There are 123 replies in this Thread. The last Post () by Samten.


  • Was Sogyal Lakar gemacht hat, ist bekannt oder kann im Buddhaland nachgelesen werden. Der Lama im Video dämonisiert hier die Briefschreiber und wirft ihnen Missbrauch des Dharma vor, ohne Sogyal Lakar ähnlich zu bewerten. Und am Ende klatscht die ganze Sangha noch Beifall. :sick:


    2014 oder so gab es die Petition 'Markus Lanz raus aus meinem Rundfunkbeitrag'. Wann gibt es eine Petition 'Solche Lamas raus aus meinem Buddhismus'? Was soll das überhaupt für ein Buddhismus sein, in dem 'faith and devotion' einhergehen mit Klappe halten und sich missbrauchen lassen. Auch wenn das Video schon über ein Jahr alt ist und es möglicherweise Ärger mit der Moderation und unseren Tibet-Freunden geben wird, wollte ich nochmal kurz meine Gedanken dazu teilen. "Guru shamers" sind die Feinde der Lehre. Erstmal einen :tee:.


    Siehe auch Palyul lamas support Still corrupt Rigpa organization and Sogyal - Dharma Wheel

    Heutzutage suchen viele Menschen die Zweige, lehnen aber die Wurzel ab, vergessen das Wahre und fallen in das Falsche, sie haben den Buddhadharma geschädigt - Yunan Kewen

    Pamokkhas Aufsatzsammlung

  • Der Lama im Video dämonisiert hier die Briefschreiber und wirft ihnen Missbrauch des Dharma vor, ohne Sogyal Lakar ähnlich zu bewerten.

    Dass es unter den Lamas immer wieder Schwarze Schafe gibt, dürfte nach der ausführlichen Sogyal Diskussion jedem hier im Forum klar sein. Dass es trotzdem noch Anhänger von Sogyal gibt, nach allem was er getan hat, ist auch nicht weiter verwunderlich. Ist eventuell auch ein Stück "Tibetischer Politik". Ich habe das Video zwar nicht gesehen, aber traurig wäre in der Tat, dass, wie Du berichtest, die Sangha hier Beifall klatscht, vermutlich ohne die Bedeutung der Worte ihres Lamas kritisch zu hinterfragen. Wir können hier im Forum immerhin ein Bewusstsein dafür schaffen, dass diese Art von "dämonisierender" Kritik (an die Briefeschreiber) nicht unbedingt Rechte Rede ist und eventuell negatives Karma nach sich ziehen könnte.

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Die DBU unterscheidet folgende Arten von Gruppen:


    • DBU-Mitgliedsgemeinschaft: Diese Gruppe ist Mitglied der »Deutschen Buddhistischen Union e.V.« (DBU) – dem übertradi­tio­nellen Dachverband der Buddhisten in Deutschland. Alle DBU-Mitgliedsgemeinschaften sind den ethischen Grundsätzen eines gemeinsamen buddhistischen Bekenntnisses verpflichtet.
    • DBU-Untergruppe: Es handelt sich um eine regionale Unter­gruppe einer DBU-Mitgliedsgemeinschaft.
    • Kein DBU-Mitglied: Hier können wir keinerlei Garantie für die Seriosität der Gruppe geben.

    Wäre also Rigpa kein DBU Mitglied, könnte uns die DBU keine Garantie für die Seriosität der Gruppe geben. Heisst das dann im Umkehrschluss, dass wir so eine haben und auch die ganze Zeit hatten?


    Was bedeutet es, den ethischen Grundsätzen eines gemeinsamen buddhistischen Bekenntnis verpflichtet zu sein?


    Auf obiger Seite finde ich folgende Vorankündigung eines Seminars:

    ich lese das so, dass Selbstkritik eher zu Leid führt, während Selbstmitgefühl wichtig und heldenhaft ist.


    Dies ist alles erstauenswert.

