Die Kunst des Liebens - Die ganze Welt lieben?

50 Antworten. Letzter Beitrag () ist von Neuro.

  • Da ist irgendwie alles enthalten worüber wir geschrieben haben. Und jeder lieg demnach richtig, weil's mehr als Schwarz und Weiß gibt. :)


    Zitat

    »Solange du nur ein Wesen liebst, wird deine Seele nicht in sich ruhen können. Und doch – die Liebe zu einem Wesen ist bereits der Same, aus dem das große Mitgefühl erwächst. Je weiter das Herz ist, desto mehr passt hinein. Ein starker Fluss ist breit und tief.«

    »Liebe« ist ein belastetes Wort, das für viele sehr unterschiedliche Zustände herhalten muss: die Liebe der Mutter zu ihrem Kind; die Liebe des eifersüchtigen Liebhabers; die Liebe der Nonne zu Gott; die Liebe des Soldaten zu seinem Vaterland; die pubertäre, von Hoffnung und Angst durchtränkte Liebe zwischen Teenagern …

    »Liebe deinen Nächsten wie dich selbst«, heißt es in der Bibel. Aber welche Art von Liebe ist denn da nun gemeint? Und mal Hand aufs Herz: Ist es auch nur einigermaßen realistisch, alle Menschen wirklich zu »lieben«? Wir können ja schon froh sein, wenn wir nicht im Streit mit den Nachbarn liegen! Mark Twain sagte einmal etwa Folgendes: »Bevor du die Menschheit liebst, solltest du erst einmal nett zu deinen Freunden sein.« Das stimmt allerdings.

    Wie wäre es, wenn du den Begriff »Liebe« einmal durch »Mitgefühl« ersetzen würdest? Kannst du dir vorstellen, dass es möglich ist, mit allen lebenden Wesen Mitgefühl zu haben? Jeder Mensch, auch der übelste Verbrecher – und vielleicht sogar gerade der – leidet an dem Leben, wie es für ihn ist. Jeder Mensch sucht nach Glück, will ohne Angst und Not leben. Ein Verbrechen können wir deshalb natürlich nicht gutheißen oder akzeptieren, doch wir können vielleicht zumindest verstehen, warum jemand so handelt, wie er handelt. Und erst dann wird es überhaupt möglich, etwas Sinnvolles zu verändern.

    Zu lieben, oder sagen wir besser »mitfühlend zu sein«, ist gar nicht so uneigennützig, wie es scheint. Durch Mitgefühl hilfst du anderen, sich positiv zu verändern, und davon hast du ja auch selbst etwas. Dazu kommt, dass du umso mehr bekommst, je mehr du gibst – und das gilt auch für so wertvolle Dinge wie Freude, Gelassenheit und inneren Frieden. Das Paradoxe ist, dass das aber nur klappt, wenn dein Mitgefühl absichtslos ist, du dabei also nicht an deinen Nutzen denkst. Anders gesagt: Je weniger du an den Nutzen denkst, desto nützlicher wird das Ganze für dich …


    Im Buddhismus heißt es, dass wahres Mitgefühl zu vollkommenem Frieden, vollkommener Gelassenheit und vollkommener Einheit mit dem Universum führt.


    So vielversprechend das ist, so geht es den meisten ja gar nicht um Vollkommenheit – schon ein wenig Mitgefühl fühlt sich ein wenig besser an.


    Bao und das Geheimnis der Gelassenheit_ Wie Sie achtsam und entspannt durchs Leben kommen - Aljoscha Long & Ronald Schweppe