Buddhistische Literatur als Buchspenden für Gefangene gesucht


44 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Elke.

  • Ich habe heute die neue "Buddhismus aktuell" 4/2018 erhalten. In den Kleinanzeigen (S.94) steht, daß die DBU gut erhaltene buddhistische Bücher als Buchspenden für Gefangene sucht, da Gefangene nur schwer Zugang zur buddhistischer Literatur haben. Es geht vor allem um buddhistische Einführungsliteratur und/oder allgemein Verständliches über den Buddhismus, also keine hochspezialisierte Fachliteratur hinschicken.


    Diese Buchspenden können (ausreichend frankiert) an die DBU-Geschäftsstelle, Amalienstr.71, 80799 München geschickt werden. Sie leiten das dann an die Gefängnisbibliotheken weiter.


    Ich selber habe gute Erfahrungen damit gemacht, Buchspenden direkt an den Pforten der Gefängnisse abzugeben, die waren immer sehr willkommen, vor allem Romane, Krimis und Bücher zum Deutschlernen für Erwachsene. Irgendwie bin ich gar nicht auf die Idee gekommen, auch religiöse Bücher dort abzugeben.


    Eigentlich ist es ganz gut, die Buchspenden zuerst zur DBU zu schicken, denn wenn die DBU die Buchspenden erstmal sammelt, kann sie sie natürlich besser sortieren, damit nicht eine Bücherei 10x das gleiche Buch bekommt, die andere aber leer ausgeht.


    Ich finde das eine großartige Idee und wollte das nur mal hier weitergeben.

    Habt ihr nicht auch mehr Bücher als Regale und wisst langsam nicht mehr, wohin damit? :)

  • Die Bibliothek in unserem tibetischen Zentrum hat begrenzte räumliche Kapazitäten und daher manchmal ganze Schübe von Büchern übrig. Ich leite diese Info/Idee mal an sie weiter.

    „Atmen statt Denken." (Filmzitat aus „Mängelexemplar")

  • Ein Buch zum Thema:


    Was würdest du tun, wenn jemand deine Hilfe braucht, du dich aber selbst in Gefahr bringst? Wenn dich ein Messer bedroht, ein Verrückter Amok läuft, dich dein Mitbewohner betrügt oder du den Umständen hilflos ausgeliefert bist?Calvin Malone, einst ein gewalttätiger, zorniger junger Mann, muss Entscheidungen wie diese treffen. Jeden Tag. Denn Calvin sitzt im Knast. Seit 20 Jahren. Und Calvin ist Buddhist! Seine Geschichte, knallhart, ehrlich und inspirierend, zeugt von einem Mut und einer Kraft, die Grenzen sprengt und hoffnungsvolle Perspektiven eröffnet. Wer Würde, Mitgefühl und Wahrhaftigkeit lebt, wird zum Freigänger – selbst im Gefängnis. Es lohnt sich – dieses Buch! Unter allen Umständen!



    Freigang: Warum es sich lohnt, unter allen Umständen Buddhist zu sein: Amazon.de: Calvin Malone, Rainer Scholz: Bücher

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Danke für den Tipp😊

    Fahre nämlich morgen in Urlaub und lade mir das auf Kindle runter als Urlaubslektüre.

    🙏

    Das ist wirklich ein guter Buchtipp von Sherry. Ich hab es mir gestern runtergeladen und es ist ein Buch, das ich in einem Rutsch durchlesen könnte, wenn ich die Zeit hätte.

    Für mich ist es grad das richtige Buch zur richtigen Zeit, sehr motivierend und inspirierend nach einer Phase der Laschheit und Zweifel.


    Dir einen schönen Urlaub! *wink* :):sunny:

  • Und Calvin ist Buddhist! Seine Geschichte, knallhart, ehrlich und inspirierend, zeugt von einem Mut und einer Kraft, die Grenzen sprengt und hoffnungsvolle Perspektiven eröffnet

    Eigentlich wäre genau dieses Buch schon fast perfekt für eine Gefangenenbibliothek.

    Ich lese es jetzt erstmal selbst :grinsen: und gebe es dann wahrscheinlich weiter.

  • Ich habe das Buch jetzt fast durchgelesen.