  • Danke für das Posting void

    Ich habe mal überlegt Mitglied bei der DbU zu werden aber dann dachte ich, es bringt weder für mich noch für andere einen Nutzen. Über gewisse Umwege bin ich nun doch irgendwie Mitglied der DBU weil ich Mitglied im tibetischen Zentrum Hamburg bin.


    Ich denke dass Selbstkritik einerseits zu einem kritischem und Achtsamen Bewusstsein führt. Das ist für mich ganz wichtig im Buddhismus.

    auf der anderen Seite aus Sicht des tibetischen Buddhismus finde ich Selbstkritik auch wichtig um Zorn in Tatkraft umzuwandeln. Man kritisiert sich aus meiner Sicht nicht selbst sondern man ärgert sich über die Nachteile einer samsarischen Existenz und man ärgert sich darüber dass man selbst noch nicht aus Samsara befreit ist. Daraus entsteht der Tiefe Wunsch sich aus Samsara zu befreien. Und das ist aus meiner Sicht traditionsübergreifend buddhistisch.


    in ähnlicher Weise kann man auf Fehlverhalten eines Lehrers hinweisen, nicht um ihm persönlich zu schaden, sondern im Bewusstsein dass auch er noch nicht befreit aus Samsara ist

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)

  • in ähnlicher Weise kann man auf Fehlverhalten eines Lehrers hinweisen, nicht um ihm persönlich zu schaden, sondern im Bewusstsein dass auch er noch nicht befreit aus Samsara ist

    Ehrlich gesagt denke ich dabei weniger daran, ob ein Hinweis auf Fehlverhalten eines Lehrers diesem schaden könnte. Ich denke in erster Linie daran, dass weiteres Leid verhindert wird, indem Fehlverhalten klar benannt wird, zumal bei so schwerwiegenden Vorfällen, und dem ein Riegel vorgeschoben wird. Am besten ein staatlicher Riegel.

  • Was Sogyal Lakar gemacht hat, ist bekannt oder kann im Buddhaland nachgelesen werden. Der Lama im Video dämonisiert hier die Briefschreiber und wirft ihnen Missbrauch des Dharma vor, ohne Sogyal Lakar ähnlich zu bewerten. Und am Ende klatscht die ganze Sangha noch Beifall. :sick:


    Arschloch ist Arschloch - daran ändert auch eine Mönchsrobe nichts. Dass die ganze Sangha dem noch Beifall klatsch, ist eine totale Absage an ethische Werte zugunsten esoterischem Geschwurbels.


    "Wer dich veranlassen kann, Absurditäten zu glauben, der kann dich auch veranlassen, Gräueltaten zu begehen." (Voltaire)

  • Auf eine Anfrage der SZ hin teilte der Privatsekretär des Dalai Lama, Tseten Samdup Chhoekyapa, mit:

    „Seine Heiligkeit sagt, dass es total falsch ist, blind allem zu folgen, was ein Lehrer sagt. Man muss untersuchen, ob die Lehren eines Lehrers mit den Lehren Buddhas im Einklang stehen. [...] Sogyal Rinpoche (ist) ein sehr guter Freund von mir [des Dalai Lama], aber er hat (die buddhistischen Lehren) beschmutzt.“ Sein Rat: „Macht diese Dinge publik, auch durch die Medien.“

    _()_

    小金龍

    :zen:

    ཨོཾ་མ་ཎི་པདྨེ་ཧཱུྃ

  • Ich bin zwar kein Freund von Rigpa und Sogyal Lakar, möchte aber darauf hinweisen, dass das Video NICHT aktuell ist, sondern vom September 2017 ist.
    Khenchen Namdrol Rinpoche Speaks Out Over Public Criticism of Sogyal Rinpoche | Buddhistdoor


    Wo kann man nachlesen worum es geht?

