Der (nicht) überlebensgroße Buddha - meine Behauptung / Stellungnahme

There are 49 replies in this Thread. The last Post () by Monikadie4..

  • Also, zunächst mal sorry für die etwas unbedachte Formulierung. Ich hätte mir denken können, dass das Anstoß erweckt. Dennoch steh ich zu dem, was ich gesagt hab, und will es hier etwas erklären. Natürlich auch euch Raum geben um mich nach Herzenslust zu kritisieren. Lasst es uns bloß in diesem Thread machen.


    Hier also mein Ausgangspost:


    Mal davon abgesehen, dass es umstritten ist, wie direkt Buddhas Worte überliefert sind - er hat schon ganz gern auch mal in Metaphern und Gleichnissen gelehrt. Und da ist der Punkt, dass man es eben nicht wörtlich nehmen soll... Finger, Mond, undso.


    Zudem hat er ja auch für verschiedene Personen verschieden gelehrt - ich bin ja kein PK-Krieger, und davon überzeugt, dass er ganz anders auftreten und lehren würde, wäre er ein Zeitgenosse. Aber ich bin da auch eher von den skeptischen Zenlern geprägt in meinem Ansatz. Für mich war Buddha zwar ein spiritueller Großmeister, vielleicht sogar ein Genie, aber trotzdem ein Mensch mit Schwächen, der in einem gewisssen Kontext existiert hat. Ihn zu einem überlebensgroßen, alles überragenden Wesen zu stilisieren ist mir einfach auch fremd.



    Es gibt eben verschiedene Mentalitäten, um sich dem Buddhismus zu nähern. Zum Teil gehen diese mit Schulen einher, zum Teil auch einfach mit Persönlichkeiten. Ich bin ein relativ skeptischer Mensch (auch wenn ich für meine Freundin, die Naturwissenschaftler ist, ein Eso bin - kein Scherz ^^). Insbesondere halt ich mich von allem zurück, dass zu sehr in Richtung Heiligenverehrung geht.


    Das heißt nicht, dass ich diese Mentalität grundsätzlich kritisiere! Für viele Menschen ist das genau die richtige Art, Religion / Spiritualität zu praktizieren. Nie wäre ich so vermessen, das jemandem abzusprechen oder meine eigene Auffassung für besser zu halten. Der Punkt ist mir wirklich wichtig. Aber ich wünsche mir auch einen gewissen Grundrespekt dafür, dass ich eben da ein 'unterkühlteres' Verhältnis habe.


    Für mich war Buddha zwar ein spiritueller Großmeister, vielleicht sogar ein Genie, aber trotzdem ein Mensch mit Schwächen, der in einem gewisssen Kontext existiert hat. Ihn zu einem überlebensgroßen, alles überragenden Wesen zu stilisieren ist mir einfach auch fremd.

    Für mich ist der Buddha ein Genie, keineswegs ein Mensch mit Schwächen - wie Du das ausdrückst. Ja, er hat in einem gewissen Kontext existiert, das ist eben die Schwäche einer kulturellen Begebenheit, die nicht ewig währt. Aber gerade darüber hat der Buddha sicher ja herausgehoben. Er hat sich von der allgemein gültigen Religion distanziert, ohne sie abzuwerten. Es wäre auch sehr unklug gewesen, seine Zuhörer permanent vor den Kopf zu stoßen, da reichen schon die vorliegenden Überlieferungen.


    Und er ist für mich durchaus überlebensgroß und alles überragend.

    _()_

    Für so einige ist Buddha eben nicht mehr ein Mensch, sondern eher eine Art Halbgott oder Gottheit. Es wird nicht mehr so gesehen, dass er "nur" erwacht war, er wird als überragendes Wesen gesehen. Das meine ich mit meinen Formulierungen, und das ist nicht meins. Genauso wie ich Jesus bereits als ich noch praktizierender Christ war, als genialen Lehrer gesehen habe. Gottes Sohn war er für mich in der Form, dass wir alle Gottes Kinder sind, sprich, in metaphorischer Art und Weise.

    Und ich sags nochmal: Ich verlange nicht, dass jedeR das so sieht. Aber ich finde, es ist ein legitimer Standpunkt.


    Zum wörtlich nehmen: Wenn beschrieben wird, wie Buddha sämtliche seiner vergangenen Existenzen nacherlebt hat, dann ist dies etwas, das ich nicht ganz wörtlich nehme. Genauso, und daher kam das, wenn dann davon geschrieben wird, dass man als Tier wiedergeboren wird. Das ist aber für meine Praxis auch überhaupt nicht relevant - ich hab solche Fähigkeiten nicht, und für die Entwicklungsaufgaben, die ich hier und jetzt hab, ist das nicht relevant. Aber dennoch - ich seh das als Metapher, und nicht als Schilderung objektiver Fakten. Und ganz ehrlich: So ein radikaler Standpunkt ist das auch nicht.


    Zum umstritten sein: Die Forschung geht eben auseinander in der Frage, wie direkt die überlieferten Schriften direkt die Lehrreden Buddhas wiedergeben. Das heißt nicht, dass ich Zweifel am achtfachen Pfad hab, aber ich halte es für sehr bedenklich, wenn man meint, jede einzelne Formulierung aus dem Palikanon sei das direkte, unverfälschte Wort Buddhas und sei wörtlich zu nehmen. Deshalb haben sich auch Bibelchristen immer gern über mich aufgeregt - gleiche Geschichte.

    Das ist nicht das selbe, wie Zweifel an der Lehre an sich. Diese erkenne ich als legitimen Weg aus dem Leiden heraus an, ich habe mich dafür entschieden, diesen Weg zu gehen und bin zutiefst davon überzeugt, dass das Potential der Buddhalehre, Leid zu heilen und Erwachen zu fördern, unbeschreiblich groß ist.

    Es war da immer dieselbe Haltung aus der heraus gelehrt wurde. Nur ist Nichtwissen verschieden und wird verschieden angesprochen. Bitte nenne ein Beispiel, wo offensichtlich Widersprüchliches gelehrt wird (einmal hier das, ein andermal hier dieses). Ich kenne keines.

    Gut. Beispiel wäre, dass Frauen nicht in vollem Maße die Erleuchtung erlangen können, dass eine Inkarnation als Frau eine niederer Form ist, als eine männliche Inkarnation. Ich behaupte: Das ist der Zeit geschuldet, und es ist mir wurscht, ob Buddha das gesagt hat oder ein Kanon-Autor. Es tut der Lehre keinen Abbruch, denn mit einem kritischen Geist kann man sagen, dass dies ein Element ist, das überholt ist und das man weglassen kann.


