Das sich spüren wollen ......

58 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Doris.

  • Ich weiß nicht recht ob hier auch Menschen sind die mit der Diät "positives Denken" Schiffbruch erlitten haben. doch damit hab ich auch schlimme Erfahrungen mit mir machen müssen um zu erkennen das nicht das Denken hilft wenn es sich was einreden will. Nach dem Autogenen Training kam für mich Feldenkrais und danach Hatha Yoga. Da wurde mir geholfen mich zu spüren und da braucht ich nur Denken beim genauen lesen der Bewegungsanleitungen. Hätte ich sie nur gehört oder wäre ich damals nur dem gesehenen und gehörtem gefolgt hätte es bei mir nie so eine durchgreifende Wirkung gehabt. Yoga hat mich vom spirituellem befreit, das dann in Nur sitzen geführt hat. Heute ist das ja schon so bescheuert das es Poweryoga mit spiritueller Ausrichtung gibt, hab ich ein Glück gehabt. Es gibt kein mich spüren das jemals tiefer und gründlicher war als Nur sitzen!

    liebe Grüße. Helmut

    Ich bin einsam doch nicht allein.
    Ich bin allein doch nicht einsam.

    Weder einsam noch allein ist der mittlere Weg.

  • Imho kann man dem threaderöffner nicht mit psychologischen Tips helfen. Denn das er hier schreibt, zeigt, das er interessiert an der Lehre ist.

    So wie die Meisten zur Lehre finden durch das Erkennen von Leid in ihrem Leben.

    Der wichtige Punkt ist zu verstehen, was "Ich möchte mich spüren" bedeutet.


    1. "Sich spüren wollen" kann ja wirklich sehr viel mit Anhaftung zu tun haben. Es ist ja auch bei der Meditation manchmal so, dass man in ein Loch fällt - was Angst auslöst, und das tiefe Bedürfnis sich als selbstwirksam wahrzunehmen. Das ganze "Anhaften an einem selbst" hat je damit zu tun, sich als ein "handelndes Etwas" zu fühlen.
    2. Auf der anderen Seite ist viel von dem was man tut, wenn sich von ich-Illusionen befreit, dass man mit dem auf dessen Grundlage sie aufgebaut werden, immer mehr in Kontakt kommt. Wenn ich länger meditiere, dann bin ich immer weniger im Kopf mit seinen kreisenden Gedaken sondern ich ruhe immer mehr im Köper. Also bei der Realität auf deren Basis alle die Gedankenkostrukt und Identitäten gebastelt werden.


    Ich schätze, bei "Sich spüren wollen" ist eine Mischung aus beidem gemeint. Vilelicht musss man von da aus in eine Richtung, wo klar wird, dass "sich spüren" eben nicht ein "sich als selbstwirksam spüren" bedeuten muss, sondern halt eben gerade das ganze Dukkha mit einschliesst: "Sich verloren spührt", "Sich einsam spühren" so sich dem ganzen Leid stellen, das in einem ist.

  • Ah, jetzt verstehe ich die Verwirrung. Aus "mich spüren" im Anfängerbereich ein "ich möchte mein Ich spüren" zu machen. halte ich für etwas gewagt.

    Umgangssprachlich geht es doch bei diesem Satz nicht um das Selbst, sondern um Empfindungen und Gefühle.


    Und nur auf die umgangssprachliche Interpretation bezogen sich meine Posts.


    Was der OP gemeint hat, kann natürlich nur er erläutern.


    Liebe Grüße, Aravind.

  • Was der OP gemeint hat, kann natürlich nur er erläutern.

    okay ich versuch es nochmal . Also ich glaub schon das es um das Spüren auch des ichs oder selbst geht. Es läuft immer daraus hinaus man macht etwas spürt sich aber nicht wirklich bei der Tätigkeit man könnte es auch vielleicht ein entfremden nennen, zur jeweiligen aktion. Zurückbleibt ein unbefriedigend sein mit sich selbst....

  • PS: als "allgemeine Kritik" würde ich sagen, das hier in Buddhaland zu wenig die Dhamma - Sprache benutzt wird und zu viel die allgemeine Sprache. Dies erzeugt sehr oft Unsicherheiten und erzeugt falsche Vorstellungen von der Lehre.

    Ich kann Deine Bedenken verstehe.


    Nur, ich kann das nicht. Ich bin keine Dharma-Lehrerin und habe auch nicht die nötige Schulung in den Begriffen. Ich will mich damit nicht abgeben, meine Zeit ist zu knapp.

