Meditationserfahrung - Wegweiser gesucht...

8 Antworten. Letzter Beitrag () ist von kesakambalo.

  • Hallo zusammen,

    ich bedanke mich vorab für die Möglichkeit, die dieses Forum bietet, seine Gedanken zu den Themen wie Meditation, Buddhismus etc. mit anderen zu teilen und hoffe auf ein paar Ratschläge zu meinem Anliegen. Entschuldigt im Voraus, falls so ein ähnliches Thema bereits besteht. Forensuche hat leider nichts Passendes ergeben.

    Zum mir selbst möchte ich nicht viel sagen. Denn ich finde, es ist in diesem Zusammenhang bedeutungslos, mich als ein Individuum anzusehen. Fakt ist, dass ich definitiv volljährig bin und etwas an Lebenserfahrung mitbringe...


    Buddhismus hat mich schon immer interessiert. Außerdem habe ich 4 Jahre lang Shaolin Kung-Fu trainiert (nicht im Kloster). Ich habe auch bereits einige Meditationstechniken ausprobiert zähle mich aber definitiv zu den Anfängern, denn es fehlt mir einfach eine Menge an Fachwissen. Seit ich klar denken kann, hatte ich schon immer ein Gefühl gefangen zu sein. Gefangen in mir selbst. Der Gedanke, dass unser Universum uns viel mehr bietet als Gewohnheiten, Verpflichtungen, Gefühle usw. lässt mich einfach nicht los... Ich habe einen Weg für mich entdeckt „abzuschalten“, bin mir aber nicht sicher was ich da eigentlich tue und ob es gesundheitlich nicht schädlich ist. Denn ein Drogenabhängiger (trifft auf mich nicht zu) wird mit Sicherheit auch von vielen „tollen“ Erlebnissen/Erfahrungen erzählen können, was aber definitiv nicht fördernd für die Gesundheit ist.



    Kommen wir zu meinem eigentlichen Anliegen:

    „Meditieren“ tue ich meistens im Liegen (so kann ich mich am besten entspannen und abschalten). Durch einen Fokus auf meinen Atem und bildliche Vorstellung des Nichts/Dunkelheit in mir und Außenrum erreichte ich ein Paar Mal einen sehr merkwürdigen Zustand, der mich ehrlich gesagt etwas erschrekt hat.
    Innerhalb von Minuten (vorausgesetzt es gibt keine Störgeräusche und ich bin nicht gestresst) verliere ich das Gefühl für meinen Körper beginnend mit Füssen und Händen. Dann geht es weiter zur Brust und endet in Kopfmitte (etwas weiter oben). Oft ist dieser Vorgang mit „Wärme“ verbunden und meistens treten auch „Vibrationen“ und „Kribbeln“ im gesamten Körper. Am stärksten merke ich den Fortschritt beim Ausatmen. Mir ist aufgefallen, dass mein Herz dabei anders schlägt und ich habe selbst mit einer Pulsuhr meinen Herzschlag während dieses Vorgangs messen lassen. Puls ist tatsächlich um bis zu 20 Einheiten recht schnell gesunken (von 80 auf 60). Dazu muss man sagen, dass 80 meistens mein „Ruhepuls“ ist. Soviel zum „Stadium 1“, was ich recht schnell (abhängig von äußeren Umständen) erreichen kann.


    Im nächsten „Stadium 2“ (was ich nur sehr selten erreichen kann) kommt es für mich zu einem „Durchbruch“ und ich weiß nicht, ob ich so weiter machen soll. Plötzlich spüre ich diese bereits angesprochen Gefühle (Vibration, Kribbeln, Wärme) in mir aufsteigen. Beginnend im Bauchbereich (oder eher tiefer) über Wirbelsäule bis zum Kopf. Am Scheitel endet dieser „Weg“. Das Gefühl bleibt dort erstmal bestehen. In diesen Momenten verliere ich mich komplett und empfinde befreiende Glücksgefühle. Dieser Zustand erschreckt mich, weil ich nicht weiß ob ich weiter machen soll und ob es nicht schädlich ist. Dann wird mein Atem unruhiger (liegt vielleicht an der Angst vor dem Ungewissen...) und ich kehre wieder zurück in den „normalen“ Zustand des Seins.


    Hat jemand von euch ähnliche Erfahrungen durchgemacht? Ist es überhaupt eine Art Meditation und wenn ja, dann welche? Soll ich weiter machen oder es lieber sein lassen?



    Sorry, kürzer konnte ich mich leider nicht fassen.


    Liebe Grüße und Vielen Dank fürs Lesen!

  • void

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Hallo Nobody,

    willkommen im Forum!


    Was du beschreibst, ist tatsächlich gar nicht so unüblich. Als "Meditation" kann man mehrere Dinge beschreiben, die Techniken sind vielfältig. Es klingt nach einer intensiven Technik, ich würd dir empfehlen, dir etwas Orientierung zu verschaffen. Denn solche Phänomene sind durchaus typisch, aber es ist wichtig, auf die richtige Art einen Umgang damit zu finden. In den meisten buddhistischen Meditationen wird man nicht zu viel Fokus auf die Analyse der Phänomene legen, sondern diese als Begleiterscheinungen des Prozesses sehen, und weiter der Praxis folgen.