    Wobei ich nicht meinte, dass Widersprüchliches gelehrt wurde. Sondern, dass unterschiedliche Menschen unterschiedliche Unterweisungen erhalten haben, je nach ihren Bedürfnissen. Heute spricht man ja sehr gerne davon, Leute da abzuholen, wo sie stehen. Und ich sage: Wäre der Buddha heute hier, würde er so etwas natürlich niemals sagen.


    Bitte nenne (charakterliche) Schwächen des per Definition von Charakterschwächen befreiten Buddha.

    Ich kenne keine. Das war provokant formuliert, ich seh es ein. Aber es ist meiner skeptischen Grundhaltung geschuldet, laut der auch der Erwafchte ein Mensch war, und eine Inkarnation als Mensch geht m.E. mit menschlichen Schwächen einher. Aber auch das ist einfach keine zu zentrale Frage für die Praxis.

    Ich weiß, dass nicht jeder so denkt, und das ist auch voll und ganz ok. Aber ich möchte sagen: Es ist ein legitimer Weg, sich dem Buddhismus zu nähern, zu sagen, ich bin von der Buddhalehre überzeugt, und Buddha war trotzdem ein Mensch. Und die Lehre wurde von Menschen formuliert und weitergetragen, da schleichen sich Fehler ein, da werden Dinge unzeitgemäß und müssen aktualisiert werden. Und all das muss auch möglich und erlaubt sein.


    Wenn es dir fremd ist, den Buddha als Erwachten anzuerkennen, als ein Wesen, was das Höchste erreicht hat, warum bist du dann hier in diesem Forum?

    Ich finde, das ist eine legitime Frage. Ich bin in diesem Forum, weil der buddhistische Weg ein zentraler Teil meines Lebens ist und ich von diesem Weg zutiefst überzeugt bin und mich darüber austauschen will.

    Ich verstehe, dass das für manche als Angriff gesehen wird, wenn ich folgendes sage: Für mich ist es tatsächlich nicht allzu relevant, ob Buddha perfekt war oder nicht. Ob er nicht ab und zu eine geraucht hat, oder einen seiner Anhänger einen Vollpfosten genannt hat. Ich glaube sogar, dass man als Erwachte(r) trotzdem Schwächen haben kann, weil man Mensch bleibt. Aber selbst wenn Buddha ein totaler Irrer gewesen wäre (was ich nicht glaube!), würde das nichts ändern - ich bin nicht Buddha zuliebe hier, sondern des Buddhawegs wegen.


    Von diesem Weg bin ich überzeugt, diesem Weg habe ich einen großen Teil meines Lebens gewidmet, dieser Weg ist ein zentraler Wegweiser, an dem ich mein Leben ausrichte. Ich glaube, dass das für mich ausreicht, um zu sagen, ich gehe den Buddhaweg, so gut ich persönlich kann. Und ich bin absolut überzeugt davon, dass Buddha dazu sagen würde, passt schon so, mach mal weiter.


    Noch ein mal: Das ist eine von vielen Arten, sich dem zu nähern. Die bringt Leute manchmal auf die Palme, und das tut mir ehrlich leid. Ich will niemandes Weg abwerten, und ich halte mich auch nicht für jemand besonders Erwachten, der da eine Basis hat um zu urteilen. Aber ich denke, dass eine gewisse Abgeklärtheit, eine gewisse Skepsis manchmal sehr gesund sein kann, und bringe die manchmal auch mittels ironischer Kommentare ein, die auch mal mißverständlich sind.

  • Für so einige ist Buddha eben nicht mehr ein Mensch, sondern eher eine Art Halbgott oder Gottheit. Es wird nicht mehr so gesehen, dass er "nur" erwacht war, er wird als überragendes Wesen gesehen. Das meine ich mit meinen Formulierungen, und das ist nicht meins. Genauso wie ich Jesus bereits als ich noch praktizierender Christ war, als genialen Lehrer gesehen habe. Gottes Sohn war er für mich in der Form, dass wir alle Gottes Kinder sind, sprich, in metaphorischer Art und Weise.

    Und ich sags nochmal: Ich verlange nicht, dass jedeR das so sieht. Aber ich finde, es ist ein legitimer Standpunkt.

    Genau so sehe ich das auch. Es hätten meine Worte sein können, auch was Jesus anbelangt. Danke für Korrektur Grashuepfer :heart:

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • ich seh das auch so in der Art.

    Ich halte auch nichts von Sockeln und die braucht man auch nicht, wenn man um Ehrlichkeit sich selbst gegenüber bemüht ist. Buddha und Jesus sind nicht dazu da sich selber ihnen gegenüber klein zu machen. Sie sollen ja ein realistisches Beispiel darstellen, was prinzipiell jeder Mensch verwirklichen kann. Man kann sich ihnen durchaus auf Augenhöhe annähern, selbst wenn man in seinem eigenen Leben ihre Tiefe nicht ganz erreichen wird. Der Unterschied der da bleibt ist aber nichts verwerfliches.

  • tja … der olle Buddha hatte es vorausgesehen und auf eine entsprechende Frage ja sehr deutlich geantwortet … man lese im grossen sutta vom paranirwana nach …

    Wenn im dürren Baum der Drache Dir singt
    siehst wahrhaft Du den WEG.
    Wenn im Totenkopf keine Sinne mehr sind
    wird erst das Auge klar.


    jianwang 健忘 = sich [selbst] vergessend

  • Es gibt eben verschiedene Mentalitäten, um sich dem Buddhismus zu nähern. Zum Teil gehen diese mit Schulen einher, zum Teil auch einfach mit Persönlichkeiten. Ich bin ein relativ skeptischer Mensch (auch wenn ich für meine Freundin, die Naturwissenschaftler ist, ein Eso bin - kein Scherz ^^ ). Insbesondere halt ich mich von allem zurück, dass zu sehr in Richtung Heiligenverehrung geht.


    Das Heilige ist doch nichts anders als das was zum Heil gereicht, also zum Guten. Das Heilige ist das Gute. Ich stimme dir zu, dass da abergläubische Vorstellungen vom Heiligen sind. Weswegen man sich von solchen Vorstellungen -das Heilige betreffend- abwendet. Oder es frustriert (also: unwissend) als nicht existent deklariert.


