Die Gier nach Nikotin

37 Antworten. Letzter Beitrag () ist von mkha'.

  • Ich habe mal eine Reportage im Fernsehen gesehen über Entwöhnung vom Rauchen. Es ging um einen Medizin-Professor an der Uni in Frankfurt, der berichtete wie vorgegangen ist. Bei starken Rauchern geht es nicht ohne ein Ersatzstoff für eine Übergangszeit. Die körperlichen Entzugserscheinungen sind sonst einfach so groß, dass es kaum zu schaffen ist. Die "Patienten" bekommen ein speziell zusammengemischten Stoff, so dass die Entzugserscheinungen vom Körper im Rahmen bleiben. Hängt natürlich davon ab wie stark man geraucht hat. Wenn man ein mäßig starker Raucher war, geht es u.U. auch mit Willenskraft.

    Die Dinge entstehen, existieren und vergehen. Das ist normal. Ajaan Tippakorn

  • Anandasa Das mit den schweren körperlichen (!) Entzugserscheinungen ist meiner Erfahrung nach Unfug, die gibt es bei Nikotinsucht schlichtweg nicht. Mit dem Rauchen aufzuhören ist nur so lange schwer wie man daran glaubt, einen Nutzen oder einen echten Genuss daraus zu ziehen - Willenskraft ist dabei bestimmt hilfreich, spielt aber eine eher untergeordnete Rolle. (Bei anderen Drogen sieht die Sache natürlich etwas anders aus, da sind die körperlichen Entzugserscheinugen unter Umständen sehr gefährlich und müssen medizinisch behandelt werden.)

  • Auch ich sehe keine starken Entzugserscheinungen, ich kannte genug starke Raucher, die relativ problemlos aufhören konnten. Auch die Behauptung, man würde danach an Gewicht zunehmen, ist nicht wahr. Tatsache ist, dass viele nach dem Verzicht auf Zigaretten unbewusst auf der Suche nach einer "oralen Beschäftigung" sind, d.h. sie ersetzen Rauchen durch Naschen. Der Stoffwechsel ist außerdem langsamer und das kann zu ein wenig Gewichtszunahme führen, die aber durch ein wenig mehr Bewegung und gesunde Ernährung ausgeglichen werden kann.


    Natürlich gehört Disziplin dazu, der absolute Wille, nicht mehr zu rauchen. Wer das nicht will, wird auch nicht aufhören.

    Aber für mich ist das doch ein ganz klarer Fall - entweder/oder. Es ist ja kein Verbrechen. (Es sei denn, jemand raucht im geschlossenen Auto und neben oder hinter ihm/ihr sitzen Kinder).

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    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Hallo,



    ich hab nicht alle Posts durchgelesen.


    Wollte nur schreiben, dass ich mich gerade in einer Abgewöhnungsphase befinde.

    Über viele Jahre habe ich immer gelegentlich und in Gesellschaft geraucht.

    Wenn ich mal ohne Zigaretten war, war das nicht weiter schlimm für mich.

    Wenn jedoch jemand in meiner Gegenwart rauchte, wollte ich auch unbedingt! Ich gierte danach.

    Seit 2 Jahren rauche ich regelmäßig. Ich merke, dass eine Nikotinabhängigkeit da ist, die vorher nicht da zu sein schien.

    Es störte mich nicht weiter, ich wollte nie aufhören, was soll´s, hab immer nur gelegentlich geraucht, nu ist´s grad stressig, danach wird´s schon wieder weniger werden, alles kein Problem!

    Seit 10 Tagen habe ich eine so schwere Erkältung, die es mir in den ersten Tagen unmöglich machte zu rauchen.

    Tatsächlich dachte ich noch nicht einmal daran :-)

    Nun geht es mir besser, und ich habe so derart Lust zu rauchen!


    Ich habe gemerkt, dass, wenn ich mir einen kleinen Kinderlolli in den Mund stecke die Anspannung durch das Bewegen des Süßkram im Mund gelöst wird. Für mich ist das nun ein Weg ins Nichtrauchen.