    "Debatte um Sogyal Rinpoche"

    Rigpa: Untersuchungsbericht über sexuelle und körperliche Gewalt liegt vor


    Demnächst erscheint auch ein Buch zum Thema:

    Der ermächtigte Meister

    Eine systemische Rekonstruktion am Beispiel des Skandals um Sogyal Rinpoche

    Der ermächtigte Meister von Werner Vogd; Philosophie/Systemtheorie/Gesellschaft – Carl-Auer Verlag

  • Da kommt jemand in den Salon, schmeißt ein Stöckchen in Form eines uralten Videos hinein, und wartet auf der Tribüne ab, was passiert. Unweigerlich - das ist das Internet - springen welche. Shunyata ist jetzt so ein bißchen gestolpert.


    Ich hoffe, der Stöckchenwerfer amüsiert sich gut. Denn tatsächlich diskutieren wollte er wohl nicht, denn von 31 bisherigen Posts gibt es nur einen einzigen von ihm. Den Post, mit dem er zündelt.


    Edit: Dieses Post hier ist eigentlich nur im Zusammenhang zu verstehen, der durch die Trennung der Threads, die nach meinem Post erfolgte, nicht mehr schlüssig ist. Also gehört dieses Post hier eigentlich auch in den anderen Thread. Was solls. :mrgreen: Ist ja jetzt alles geschlossen.

  • Wäre also Rigpa kein DBU Mitglied, könnte uns die DBU keine Garantie für die Seriosität der Gruppe geben. Heisst das dann im Umkehrschluss, dass wir so eine haben und auch die ganze Zeit hatten?


    Was bedeutet es, den ethischen Grundsätzen eines gemeinsamen buddhistischen Bekenntnis verpflichtet zu sein?

    Das ist in der Tat eine Frage, der sich die DBU endlich stellen muss - und auf der Mitgliederversammlung 2017 wurde da endlich ein Anfang gemacht. Mal sehen, wie es 2018 weitergeht.

    Auf obiger Seite finde ich folgende Vorankündigung eines Seminars:

    Für die, die nicht auf den Link klicken, sollte man vielleicht klarstellen, dass es sich um eine Rigpa-Veranstaltung handelt und nicht um eine DBU-Veranstaltung. Die Vorankündigung stammt auch nicht von der DBU, sondern Mitgliedsgemeinschaften können ihre Veranstaltungen selbst (über einen begrenzten Account) in den Veranstaltungskalender setzen.


    Davon abgesehen ist diese Ankündigung durchaus bezeichnend dafür, wie die mittlerweile bzw. immer noch Verantwortlichen von Rigpa gedenken, mit der "Krise" umzugehen. Ich denke, das "Selbstmitgefühl" sollte man da ehrlicherweise mit "Selbstmitleid" ersetzen.


    "Selbstkritik" bedeutet, anzuerkennen, was schief gelaufen ist und Verantwortung dafür zu übernehmen - und damit Verantwortung dafür zu übernehmen, an einer positive Wendung zu arbeiten. So geht man den Weg - und nicht, indem man sich Sorgen macht, ob Selbstkritik womöglich das persönliche Wohlbefinden beeinträchtigt. Was das "Vertrauen" angeht, zu dem Selbstmitgefühl führen soll, so hat es davon bei Rigpa wahrlich mehr als genug gegeben ...


    _()_

  • Da kommt jemand in den Salon, schmeißt ein Stöckchen in Form eines uralten Videos hinein, und wartet auf der Tribüne ab, was passiert.


    Ich hoffe, der Stöckchenwerfer amüsiert sich gut. Denn tatsächlich diskutieren wollte er wohl nicht, denn von 31 bisherigen Posts gibt es nur einen einzigen von ihm. Den Post, mit dem er zündelt.

    Ich finde es wichtig, auf das zu antworten was die Leute tatsächlich schreiben und tun und ihnen nicht verborgene, negative Absichten zu unterstellen.


    Und da unterstellt du jetzt, Pamokkha gehe es nicht um Aufklärung sondern er schreibe das aus niederen Beweggründen um zu "zündeln" uns sich zu amüsieren. Und dein Beleg dafür ist, dass er nur einen Beitrag geschrieben hat. Das ist doch ganz überzogen.


    Welche Angst treibt dich um? Dass Da Sogyal gesagt wird und man in Wahrheit den gesamten tibetischen Buddhismus diskreditieren will? Oder was meinst du?