    Das Gute und Richtige im Auge zu haben, es zu verfolgen und und zu unterstützen kann auch keine blinde Verehrung sein. Also: dass man das Heil (das Gesunde, das Gute, das Richtige), und das was dahin führt: das Heilige im Blick hat/sich danach richten will. Ausser man hat vom Guten und Heiligen eine falsche Vorstellung. Was ja in vielen Fällen der Fall ist. Nicht nur in esoterischen Kreisen.


    Das Heilige ist etwas durch und durch Vernünftiges. Pragmatisches.


    Ich denke, die Mentalitäten ändern sich in Abhängigkeit zur Beschäftigung. Das ist auch so bei der Beschäftigung mit buddhistischen Texten und Praktiken so. Es ist nicht weise, über eine Lehrredensammlung zu urteilen, wenn man sie (oder zumindest Teile davon nicht gelesen hat). So einen Eindruck hatte ich, und das hat mich an deinem Post im anderen Thread getriggert, Grashuepfer.


    Für so einige ist Buddha eben nicht mehr ein Mensch, sondern eher eine Art Halbgott oder Gottheit. Es wird nicht mehr so gesehen, dass er "nur" erwacht war, er wird als überragendes Wesen gesehen. Das meine ich mit meinen Formulierungen, und das ist nicht meins. Genauso wie ich Jesus bereits als ich noch praktizierender Christ war, als genialen Lehrer gesehen habe. Gottes Sohn war er für mich in der Form, dass wir alle Gottes Kinder sind, sprich, in metaphorischer Art und Weise.

    Und ich sags nochmal: Ich verlange nicht, dass jedeR das so sieht. Aber ich finde, es ist ein legitimer Standpunkt


    Der Buddha war ja insofern überragend, weil seine Weisheit die aller anderen überragte. Gleichzeitig wurde da auch ein allgemeiner Endpunkt der Weisheit erreicht. Insofern ist hier etwas Höchstes, was aber schon vielfach stattgefunden hat, und grundsätzlich möglich ist.


    Es ist so gesehen nicht Besonderes. Relativ und richtig gesehen ist das aber etwas sehr Besonderes oder Erhabenes, was dasselbe meint wie überragend. Es überragte & überragt dieses Wissen alles weitere.


    Das Problem was du andeutest, ist verbunden mit der Auffassung darüber, wie wesenhaft diese ganzen Handlungen des Buddha eigentlich waren. Ich möchte als Denkanstoss formulieren: Sieht man in dem Buddha ein Selbst, eine Persönlichkeit, oder sieht man das, was dort gesehen wird, wo ein Buddha spricht.


    Ein Gott war der Buddha nicht. Und auch kein HalbGott. Da war ein Mensch. Und das kann man klar im PK so lesen.


    um wörtlich nehmen: Wenn beschrieben wird, wie Buddha sämtliche seiner vergangenen Existenzen nacherlebt hat, dann ist dies etwas, das ich nicht ganz wörtlich nehme. Genauso, und daher kam das, wenn dann davon geschrieben wird, dass man als Tier wiedergeboren wird. Das ist aber für meine Praxis auch überhaupt nicht relevant - ich hab solche Fähigkeiten nicht, und für die Entwicklungsaufgaben, die ich hier und jetzt hab, ist das nicht relevant. Aber dennoch - ich seh das als Metapher, und nicht als Schilderung objektiver Fakten. Und ganz ehrlich: So ein radikaler Standpunkt ist das auch nicht.


    Du schriebst von Gleichnissen. Das hatte ich kritisiert. Weil es hier um klar getätigte Aussagen geht, die man gar nicht metaphorisch auffassen kann. Wenn du daran (Kreislauf der Wiedergeburten) nicht glaubst, oder es nicht für möglich hälst, kannst du es ja so sagen. Wenn du aber schreibst, dass das Gleichnisse wären, dann ist das unachtsam. Nicht gut. Auch für dich nicht. Denn du siehst den eigentlichen Grund der Ablehnung so nicht: deinen Zweifel. Es hat nichts mit Gleichnissen zu tun, die man in den Lehrreden klar als solche erkennen kann, auch weil sie durch den Buddha oder einen anderen Redner zumeist als solche gekennzeichnet werden.


    So achtsam wurde da in den Lehrreden gesprochen: dass man Gleichnisse ankündigt, um niemanden zu verwirren.


    Mir geht es nicht darum, ob da ein radikaler Standpunkt ist oder nicht. Ich finde freie Rede ist eine super Sache. Es könnte aber achtsamer geschehen. Gerade in Bezug auf die überlieferten Lehrreden. Und gerade, wenn man da weniger drin gelesen hat. Was ich meine bei dir zu sehen.


    Zum umstritten sein: Die Forschung geht eben auseinander in der Frage, wie direkt die überlieferten Schriften direkt die Lehrreden Buddhas wiedergeben. Das heißt nicht, dass ich Zweifel am achtfachen Pfad hab, aber ich halte es für sehr bedenklich, wenn man meint, jede einzelne Formulierung aus dem Palikanon sei das direkte, unverfälschte Wort Buddhas und sei wörtlich zu nehmen. Deshalb haben sich auch Bibelchristen immer gern über mich aufgeregt - gleiche Geschichte.


    Ein Urteil ist nur möglich, wenn man sich selbst damit beschäftigt. Vertrauen in die Aussagen anderer ist weitaus gefährdeter als Vertrauen in die Worte eines Erwachten. Genau das ist ja der Punkt.


    Ich hatte nicht geschrieben, dass jede einzelne Formulierung undsoweiter. Es gibt sicher Schwierigkeiten. Aber nicht was das Thema bedingte Entstehung und damit Kreislauf der Wiedergeburten angeht. Das steht so oft und x fach da. Es ist also nicht eine einzelne Formulierung, die mal hier oder vielleicht noch dort auftaucht.


    Beim Studium der Texte wird klar: hier ist eine Kohärenz. Das ist unübersehbar. Wie weit die geht, und wieviel es einem bringt. Und was das eigentlich genau ist: Worte formuliert aus dem Munde und Geist eines Erwachten, das kann man nur feststellen, wenn man sich selber damit beschäftigt, und nicht grundlos anderen unbekannten Menschen Vertrauen schenkt, wenn sie vor dem Hintergrund ihres eigenen Nichtwissens über die Lehrreden sprechen.


