Meditation birgt auch Gefahren

There are 40 replies in this Thread. The last Post () by Niemand.

  • Hallo zusammen. Ein heftiges Thema habe ich. Aber ich möchte dieses einfach loswerden. Mir ist das Wichtig um andere etwas zu schützen vor sich selbst.

    Kurz zu mir, ich habe 2 Jahre regelmäßig meditiert. Mal mehr mal weniger erfolgreich mhh.Erfolg ist es nicht das ist das falsche Denken. Ich hatte eine sehr schwierige Zeit hinter mir und habe nach Ruhe und Geborgenheit gesucht. Somit kam ich zur Meditation. Am Anfang war es auch richtig super. Dich irgendwie wurden gewisse Symptome stärker ich habe Dinge Gefühle und Emotionen verstärkt wahrgenommen. Und konnte damit nicht umgehen. Ich sage es mal so wie in dem Film die Geister die ich rief. Es wurde immer schlimmer und ich war fast am durchdrehen. Ich habe eine Angststörung und das schlimme war das ich während der Meditation eine Angst Attacke bekam. Und irgendwie nicht mehr davon weggekommen bin

    Was ich damit sagen möchte bitte geht zu einen Psychologen bevor ihr auf eigene Faust irgendetwas mit eurer Psyche macht. Meditation ist sehr gut und stark aber es bringt Dinge aus der Vergangenheit hoch welche man sich nicht gestellt hat oder verdrängt hat.

    Herr Ott hat auch im YouTube einen Bericht zu der negativen Seite der Meditation veröffentlicht. Weiter gibt es eine Stelle dafür an die man sich wenden kann wenn man Probleme mit der Meditation erfahren hat.

    Ich weiß das ich mit diesen Beitrag nicht für positives Feedback sorgen werde. Doch es lag mir am Herzen das zu tun. Ich mediere leider nicht mehr da ich Angst davor habe die Kontrolle zu verlieren. Das ist nämlich ein dummes Gefühl. Grüße

  • Natürlich birgt Meditation auch Gefahren. Gerade für Menschen mit psychischen Problemen. Deshalb mein ständiges Reden; nicht ohne Lehrer. Und Menschen mit psychischen Problemen erst nach Rücksprache mit ihrem Therapeuten. Und wenn sie keinen haben, erst einen suchen.
    Nicht Vergessen, Buddhismus und Meditation ist keine Therapie und ersetzt auch keine Therapie.

    Etwas platt ausgedrückt, ein guter Therapeut kann in drei Sitzungen mehr schaffen, als ein Meditationslehrer in drei Jahren.

  • void

    Changed the title of the thread from “Meditation ist birkt auch Gefahren” to “Meditation birgt auch Gefahren”.
  • Insgesamt hat Herr Ott eine sehr positive Haltung zur Meditation und im Gegensatz zu manch anderen schließt er Mediatation für pschisch Kranke nicht pauschal aus. Sondern bezieht sich speziell auf schwer traumatisierte Menschen. Selbst Leuten mit Psychosen will er nicht generell von Meditation abraten, sondern rät zur Abstimmung mit dem Arzt. Das klingt doch alles recht sachlich:

  • Ich weiß nicht ob die Mediation und die Lehren des Buddhismus an sich Gefahren birgt. Ich denke im Gegenteil, wenn gut studiert und gut angewendet können sie sehr heilsam für die Psyche sein und besser als so manche Psychotherapie.

    Nach zwei Jahren Meditation hast du auch etwas an Erfahrung gesammelt.


    Viel mehr ist es doch so, das du eine Angststörung hast und diese in der Meditation so richtig zum Vorschein kommt, da du im Stillen mit dir beschäftigt bist. So wie wenn du abends im Bett liegst. Da kommen sie auch gerne zum Vorschein. Da könntest du dich der Angstattacke auch stellen und sie aushalten, davon stirbst du sowieso nicht.


    Das man sich zusätzlich auch in ärztliche Behandlung begibt ist dringend notwendig. Manchmal geht es nicht ohne Medikamente. Aber ich würde die Schuld nicht auf die Meditation schieben.