  • Ich habe es nach dem ersten Post mit "Don´t feed the troll" gehalten und werde das auch nach deinem Post tun, void.


    Scheinbar hast du dich entschlossen, nach zweimaligem Schließen und Verschieben den Thread wieder zu öffnen. Hattest ja jetzt auch lang genug Zeit, dir eine Antwort zu überlegen.


    Na, dann wünsche ich der Tribüne, auf der du scheinbar auch sitzt, viel Spaß. Popcorn soll ja ganz lecker sein.

  • Ich habe es nach dem ersten Post mit "Don´t feed the troll" gehalten und werde das auch nach deinem Post tun,

    Als Troll bezeichnet man jemandem, dem es nicht um die Sache selbst geht, sondern als jemanden der lediglich provozieren will.

    Als Troll bezeichnet man im Netzjargon eine Person, die ihre Kommunikation im Internetauf Beiträge beschränkt, die auf emotionale Provokation anderer Gesprächsteilnehmer zielen. Dies erfolgt mit der Motivation, eine Reaktion der anderen Teilnehmer zu erreichen

    Der Vorwurf jemand sei ein Troll ist eine Herabminderung des anderen. Und hier setzt du nicht nur den Threaderöffner herab sondern stellst auch die anderen Diskussionsteilnehmern Menschen dar, denen es nicht um die Sache selbst sondern um billiges Amüsement ( Popcorn) geht.

  • Und hier setzt du nicht nur den Threaderöffner herab sondern stellst auch die anderen Diskussionsteilnehmern Menschen dar, denen es nicht um die Sache selbst sondern um billiges Amüsement ( Popcorn) geht.

    Als ich geantwortet habe, habe ich mich schon gefragt: "Was ist denn die Sache selbst?"

    Ein ein Jahr altes Video zu teilen, das zeigt wie traurig es ist, wenn Schüler "blind" (Vorsicht: Urteil!) einen Lama folgen? Dafür gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, Mitgefühl zu zeigen und nicht noch große Worte zu machen geschweige denn andere noch damit hineinzuziehen und abfällig über sie zu reden. "Von der Sache her" war alles schon bekannt und wurde bereits im Forum ausführlich besprochen.

    Liebe Grüße
    Sherab


    "Wenn der Bodhisattva erkennt, dass die 5 Skhandas wie eine Illusion sind,

    aber Illusion nicht zu einer Sache macht und die Skhandas zu einer anderen,

    .....dann ist dies eine Übung der Weisheit, die höchste Vollkommenheit."


    aus den "Versen über die Ansammlung der kostbaren Qualitäten der Vollkommenheit der Weisheit"

  • Als ich geantwortet habe, habe ich mich schon gefragt: "Was ist denn die Sache selbst?"

    Ein ein Jahr altes Video zu teilen, das zeigt wie traurig es ist, wenn Schüler "blind" (Vorsicht: Urteil!) einen Lama folgen? Dafür gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, Mitgefühl zu zeigen und nicht noch große Worte zu machen geschweige denn andere noch damit hineinzuziehen und abfällig über sie zu reden. "Von der Sache her" war alles schon bekannt und wurde bereits im Forum ausführlich besprochen.

    Einem Lehrer vertraut man ja vor allem deswegen weil er als vertrauenswürdig gilt.


    Eine Frau vertraut ihren Ärzten bei der Operation nicht vergewaltigt zu werden, weil diese ein bestimmtes "Soziales Kapital" haben. Sie sind Ärzte bei einer Klinik, haben langjährige Erfahrung, Preise, Titel.


    Von daher ist es wenn so etwas herauskommt nicht nur eine Sache von Täter und Opfer sondern es ist auch eine Schande für die Personen und Organisationen, die dieses "soziale Kapital" zur Verfügung gestellt haben. Sie müssen es entziehen. Es geht nicht, wenn die Kollegen sagen, dass er zwar Patientinnen vergewaltigt aber sonst nett ist und der Oberarzt ihm weiterhin sein Vertrauen ausspricht.