    Gut. Beispiel wäre, dass Frauen nicht in vollem Maße die Erleuchtung erlangen können, dass eine Inkarnation als Frau eine niederer Form ist, als eine männliche Inkarnation. Ich behaupte: Das ist der Zeit geschuldet, und es ist mir wurscht, ob Buddha das gesagt hat oder ein Kanon-Autor. Es tut der Lehre keinen Abbruch, denn mit einem kritischen Geist kann man sagen, dass dies ein Element ist, das überholt ist und das man weglassen kann.


    Der durch die Jahrhunderte gebrachte Kanon der Lehrreden hat x tausend Seiten. Da ist auch nichtmal alles übersetzt, so wie ich das weiß.


    Du benutztest die Aussage "der Buddha lehrte Verschiedenes", um den Punkt zu stärken, dass die Behandlung des Themas "Wiedergeburt" so zu betrachten wäre: eine metaphorisierende Sprechweise für diese einzelne Gruppe an Menschen.


    Das Beispiel hier dient dazu aber nicht. Es ging ja konkret um Aussagen zum Kreislauf der Wiedergeburten. Und da gibt es nichts Verschiedenes.


    --


    Ich möchte mich trotzdem einlassen:


    Die Aussagen über die Frauen, die anders lauten lauten, als du sie sprichst, sind anders zu verstehen und nicht dazu gedacht, illusioniert wahrgenommene weibliche Persönlichkeiten abzuwerten oder zu beleidigen oder abzustempeln. Der Begriff "Reinkarnation" ist übrigens nicht kompatibel zu den Formulierungen des Buddha.


    Ich finde es nach wie vor unachtsam von dir. Nicht weise. Du kennst die Texte nicht. Sagst aber, könnte man heute rausnehmen diese bestimmten Stellen.


    Ich kenne keine. Das war provokant formuliert, ich seh es ein. Aber es ist meiner skeptischen Grundhaltung geschuldet, laut der auch der Erwafchte ein Mensch war, und eine Inkarnation als Mensch geht m.E. mit menschlichen Schwächen einher. Aber auch das ist einfach keine zu zentrale Frage für die Praxis.

    Ich weiß, dass nicht jeder so denkt, und das ist auch voll und ganz ok. Aber ich möchte sagen: Es ist ein legitimer Weg, sich dem Buddhismus zu nähern, zu sagen, ich bin von der Buddhalehre überzeugt, und Buddha war trotzdem ein Mensch. Und die Lehre wurde von Menschen formuliert und weitergetragen, da schleichen sich Fehler ein, da werden Dinge unzeitgemäß und müssen aktualisiert werden. Und all das muss auch möglich und erlaubt sein.


    Damit ist nicht begründet, wie die Sache mit den Wiedergeburten und dem erneuten Werden und Geborenwerden und Altern, immer wieder auftauscht. Ein Fehler, der sich eingeschlichen hat?


    Wo sind dann noch überall Fehler? Kann es sein, dass die Fehler nur dort sind, wo du es vermutest, oder sehen willst?


    Um beurteilen zu können, in welchem Ausmass und wie sich Fehler irgendwo eingeschlichen haben könnten, müsste man die Geschichte des Objekts über die Jahrtausende kennen. Der Palikanon ist nicht irgendein Stück Papier was durch die Zeit gegangen ist und jeder hat da was reingeschrieben, ohne das zu kennzeichnen. Ich vermute sehr stark, dass hier sehr achtsam umgegangen wurde. Würde ja auch Sinn machen, denn Budhas Lehre hat etwas mit Achtsamkeit zu tun. Und die Leute die das aufbewahrt haben, waren was die Achtsamkeit angeht sozusagen fanatische Anhänger dieser so und nicht anders gesprochenen Lehre.


    Ich selbst bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, dass da nichts an den Lehren "aktualisiert" wurde. Hätte es ja vermeintlich viele Möglichkeiten dazu geben können. In all der Zeit.


    Es ist da nichts zu aktualisieren. Das ist die zeitlose Lehre, Grashuepfer. Und deine Begründungen weswegen Kreislauf der Wiedergburten für dich oder andere nicht wörtlich zu nehmen wären, funktionieren so nicht.





    :earth:

  • Hallo Pops,

    Danke für Deine Aufschlüsselung. Ich möchte allerdings hier noch einmal betonen, dass ich den Kreislauf der Wiedergeburt nicht anzweifle, denn der ist ja überall sichtbar. Ich glaube nur nicht an eine PERSÖNLICHE WIEDERGEBURT. Falls ich mich also an anderer Stelle missverständlich oder unklar ausgedrückt haben sollte, bitte ich um Entschuldigung.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Hallo Pops,

    Danke für Deine Aufschlüsselung. Ich möchte allerdings hier noch einmal betonen, dass ich den Kreislauf der Wiedergeburt nicht anzweifle, denn der ist ja überall sichtbar. Ich glaube nur nicht an eine PERSÖNLICHE WIEDERGEBURT. Falls ich mich also an anderer Stelle missverständlich oder unklar ausgedrückt haben sollte, bitte ich um Entschuldigung.

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    Du das waren viel zu viele Gefühle von mir hier. Hat der Grashuepfer auch nicht verdient. Ging auch nur um einen Umgang, mit den Lehrreden, den ich meine häufiger zu sehen. Da kann der Grashuepfer nichts für. Es ist ein allgemeines Phänomen. SchreibWut ist auch ein allgemeines Phänomen.




    :earth:

  • Ich glaube nur nicht an eine PERSÖNLICHE WIEDERGEBURT


    Wie kann es das überhaupt geben, wenn die Wesen ja alle verschieden erscheinen?


    Also angenommen, ich werde als Frau wiedergeboren. Dann sind doch Empfindungen und Wahrnehmungen abhängig von diesem anderen Körper. Also nichts von dem, wie es sich jetzt spezifisch anfühlt, und vertraut ist, oder wie sich die Unvertrautheit anfühlt, bedingt durch diesen Körper, würde dann dort so sein. Also ist die Eingangsformulierung "ich werde wiedergeboren" nicht zutreffend. Da ist Wiedergeburt. Aber nicht ich werde wiedergeboren.


    Das ist natürlich die unpersönliche Wiedergeburt. Trotzdem ist die (auch) abhängig von Handlungen jetzt.