    Ich glaube, es gibt kein besseres Beispiel als dieses Buch, warum Gefangene gute Bücher brauchen. Und da die ja hier gesucht werden, möchte ich euch das Buch kurz vorstellen:


    Es ist ein Buch darüber, wie der Author unter schwierigsten Bedingungen versucht, immer mehr ein buddhistisches Leben zu führen. Man lernt durch ihn, dass "Vor-sich-hin-zu-meditieren" einfach nicht genug ist, es geht auch um konkretes Verhalten im Alltag.


    Er versucht mit viel Mut, Kraft, Erfindungsreichtum und sich dort angeeignetem Rechtswissen, im Gefängnisalltag nach und nach Verbesserungen zu erwirken. Dabei bekommt man einen detailierten Blick auf das Leben dort. Er beleuchtet sehr gut die psychische Struktur der einsitzenden Täter und auch, wie viel Kraft jeder braucht, um nicht im wesentlich schlechteren Zustand herauszukommen als er hineingekommen ist.


    Kleines Beispiel:

    In Amerika muss man als Täter alle Ausgaben der Gerichte und Opfer zahlen. Das ist auch hier so, aber wir haben hier eine Pfändungsgrenze. Das Mindestmaß an Geld für einfaches Essen und Wohnung kann hier nicht weggenommen werden. Diese Pfändungsgrenze gibt es in Amerika nicht, hinzu kommt, daß die Schulden mit hohen Zinsen berechnet werden, also auch noch im Gefängnis immer höher werden. Wenn jetzt jemand nach 10-20 Jahren herauskommt, hat er einen riesigen Schuldenberg zu begleichen und wer den nicht durch einen hochbezahlten Job schnell genug abbezahlen kann (fast kein Insasse hatte vorher eine gute Ausbildung), muß wegen der mangelnden Begleichung der Schulden wieder zurück ins Gefängnis. Und das läuft dann so den Rest des Lebens. Warum sollte man also versuchen, im Gefängnis ein besserer Mensch zu werden? Man hat doch eh keine Chance.


    Was macht der Author mit dieser Situation? Er setzt sich für die Mitgefangenen ein und schreibt 20-30 (!) Kanzleien persönlich an, schildert die Situation und fragt sie, ob jemand einen Mitgefangenen, der vor der Entlassung steht, _umsonst_ vertritt. Und tatsächlich gibt es dann einen von zwanzig, der das auch zusagt. Auf diese Weise sammelt er auch buddhistische Bücher, um eine Bibliothek aufzubauen und er findet sogar einen buddhistische Lehrer, der einmal wöchentlich ins Gefängnis kommt. Und er baut sogar eine Sangha auf, alles unter unsäglich schlechten Bedingungen, aber er schafft es, Schrittchen für Schrittchen.


    Danke, Sherab Yönten, für diesen tollen Tip!

    Es lohnt sich wirklich für jeden, dieses Buch zu lesen!

  • Danke, Sherab Yönten, für diesen tollen Tip!

    Es lohnt sich wirklich für jeden, dieses Buch zu lesen!

    Da kann ich nur noch mal zustimmen! :like:

  • Calvin Malone, einst ein gewalttätiger, zorniger junger Mann, muss Entscheidungen wie diese treffen. Jeden Tag.

    Calvin Elmer Malone hat Kinder gefickt. Nicht nur eins, nicht nur einmal. Das waren seine Entscheidungen für die nicht nur er die Konsequenzen tragen musste. Er ist kein Heiliger. Wurde im Buch erwähnt warum er im Gefängnis ist oder hörte da die Wahrheit auf, "knallhart, ehrlich und inspirierend" zu sein? Schon viele haben im Knast zu Jesus - und jetzt halt auch Buddha - gefunden, um sich so "Freigang" zu erschleichen.

    Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!

  • Calvin Elmer Malone hat Kinder gefickt. Nicht nur eins, nicht nur einmal. Das waren seine Entscheidungen für die nicht nur er die Konsequenzen tragen musste. Er ist kein Heiliger. Wurde im Buch erwähnt warum er im Gefängnis ist oder hörte da die Wahrheit auf, "knallhart, ehrlich und inspirierend" zu sein? Schon viele haben im Knast zu Jesus - und jetzt halt auch Buddha - gefunden, um sich so "Freigang" zu erschleichen.