    Es ist ja dieses Vertrauen, dass als soziales Kapital die Tat begünstigt hat.


    Wobei der Umgang mit "Schande" damit auch sehr kulturabhängig sein kann. In Japan ist es häufig so dass allen Beteiligten implizit augenscheinlich ist, wie unglaublich peinlich das ist und wie unglaublich brüskiert Obere und Organisationen sind, dass es nicht explizit angesprochen wird. Weil das Gefühl von Schande ominpräsent ist. Mit der tibetischen Kultur und dem komplizierten Geflecht der Zuständigkeiten kennen ich mich leider nicht aus. Von daher kann ich gar nicht sagen, wer das inwieweit als Schande empfindet und was daraus folgt.

  • Als ich geantwortet habe, habe ich mich schon gefragt: "Was ist denn die Sache selbst?"

    Ein ein Jahr altes Video zu teilen, das zeigt wie traurig es ist, wenn Schüler "blind" (Vorsicht: Urteil!) einen Lama folgen? Dafür gibt es eigentlich nur die Möglichkeit, Mitgefühl zu zeigen und nicht noch große Worte zu machen geschweige denn andere noch damit hineinzuziehen und abfällig über sie zu reden. "Von der Sache her" war alles schon bekannt und wurde bereits im Forum ausführlich besprochen.

    Ja klar. Totschweigen, allenfalls ein wenig Mitgefühl ist zugelassen. Was auch immer du sagst, sag nix über du weisst-schon-was. Denn wenn du-weisst-schon-wer das spitzkriegt, dann weisst du, was dir blüht ...


    Das nennt man eine Kultur des Schweigens und Wegsehens. Es ist genau diese Sorte von Duckmäuserei und Realitätsverleugnung, die den massiven Missbrauch des Dharma, wie er u.a. von Sogyal Lakar betrieben wurde, über Jahre und Jahrzehnte hinweg ermöglicht hat. Damit macht man sich zum Komplizen. Wie einige Äußerungen hier zeigen, gehen etliche Buddhisten nicht anders mit dem Problem um als lange Zeit die katholische Kirche. Wobei sich heute kein katholischer Pfaffe mehr traut, solche frechen Unverschämtheiten vom Stapel zu lassen wie Khenchen Namdrol. "Von der Sache her" bekannt ist, was Sogyal Lakar jahrelang so alles getrieben hat. Das bedarf in der Tat auch keiner weiteren Diskussion. Was hingegen durchaus diskussionswürdig ist, das ist zum einen die Art und Weise, wie hohe Lamas damit umgehen und zum anderen, wie Rigpa damit umgeht (der in dem Video gezeigte Vortrag wurde ja in Lerab Ling gehalten).


    Das zeigt, was vom Umgang Rigpas mit dem Skandal zu halten ist und das zeigt, was von Khenchen Namdrol und seinesgleichen zu halten ist. Und ja, diese Art und Weise, mit dem Dharma umzugehen, ist eine Schande für den Buddhismus im allgemeinen und insbesondere für den tibetischen Buddhismus im Westen. Höchste Zeit, dass gerade die tibetische Fraktion endlich Ernst damit macht, diesen Augiasstall auszumisten. Ohne offene Diskussion wird das freilich nichts - und genau deswegen sollte man sich ruhig die Frage stellen, warum immer wieder versucht wird, solche Diskussionen zu unterdrücken.


    Insbesondere, wenn Menschen, die die Schande offenlegen, von Bonzen wie Khenchen Namdrol diffamiert oder auch hier im Forum als 'Troll' angegangen werden. Das ist das Thema hier - und anders als der Fall Sogyal Lakar ist dieses Thema noch lange nicht abgehakt und erledigt.


    _()_

  • Ich glaube hier steht das Missverständnis im Raum es gehe nur darum, die Skandale um Sogyal gegen den tibetischen Buddhismus zu instrumentalisieren.