    Grüße

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Viel mehr ist es doch so, das du eine Angststörung hast und diese in der Meditation so richtig zum Vorschein kommt, da du im Stillen mit dir beschäftigt bist. So wie wenn du abends im Bett liegst. Da kommen sie auch gerne zum Vorschein. Da könntest du dich der Angstattacke auch stellen und sie aushalten, davon stirbst du sowieso nicht.

    da gibts halt aber auch Sachen und Zustände, die einen einfach überfordern und dann wäre es besser gewesen weniger oder erstmal nicht zu meditieren. Das kann einen schon förmlich überrollen.

    Bei seriösen Angeboten für mehrtägige Meditationskurse wird z.B. immer darauf hingewiesen, dass man "bei psychischer Gesundheit" sein sollte, auch wenn das schwammig ist. Ich kenne es auch so, dass am ersten Tag eines solchen Kurses die Einzelgespräche verbindlich sind und auch das hat als Grund u.A., dass der Lehrer erkennen kann, ob es für den Schüler, der zu ihm/ihr kommt wirklich momentan gut ist zu meditieren.


    Es gibt einfach Situationen, in denen ein Mensch aus gutem Grund Dinge verdrängt, eben weil sie zunächst mal schlicht nicht aushaltbar sind und da braucht man professionelle Hilfe um die Sache vorsichtig anzugehen. Irgendwann ist man dann auch (wieder) so weit, dass Meditation gefahrlos und heilsam ist. Das ist aber nicht grundsätzlich immer der Fall.


    Es ist auch ein Unterschied, ob man nur ein Mal am Tag eine halbe Stunde meditiert, oder sich einen ganzen Tag/ mehrere Tage aufs Kissen setzt.

  • Ich weiß das ich mit diesen Beitrag nicht für positives Feedback sorgen werde

    Ganz im Gegenteil, ich denke, damit rennst Du hier offene Türen ein.


    Wie eine gute Psychotherapie bringt ernsthafte Meditation so manches zum Vorschein, was sich sonst im Untergrund abgespielt hat.


    Ein Teil des Selbstschutzes (beispielsweise durch Depression, Unterdrückung bestimmter Gefühle) verringert sich, und macht Platz für mehr Lebendigkeit. Manchmal überfordert uns das, was dann zum Vorschein kommt. Dann ist professionelle Hilfe angesagt, von einem erfahrenen Meditationslehrer oder/und durch Psychotherapie.


    Ich würde das nicht als eine Gefahr der Meditation ansehen, sondern als Erfolg (außer, man will den Rest seines Lebens als depressiver Zombie verbringen :) ); aber gut wäre, wenn man darauf vorbereitet wäre, damit man noch handlungsfähig bleibt! Da kann ein Lehrer sehr hilfreich sein, wie Festus bemerkt hat.


    Alles Gute für Dich!

    Aravind.

  • Es klingt nachvollziehbar, dass Meditataion für Leute mit schweren Traumatisierungen falsch sein kann, weil da traumatische Erinnerungen hochkommen können. Auf der anderen Seite ist es aber, so dass Meditation als Teil von Massnahmen zur Traumabewältigung verwendet wird. Mitra Bishop , eine Zen Äbtin (Mountain Gate, Hidden Valley Zen Center) in Südkalifornien hilft z.B dabei , weiblichen Armeeangehörigen mit prostraumtischen Belastungssyndrom zu helfen. Ich stelle mir vor, dass gerade Soldaten da sehr schwere Angsststörungen haben können.


    Realizing that women veterans suffering from post-traumatic stress are among the least supported of our military veterans with PTSD, I initiated a program called Regaining Balance Retreats for Women Veterans with PTSD, in 2013. Subsequently, after being asked to do so by a counselor at the VA Center, I added Regaining Balance Retreats for Women Partners/Spouses of Vets with PTSD.
    You can access this program's website at www.RegainingBalance.org

    Und auf der genannten Seite wird auf eine Forscherin verwiesen, die auf (eher schwach) positive Effekte von MBSR bei posstraumtischer Belasstungsstörung verweist.

    “Dr. Elizabeth Hoge, a psychiatrist at the Center for Anxiety and Traumatic Stress Disorders at Massachusetts General Hospital and an assistant professor of psychiatry at Harvard Medical School, says that mindfulness meditation makes perfect sense for treating anxiety.... One of her recent studies (which was included in the JAMA Internal Medicine review) found that a mindfulness-based stress reduction program helped quell anxiety symptoms in people with generalized anxiety disorder, a condition marked by hard-to-control worries, poor sleep, and irritability.”