    Es gab hier im Forum schonmal ein BegriffsProblem "unpersönliche Wiedergeburt". Ich habe den Begriff da auch auch anders benutzt als nach neuerlicher Betrachtung vor ein paar Tagen.




    :earth:

  • Ich glaube nur nicht an eine PERSÖNLICHE WIEDERGEBURT.

    Wer nicht an ein persönliches Leben glaubt wird ja

    auch nicht an eine persönliche Wiedergeburt glauben.


    Um es mal klarer zu sagen, wenn der Glaube an ein

    persönliches Leben völlig überwunden wäre, würde es ja

    eben gar keine Wiedergeburt geben können.

    Solange aber an ein persönliches Leben geglaubt wird,

    solange wird bei der Wiedergeburt auch an eine persönliche

    Wiedergeburt gedacht werden so wie im scheinbar persönlichen Leben.

  • Insbesondere halt ich mich von allem zurück, dass zu sehr in Richtung Heiligenverehrung geht.


    Das Heilige ist doch nichts anders als das was zum Heil gereicht, also zum Guten. Das Heilige ist das Gute. Ich stimme dir zu, dass da abergläubische Vorstellungen vom Heiligen sind. Weswegen man sich von solchen Vorstellungen -das Heilige betreffend- abwendet. Oder es frustriert (also: unwissend) als nicht existent deklariert.


    Das Gute und Richtige im Auge zu haben, es zu verfolgen und und zu unterstützen kann auch keine blinde Verehrung sein. Also: dass man das Heil (das Gesunde, das Gute, das Richtige), und das was dahin führt: das Heilige im Blick hat/sich danach richten will. Ausser man hat vom Guten und Heiligen eine falsche Vorstellung. Was ja in vielen Fällen der Fall ist. Nicht nur in esoterischen Kreisen.

    Das ist schlichtweg falsch. Da nimmst du wieder das, was dir grade in dein Argument passt, und beschließt, dass dies die Wortbedeutung ist. Heiligenverehrung, wie ich sie kritisiert habe, ist nicht pragmatisch oder vernünftig. Da wird das rationale Denken ausgeschaltet, da wird kritisches Denken ausgeschaltet, da werden Texte zu absoluter Wahrheit verklärt und Autoren zu Propheten, die nicht irren können.

    Was du beschreibst, ist das heilsame. Das ist pragmatisch, ja. Das heilige ist, laut Duden:

    Duden | hei­lig | Rechtschreibung, Bedeutung, Definition, Synonyme, Herkunft


    Das ist einfach etwas völlig anderes.



    Wenn du aber schreibst, dass das Gleichnisse wären, dann ist das unachtsam. Nicht gut. Auch für dich nicht. Denn du siehst den eigentlichen Grund der Ablehnung so nicht: deinen Zweifel.

    Ich würde sagen: mein kritisches Denken. Wenn man jedes einzelne Wort für bare Münze nimmt, dann schafft man seinen Zweifel allerdings sehr effektiv aus der Welt. Ich bezweifle sehr, dass es auf eine gesunde Art geschieht.

    Wie im anderen Thread diskutiert - wenn man diese ganzen Schilderungen von Zwischenstadien und Wiedergeburtsphänomenen als exakte, wissenschaftliche Beschreibungen nimmt, dann muss man schon auch sehr viel ausblenden, damit das noch Sinn ergibt.



    Zum umstritten sein: Die Forschung geht eben auseinander in der Frage, wie direkt die überlieferten Schriften direkt die Lehrreden Buddhas wiedergeben.


    Ein Urteil ist nur möglich, wenn man sich selbst damit beschäftigt. Vertrauen in die Aussagen anderer ist weitaus gefährdeter als Vertrauen in die Worte eines Erwachten. Genau das ist ja der Punkt.

    Beim Studium der Texte wird klar: hier ist eine Kohärenz. Das ist unübersehbar. Wie weit die geht, und wieviel es einem bringt. Und was das eigentlich genau ist: Worte formuliert aus dem Munde und Geist eines Erwachten, das kann man nur feststellen, wenn man sich selber damit beschäftigt, und nicht grundlos anderen unbekannten Menschen Vertrauen schenkt, wenn sie vor dem Hintergrund ihres eigenen Nichtwissens über die Lehrreden sprechen.

    Wenn du ernsthaft jede Art von Forschung einfach vom Tisch wischst, und eine eigene, kontextfreie Lektüre der alten Texte als einzigen Weg zur Erkenntnis siehst, und jedem, der dir widersprichst, einfach das Etikett "Nichtwissender" aufklebst, dann macht unser Gespräch einfach keinen Sinn.


    Gut. Beispiel wäre, dass Frauen nicht in vollem Maße die Erleuchtung erlangen können, dass eine Inkarnation als Frau eine niederer Form ist, als eine männliche Inkarnation. Ich behaupte: Das ist der Zeit geschuldet, und es ist mir wurscht, ob Buddha das gesagt hat oder ein Kanon-Autor. Es tut der Lehre keinen Abbruch, denn mit einem kritischen Geist kann man sagen, dass dies ein Element ist, das überholt ist und das man weglassen kann.


    Die Aussagen über die Frauen, die anders lauten lauten, als du sie sprichst, sind anders zu verstehen und nicht dazu gedacht, illusioniert wahrgenommene weibliche Persönlichkeiten abzuwerten oder zu beleidigen oder abzustempeln. [...]

    Ich finde es nach wie vor unachtsam von dir. Nicht weise. Du kennst die Texte nicht. Sagst aber, könnte man heute rausnehmen diese bestimmten Stellen.

    In den acht Garudhammas, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, wird von Bikkhunis eindeutig die Unterordnung unter die Bikkhus verlangt. Mönche dürfen Frauen kritisieren und maßregeln, andersherum ist es grundsätzlich verboten.


    Das ist einfach jahrtausende alter mentaler Staub, der nur einen Platz hat: Im Museum unter "Verwirrungen der Vergangenheit". Das ist auch völlig unnötig für ein Praktizieren des Buddhaweges.

    Und Buddha, wäre er jetzt hier, wäre der erste, der die Ärmel hochkrempeln und da fegen würde. Wenn man sich ernsthaft komplett dem verweigert, darüber auch nur nachzudenken, und diesen Gedanken allein als Angriff auf die wahre Lehre sieht, dann ist man, zumindest, erzkonservativ.