    Mein Studium ist ein rein praktisches. Wenn ich mal Texte lese, dann dienen diese eher zur Anregung und Überprüfung. Sie sind aber nicht die Grundlage für meine Untersuchungen, die bin ich selbst und was ich da entdecke. Das kommt wohl aus meiner persönlichen Neigung heraus und ist das Resultat meiner Chan-Schulung. Dazu kommt, dass ich während meiner Studienzeit eine strenge wissenschaftliche Vorgehensweise erlernt habe, die es mir geradezu unmöglich macht, mich mit" fremden Federn" zu schmücken. In diesem Fall bedeutet das, Dinge als Mein auszugeben, die ich mir angelesen habe und Fachtermini zu verwenden. Wenn ich mich auf was Gelesenes oder Gelesenes beziehe, dann schreibe ich das immer dazu. Also schreibe ich immer nur das, was ich auch wirklich beobachtet habe, auf die Gefahr hin, dass es nicht zu den Lehren des Buddha passt. Aber das ist alles, was ich ehrlicherweise bieten kann. Mir ist es auch wichtig, dies in meinen Worten zu erklären und es anhand praktischer Beispiele zu veranschaulichen.

    Ich muss ehrlich sagen, ich habe noch nie aus einem Text was gelernt. Da hat es noch keinen Aha-Effekt gegeben. Den erlebe ich nur während der Beobachtung. Dann erst wird mir ein Text klar, den ich vielleicht mal gelesen habe. Oder ich stosse dann auf einen Text und verstehe ihn – soweit ich das Thema durchdringen konnte, das ist ja permanenter Prozess, und ein Jahr später kommt es mir vor, als ob ich ihn gerade jetzt erst richtig verstehe usw..


    Ich meine auch, die Fachsprache ist nicht die Ursache für die Erleuchtung des Buddha und seine Lehre.

    Die Fachsprache ist geschaffen worden, um seine Ergebnisse in ein einheitliches Kompendium zu gießen. Sie ist die Verwissenschaftlichung einer persönlichen Lebenserfahrung, um sie möglichst erdbebensicher für die Nachwelt zu erhalten. Mit diesen Termini zu jonglieren, kommt mir bisweilen ein wenig distanziert, unsozial vor, im Sinne davon, dass die Unverständlichkeit in Kauf genommen wird. Die Augenhöhe geht da leicht verloren.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.

  • das ist gerade die Frage klar kann man mit Willenskraft da rauskommen oder hält man es einfach aus..

    Nein, nicht mit Willenskraft. Hält man es einfach aus? Als ich das als Problem erkennt habe, Ja. Es geht aber um das genaue beobachten, wenn ich das tue ändert sich das Gefühl und das bewirkt das es unwichtig wird ob da ein Ich sich fühlen muss. Das Ich einschließlich des Ego wird das Gefühl des sich fühlen. Da gibt es kein sich nicht mehr fühlen, außer ich erkenn nicht mehr das das Ego sich fühlen WILL. Dann muss ich erstmal wieder aushalten und wieder ich-Körper und Körper-ich erkennen, Ego vermindern. Das das Ego je verschwindet liegt nicht mehr in Meinen Zielen.

    liebe Grüße. Helmut

    Ich bin einsam doch nicht allein.
    Ich bin allein doch nicht einsam.

    Weder einsam noch allein ist der mittlere Weg.

  • Was der OP gemeint hat, kann natürlich nur er erläutern.

    okay ich versuch es nochmal . Also ich glaub schon das es um das Spüren auch des ichs oder selbst geht. Es läuft immer daraus hinaus man macht etwas spürt sich aber nicht wirklich bei der Tätigkeit man könnte es auch vielleicht ein entfremden nennen, zur jeweiligen aktion. Zurückbleibt ein unbefriedigend sein mit sich selbst....

    Das liest sich für mich wie Woanderssein.

    Das hat aber noch einen anderen Aspekt: Wenn ich was voll fokusiert mache, dann spüre ich mich wirklich nicht. Mein Fokus ist auf der Tätigkeit. Mich zu spüren, geht erst, wenn ich zurückschalte. Ich beobachte bei mir, dass ich dauernd solche Feedbackschleifen habe. Da sind ein paar Momente Fokus auf das Tun, dann ein kurzer Switch auf mein Erleben, dann wieder zurück aufs Tun … Irgendwie geht beides gleichzeitig nicht.


    In dissoziativen, also abgestumpften Zuständen, die von Unmut bis hin zur Lebenskrise reichen können, stosse ich bei diesem Switch auf eine Mauer des undefinierbaren Unbehagens: Da ist irgendwas schief, aber das bleibt diffus und entzieht sich und lässt sich nicht weiterverfolgen und klären.
    Wenn ich in einem klaren Zustand bin, dann ist auch das Gefühl klar und deutlich. Das kann dann angenehm sein oder auch nicht. Ich weiß, womit ich es zu tun habe.
    Energetisch gesehen ist der dissoziative Zustand energieraubend, das verstärkt wohl das Dumpfe, die Erschöpfung.

    Der klare Zustand ist immer energetisch derjenige, der weniger Aufwand erfordert, auch wenn er unangenehm ist.
    So ist das jedenfalls bei mir.

    Der Sinn des Lebens besteht darin, Rudolph, dem Schwurkel, den Schnabel zu kraulen.