    Wobei natürlich die Aussage, dass Meditation manchen traumatsierten Menschen helfen kann ist das natürlich druchaus damit vereinbar, dass es eine Untergruppe gibt, für die es schädlich ist.

  • Ich bin sehr dankbar dafür, dass sich dies bei mir in - ich möchte sagen - liebevollen Schritten vollzog. Das, was ich heute ertragen und vertragen kann, wäre mir zu früheren Zeiten unmöglich gewesen. Erstens hätte ich es nicht glauben wollen oder aber ich wäre an mir selbst verzweifelt, weil ich von mir selbst sehr überzeugt war. Mein Selbstbewusstsein hat sich dadurch nicht negativ verändert, sondern ganz im Gegenteil, ich erwarb ein gutes Selbstwertgefühl, das mir ermöglichte, die ganze Wahrheit auszuhalten. Hinzu kommt, dass es mir Abschiede von Unwissenheit, Gier und Hass erleichtert, und zwar dort, wo ich sie nie für möglich gehalten hätte.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Ich sehe das anders Niemand , gerade durch die tägliche Praxis lerne ich mit all meinen Eigenheiten umzugehen. Auch in schwierigen Phasen. Mann kann natürlich die Zeit reduzieren, auch wenns nur 5 Minuten sind.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Ich sehe das anders Niemand , gerade durch die tägliche Praxis lerne ich mit all meinen Eigenheiten umzugehen. Auch in schwierigen Phasen. Mann kann natürlich die Zeit reduzieren, auch wenns nur 5 Minuten sind.

    dann einigen wir uns halt darauf, uns nicht einig zu sein ;)

    (Ich mach ja die Assistenz auf Mehrtageskursen und hab da schon Fälle erlebt, wo es offensichtlich war, dass man von Meditation erstmal abraten muss und psychologische Hilfe anzuraten ist)

  • Ich sehe das anders Niemand , gerade durch die tägliche Praxis lerne ich mit all meinen Eigenheiten umzugehen. Auch in schwierigen Phasen. Mann kann natürlich die Zeit reduzieren, auch wenns nur 5 Minuten sind.

    dann einigen wir uns halt darauf, uns nicht einig zu sein ;)

    (Ich mach ja die Assistenz auf Mehrtageskursen und hab da schon Fälle erlebt, wo es offensichtlich war, dass man von Meditation erstmal abraten muss und psychologische Hilfe anzuraten ist)

    Ja, das kann ich mir vorstellen. Wenn jemand als Angstobjekt die Meditation im Kopf fixiert hat ist klar das er vom meditieren Angst bekommt.

    Die Meditation an sich fördert aber nicht Angst. Ich denke, eher im Gegenteil kann man durch Meditation lernen damit umzugehen.


    Grüße

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Die Meditation an sich fördert aber nicht Angst

    Das halte ich so allgemein nicht für richtig. Zumindest legt die Meditation die untergründig vorhanden Angst offen. Wenn dann das Setting nicht passt, kracht es.

    Ich denke, Du ignorierst, dass beispielsweise Depression nicht nur eine eklige Krankheit ist, sondern auch eine Funktion hat: Die Gefühle unter der Decke zu halten, von denen man meint, sie nicht aushalten zu können (oder nicht haben zu dürfen).


    Ich spreche da aus eigener Erfahrung (allerdings mit Trauma, nicht mit Depression). Daraus kann ich auch void bestätigen: Ich hatte ein schweres Unfalltrauma, konnte nicht mehr fahrradfahren und nicht mehr rennen, rein psychisch. Mit einer achtsamkeitsbasierten Traumatherapie war das nach wenigen Wochen komplett verschwunden. Da sitzt der Therapeut aber permanent neben Dir und holt sich Rückmeldung, in welchem Zustand Du gerade bist.


    Das Problem mit Depressionen ist aber nicht auf Mediation beschränkt, das gilt für Psychotherapie genauso. Zum Glück recht selten bekommen manche schwer Depressive erst durch die Behandlung die Kraft, sich umzubringen.