    Ich betrachte (aus der Ferne), Menschen, die rauchen, und beobachte die vielen Rauchverhalten/Typen, stelle mir vor, ich wäre ein Alien und versuchte zu begreifen, warum sich Menschen an so einem kleinen weißen Ding festhalten, so freiwillig dem todbringendem Krankheitsgott NIKOTIN huldigen, der zudem gesundheitl. Opfer auch ein finanzielles fordert.


    Es fängt halt im Kopp an...

    :grinsen:

    Der Horizont existiert nur im Auge des Betrachters, nicht in der Wirklichkeit

  • Natürlich gehört Disziplin dazu, der absolute Wille, nicht mehr zu rauchen.

    Genauso ist es.

    Auch ich habe es problemlos geschafft: ich habe festgestellt, ich will nicht mehr rauchen, aufgehört, und dann nie wieder geraucht.


    Der Geist ist allerdings sehr trickreich ... Noch lange, nachdem ich nicht mehr rauchte, blitzte nach Feierabend während der Heimfahrt der Gedanke auf: so, ... und jetzt nach Hause, gemütlich die Beine hochlegen, Tasse Kaffe, Tageszeitung und eine Zigarette ... Ich grinste dann immer, dachte: da kann man mal sehen, wie diese "Abdrücke im Geist" funktionieren, ... doch es gab stets nur das gemütliche Beine-hochlegen, eine Tasse Kaffe und die Tageszeitung ... Der Geist hat irgendwann aufgegeben, :grinsen:... ;), ... selbst wenn 'zig Raucher in meiner Nähe stehen, habe ich nicht das Bedürfnis, ebenfalls ein "Rauchopfer darzubringen", (und, wie ich erlebte, auch nicht in Krisensituationen).


    LG mkha'

  • Ich war auch mal so ein Gelegenheitsraucher.

    Wenn ich eine Weile nicht geraucht hatte, wurde mir bei der ersten Zigarette immer erst mal schlecht.

    Vor 4 Jahren hatte ich dann ne Grippe, und seitdem nicht mehr geraucht.

    Ich muss nur an das Gefühl der Übelkeit denken...

    Mein Freund raucht, meine beste Freundin auch. Trotzdem kam ich nie mehr seitdem in Versuchung.

    Und ich wunder mich immer wieder, wie einfach das war/ist:oops:.

  • Der Geist ist allerdings sehr trickreich ... Noch lange, nachdem ich nicht mehr rauchte, blitzte nach Feierabend während der Heimfahrt der Gedanke auf: so, ... und jetzt nach Hause, gemütlich die Beine hochlegen, Tasse Kaffe, Tageszeitung und eine Zigarette

    Da ist es übrigens völlig egal, ob es sich um Rauchen oder Essen oder Trinken handelt - egal was. Sobald wir ein Ritual daraus machen, sitzt es im Kopf fest und taucht immer wieder auf. Bei mir z.B. war es auch ein Würstchen. Es gehörte nach einem stressigen Tag u.a. als "Belohnung" dazu so wie andere vielleicht an Schokolade denken. Auf der Heimfahrt stellte ich mir vor, wie ich mir ein Würstchen kaufe und unterwegs kalt vernasche - sozusagen verbotenerweise heimlich.

    Das habe ich mir auch abgewöhnt. Inzwischen wird mir schon mulmig, wenn ich nur an kalte Würstchen denke. Der Appetit ist mir vergangen.

    _()_

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    Gandhi

  • Genau, Monika....

    es geht mit Sicherheit auch um das Aufbrechen von Gewohnheiten bei Suchtverhalten.

    Wenn bestimmte Verhaltensmuster dann nicht mehr greifen können, ist das schon die halbe Miete!

    Der Horizont existiert nur im Auge des Betrachters, nicht in der Wirklichkeit

  • Und? Immer noch ohne Zigarette?

    erstaunlicherweise immer noch save dabei. Das muss ich wohl dem buddhistischen Denkweisen / Glauben was mich jedes mal davon abbringt zu schreiben. wobei das verlangen ist auch nicht wirklich stark mehr wenn überhaupt noch verlangen da ist.