    Aber es geht nicht um den tibetischen Buddhismus. Die DBU distanziert sich auch nicht, und der Fall Döring zeigt, dass es im Zen auch nicht besser aussieht. Auch da warten wir noch auf irgendein Wort des Myoshinji. Ich frage mich, was der Grund ist. Sind das einfach Feiglinge oder denkt man sich durch eine Eingeständnis eine grössere Blöße zu geben als dadurch in einem Zustand dee Schande zu sein?


    Schande und Scham sind etwas sehr kulturabhängiges und auch eine Sache der feinen Zwischentöne. Im Christentum kann man sich durch Bekenntnis und Beichte läutern. Ist es so dass ein Ansprechen von groben Sachverhalten in klaren Worten in buddhistischen Kulturen als schlimmer angesehen wird als mit Schande zu leben?


    Ruth Benedict hat ha die Unterscheidung in Schuld- und Schamkultur geprägt.


    Nach der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Claudia Benthien besteht die Unterscheidung zwischen Schuld- und Schamkulturen in der Frage, ob der Affektdurch Konfession, Buße oder auferlegte Sanktionen verarbeitet werden kann. Dies sei in Schuldkulturen möglich, in Schamkulturen jedoch nicht. Ein Gesichtsverlust sei daher im alten Japan irreversibel gewesen.

    Ist es also so, dass das was wir durch unsere Prägung durch eine "Schuldkultur" erwarten ( Beichte, Eigenständnis der Schuld, Verantwortung) in einer Schamkultur wie der tibetischen oder japanischen nicht vorgesehen und deswegen nicht erwartbar ist?

  • Hallo, es ist so das ich persönlich momentan wenig Lust habe über diese Fälle zu diskutieren. Mir ist bekannt das Missbrauch im Buddhismus stattfindet. Nicht nur im tibetischen, sondern auch in allen anderen Formen.


    Ich persönlich kenne auch Rigpa Schüler, die Sogyal Lakar immer noch als Lehrer sehen und sein Verhalten durch irgendetwas versuchen zu rechtfertigen. Und dann? Was soll ich machen? Meine Aufgabe ist es nicht, sie zu bekehren was auch zwecklos ist. Wenn Menschen Jahre in etwas investiert haben, das dann doch nicht so toll ist, würde das voraussichtlich eine Erschütterung auslösen, die nicht jeder wegstecken kann.


    Ich habe das Gefühl Sudhana , das du irgendetwas von uns Forum-Teilnehmer erwartest. Das wir dir Recht geben sollen und das wir auch schimpfen sollen usw...


    Sherab s Intention denke ich war nicht irgendetwas herunterzuspielen oder totzuschweigen, sondern einfach ein schlichtes "gäähhhn".

    :buddha: Es geht immer darum, sich in die Unannehmlichkeiten des Lebens hineinzulehnen und sich diese ganz genau anzuschauen. :buddha:

  • Hallo, es ist so das ich persönlich momentan wenig Lust habe über diese Fälle zu diskutieren.

    Warum tust Du es dann trotzdem? Dass einige Leute hier keine "Lust" haben, "diese Fälle" zu diskutieren ist offensichtlich. Ist ja auch einfacher, unangenehme Dinge zu ignorieren.

    Mir ist bekannt das Missbrauch im Buddhismus stattfindet. Nicht nur im tibetischen, sondern auch in allen anderen Formen.

    Die Frage dabei ist, ob es sich um Einzelfälle handelt, für die es lediglich eine persönliche Verantwortung gibt (wie etwa im Fall Döring) oder ob ein systemisches Problem vorliegt. Rigpa ist jedenfalls kein Einzelfall, wenn man sich mal anschaut, was sonst noch aktuell ist. Shambhala - wieder einmal. Triratna - ebenfalls wieder einmal. Das sind ja hier im Westen nicht gerade kleine Kleckervereine. Also ich sehe da ein gewisses Muster ...