    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Ja, das kann ich mir vorstellen. Wenn jemand als Angstobjekt die Meditation im Kopf fixiert hat ist klar das er vom meditieren Angst bekommt.

    Die Meditation an sich fördert aber nicht Angst. Ich denke, eher im Gegenteil kann man durch Meditation lernen damit umzugehen.

    Ich hatte das so verstanden, dass man nicht Angst vor der Meditation sondern vor der eigenen Vorstellungskraft. So wie es Menschen gibt, denen die Natur so wenig Vorstellungskraft gegeben hat, das sie sich mit dem korrekten Einparken schwer tun, gibt es auch Leute mit einer extrem starken Vorstellungskraft. Eine Bekannte von mir hat das. Es reicht ihr etwas zu erzählen und sie kann nicht anders, als es sich in der Detailtreue eines 3D Films vorzustellen. Das ist natürlich in macherlei Hinsicht eine tolle Sache, aber es bedeutet auch, dass man seiner Phantasie teilweise fast so ausgliefert ist, wie jemand der LSD genommen hat. Ich könnte ihr mit kurzen Worten einen Horrosszene schildern und sie würde das buchstäblich vor Augen haben. So jemand würde ich erstmal nicht zum "normalen" Meditieren raten, weil er ja wirklich gegenüber seiner Vorstellungskraft hilflos ist. Jedes noch so schreckliche Bild kann auftauchen.


    Während in so einer Situation alles was zu Sammlung, Konzentration und Achtsamkeit beiträgt, sehr gut wäre. Man muss ja nicht unbedingt die Augen schliessen - und sich damit seinen inneren Räumen ausliefern - sondern man könnte ja eben auch Meditation im Gehen (Kinhin) oder in einfachen Tätigkeiten versuchen. Und da lernen, sich nciht von der eigenen Phantasie fortreissen zu lassen.

  • Ja, das kann ich mir vorstellen. Wenn jemand als Angstobjekt die Meditation im Kopf fixiert hat ist klar das er vom meditieren Angst bekommt.

    Die Meditation an sich fördert aber nicht Angst. Ich denke, eher im Gegenteil kann man durch Meditation lernen damit umzugehen.

    Ich hatte das so verstanden, dass man nicht Angst vor der Meditation sondern vor der eigenen Vorstellungskraft. So wie es Menschen gibt, denen die Natur so wenig Vorstellungskraft gegeben hat, das sie sich mit dem korrekten Einparken schwer tun, gibt es auch Leute mit einer extrem starken Vorstellungskraft. Eine Bekannte von mir hat das. Es reicht ihr etwas zu erzählen und sie kann nicht anders, als es sich in der Detailtreue eines 3D Films vorzustellen. Das ist natürlich in macherlei Hinsicht eine tolle Sache, aber es bedeutet auch, dass man seiner Phantasie teilweise fast so ausgliefert ist, wie jemand der LSD genommen hat. Ich könnte ihr mit kurzen Worten einen Horrosszene schildern und sie würde das buchstäblich vor Augen haben. So jemand würde ich erstmal nicht zum "normalen" Meditieren raten, weil er ja wirklich gegenüber seiner Vorstellungskraft hilflos ist. Jedes noch so schreckliche Bild kann auftauchen.


    Während in so einer Situation alles was zu Sammlung, Konzentration und Achtsamkeit beiträgt, sehr gut wäre. Man muss ja nicht unbedingt die Augen schliessen - und sich damit seinen inneren Räumen ausliefern - sondern man könnte ja eben auch Meditation im Gehen (Kinhin) oder in einfachen Tätigkeiten versuchen. Und da lernen, sich nciht von der eigenen Phantasie fortreissen zu lassen.

    Mir kommt so vor als widersprichst du dir hier selbst. Erst schreibst du, du würdest nicht zum Meditieren raten. Dann schreibst du, alles was Sammlung, Konzentration und Achstamekti fördert, sei okay. Ich denke, Meditation fördert genau die letzten drei.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Mir kommt so vor als widersprichst du dir hier selbst. Erst schreibst du, du würdest nicht zum Meditieren raten. Dann schreibst du, alles was Sammlung, Konzentration und Achstamekti fördert, sei okay. Ich denke, Meditation fördert genau die letzten drei.

