Das Selbst

There are 319 replies in this Thread. The last Post () by Fǎ Fá.

  • Hat Buddha das metaphysische Selbst tatsächlich geleugnet oder hat er NUR gesagt, er hätte keins gefunden?

    Hab in der Literatur gelesen, dass man seine Auffassung diesbezüglich falsch verstanden hätte und er niemals eine Art Selbst verleugnet hätte. Er hat immer nur gesagt, was das Selbst NICHT ist.


    Wird Selbst denn hier auch mit einer Seele gleichgesetzt?

  • Tsja was ist die Selbstnatur?Nicht-Selbst.Die Skandha ist sie nicht.Aber es ist nicht besser ein bisschen was so Metaphysisches anzunehmen als so nihilistische Ideen um sich selbst?

  • Metaphysik macht nihilistische Ideen da sie mich verführt ein Etwas hinter der Welt zu suchen, das ich nicht finden kann und darum alles hinschmeißen möchte. Verwerfe ich Metaphysisches ist endlich Friede.

    ???ein Selbst, ein Ich, Selbstnatur, Buddhanatur???

    Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage?

    Sein und Nicht-Sein, das ist hier die Antwort.

  • Ja bin ich oder bin ich nicht ist hier wohl die Frage und

    was wohl der Buddha dazu gesagt haben mag oder was

    der Herr Heisenberg mit seiner Unschärfe dazu wohl sagen

    müßte würde man sie auf ein Ich beziehen. Fragen über Fragen...

  • Hat Buddha das metaphysische Selbst tatsächlich geleugnet oder hat er NUR gesagt, er hätte keins gefunden?

    Hab in der Literatur gelesen, dass man seine Auffassung diesbezüglich falsch verstanden hätte und er niemals eine Art Selbst verleugnet hätte. Er hat immer nur gesagt, was das Selbst NICHT ist.


    Wird Selbst denn hier auch mit einer Seele gleichgesetzt?

    Er hat gesagt dass ein metaphysisches Selbst nicht erkennbar ist. Nicht nur für ihn, sondern für alle. Logisch, wie soll ein Selbst jenseits der khandha mittels der khandha auch erkennbar sein. Also ist es müßig etwas anzustreben das nur in der Vorstellung existiert.


    Manche mögen das anders sehen, aber für mich ist der Buddhismus dennoch eine Transzendentalphilosophie. Nämlich Nibbana ist das Metaphysische, über das man sich dann eben keine Vorstellungen macht - erkennbar ist nur das Gefangensein in Gier, Hass und Verblendung, ihr Erlöschen ist Nibbana. Das ist das Geniale am Buddhismus, sich nicht in etwas zu ergehen und herumzustreiten was nicht erkennbar ist, sondern nur an der Befreiung zu arbeiten. Alles was wir jenseits von Körper/Geist sein wollen ist schließlich etwas vom Geist gestaltetes, ein Wunschvorstellung die aus Anhaftung am Dasein entsteht.

    Mit Metta, mukti.

  • Imho: nibbana als etwas metaphysisches zu sehen ist eine Vorstellung. Wenn der Zahnschmerz nachlässt, dann ist es auch nicht metaphysisch.

    Nach dem Zahnschmerz ist ja auch nicht die Welt transzendiert.

    Mit Metta, mukti.

  • Imho: nibbana als etwas metaphysisches zu sehen ist eine Vorstellung. Wenn der Zahnschmerz nachlässt, dann ist es auch nicht metaphysisch.

    Nach dem Zahnschmerz ist ja auch nicht die Welt transzendiert.

    "Etwas metaphysisches" ist eigentlich auch nur ein Hilfsausdruck. Am Besten ist es eben ausgedrückt durch das was Nibbana nicht ist, was es ist kann man nicht sagen. Es ist nicht nichts, nicht etwas, nicht beides, nicht weder-noch.

    Mit Metta, mukti.

  • Nach dem Zahnschmerz ist ja auch nicht die Welt transzendiert.

    Die Welt (loka) ist im PK ein Zustand und Zahnschmerz ist ein Zustand. Nach meinem Verständnis ist es so, dass wenn ich weiss, dass der Zustand (damit ist jeder xbeliebige Zustand gemeint) kommt und geht und mir das wirklich bewusst ist, dann gehe ich darüber hinaus bzw. "transzendiere" das. Wenn man es runterbricht, dann ist es fur mich nicht metaphysisch wenn ich feststelle, dass alles in steter Bewegung ist (auch bei einem selbst). Man kann das auch so feststellen.

