksichtigt.)


    Liebe Grüße

    Monika

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Ich kenne jemanden der Grundsicherung im Alter bezieht. Das liegt auf dem ALG II Niveau so wie ich es vorgerechnet habe. Im Berlin ist er damit. Bei ca 700 euro nach Abzügen von Abgaben. Drunter sollte niemand fallen, dann hat er was falsch beantragt. Und auf die Grundsicherung fallen dann soweit ich weiss auch keine Steuern an. Auch gibt es die Möglichkeit wie bei ALG 2 noch etwas dazu zu verdienen. Hier lassen max.ca 150 euro Netto dazuverdienen soweit ich weiss(das betrifft grundsicherung im Alter)

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

  • Weil er 2005 in Rente gegangen ist, muss er 50 Prozent davon versteuern

    Das kann ich mir nicht vorstellen.

    Liebe Grüße
    S.Y.


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    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Soweit ich weiß ist eine Umstellung wahrscheinlich, in der im ersten Schritt eine Art Mindestrente eingeführt wird, die etwas über Grundsicherung liegt. Für alle, die mindestens 35 Jahre gearbeitet haben.


    Damit wäre eine große Hürde genommen - man müsste nicht extra beantragen (was sehr viele gar nicht tun!) und es wäre ein symbolisches bisschen mehr, als wenn man nicht gearbeitet hätte.


    Für die Zeit wenn ich in Rente gehe, wird sich das aber nochmal ändern, dann wird’s ggf noch enger.

  • Das kann ich mir nicht vorstellen.

    er versteuert 50 % der Rente mit einem bestimmten Steuersatz, der Rest ist steuerfrei wie früher, Übergangsregelung, oder Monika?

    Ach so, das klingt realistischer :)

    Liebe Grüße
    S.Y.


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  • Da bin ich überfragt. Weiß das jemand? Ich habe den Artikel eher so verstanden, dass von den 800,- EUR die Steuern sogar noch abgezogen werden.


    Gute Frage: Wann ist man "arm" im "reichen" Deutschland/ Österreich?


    Ich glaube man kann sehr bescheiden leben ohne sich arm zu fühlen. Gerade dann wenn das soziale Umfeld genauso wenig hat. Ganz anders sieht es aus, wenn man von Leuten umgeben ist, die mehr haben, und wo dann das mehr haben zu sozialen Norm geworden ist, und man sich deswegen dann schämen muss, weil man nicht mithalten kann. Wo Freundinnen erzählen, was sie kochen, und man selber traut sich nicht zu sagen, was man so isst. Oder wenn das Kind nicht zum Schulausflug mitkann, weill kein Geld da ist. Oder es nicht auf eine Party mittdarf, weil man sich kein Geschenk leisten kann. Es ist diese Atmosphäre von Schade und Scham und Ausgeschlossenheit die so das eigentlich Schreckliche ist. Deswegen würde ich sagen, dass man arm ist, wenn es nicht mehr für die soziale Teilhabe reicht.


    Bei der Sozialhilfe git es so ne Mentalität, dass die Leute zwar durchaus Leistungen bekommen, ihnen aber gleichzeitig ihr Status als defizitär hingerieben wird: Sie sollen ja motviert werden um sich anzustregen, um wieder mitspielen zu dürfen. Die Leute sollen sich arm fühlen, ihre Würde und Selbstachtung soll beschädigt sein, so dass sie sich anstrengen, wieder arbeiten zu dürfen und sich wieder in die Augen sehen zu können. Was aber so nicht aufgeht: Die einen werden unnötig entwürdigt und die anderen richten sich in ihre Würdelosigkeit ein.

    Ich habe mal gelesen, dass das Geld dass dem Staat druch Sozialbetrug veloren geht klein ist Vergleich zu den Leistungen , die Leuten zustehen würde, die sie aber nicht in Anspruch nehmen, weil sie das damit vebundene Gefühl der Entwürdigung scheuen.


    Wahrschienlich wäre es so, dass es billiger käme , weniger materielles zu geben, und die Leute in ihrer zu heben. Und sie sich einander mit ihrer Zeit und ihrer Zuwendung beschenken liese. Aber viele Menschen wären wohl auch nicht so fliessig, wenn es nicht auch immer die Drohung damit gäbe das Geldlosigkeit auch Ausgeschlossenheit und Lieblosgkeit bedeutet. Was ja in anderen Gesellschaften auch schon anders war.


    Ich kanne auch Leute die selbstgewählt so einem niedrigen Nivau leben und da gibt es ja auch einige hier im Forum. Wo das selbtgewählt ist, ist das manchmal auchs sehr anstregend aber wenn man verzichtet und entsagt statt zu scheitern, hat man viel mehr Würde. Ein wenig wie der Unterschied zwischen "Alleinsein" und "Einsamkeit".