    Wahrschienlich habe ich mich zu unpräzise ausgedrückt. Unter Meditation wird ja primär die Meditation im Sitzen verstanden. Hat man dabei die Augen eher geschlossen ( wie es eher in der hinduistischen Meditation Sitte) ist, dann kann dies zu einem "Rückzug ins Innere" führen, wo man als sensibler Mensch - Phantasien - die eben auch angstbehaftet sein können- ausgeliefert ist. Wenn ich in Phantasien abdrifte, dann ist es mit meist passiert, das ich versehentlich die Augen geschlossen habe. Während man eben druchaus Meditieren kann - also Sammlung, Konzentration und Achtsamkeit fördern kann - ohne sich ins Innere zurückzuziehen. Für mich reicht es da vollommen aus, die Augen nicht zu schliessen. Und es gibt Formen der Meditation wie Gehmeditation oder montone Arbeiten (Abspühlen, Laub rechen) die keinerlei "Rückzug ins Innere" beinhalten.

  • Ich kann mich Sida0211 nur anschließen. Ich würde aber noch viel weiter gehen. Das ganze Leben ist nämlich äußerst gefährlich. Ich möchte kurz darauf eingehen warum ich das noch an diesen Thread anfügen möchte: Bevor ich anfing zu meditieren schien mein Leben noch relativ "normal" zu sein. Mittlerweile kehrt es wieder zur Normalheit zurück, aber da ich ohne Lehrer und Anleitung auf eigene Faust irgendwelche Sachen zusammen meditiert habe und das Jahre lang ging das so weit dass es in meinem Leben eine Psychose getriggert hat. Die Behandlung die ich durch Psychologen erfahren habe war das einzige, das mich wieder zurück auf den Boden bringen konnte. Zum Glück. Ich weiß noch immer nicht ob es wirklich an der Meditation lag oder an etwas anderem, aber auf mich scheint es ein wichtiger Auslöser gewesen zu sein. Aber mittlerweile habe ich gelernt mit Meditation umzugehen und sie hilft mir nun, gelassener und selbstbewusster zu werden, was in Begleitung zu meinem Psychologen auch sehr hilfreich ist.


    Aber nun zu meiner eigentlichen Aussage: Das ganze Leben ist gefährlich. In der Aussage dieses Threads scheint es so, als ob nur Meditation gefährlich wäre. Aber in Wirklichkeit ist einfach alles gefährlich. Ich sage nicht, "hab vor allem Angst". Das würde wiederum nix bringen. Nur mir hat als Kind niemand beigebracht dass das Leben gefährlich ist. Das ist es aber. Ich rede nicht nur von tödlichen Gefahren, man kann jederzeit alles verlieren, was man mental oder physisch angesammelt hat. Das nenne ich pure Gefahr. Und wenn man nicht aufpasst, kann einfach so ziemlich alles mit einem passieren. Ein buddhistischer Lehrer hätte das bestimmt gewusst, und meinem damaligen Ich geraten mehr soziale Integrität aufzubauen.


    Nun was ich damit sagen will: viele in Deutschland scheinen auf mich den Eindruck zu machen, deshalb "nicht wach" zu sein, weil sie glauben es könnte eh nichts all zu Schlimmes in diesem Land passieren, aber in Wirklichkeit kann selbst hier so ziemlich alles passieren. Schon alleine deshalb müsste man aufwachen, denn sonst stolpert man vielleicht über einen Stock und bricht sich etwas. Wir haben in unserer Kultur der Sicherheit vergessen, dass das ganze materielle Leben gefährlich ist.


    Zu sagen Meditation ist gefährlich ist wie zu sagen: "Wasser ist gefährlich, weil man eine Wasservergiftung bekommen kann". Das stimmt zwar, aber eben nur bedingt. In diesem Sinne ist alles gefährlich, wenn man nicht aufpasst, und Achtsamkeit ist wohl das wichtigste aller Gegenmittel. Wenn jemand nicht mehr meditieren kann, so wird es ihm dennoch helfen, wenn er achtsam ist.