    Wenn ich über etwas hinausgehe erreiche ich einen anderen Zustand, nach dem Hinausgehen über die Welt ist aber keine stetige Bewegung und auch kein Zustand.

    Der Zustand "Nibbana zu Lebzeiten" bezieht sich imho nicht auf Nibbana selbst, sondern auf den Menschen der es erreicht hat.

    Mit Metta, mukti.

  • Wenn ich über etwas hinausgehe erreiche ich einen anderen Zustand, nach dem Hinausgehen über die Welt ist aber keine stetige Bewegung und auch kein Zustand.

    Imho: Das ist eine Einsicht und nicht selber Zustand. Ich kann ja wissen, dass nach dem Zustand vor dem Zustand ist. Dann ist vllt immernoch irgendein Zustand, aber ich identifiziere mich nicht damit, dh. ich versuche das nicht festzuhalten um dann enttäuscht zu merken, dass das Realität nicht interessiert, zB. dass der Körper schrumpelt mit der Zeit, egal wieviele OPs ich machen lasse.

    Zitat

    Der Zustand "Nibbana zu Lebzeiten" bezieht sich imho nicht auf Nibbana selbst, sondern auf den Menschen der es erreicht hat.

    Ich sehe "nibbana zu Lebzeiten" nicht als Zustand. Siehe oben.

    Da frage ich mich: Wenn ich mich nicht mit irgendeinem Zustand indentifiziere, wer oder was bin ich dann? Würde ich mich als irgendwas erkennen, wäre es schon wieder ein Zustand. Demnach gibt es dann nichts und niemanden mehr, der etwas transzendiert hätte. Es gibt aber zu Lebzeiten noch diesen bestimmten Menschen, der den Weg gegangen ist, im Zustand ohne Gier, Hass und Verblendung. Erst nach dem Tod ist jeder Zustand weg. das hat dieser Mensch auch erkannt.


    Ich verwende die Worte "metaphysisch" und "transzendent" um nicht in den Irrtum zu verfallen, dass Nibbana nichts wäre. Es ergibt sich mir daraus auch nicht das Problem, es als "etwas" zu sehen, weil mir diese beiden Begriffe eben auf Unsagbares und Unergründliches hinweisen. Da hat halt jeder so seine Begriffswelt, die dann mit anderen Definitionen nicht zusammenpassen mögen. Darum ist es immer sozusagen ein Risiko sowas mitzuteilen, indem sich dann ein Wirrnis der Worte ergeben kann.

    Mit Metta, mukti.

  • Da frage ich mich: Wenn ich mich nicht mit irgendeinem Zustand indentifiziere, wer oder was bin ich dann? Würde ich mich als irgendwas erkennen, wäre es schon wieder ein Zustand. Demnach gibt es dann nichts und niemanden mehr, der etwas transzendiert hätte. Es gibt aber zu Lebzeiten noch diesen bestimmten Menschen, der den Weg gegangen ist, im Zustand ohne Gier, Hass und Verblendung. Erst nach dem Tod ist jeder Zustand weg. das hat dieser Mensch auch erkannt.

    Wenn: Du hälst dann das für deine Identität womit du dich identifizierst. Ich verstehe deine Frage nicht. Sie ist tautologisch.

    Da habe ich dich wohl nicht richtig verstanden. Du hast geschrieben:

    Zitat

    Ich kann ja wissen, dass nach dem Zustand vor dem Zustand ist. Dann ist vllt immernoch irgendein Zustand, aber ich identifiziere mich nicht damit, dh. ich versuche das nicht festzuhalten um dann enttäuscht zu merken, dass das Realität nicht interessiert, zB. dass der Körper schrumpelt mit der Zeit, egal wieviele OPs ich machen lasse.


    Nach dem Zustand dürfte nur dann vor dem Zustand sein, wenn nachher wieder das ist was vorher war. Wie passt das Beispiel mit dem schrumpelnden Körper dazu? Der wird nicht wie er vorher war. Da dachte ich du meinst das Transzendieren von "irgendeinem" Zustand, also aller Zustände überhaupt, und das vorher-nachher wäre vielleicht irgend so eine Buddhanaturgeschichte.

    Mit Metta, mukti.

  • Na gut, alles klar soweit. Um beim Thema zu bleiben; Identifikation ist also letztlich immer dukkha, krampfhafte Versuche ein Selbst zu sein oder zu finden, ebenfalls.

