Wiedergeburt, aber von was?

There are 37 replies in this Thread. The last Post () by kesakambalo.

  • Das trifft es sehr gut. Erinnert mich auch an eine Metapher von Shinzen Young, der versucht hat, Anatta zu erklären. Er hat gesagt, es gibt kein Ding, das ein Selbst ist, es gibt aber schon ein Selbst. Das ist eher als ein Tun, als ein Prozess zu sehen, denn als eine feste Sache. Das deckt sich ja mit deiner Aussage.

    Hachja... der Wortdschungel :D

  • Man könnte ja denken, es stecke hinter der Atman - Vorstellung ein gewisser Grössenwahn. Wenn man daran glaubt, und es auch so wahrnimmt: Selbst, das "mein" in allen Dingen - den "Geist" hier als (ewigen) Atman auffassend.


    Kann aber evtl ja in sehr ethischem und achtsamen Handeln münden. Wenn doch alles Selbst ist. Und man sich selbt nur schadet, wenn man nach einem vermeintlich abgetrennten Aussen hin schadet.


    --


    Dasein/Wirklichkeit ist grundsätzlich nicht ohne Geist, ohne eine Art der Wahrnehmung, oder Nicht-Wahrnehmung (Ich bilde mir ein, dass das wichtig ist, zu ergänzen).


    Jetzt muss man "nur" so "grössenwahnsinnig" bleiben, aber erkennen, dass die Formulierung und die Auffassung von einem festen Ding, einem festen Anfang falsch ist.


    Wenn so ein Anfang falsch ist, ist nur ein variabler Anfang denkbar, und der geschieht (fortwährend) in Abhängigkeit.




    :earth:

  • Hi buddhis!

    Jeder Mensch hat einen materiellen Körper und ein reales Selbst, das bei Patikaputto, in der Längeren Sammlung als Licht- Leuchtwesen bezeichnet wird. Dieses Wesen kommt aus dem Jenseits und geht nach der Auflösung wieder zurück.

    Eine Wiedergeburt ist immer ein Zeichen eines Nichtwissenden. Die Wiedergeburt kann durch die Lehre Gotamo

    Buddhos beendet werden.

  • Die Entstehung des Dasein wird in der Lehre des Buddha noch immer absolut aufgefasst. Aber Absolut nicht vom Festen her, sondern von der Bewegung her. Von der UrsachenUrsache aller Entstehung sozusagen.

    Wie kommst du denn auf diese Idee?


    Im Kontext und einer Art Überschwang. Ein Ausgang aller Entstehung ist nicht wie im Hinduismus ein atman, sondern ein grundsätzliches Bedingungsverhältnis - was da für mich "Bewegung" war, im Gegensatz zu einem stillstehendem/festen Atman.

    Ich verstehe deine Frage. Ohne das Feste gibt es keinen Körper.




    :earth:

  • Wie kommst du denn auf diese Idee?


    Im Kontext und einer Art Überschwang. Ein Ausgang aller Entstehung ist nicht wie im Hinduismus ein atman, sondern ein grundsätzliches Bedingungsverhältnis - was da für mich "Bewegung" war, im Gegensatz zu einem stillstehendem/festen Atman.
    Ich verstehe deine Frage. Ohne das Feste gibt es keinen Körper.:earth:

    Ich habe nicht den Eindruck das du meine Frage verstanden hast.

    Von welchem Ausgang aller Entstehung redest du hier?

    Keine Ahnung was du dir unter einem "Ausgang" so vorstellst

    und warum du glaubst so etwas brauchen zu müssen.

  • Für das Verständnis der Wiedergeburt (im Buddhismus-Kontext) sind m.E. die zwölf Glieder des Bedingten Entstehens sehr wichtig.

    Das elfte Glied ist „Geburt“. Da das abhängige Entstehen des jeweils nächsten Glieds immer weiter geht, nie aufhört solange Motivationen aus Unwissenheit entstehen, dreht sich das „Rad des Lebens“ weiter und so kommt das Glied „Geburt“ immer wieder vor.

    Besser ausgedrückt ist es vielleicht mit einem Verb: es findet „immer wieder geboren werden“ statt.

    (Überhaupt finde ich, man sollte eher Verben benutzen bei der Beschreibung der Realität.)


    Und somit wird tatsächlich nichts wiedergeboren, sondern das „immer wieder geboren werden“ ist ein Prozess innerhalb eines stets sich ändernden Kontinuums angetrieben durch den Willen, den Tatendrang, das HabenWollen, oder den „Durst“, quasi als Motor des Lebens.


    Deshalb gehören auch Karma und Wiedergeburt untrennbar zusammen.

    Unwissenheit, Karma, Bewusstsein, Wiedergeburt und Leiden: eine Kurzbeschreibung für Samsara.


    Wenn jetzt trotzdem noch die Frage übrig bleibt: was ist dieses Kontinuum, das immer weiter, immer weiter fließt?

    Dann würde ich nicht zuerst oder alleine unser (geistiges) Bewusstsein nennen, sondern: Karma.

    Tatabsichten, Taten und die Folgen daraus: das ist unser samsarisches Wesen. Da findet wird immer wieder geboren werden statt. Solange die Unwissenheit, die falsche Auffassung der Realität, nicht beseitigt wird.

  • accinca


    Ich finde diese ganze Formulierung von mir in dem Post: Wiedergeburt, aber von was? verquer/verkünstelt.


    "philosophischen Anfang" ist das was anderes als ein ursachenloser erster Anfang?


    Ja. So habe ich die Formulierung benutzt. Meint diese Vorstellung: (ursachenloser) erster Anfang.




    :earth:

  • Hi buddhis,

    der Sinn allen Übens ist die Wiedergeburt zu beenden, damit auch alle Leiden.

    Es hängt mir inzwischen zum Hals heraus, doch möchte ich hier es trotzdem erwähnen,

    Bevor der Mensch da war, waren die Licht- und Leuchtwesen da, die aus dem Jenseits kamen.

    (Buch des Patikaputto, Auszug aus der Längeren Sammlung des Pali-Kanons.