    Deine Reaktion ist interessant. Ich lese das Buch auch gerade und mir viel auch auf, dass er nicht schreibt, warum er im Knast sitzt. Also habe ich ihn gegoogelt und das selbe wie du herausgefunden. Ähnlich wie du schreibst kam auch mir der Gedanke, dass er sich als geläutert darstellen will und ich habe auch gemerkt, dass mir das alles sauer aufstößt. Dann habe ich mich gefragt, ob ich anders denken würde, wenn er beispielsweise wegen Raub und Mord sitzen würde. Und weißt du was, ja würde ich. Gerade das mit den Kindern (er sitzt wegen schwerem Missbrauch von Pfadfinderjungen, die ihm anvertraut waren) ist etwas, was ich schwer verzeihen kann. Nun ist aber die Frage, ob er sich nicht vielleicht wirklich geändert hat. Ich kann das nicht wissen, aber wenn die Dinge so stimmen, wie sie im Buch stehen, dann hat er doch einige Dinge gut gemacht. Vor allem für andere. Ich lese das Buch auf jeden Fall zu Ende, aber mit dem Thema habe ich zu kämpfen. :?

  • Ich hatte mich auch gefragt, für welches Verbrechen er 20 Jahre bekam und dachte an Mord oder eine sonstige Straftat mit Todesfolge. Irgendwo habe ich aufgeschnappt, dass es um schwere Körperverletzung ging, weiß aber nicht mehr, wo.Kindesmissbrauch ist genauso eine üble Sache, aber kann nicht auch ein solcher Mensch geläutert werden?(Nebenbei gesagt verstehe ich nicht ganz, warum man die Tötung eines Menschen entschuldbarer bzw. als das erträglichere Vergehen ansehen kann, wie weiter oben durchklingt) Ich finde, das schmälert nicht den Geist des Buches, falls das stimmt. Malone beklagt sich auch kein einziges Mal über die ihm zugedachte Strafe - es klingt schon durch, dass er genau weiß, dass er diese Haftstrafe sich verdient bzw. eingebrockt hat. Im Gefängnis ist er zum Buddhismus gestoßen und hat sich offenbar komplett gewandelt und viel Gutes bewirkt. Warum sollte das jetzt nichts mehr zählen? Von einem Heiligen ist auch keine Rede, aber selbst wenn: Könnte nicht auch ein solcher Mensch zum Heiligen werden? Wozu sonst sollten Religionen und Geistesschulungen taugen, als zu einer grundlegenden Wandlung und Läuterung?

  • Ja, die selben Dinge gehen mir durch den Kopf beim Lesen. Interessant dabei ist wirklich meine Sicht. Hätte er eine Bank überfallen und dabei jemanden umgebracht hätte ich das komischerweise nicht so schlimm gefunden, wie die Tatsache, dass er Jungen missbraucht hat. Diese Sicht und Wertung ist aber ganz und gar meine. Ich schau mir das gerade die ganze Zeit an beim Lesen und merke wie schwer ich über meine Vorurteile hinausgehen kann, obwohl ich weiß, dass ich da ungerecht bin. :nosee:

  • Haben wir das Recht, jemanden, der furchtbare Dinge gemacht hat, für den Rest des Lebens keine Chance mehr zu geben? Wem hilft das weiter außer dem Festhalten am eigenen Verurteilen können?


    Im Übrigen ist es nach meinem Wissen so, daß fast alle, die Menschen schwer misshandeln, als Kinder selbst misshandelt worden sind und dadurch jede Wertschätzung für das eigene und für andere Leben verloren haben. Nur auf diesem Hintergrund ist es möglich, anderen so etwas anzutun. Das ist für mich eine Erklärung, keine Entschuldigung! Die Schuld kann der Täter nur selber abbauen, indem er zuerst sich selbst wieder aufbaut und dann auch anderen intensiv hilft.


    Wenn wir diesen Tätern keine Hilfe anbieten, passiert das Gleiche wieder und wieder. Im übrigen haben viele Buddhisten mit ihm zusammengearbeitet und die sind nicht alle so naiv sich nicht anzuschauen, auf welchem Weg er ist. Ich bin sicher, daß regelmäßiges intensives Meditieren einen sehr oft mit der eigenen Schuld konfrontiert und man dann gezwungen ist, sich damit auseinanderzusetzen.


    Für mich ist es bewundernswert, welchen Weg er gegangen ist und ich habe von ihm viel gelernt, vor allem, was es bedeutet, im Alltag einen buddhistischen Weg zu gehen.