    Ob du da weitermachen sollst oder nicht, musst du selber entscheiden. Für die meisten von uns ist Meditation förderlich, aber man kann auch mal auf schwierige Stellen stoßen, und dann ist es gut, wenn man Orientierungspunkte hat, und weiß, wie man umgehen soll mit Hindernissen.


    Ich fand z.B. das Buch "Die Praxis der Achtsamkeit" von Bhante Gunaratana ziemlich gut, weil es die Basics gut beschreibt. Es gibt aber sehr viele weitere Texte. Zudem wäre es natürlich am besten, eine erfahrene Lehrperson aufzusuchen, um solche Dinge zu besprechen... wenn man diese Möglichkeit hat.

  • Hallo,


    es wichtig Achtsamkeit zu praktizieren. Im Liegen verfällt man in einem schläfrigen Zustand. Dein Geist schweift ab. Das Ziel der buddhistischen Meditation ist Achtsamkeit.


    Zudem wird die Atmung im Liegen beeinflusst. Die Energie kann nicht richtig fließen.


    Bei Problemen mit der Atmung würde ich Übungen zur Verbesserung machen. Die meisten Menschen atmen falsch ein. Eine gesunde Atmung geht nur durch den Bauch.

    Um die Bauchatmung zu üben, gibt es viele Ansätze.

    Du kannst die endogene Atmung von Alexandra Frolov testen. Dabei atmest du gegen ein Wiederstand ein.


    Oder Qi Gong kann sehr effektiv sein. Bei bestimmen körperlichen Bewegungen kann man seine Bauchmuskeln dehnen bzw. trainieren.


    Im Liegen: Ich lege mir ein Gewicht von 2KG auf mein Bauch und versuche gegen den Wiederstand bewusst ein- und auszuatmen.

  • Man kann schon im Liegen auch meditieren. Ich würde schon sagen, dass es schwieriger ist, präsent zu bleiben, und dass eine aufrechte Wirbelsäule dabei hilft. Aber das heißt nicht, dass es nur so geht.

    Früher konnte ich das tatsächlich ganz gut. Heute schlafe ich sofort ein... :moon:

  • Kennst du vielleicht das Buch "Kein Weg - nur Schritte" von Karl Schmied?


    Es sind 7 verschiedene Meditationsanleitungen aus der Traditionslinie von Thich Nhat Hanh, wobei für jede Meditation ungefähr 2 Wochen lang je 20 Minuten täglich geübt werden sollte.

    Aber es sind nicht nur reine Meditationsanleitungen, es werden auch Fragen gestellt wie z.B. "Was hat die Übung heute mit meinem konkreten Alltagsleben zu tun gehabt?"

    An anderer Stelle hat er die Idee, sich mit einem "HALLO" auf die jeweilige Meditation einzustimmen:

    H für Heiterkeit

    A für Achtsamkeit

    L für Liebevolle Zuwendung (zu uns selbst)

    L für Loslassen

    O für Offenheit

    Kann man sich das nicht gut merken?


    Schau es dir mal an, vielleicht ist es ja was für dich. Es würde das Buch "Die Praxis der Achtsamkeit" von Bhante Gunaratana ergänzen und einen etwas anderen Ansatz zeigen.

    Ich habe einen Weg für mich entdeckt „abzuschalten“, binmir aber nicht sicher was ich da eigentlich tue und ob es gesundheitlich nicht schädlich ist.

    Der buddhistische Meditationsweg geht in der Regel dahingehend, eben nicht abzuschalten, sondern sich die auftauchenden Dinge anzuschauen und loszulassen, aber das erfordert einige Übung, bis man das einigermaßen kann und sich nicht mehr in seinen Gedanken und Gefühlen verfängt. Deshalb auch meine Buchempfehlung, denn in diesen Vipassana Meditationen schaut man ganz gezielt verschiedene Aspekte von sich genauer an, um sie dann im 2. Schritt loslassen zu können. Vielleicht ist es mit diesem Weg für dich einfacher, dich nicht zu verlieren. Aber ob es das ist, was du suchst, weiß ich natürlich nicht.


    Wie ist es dir denn inzwischen ergangen?


    _()_ Bara

  • Hi,

    durch die Vertiefung des Achtfachen Weges entstehen Bewusstseinsveränderungen.

    Sie werden, in der Übersetzung von Dr. ind. Neumann, Karl-Eugen, 8 Freiungen genannt.

    Dies steht alles im Pali-Kanon, Längere Sammlung, in der Übersetzung von Dr. ind. Neumann, Karl-Eugen.

    Der letzte Bewusstseinszustand ist die Auflösung der Wahrnehmbarkeit.