  • Zu sagen Meditation ist gefährlich ist wie zu sagen: "Wasser ist gefährlich, weil man eine Wasservergiftung bekommen kann". Das stimmt zwar, aber eben nur bedingt. In diesem Sinne ist alles gefährlich, wenn man nicht aufpasst, und Achtsamkeit ist wohl das wichtigste aller Gegenmittel. Wenn jemand nicht mehr meditieren kann, so wird es ihm dennoch helfen, wenn er achtsam ist.

    Der gefährlichste Ort ist das Zuhause, da geschehen die meisten Unfälle bzw. Todesfälle, so eine Studie. Das Leben ist von Anbeginn bedroht. 8) Gerade deshalb ist ja auch die Meditation eine Empfehlung von Buddha, um sich über die Konsequenzen und Endlichkeit klar zu werden. Es ist geradezu unsinnig, keine Angst im Leben zu haben.


    In jeder Situation achtsam zu sein, ist das wichtigste Gegenmittel, wie Du ja auch schreibst. Und Achtsamkeit ist ein Aspekt der Meditation. Meditation bedeutet nicht, nur im Lotussitz eine weiße Wand anzustarren oder sich Gedanken zu verbieten. Meditation findet in jedem Moment statt, in dem "man" sich nach innen wendet und Erlebtes, Gedachtes, Gehörtes sorgsam reflektiert. Das kann auch auf dem Sofa stattfinden oder im Wartezimmer beim Zahnarzt.

    Wer damit größere Probleme hat, sollte m.E. grundsätzlich einen Therapeuten aufsuchen und seiner Angst oder was auch immer auf den Grund gehen. Denn schwierig ist es wohl für die meisten Menschen, weil die Illusionen durchschnitten werden, sobald man ehrlich zu sich selbst ist - und es wird immer ehrlicher, was man kaum für möglich halten mag.

    Nur ein gesundes Ego kann Erleuchtung erfahren (wobei das Ego dann paradoxerweise abwesend ist), Ramesh.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Jetzt trendet ihr imho vom eigentlichen Thema des threads ab …


    Es geht nicht um irgendwelche Gefählichkeiten in unserem Leben. Es geht imho darum, inwieweit eine Meditation ( welcher Art auch immer ) gefährlich für die Psyche und damit für das Leben eines Menschen sein KANN.


    Und dies ist eigentlich ganz einfach zu beantworten, Jede Meditation, die auf eigene Faust, ohne Anleitung und Kontrolle durch erfahrene Meditierende durchgeführt wird, KANN gefährlich sein und vorhandene psychische Probleme verstärken bzw erst zum Vorschein bringen.


    Vielleicht betonte der Buddha gerade deswegen die Wichtigkeit von kalyanamitta, das bedeutet gute Freunde in der Praxis. Denn genau diese können dann Dinge entdecken, die uns vielleicht unbekannt bleiben.

    Doch leider wird in vielen Fällen der Begriff sangha einfach als Gruppe gesehen, wobei die Zusammengehörigkeit mit dem Verlassen der Räumlichkeiten oft endet und sich alles nur auf den "Lehrer" konzentriert.


    Mögen alle Übenden kalyanamitta sein.


    _()_

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Jetzt trendet ihr imho vom eigentlichen Thema des threads ab …


    Es geht nicht um irgendwelche Gefählichkeiten in unserem Leben. Es geht imho darum, inwieweit eine Meditation ( welcher Art auch immer ) gefährlich für die Psyche und damit für das Leben eines Menschen sein KANN.

    Ja und nein. Manches ist ein wenig off-topic; den Hinweis, dass Meditation nicht "gefährlicher" (im Sinne des OP) ist als manche andere Dinge, die einem wiederfahren , finde ich schon wichtig (traumatische Erlebnisse, die Flashbacks auslösen; Jobverlust; Beziehungen, die zu Ende gehen, ...).


    Umso besser, dass man in Bezug auf die "Gefahren" der Meditation vorbeugen kann:

    Vielleicht betonte der Buddha gerade deswegen die Wichtigkeit von kalyanamitta, das bedeutet gute Freunde in der Praxis. Denn genau diese können dann Dinge entdecken, die uns vielleicht unbekannt bleiben.

    Liebe Grüße,

    Aravind.