  • Bodhicita im Sinne des Mahayana bedeutet Mitgefühl zu haben für alle Wesen, sowohl für Opfer als auch für Täter.

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Im übrigen haben viele Buddhisten mit ihm zusammengearbeitet und die sind nicht alle so naiv sich nicht anzuschauen, auf welchem Weg er ist.


    Dies finde ich für Ende 2018 schon fast fahrlässig naiv. Zen-Meister Genpo D. aus Dinkelscherben war hoch anerkannt unter Buddhisten, dann kam heraus, dass er Kinder missbraucht hat. Shoko Asahara wurde vom Dalai Lama protegiert, dann hat er einen Giftgasanschlag auf die Tokioter Ubahn verübt. Bei Rigpa und Shambala war Missbrauch sogar öffentlich und wurde dennoch nicht erkannt. Man kann in die Leute einfach nicht reinschauen. Ich sage gar nicht, dass dies, was er beschreibt - "im Alltag einen buddhistischen Weg zu gehen" - nicht "echt" sein kann. Aber hinterfragen tue ich es, weil ich es einfach nicht wissen kann. Schön reden kann jeder, so hat er wohl auch die Kinder ins Bett gekriegt und dann still gehalten. Durch das Verschleiern seiner orgin story beginnt er bei mir seine Reise halt mit dem falschen Fuß.


    Es gibt den Spruch: I dont know it for a fact, I just know it's true. Ich denke, um Kinder zu missbrauchen muss man an einen ganz dunklen Ort in seiner Seele gehen. Und wenn man es wieder und wieder und wieder macht, dann scheint es einem dort auch zu gefallen. Diese Dunkelheit färbt ab auf einen und definiert einen. Und diese Befleckung (kilesa) kann auch in diesem Leben nicht mehr reingewaschen werden, sondern muss im nächsten Leben durch das Höllenfeuer rausgebrannt (atapi, jhapeti/jhana) werden.


    Gut, falls er jetzt anfängt, helles kamma aufzubauen.

    Ich bin nicht gekommen, um Frieden zu bringen, sondern das Schwert!

  • Ich bin da zwiegespalten. Ich bin froh, dass ich das Buch bis zur letzten Zeile unvoreingenommen lesen konnte. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Malone und alle, die daran mitgewirkt haben, das Buch herauszugeben, damit gerechnet haben, dass schon nichts über Malones Vergangenheit rauskommen würde. Ich habe mir natürlich während des Lesens auch Gedanken darüber gemacht, warum nicht darin erwähnt wurde, aufgrund welches Vergehen er zu dieser langjährigen Haftstrafe verurteilt wurde. Und ich dachte mir, dass man ihn dann wohl sofort auf diesen Menschen reduzieren würde, der er war, als er sich schuldig machte und großes Leid verursachte.


    Kinderschänder sind in der Gefängnishierarchie eigentlich an allerletzter Stelle, er aber ist im Knast zum Hoffnungsträger geworden. Das kann nicht von ungefähr kommen. In einer der Geschichten geht es z. B. um einen kambodschanischen Flüchtlingsjungen, der als 13jähriger im Knast landet und dann über Monate sein Zellengenosse wird und dem er Lesen und Schreiben beibingt Mit welchem Gefühl würde man die Geschichte lesen, wenn man von Malones Vergangenheit weiß? Würde man ihm nicht ganz andere Motive unterstellen? In einer anderen Geschichte geht es um einen psychisch kranken und hübschen jungen Mann, der Zielscheibe sexueller und sonstiger Gewalt im Knast wird und der alles dran setzt, in Malones Zelle zu kommen, weil er sich nur bei ihm sicher fühlt und es dort dann auch ist.


    Mich lässt Malones Vergangenheit auch nicht unberührt. Es scheint mir ein gutes Lehrstück zu sein, inwieweit ich Menschen auf ihre Vergangenheit reduziere, auf eine bstimmte Rolle oder ein bestimmtes Bild festlege. Und das bei all der Auseinandersetzung mit einer Geistesschulung, die sich die Nicht-Identifikation auf die Fahnen geschrieben hat.


  • Mir geht es genau wie Dir, Elke.


    Letztendlich geht es für mich darum, wie ich selbst damit umgehe, was ich fühle und warum usw.