    Ich selbst bin sehr froh darüber, dass es gelungen ist, dass da nichts an den Lehren "aktualisiert" wurde. Hätte es ja vermeintlich viele Möglichkeiten dazu geben können. In all der Zeit.


    Es ist da nichts zu aktualisieren. Das ist die zeitlose Lehre, Grashuepfer. Und deine Begründungen weswegen Kreislauf der Wiedergburten für dich oder andere nicht wörtlich zu nehmen wären, funktionieren so nicht.


    Nagut - dann sag ich jetzt, mit Bauchschmerzen, das F-Wort. Tut mir leid, ich hoffe, dass du mir das verzeihst. Aber ich finde, das ist ein wirklich essentieller Punkt.


    Zitat

    Ein Mensch, der fundamentalistisch denkt, hängt starr an überlieferten Grundsätzen, lehnt Neuerungen ab und will sich der modernen Zeit nicht anpassen. Diese Grundsätze können politische oder religiöse Überzeugungen sein.


    Fundamentalismus | bpb



    Ich wollte dir nicht zu nahe treten, weil ich weiß, dass auch viele persönliche Gefühle dabei sind, die verletzt werden. Das ist schade. Aber diese Art von Religionsauffassung, wie du (nicht nur du) sie da vertrittst, ist m.E. hoch problematisch. Ich will auch nicht weiter darauf eingehen - einmal aus Zeitgründen, und weil das auch zu nichts mehr führen wird.

    Mir hat die Diskussion einiges gebracht - ich verstand bisher nicht, wie wichtig es ist, einen modernen Buddhismus zu leben. Diese Einlassungen haben mir vor Augen geführt, was für Baustellen wir noch vor uns haben.


    Wir haben so viel positives gemeinsam - lass es uns an dem Punkt beenden, und uns auf konstruktivere Unterhaltungen konzentrieren.

  • Es geht doch nicht um Meinungen, Grashuepfer. Es gibt im PK Gleichnisse. Dann gibt es Formulierungen, in denen nicht in Gleichnissen gesprochen wird. Und diese Formulierungen sagen aus: Begehruns- & DaseinsEntstehung ist in Abhängigkeit zum NichtWissen. Und diese Entstehung hört nicht mit dem Tod auf.


    Ein kritischer Geist ist doch gerade einer, der sich selber hinterfragt und feststellen kann, dass es nicht richtig ist, zu sagen, hier wäre ein Gleichnis.


    Deine "Begründungen" zur Aufrechterhaltung der These "Fehler", die sich eingeschlichen haben, oder "Gleichnisse" (kritischer Geist ...) sind löchrig. Ich bin davon überzeugt, dass bessere Anschauung und damit bessere Begründungen für einen Zweifel möglich sind.


    Bitte:


    Wenn du ernsthaft jede Art von Forschung einfach vom Tisch wischst, und eine eigene, kontextfreie Lektüre der alten Texte als einzigen Weg zur Erkenntnis siehst, und jedem, der dir widersprichst, einfach das Etikett "Nichtwissender" aufklebst, dann macht unser Gespräch einfach keinen Sinn.


    präsentiere doch einmal eine entsprechende Forschung, was jetzt das Thema "Gleichnisse" im Zusammenhang mit der Formulierung "Wiedergeburt" oder "neuerliche Geburt" angeht.


    Ich wische nicht ernsthaft jede Art von Forschung über den Tisch. Ich finde es auch nicht gut, dass du so etwas behauptest.


    Wenn man jedes einzelne Wort für bare Münze nimmt, dann schafft man seinen Zweifel allerdings sehr effektiv aus der Welt. Ich bezweifle sehr, dass es auf eine gesunde Art geschieht.


    Das mache ich nicht. Und ich würde es auch niemanden empfehlen es so zu tun. Es ging um das Thema "Wiedergeburt - eine Metapher". Ein Begriff, der keine Metapher ist, sondern einer, in welchem ebenso die Codierung "Geburt" vorkommt, die hier genau die Bedeutung von "Geburt" hat.


    Für mich ist der Begriff "Heil" nichts mehr, was mit dem Christentum oder dem Duden zu tun hat. Er ist hoffentlich eher geprägt durch eine richtigere Bedeutung.


    Wenn es für dich fundamentalistisch ist, darauf hinzuweisen und darauf zu beharren, dass man aus einem Apfel keinen Balkon machen kann, auch nicht in der Sprache, dann ist das für dich eben so.


    Darum bemüht zu sein, andere darauf hinzuweisen, vorsichtig mit ihren Äusserungen über die Inhalte der Lehrreden zu sein, erst Recht wenn man da wenig oder nichts gelesen hat, und ebenso vorsichtig mit den Formulierungen insgesamt zu sein, halte ich für alles andere als fundamentalistisch.





    :earth:

  • Und btw ... ich habe niemanden das Etikett "Nichtwissender" aufgeklebt. Ich habe auf unbegründete, oder schlecht begründete Meinungen aufmerksam gemacht.


    Wenn du einen wirklichen Punkt hast, zu begründen, warum es deiner Meinung nach so ist, dass Daseinsentstehung mit dem Tod beendet wäre (darum geht es dir ja eigentlich, oder?), dann versuche es doch. Der andere Weg der "Diskussionsführung" (willkürliche Behauptungen über den Anzusprechenden, um eine eigene Auffassung über eine andere Sache zu "stärken") ist sehr ungut.


    Ich selbst habe nirgendwo eine Debatte aufmachen wollen, wie etwas "wirklich" ist. Mir ging es um eine fehlerhafte Bezeichnung. Die andere ja lesen und glauben könnten, genau wie du.





    :earth:

  • Es geht doch nicht um Meinungen, Grashuepfer.

    Ich finde schon. Du hast deine Meinungen, ich hab meine. Beide versuchen wir, diese zu begründen, Fakten zu finden. Aber sehr vieles wird hier als Fakt dargestellt, was keiner ist.


    Deine "Begründungen" zur Aufrechterhaltung der These "Fehler", die sich eingeschlichen haben, oder "Gleichnisse" (kritischer Geist ...) sind löchrig. Ich bin davon überzeugt, dass bessere Anschauung und damit bessere Begründungen für einen Zweifel möglich sind.


    Ich hab von Dingen gesprochen, die in einer gewissen zeitlichen und örtlichen und kulturellen Situation gesagt wurden und hier, heute nicht mehr passend sind. Damit will ich eben nicht den Buddhaweg an sich abwerten, weil ich davon überzeugt bin, dass dessen Kern so wertvoll ist wie eh und je. Aber manche Aspekte davon sind nicht mehr aktuell. Darüber muss man kritisch sprechen, um den wertvollen Kern herauszuarbeiten.