    Und bevor jetzt wieder einer meint, das ginge gegen den tibetischen Buddhismus insgesamt: nein, so ist es nicht. Aber vielleicht sollte man sich einmal ernsthaft darüber Gedanken machen, ob speziell das Guru-Yoga-Modell für den Westen oder überhaupt für die heutige Zeit noch geeignet ist, wenn es da immer wieder zu solchen 'Betriebsunfällen' kommt.


    Zitat

    Ich habe das Gefühl Sudhana , das du irgendetwas von uns Forum-Teilnehmer erwartest. Das wir dir Recht geben sollen und das wir auch schimpfen sollen usw...


    Sorry - aber Deine Gefühle sind ausschließlich Dein Problem. Was ich erwarte ist lediglich, dass Teilnehmer hier, die offen Missstände ansprechen, nicht beispielsweise als 'Troll' diffamiert werden. Dass man nicht versucht, von dem zur Diskussion gestellten Problem mit persönlichen Angriffen abzulenken. Ich denke, die Forenregeln berechtigen mich zu dieser Erwartung.


    _()_

  • Die Frage dabei ist, ob es sich um Einzelfälle handelt, für die es lediglich eine persönliche Verantwortung gibt (wie etwa im Fall Döring) oder ob ein systemisches Problem vorliegt. Rigpa ist jedenfalls kein Einzelfall, wenn man sich mal anschaut, was sonst noch aktuell ist. Shambhala - wieder einmal. Triratna - ebenfalls wieder einmal. Das sind ja hier im Westen nicht gerade kleine Kleckervereine. Also ich sehe da ein gewisses Muster ...

    Was man mit Sicherheit sagen kann ist, dass es kein Einzelfall ist, dass die Täter geschützt und verteidigt werden und deren Opfer verspottet werden.

    Innerhalb der Gruppen, die sich so verhalten, hat Ethik somit offenbar keinen Wert (außer fürs Marketing).


    Was ich erwarte ist lediglich, dass Teilnehmer hier, die offen Missstände ansprechen, nicht beispielsweise als 'Troll' diffamiert werden. Dass man nicht versucht, von dem zur Diskussion gestellten Problem mit persönlichen Angriffen abzulenken.

    Ebenfalls ist es kein Einzelfall, dass versucht wird, die Kritiker dieser unethischen Praxis zu diskreditieren. Weil es keine vernünftigen Gegenargumente gibt, wird dann oft auf argumentum ad hominem zurückgeriffen.

  • Ich finde man sollte kritisch sein, in jeder Organisation in der soetwas passiert.


    Dennoch finde ich es nicht tiefgründig genug analysiert wenn man sagt dies sei ein Grundsatzproblem des tibetischen Buddhismus.


    fluid   Sudhana es würde angesprochen, dass es große Organisationen gibt im tibetischen Buddhismus wo es kritikwürdige Misstände gibt. OK das mag so sein. Ich kenne Shambala und Triratna nicht gut.


    Ich denke aber dass ein wesentlicher Faktor die größe von hierarchischen Organisationen ist. Dadurch werden Hierarchien ungünstig aufgebaut und es kann schneller zu Misständen kommen als wenn die Organisationen klein sein.

    siehe als Beispiel die katholische Kirche.


    Wenn nun also gesagt wird im Zen Buddhismus zum Beispiel sei dieses Verhalten weniger häufig , dann liegt das aus meiner Sicht auch daran, dass ein einzelner Zen-Meister nicht annähernd so viele Schüler hat, wie es bekannte/wichtige Lehrer aus dem tibetischen Buddhismus haben. Dieser Vergleich passt auch auf den Theravada-Buddhismus.


    als der tibetische Buddhismus noch nicht im Westen angekommen war hatten die Meister an sich in Summe viel weniger Schüler und dort sind mir keine derartigen Fälle bekannt.


    Gleichwohl ist ein Missbrauch von Schutzbefohlenen-ich finde das Wort passt hier, niemals zu rechtfertigen. Und ich finde gerade Leute in gehobener religiöser Stellung sollten sowohl die bestmögliche ethische Reife für eine solche Position besitzen, als auch und dieser Punkt ist mir wichtig, über ein angemessenes Netzwerk von Unterstützern verfügen die wirklich kritisch und hilfreich sind.