    Ich hatte vor einigen Jahren einen über 90 jährigen Patienten Zuhause zu versorgen. Er war bettlägerig und ich mochte ihn.

    Nach ein paar Wochen erfuhr ich von meinen damaligen Chef, dass er ein gesuchter Naziverbrecher war.

    Er wurde auch ausfindig gemacht, aber aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes wurde das dann nicht weiter verfolgt (er lebte dann auch nur noch ein paar Wochen).

    Für mich war er natürlich weiterhin ein Patient, den ich anständig zu versorgen habe.

    Ich mochte ihn trotzdem, und dafür habe ich mich fast geschämt.

    Mit dem Hintergrund, von dem ich nun wusste, habe ich nach irgendwelchen Zeichen bei ihm gesucht.

    Ich habe gespürt, dass er Angst vor dem Sterben hat (kein Wunder).

    Er hat mich manchmal angesehen, als spüre er, dass ich es weiss.

    Ich kann es nicht genau erklären.

    Ich hatte das Gefühl, dass er dankbar war, dass ich ihn mochte.

    Er tat mir leid.

    Ich habe noch nie mit jemanden darüber gesprochen. Ich weiss nicht, wie meine Kollegen damit umgegangen sind.


    Trotzdem kann ich es verstehen, wenn man Wut und Ablehnung empfindet.

    Wenn sich jemand zum Täter macht und keinerlei Einsicht zeigt.

  • Danke für diesen Beitrag, Lilli! :rose:

  • Bei einem Praktikum auf der Inneren hatte ich auch mal einen 90 jährigen dementen Nazi zu betreuen (Ihm essen und trinken geben u.s.w.). Mir wurde berichtet, dass er sich nicht mehr an seine Kinder erinnern konnte wohl aber an alte Nazi Lieder, die er nachts regelmäßig zum Besten gab. Innerlich war er immer noch Nazi, denn er war gegenüber ausländischen Pflegekräften sehr aggressiv. Dumm nur, das es auf dieser Station sehr viele ausländische Pfleger gab. Seine Aggressivität führte dazu, dass er bei einer Spritze fixiert werden musste.


    Ich habe versucht Metta für ihn zu praktizieren. Zugegeben, es fiel mehr schwer meine Achtsamkeit aufrecht zu erhalten.

    Liebe Grüße
    S.Y.


    Rufe - soviel Du nur kannst- Liebe, Respekt und Vertrauen hervor !


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Ich lese das Buch auf jeden Fall zu Ende, aber mit dem Thema habe ich zu kämpfen. :?

    Weil das einfach gar nicht geht. Sich als der "Gute" darstellen ohne zu erwähnen was er für üble Straftaten auf dem Kerbholz hat. Auch wenn ich Zeit hätte und Geld mir das Buch zu kaufen würde ich es nicht lesen. :sick:

    Milarepa ist nach den Straftaten nicht dadurch aufgefallen, dass er sich als guter Buddhist öffentlich darstellte.

  • Weil das einfach gar nicht geht. Sich als der "Gute" darstellen ohne zu erwähnen was er für üble Straftaten auf dem Kerbholz hat. Auch wenn ich Zeit hätte und Geld mir das Buch zu kaufen würde ich es nicht lesen. :sick:

    Milarepa ist nach den Straftaten nicht dadurch aufgefallen, dass er sich als guter Buddhist öffentlich darstellte.

    Ehrlich gesagt stellt er sich nicht als den Guten dar. Er schreibt wie er durch die Praxis bewusster wird, aber Überheblichkeit kann man ihm finde ich nicht vorwerfen.

    Egal was er getan hat, er hat zumindest Anteil daran, dass Strafgefangene Zugang zu buddhistischem Wissen haben, was ich ihm durchaus anrechne.

    Der Gedanke den ich im Moment im Kopf habe ist der, dass ich einfach nicht erkennen kann, ob und inwieweit ihm Leid tut, was er getan hat. Ich bin nach wie vor skeptisch.


    Meine Großeltern waren Nazis, dass waren keine fremden, sondern Menschen, die ich geliebt habe. Sie waren halt nicht nur Nazis, sondern einfach Menschen, die dunkle und helle Seiten hatten. Ich verurteile, dass sie Nazis waren, aber ich bin dankbar, dass sie mir gute Großeltern waren.