  • Ich stimm jianwang da schon zu - besonders, wenn man allein übt, kann es unerwartete Folgen haben, und Probleme verursachen, die sonst nicht in der Form aufgetreten wären. Aber auch unter fachkundiger Anleitung passiert sowas, bloß dass dann halt im Idealfall jemand dabei ist, der Hilfestellung geben kann - oder zumindest erste Hilfe.

    Hab mir mal ein paar mögliche Komplikationen überlegt:


    1) Meditation inkorrekt ausgeführt


    Das ist halt immer ein mögliches Problem, auch weil es so viele Techniken und Anleitungen gibt. Besonders, wenn man sich dann selber ein System zusammenstellt, kann man halt auch mal daneben greifen. Nicht selten wird zu verkrampft gesessen, zu sehr auf Konzentration geachtet. Das kann zu starken Spannungen führen. Zudem sollte man nie die Fähigkeiten des Ego unterschätzen, Dinge zum Selbsterhalt zu verbiegen. Selbst eine Praxis mit den besten Intentionen kann da in eine falsche Richtung laufen. Im Englischen spricht man auch gern von "spiritual bypassing", wenn man sich in die Spiritualität stürzt, und somit seine eigentlichen Probleme ignoriert.


    2) Meditation korrekt ausgeführt, aber...

    Selbst wenn man keine direkten technischen Fehler macht, kann es unangenehm werden. Zum Beispiel:


    - Man kann zu schnell zu weit hinaus wollen, gleich mit stundenlangen Sitzungen einsteigen. Das kann einen überfordern. Es strapaziert auch grade am Anfang Nerven und Körper, bis man sich daran gewöhnt und eine Routine entwickelt hat.


    - Verdrängung hat halt auch einen Platz in der Psyche, wenn sie uns vor Dingen schützt, die uns grade zu viel sind. Im Idealfall kann man dann stückweise auf das Problem zugehen, sich ihm stellen, ohne überrollt zu werden. Eine Meditationspraxis wird diese Verdrängungen außer Kraft setzen, und meistens ist das ja auch gut. Aber man kann sich da eben auch zu viel aufladen, und grade wenn man allein ist, kann das in üble Gefilde führen. Es ist wie mit dem Joggen - an sich eine super Sache. Aber wenn man einen körperlichen Defekt hat, kann man sich echt verletzen, wenn man da einfach loslegt. Da sollte man erstmal zum Chirurgen oder Physiotherapeuten, bevor man wirklich davon profitieren kann.


    - Selbst wenn man keine größeren Vorbelastungen hat und unter fachkundiger Anleitung praktiziert, kommt es manchmal zu einer ernsthaften Krise, welche von sehr unangenehmen Empfindungen und einer sog. Depersonalisierung / Derealisation gekennzeichnet ist. Wird auch als die "dunkle Nacht der Seele" bezeichnet. Auch das ist eine ernsthafte Angelegenheit.


    Wurde im Forum besprochen, z.B.

    Verdunklung statt Erleuchtung

    die dunkle Nacht der Seele

    The Dark Night of the Soul



    All das heißt nicht, dass man nicht meditieren sollte. DIe meisten Menschen haben solche Probleme nicht, und fast alle, die doch Probleme bekommen, können sie lösen. Aber man sollte sich eben doch der Tatsache bewusst sein, dass man die eigene Psyche modifiziert und sich gut informieren sollte, und, wenn irgendwie möglich, erfahrene Führung dabei haben sollte. Da gibts zur Zeit leider einen Trend, in dem Meditation als Allheilmittel idealisiert wird.

  • Guten Abend zusammen ihr lieben. Tja was soll ich sagen. Sehr viele schöne Antworten sind das. Was mir wichtig war und ist. Das Menschen mit Problemen nicht immer auf eigene Faust versuchen so wie ich es gemacht habe zu meditieren. Es ist oftmals besser so wie ihr es auch sehr einen erfahrenen Lehrer zu suchen.

    Und nein ich finde die Meditation immer noch sehr gut. Man sieht das eigene tun des Geistes und kann manchmal dagegen wirken bei negativen Anlässen. Das sehen normalos leider nicht. Die laufen wie Herdentiere hinter allem hinterher was sich bietet. Das neue IPhone das neue Auto usw. immer auf der Suche um das lerhrgefühl zu überbrücken. Tatsächliches Glück das glaube ich kommt von innen von Dir selbst. LG