  • Soziale Teilhabe ist für mich nicht wichtig. Ich mache ja mein eigenes Ding.

    Was Du beschreibst, sollte für Kinder aber selbstverständlich sein, z.B. der Schulausflug.

    Aber ein Geschenk kann auch selbstgemacht sein. Auch Kinder können Gutscheine verschenken, z.B. für einen Nachmittag am Computer was erklären, Stricken lernen. Gemeinsam Kuchen backen. Da gibt es sicher lustige Dinge. Hier fehlt es oft an Einfallsreichtum. Viele sind zu sehr im Denken vehaftet, dass "Schenken" bedeutet was zu kaufen. Vielleicht kommt das wieder mal in Mode.


    Ich würde mich nie schämen zu sagen, dass es Pellkartoffeln mit Quark gibt. Das ist doch tierisch lecker. Auch hier kommt es darauf an, wie man selbst dazu steht. Was nicht bedeutet, dass ich es gut finde, wenn Leute die letzte Woche im Monat nur noch Nudeln mit Öl essen, weil es für mehr nicht reicht. Das ist definitiv Armut.


    Armut ist für mich, wenn ich mir keine gute Medizin mehr leisten kann, weil die Kasse nur das nötigste bezahlt, z.B. Zahnersatz.

    Wenn man sich nichts für Notfälle zurücklegen kann. Wenn es nicht reicht, mal was zusätzlich zu kaufen. Keine gute Wäsche mehr kaufen zu können (ein BH der passt, den gibt es nicht am Wühltisch) oder Schuhe für meine Problemfüße. … Das ist so die Richtung, wo bei mir Armut anfängt.

    Solange es körperlich möglich ist, kann viel kompensiert werden. Z.B. Nähen und Umarbeiten, Flohmärkte besuchen, Kochen, Backen, Basteln, Unternehmungen, die nichts kosten. Sobald der Körper nicht mitmacht, wird es eng.


    Auf mich wartet die Altersarmut, wenn nicht ein Wunder geschieht. Ich finde das nicht lustig. Auch im Hinblick auf meine Gesundheit ist das nicht ermutigend. Wenn ich Glück habe, werde ich mir bis zuletzt etwas dazuverdienen können. Wenn nicht, dann hoffe ich auf ein frühes Ableben.
    :nosee::nospeak::nohear:

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • Armut ist für mich, wenn ich mir keine gute Medizin mehr leisten kann, weil die Kasse nur das nötigste bezahlt, z.B. Zahnersatz.

    Meine Zahnärztin behandelt manchmal Patienten kostenlos. Wir waren mal mit ihr privat essen, als sie plötzlich eine :rose: von einem Rosenverkäufer geschenkt bekam. Da gab sie zu, er hätte sich auf diese Weise für eine kostenlose Zahnarztbehandlung bedankt,.


    dann hoffe ich auf ein frühes Ableben.

    :eek:....dann hoffe ich für Dich, dass dieser Fall nie eintreten wird!

    Liebe Grüße
    S.Y.


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  • Vielen Dank für diesen schönen Beitrag, um die Diskussion auf eine Grundlage zu stellen.


    Wie schon mehrmals erwähnt, taugt diese Statistik gar nichts; am Ende ist ja das Familieneinkommen entscheidend, nicht (nur) das Einkommen pro Kopf. Sehr niedrige Renten bekommen Hartz4 als Aufstocker. Dass das persönlich nerven kann, verstehe ich, wenn man sein Leben lang gearbeitet und eingezahlt hat.

    Wenn ich mich recht erinnere, steht im Koalitionsvertrag, dass das Aufstocken für Rentner vereinfacht werden soll. Das fände ich sehr sinnvoll.


    Die teilweise Versteuerung der Renten ergibt sich daraus, dass die Rentenbeiträge weitgehend steuerfrei waren/sind. Insgesamt also ein gutes Geschäft (keine Steuern auf die Rentenbeiträge (bis zu einer Grenze) bei hohem Steuersatz; Versteuern der Rente bei niedrigem Einkommen = niedriger Steuersatz).


    Mich nerven diese Sprüche wie "Rentner müssen zur Tafel gehen, um nicht hungern zu müssen". Das ist einfach Unsinn.

    Andererseits sieht man IMHO an solchen Gruppen wie Rentnern, Kindern, Schwachen, wie gut eine Gesellschaft funktioniert. Da sollte man ruhig ein Auge drauf haben.


    Liebe Grüße, Aravind.


  • am Ende ist ja das Familieneinkommen entscheidend,


    nicht (nur) das Einkommen pro Kopf.