    Ich finde es zum Beispiel relativ offensichtlich, dass wenn man schon als Kind eine bestimmte religiöse Rolle zugeteilt bekommt, dann auch Gefühle und Neigungen entstehen, die ein Gegenspieler dieser Rolle sind. Es ist doch klar dass dann Begierde Stolz usw entstehen. Das sind ganz menschliche Gefühle hier muss der potenzielle Lehrer aufgefangen werden und er muss wie jeder andere Praktizierende auch an seinen Defiziten arbeiten.

    Ausserdem erwarte ich eigentlich schon von einem Praktizierenden "Meister" dass er erkennt, wenn er der Rolle nicht gerecht werden kann. Auch wenn dieses Eingeständnis große kulturelle Scham über ihn bringt.


    Liebe Grüße

    Tobias

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)


  • Ich spreche hier nur für mich, und ich habe meine Kritik nicht speziell auf den tibetischen Buddhismus bezogen/begrenzt, sondern ich kritisiere alle Organisationen und Gruppen, die sich schändlich Verhalten.


    Aber hier geht es ja um konkrete Fälle, deshalb ist dein Verweis auf die römisch-katholische Kirche und deren Fehlverhalten sollte nicht zur Entschuldigung oder Relativierung des Fehlverhaltens anderer Gruppen dienen.


    Aber all diese Fälle haben eins gemeinsam: Ihren Anhängern ist Führerkult und das eigene "Seelenheil" wichtiger als Ethik und Menschlichkeit.

  • Ich habe nichts zu entschuldigen versucht. Es ist offensichtlich, dass sich Autorätspersonen unethisch verhalten habe. Du kannst es von mir aus auch strafbar nennen ich will mich hier nicht so sehr um Begriffe streiten.


    und was du Relativierung nennst ist doch eigentlich buddhistischer Standard finde ich. In Buddhas Lehren spielt das abhängige Entstehen eine riesige Rolle. Die Dinge existieren also nicht absolut sondern in Relation mit anderen.


    Was würde eine "Absolute Aussage" in diesem Fall denn bringen? Wie könnte diese denn überhaupt aussehen? Fakt scheint mir, die Dinge sind passiert. Und jetzt muss man doch gerade im Sinne des kritischen Denkens Ursachenforschung betreiben. Und da finde ich es schon hilfreich auch auf die Kirche zu schauen. Nicht weil dadurch die Handlungen der Buddhisten relativ besser sein würden sondern weil es helfen kann Strukturen zu erkennen, die einen solchen Verlauf begünstigen und vielleicht auch Strukturen die einen solchen Verlauf möglicherweise verhindern können. Wie ich mir das vorstelle habe ich ja beschrieben.


    nicht dass ich hier falsch verstanden werde. Ich halte Sogyal als Lehrer für verbrannt. Das ist meine persönliche Sichtweise stand heute(denn ich kann ja nicht in die Zukunft schauen)


    auf der anderen Seite hat seine schriftellerische Arbeit enorm positiv zur Verbreitung des gesamten Buddhismus im Westen beigetragen(Stichwort das tibetische Buch vom Leben und Sterben dass zu den meist erkaufen Büchern der letzten Jahrzehnte im Bereich Sterbebegleiter und insbesondere der spirituellen Sterbebegleiter gehört)


    Ein Verdienst wiegt einen Makel nicht auf. beides steht für sich aber man sollte auch beides sehen.


    Liebe Grüße

    Tobias

    Solange man an diesem Leben anhaftet, ist man kein wahrer spirituell Praktizierender.


    Solange man an Samsara anhaftet, hat man keine Entsagung.


    Solange man am Eigennutz anhaftet hat man keinen Erleuchtungsgeist.


    Solange es ein Ergreifen gibt, ist es nicht die Sicht.

    (Bodhisattva Manjushri aus: Loslassen der 4 Anhaftungen – Geistestraining)