    Und das ist für mich so offensichtlich, dass ich verblüfft darüber bin, dass es als "These" bezeichnet wird, die ich erstmal begründen müsse. Und wenn da so eine Einstellung vorherrscht, dann sprechen wir auch von krass unterschiedlichen Standpunkten aus.

    Ich wische nicht ernsthaft jede Art von Forschung über den Tisch. Ich finde es auch nicht gut, dass du so etwas behauptest.

    So hast du es aber formuliert. Ich schrieb, dass es in der Forschung umstritten ist, wie direkt der Palikanon Buddhas Worte wiedergibt. Das ist eine Tatsache. Da meintest du, ich solle lieber den Originaltext lesen, anstatt grundlos anderen Nichtwissern Vertrauen zu schenken.


    Genauso wie du im Nachbarthread den Einwand eines Fachtextes gar nicht beachtet hast, sondern als bloße "Meinung" abgetan hast, und dann noch die Geisteswissenschaften an sich verspottet hast. Das macht nicht den Eindruck, als ob du auf die Forschung viel gäbest.


    präsentiere doch einmal eine entsprechende Forschung, was jetzt das Thema "Gleichnisse" im Zusammenhang mit der Formulierung "Wiedergeburt" oder "neuerliche Geburt" angeht.

    Daran hab ich kein Interesse, sorry. Wenn du meinst, die Beschreibungen von WIedergeburt seien absolut wörtlich zu nehmen, bitteschön. Ja, ich hab behauptet, dass die Beschreibungen von Wiedergeburten nicht als wörtliche Tatsachenbeschreibung zu lesen sind. Das würde aus tausend verschiedenen Gründen gar keinen Sinn ergeben. Aber vor allem bin ich der Meinung, dass man auf solche Erwägungen nicht zu viel Zeit und Mühe verwenden sollte. Zumindest ich will es nicht tun, und werde deswegen auch nicht diesbezüglich in den Archiven graben. Für mein Argument ist es auch nicht zentral.


    Für mich ist der Begriff "Heil" nichts mehr, was mit dem Christentum oder dem Duden zu tun hat. Er ist hoffentlich eher geprägt durch eine richtigere Bedeutung.

    Ja. Sei's dir vergönnt. Dann ist halt eine Diskussion nicht möglich, wenn du selber beschließt, was Worte bedeuten. Aber das hatten wir ja schonmal.


    Wenn es für dich fundamentalistisch ist, darauf hinzuweisen und darauf zu beharren, dass man aus einem Apfel keinen Balkon machen kann, auch nicht in der Sprache, dann ist das für dich eben so.

    Es ist für mich fundamentalistisch, zu sagen, der Pali-Kanon ist Buddas direkte Rede, gibt exakt die Wahrheit wieder, ist perfekt, sollte und darf nicht verändert werden, und braucht nicht kritisch betrachtet oder auch mal modernisiert zu werden. Ich hab den Eindruck, dass du all dies gesagt hast. Ich weiß nicht, wie man deine Äußerungen sonst verstehen sollte. Ich zitier die jetzt nicht nochmal, das hab ich oben bereits getan.


    Und btw ... ich habe niemanden das Etikett "Nichtwissender" aufgeklebt. Ich habe auf unbegründete, oder schlecht begründete Meinungen aufmerksam gemacht.


    Doch, hier:


    Beim Studium der Texte wird klar: hier ist eine Kohärenz. Das ist unübersehbar. Wie weit die geht, und wieviel es einem bringt. Und was das eigentlich genau ist: Worte formuliert aus dem Munde und Geist eines Erwachten, das kann man nur feststellen, wenn man sich selber damit beschäftigt, und nicht grundlos anderen unbekannten Menschen Vertrauen schenkt, wenn sie vor dem Hintergrund ihres eigenen Nichtwissens über die Lehrreden sprechen.

    Da ging es um die gesamte Buddhismus-Forschung an sich, die du damit einfach mal als ahnungslos erklärt hast.


    Wenn du einen wirklichen Punkt hast, zu begründen, warum es deiner Meinung nach so ist, dass Daseinsentstehung mit dem Tod beendet wäre (darum geht es dir ja eigentlich, oder?), dann versuche es doch. Der andere Weg der "Diskussionsführung" (willkürliche Behauptungen über den Anzusprechenden, um eine eigene Auffassung über eine andere Sache zu "stärken") ist sehr ungut.

    Mir ging es um etwas viel grundsätzlicheres. Nämlich das, was ich hier als problematisch sehe. Da bist du nicht der einzige Vertreter, und es tut mir auch leid, in welche feindselige Richtung das ganze gelaufen ist, weil ich eigentlich keine negativen Stimmungen schaffen will. Das hab ich aber doch getan hiermit, weil es mir doch wichtig war, da einer Auffassung zu widersprechen, die ich als problematisch betrachte, tut mir leid.


    Ich hab mich bemüht, nicht nur zu behaupten, sondern zu belegen. Aber es war wohl unvermeidlich, dass dich das vor den Kopf stoßen würde, und das bedaure ich. Aber deine Äußerungen sind zum Teil ihrerseits herabsetzend. Wenn z.B. die Forschung einfach lächerlich gemacht wird. Oder wenn man sich weigert, die frauenfeindlichen Tendenzen des historischen Buddhismus auch nur anzuerkennen, geschweige denn, darüber eine DIskussion zuzulassen.

    Da bist du auch nicht der einzige Vertreter. Sowas wird hier aber doch immer wieder sehr präsent formuliert, mir tut das leid, ich finde, das schadet der Sache. Deswegen wollte ich dem mal widersprechen. Aber natürlich haben wir ganz verschiedene Herangehensweisen an die Sache, das wird sich auch nicht ändern.


    Ich werde jetzt auch nicht mehr darauf eingehen, ich hab schon viel zu viel Zeit darauf verwendet. Es ist verlorene Liebesmüh - mit Bibelchristen hab ich damals auch stundenlang herumdiskutiert. Das ist grad ein Dauerdejavu. Ich wünsch dir alles Gute.

  • In den acht Garudhammas, um nur ein weiteres Beispiel zu nennen, wird von Bikkhunis eindeutig die Unterordnung unter die Bikkhus verlangt. Mönche dürfen Frauen kritisieren und maßregeln, andersherum ist es grundsätzlich verboten.