    Normalerweise ist es doch so, dass, wenn es denn Familie gibt, ein Ehepartner früher stirbt als der andere, Dann ist das Familieneinkommen des Überlebenden identisch mit dem Einkommen pro Kopf.

    Liebe Grüße
    S.Y.


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  • am Ende ist ja das Familieneinkommen entscheidend,


    nicht (nur) das Einkommen pro Kopf.

    Normalerweise ist es doch so, dass, wenn es denn Familie gibt, ein Ehepartner früher stirbt als der andere, Dann ist das Familieneinkommen des Überlebenden identisch mit dem Einkommen pro Kopf.

    Ich glaube nicht, dann bekommt man doch einen Anteil der Rente des Partners. Ich weiß aber nicht, ob das bei allen Rentenarten gilt. Jemand hier schon so weit? :wink:


    AR.

  • Normalerweise ist es doch so, dass, wenn es denn Familie gibt, ein Ehepartner früher stirbt als der andere, Dann ist das Familieneinkommen des Überlebenden identisch mit dem Einkommen pro Kopf.

    Ich glaube nicht, dann bekommt man doch einen Anteil der Rente des Partners. Ich weiß aber nicht, ob das bei allen Rentenarten gilt. Jemand hier schon so weit? :wink:


    AR.

    Dann bekommt man Witwen- bzw. Witwerrente. Die vorläufige Witwen- bzw. Witwerrente. steht auch immer in den Bescheinigungen der BFA drauf und die ist normalerweise sehr niedrig. Wenn man zu zweit ist, würde ich auch nicht von Altersarmut sprechen. Kritisch wird es, wenn man alleine lebt und zur materiellen Armut auch noch die soziale Armut (durch Vereinsamung) dazu kommt.

    Liebe Grüße
    S.Y.


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  • Kleiner Seitenblick nach Österreich: Da ist die Rente auch nicht höher. Allerdings wird - zB bei Mindestsicherung, was in Deutschland ja anders geregelt ist und Hartz4 heißt, in Österreich die Miete nicht vom Staat übernommen.

    D.h. Langzeitarbeitslose oder Menschen mit Minirente bekommen auch so was in der Größenordnung wie in Deutschland, müssen davon aber auch die Wohnung zahlen.

    Als ich noch Single war, kostete eine 42m2 Wohnung in meiner Stadt ca. 400 Euro Miete - in einer "schlechten" Gegend.


    Auch wenn in Österreich und Deutschland so schnell niemand verhungert, Verzweiflung und Not gibt es auch hier ausreichend. Oft wird polemisch gesagt: "Die sitzen vorm Fernseher, denen geht's eh gut" - und es wird ignoriert, dass ich für einen Fernseher 200 Euro zahle und den auch 10 Jahre haben kann. Eine Mietzahlung kostet schnell 500 Euro oder mehr - und wird jeden Monat fällig. Keine Ahnung, wie das Alleinerzieherinnen machen. Ich und meine Familie rutschen, seit wird 2 Kinder haben, Schritt für Schritt Richtung "Unterschicht". Dabei verdiene ich netto 2000, was ja so schlecht nicht ist.

  • Bei der Rente klafft die Schere eben auch immer weiter auseinander... Aber wie ja schon gesagt wurde, viele Frauen werden unter dem 800 Euro Satz liegen, da bei der älteren Generation oft nur der Ehemann verdient hat....aber über die Rente der Ehemänner sind sie ja dann auch mitversorgt. Auch besitzen viele Rentner Wohneigentum usw. . Ich glaube insgesamt geht es den Rentnern heute (noch) recht gut. Noch vor einigen Jahren sind bei uns noch einige mit einer Rente in den Ruhestand gegangen, die höher ausfiel, als ihr letztes Einkommen...durch betriebliche Altersvorsorge usw... Außerdem waren sie noch weit unter 60. Da werden es die späteren Generationen wahrscheinlich insgesamt deutlich schwerer haben...aber wer weiß schon was mal sein wird...

  • Verstehe ich Deinen Beitrag so, Lucy, dass Rentner ihre Rente weder durch Sozialhilfe noch durch Hartz IV aufstocken könnten?


    Mich täte mal interessieren, wie ihr Euch das so im Alter vorstellt. Vor allem soziale Kontakte, wenn der Ehepartner eventuell verstorben ist und ihr lebt allen. Meine Schwiegermutter ist fast 90 Jahre alt und lebt seit über 10 Jahren allein. Die hat ihre Schwester und ihre Nachbarin (jeden Sonntag längere Spaziergänge mit ihr zusammen) und ein paar Freunde vor Ort und schafft es, irgendwie zurecht zu kommen.

    Liebe Grüße
    S.Y.


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