    Mit Metta, mukti.

  • Ich sehe das so:


    Ein Zustand beschreibt nur den Augenblick in dem etwas vorhanden ist, und offenbart dabei das vorhandene „Jetzt“

    Der augenblickliche Zustand (Wirkung) ist die Folge einer vorangegangenen Ursache. Sobald die gegenwärtige Wirkung, als Folge einer vorangegangenen Ursache eingetreten ist, wird die gegenwärtige Wirkung zur Ursache für eine weitere Wirkung usw.

    Nur der prozesshafte Verlauf von Zuständen (Ursache-Wirkung) ist dann als Alterungsprozess (verschrumpelt) des Körpers wahrnehmbar, wobei im eigentlichen Sinne das „Jetzt“ als einzelner Zustand nicht erkannt werden kann.

  • Was "hat" man denn?Das is ja mehr so ne Krankheit,was man da "hat".Nibbana ist mehr die Heilung einer wiederkehrenden Krankheit-vorallem die von Dukkha.Der Unbefriedigtheit.Also was opfert denn einer?Wobei bei manchen,hat man das Gefühl,die sind irgendwo stecken geblieben.Denen mag ja vorkommen,dass sie was aufgegeben haben.Die sind dann auch ganz missmutig.:)

  • Es ist nicht nichts

    Kommt darauf was "nichts" sein soll und ob es etwas sein soll.

    Witzig, was "nichts" sein soll. Es soll gar nichts sein.

    Da ist Nichts. Da ist auch nicht das Nichts. Da ist leere Leere. Das ist Vorstellbar, Erfahrbar, aber nicht zu kommunizieren.

    Das da kein Selbst ist weis ich und doch kann ich ohne, diesen Körper nicht ernähren und nicht aktiv sein. Das ändert nichts daran das es nicht existiert, weil es immer zusammengesetzt ist, aus Gedanken, kann es nicht Das Ich geben.

    Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage?

    Sein und Nicht-Sein, das ist hier die Antwort.

  • Hat Buddha das metaphysische Selbst tatsächlich geleugnet oder hat er NUR gesagt, er hätte keins gefunden?

    Hab in der Literatur gelesen, dass man seine Auffassung diesbezüglich falsch verstanden hätte und er niemals eine Art Selbst verleugnet hätte. Er hat immer nur gesagt, was das Selbst NICHT ist.


    Wird Selbst denn hier auch mit einer Seele gleichgesetzt?


    Liebe(r) CLK93,


    zunächst eine Worterklärung:

    metaphisch: die Metaphysik (1a) betreffend; jede mögliche Erfahrung überschreitend


    Aus der Perspektive meiner Praxis macht es keinen Unterschied Selbst und Seele zu unterscheiden im Kontext von metaphisch, weil beide metaphysisch oder nicht-metaphysisch wahrgenommmen werden können. Und da ist es auch vollkommen egal, ob ich sage 'Selbst' oder 'ich', denn ich kann mich auch metaphysisch oder nicht-metaphysisch wahrnehmen.


    Wie kommt das?


    Das kommt daher, dass meine Wahrnehmung metaphysisch ist, wenn ich das Objekt der Wahrnehmung als wahr oder wirklich empfinde, weil eine solche Empfindung notwendigerweise eine metaphysische Empfindung ist, in dem Sinne, dass nichts in dem Objekt gefunden werden kann, das den Ausdruck 'wahr' oder 'wirklich' rechtfertigt. Deshalb ist diese Empfindung 'jede mögliche Erfahrung der analytischen Bestätigung der empfundenen Wahrheit oder Wirklichkeit des wahrgenommenen Objektes überschreitend'.


    Die Empfindung als solche dagegen ist natürlich Teil meiner Erfahrung, weil ich sie haben kann, egal ob ich mich, Selbst oder Seele als 'wahr' oder 'wirklich' wahrnehme, d.h. als 'wahr' oder 'wirklich' empfinde.


    _()_

    Mein Motto: "Nur Materie ist real." Probier's mal aus :)

  • Also wenn es denn gar nichts sein soll ist es kein Wunder wenn es nicht aufzufinden ist.

    OT: warum sollte es das „Nicht“ nicht geben?


    Sagt ein Kunde: Was hams heut zu verkaufen?

    Sagt die Verkäuferin: heut hab i nichts!

    Sagt der Kunde: Gut, dann geben sie mir 3 Pfund von dem „Nichts“ :shock: