1. Übersicht
  2. Forum
  3. Lexikon
  • Anmelden
  • Registrieren
  • Suche
Dieses Thema
  • Alles
  • Dieses Thema
  • Dieses Forum
  • Seiten
  • Forum
  • Lexikon
  • Termine
  • Erweiterte Suche
  1. Buddhaland Forum
  2. Buddhismus
  3. Anfängerbereich

Monatelange Meditation und immer noch doof ;)

  • anfaenger
  • 27. November 2019 um 10:33
  • Geschlossen
  • Zum letzten Beitrag
  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.196
    Punkte
    47.240
    Beiträge
    7.960
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 28. November 2019 um 08:59
    • #26
    anfaenger:

    ich hab' kein Problem damit, ein Mensch zu sein, wie alle anderen. Aber ein bisschen besser und fortgeschrittener darf schon sein ... Ich weiß, dass das Annehmen ohne zu urteilen ein Widerspruch dazu ist, aber ich denke, jeder der zu meditieren anfängt, hätte einfach gerne etwas anders/besser in seinem Leben.

    Vielleicht verlangst Du zu viel für diesen Moment, denn ich empfinde schon allein dadurch Fortschritt, weil es Dir auffällt und Du darüber berichten magst.

    Wer tut das schon?

    Aus dem Zen weiß ich, dass eine zu hohe Erwartung mutlos machen kann und "man" alles hinwirft. Bleib einfach so entspannt wie möglich und arbeite mit allen Empfehlungen, Meditation ist "nur" der 8. Teil davon.

    Ich z.B. meditiere nicht mehr im üblichen Sinne, sondern übe mich in ständiger Achtsamkeit was ich denke, was ich sage/schreibe, was ich tu, wie ich lebe ...

    Das empfinde ich als Meditation, denn ich muss immer einen Bruchteil von Sekunden innehalten, um mich z.B. nicht zu einer vorschnellen Re-Aktion hinreißen zu lassen. Das geht inzwischen so schnell, das merkt keiner. So kann ich Konditionierungen immer weiter zurückdrängen. Der Buddha sprach auch vom geistigen Wächter, der Unheilsames zurückweist.

    _()_

  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 28. November 2019 um 11:06
    • #27

    Hallo Monika, so mach ich das auch schon lange. Wenn ich sitzend meditiere dann bin ich entweder so durch den Egowind das ich den wirklich mal ganz ausschalten muss oder ich meditiere um diesen Körper und seine Aktionen besser zu verstehen und Prozesse ändern oder um neue einzuleiten. Beim Stilllegen und beim verstehen des Körpers ist das Ego Wollen und Verlangen wirklich sinnlos wie ein Kropf.

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.196
    Punkte
    47.240
    Beiträge
    7.960
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 28. November 2019 um 11:08
    • #28

    Soeben fiel mir noch diese kleine Zen-Geschichte ein:

    Ein Schüler fragt den Meister: Wenn ich Dein Schüler werde, wie lange dauert es, bis Du mich zur Erleuchtung gebracht hast?

    Meister: 10 Jahre.

    Schüler: Und wenn ich mich ganz doll anstrenge?

    Meister: 20 Jahre

    _()_

  • Sili
    Reaktionen
    718
    Punkte
    7.823
    Beiträge
    1.389
    Mitglied seit
    10. September 2019
    • 28. November 2019 um 12:12
    • #29

    _()_

    Ich kann dir aus erfahrung sagen das das abdriften in die fantasie welt sehr schnell leid erzeugt. Nicht weg zu driften kann das auch aber nicht ganz so einfach. Ich habe bemerkt das ich mir in meiner fantsie oft ausmahle wie etwas sein wird oder mir überlege was ich mache wen das und jenes pasiert. Bis zuletzt bringt mir die fantasie gar nichts ausser dem gedanken:"in meiner fantasie war das fiel schöner" und so wird der schönste moment in der realität immer hinter der fantasie anstehen und man weis ihn nie zu schätzen. Das sage ich dir als jemand der fiel zu fiel zeit damit vergeudet hat luftschlösser zu bauen anstat einfach da zu sein.

    Alerdings ist meine ansicjt dazu auch kein mass für andere :grinsen:

    _()_

  • Sven
    Reaktionen
    86
    Punkte
    1.426
    Beiträge
    266
    Mitglied seit
    25. September 2010
    • 28. November 2019 um 14:15
    • #30
    SGM:

    Entschuldige lieber Sven

    doch bei dem Wort ‚artig‘ wird mir immer schlecht...

    Der Buddha sprach von einem gefügig en, einem geschmeidigen Geist usw nicht im Sinne von eingeschüchtert.

    "Gefügig" hatte ich zuerst. Fand ich persönlich aber noch schlimmer als artig. Gemeint war seinen Geist so zu behandeln, dass er zu deinem Freund und nicht zu deinem Gegner wird.

  • Grashuepfer
    Gast
    • 28. November 2019 um 14:25
    • #31

    Hehe... Sprache ist ein Minenfeld :nospeak:

  • Xyz
    Gast
    • 28. November 2019 um 14:50
    • #32
    Sven:
    SGM:

    Entschuldige lieber Sven

    doch bei dem Wort ‚artig‘ wird mir immer schlecht...

    Der Buddha sprach von einem gefügig en, einem geschmeidigen Geist usw nicht im Sinne von eingeschüchtert.

    "Gefügig" hatte ich zuerst. Fand ich persönlich aber noch schlimmer als artig. Gemeint war seinen Geist so zu behandeln, dass er zu deinem Freund und nicht zu deinem Gegner wird.

    Hab Dich verstanden lieber Sven …:rose:

    Der Buddha bat uns, so sagten meine Lehrer oft, immer darum uns so genau wie möglich in der Sprache auszudrücken.

    Denn aus Gedanke wird Gefühl gefolgt von Sprache/Schrift und unserem handeln.

    Behandeln, wie Du es mir nun beschreibst meinst Du damit ein handeln....ein eingreifen...ein tun,

    etwas, in diesem Fall Deinen Geist zu etwas zwingen wenn es sein muss, was er evtl. nicht möchte,

    um ein Resultat zu bekommen das Du als freundschaftlich bezeichnest?_()_

  • Lucky Luke
    Gast
    • 28. November 2019 um 15:36
    • #33
    Monikadie4.:

    Soeben fiel mir noch diese kleine Zen-Geschichte ein:

    Ein Schüler fragt den Meister: Wenn ich Dein Schüler werde, wie lange dauert es, bis Du mich zur Erleuchtung gebracht hast?

    Meister: 10 Jahre.

    Schüler: Und wenn ich mich ganz doll anstrenge?

    Meister: 20 Jahre

    _()_

    Alles anzeigen

    Eine (tibetische) Bedeutung des Wortes "Tatkraft" finde ich besonders schön: "Freude am Heilsamen" :)

    Gibt aber auch: "Freudige Disziplin/ Anstrengung". Also, ein gewisses Mass an Disziplin/ Anstrengung ist schon nötig, aber wichtig ist vor allem die Freude bei der Praxis. _()_

  • anfaenger
    Gast
    • 28. November 2019 um 17:20
    • #34

    Und nochmal danke für die rege Anteilnahme an meinen Unklarheiten ... :)

    Weil wiederholt die Frage kam: Ich sitze und zähle meine Atemzüge. Die Hände liegen auf den Knien, weil sich alles andere (schon ausprobiert) für mich zu unnatürlich anfühlt. Anfänger-Niveau halt.

    Ich folge keiner Doktrin, denn dann fängt es an, für mich wieder nicht mehr zu passen, weil mir bei den vielen unterschiedlichen Schulen zu viele Ungereimtheiten dazwischen kommen.

    Und ja, ich bin mega-ungeduldig, denn das Leben ist wahnsinnig kurz. Zumindest in meinem Alter. ;) An Erleuchtung glaube ich nicht, zumindest nicht, wie sie oft dargestellt wird. Für mich bedeutet Erleuchtung "mir auf die Schliche zu kommen". Im positiven Sinne.

    Gerade heute musste ich über mich selbst schmunzeln, denn ich schaffe es tatsächlich zwischen dem konzentrierten Zählen auch noch an etwas anderes zu denken ... Ich habe gerade Freude daran, meine Gedanken zu beobachten, weil das ganz schön clevere Kerlchen sind. :)

    Fehlt mir jetzt die Ernsthaftigkeit und muss ich das Zählen ganz streng nehmen? Ich habe gerade erfahren, dass es im ZEN eine Übung geben soll, in der man zum Atem wird. Ich weiß es nicht, es hört sich stimmig an und ich versuche auch das bei den nächsten Sitzungen. Vielleicht muss ich noch viele Frösche küssen, bevor ich den Prinzen finde ... ;)

    Einen schönen Abend Euch allen und herzliche Grüße,

    Anfänger

  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 28. November 2019 um 19:17
    • #35

    "Gedanken trotz zählen"

    Die Intuition findet immer einen Weg das zu senden was zu bearbeiten, zu erkennen, zu vermindern ist.

    Da hab ich mal Mantra geübt. Über einige Wochen. Dann wurde mit die Brummelei zu blöde und ich dachte es nur noch, dachte ich. Meine Zunge und mein Kehlkopf "sprachen " immer noch. Also dachte ich das immer schneller bis die Organe nicht mehr mithalten konnten. Ich dachte nur noch, schön das ich keine Gedanken mehr hatte die stören. Und da, da waren Gedanken, neben dem Mantradenken. In den winzigsten Pausen kamen sie durch. Aber eben nicht das frühere irre machende Zeug sondern Gedanken. Damit wurde das Mantra nicht mehr wichtig. Aber immer wieder wenn sich da ein Gedankenkreislauf bilden will wende ich Mantra an. Vor allem wenn ich wiedermal glaube das die Welt ja so böse und gemein zu mir ist und ich ja garnichts dafür kann.

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.196
    Punkte
    47.240
    Beiträge
    7.960
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 28. November 2019 um 19:25
    • #36

    Ich rezitiere vor allem ein Mantra, wenn ich nicht einschlafen kann. Was ja bedeutet, dass meine grübelnden Gedanken mich bestenfalls nicht mehr vom Schlafen abhalten können.

    Es funktioniert oft, aber nicht immer. Und wenn nicht, dann denke ich an Ramesh Balsekar, der auf eine Frage, was er denn mache, wenn er Kopfschmerzen habe, antwortete, er würde eine Tablette nehmen, und wenn die nicht hilft, sagt er "go ahead".

    Das ist dann das Loslassen, das hilft dann auch meistens.

    So würde ich es auch machen, wenn es mir so ginge wie Anfänger beim Meditieren.

    _()_

  • Martin1980
    Gast
    • 28. November 2019 um 20:15
    • #37
    anfaenger:

    Selber Klarblick üben von Acharn Thawie Baladhammo

    Schau dir den link mal an.

    Dort findest Du eine detaillierte Beschreibung der Praxis

    So habe ich es gelernt, und so habe ich praktiziert.

    Ich habe dadurch Frieden und Freiheit gefunden.

    Es gibt verschiedene Traditionen, und man kann vermutlich sein ganzes Leben von einer Methode/Tradition /Lehrerin zur anderen hüpfen, weil die kilesas sich bedroht und gestört fühlen.

    Wir haben zwischen 10 und 70 Jahren getan was wir wollten, aber wir sollten Platz schaffen für eine Methode. Und diese Methode sollten wir für ein paar Monate oder Jahre gewissenhaft üben.

    Wenn ich nicht schreiben und lesen kann, nützt mir das beste Navi relativ wenig.

    Zuerst studieren wir die Grundlagen der Praxis, dann üben wir.

    Wir verwandeln unser Herz nicht in ein Schlachtfeld, und folgen nicht jeder Laune.

    Dieser wunderschöne Pfad wird uns nicht in einer fernen Zukunft, Erleuchtung bringen. Sila, samadhi, Panna wird uns jetzt helfen.

    Wir sehen die Dinge nicht, wie sie sind. Stell dir vor du hättest eine sehr hochwertige, aber völlig verdreckte Brille.

    Du würdest den Weg nicht sehen.

    Du reinigst die Brille, das ist vergleichbar mit samatha.

    Dann schaust Du durch die Brille, das ist Vipassana.

    Am Anfang brauchst Du Vertrauen in die Lehre, und Liebende Güte für Dich.

    Bastel Dir am Anfang keine eigene Lehre zusammen.

    Später kannst Du Dir dann auch andere Schulen anschauen und von deren Erfahrungen profitieren.

    Ich wünsche Dir alles Gute!

  • Sven
    Reaktionen
    86
    Punkte
    1.426
    Beiträge
    266
    Mitglied seit
    25. September 2010
    • 29. November 2019 um 05:22
    • #38
    SGM:

    Behandeln, wie Du es mir nun beschreibst meinst Du damit ein handeln....ein eingreifen...ein tun,

    etwas, in diesem Fall Deinen Geist zu etwas zwingen wenn es sein muss, was er evtl. nicht möchte,

    um ein Resultat zu bekommen das Du als freundschaftlich bezeichnest?_()_

    Ja in etwa, jede Anstrengung ist eine Form von Zwang. Ganz praktisch geht darum Impulse aus dem sehr alten emotionalem geistigen System mit dem neueren System Verstand abzuschwächen, nach dem sich durch Überlegen etc. herausgestellt hat, dass es nicht sinnvoll ist, den emotionalen Impulsen einfach zu folgen.

    Beispiel:

    Man ärgert sich über einen guten Freund. Ein theoretischer Impuls ihn nun zu verprügeln wird vom Verstand unterdrückt, da die Konsequenzen (Verlust des Freundes, Ärger mit der Polizei, das Selbstbild der Friedfertigkeit etc.) so arg wären und das daraus folgende Leid so groß wäre, dass die Impulsunterdrückung gerechtfertigt ist.

    Anstrengung darf aber auch nicht über das Ziel hinausschießen. Wie das bekannte Buddha Gleichnis mit der Gitarrensaite. Ist die Saite zu stark gespannt reißt sie. Ist sie zu schlaff gibt sie keinen Ton von sich. Der sogenannte mittlere Weg.

  • Sven
    Reaktionen
    86
    Punkte
    1.426
    Beiträge
    266
    Mitglied seit
    25. September 2010
    • 29. November 2019 um 05:56
    • #39
    anfaenger:

    ...Für mich bedeutet Erleuchtung "mir auf die Schliche zu kommen". Im positiven Sinne....

    So ist es ja auch. Bei der Samatha-Meditation (in der man zum Atem wird) erkennst du, das Subjekt und Welt im Geist entstehen und letztendlich eins sind. Das kann aber zu Fehlschlüssen führen (Beispiel: Atman ist Brahman, also in etwa "mein Geist ist identisch mit dem universellen Geist).

    Bei der Vipassana-Meditation erfährst du letztendlich wie der Geist das Subjekt erzeugt (die Erkenntnis der paticcasamuppada, während des Pfadmoments). Diese Erkenntnis verändert den Geist dauerhaft, da nun alle zuvor getroffenen fehlerhaften Annahmen über den Geist revidiert werden müssen. Nach dem dieser Prozess der Integration abgeschlossen ist, hast du einen sogenannten erleuchteten Geist.:)

  • Xyz
    Gast
    • 29. November 2019 um 06:03
    • #40

    Danke für Deine ehrliche Antwort lieber Sven 🥀♥️

    Darf ich Dir eine letzte Frage stellen weil mir etwas auffällt..praktizierst Du evtl.in einer Sangha oder stehst im Austausch mit einem Lehrer?

    Also ich frage so direkt weil mir persönlich in diesen Dingen wie Du diese beschreibst weitere Möglichkeiten durch meine Lehrer einst übermittelt wurden die mir zb Zusätzliche Erleichterung mit geringerem Druck brachten.

    Wege, Details und Infos die Deinem beschriebenen Umgang mit Situationen evtl. ergänzen könnten.🙏

  • anfaenger
    Gast
    • 29. November 2019 um 08:32
    • #41
    Ellviral:

    "Gedanken trotz zählen"

    Die Intuition findet immer einen Weg das zu senden was zu bearbeiten, zu erkennen, zu vermindern ist.

    Da hab ich mal Mantra geübt. Über einige Wochen. Dann wurde mit die Brummelei zu blöde und ich dachte es nur noch, dachte ich. Meine Zunge und mein Kehlkopf "sprachen " immer noch. Also dachte ich das immer schneller bis die Organe nicht mehr mithalten konnten. Ich dachte nur noch, schön das ich keine Gedanken mehr hatte die stören. Und da, da waren Gedanken, neben dem Mantradenken. In den winzigsten Pausen kamen sie durch. Aber eben nicht das frühere irre machende Zeug sondern Gedanken. Damit wurde das Mantra nicht mehr wichtig. Aber immer wieder wenn sich da ein Gedankenkreislauf bilden will wende ich Mantra an. Vor allem wenn ich wiedermal glaube das die Welt ja so böse und gemein zu mir ist und ich ja garnichts dafür kann.

    Danke, Du machst mir Mut ... ;)

  • anfaenger
    Gast
    • 29. November 2019 um 08:36
    • #42

    @Martin1980 Wow, danke, da hab' ich aber echt was zum Studieren. Gut, dass fast Wochenende ist :)

  • anfaenger
    Gast
    • 29. November 2019 um 08:42
    • #43

    Sven Halt, halt, so weit kann ich noch nicht gehen. ;) Ich habe zwar eine vage Ahnung davon, dass meine Gedankenflut getrennt von mir als Beobachter agiert. Das ist für mich sowieso schon eine revolutionäre Entdeckung. Ich bin nicht meine Gedanken.

    Aber der "Beobachter" ist mir so fremd und tatsächlich unheimlich, dass ich mich auf "ihn/sie" noch nicht einlassen kann ...

  • Sven
    Reaktionen
    86
    Punkte
    1.426
    Beiträge
    266
    Mitglied seit
    25. September 2010
    • 29. November 2019 um 09:31
    • #44
    Lucy:

    der Sieg des Verstandes über die Impulse, die es zu unterdrücken gilt?

    Wirklich?

    Nein. Ein Beispiel:

    Ein kleines Kind möchte einen schönen Fliegenpilz essen, obwohl es sicher ist, dass es davon nicht nur schlimme Bauchschmerzen bekommt. Leider ist es noch nicht in der Lage zu verstehen, was Gift für Folgen hat. Als Vater jetzt dem Kind den Pilz essen zu lassen, wäre doch grausam.

    Ihn den Pilz nicht zu geben, ist aber kein Sieg, sondern ganz im Gegenteil. Der Vater versucht sein Kind zu schützen.

    Genauso ist es mit dem Verstand. Dessen einziger Sinn darin besteht das "innere Kind" zu schützen und nicht es zu besiegen!

    Das innere Kind erkennt durchaus, ob der Verstand seinem Sinn entsprechend schützend handelt. Und so kommt es gar nicht erst zu Kraft zehrenden inneren Kämpfen, sondern hoffentlich zu einem großartigen Miteinander.

    Es gibt sogar noch ein zweites geistiges Kontrollsystem, welches man Kategorisieren könnte und dieses ist nicht der Verstand. Es sind gelernte Regeln (diese können leider auch unsinnig sein), die Impulsen den direkten Weg zum Bewegungsapparat verwehren. Der Vorteil ist das dieses System wesentlich schneller ist als der Verstand.

    Beispiel: Ein Mensch möchte über die Straße rennen. Das Regelsystem verwehrt das losrennen und verlangt erst nach links und dann nach rechts zu gucken.

    Dazu kommen natürlich noch weitere unbewusste Turbosysteme wie Angst und Belohnung. Aber das führt dann alles zu weit.

    2 Mal editiert, zuletzt von Sven (29. November 2019 um 10:06)

  • Sven
    Reaktionen
    86
    Punkte
    1.426
    Beiträge
    266
    Mitglied seit
    25. September 2010
    • 29. November 2019 um 09:45
    • #45
    SGM:

    Darf ich Dir eine letzte Frage stellen weil mir etwas auffällt..praktizierst Du evtl.in einer Sangha oder stehst im Austausch mit einem Lehrer?

    Also ich frage so direkt weil mir persönlich in diesen Dingen wie Du diese beschreibst weitere Möglichkeiten durch meine Lehrer einst übermittelt wurden die mir zb Zusätzliche Erleichterung mit geringerem Druck brachten.

    Wege, Details und Infos die Deinem beschriebenen Umgang mit Situationen evtl. ergänzen könnten.🙏

    Nein, schon lange nicht mehr. Ich habe aber erfahrene buddhistische Freunde, an die ich mich wenden könnte. Ich wohne seit nicht ganz 10 Jahren auf einem Dorf in Thailand nahe der laotischen Grenze direkt in einem Reisfeld, das wir damals aufgeschüttet haben. Meine Nachbarn sind hauptsächlich Kühe und Wasserbüffel.:)

    Über gute Infos freue ich mich immer.

  • Niemand
    Reaktionen
    714
    Punkte
    5.669
    Beiträge
    977
    Mitglied seit
    8. Februar 2018
    • 29. November 2019 um 10:08
    • #46
    Sven:

    Genauso ist es mit dem Verstand. Dessen einziger Sinn darin besteht das "innere Kind" zu schützen und nicht es zu besiegen!

    Hast Du das irgendwo aufgeschnappt (und falls ja, wo?), oder ist das Deine eigene Erfahrung?

  • Sven
    Reaktionen
    86
    Punkte
    1.426
    Beiträge
    266
    Mitglied seit
    25. September 2010
    • 29. November 2019 um 10:23
    • #47
    anfaenger:

    Ich habe zwar eine vage Ahnung davon, dass meine Gedankenflut getrennt von mir als Beobachter agiert. Das ist für mich sowieso schon eine revolutionäre Entdeckung. Ich bin nicht meine Gedanken.

    Aber der "Beobachter" ist mir so fremd und tatsächlich unheimlich, dass ich mich auf "ihn/sie" noch nicht einlassen kann ...

    Ja, genau das ist Vipassana. Man hat solche Erkenntnisse durch direkte Erfahrung und muss diese dann integrieren. So geht man immer weiter. Man erkennt schließlich, dass die Welt ganz anders ist, als sie uns gewöhnlich erscheint.

    Scheinbar kann der Geist sogar mehrere Beobachter erzeugen, die zu unterschiedlichen Zeiten Zugang zum Bewegungsapparat haben. Bei multiplen Persönlichkeiten ist das der Fall (Dr. Jekyll und Mr. Hide ist eine Geschichte dazu).

    Wenn es zum Erkennen des Wesens des Beobachters kommt, sind normalerweise die geistigen Fähigkeiten so stark entwickelt, dass diese dann den geistigen "Anker" bilden. Also keine Sorge.

  • Noreply
    Reaktionen
    5.400
    Punkte
    81.758
    Beiträge
    15.201
    Mitglied seit
    24. Juni 2011
    • 29. November 2019 um 10:33
    • #48

    und was Du noch nicht erkennen kannst ist das die Reaktionen die Du aus deiner "normalen" Umwelt immer noch so sind alsbo bei Dir diese Trennung nicht wäre. Das was Dir jetzt entgegenkommt ist das was man Auswirken von Karma/Handlungen nennt. Erst jetzt spürst Du das die Umgebung auf Dein Personsein reagiert. Das was Du nicht mehr für Dich bist, bist Du aber noch für deine Umwelt. Die Umwelt reagiert immer noch so wie sie das schon immer gemacht hat auf deine Handlungen. Doch nun erfährst Du die Folgen deiner Handlungen und wenn Du das nicht mehr möchtest kannst Du nur dein Handeln ändern um die Aktionen der Umwelt zu ändern.

    Das war für mich die schmerzhafteste Zeit, mein Art zu erkennen wie ich mit der Umwelt umgegangen bin zu erfahren. Ich bekam alles zurück und nur wenn ich wirklich aus mir so handelte wie ich jetzt war gab es Erleichterung. Es reicht nicht nur zu meditieren, selbst das höchste Erfahren reich nicht.


    Ich muss mich dem stellen was mir entgegen schlägt, in dem Bewusstsein das ich irgendwann geschlagen habe.

    Meditation bewirkt das vermindern des Ego ohne tun mit der Umwelt.

  • Xyz
    Gast
    • 29. November 2019 um 10:41
    • #49
    Sven:
    SGM:

    Darf ich Dir eine letzte Frage stellen weil mir etwas auffällt..praktizierst Du evtl.in einer Sangha oder stehst im Austausch mit einem Lehrer?

    Also ich frage so direkt weil mir persönlich in diesen Dingen wie Du diese beschreibst weitere Möglichkeiten durch meine Lehrer einst übermittelt wurden die mir zb Zusätzliche Erleichterung mit geringerem Druck brachten.

    Wege, Details und Infos die Deinem beschriebenen Umgang mit Situationen evtl. ergänzen könnten.🙏

    Nein, schon lange nicht mehr. Ich habe aber erfahrene buddhistische Freunde, an die ich mich wenden könnte. Ich wohne seit nicht ganz 10 Jahren auf einem Dorf in Thailand nahe der laotischen Grenze direkt in einem Reisfeld, das wir damals aufgeschüttet haben. Meine Nachbarn sind hauptsächlich Kühe und Wasserbüffel.:)

    Über gute Infos freue ich mich immer.

    Danke für Deine Antwort.

    Alles Gute für Dich…

    den Wasserbüffeln, Kühen und das Du dort weiterhin so eine feste Internetverbindung hast um auch Deine Freunde jederzeit zu erreichen.

    Einmal editiert, zuletzt von Xyz (29. November 2019 um 11:34)

  • Monikamarie
    Reaktionen
    7.196
    Punkte
    47.240
    Beiträge
    7.960
    Mitglied seit
    2. Oktober 2025
    Wohnort
    Hamburg
    Buddh. Richtung
    Theravada
    Geburtstag
    21. November 1948 (77)
    • 29. November 2019 um 11:24
    • #50
    Ellviral:

    Das war für mich die schmerzhafteste Zeit, mein Art zu erkennen wie ich mit der Umwelt umgegangen bin zu erfahren. Ich bekam alles zurück und nur wenn ich wirklich aus mir so handelte wie ich jetzt war gab es Erleichterung. Es reicht nicht nur zu meditieren, selbst das höchste Erfahren reich nicht.

    Ich muss mich dem stellen was mir entgegen schlägt, in dem Bewusstsein das ich irgendwann geschlagen habe.

    Meditation bewirkt das vermindern des Ego ohne tun mit der Umwelt.

    Ja, Helmut, das ist für mich noch immer schmerzhaft, wenn mir Situationen aus der Vergangenheit bewusst werden. Aber auch Erleichterung, weil ich das, was ich jetzt u.U. "dafür zahle", besser ertragen kann.

    _()_

Ausgabe №. 135: „Achtsamkeit und Aktivismus"

  1. Impressum
  2. Datenschutzerklärung
  3. Nutzungsbedingungen
Netzwerk Buddhismus
Community-Software: WoltLab Suite™ 6.1.18
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App bei Google Play
Buddhaland Forum in der WSC-Connect App im App Store
Download