    Das ist einfach jahrtausende alter mentaler Staub, der nur einen Platz hat: Im Museum unter "Verwirrungen der Vergangenheit". Das ist auch völlig unnötig für ein Praktizieren des Buddhaweges.

    Und Buddha, wäre er jetzt hier, wäre der erste, der die Ärmel hochkrempeln und da fegen würde. Wenn man sich ernsthaft komplett dem verweigert, darüber auch nur nachzudenken, und diesen Gedanken allein als Angriff auf die wahre Lehre sieht, dann ist man, zumindest, erzkonservativ.

    Das hat mit der Lehre direkt auch gar nichts zu tun. Es geht

    dabei um Regeln des Verhaltens im Orden um Streitigkeiten

    zu vermeiden und die Lehre zu bewahren.

    Wenn es angemessen ist diese Regeln zu verändern dann kann

    man das (nach der Rede des Buddha) tun. Da wo es aber nicht

    so ist sollte man sich daran halten. Aber ehrlich gesagt ist das

    eine Sache der Mönche wie sie ihren Orden organisieren.

  • Es ging auch um den Schutz von Nonnen, denn das waren ja zu Beginn nicht viele. Wo sollten die wohnen, wie leben?

    All das musste organisiert werden, zumal es zur damaligen Zeit revolutionär war, Frauen in den Orden aufzunehmen.

    _()_

    Ich bin der Wahrheit verpflichtet, nicht der Beständigkeit.
    Gandhi

  • Ist ja lustig, dass du schreibst. Hatte schon an dich gedacht. }:-).


    Im Ernst: Ja, die Mönchsregeln sind erstmal weit weg von unserer Alltagswelt. Ich würd halt sagen, wenn so eine Unterordnung verlangt wird, dann hat das ja einen Grund, dann geht man von einer Hierarchie aus, und das beeinflusst dann unser Denken.

  • Ich habe hier von Seiten Grashuepfer sachlich dargelegte Tatsachen gelesen. Von Vedana kam gar nichts. Die wesentlichen Argumente, die Grashuepfer dargelegt hat, wurden von pops einfach stehen gelassen, da er natürlich keine Argumente hat um objektiv darauf eingehen zu können, ohne irgendetwas magisch mystisches aus den Taschen ziehen zu müssen.


    Das die Buddha Lehre heilsam ist steht außer Frage. Und ich sehe mich selbst als Anhänger der Buddha Lehre. Heutzutage muss es aber erlaubt sein, gewisse Dinge offen anzusprechen.

    Das Frauen in der Antike als niederere Wesen gesehen wurde ist doch klar. Es gibt mehrere Stellen im PK, welche die Frauen abwerten. Nicht nur die obige.

    Nur Fundamentalisten übernehmen dies starr auf die heutige Zeit.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • All das musste organisiert werden, zumal es zur damaligen Zeit revolutionär war, Frauen in den Orden aufzunehmen.

    Ich würde das keineswegs mit "revolutionär" bezeichnen.

    Es war nur Unüblich also außergewöhnlich. Anhängerinnen

    im Hause waren üblich aber auch nicht revolutionär.

  • Nur Fundamentalisten übernehmen dies starr auf die heutige Zeit.

    Fundamentalisten sind eine gute Sache, sonst gäb es die Lehre heute

    vielleicht gar nicht mehr. Jedenfalls Fundamentalisten soweit es die Lehre

    anbelangt sind diejenigen die die Lehre bewahren. Ohne Fundamental sich

    auf die Lehre zu stützen wäre sie schon längst zerbröselt worden.

  • Ja, die Mönchsregeln sind erstmal weit weg von unserer Alltagswelt. Ich würd halt sagen, wenn so eine Unterordnung verlangt wird, dann hat das ja einen Grund, dann geht man von einer Hierarchie aus, und das beeinflusst dann unser Denken.

    Ich glaube du verwechselst einen Mönchsorden mit Lehrer und Schüler

    die nicht mal etwas für die Schule bezahlen müssen mit einem ideologischen

    Staatsgebilde mit extra Frauenquote und so.

  • Nur Fundamentalisten übernehmen dies starr auf die heutige Zeit.

    Fundamentalisten sind eine gute Sache, sonst gäb es die Lehre heute

    vielleicht gar nicht mehr. Jedenfalls Fundamentalisten soweit es die Lehre

    anbelangt sind diejenigen die die Lehre bewahren. Ohne Fundamental sich

    auf die Lehre zu stützen wäre sie schon längst zerbröselt worden.

    Ja genau, wie der fundamentalistische Islam.

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Jedenfalls Fundamentalisten soweit es die Lehre

    anbelangt sind diejenigen die die Lehre bewahren.

    Ja, das ist für mich nicht von der Hand zu weisen.


    Das Grundproblem bei Fundalementalismus ist ja immer, zu unterscheiden, wo er zur Bewahrung angebracht und wichtig ist, und wo er die Lehre nur unnötig steif und unzugänglich macht. Fundamentalismus stellt darüber hinaus natürlich auch jede Menge Punkte zum Anhaften bereit.


    Ich persönlich finde es wichtig, zwischen Dingen zu unterscheiden, die man nach mittel-langer Praxis selbst erfahren kann, und Dingen die man glauben muss.


    Die Vier Edlen Wahrheiten, der Achtfache Pfad und Liebende Güte sind Dinge, da gibt es nichts zu glauben; das kann jede und jeder selbst erproben, ob sich mittelfristig das Leben und Leiden verändert. Buddha fordert dazu ja auch explizit auf, und IMHO ist das ein wichtiger Teil für die Attraktivität der buddhistischen Praxis. Auch nach 2500 Jahren kann man selbst erfahren, dass das wahr ist, bei allen potentiellen Mängeln durch Übertragung und Mehrfach-Übersetzungen.


    In "meiner" RIchtung spielt die Frage der Wiedergeburt beispielsweise überhaupt keine Rolle. Nicht, weil man das Konzept ablehnt, sondern weil es für die Vipassana-Praxis überhaupt keine Rolle spielt. Im Zweifelsfall wird geraten, sich damit nicht zu beschäftigen, weil es ein weiteres Konzept ist, und die Anhaftung an Konzepten die Befreiung behindert. Das mag in anderen Richtungen anders sein.


    Liebe Grüße, Aravind.